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am 24. Juli 2008
Die Kamera schweift über die Einrichtung einer exquisit eingerichteten Wohnung, Glasvitrinen, asiatische Figuren, eine alte Uhr, während aus dem Off Waldo Lydecker zu erzählen anfängt: "Nie werde ich das Wochenende vergessen, an dem Laura starb...." Die Eingangsszene von Otto Premingers Film Noir-Klassiker "Laura" gehört zu Recht zu den schönsten und bekanntesten Filmszenen. Ursprünglich war Preminger nur als Produzent vorgesehen. Nach Unstimmigkeiten mit Rouben Mamoulian (drehte u.a. den Garbo-Klassiker "Königin Christine") übernahm Preminger, besetzte teilweise neu. "Rouben kannte nur nette Leute. Ich verstand die Charaktere in Laura. Sie waren alle Lumpen, genau wie meine Freunde.", erläuterte Preminger seine Entscheidung.
Die wichtigste Änderung war aber, dass Preminger gegen Widerstände die Besetzung Clifton Webbs als Waldo Lydecker durchsetzte. Als erfahrener Theaterschauspieler hatte er nur wenige Rollen in Stummfilmen gehabt und galt Studioboss Zanuck als nicht kommerziell genug.
Die Verfilmung des Romans von Vera Caspary besteht aus zwei Teilen: Nach dem Mord an der schönen Designerin Laura Hunt sucht Lt. Mark McPherson (Dana Andrews) den Kolumnisten Waldo Lydecker (Webb) auf, eine Art väterlichen Mentor Lauras, und besucht mit ihm Freunde und Bekannte der Ermordeten: ihre Zugehfrau, ihren Verlobten Shelby Carpenter (Vincent Price) und ihre Tante Ann Treadwell (Judith Anderson). In Rückblenden verdichtet sich aus der Sicht der sie verehrenden Männer Lauras Bild. McPherson ist fasziniert. Er verbringt immer mehr Zeit in Lauras Wohnung, liest in ihren Briefen, betrachtet ihr Portrait und scheint sich in die Tote zu verlieben. In der Mitte des Films taucht Laura (Gene Tierney) leibhaftig auf, so als hätten McPhersons Träume plötzlich Gestalt angenommen. Das zerschossene Gesicht der Toten gehörte nicht ihr, sondern einer Freundin Shelbys. Somit ist auch Laura verdächtig. McPhersons Recherchen beginnen erneut.
Dem aufmerksamen Beobachter wird es nicht allzu schwer fallen, den Mörder zu erraten. Aber darum geht es auch nicht: Seelische Abgründe werden dargestellt, es geht um das Motiv, warum ein Mensch zum Mörder wird. "Laura" nimmt im Genre eine gewisse Ausnahmestellung ein, da er nicht allein im Umfeld dunkler Straßen und Polizeireviere spielt, sondern auch einen entlarvender Blick auf die New Yorker Upper Class gibt: Lydecker ist arrogant, beherrschend, aber auch anziehend. Seine Attraktivität ist in seiner Eloquenz und Kultiviertheit begründet. Bemerkenswerterweise begrüßt er McPherson in der Badewanne sitzend und lässt sich von ihm den Bademantel reichen. Hm! Shelby ist ein pragmatischer Gigolo mit Geldsorgen ("Auf meinem Charakter kann ich mir Flecken leisten, aber nicht auf meinem Anzug.") und hat vermutlich auch ein Verhältnis mit Lauras Tante Ann (Anderson in einer ihren besten Rollen nach Mrs. Danvers in "Rebecca"). Sie und Shelby gehörten zusammen, da sie ihn sich leisten könne, erzählt Ann ihrer Nichte. Auch McPherson kann nicht als reifer Mann durchgehen. Zwar ist er ein erfahrener und erfolgreicher Polizist, von Frauen spricht er aber nur als Puppen und Bräuten. Ob er durch Laura eine Läuterung erfahren wird?
Darstellung, Regie, die erlesene Kameraabeit, die jede Einstellung zu einem Gemälde werden lässt, das pointierte, sarkastische Drehbuch (J.Dratler, S.Hoffenstein, B.Reinhardt), Schnitt, die Musik von David Raskin und der Titelsong von Johnny Mercers machen "Laura" zu einem der schönsten Filme der Vierziger.

