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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
14
Bach: Weihnachtsoratorium [DVD]
Format: DVD|Ändern
Preis:18,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 21. Juni 2014
Vorbemerkungen:
Im Weihnachtsoratorium verfährt Harnoncourt nach dem Prinzip der Balance von Form und Inhalt, indem er jetzt den Tenor Peter Schreier als Evangelisten und Solisten einsetzt, als Bassisten Holl, und in der Besetzung der Knabensoprane die Last auf verschiedenen Schultern verteilt, während der Knabenalt alle Partien bewältigt. Auch hier ist die Kooperationsbereitschaft der „Starsolisten“ mit den Jungen optimal; in Duett, Terzett, Quartett wirkt das Ensemble kräftemäßig aufeinander fein abgestimmt. Wir dürfen sicher sein, dass ihr ganz großer Gönner Peter Schreier gewesen sein wird, dessen Bevorzugung in Sachen Persönlichkeitsentwicklung durch Rudolf Mauersberger bekannt ist.
Das Werk:
Die Kantaten 1-3 umschreiben das Geburtsgeschehen Jesu; die Armen sind unter sich und werden höchst reichlich durch dieses Kind beschenkt, und Bach lotet den Wert dieses Geschehens im engsten Gewissenskreise aus. In der 3. Kantate wird das Duett Sopran und Bass zu einem optischen Ereignis, weil gegen den kraftstrotzenden Holl der hellblonde langhaarige Knabensopran alles andere als zierlich, sondern bestimmend in seiner Aussage der gemeinsamen Interpretation die Waage hält. Den Tölzern sieht man ihr Selbstbewusstsein durch Leistung ohne Einschränkung gerne an. Die Kantaten 4-6 befassen sich mit der Konsequenz dieses Geschenkes auf Welt und Leben. Offenbart uns der Komponist in der 4. Kantate seinen Ankerplatz als Schaffensfundament, lernen wir danach die Reaktionsweisen der Vertreter der Macht kennen.
Der ethische Aspekt:
Wie das Oratorium sich in der 4. Kantate scheitelt, hat auch Harnoncourt den Chor räumlich und optisch in rot-weiß gewandeten Chorsopranen und Altstimmen, die Männer dagegen in gänzlichem Weiß getrennt. Sie verbindet der mehrstimmige Satz und ihr Aussageverbund. Wer als Solist seine Aufgabe erfüllt hat, steht dem Gesamtklang wieder im einheitlichen Gewande zur Verfügung.
Kammler hat in seiner Jahrhundertaufführung mit den Augsburger Domsingknaben in der Sixtinischen Kapelle vor Benedikt XVI. dieses Konzept bis auf die Choraufstellung bestätigt. Wer als Solist seinen Part vollendet hat, tritt wieder „ins Glied“ zurück: Das Individuum multipliziert sich in der Gemeinsamkeit.
Der schöpferische Vollzug:
In der 4. Kantate gruppiert sich die Anlage der Form um die Echo-Arie. Wir haben sie noch in der Interpretation Kurt Thomas' und den Thomanern in Erinnerung; Harnoncourt überträgt das Kernbekenntnis Bachs auf die Diktion der Knabenstimme und lässt sie sich durch ihresgleichen im Echo bestätigen bzw. erfüllen. Und der Dirigent nimmt das Tempo erstaun-lich ruhig, verordnet ihr den nötigen, in vielen Aufnahmen anderer Interpreten meist überflogenen Tiefgang, lässt die Jungen in einen intimen Dialog mit ihrem Wesen treten, und wir werden dessen Zeuge in Mienenspiel und Duktus der Gestaltenden. Schmidt-Gadens exzellente Vorarbeit wird von Harnoncourt zur Vollendung der Kernbotschaft dieses Oratoiums geleitet. Das heißt für mich Offenbarung der jungen Boten ohne Vormundschaft
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am 8. Januar 2018
Die Musik ist unverändert gut, die Interpreten sind hervorragend. Der Aufführungsort ist sehr stimmig. Das Wiedersehen der damals jungen Sänger ist sehr anrührend.
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am 3. Januar 2009
Zunächst ein Wort zur Bildästhetik:
Die in der barocken Stiftskirche Waldhausen aufgenommene DVD bringt das Weihnachtsoratorium in einem sehr katholisch anmutenden Gewand, was durchaus wörtlich zu verstehen ist. Die Sängerknaben sind gekleidet wie Ministranten, die Chormänner tragen lange Spitzen-Rochets und die Solomännerstimmen und Instrumentalisten, incl. dem Dirigenten, tragen soutanenähnliche schwarze Klerikerkleidung.
Dazu kommen die immer wieder eingeblendeten Bilder einer süddeutsch-österreichischen Barockkrippe mit ihren prallen Figuren von Hirten, Engeln und natürlich der heiligen Familie.
