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Kundenrezensionen

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am 12. November 2005
Martin Scorsese zeichnet Dylans Weg von der Kindheit in Hibbing Minnesota über seine Folkjahre im Greenwich Village bis zu den von wütenden Fanprotesten begleiteten Auftritten 1966 in England mit The Band.
Mit schier unglaublicher Materialfülle wird diese Entwicklung nachgezeichnet.
Scorsese verwendet reichlich bisher unbekanntes Foto-, Ton- und Filmmaterial:
- Einflüsse (Woody Guthrie, Hank Williams, Gene Vincent, Odetta...)
- Zeitdokumente ( Hibbing in den 50ern, Folk und Beat Poetry im Greenwich Village, Rassenunruhen, Dylan Fans in Aufruhr...)
- Unveröffentlichtes Dylan Material: Studio- und Liveaufnahmen, Pressekonferenzen u. ä.. Besonders erhellend sind die dokumentierten Auftritte beim Newport Folk Festival (1963: Durchbruch; 1964: Heilsbringer; 1965: Verräter)
- Aktuelle Interviews mit Joan Baez, Pete Seeger, Allen Ginsberg u.v.a.
- Dylan selbst kommentiert in bisher unbekannter Offenheit die Geschehnisse
Fazit: Der dreieinhalbstündige Film vermittelt sehr spannend diese wechselhaften Jahre. Besonders beeindruckend wird nachvollziehbar gemacht, wie ausgebrannt Bob Dylan 1966 war.
Ein Motorradunfall beendete diese Phase und Dylan ging erst 1974 wieder auf Tour.
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am 31. Dezember 2013
kaum zu glauben ! ... er lächelt ! sieht man ja selten, dass der bob mal lächelt. allein dafür lohnt sich's schon. also mir gefällt der film sehr gut. ich find ihn sehr aufschlussreich und gut gemacht. vom inhalt her prall vollgestopft mit tollen alten aufnahmen und informationen. ich selber hab die anfangszeiten ja leider knapp verpasst bin aber schon ein leben lang dylan-fan. deshalb hab ich mich auch echt gefreut, die anfangszeiten mal miterleben zu dürfen und da hat das filmchen wirklich allerhand zu bieten. bis auf die interviews gibt's allerdings kaum was aus der neuzeit zu sehen. bei "time out of mind" ist zeitmässig schluss. macht aber nix - ich denke hier geht's hauptsächlich darum einen mann zu zeichnen der in seinem leben immer das getan hat was er wollte - ohne rücksicht auf die meinung vom weltrest. ich kann den streifen nur empfehlen - jedenfalls den dylan-freunden. für justin biber fans wohl eher nix :-) klare kaufempfehlung. alle verfügbaren sterne vergeben.
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Das ungewöhnlichste an dieser Dokumentation ist die Tatsache, dass BOB DYLAN SELBST spricht: ganz nüchtern, sympathisch und wenig inszeniert - der "Show Dylan" von seinen Konzerten bleibt außen vor. Man kann die Entwicklung und die musikaischen Hintergründe der späten 50er Jahre und frühen 60er Jahre ganz emotionslos und neutral betrachten. Das ist wohltuend! Man sieht auch die Leute, die es im Gegensatz zu Dylan, Baez oder Pete Seeger, nicht geschafft haben. Sehr sehenswert!
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am 28. März 2007
Diese Doku über das Wirken und Schaffen von Bob Dylan ist unglaublich spannend erzählt, genial inszeniert und geschnitten, reißt mit, rührt zu Tränen und verursacht im Minutentakt Gänsehaut. Man erfährt nicht nur sehr viel über den höchst interessanten Lebensweg Dylans, sondern vielmehr bietet der Film kostbare Einblicke in die politischste Musikergeneration aller Zeiten. Sowohl für Musikinteressierte als auch für Zeithistoriker ein wertvoller Beitrag. Ich könnte noch seitenlang weiterschwärmen, aber überzeugt euch bitte selbst!!!
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am 18. September 2013
Diesen Film sollte man als Fan definitiv gesehen haben. Hier öffnet sich der legendäre Bob Dylan in knapp 3,5 Stunden dem Regisseur und damit auch der Welt und vor allem seinen Fans. Man bekommt sehr viele Informationen, die man noch nicht kannte und kommt dem Star so ein großes Stück näher.
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am 12. September 2015
Die (völlig zurecht) preisgekrönte US-/ Britische Produktion aus dem Jahr 2005 von Martin Scorsese bringt das Phänomen und den Musiker BOB DYLAN dem Zuschauer näher, über den ich selbst vorher direkt zugegebenermaßen nicht viel wusste, da ich viele seiner Genie- Streiche vorher nur in den (meist stark "verrockten") Versionen anderer Künstler kannte (Rolling Stones; Pixies; ...), und erst darüber so richtig auf den eher leisen Künstler
aufmerksam wurde, der ja tatsächlich wohl zu den eindeutig einflussreichsten Musikern der (Rock-) Musikgeschichte gezählt werden muss.