Nachbemerkung: Price und Tierney verstanden sich auch privat sehr gut und drehten noch drei weitere Filme zusammen. Für Preminger und Webb bedeutet der Film der Durchbruch in Hollywood. Auch die Karrieren Tierneys und Andrews` wurden kräftig angeschoben.
Auch die Academy ließ sich nicht lumpen: Neben einem Oscar für die beste Schwarz-Weiß-Kamera für Joseph LaShelle erhielt er Nominierungen für die beste Regie (Preminger), den besten männlichen Nebendarsteller (Clifton Webb), das beste adaptiertes Drehbuch und die beste Schwarz-Weiß-Ausstattung.
Bild und Ton sind gut. Sehr empfehlenswert!
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am 4. August 2013
“Dames are always pulling a switch on you.”
“In my case, self-absorption is absolutely justified. I have never discovered any other subject quite so worthy of my attention.”
“I can afford a blemish on my character, but not on my clothes.”

Diese drei Zitate lassen sich ziemlich gut als Selbstauskunft der drei männlichen Figuren in Otto Premingers Klassiker „Laura“ (1944) über ihren Charakter auffassen. Der männliche Protagonist, ein Polizeibeamter namens Mark McPherson (Dana Andrews), ist ein pflichtbewußter und zielstrebiger no-nonsense Kerl, der sichtlich bemüht ist, seine Gefühle im Zaum zu halten, was er mittels eines kleinen Geduldspieles tut. Seine zwei männlichen Hauptverdächtigen sind zwar beide stark von sich eingenommene Gecken, doch während der angesehene Kritiker und Kolumnist Waldo Lydecker (Clifton Webb) wirklich mit einem wachen Geist, großem Wissen und gesellschaftlichen Erfolgen aufwarten kann, ist Shelby Carpenter (Vincent Price) nichts weiter als ein dilettierender Stutzer, der außer seinem blendenden Aussehen nicht viel vorzuweisen vermag.

Die Wege dieser drei Figuren kreuzen sich bei der Aufklärung des Mordes an der begehrenswerten Titelheldin Laura Hunt (mit Gene Tierney wurde hier wirklich eine der schönsten Frauen verpflichtet, die wohl jemals die Kinoleinwand erleuchtet haben – diese Augen!!!), der in ihrem Apartment mit einem Gewehr ins Gesicht geschossen wurde. McPherson läßt sich von Lydecker erzählen, wie dieser aus der kleinen Angestellten einer Werbeagentur eine mondäne und erfolgreiche Frau gemacht und sie gleichzeitig vor unwürdigen Liebhabern bewahrt hat. Als Laura allerdings den Charmeur Shelby kennenlernte, begann sie sich mehr und mehr von Lydecker abzuwenden, und es schien so, als wolle sie den Salonlöwen sogar heiraten. Just an dem Wochenende, an dem sie eine endgültige Entscheidung treffen wollte, wurde sie in ihrer Wohnung getötet. McPherson macht sich daran, neben Lydecker und Shelby auch Lauras Tante Ann (Judith Anderson) auf den Zahn zu fühlen, und in Lauras Wohnung vertieft er sich in die privaten Briefe des Opfers. Gleichzeitig verfällt er indes immer mehr dem Reiz des an prominenter Stelle hängenden Porträts Lauras, riecht ihr Parfüm und durchstöbert die Schubladen, in denen sie ihre Wäsche aufbewahrt, und es wird deutlich, daß er dabei ist, sich in eine Tote zu verlieben. Dann plötzlich steht diese Tote leibhaftig und quicklebendig vor ihm, und es wird klar, daß die Leiche mit dem unkenntlichen Gesicht jemand anderes sein muß. Zudem hat McPherson noch eine Verdächtige mehr – eben die Frau, in die er sich während seiner Ermittlungen verliebt hat.

[Ab hier kommen leichte Spoiler! Wer den Film nicht kennt, sollte besser nicht weiterlesen.]

