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Kundenrezensionen

3,8 von 5 Sternen
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am 28. April 2017
Der Film hinterlässt einen bleibenden Eindruck. Kein Vergleich mit dem Remake, einfach nur Mindf***, man verbleibt still und sprachlos angesichts der Boshaftugkeit der Protagonisten.
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am 14. Januar 2015
FUNNY GAMES – ÖSTERREICHISCHES FILMDRAMA VON MICHAEL HANEKE

Im recht harmlos beginnenden Film macht sich die Bilderbuchfamilie bestehend aus Anna, ihrem Mann Georg und dem kleinen Schorschi, auf in den Urlaub zu ihrer Ferienvilla am See.

Angekommen, wird die Idylle bald gestört. Der übertrieben höflich dahergekommende junge Mann Peter bittet Anna um Eier. Anna etwas zögerlich und skeptisch holt die Eier aus dem Kühlschrank bis sie weniger höflich zurückfragt, wie er denn auf das Grundstück gekommen sei. Immer mit einer noch höflicheren Antwort parat, schaukelt sich dieses merkwürdige und zu lang andauernde Gespräch immer weiter hoch.

Während der eine um Eier bittet, tötet der später dazukommende Begleiter Paul den Hund der Familie. Die kleine Bitte um eine Schachtel Eier nimmt ein noch brutaleres Ende.

Dieser Film ist kein gewöhnlicher Horrorfilm. Der Regisseur Michael Haneke ist dafür bekannt, dass er unterschiedliche Metaebenen miteinander vereint. Er hält nichts von der ständig konsumierenden Gewalt der Zuschauer, unterstützt durch spannend klingende Musik und so viel Blutszenen wie nur möglich. In einem Interview zum Film gibt Haneke an, dass er „versucht Wege zu finden, um Gewalt als das darzustellen, was sie ist, als nicht konsumierbar …“ Er dreht also den Spieß um. Stellt Gewalt so radikal dar, dass der Zuschauer am Ende das Gefühl hat, den Film „überstanden“ zu haben.

Das erreicht er mit eher unüblichen Gestaltungsmitteln, die im Film eher selten eingesetzt werden. Das Unerträgliche im Film wird nicht, wie sonst, durch Bilder erreicht bzw. transportiert, sondern passiert vorzugsweise abseits der Kamera. Durch das Zusammenspiel der akustisch aufgenommenen Gewalt, der schlimmsten Vorstellung des „Zuschauers“ und dieser schon fast verzweifelt andauernden Länge der brutalen Szenen, erlebt der Zuschauer solch eine Szene viel intensiver als sonst. Durch den fehlenden visuellen Reiz wird seine Fantasie angeregt.

Verglichen mit Szenen aus gängigen Horrorfilmen, wo das Blut nur so spritzt wie in der SAW-Reihe, ist dieser Film ein psychologisches Meisterwerk.

Was noch beeindruckender ist, ist die Tatsache, dass dieser Film fast ohne Hintergrundmusik zurechtkommt. Die nur spärlich eingesetzte musikalische Untermalung ist meist klassischer Natur, zum Beispiel von Georg Friedrich Händel und Mozart.

Die Unbehaglichkeit beim Publikum wird durch die schon fast statischen Kameraeinstellungen noch gesteigert. Wieder ein eigentlich unübliches Element bei der Spannungserzeugung. Kameraleuten wird beigebracht, dass ein ständiger Wechsel der Kameraeinstellungen erwünscht ist, um Spannung zu erzeugen. Haneke schafft es, vielleicht gerade weil er die Regeln bricht, den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. Keiner weiß, was Ihn als Nächstes erwartet. „… Ich gebe der Gewalt zurück, was sie ist: Schmerz eine Verletzung Anderer!“, sagt Haneke und quält damit den Zuschauer.

Und als ob das noch nicht eigenartig genug wäre: die sadistisch angehauchten Dialoge und diese unendlich unausstehliche Freundlichkeit des Täters Paul. Es findet eine völlig neue Art der Interaktion mit dem Zuschauer statt. Gegen Ende merkt der Zuschauer immer mehr, dass er bestraft werden soll, denn der Täter im Film interagiert mit ihm: Zwinkert ihm zu, spricht in an.

Doch es geht noch abnormer. Wer das Ende kennt, weiß was mit dem Wort „Fernbedienung“ gemeint ist. Doch ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten.

Ich war am Ende des Films wütend, hätte gern “nach meiner Mami geschrie’n” und bin richtig stolz eine Rezension über diesen Film geschrieben zu haben. Auch wenn ich diesen Film keine vier oder fünf Mal schauen würde und dieser auch nicht der jüngste unter den vorgestellten Filmen ist, bin ich und bleibe ich fasziniert von der erlebten hohen Filmkunst.

