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Kundenrezensionen

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am 6. August 2016
Es gibt wirklich ein Überangebot an Filmen, die über die Greuel des Dritten Reichs berichten, doch diese Inszenierung von Dennis Gansel hebt sich doch sehr weit von der Masse ab.
Ein aussergewöhnlicher, sehr intensiver Film, der die dunkelste Zeit Deutschlands aus der Perspektive einer Eliteschule beleuchtet. Sehr drastisch und eindringlich wird veranschaulicht, mit wechen Schulmethoden Jugendliche von Überzeugungstätern in Angst und Schrecken getrieben werden um eine gewissenlose Treue zu dieser Ideologie einzufordern, um selbständiges Denken ausser Kraft zu setzen..
Das Spielgeschehen hat viele Höhen und Tiefen, eine sehr dramatische Handlung, eine glänzende Erzählweise und eine gelungene Musikauswahl, bleibt spannend und ergreifend von Anfang bis Ende.
Max Riemelt glänzt in der Rolle des Friedrich, im Zwiespalt zwischen dem anfänglichen Wunsch nach Anerkennung und wachsender Zweifel an diesem Regime. Tom Schilling brilliert als Albrecht, der, musisch und kulturell veranlagt, den Erwartungen seines Vaters in keinster Wesie entspricht. Sehr schön dargestellt wird die innige Freundschaft, die sich trotz der sehr unterschiedlichen Anschauungsweisen ergibt.
Ein gelungenes, niveauvolles Stück deutscher Filmkunst aus dem Jahr 2004.
Keine leichte Kost - bietet viele Denkanreize - unbedingt sehenswert.
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am 28. November 2015
Gut gemachter Film, bei dem der historische Hintergrund meines Erachtens jedoch ein wenig zu knapp abgehandelt wird. Daher ein Stern Abzug.
Beinahe interessanter als der Hauptteil selbst ist erstaunlicherweise das Bonusmaterial, welches die Hintergründe zur Entstehung dieses Films
schildert.

Insgesamt empfehlenswert.
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am 26. August 2006
Friedrich Weimer (Max Riemelt) erhält die Chance seines Lebens. Aus einfachen Verhältnissen stammend wird der 17-jährige Amateurboxer nach einem Kampf von einem Talentsucher eingeladen eine Eliteschule zu besuchen, welche ihm neben professionellem Boxtraining auch eine hohe akademische Ausbildung anbieten könnte. Der junge Berliner nimmt die Gelegenheit war und stellt sich damit gegen den Willen seines Vaters, der ihm die Möglichkeit verwehren möchte mehr aus seinem Leben zu machen. Auf der Schule lernt Martin den introvertieren Albrecht Stein (Tom Schilling) kennen. Zwischen beiden entwickelt sich eine enge Freundschaft, die bald eine harte Bewährungsprobe zu bestehen hat als Albrecht an der Politik der Schule Anstoß nimmt.

Was sich hier bis jetzt wie eine typische Aufsteiger-Geschichte gelesen hat, stellt sich im Film durch den politischen Hintergrund anders dar.

Die Handlung spielt in Deutschland während des zweiten Weltkriegs. Bei der Schule in die es Daniel verschlägt handelt es sich um eine Kaderschmiede der Nazis, eine sogenannte 'National politische Erziehungs-Anstalt' (NAPOLA), in der für Hitlers tausendjähriges Reich die kommende Elite herangezogen werden soll. In der ersten Hälfte des Films wird dieser Aspekt nur als Aufhänger verwendet. Es wird der Blickpunkt ganz auf Friedrichs Werdegang gelegt, ohne dass Kritik am bestehenden System geübt wird. Der Regisseur Dennis Gansel hat bewußt diese Art der Dramaturgie gewählt, um dem Zuschauer die damalige Faszination der Menschen an den Nazis vor Augen zu führen. An der Sympathiefigur Friedrich wird gezeigt wie leicht junge Menschen sich zu einem nach außen hin makellosem politischen System hingezogen fühlen können.

Gerade das ist ein Aspekt der in ähnlichen Filmen zur Bewältigung der NS-Vergangenheit bisher viel zu kurz gekommen ist. Erst in der zweiten Hälfte des Films, nach einer Jagd auf entflohene Kriegsgefangene kommen den Protagonisten Zweifel an Sinn und Moral der Anstalt.

Der Film ist ein Lehrstück für das Eintreten zu persönlichen Idealen auch gegen eine erdrückende fehlgeleitete Mehrheit.