Obgleich der Titel des Filmes nahelegt, daß Laura die Hauptfigur in diesem Film ist, ist es mindestens ebenso interessant, die Antagonismen zwischen den ihr ergebenen Herren zu verfolgen, vor allem den Gegensatz zwischen McPherson, der mit seiner Tatkraft und seinem Bemühen, seine Gefühle nach Möglichkeit zu unterdrücken, ein traditionelles, eher positiv besetztes Bild von Männlichkeit verkörpert, und Lydecker, der als effeminierter Intellektueller eher unser Befremden erregen soll. Schon zu Beginn des Filmes wird dieser Gegensatz visuell auf mehrfache Weise auf den Punkt gebracht. Wir sehen, wie McPherson mit verhaltenem Interesse die Kunstsammlung in der opulent eingerichteten Wohnung Lydeckers begutachtet, während wir Lydecker als Erzähler aus dem Off hören, wobei er in seiner Erzählung deutlich macht, daß er den Polizisten absichtlich warten läßt. Als McPherson dann schließlich zu Lydecker vorgelassen wird, bewegt sich die Kamera in einem swish pan vom Detektiv zu einer Badewanne, in der Lydecker vor einer Schreibmaschine sitzt. Ein starker Kontrast – der muskulöse Detektiv mit Mantel und Hut und der schmächtige ältere Mann mit einem nackten Oberkörper, der alles andere als männlich wirkt. Als Lydecker dann aus der Wanne steigt – er geniert sich vor McPherson ebenso wenig, wie er dies vor seinem Diener täte –, wird dieser Gegensatz noch auf die Spitze getrieben, denn wir sehen natürlich nicht den entblößten alten Mann, sondern den Detektiv, über dessen Gesicht der Anflug eines spöttisch-verächtlichen Lächelns huscht. Damit ist wohl alles gesagt.

Untermauert wird dieser Gegensatz außerdem durch die Erzählweise des Filmes, denn – wie Jeanine Basinger sagt –, wird die erste Hälfte des Filmes von Lydecker erzählt, und hier haben wir eine tote Laura, während die zweite Hälfte eher die Sicht McPhersons einnimmt, und hier lebt Laura. Ich schreibe bewußt „eher“, denn Premingers Regie bemüht sich recht erfolgreich um eine objektive Kamera, die dem Zuschauer viel Raum zum Beobachten der einzelnen Verdächtigen läßt und nur sehr verhalten mit manipulativen Schnitten operiert.

[Spoilerende]

Was macht „Laura“ zu einem so besonderen Film? Hier ist ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren zu benennen, unter denen an erster Stelle wohl die eindringliche, monothematische Filmmusik David Raksins rangiert, die uns immer wieder die verführerische Kraft Lauras suggeriert. Sie leitet den Film zusammen mit dem berühmten Porträt Lauras ein – das eigentlich eine vergrößerte Photographie war, über die eine Schicht Farben gelegt worden war. Dieses Porträt schlägt McPherson sofort in seinen Bann, und unvergeßlich ist die Szene, in der er das Bild zum ersten Mal sieht. Hier steht er hinter einem ehrfurchtsvoll auf das Konterfei blickenden Lydecker, und als er den Blick abwendet, verdeckt ein Schatten seiner Hutkrempe seine Augen. Neben der Musik verdienen also auch die einmalige, für effektvolle Schatten sorgende Ausleuchtung durch den Kameramann Joseph LaShelle, der unter anderem auch John Fords letzten Film photographierte, sowie der Art Directer Lyle Wheeler, der für die opulenten Interieurs – und auch für einen guten Teil der düsteren, verwunschenen Magie in Hitchcocks „Rebecca“ (1940) – verantwortlich war, Beachtung. Doch auch die Schauspieler – „Laura“ ist ein klassischer Ensemblefilm – sind hervorragend: Der verführerischen, rätselhaften Gene Tierney wurde niemand Geringeres als Judith Anderson an die Seite gestellt, und Clifton Webb gibt hier ein sehr überzeugendes Debüt im Tonfilm, das ihn wohl sogleich auf mondäne, leicht dekadente Rollen festlegte. Vincent Price als prinzipienloser Lebemann vermag ebenfalls zu überzeugen, wenngleich er natürlich noch nicht in dem Genre spielte, in dem er später brillieren sollte (diesen Übergang hatte er 1953 mit „House of Wax“ André de Toth zu verdanken). Ein wenig schade ist es, daß ein Schauspieler wie Dana Andrews, der seiner Figur eine so glaubhafte emotionale Spannung verlieh, nie so wirklich in Hollywoods A-Liga aufzurücken vermochte.