Von dem im Jahre 1997 gedrehten Film „Funny Games“, gab es 2007 ein Remake. Die US-Produktion wurde vom selben Regisseur geleitet, der identische Kameraeinstellungen einsetzte. Diese zweite, neue Variante habe ich noch nicht gesehen. Ich denke aber, dass das Zusammenspiel von österreichischem Akzent und der widerlichen Höflichkeit des Täters Paul so einzigartig schaurig ist, weshalb das Original mein Favorit bleibt.
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am 9. Mai 2015
... um diesen Film auszuhalten. Haneke sagt ja von seinen Filmen, dass er sie selbst nicht gucken würde. Am Ende geht's einem tagelang schlecht, weil's einen so aufgewühlt hat. Aber oh Mann, Susanne Lothar, die leider viel zu früh verstorben ist, spielt einfach nur göttlich. Sie geht in dem Film durch die Hölle, sie gibt alles, ihr verquollenes Gesicht, das ist alles so echt, was für eine Schauspielerin! Die Geschichte an sich ist gut durchdacht, die Bösen spielen Komödie, die Guten spielen ernst, daraus entwickelt sich die schrecklich groteske Katastrophe. Ein sehr mutiger, konsequenter Film, der einem einiges abverlangt, obwohl man ja gemütlich dabei auf dem Sofa sitzen kann. Die Chips bleiben einem aber im Hals stecken.
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am 29. Mai 2007
Es ist schon ein absolutes Mahnmahl für diesen Film, sich die hier vorliegenden Rezensionen durchzulesen. Ein Film, der provozieren und die Zuschauer reizen und fordern will, kann eigentlich kein besseres Feedback bekommen. Menschen, die den Datenträger zerstören, selbst Gewalt gegenüber den Protagonisten ausüben wollen und auch noch dem zentralen Strang für die Zuschauer folgen, nämlich der Hoffnung, dass es doch noch gut ausgehen soll.

Eigentlich alles, was Haneke offensichtlich versucht, mit dem Zuschauer anzustellen, scheint geglückt. Nur die zweite und dritte Ebene der Reflexion findet anscheinend nicht bei allen statt. Zu merken, wie stark man sich selbst von dem Medium hat beeinflussen und in seiner Gefühlswelt hat steuern lassen, und in einem weiteren Schritt die Inhalte des Films als satirischer Spiegel einer großen Medienlandschaft zu betrachten, scheint doch einigen Menschen schwer zu fallen.

Doch ist es dem Film anzulasten, dass er provoziert und die Menschen in zwei Lager spaltet?

Ich denke gerade hierin liegt die Stärke des Filmes.

Ohne direkte Gewaltdarstellung ist er zweifelsohne der brutalste Film, den ich kenne. Empfindsame Naturen sollten wirklich zweimal entscheiden, ob sie sich den Film anschauen wollen, und vor allem sollte er wirklich nie in die Hände von Kindern fallen.

Nichtsdestotrotz finde ich den Film großartig. Zum einen muss ich als jemand, der selber dreht, die handwerkliche Klasse in einigen Einstellungen einfach bewundern (Zum Beispiel die ellenlange Einstellung, in der die Mutter bei laufendem lauten Fernseher auf dem Sofa sitzt), ebenso wie die Leistung der Schauspieler. Zum anderen finde ich es grandios, wie sehr es Haneke schafft, mit den Zuschauern zu spielen. Gerade die hier vorliegenden Rezensionen freuen mich in diesem Zusammenhang besonders.

Ziel erreicht? Absolut!