Die Musik(er)- Doku selbst zählt zu den großen Meisterwerken von Regisseur Martin Scorsese; m.E. sein bester Film. Denn trotz der immerhin fast 3,5 Stunden Länge vermag der Film gut zu unterhalten, dabei nie langweilig zu werden, und über Wesen und Bedeutung des musikalischen Ausnahme- Genies dabei eine Menge Wissenswertes zu vermitteln. Der Film ist daher keinesfalls zu lang; eher im Gegenteil: man könnte sich ihn sogar noch länger vorstellen; hat auch den Eindruck, dass Vieles nicht gesagt wurde, und ist beim Abspann des Films traurig, dass es zu Ende ist. Die Unterhaltsamkeit des Films ist freilich auch zu einem nicht geringen Teil dem Umstand geschuldet, dass Dylan als Person selbst so unterhaltsam wirkt; und natürlich auch seine - gerade ja auch in "Musikalischer Hinsicht" - so guten, unvergessenen Songs.
Doch zeigt der Film nicht nur Dylan selbst, sondern diesen auch auf dem Hintergrund seiner Zeit und seiner Umgebung: aufgewachsen in einem kalten Kaff in Minnesota (woran Dylan nicht mehr gerne zurückdenkt), weist lange Zeit noch nichts auf die kommende Karriere als "Musik- Gott" und "Ikone einer Generation" hin, als Dylan's Funktion in seiner (jüdischen) Familie dort zunächst darin besteht, vor allem den Fußboden des Elektro- Familienbetriebes regelmäßig zu fegen. Seine Zukunft stellt er sich so vor, als Soldat später in einer berühmten Schlacht zu sterben (!). Doch kommt er in dieser "gottverlassenen Gegend" auch schon früh mit Musik in Kontakt, die ihn mehr beeinflussen soll als alles Andere. Er entdeckt die Folk- Musik für sich, Woodie Guthrie wird sein Idol; er lernt Gitarre zu spielen, und nach seinem Highschool- Abschluss verlässt er seine "Heimat", um seine musikalischen Vorbilder auch persönlich kennenzulernen und in New York am musikalischen (und gesellschaftlichen) Zeitgeist zu sein, wovon er schon bald wichtiger Teil wird. Er beginnt mit bescheidenen Auftritten im "Village" in New York, anfangs vor allem seine Folk- Musik- Vorbilder imitierend, dann aber schon bald mit Kompositionen mit mehr eigenem, persönlicherem Profil auffallend. Dem eher stillen jungen Mann gelingt es, die Aufmerksamkeit von Fans, Musiker- Kollegen und schließlich auch der Musik- Industrie zu bekommen, was nicht einfach ist, aber seiner Hartnäckigkeit, Glück und seinem Genie zu verdanken ist. Mit Folk- Musik ist anfangs nicht viel Geld zu verdienen; aber Dylan erkennt sein besonderes Potential - und Andere auch (schließlich wird er zu einem der meistgecoverten Künstler überhaupt). Er geht unbeirrt seinen Weg; wobei ihm von Anfang egal ist, was Andere dazu sagen. - Diese Gleichgültigkeit der Meinungen Anderer ihm und seiner Musik gegenüber wird zu einem der von der Öffentlichkeit am stärksten wahrgenommenen Charakterzug Dylan's, die ihm auch schon mal als Arroganz ausgelegt werden soll. Aber Dylan ist selbst noch anfangs ein "Schüler", und eifert seinen Idolen nach, bevor es ihm schließlich gelingt, "massentaugliche" Folk- Songs zu "basteln". Bei seinem "Weg nach oben" spielt auch seine Rolle in der sich zu Beginn der 1960er Jahre formierenden Bürgerrechts- Bewegung in den USA eine Rolle: eine große Protestkultur hat sich - von New York ausgehend - formiert, der sich Dylan anschließt, und