Wenngleich die typischen Film-noir-Elemente eher spärlich eingesetzt sind, vermag es nicht zu verwundern, daß „Laura“ zu den Sternstunden dieses Genres gehört. Dank seines guten Drehbuchs, das uns fast bis zuletzt an der Identität und den Motiven des Mörders zweifeln läßt, ist dieser Film zu recht ein unangefochtener Klassiker.

Die vorliegende Edition ist durch die Zugabe zweier Kommentarspuren – einmal sprechen Jeanine Basinger und der Komponist Raksin, ein zweiter Kommentar ist vom Filmhistoriker Rudy Behlmer – in wirklich vorbildlicher Weise aufbereitet worden.
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am 30. Dezember 2012
Es wird kein ruhiges Wochenende für Polizist Mark McPherson (Dana Andrews), denn er muss die Ermittlungen in einem Mordfall mit prominenter Beteiligung aufnehmen. Laura Hart (Gene Tierney) wurde umgebrcht, heisst es. McPherson macht bald Bekannschaft mit den wichtigesten Personen aus Lauras Umfeld, zunächst mit Waldo Lydecker (Clifton Webb), dem schon etwas in die Jahre gekommenen, aber immer noch bissigen Zeitungskolumnisten mit vielen hochrangigen Beziehungen. Er hatte Laura seinerzeit gefördert, als sie noch eine Werbegrafikerin unter vielen in einem Grossraumbüro war. Mit der Bekanntschaft in höhere Kreise und namhaften Aufträgen war Laura gesellschaftlich rasch aufgesteigen. Waldo förderte sie aber nicht nur aus Sympathie, er wollte sie auch sonst für sich gewinnen. Dabei hatte ihm aber Shelby (Vincent Price) einen Strich durch die Rechnung gemacht, aber auch er war nicht so treu, wie er oft sagte. Laura hatte daher auch eine eifersüchtige Nebenbuhlerin Ann (Judith Anderson). McPherson untersucht Lauras Haus sehr sorgfältig auf der Suche nach Hinweisen. Sein Erstaunen ist umso grösser, als Laura plötzlich leibhaftig vor ihm steht.
Eigentlich hätte Otto Preminger den Film "Laura" (Twentieth Century Fox, 1944) nur als Produzent betreuen sollen, doch weil die Chefetage mit der Arbeit von Fox-Stammregisseur Ruben Mamoulian nicht zufrieden war, startete man die Inszenierung unter Preminger nochmals neu. Das Ergebnis wird oft dem "Film noir" zugeschrieben, wird diesem aber nur bedingt gerecht. Das schadet dem Film aber gar nicht, eher im Gegenteil. Mit einer geschickt eingesetzten Wendung in der Geschichte fängt diese an, interessanter und lebhafter zu werden. Somit kommt der 83 Minuten lange Film gleich nochmals besser über die Runden. Man sollte ihn sich wirklich anschauen.
Es gibt im DVD-Bereich ziemlich oft die Bezeichung "Premium", aber fast nur in der damaligen "Cinema Premium"-Reihe von Fox war die Bezeichung auch gerechtfertigt. Der Film wird in einem sauber überarbeiteten schwarz-weissen 4:3-Format gezeigt. Die vorliegende Doppel-DVD-Ausgabe hat den Film mit mehreren Tonspuren an Bord: Englisch in Mono und Stereo, Deutsch in Mono und gleich 2 Audiokommentare. Ausserdem gibt es die Möglichkeit, den Film mit einer intergrierten, ca. 2 Minuten langen, Sequenz (leider ohne Untertitel) zu betrachten, die man damals entfernte, weil sie dem unter Kriegsentbehrungen leidenden Pulikum wohl zu dekadent vorgekommen wäre. Diese an sich sehr löbliche Variante erweist sich aber leider in der Handhabung der Hauptfilm-DVD (Disc 1) als Stoplerstein. Die Spracheneinstellungen lassen sich leider nicht während des Films ändern oder nach Belieben kombinieren. Die Untertitel zu den Kommentaren gibt es somit nur, wenn auch die Tonspur auf Kommentar eingestellt ist. Ausserdem gibt es die verlängerte Fassung nicht mit Kommentar. Aus dem Sprachenmenü kann man Untertitel in den Sprachen Deutsch, Englisch, Dänisch, Finnisch, Norwegisch und Schwedisch anwählen. Dies sind auch die Untertitel, die für die erweiterte Sequenz zur Auswahl stehen, wenn man sie separat anshauen will. Übersichtlicher ist da der Aufbau der Bonus-DVD (Disc 2) mit weit über einer Stunde Laufzeit. In verschiedenen Beiträgen werden die Produktion, die Darstellerin Gene Tierney und der damals noch junge Vincent Price porträtiert. Zudem gibt es noch einmal die erweiterte Sequenz, hier mit optionalem Kommentar vom Filmexperten und natürlich den Kinotrailer. Auf der Bonus-DVD mit nur Englisch gesprochenen Beiträgen ist übrigens die Untertitelauswahl noch etwas grösser. Dieser DVD-Edition liegt ausserdem ein stilechter Prospekt bei, dem man zusätzlich informative Details zum Film entnehmen kann.
Fazit: eine sehr unfassende DVD-Ausgabe zu einem gelungenen Film. Die etwas umständliche Handhabung von Disc 1 trübt leider den Gesamteindruck etwas. Das reicht locker für vier von fünf Standuhren und eine genaue Personenbeschreibung.
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TOP 1000 REZENSENTam 3. Dezember 2005
Als Freund des "Film noir" bin ich eigentlich für jede Veröffentlichung dieser Klassiker auf DVD dankbar.
Leider ist die Umsetzung des öfteren dann auch eher lieblos.
Nicht im Falle der Veröffentlichung von Otto Premingers "Laura", einem der wohl besten Beiträge aus der schwarzen Serie.
Hier wartet man gleich mit einer Doppel-DVD auf, mit sehr interessantem Bonusmaterial, erweiterten Szenen und sehr interessanten Kommentaren.

