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Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen
26
4,5 von 5 Sternen
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am 4. März 2006
Ich liebe den Roman "Désiree" von Annemarie Selinko auf dem dieser bezaubernde Film basiert und habe jetzt schon seit Ewigkeiten nach der DVD gesucht, und irgendwann wieder vergessen, dass ich jemals danach gesucht habe. Dann bin ich gerade so beim Surfen auf sie gestossen ud habe mich erinnert und JUBEL !!!!!. Endlich ist der Film erhältlich!!!! Die hervorragenden Schauspieler machen disen Film zu einem ganz besonderen Erlebnis. Also Marlon Brando als Napoleon Bonaparte und Jean Simmons als Napoleons erste Liebe, Leute das ist doch was !!!! Natürlich kann der Film nicht alles umfassen was das Buch hat,dafür ist es einfach viel zu dick und umfasst eine ungeheure Zeitspane, aber trotzdem ist der Film einfach klasse wenn man eines seiner Lieblingsbücher verfilmt sieht. Der Film hadelt von der ersten Liebe Napoleon Bonapartes, Désirée Clary, Seidenhändlerstochter aus Marseille.
Man begleitet sie durch ihr Leben, das immer doch irgendwie mit dem von Napoleon verbunden ist, selbst als sie später an der Seite ihres Mannes, Marschall Bernadotte, Kronprinzessin von Schweden wird.
Ein schöner Film vor allem wenn man das Buch gelesen hat.
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am 1. April 2011
It is a gross understatement to say that this film is historically inaccurate. That made no difference to me when I first saw the film in 1954 and it makes even less to me now. I was enthralled then, and now again, thanks to this German release, by its sumptuous art direction, studio bound sets, and feverish romanticism. I'm well aware that Napoleon looked nothing like Marlon Brando and Josephine was undoubtedly totally different in looks and personality than Merle Oberon. As for Jean Simmons: she is so radiantly beautiful and charming it simply doesn't matter that Desiree was actually a very minor figure in history. The sweeping score by Alex North (ah that waltz!), the fine performances, and the generally romantic atmosphere override all criticism for me. I simply sit back and revel in a film of the kind that "they don't make anymore".
This film was underrated in America and, to my knowledge, has never been released here on DVD.
I am extremely grateful for this excellent European release and very pleased to have both the original English soundtrack as well as the German version.
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am 2. Oktober 2012
Desiree gehört seit meinem 14. Lebensjahr zu meinen absoluten Lieblingsbüchern. Eigentlich müsste ich es gar nicht mehr lesen, ich kann es zu großen Teilen auswendig. Der Film allerdings geht für mich total am Thema vorbei. Es ist in erster Linie ein Marlon Brando-Film. Napoleon wird völlig in den Vordergrund gerückt. Ich meine, mal ganz ehrlich: Einen Film über Desiree drehen, eine Buchverfilmung, und der komplette 4. Teil, der in meinen Augen extrem wichtig ist, fehlt. Die ganze Geschichte als Desideria von Schweden wird einfach weggelassen! Das kann es doch wohl nicht sein. Wer sich hier auf eine möglichst originalgetreue Verfilmung eines Buches freut, wird bitter enttäuscht, ich zumindest war bitter enttäuscht. Desiree - der Roman - ist in 4 Teile aufgeteilt: Die Seitenhändlerstochter/Die Marschallin Bernadotte/Notre Dame de Paix und die Königin von Schweden. Und die, mit allen noch daraus resultierenden Verwicklungen, Geschichten, Dramen und schließlich der Krönung Desiress als Königin von Schweden wird einfach weggelassen. Bezeichnend ist ja, dass bei "Hauptrollen" immer Marlon Brando als erster erwähnt wird. Für mich eine bittere Enttäuschung.
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am 22. Oktober 2015
Für Freunde dieses Genres ein überwältigendes, mitreissendes Film-Highlight. Eine auserlesene hochkärätige Starbesetzung spielt einfach grandios und überaus glaubwürdig, bis in die kleinsten Nebenrollen. Der Film mag nur angelehnt an die historischen Tatsachen sein, was der Filmqualität aber absolut nichts nimmt. Eine verschwenderische Ausstattung, prächtige Kostüme und eindrucksvolle Kulissen verleihen der Handlung den perfekten Glanz für diese brilliante, hinreissende Inszenierung. Eine wundervolle, sehr leidenschaftliche Romanze vor historischen Kriegsschauplatz, mit einer betörenden Jean Simmons und einem ausdrucksstarken Marlon Brando.
Insgesamt ein spektakuläres, sehr romantisches Historiendrama - überaus gelungen - mit unvergesslichen Film-Momenten.
Wirklich sehr sehenswert.
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VINE-PRODUKTTESTERam 13. April 2009
Na also, es geht doch! Eigentlich waren meine Erwartungen eher tiefergelegt, trotz Marlon Brando, trotz Jean Simmons. Der Hobbyfilmhistoriker hatte Alarm geschlagen. USA 1954 und von 20th Century Fox, das bedeutet, dass noch vor Brando und Simmons ein Hauptdarsteller dieser Firma genannt wurde, etwas damals Neues, worauf die Fox das Patent hatte und womit alle Fox-Regisseure arbeiten mussten, ob sie nun wollten oder nicht: CinemaScope. Und CinemaScope war damals noch ein bißchen breiter als jetzt, die Kameraausrüstung war schwer und schwer zu handhaben, frühe Scope-Filme der Fox sehen gelegentlich ein bißchen gewöhnungsbedürftig aus: Sehr dicke Schwarzbalken auf'm Fernseher, sehr kleine Gesichter, eine etwas schwerfällige Kamera. Henry Koster, der Regisseur von "Désirée", hatte so einige Filme in der Scope-Pionierzeit gedreht (zB. auch den allerersten, "Das Gewand"), und er macht im Rahmen der damaligen Möglichkeiten das Beste draus. Großaufnahmen wird man auch hier vergeblich suchen, eine etwas schwerfällige Kamera gibt es gelegentlich auch hier, aber seine Bildarrangements sind erlesene Tableaus mit vollkommenem Aufbau, in dem deutlich erkennbar ist, dass Koster gewillt ist, den damaligen Zuschauer ob der gekrümmten Riesenleinwand nicht nur zum Staunen zu bringen, sondern das Bild auch zu füllen. Rechts und links ist nicht gähnende Leere, sind nicht sinnfreie Gegenstände zum Bildfüllen, sondern das Arrangement der PERSONEN im Bild ist oft perfekt ausbalanciert, sowohl bei Komparsenszenen an Höfen, bei Kleingruppen und sogar bei Zweipersonenszenen, in denen dies auch eine innere Entfernung und Entfremdung auszudrücken vermag. Koster, von dem mir nicht viel mehr bekannt ist, als dass er Scope-Pionierfilme gemacht hat, hat diese Aufgabe sehr gut erledigt.