von dem sich diese neue Jugend - durch Dylan's Aufnahme von deren Themen in seinen Songtexten - angesprochen wird, wodurch er schnell als deren "musikalisches Sprachrohr" gilt, und damit hilft, diese Kultur mitzugestalten. Er singt auf ihren Festen und Versammlungen; scheint, dort seine "Heimat" gefunden zu haben. Dylan wird so nicht nur als Künstler von "Protestsongs" wahr- und ernstgenommen, sondern auch kommerziell erfolgreich und finanziell unabhängig. Er fühlt sich jedoch nicht verpflichtet, gewisse "Erwartungen", die in ihn gesteckt werden, zu erfüllen - weder von seinen Fans, noch von seinen Feinden; er mag es nicht, "in Schubladen" gesteckt zu werden; er macht sich gerne lustig über Leute, die große Bedeutungen in seinen Songs herauszulesen meinen, obwohl er sich dabei oft gar nicht viel gedacht hat. Seine Rolle als "Ikone einer Generation" und "Vorbild" nimmt er nicht besonders ernst; er macht sich wesentlich weniger Gedanken darüber als Andere, z.B. Journalisten, die ihn oft und gerne damit konfrontieren. Er nimmt sich selbst, seine Fans und Kritiker, und sogar seine Songs nicht all zu ernst. Er lässt sich auch nicht von gewissen "Bewegungen" "vor den Karren spannen". - Wichtiger sind ihm seine eigene künstlerische Freiheit und Entwicklung. Nicht wenige Fans von ihm sind so enttäuscht und sogar erbost darüber, als Dylan sich offenbar von seiner alten "Basis" - der "Protestkultur" und der Folkmusik - entfernt, um die "Reise an neue musikalische Ufer" anzutreten; denn inzwischen hat sich die Rockmusik weltweit rasant weiterentwickelt; Dylan macht jetzt auch Blues und öffnet sich der modernen Rockmusik; dabei setzt er erstmals auch elektrische Musikinstrumente ein. - Nicht wenige Fans bezeichnen ihn jetzt offen als "Verräter" - bei vielen seiner Konzerte wird Dylan jetzt gnadenlos ausgepfiffen. - Aber der Musiker - seiner eigenen musikalischen Genialität inzwischen bewusst - macht sich daraus nicht viel, und kreiert fleißig weiter jetzt auch Rocksongs. - Und nicht wenige auch von diesen sollen später zu echten "Meilensteinen" in der Rockmusik- Historie werden. Den Enttäuschungen vieler seiner Fans, die in ihm etwas anderes sehen wollen als Dylan selbst so sein will, begegnet Dylan mit viel Humor (wovon er in dem Film oft genug Zeugnis ablegt). Aber Dylan sieht sich mehr als Musiker denn als "Bürgerrechtler" oder Ähnliches; betont seine Unabhängigkeit, und mag es nicht, vereinnahmt zu werden von Anderen (ein zentrales Thema dieses Films). Er ist selbstbewusst und emanzipiert, und will machen, was ER will, und sich nicht "benutzen" lassen; ein freies Individuum sein. - Eine (für diese Zeit noch recht seltene, bemerkenswerte) Haltung, die außer Zorn und Unverständnis ihm auch Respekt von seinen Zeitgenossen eingebracht hat. Andererseits steht Dylan auch im Konflikt zwischen seiner Rolle als "Idol" oder als "Rebell" von vielen ,insbesondere Jüngeren Fans und deren Erwartungshaltungen und Verehrungshaltungen, die in ihm mehr sehen als einem "einfachen Entertainer und Musiker" und nach seinem eigenen Bedürfnis nach Ruhe und normalem, ungestörten, stressfreien Leben.
Der Film fängt gut die große Verehrung ein, die Dylan vor allem Mitte der 60er Jahre genossen hat.