Erschreckend nur, dass aus einer Rezension zu sprechen scheint, dass einige Menschen für diese Art der psychischen Gewalt nicht mehr empfänglich zu sein scheinen, sondern lieber seichte Psychothriller wie "Saw" sehen wollen, die allerdings mit einer deutlich gewaltbetonteren Bildsprache protzen. Worin hier wieder eine Aussage über die gesellschaftliche Entwicklung zu finden ist, sei jedem selbst überlassen.
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am 26. Juni 2016
Haneke zeigt in seinem Film aus Österreich, auch wenn überwiegend deutsche Darsteller vertreten sind, Gewalt in ihrer reinsten Form. Mit ausgesuchter Höflichkeit bringen sie Lothar und Mühe an den Rand der Verzweiflung, sie schieben ihnen die Schuld an dem geschehen nur wegen "der paar Eier" zu und lassen keinen Zweifel daran, dass das "Funny Game", an dem die Jungen sich ergötzen, für diese nur einen Grund hat: Sie genießen es und lassen früh wissen, dass die Familie tun kann, was sie will, sie werden die Wette der Psychopathen bezüglich des Überlebens länger als 12 Stunden verlieren.
Der Film handelt von der Darstellung der Auswirkung von Gewalt. Wir wissen, was der Psychopath mit dem Messer dem beinverletzten Mühe zufügt, wir hören es, aber wir sehen die Auswirkung auf Susanne Lothar, die eine sensationelle Leistung zeigt.
Und der Film zeigt uns unsere Haltung zur Gewalt, wir verabscheuen, dass sie die Unschuldigen trifft, die Täter fragen uns, ob sie weitermachen sollen, wir wünschen dass dem Paar weitere seelische und körperliche Qualen erspart bleiben, aber wir sehen weiter zu.

Haneke berichtet im Interview, dass bei der Szene, in der sich Susanne Lothar mit im Ergebnis gezeigter blutiger Gewalt erfolgreich wehrt, das Premierenpublikum in Cannes lautstark applaudiert habe, als das dann rückgängig gemacht wurde, hätte Totenstille geherrscht.

Ist Gewalt unerträglich? Für die Opfer unabhängig von Schuld oder Unschuld ja, für uns Zuschauer, die wir "gerechtfertigte" Gewalt sehen, nicht!

Insofern hält uns Haneke einen Spiegel vor, wir hassen die Gewalt als Ausdruck der Freude daran wie bei den beiden Jungen, sie fragen uns, ob es genug sei, wir wissen, sie werden weitermachen und schauen uns das an. Wir leiden mit der Famile, und viel beeindruckender als die Gewalt, die Mühe nicht gezeigt angetan wird, ist neben dem Schreien ( wissen wir, wie schmerzempfindlich er ist?) die genial gespielte Verzweiflung, das blanke Entsetzen, die Hoffnungslosigkeit in Susanne Lothars Gesicht.

Vielmehr als Gewalt sehen wir ihre Auswirkung; in einem Film, in dem Soldaten einer "guten Seite" die der "Bösen" dezimiert, die oft nicht freiwillig für "das Böse" kämpfen, freuen wir uns für die guten und sehen das Leid der Bösen nicht, obwohl sie genauso leiden wie ein Guter, wir freuen uns an Gewalt, wenn sie die trifft, die sie verdient haben.

Wie soll Haneke verhindern, dass Leute sich an der Darstellung der Gewalt gewaltig stören, während andere sie genießen, erst recht, wenn sie die "Richtigen" trifft. Dieses Dilemma ist nicht lösbar, und das weiß Haneke.

Man mag den Film nicht ertragen und abschalten und ihm nur einen Stern geben, absolut verständlich, man kann ihn aber auch abschalten, weil man sich nicht zum Komplizen der Gewalt machen lassen will und die Frage des Psychopathen, ob es genug sei, mit ja beantwortet, abschaltet und bemerkt, der Film hat es geschaft, Gewalt als unerträglich darzustellen, und man gibt ihm wie ich 5 Sterne, weil er klarmacht, dass Gewalt immer unerträglich ist, zumindestens für die Opfer, und man beendet sie durch Abschalten des Filmes.

Ich gebe umumwunden zu, dass ich mir die Gewalt bis zum Ende angesehen habe, und dass meine Bewunderung für die Genialität, mit der die Gewalt besonders in ihrer Auswirkung gezeigt wurde, und besser als Susanne Lothar hätte das wahrscheinlich keine Darstellerin hinbekommen, auch Ausdruck einer gewissen Gewaltbereitschaft meinerseits sein kann, geschieht es den Bösen nicht recht, wenn sie leiden? Ist Rache nicht süß, stört mich das Leiden dessen, der es "verdient" erleidet?

Und geht es nur um Gewaltdarstellung im Film oder nicht vielmehr auch zu unserer Haltung in der Realität? Freue ich mich, wenn ein Angreifer deftige Prügel bezieht oder versuche ich, dem Agegriffenen zu vermitteln, dass er seinen Sieg nicht unnötig auskosten solle? Wer einen zu Boden gegangenen Messerstecher auf die Hand tritt, die das Messer immer noch hält, weil er sich nicht sicher ist, dass der Kerl keine Gefahr mehr darstellt, handelt in Selbstverteidigung, wer den seiner Waffe verlustig Gegangenen in Schach halten kann, braucht ihn nur sicher zu kontrollieren, und ihm nicht UNNÖTIG Schmerz zufügen.
Wer ein Opfer von Gewalt sieht und nicht bereit oder in der Lage ist, zu helfen, sollte eventuelle Helfer nicht behindern, wie man es oft auf auf Straßen, besonders Autobahnen sieht, auf denen der Stau auf der Gegenspur länger ist als der auf der Unfallseite.