Daneben erzählt er auch eine Geschichte, die Geschichte der Désirée, Tochter eines Seidenhändlers, deren Leben über ca. 20 Jahre dasjenige von Napoléon Bonaparte kreuzt, von dessen Aufstieg als ambitionierter General bis zu seinen Niederlagen und zur Verbannung auf Sankt Helena. Historische Akkuratesse? Keine Ahnung. Unterhaltungswert? Sehr hoch, und auch wenn Diverses nicht stimmen sollte, würde ich nicht sagen, dass das Publikum hier für dumm verkauft wird. Wer dieses Genre nicht mag, in dem sich Weltpolitik und Liebe in einer halb fiktiven Geschichte treffen, den wird auch "Désirée" nicht eines besseren belehren, aber wer dieses Genre ganz gern hat, wird in "Désirée" eines der besten Exemplare seiner Gattung treffen. Die bekannten historischen Ereignisse kommen sämtlich vor, werden meist nur gestreift, aber auf eine stimmige Weise. Und im Gegensatz zu dem teils fragwürdigen Napoléonfilm "Maria Walewska" (Garbo/Boyer) tappt "Désirée" zumeist nicht in die Falle, Napoléon als einen eigentlich netten Onkel zu zeigen, der mehr oder minder aus Versehen trotz guter Ambitionen halb Europa in Schutt und Asche gelegt hat. Insofern mag die Schlussszene zwar genauso ergreifend wie fragwürdig sein und ein bißchen in diese Richtung tendieren, aber den ganzen Film über gesehen herrscht doch egomane Hybris bei Napoléon vor, und es ist einigen genialen Regieeinfällen und Brandos Spiel zu verdanken, dass dieser Eindruck vorherrscht. Es ist von Anfang an klar, dass dieser Mann sich für den besten Militärstrategen aller Zeiten hält, der nicht nur Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit in die Welt bringen will (koste es, was es wolle), sondern der das Ganze verbinden möchte mit sich als Alleinherrscher über ein Reich, das (in Europa) "keine Grenzen mehr kennt", wie es einmal im Dialog heißt. Die Visionen eines aufgeklärten freien Europas mit dem Glanz der revolutionären Ideen sind nur vorgeschoben, Machtgeilheit und Selbstüberschätzung triumphieren. Einer der interessantesten Aspekte, an denen das deutlich wird, ist diese Szene, in der sich Napoléon von Josephine (Merle Oberon) scheiden lässt, da sie ihm nach langjähriger Ehe immer noch keinen Thronerben geschenkt hat. Sie ist WEISS gekleidet, was man ja eher bei einer Hochzeit als bei einer Scheidung ist, aber es sagt eine Menge darüber aus, warum hier die Scheidung erfolgt. Sie sagt zu Désirée, Napoléon hätte genau gewusst, dass sie keine Kinder mehr bekommen könne, sie habe es ihm doch gesagt. Mit Entschiedenheit wiederholt sie, es ihm gesagt zu haben, wir zweifeln nicht an ihrer Aufrichtigkeit. Und wir erkennen in diesem Moment: Napoléon hat es zur Kenntnis genommen - und für überwindbar gehalten. Dieser Mann hält sich nicht nur für den Kaiser Europas, sondern er hält sich für Gott, er hat wissentlich eine unfruchtbare Frau geheiratet, weil er wirklich geglaubt hat, er, der große (ähem) Napoléon, sei sogar so potent (im Doppelsinne des Wortes), dass er eine Unfruchtbare schwängern könnte. Das ist wunderbar, das ist genial, das ist eine hervorragende Verknüpfung des Privaten mit dem Politischen, was im Genre des halbfiktiven Historiendramas immer so wahnsinnig schwer hinzubekommen ist. Brando spielt diesen Egomanen in gewohnt exaltierter Art, ohne zu sehr zu übertreiben, die Regie betont Napoléons geringe Körpergröße (die Brando nicht hatte) durch einen sehr großen Darsteller des General Bernadotte (Michael Rennie), und Désirée alias Jean Simmons scheint nahezu gleich groß zu sein, anstatt diesen üblichen Hollywooddreiviertelkopf kleiner. Napoléons Besessenheit bekommt dadurch noch etwas Unheimlicheres, Groteskeres, auch wenn Brando allein schon sehr gut für solch eine Rolle ist.