Zu den ungewöhnlichsten "Film Noirs" gehört zweifelsohne Otto Premingers "Laura" aus dem Jahr 1944. Als genialer Schachzug von Preminger erwies sich auch, dass er Joseph LaShelle als Kameramann engagierte, nachdem Lucien Ballard nicht zur Verfügung stand. LaShelle brachte Stunden damit zu die einzelnen Szenen des Films exakt zu planen - er hatte die Ambition immer die perfekte Beleuchtung für jedes Bild zu finden. Dieser Aufwand wurde belohnt - nicht nur, dass die Szenen teilweise einen traumähnlichen Charakter wiedergaben, La Shelle erhielt für diese starke Leistung auch den Oscar. Viele weitere Nominierungen sollten folgen. Insgesamt kam "Laura" bei der Oscarverleihung 1945 auf vier weitere Nominierungen (Beste Regie, Bester Nebendarsteller Clifton Webb, Bestes Drehbuch und Bestes Szenenbild). Aber der Gewinner dieser Oscarnacht war die erfolgreiche Schnulze "Der Weg zum Glück".
Man könnte fast sagen, dass der Film in zwei Teile gegliedert ist. Und der erste Teil ist mehr "Film Noir" als der zweite Teil, der plötzlich viele andere Gesichtspunkte und Facetten der Geschichte freigibt.

Es ist ein heißes Wochenende in New York City des Jahres 1941. Die erfolgreiche Geschäftsfrau Laura Hunt (Gene Tierney) wird tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Gefunden wird die schöne attraktive Frau von ihrer Haushälterin Bessie (Dorothy Adams) in einem übel zugerichteten Zustand. Der Killer muss ihr mit einer Flinte ins Gesicht geschossen haben, als die Frau ahnungslos die Wohnungstür öffnete. Mit den Ermittlungen wird der toughe und auch ruppige Det. Lt. Mark McPherson (Dana Andrews) betraut. Dem attraktiven Ermittler fällt auch gleich die Schönheit der Toten auf, denn eib Gemälde von Laura hängt in ihrer Wohnung. Er beginnt die engsten Freunde der Toten zu verhören, angefangen bei dem berühmten Radiokolumnisten Waldo Lydecker (Clifton Webb), ein egozentrischer Einzelgänger, der Laura den Startschuß ermöglichte eine erfolgreiche Laufbahn einzuschlagen und der Laura auch abgöttisch liebte - allerdings blieb dies alles platonisch. Lauras Beuteschema war eher der männliche Draufgänger, sehr wahrscheinlich hätte die Tote auch Gefallen an dem coolen Detective gefunden. Lydecker, der aber permanent in höchster Eifersucht Lauras Liebesleben überwacht, schafft es, dass sie von ihrem ersten Verehrer ablässt, nachdem Lydecker ihn in seiner Radiosendung lächerlich gemacht hat. Bei Lauras letztem Verehrer, dem Taugenichts Shelby Carpenter (Vincent Price) hat er aber weniger Möglichkeiten. Ja. Laura wollte den Mann sogar heiraten, obwohl Waldo noch aufdecken konnte, dass dieser ein Verhältnis mit Ann Threadwell (Judith Anderson), Lauras reicher Tante hatte und es auch sonst mit der Treue nicht so genau nimmt. Dann geschieht etwas mit dem Detective. Er übertreibt es mit seinen Ermittlungen und schläft sogar in Lauras Appartement, liest ihr Tagebuch, geht ihre persönliche Korrespondenz durch und möchte ihr über dem Kamin hängendes Porträt kaufen. Als er dort einschläft, betritt die vermeintlich tote Laura Hunt die Wohnung. Die lebendige Tote erklärt dem überraschten Detective, dass sie die letzten Tage in ihrem Landhaus verbracht hatte. Sie sei nicht ausgegangen und habe keinerlei Besuch empfangen - aber wer ist nun ermordet worden ?