Zum Bonusmaterial: Hervorzuheben ist ein sehr informatives Audiokommentar des Regisseurs, die kommentierten 'Deleted Scenes' und das MakingOf in der auch ein ehemaliger Schüler der NAPOLA zu Wort kommt.
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am 16. März 2017
Mein Sohn hatte das Thema Napola für eine Schulpräsentation. Ein Lehrer von ihm gab ihm den Tipp, sich den Film anzuschauen. Ich war neugierig auf diesen Film und war sehr ergriffen davon. Empfehlenswert!
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am 24. September 2014
1942, Berlin, im roten Wedding. Friedrich ist begeisterter Boxanhänger. Der Sportlehrer einer NaPoLa wird auf ihn aufmerksam und empfiehlt ihm dringend, dort weiterzumachen. In einer der Kaderschmieden der Nazis hätte er die wirklich einmalige Chance, bar jeder sozialen Stellung Karriere zu machen, eine fundierte Ausbildung zu bekommen, sogar in die SS aufzusteigen. Oder zu studieren, was immer er möchte. Eine Verlockung, der Friedrich unmöglich widerstehen kann; seine Familie gehört der Arbeiterklasse an und teilt die Ansichten Adolf Hitlers nicht. Friedrich ist Politik egal, er will nur Boxen und eine Zukunft haben.

Die NationalPolitischeAnstalt zeigt sich zunächst von ihrer besten Seite. Ein Schloss, gutes Essen, hervorragende schulische Betreuung, nette Stubenkameraden. Einer von ihnen weckt Friedrichs Interesse besonders: Albrecht Stein, Sohn des Gauleiters, Herausgeber der Schülerzeitung. Vom Vater abwertend "Schöngeist" genannt, leidet er unter der väterlichen Ignoranz seiner schriftstellerischen Fähigkeiten, denn an den Napolas werden sportlicher Drill, Kadavergehorsam und absolute Loyalität als Maß aller (deutschen) Dinge gefeiert.

Albrecht leidet, aber er hält durch. Friedrich bewundert die innere Härte, die viel stärker zu sein scheint als die anerzogene Moral der Herrenmenschen, die die Napola bevölkern und befehligen. Er bewundert aber auch die Schneidigkeit der Ausbilder, die Symbole, die Lieder, die Fahne, die mehr zählt, als das Leben. Hitler wollte eine grausame Jugend, ohne Mitleid, ohne Empathivermögen, kalt wie Kruppstahl und schön wie ein Riefenstahlfoto. Albrecht und Friedrich aber bewahren sich ihre innere Verletzlichkeit, was am Ende den Ausschlag für das Geschehen gibt.

Tom Schilling als Albrecht Stein und Max Riemelt als Friedrich Weimer sind die perfekte Besetzung und liefern ein kleines Kammerspiel großer Gefühle.
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am 11. September 2015
Der Film ist eigentlich eine Schande !!!!! Und zwar insoweit das es die Blu-ray nur in Spanien zu kaufen gibt !!!
Obwohl es ein Deutscher Film ist der auch noch mit Deutschem Geld gefördert wurde !
Dasselbe gilt für Sophie Scholl Blu-ray die es nur in England zu kaufen gibt .
Ansonsten gibt es nichts zu klagen , bild und Ton sind Top .
Der Film sowieso .
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"Napola" ist ein Film von unglaublicher Härte und Machtspielchen im dritten Reich. Wer nicht jeder Vorstellung der Napola-Erzieher entsprach, wurde als schwach und untauglich für das Deutsche Reich abgetan. Nicht nur der körperliche Druck im Sinne von härtestem Sport (Tauchen im Eiswasser, Werfen von Handgranaten etc.), sondern vor allem der Psychische belasten die Schüler dieser NS-Eliteschulen. Unwissende junge Burschen werden durch verharmlosende Werbung der Leiter dieser Schulen angelockt und verführt, sodass sie glauben Mitglied in der Napola zu sein, sei ein Traum und man könne viel im Leben erreichen, doch die Realität gestaltet sich sofort anders nach Einzug dorthin. Die Figur Albrecht begeht Selbstmord, um nicht weiter als Untertan dieses totalitären Staates zu dienen und in seiner Meinungsfreiheit unterdrückt zu werden. Viele Komponenten machen diesen Film zu etwas Besonderem, als da wären zwei Selbstmorde als Lösung dem Horrorszenario dieser Schulen zu entkommen, die Meldung gefallener Väter an sehr junge Schüler durch den Pastor, der Zwang dem deutschen Bild eines starken Mannes durch Vollkommenheit zu entsprechen, das Ausführen von Schießbefehlen gegenüber russischen Kindern und das Sich-Fügen und Unterordnen in den Staat und seinem Führer. Obwohl einige Handlungsstränge und die Napola Allenstein als geografischer Ort fiktiv sind, so ist der Film dennoch sehenswert, da die eiserne Disziplin und das "Im-Keim-ersticken" gegenüber allem was schwach war nicht zu leugnen sind und von diesen Elite-Schulen größtenteils ausging.