Und Désirée? Ein wütender imdb-Nutzer warf dieser von Jean Simmons gespielten Rolle vor, ein Brechmittel für alle zu sein, die auch nur ansatzweise für Gleichberechtigung seien. Hmmm... ich kann ihn verstehen, mag die Rolle aber dennoch, und die Darstellerin. Das ist halt auch eine Kunst, den Zuschauer in der heutigen Zeit noch für eine Frau zu interessieren, die in Konventionen gefangen ist, und sie dennoch nicht als gnadenlos rückständig erscheinen zu lassen. Ein bißchen ist ja etwas dran: Diese Désirée verliebt sich also in Napoléon, wird sitzengelassen, heiratet General Bernadotte, lernt ihn auch wirklich aufrichtig zu lieben und zu unterstützen, aber ihr und Napoléons Weg werden sich immer wieder kreuzen. Oftmals ist sie bei der großen Politik außen vor. Nun, so war das eben, Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, für die Schwesterlichkeit interessierte sich keine Sau, und Désirée ist da ein Produkt ihrer Zeit. Lange Zeit hat sie mit der großen Politik, die um sie herum gemacht wird, nichts am Hute, kümmert sich eher um ihr persönliches, privates Wohlbefinden und dasjenige ihres Mannes, gesteht selbst ihre Unwissenheit über das politische Geschehen ein, sagt ab und an einmal, dies oder jenes nicht zu verstehen und hat eine gewisse Angst, als schwedische Kronprinzessin noch einen Hauslehrer in Sachen schwedischer Etikette zu bekommen, weil sie doch "seit dem zehnten Lebensjahr nichts mehr gelernt" habe. Aber um Himmels Willen, was ist daran eigentlich antifeministisch??? So wird es vermutlich vielen Frauen in der damaligen Zeit gegangen sein, und Jean Simmons spielt diese Frau mit einer stillen Stärke, dass wir nie spöttelnd auf das kleine "Dummchen" herabblicken, sondern ihr mit Empathie dabei zusehen, ob und wie sie reifen wird, learning by doing anstatt durch Schulbildung. Es ist schon wahr, sie steht jahrelang am Rande des Weltgeschichte, ist ungebildet, gelegentlich naiv, tut sich mit der ungewohnten schwedischen Etikette schwer, aber es ist eben Simmons' wahrhaftige Natürlichkeit, die uns das glaubhaft erscheinen lässt. Wir sollen hier nicht denken, so soll es sein, sondern wir sehen nur, wie es eben gewesen sein könnte, und wir können das glauben, und wir können das und diese Désirée mögen, anstatt die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen.