Preminger lässt seinen Film Noir in ein psychologisch interessantes Psychodrama gleiten. Hervorragend gut sind alle Charaktere gezeichnet. Man trifft auf den hartgesottenen Detektiv McPherson, dessen Beschützerinstinkt erwacht. Und Laura ist nicht dieser Vamp, den die Männer vergöttern und die Frauen bewundern. Sie fühlt sich sehr zu dem intellektuellen Waldo hinzgezogen, aber nur freundschaftlich. Durch diese Konstellation ergibt sich die Spannung, weil Waldo mehr möchte, aber von Laura nicht das bekommen wird, was er sich wünscht. So lebt er in seiner Egozentrik und gibt Sprüche wie "In meinem Fall ist Egoismus vollkommen gerechtfertigt. Ich habe nie irgendetwas entdecken können, dass sich meiner Aufmerksamkeit würdig erwiesen hätte" - in einer Rückblende erzählt er von der ersten Begegnung mit Laura. Wie gewohnt lässt er sie abblitzen, wie alle seine Mitmenschen. Seine Waffe ist die arrrogante Unnahbarkeit - doch irgendetwas hat Laura ausgestrahlt, um sie ein zweites Mal zu treffen. Shelby ist ein sympathischer Halunke ohne Skrupel und mit wenig Verantwortungsgefühl. Er begehrt Laura, aber auch andere Frauen. Und er lässt sich auch von Frauen aushalten. Lauras kühle, reiche Freundin Ann weiß dies und hat sich mit diesem gemeinsamen Deal arrangiert. Besonders eindringlich sind die Szenen zwischen McPherson und Laura - ganz besonders wird das deutlich auf der Polizeistation, wo Mark die Lampen abschaltet, damit er Lauras Schönheit in ihrem ganzen Glanz erblicken kann. Clifton Webb ist natürlich die perfekte Filmfigur in Premingers Noir - er agiert zunehmend sonderbarer und wird im Laufe der Geschichte irre Tendenzen offenbaren. Ein Mann, der sich im Leben einer Frau wie eine Spinne im Netz festgesetzt hat. Die Oscarnominierung war wohl verdient. Optisch setzte Preminber auf Bilder voller Grauschattierungen - dies verleiht dem unsterblichen Klassiker seine geheimnisvolle Aura.
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am 22. November 2005
Von Otto Premingers Filmen sind im deutschsprachigen Raum bislang nur sehr wenige auf DVD erschienen. 20th Century Fox hat die vorliegende DVD des Films Laura unter ihrer Cinema Premium Reihe veröffentlicht und mit umfangreichen Extras, darunter zwei Audiokommentare und eine erweiterte Szene, veröffentlicht. Deshalb sollte die DVD für jeden Film-Noir Freund ein Pflichtkauf sein.
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am 21. Februar 2012
der film ist ein lieblingsfilm von mir ,alleine wegen der tierny,eine toll aussehende und gute schauspierlerin.die belieferung erfolgt sehr schnell,den verkäufer kann man empfehlen.danke und ciao
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