Die Bildregie von anno 1981 mag man heute als etwas altbacken ansehen; dennoch ist die Aufführung insgesamt sehr gelungen.
Da man im Juli und November aufnahm, ist jedoch die Chorbesetzung nicht immer dieselbe, was aber nur optisch auffällt, dem Klang tut das keinen Abbruch.
Nikolaus Harnoncourt, einer der ganz großen Künstler unserer Zeit, hat wie wohl kein zweiter (ausser vielleicht sein Zeitgenosse Gustav Leonhard) unsere Ohren für die barocke Klangsprache geöffnet.
Dass er mittlerweile von Nachfolgern überholt worden sei, stimmt dahingehend nicht, dass seine frühen und mittleren Aufnahmen (sagen wir von 1955 bis 1985) eine musikalische Unmittelbarkeit überliefern, die bis heute einzigartig bleibt.
Und genau davon ist auch diese Aufführung des WO durch und durch geprägt.
Der Tölzer Knabenchor singt wundervoll, mit großer Hingebung und totalem Einsatz. Dem folgen die grandiosen Solisten und auch das Orchester ohne jeden Abzug. Und Nikolaus Harnoncourt dirigert mit vollster Konzentration; wie immer funkeln und glitzern seine Augen und übertragen das musikalische Feuer auf alle Mitwirkenden - ein echtes Phänomen, das ich so von keinem anderen Dirigenten kenne.
Diese Aufnahme gehört musikalisch zum Allerfeinsten; die für manche etwas antiquiert wirkende Bildgebung wird man dafür gerne in Kauf nehmen.
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am 17. Dezember 2010
Das Weihnachtsoratorium BWV 248 von Johann Sebastian Bach zählt zu den größten Werken abendländischer Musiktradition. Bach erreicht in diesem Zyklus von sechs Kantaten eine ästhetische und humanistische Meisterschaft, wie man sie nur selten erlebt. Dennoch aber kommt Besinnlichkeit und Kontemplation nicht zu kurz.
Die hier vorliegende Aufnahme durch den Concentus Musicus Wien unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt unter Verstärkung durch den Tölzer Knabenchor und Solisten aus demselben sowie Peter Schreier (Tenor) und Robert Holl (Bass) entstand 1981 in der prachtvoll geschmückten Stiftskirche Waldhausen und erfreut sich bis heute sowohl bester Bild- als auch Tonqualität. Die geschmackvolle Kameraführung sowie ein informatives Booklet runden das Programm ab.

Der Thomaskantor konzipierte sein Werk für sechs verschiedene Tage: Die ersten drei Kantaten sind für die drei Weihnachtstage bestimmt, die vierte für den Neujahrstag, die fünfte für den ersten Sonntag nach Neujahr und die sechste für Epiphanias. Der Großteil des Materials für das Weihnachtsoratorium besteht aus Parodien älterer Werke Bachs. Das tut dem Hörgenuss jedoch keinen Abbruch.
Es ist erstaunlich, wie gekonnt Bach insbesondere seine herrlichen Arien instrumentiert. Sie stehen häufig im krassen Gegensatz zu den opulenteren Tuttisätzen. Überhaupt enthält das Oratorium mit "Bereite dich, Zion", "Großer Herr, o starker König" oder "Herr, dein Mitleid, dein Erbarmen" und vielen anderen einige der schönsten Arien Bachs. Aber auch Choräle wie der Eingangschoral "Jauchzet, frohlocket" oder "Herrscher des Himmels, erhöre das Lallen" ziehen unwiderstehlich in ihren Bann und unterstreichen durch ihren stets festlichen, teils majestätischen Habitus die Feierlichkeit des Anlasses. Besonders auffällig ist, dass Bach im Weihnachtsoratorium auch hervorragende, packende Rezitative einflicht, wie man es sonst nur aus seinen wundervollen Passionen kennt.

Die Darbietung der Akteure ist herausragend. Zum einen muss die stupende Leistung der Sänger gelobt werden: Dass Peter Schreier und Robert Holl eine gute Figur machen würden, lag auf der Hand. Aber mit welcher Hingabe und Perfektion die Solisten aus dem Tölzer Knabenchor singen, ist wirklich famos. Knabenalt und Knabensopran hätten nicht besser besetzt werden können. Auch die Gesamtheit des Chores intoniert hell, klar und deutlich. Hinzu kommt die glänzende Orchesterleistung des auf authentischen Instrumenten agierenden Concentus Musicus Wien. Harnoncourts Dirigat ist stets transparent und facettenreich nuanciert. Er haucht der Musik Leben ein. Der Vortrag ist farbenfroh, kontrastreich und wohl gemessen akzentuiert. Selten habe ich eine spannendere und zugleich weihevollere Darbietung dieses Meisterwerks gehört.