Der Film betrachtet Dylan's Entwicklung stark im Spiegel von gesellschaftlichen Ereignissen seiner Zeit (Bürgerrechtsbewegung; Anti- Vietnam- Bewegung; Protestkultur; Folkmusik- Entwicklung; ...). Dabei kommen viele alte Filmdokumente zum Einsatz, wodurch der Zuschauer sich gut in diese alten Zeiten und Verhältnisse, die auch Dylan beeinflusst haben, hineinversetzen kann. Dylan war auch Kind seiner Zeit; er war ja nicht losgelöst von diesen vielen Entwicklungen, die diese stürmischen Jahre geprägt haben, und andererseits in kulturell- künstlerischer Hinsicht so fruchtbar waren.
In zahlreichen INTERVIEWS äußert sich Dylan selbst zu seinem Leben; aber auch zahlreiche (künstlerische) Weggefährten - darunter so illustre Persönlichkeiten wie Joan Baez, Pete Seeger, und Allen Ginsberg (u.A.) - erinnern sich an den "frühen Dylan".
Der Film zeigt auch viele frühe (oft sehr selten gezeigte) Aufnahmen von Dylan - Fotos, aber auch Filme - z.B. von (sehr) frühen Auftritten.

Der Film zeigt viele (auch frühe) Konzertausschnitte mit dem Meister "in Aktion", wobei natürlich viele seiner bekanntesten Songs nicht fehlen dürfen. - Der Film ist aber kein "reiner Musikfilm".

Der Schwerpunkt des Films liegt auf Dylan's Wirken Anfang bis Mitte der 1960er Jahre; seinem Aufstieg; seiner Entwicklung und Rolle als Folk- Musiker und "Protest- Sänger der Bürgerrechtsbewegung", sowie seine Emanzipation aus diesem "Milieu"; seine Hinwendung zu "Elektro- und Rockmusik", und die damit verbundenen Konflikte mit seinen Fans.

Im Film wird Dylan vor allem ALS MUSIKER gezeigt; mit seiner Musik; der Entwicklung und Vielseitigkeit derselben. Humor und äußerliche Erscheinung werden zwar im Film gut deutlich; und der Zuschauer "lernt ihn auch einigermaßen kennen", die Fans "erleben" "ihren Dylan" mal etwas näher und direkter; jedoch so richtig in seiner charakterlichen Komplexität wird Dylan nicht gezeigt; auch wird der Künstler hier nicht kritisch dargestellt, so dass man manchmal den Eindruck hat, der Film ist nicht nur ÜBER Dylan, sondern auch VON Dylan, der ja auch tatsächlich stark an dem Film mitgewirkt haben soll. Der FIlm erscheint ein wenig so als eine "Verehrung" gegenüber dem - ja tatsächlich bedeutenden - Künstler, ohne auf Schwachpunkte auf diesen einzugehen. Der Künstler selbst ist ja bekannt dafür, nur wenig Interviews zu geben; sein Privatleben weitgehend vor der Öffentlichkeit verborgen zu halten. Und wer darüber hofft, über diesen Film mehr zu erfahren, dürfte enttäuscht werden. Es scheint nämlich, dass sich der Künstler hiermit weitgehend die Deutungshoheit über die Erscheinung seiner Person in der Öffentlichkeit behält. Das Private bleibt zum größten Teil privat. So ist es auch kein Wunder, dass Dylan in dem Film sich kaum über "pikante Details" aus seinem Leben äußert; seine Drogenprobleme bleiben unerwähnt; auch über Dylan's Familienhintergrund wird nicht wirklich viel ausgesagt; die Erwähnung von Dylan's Religion, der ja Jude ist (bzw. war), scheint dem Regisseur nicht besonders wichtig gewesen zu sein (obwohl dieses Thema für Dylan, der später ja sogar zum Katholizismus konvertiert sein soll (!), durchaus von Bedeutung gewesen ist); ...
So ist der Film auch etwas einseitig und oberflächlich; wenn auch unterhaltsam und dennoch aufschlussreich.
Dylan selbst gibt (in den Interviews) kaum besonders "aufregende" Kommentare zu seinem Leben, das er offenbar auch nicht für besonders erwähnenswert gibt; es sind zumeist recht allgemeine Angaben. Seine Aussagen wirken nicht immer befriedigend; wie auch seine (vermeintlich abgeklärte, "coole", aber tatsächlich wohl auch etwas oberflächliche) Haltung gegenüber seiner Rolle als Idol, "Rebell", Vorbild und Teil einer "Subkultur", sein Verhältnis zu seinen Fans nicht immer überzeugend wirkt. - Ihm schien das alles "zweitrangig" zu sein; Hauptsache, die Leute mögen seine Musik; bzw. diese ist "tatsächlich" "gut".
Andererseits kommt Dylan's eigentliche Bescheidenheit hierbei - vor allem auch durch die Interviews - durchaus zum Ausdruck, und da ihm die typischen, "lauten" Rockmusiker- Attitüden fremd sind, macht ihn diese Erscheinung durchaus sympathisch.