~Bücher-Liebhaberin~
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am 4. Oktober 2005
Nach "Der Untergang" und "Sophie Scholl" war dies der dritte deutsche Spielfilm der Jahre 2004/2005, die sich mit der nationalsozialistischen Vergangenheit Deutschlands beschäftigten.
Griffen die beiden erstgenannten Filme auf real existierende Figuren zurück, basiert "Napola" auf Augenzeugenberichten ehemaliger Napola-Schüler und Fachliteratur über die Grundsätze der National-sozialistischen Bildungspolitik.
In dem gründlich recherchierten Film treffen die beiden Jugendlichen Friedrich und Albrecht in einer sogenannten Napola (National-Politischer-Landesschulanstalt) aufeinander. Zwischen ihnen, dem "Vorzeige-Arier" Friedrich und dem schöngeistigen Albrecht, entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft.
Der Film wiegt den Zuschauer am Anfang in einer trügerischen Sicherheit. Abgesehen von den schwarzen Uniformen, dem Drill des cholerischen Sportlehrers und dem sadistischen Gruppenführer gewinnt man anfangs den Eindruck, dass sich die Abläufe in einer Napola wenig von dem Leben eines Internatsinsassen z. B. eines kirchlichen Trägers unterscheiden.
Durch seinen neuen Freund lernt Friedrich eines Tages dessen Vater, den Gauleiter Heinrich Stein, kennen. Dieser verachtet seinen schmächtigen Lyrik-schreibenden Sohn und bewundert den kraftvollen, athletischen Boxer Friedrich, ja geht zeitweise sogar so weit, dass er diesen seinem Sohn vorzieht.
Doch völlig unvorbereitet trifft den Zuschauer dann mit voller Wucht der Climax des Films. Wie so häufig werden die Schüler zu einer Nachtübung geweckt. Allerdings stellt sich schnell heraus, dass es diesmal ernst wird: sie werden als Helfer bei der Jagd nach entflohenen Gefangenen eingesetzt. Völlig unerfahren und auf sich selbst gestellt verliert die Gruppe die Nerven, als sie auf die Gefangenen trifft und eröffnet das Gewehrfeuer, dass 5 Menschen sofort tötet. Als sie sich den Toten nähern, stellen sie fest, dass es sich bei den Erschossenen um Kinder und Jugendliche in ihrem Alter handelt. Albrecht versucht verzweifelt, den einzigen Überlebenden medizinisch zu versorgen. Sein Vater tritt jedoch herbei und erschießt kaltblütig auch dieses Kind...
Allen Beteiligten ist ihr hohes Engagement anzumerken. Die schauspielerischen Leistungen sind exzellent. Vor allem Max Riemelt als Friedrich, Tom Schilling als Albrecht und Justus von Dohnanyi als Gauleiter Stein liefern eine brillante, erschütternde Vorstellung.
Welcher Aufwand vom Regisseur betrieben wurde, zeigt sich alleine daran, dass er drei Jahre benötigt hat, alleine um das Drehbuch fertig zu stellen. Über 600 Jugendliche wurden für die Rollen von Friedrich und Albrecht gecastet, bis man glaubte, die Idealbesetzung zu haben - und man hat sich darin nicht getäuscht.
Als Beigaben auf der DVD befindet sich noch der sehr informative Audio-Kommentar des Regisseurs sowie ein fast 40-minütiges Dreh-Tagebuch, dass weitere, beim ersten Anschauen verborgen gebliebene Aspekte des Films beleuchtet.
Die schon beinah obligatorischen Deleted Scenes runden die Specials ab. Die unter dem Menü-Punkt Interviews versteckten Schnipsel hätte man sich sparen können. Diese sind so kurz gehalten, dass ausführliche Statements der Darsteller etc. nicht zustande kommen.
Fazit: Besonders empfehlenswert
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am 17. Juni 2006
Dieser Film weißt viel Ähnlichkeit zu "Der Club der toten Dichter" auf. Inhaltlich geht es um die Freundschaft zweier Jugendlicher, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und um deren Widerstand gegen ein kollektives System:

Friedrich Weimar (Max Riemelt) stammt aus einer Arbeiterfamilie. Aufgrund seines Boxtalents wird er vom Sportlehrer für die NaPolA Allenstein vorgeschlagen. Gegen den Willen seiner Eltern nimmt er das Angebot an und stiehlt sich nachts aus dem Elternhaus davon.