Fazit: Musik für die Ewigkeit in einer grandiosen, zeitlosen Deutung! Wird auch Ihr Weihnachtsfest etwas inniger gestalten!
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am 29. Dezember 2014
Musikalisch wurde eigentlich alles gesagt; wer keine Not mit Knabenchören hat und eher auf expressive Knaben-Soli denn auf opernhafte Diven steht, ist hier richtig aufgehoben. Was mich aber immer mehr irritiert, ist die Optik und der Gestus der erwachsenen und kindlichen Sänger - die älteren sehen aus wie Hippies mit ungepflegten Bärten und Haaren, die jüngeren verzerren in heute doch ungewohnter Weise ihre Mienen und Gesichter beim Singen. Dazu das doch recht kitschige und glänzende Weihnachtsbrimborium in der Kirche und die lausige Bildqualität. Alles in allem also akustisch ein Hochgenuss und eine starke Interpretation; visuell eher eine Zumutung für heutige Zeiten. Wobei es dennoch einige schöne Momente gibt, wenn die Kamera passend zum Inhalt Details der sakralen Kunst der Kirche einfängt. Und auch NH gefällt mir gut in seinem calvinistischen Habitus. Aber natürlich ist dieses Weihnachtsoratorium auch optisch zu genießen; beinahe anrührend etwa das Duett in der 3. Kantate zwischen Holl und dem langblondgelockten Jungen; auch der Bursche mit der Brille, der am Häufigsten eingesetzt wird, macht seine Sache richtig gut. Hier hat NH einfach das Gespür für die Aufführungs-Historie und die Wirkung - mögen erfahrene und brilliante Sängerinnen wie Ludwig und Janowitz auch technisch versierter und überhaupt besser den Part bewältigen; gegen die Unschuld und Leidenschaft der Knaben vermögen sie wenig. Das macht auch Harnoncourts erste Aufnahme aus den 70ern so bedeutsam und dieser Ansatz bewog mich, doch noch seine Kantateneinspielung zu ordern.
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am 26. Dezember 2012
Diese DVD mit Musik von Johann Sebastian Bach beamt einen ein wenig zurück in der Zeit: Schräge Frisuren, aus heutiger Sicht fast komisch anmutende Äußerlichkeiten. Der Dirigent Nikolaus Harnoncourt führt sein Orchester ausdrucksstark, für mich ein genussvoller Anblick. Die Bildqualität ist der Zeit angemessen, die Tonqualität empfinde ich als gut.
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am 20. Dezember 2008
Wer heatte gedacht, dass der ehedem avantgardistisch daherkommende Harnoncourt nunmehr selbst als konservativ gelten darf? Das vorliegende Ton- und Filmdokument laesst die seinerzeit neue Schule Bachscher Auffuehrungspraxis selbst als historisch erscheinen. Damals sehr progressiv (obwohl historisch), gehoert Harnoncourts Stil heute selbst zum Establishment und wird von den juengeren, schlankeren Klangaestheten Herreweghe, Jacobs und McCreesh getoppt. Dennoch, diese DVD ist ein Juwel Bachscher Auffuehrungspraxis. Die Abstimmung im Orchester, die Choere, Solopartien - spitzenklasse. Tempi, Ausdrucksnuancen, Phrasierung und Akzentuierung - wundervoll. Sogar die sonst intonationsproblematischen Oboen da Caccia und Barockhoerner fuegen sich herrlich in dieses Gesamtkunstwek ein. Nahezu perfekt, sehr zu empfehlen und die Seele tief beruehrend!
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am 4. Mai 2012
Wenn man diese Aufnahme mit den hervorragenden knabensolisten gehoert und gesehen hat, ruehrt man das Oratorium mit ausschliesslich erwachsenden Saengern nicht mehr an. Erwachsene Soprane und Alt bringen nicht den Schmelz und die Hingabe wie die jugendlichen Saenger.
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am 19. April 2013
Die richtigen Worte fehlen, um den Artikel zu bewerten und die Gefühle zu beschreiben, die mich bewegen. Eine Ausgabe von ausgezeichneter Qualität. Ein tolles Weihnachtsgeschenk.
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am 16. Dezember 2013
Diese Aufnahme des Weihnachtsoratoriums von Bach ist für Liebhaber alter Aufführungspraxis ein absolutes Highlight.
Ärgerlich ist, dass 2 DVDs angepriesen werden, wobei nur eine DVD enthalten ist. Ich besitze bereits die geiche DVD und hatte erwartet, dass in der Neuauflage mit angekündigten 2 DVDs auf der 2. DVD noch weitere Informationen zum Werk, zur Aufführungspraxis, den Künstlern, dem Aufführungsort usw. beigelegt ist. Fehlanzeige!
Da DVDs nur in ungeöffneter Originalverpackung zurückgeschickt werden können, bin ich nun im Besitz von 2 identischen DVDs.
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