Der Film ist aber insbesondere für Leute, die sich noch nicht so gut mit Dylan auskennen, auf unterhaltsame Weise aussagekräftig, weil er Dylan und seine Musik und Bedeutung dem Zuschauer näher bringt. Der Film ist von Dylan dazu selbst "abgesegnet", und kann daher als authentisch angesehen werden. Das Genie von Dylan wird im Film deutlich. Der Mann selbst ist nicht langweilig; seine Musik nicht; und der Film auch nicht. Dylan wird gut dargestellt im Gesamtkontext von Gesellschaftlichem Hintergrund, Herkunft, eigener Persönlichkeit und Erscheinung (vor allem Humor), (musikalischem) Genie, Bedeutung für die Entwicklung von (Folk- und Rock-) Musikkultur, eigenen Aussagen und denen von (prominenten) Weggefährten, sowie nicht zuletzt seiner Musik, die man hier auch genügend sehen und hören kann.

Mir hat der Film auf jeden Fall sehr gefallen, und ich kann ihn deshalb Allen empfehlen, die sich für Bob Dylan und dessen Musik und Bedeutung interessieren.
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Diese 2-DVD-Edition zeigt die Kindheit und Karriere Bob Dylans bis zu dessen Motorradunfall 1966. Ob das hier verarbeitete Material (immerhin nahm sich ein gewisser Herr Scorsese dieser Sache an) besser oder schlechter ist als jenes, das für "I'm not there" herangezogen wurde ist wohl dem Geschmack jedes einzelnen überlassen... Fest steht jedoch, dass teilweise gleiche Videoausschnitte verwendet wurden und, dass es sich bei "No Direction Home" eher um eine Dokumentation als um einen (künstlerisch verworrenen) Halb-Spielfilm handelt. Und das spricht sowohl für "No Direction Home" als auch "I'm Not There", das seinen ganz eigenen Charme besitzt.

Ich persönlich favorisiere - zumindest vorläufig einmal - diese Scorsese-Version, die geschickt Interwies, Konzertaufnahmen und andere filmische Elemente miteinander verschmilzt aber doch strikt einem Roten Faden - nämlich eben der zeitlichen Chronologie - folgt. Höhepunkt des insgesamt über 200minütigen Filmmaterials (und da sind einzelne abrufbare Konzertmitschnitte einzelner Songs nicht einmal dazugezählt!) sind meiner Meinung nach die gegen Ende der 2. DVD gezeigten Ausschnitte diverser Pressekonferenzen in London, Paris und auch Amerika, wo der blutjunge "Bobby" nicht so recht weiß, was er auf die Fragen einiger übereifriger Presseleute antworten soll und immer wieder beteuert, dass die Sache rund um ihn wohl viel größer geworden zu sein scheint, als das, was er imstande ist darzustellen - wenn man mir an dieser Stelle eine Eigeninterpretation erlaubt!
Das ist es überhaupt, was diese frühe Phase in Dylans Karierre ausmacht: Stets buhlten sich so genannte Fachleute darum dies und jenes in Dylans (teilw. grandiosen) Songtexte hineinzuinterpretieren... Freilich war und ist Mr. Dylan ein großartiger Dichter, wahrscheinlich traf er mit seinen Texten aber ganz einfach nur den Zahn der Zeit und fasste das in Worte, was sich Millionen andere dachten, aber nicht ebenso eindrucksvoll aussprechen konnten...