Weitere positive Aspekte sind zu nennen. Der Film ist gelegentlich süffisant witzig, bleibt aber nie beim puren Amüsement stehen. Désirée sagt gleich zu Beginn, sie hätte sich mit einem Mann (dem Bruder von Napoléon) getroffen, um etwas für ihre Schwester zu arrangieren, sie hätte sie in den wärmsten Tönen gepriesen, "manchmal muss man eben lügen". Das bringt erst einmal einen Lacher, ist aber auch signifikant für Désirées Schwanken zwischen kackfrecher Göre und schlau planender Frau. Wenig später scheint sie, noch ganz Göre, Napoléon auszulachen ob seiner Ambitionen. Er ist sauer, sie sagt, sie lache nur, wenn sie Angst habe, und wenig später küsst er sie. Da ist sie noch leicht verführbar. Auch scheint sie noch kurze Zeit später ganz Klette zu sein, wenn sie sehr underdressed, aber apart einen Salon in Paris betritt, um Napoléon aufzusuchen, aber sich keck und erfolgreich an einen Mann schmeißt, damit sie überhaupt Einlass bekommt. Solche Szenen warnen uns, es uns mit Désirée nicht zu einfach zu machen! Der Film deckt rund zwei Jahrzehnte ab, die Reifung der Göre lässt sich an vielem erblicken. Später wird sie nicht mehr underdressed sein. Szenen, Worte, Begegnungen wiederholen sich, dieser Spruch vom Lachen, "weil frau Angst hat" wird wichtig für den ganzen Film bleiben, denn Désirée wird kaum noch lachen, kaum noch Angst haben und auch so schnell nicht mehr küssen. Und wenn doch, dann achten Sie einmal darauf, wer wen und wie intensiv küsst, das ist sehr bewusst und nuanciert in Szene gesetzt worden und sehr variantenreich. Allenthalben Nuancen, Varianten, Doppelungen mit bewussten Kontrasten von Gemeinsamkeiten und Unterschieden. Nicht nur die erwähnte erste Napoléonbegegnung wird sich Jahre später mit kleinen, feinen Unterschieden wiederholen, der ganze Film ist in solchen Feinheiten perfektes zartes Schauspielerkino, in dem Koster zeigt, dass Breitwand und Dekor nicht von den Personen ablenken müssen. Ein paar Beispiele, die die Meisterschaft dieses Filmes zeigen, seien noch genannt. Gut ist, wie Désirée (auch dieses Motiv wird wiederholt werden) beim Verlassen von Napoléon ihre Schuhe verliert, das Aschenbrödel und ihr Traumprinz, das wird gar nicht einmal sonderlich von Kamera oder Dialog betont, aber man fragt sich da jedesmal, ob sie nun doch nicht von ihm loskommen wird, und dies ist eine subtile Spannungserzeugung. Désirée ist keine Feministin, aber immer verschiedene Personen, die Gebende und die Selbstbewusste, das Aschenbrödel und der Frechdachs, die Naive und die Kluge. Klar, sie gibt erst alles für Napoléon und dann für ihren Mann Bernadotte, aber: Sie zieht auch ihre Schwester auf, zieht die Brüder Bonaparte überhaupt erst mal an Land, gräbt einen Fremden an, um Einlass in eine Gesellschaft zu bekommen, parliert über "Freudenhäuser" und wirkt bei dem einen wie dem anderen immer ganz natürlich, was dem unaufdringlichen Spiel der Simmons zu verdanken ist.

