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Kundenrezensionen

5,0 von 5 Sternen
3
5,0 von 5 Sternen
Wohltemperiertes Klavier 2
Format: Audio CD|Ändern
Preis:70,48 €+ 3,00 € Versandkosten

am 19. Dezember 2007
Welch voller Klang, welch grandioser pianistischer Zugriff. Das einleitende C-DUR Präludium des zweiten Bandes kommt mit großer Geste daher und ist dennoch klar bis in die Einzelheiten durchzeichnet.
Barenboim erweist sich nicht nur hier als Meister der Polyphonie.
Er singt, er spielt im besten Sinn des Wortes mit den Noten, deutet sie aus, nimmt sie für sich als ausführenden Künstler in Besitz.
Seine Aufnahme löckt natürlich wider den Stachel - und deshalb ist sie so wichtig, wertvoll und unverzichtbar.
Ich denke, dass JSB seine wahre Freude daran gehabt hätte, wie seine Musik Meister des Pianos zu eigenständigen, subjektiv verantworteten Interpretationen anregt.
Nur schade, dass sich Daniel Barenboim, dieser Meister des großen pianistischen Tons, pianistisch so rar macht.
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am 21. Oktober 2005
Was hat Daniel Barenboim von der professionellen Musikkritik nicht für Prügel für seine Aufnahme des ersten Teils des wohltemperierten Klaviers einstecken müssen. Von weichgespültem Bach und der überflüssigsten CD des Jahres war dort die Rede. Es steht zu befürchten, dass sich das bei der jetzt vorliegenden Aufnahme des zweiten Teils wiederholen wird, denn Daniel Barenboim ist sich selber treu geblieben. Ja, mein Eindruck ist, dass er hier noch radikaler und unbeirrter sein Konzept für Bach weiterverfolgt.
Und das lautet: kein historisierender Bach, sondern - auf eine einfache, plakative Formel gebracht - ein hemmungslos subjektiver, romantischer Bach. Wobei ich das Wort "romantisch" lieber durch Adjektive wie gesanglich, emotional, in sich gekehrt, senisibel, weich, orchestral, meditativ und subjektiv ersetzten würde. Daniel Barenboim spielt hier fast so etwas wie seine Bearbeitung des Wohltemperierten Klaviers und steht so vielleicht in der Tradion Businis. Er gibt so altmodischen Begriffen wie Poesie wieder eine Chance, und spielt, wie ich finde, wunderbar gegen einen Zeitgeist an, der versucht Musik und ihre Interpretation in gewissen Sinn zu objektivieren und zu entemotionalisieren. Große Gefühle sind uns suspekt geworden und werden wohl nur noch im Kino goutiert. Und wer nicht jahrelang die Autographe von Bach studiert hat und jede Note wissenschaftlich abgesichert weiß, traut sich heute fast nicht mehr, Bach zu spielen, geschweige denn aufzunehmen.
Das Alles scheint aber - gottseidank - Daniel Barenboim überhaupt nicht zu interessieren. Ja, vielleicht spielt er sogar ganz bewußt gegen all das an mit seinem Bach. Ihn interessiert nicht ein barocker, ein rekonstruierter Bach, sondern ihn interessiert Bach als große Musik, als Klang gewordene Architektur. Ihn interessiert das Verhältnis von Klang, musikalischer Struktur und Tempo (Celibidache läßt hier grüßen). Ihn interessiert es, die Architektur, besonders auch den harmonischen Verlauf hörbar zu machen.
Die Ergebnisse, zu denen Barenboim kommt, kann man sicher kontrovers diskutieren. Ist das noch Bach? Hätte Bach das goutiert? Ich persönlich denke, ja! Denn was hätte Bach sich mehr wünschen können, als dass ein unbestritten großer Musiker diese Musik mit den Mitteln seiner Zeit (der Zeit des Interpreten) für eine zeitgenössisches (heutiges) Publikum lebendig werden lässt? In diesem Bach ist Schumann, Mozart, Wagner und auch Schönberg und Berg, auch Boulez enthalten. Und wer sich von seinen durch die historische Aufführungspraxis geprägten Hörgewohnheiten befreien kann, kann gemeinsam mit Daniel Barenboim eine fast meditative Reise durch drei Stunden herrliche Musik antreten.
Barenboim spielt - zunächst einmal - einfach wunderschön. Sein Klang ist außergewöhnlich voll, dunkel, warm, reich. Wohl kaum ein Pianist kann heute so auf dem Klavier singen, kann so viele orchestrale Farben erzeugen. Man kann Streicher, Flöten und Oboen hören, wenn man seine Klangphantasie bemüht. Und die Arbeit mit manchem großem Sänger dürfte Barenboims Sinn für das Wesen des Singens geschärft haben. Was für eine reiche Erfahrung mit allen Arten von Musik hat Herr Barenboim! All das ist zu hören, wie ich meine. Auch eine immer gegenwärtige Gewichtung der Stimmen in Wichtiges und weniger Wichtiges.
Barenboim wählt, den meist sehr komplexen kontrapunktischen Strukturen der Stücke angemessen, zumeist ungewohnt breite Tempi und schafft somit erst die Möglichkeit, diese Strukturen hörend erfassen zu können. Vieles bisher vielleicht ungehöre wird dadurch hörbar, aber man muss sich auf diese Tempi einlassen können. Auch auf manch ungewohntes Rubato und unerwartete, ungemein reiche dynamischen Abstufungen. Und man muss vor allem viel Zeit und Ruhe mitbringen und all seine Sinne schärfen, um diesen Bach wirklich intensiv erleben zu können. Aber dann kann man wunderbare Stunden erleben mit diesen CDs und wirklich in gewissem Sinn abheben.
Sicher ist Barenboims Deutung extrem, sicher auch sehr mutig. Und sicher macht sie andere große Aufnahmen von Koroliov, Gulda, Gould oder Schiff nicht überflüssig. Aber sie ist eine, wie ich meine, sehr wichtige Aufnahme. Gerade auch deswegen, weil Daniel Barenboim hier versucht, den nicht historisierenden Musikern dieses Repertoire zurück zu erobern. Und uns zu zeigen, dass auch andere Wege zu Bach möglich sind. Wege, die vielleicht ungewohnt sind, uns aber ungemein bereichern können. Und auch wenn die Profikritiker nicht folgen wollen auf diesem Weg. Ich bin sicher, viele Menschen, die Musik lieben, folgen Daniel Barenboim gerne. Ich tu es auf jeden Fall voller Freude! Deswegen von mir aus tiefstem Herzen 5 Sterne!
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am 26. Oktober 2005
Hallo theeupher,
auch die Profikritik folgt. Zumindest das einflussreichste englische Magazin. Im letzten Gramophone wurde die Aufnahme mit dem "Editor's Choice" geehrt.
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