Wird Hanekes Film viel ändern? Vielleicht oder wahrscheinlich nicht, aber wer den Film in Hanekes Sinn verstanden hat, wird oder sollte zumindestens über seine Haltung zu Gewalt hinterfragen, ob man nur dafür den Film als gerechtfertigt ansieht, muss man jedem selbst überlassen, jeder sollte respektieren, wen jemand nicht der Meinung ist, besonders, wenn er seine Ablehnung sachlich begründet.

Doc Halliday
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TOP 1000 REZENSENTam 8. September 2014
Anna und Georg ahnen nichts Böses, als sie zusammen mit ihrem Sohn Schorschi und dem Familienhund ihr idyllisches Ferienhaus am See ansteuern. Doch diese Idylle entwickelt sich nur kurze Zeit später zu einem wahren Albtraum, als der scheinbar schüchterne Peter im Auftrag des Nachbarn nach ein paar Eiern fragt. Zusammen mit seinem Kollegen Paul fordert er die Familie auf, sich auf die groteske Wette einzulassen, dass sie die nächsten zwölf Stunden nicht überleben wird...

Normalerweise gehöre ich zu der Sorte Mensch, die im Supermarkt immer einen großen Bogen um die FSK18-Abteilung macht. Aber dieser Film hat mich von Anfang an neugierig gemacht. Vielleicht lag es daran, dass er aus Österreich stammt und ich mir nicht vorstellen konnte, dass man dort auf die typischen Klischees und Mittel eines Splatters setzen würde? Oder vielleicht lag es einfach daran, dass Michael Haneke der Regisseur des Films ist und man bei ihm sicher sein kann, dass hirnloses Gemetzel eine totale Fehlanzeige sein wird?

Michael Haneke erläuterte sein Vorgehen im Presseheft zu "Funny Games" folgendermaßen: "Ich versuche Wege zu finden, um Gewalt als das darzustellen, was sie immer ist, als nicht konsumierbar."
Michael Hanekes Werke sind selten leichte Kost und stehen fast immer im Kontakt mit dem Zuschauer, aber mit diesem Streifen hat er sowohl im positiven als auch im negativen Sinne den Vogel abgeschossen. Mit "Funny Games" hat Haneke einen Gegenentwurf zur Gewalt entwickelt, wie sie fast täglich in Kino und Fernsehen auftaucht. Und dieses Gefühl überträgt sich mit fortschreitender Dauer auch auf das Publikum. Die Gewaltdarstellungen werden hier fast gänzlich der Vorstellungskraft des Zuschauers überlassen, was das Leiden der Opfer besonders stark unterstreicht. Hinzu kommt, dass die beiden Täter des Öfteren die vierte Wand durchbrechen und sich direkt an den Zuschauer wenden. Diese visuellen Stilmittel gipfeln sich in eine besonders fiese Szene, in der eine Fernbedienung eine große Rolle spielt. Lange und besonders intensive Kameraeinstellungen erledigen hier den Rest.

Zum Gelingen dieses Streifens tragen natürlich auch die Schauspieler bei. Susanne Lothar und Ulrich Mühe sind hier in der Rolle der beiden gequälten Eltern zu sehen, während Arno Frisch und Frank Giering als Täter brillieren können und dem Zuschauer durch ihre erschreckend authentische Darstellung des Öfteren das Blut in den Adern gefrieren lassen. (Drei der vier Hauptdarsteller sind bereits verstorben. Hoffen wir, dass dieser Film kein schlechtes Omen ist.)

Insgesamt kann man sagen, dass Michael Haneke ein durch und durch intensiver und psychisch sehr leidvoller Film gelungen ist, der schon durch seinen Titel provoziert. Man kann fast so weit gehen und sagen, dass man sich diesen Film nicht anschaut, sondern ihn vielmehr erträgt. Zehn Jahre nach Erscheinen dieses Films produzierte Michael Haneke mit "Funny Games U.S." übrigens ein haargenaues Remake.
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am 23. September 2014
Haneke hat auf die Frage warum er diesen Film gemacht hat folgende Antwort gegeben:
Ich wollte Gewalt als das zeigen was sie ist. Unerträglich.