Leicht anzügliche Scherze wie die bereits erwähnten oder auch andere über das älteste Gewerbe der Welt sind immer mehr als nur Selbstzweck, zeigen immer auch einen Widerspruch, eine Zerrissenheit oder haben sonstwie einen Mehrwert. Achten Sie einmal auf die Springbrunnen, wenn Désirée erstmals das Leben bei Hofe in ihrem Tagebuch (zu hören per Off-Stimme) beschreibt, es kommt sogar aus Frauenbrüsten Wasser herausgesprudelt. Wieder ist dies nicht kameratechnisch forciert, der Zuschauer wird nicht bevormundet, sondern muss selbst hinschauen. Eine kurze Zeit später sagt Désirée, sie habe Angst und Unbehagen vor den massigen und erdrückenden Statuen im Palast, von denen sie sich (alptraumhaft) vorstelle, sie seien Springbrunnen, "aus deren unmöglichsten Stellen Wasser herauskommt". Wunderbare Kombination mit etwas, das zuvor eher beiläufig gezeigt wurde, die arme Désirée muss befürchten, in ihrem neuen Leben als Frau eines französischen Generals ihrer Intimität völlig beraubt zu werden. Nett und ziemlich spaßig ist es zB. auch, zu erfahren, dass man für die Krönungszeremonie ein Problem hat, Jungfrauen am Hofe zu finden (ich dachte an Heinz Ehrhardt und "Das Gewitter": Daaaa, neee, daaaa, neee, hamwa heut garnich hier... Eine Jungfrau tritt hinaus in die Nacht..."), aber das kontrastiert mit der armen unfruchtbaren Josephine, die sich wie eine fühlen muss.

Dies sind nur ein paar Beispiele, um zu zeigen, was Koster gelingt, Spiegelungen, Doppelungen, Variationen des äußerlich Ähnlichen, Feinheiten im Détail, Kombinationen von Komik und Tragik, von Politischem und Privatem, von Ausstattungs- und Schauspielerkino, von Historienschinken und Psychodrama. Selbst das montagehafte Abhaken der Weltgeschichte ist von dichter Symbolik, die es überflüssig macht, diese Dinge zu lang auszuwalzen. Allein der kurze Russlandfeldzug ist eine Augenweide, wenn man das mal so sagen darf. Zunächst wehen die Frankreichfahnen im Winde, seltsamerweise seitenverkehrt, also rot links, weiß in der Mitte und blau rechts. Bläst Frankreich da schon der Gegenwind ins Gesicht? Macht die Grande Nation etwas gründlich falsch? Scheint so... Dann ein paar Explosionen, Militärtrommeln und Feuer, der Pomp stößt sich an der Realität und es bekommt ihm nicht gut, die ganze Zeit keine sichtbaren Menschen, dann marschieren die Mannen zurück, wiederum sind nur die Flaggen zu sehen, zerschunden und halb zerrissen bzw. verbrannt, interessanterweise jetzt richtig herum. Der Wind hat sich gedreht bzw. auf dem Rückweg wehen die Fahnen halt anders herum und zeigen, wie es Frankreich wirklich ergangen ist, die richtige Anordnung der Trikolore gibt's für die ungeschminkte Wahrheit. Statt Blut eine rasante Kamerafahrt über ein Feld mit knallroten Pflanzen, das war's, es zeigt nichts und doch alles.

Vor solchen erzählerischen Kniffen strotzt der Film nur so. Man kann in ihm alles sehen. Großes Breitwandkino, Kombination von Unterhaltung und Historie, Drama, ein bißchen Komik, feine Schauspielführung, kluge Regie. Ein Film, der zu Unrecht wenig bekannt ist und die Höchstwertung bekommt.
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am 18. Juni 2013
Ja, ich bin eine "Vielleserin", d.h. Romane mit 500 Seiten kann ich auch durchaus in einer Nacht "verschlingen"! Ok, Desiree von Annemarie Selinko hat über 800 Seiten ... dann waren es eben zwei Nächte ... Mein absolutes Lieblingsbuch!

Ich bin jemand, der nicht auf die Zweifler hört, die sagen: "Oh, das Buch war sooo gut! Und der Film ist Sch ...". Ich schaue mir den Film unvoreingenommen an, und bilde mir mein eigenes Urteil.

Und mein Urteil ist: der Film ist hervorragend! Unbedingt ansehen!

Zwar steht Marlon Brando an erster Stelle auf dem Cover, aber ich finde Jean Simmons ist die eigentliche Hauptperson in diesem Film. Sie schreibt das Tagebuch der Desiree Clary, der Jugendfreundin von Napoleon Bonaparte und ihre Stimme und ihre Erzählungen, Beschreibungen sind allgegenwärtig ("Ich hasse Paläste!").