Sehr gefällig sind auch Video-Ausschnitte anderer amerikanischer Bands der 40er, 50er und 60er-Jahre. Ich glaube, da sind wirklich einige Raritäten dabei!

Kurz: Es ist ein beeindruckendes Gesamtkunstwerk, das möglicherweise (?) ein weinig Martin Scorseses Handschrift widerspiegelt. Für mich ist es bislang die beste filmische Dylan-Biographie, die zu haben ist!

Zwar würde ich nicht unbedingt behaupten, der größte Bob-Dylan-Fan aller Zeiten zu sein, doch muss man dem hervorragenden Songwriter ganz einfach Tribut für seinen Enfluss für die nachkommende Musikwelt zollen (und natürlich ist auch das, was er geschaffen hat, ein wichtiger Bestandteil der neuern Musikgeschichte)!

Anmerkung: Die DVDs sind ausschließlich in englischsprachiger Fassung erhältlich, aber natürlich mit deutschen Untertiteln, die mühelos mitgelesen werden können (zudem bringt das Englische die Atmosphäre absolut natürlich rüber!).

Viel Spaß beim Schauen!!
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Freunde eingeladen, Bilder von der Wand genommen, Beamer gestartet, sieben Lautsprecher ausgerichtet, Food & Beverage & Sonstiges bereitgestellt – es konnte losgehen, 204 Minuten Nostalgie.
Fans neigen dazu, ihren Helden auch Schrott zu verzeihen. Dennoch hätte mich eine temporäre Depression befallen, wenn der Film meine hohen Erwartungen nicht erfüllt hätte. Zum Glück hat er die sogar übertroffen. Und da unter den Zuschauern auch zwei Dylan-Laien auf die Wand starrten und begeistert waren, muss wohl etwas dran sein. Martin Scorsese schaffte tatsächlich ein kleines Meisterwerk. Auswahl, Schnitt, Rhythmus und Distanzgefühl waren seine wichtigsten Werkzeuge. Und so wurde der Film eben nicht nur eine Hommage an Bob Dylan, sondern ein auch ein phantastisches Stück bildhafter Kulturgeschichte. Und wenn nach diesem Film noch jemand der Meinung ist, Dylan könne nicht singen, sei kein Poet und kein originaler Musiker, dann muss es sich um einen Kunstbanausen handeln. An Scorsese kann es nicht liegen.
Mein Fazit. Ein Genuss – nicht für Dylan-Fans.
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am 17. Januar 2006
Welch undankbare Aufgabe es ist, Bob Dylan zu verläßlichen Interviewaussagen zu bewegen, bekommt man in diesem Dokumentarfilm eindrucksvoll gezeigt. Für das Team von Martin Scorsese war diese Aufgabe bestimmt nicht einfacher als für all die Reporter in Pressekonferenzen, die wir in ausführlichen Sequenzen beobachten können. Dem Meisterregisseur gelingt es aber in vortrefflicher Weise Dylans Selbstaussagen mit historischem Filmmaterial und Bekundungen ehemaliger Weggefährten in Beziehung und Kontrast zu setzen, so dass wir nach vier aufregenden Filmstunden nicht nur tolle Konzertaufnahmen und grandiose Musik genossen haben, sondern ein treffendes Puzzlebild des Barden und einen guten Eindruck der frühen 60er Jahre in den U.S.A. gewinnen konnten. Für Dylan-Fans ist diese DVD sowieso ein Must-have, aber auch alle historisch Interessierten sollten sich dieses liebevoll gewebte Stück Zeitgeschichte ansehen.
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am 17. September 2013
Der Film zeigt auf höchst authentische und detaillierte Art und Weise den Aufstieg Bob Dylans vom unbekannten Pub-Sänger zum Superstar und Idol Amerikas. Die Besetzung mit Bob Dylan selbst und der perfekt eingesetzten Musik macht die Dokumentation zu mehr als nur einer Biografie.
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