An alle Ein-Stern-Rezessionen: Bleibt lieber beim Hollywood Knall Bumm
Finger weg vom Arthouse Kino!! Viele denken sie bekommen hier einen Tarantino, oder einen netten 08/15 Psycho-Schlitzer
Nein. Ihr bekommt das Gegenteil. So schaut Gewalt in der Realität aus. Unstilisiert und total uncool.
Der Film soll nicht unterhalten, er soll einen anwiedern. Und das tut er.
In sofern hat der Film selbst bei den Ein-Stern-Rezessionisten funktioniert. Sie wurden schlicht nicht unterhalten.
Sie haben nur nicht kapiert das es genau darum geht. Wer nette, kurzweilige Unterhaltung sucht ist hier total falsch.
Es ist ein Haneke Film. Das alleine schließt nette, kurzweilige Unterhaltung schon im Vorfeld aus.

Nicht Hanekes bester Film. Daher nur 4 Sterne. Gemessen an "Das Weiße Band". Seinem, meiner Meinung nach, bestem Werk.
Die US-Fassung ist genau so konsequent, was mich sehr erstaunt hat. Aber das muss auch so sein, denn sonst fehlt der Kern der Sache.
Trotzdem das Original ist klar vorzuziehen.
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am 27. Februar 2013
Entweder man zeigt Gewalt im Film drastisch und blutig, Splatter- und Horrorfilme gibt es ja viele.....oder aber man lässt die eigentliche Gewalt im Kopf entstehen d.h. weniger ist hier mehr. Hier hebt sich "Funny Games" deutlich von anderen Filmen ab, denn der Zuschauer wird direkt konfrontiert mit seinem Voyeurismus. Und dieses "lustige Spiel" im wahrsten Sinne des Wortes macht eben einen europäischen Film aus. Das er aus Österreich kommt ist sicher eine Überraschung. Ein sehr bemerkenswerter Film mit absolut grandiosen Schauspielerleistungen.

Das danach wieder einmal ein amerikanisches Remake gedreht wurde, hat nur damit zu tun, dass die Amerikaner keinen fremdsprachigen Film synchronisieren wollen. Lieber drehen sie ein Remake davon und oft wird es dann "amerikanisch" getrimmt.
Letztendlich bleibt es aber nur eine Kopie. Original bleibt Original.
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am 26. Februar 2015
Zwei ausgesucht höfliche junge Männer dringen unter einem Vorwand in das Wochendhaus einer Familie ein beginnen ein perfides Spiel. Sie beginnen zu morden, Lebenwesen nach Lebewesen. Haneke zeigt Gewalt ohne Motiv, ohne Anlaß, ohne Erklärung: als Akt absoluter Freiheit. Die beiden Protagonisten überschreiten alle Grenzen der Moral, das Entsetzliche am Exzeß der Gewalt ist die Kausalität in sich selbst. Versessen sind die Mörder dabei nur auf das richtige Timing, auf den Spaß, die Funny Games. Gnadenlos. Und gnadenlos gut gespielt von allen Schauspielern. Hut ab.

Selten hat mich ein Film so irritiert zurück gelassen. Ein Meisterwerk wie alle Hanekes, die ich bislang gesehen habe.
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am 25. Oktober 2009
Wer diesen Film sieht, sich ekelt, sich darüber echauffiert, was einem mit diesem Film zugemutet wird, ja, vielleicht sogar den Raum verlässt, der reagiert genauso, wie der Regisseur es erwartet.
Michael Haneke, einer der letzten Autorenfilmer unserer Zeit, möchte mit diesem Film den Zuschauer als Voyeur entlarfen. In unserer Gesellschaft sieht man ständig Gewalt in Filmen ohne sich aufzuregen, ja es wird sogar über zerplatzende Köpfe laut gelacht. Gewalt wird zur seichten Unterhaltung. Doch nicht so in diesem Fall.
Mit diesem erschreckend real wirkendem Film, soll dem Zuschauer gezeigt werden, wie abstoßend Gewalt eigentlich ist, und wie viel abstoßender noch der Spaß an der Gewalt. Die Grenzen zwischen Zuschauer und Täter verschwimmen während des Films immer mehr, man wird vor einen grausamen Spiegel geführt.
Obwohl ich diesen Film erst 2 Mal gesehen habe, denn er ist absolut keine leichte Kost, kann ich sagen, dass dieses Werk meisterhaft ist. Die schauspielerische Leistung aller Beteiligten, die Musik, der Schnitt, die Kameraführung, alles ist einfach perfekt!

Fazit:
Ein Muss für alle Cineasten, sowie für jeden, der jemals während eines Tarantinofilms gelacht hat.
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