Aber, sie stellt sich den Gegebenheiten des Lebens und spielt die berühmten Männer der Geschichte (Napoleon Bonaparte: Marlon Brando, Marschall Bernadotte: Michael Rennie) mit ihrem natürlichen Wesen und ihrer Bodenständigkeit an die Wand!

Auf die starken Frauen in der Geschichte!

Dafür 5 Sterne von mir!
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am 18. September 2013
Die Besetzung ist wirklich erstklassig. Marlon Brando war einfach ein großartiger Napoleon. Und Jean Simmons ist wunderschön. Die perfekte Désirée - obwohl die ja gar nicht so schön gewesen sein soll.

Ich habe das Buch vorher gelesen und war (trotzdem) begeistert! Klar waren einige Dinge anders als im Buch - aber es war ziemlich detailgetreu. Hat mir sehr gut gefallen!
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am 26. November 2013
Zunächst einmal, bei 'Desiree' handelt es sich nicht um eine Dokumentation, sondern um einen Kostümfilm aus Hollywood, der sich zu großen Teilen an dem
gleichnamigen Roman von Annemarie Selinko orientiert. Das heißt historische Richtigkeit gibt es nur, soweit sie den Fluss der Filmhandlung nicht stört,
außerdem müssen bestimmte Handlungsstränge und Personen aus Selinkos Roman vernachlässigt werden, was verständlich, aber besonders bei Napoleons korsi-
scher Familie sehr schade ist.
Die Hauptperson des Films ist Desiree Clary (Jean Simmons), die eine Zeitlang mit dem jungen Napoleon Bonaparte verlobt ist. Er verlässt sie, da die ver-
witwete adelige Josephine de Beauharnais (Merle Oberon) seine politische und gesellschaftliche Karriere besser fördern kann. Napoleon (Marlon Brando) wird
erst Konsul und später Kaiser Frankreichs. Da sein Bruder Joseph inzwischen Desirees Schwester Julie geheiratet hat, trifft er auch wieder häufiger mit
Desiree zusammen, es entwickelt sich eine Art Freundschaft. Desiree heiratet den General Jean Baptiste Bernadotte (Michael Rennie). Dieser wird vom schwe-
dischen König adoptiert und so zunächst Kronprinz und später König von Schweden, was auch Desirees Leben beeinflusst. Zum Schluss überredet Desiree Napo-
leon zur Aufgabe und gewährleistet so Frieden. Wie schon gesagt, ist das alles nicht historisch 100% richtig, aber eben sehr wirkungsvoll.
Desiree ist keine besonders emanzipierte Frau, wird aber von der wunderschönen Jean Simmons sehr sympathisch dargestellt, so dass der Zuschauer stets mit
ihr fühlt. Marlon Brando war zu der Zeit schon ein sehr großer Star und bekam daher auch die meiste Aufmerksamkeit, für mich ist er gerade als junger Na-
poleon viel zu kräftig.
Die Ausstattung, die Kostüme und die Musik sind prachtvoll. Ein Film ohne Längen, der glänzend unterhält. Trailer und Starinformationen sind leider das
einzige, was als Extras geboten wird.
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am 7. Dezember 2012
Dieser Film gefällt sehr, solange man das Buch von Annemarie Selinko nicht kennt. Verfilmt wurde hier nur die Beziehung von Napoleon und Desiree, alles andere erweckt den Eindruck eine Nebengeschichte zu sein. Schade, was für eine Verschwendung guter Darsteller, gut 1/3 des Buches fehlt trotz der Länge des Films. Die DVD selbst ist ein wenig mager. Es gibt ein wenig Bonusmaterial über die Hauptdarsteller, jedoch keine Hintergrundinfos über den Film. Englische Tonspur ist sehr gut, leider fehlen englische Untertitel. Dafür gibt es einige Szenen die in der deutschen Fassung des Films nicht vorhanden waren, Gott sei dank wurden sie nicht Nachsynchronisiert.
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am 5. März 2014
Diesen Film habe ich zum ersten Mal als Jugendliche gesehen und bin seitdem von ihm fasziniert.
Er hat mir durch eine schwierige Zeit geholfen, denn wenn ich ihn mir angesehen habe, kam mir meine Situation weniger aussichtslos vor.
Das eine kurze Sequenz des Films nicht synchronisiert ist, stört mich nicht im geringsten. Fehler können passieren.
5 Sterne, für diesen tollen Film!
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