Albrecht Stein (Tom Schilling) ist der Sohn des Gauleiters, möchte anstelle einer Karriere in der NSDAP aber viel lieber Schriftsteller werden und ist auch sonst - zum Missfallen seines Vaters - eher "zart beseitet". Während Friedrich (aus dessen Perspektive der Film erzählt) sich anfangs noch durch Uniform und elitäres Gehabe blenden lässt, hat Albrecht das System schnell durchschaut. Die Freundschaft der beiden bekommt bald Risse und wird auf die Zerreißprobe gestellt, als beide einem Kommando zur Erschießung russischer Gefangener zugeteilt werden. Albrecht wendet sich nun endgültig gegen das Sytem und damit gegen seinen Vater. Wie in "der Club der toten Dichter" steht am Ende ein Selbstmord. Friedrich wird erst durch den Tod des Freundes wachgerissen und findet schließlich seine Form des Widerstands gegen das System...

Der historische Hintergrund des "Dritten Reiches" bleibt hier leider nur Staffage und erfüllt die gängigen Klischees. Gezeichnet wird das Bild eines Nazis, den man schon aufgrund seiner menschlichen Attribute als solchen erkennt:

Der Sportlehrer ist ein Leuteschinder, der ständig schreit, ansonsten aber feige ist. Der Gauleiter ist korrupt, ein Frauenheld und ein Trinker. Der Boxlehrer versucht seine gescheiterten Karriere-Träume als Boxer in seinen Schülern auszuleben. Auch was den Unterricht betrifft bleibt vieles unglaubwürdig: Granatenwerfen mit scharfen (!!!) Granaten und Eistauchen unter der Decke eines zugefrorenen Sees. Meiner Meinung nach hätte auch im Dritten Reich ein Sportlehrer, der aufgrund seiner Methoden bereits zwei Schüler auf dem Gewissen hat, seine Unterrichtserlaubnis verloren. Historisch ließe sich insofern sicher Vieles anzweifeln. Eine ausführliche Dokumentation zu den NaPolAs, in der auch Zeitzeugen zu Wort kommen, hätte vieles ins rechte Licht rücken können. Dass der Film dafür atmosphärisch sehr dicht ist, wozu auch die stimmige musikalische Untermalung beiträgt, macht wieder vieles wett. Dem Film gelingt es gerade zu Anfang ausgezeichnet die Begeisterung und Faszination junger Menschen für den Nationalsozialismus wiederzugeben. Selbst als Zuschauer wird man von Kameradschaft und elitärem Gehabe mitgerissen... Auch das im Film immer wieder auftauchende Leitmotiv "Eis" bzw. "Winter" ist hervorragend gewählt um den Film in seiner Aussage unterstützen... das eisige Gemäuer der Schule und ihre kaltherzige Ideologie, das Erfrieren jeglicher Freundschaft unter den Schülern, bis schließlich auch Friedrich und Albrecht von einer sprichwörtlichen Eiswand voneinander getrennt werden.

Zur Bonus-DVD: Hier finden sich einige deleted Scenes mit Audio-Kommentar des Regisseurs Dennis Gansel, die den Film aber nicht wesentlich berreichern und zurecht entfallen sind, sowie ein Video-Tagebuch, indem gezeigt wird, wie sich die Schauspieler auf den Dreh und ihre Rollen vorbereitet haben (Marschieren, Strammstehen etc.).

Insgesamt ist dieser Film nicht als Dokumentation historischer Ereignisse zu verstehen, sondern als Wiedergabe der Stimmung einer Zeit. Jedem, der Filme über Freundschaft mag, sei dieser Film ans Herz gelegt. Besonders den Jugendlichen, an die sich der Film richtet...
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am 28. September 2005
Ein Hinweis vorab: diese Rezension enthält _keine_ Spoiler, es wird also nichts verraten, was die Spannung beim Ansehen schmälern könnte.
Der Film spielt im Jahr 1942. Wir beobachten die Erlebnisse des sechzehnjährigen Friedrich, der aufgrund seiner hervorragenden Leistungen beim Boxen als Schüler in einer Napola aufgenommen wird, einer jener Internatsschulen, die im dritten Reich gegründet wurden, um Führungsnachwuchs für den NS-Apparat heranzuziehen. Dabei hatten die Schüler jede menschliche Regung wie Gewissen und Mitgefühl abzulegen und sich bedingungslos der NS-Ideologie und ihren verblendeten Anführern unterzuordnen. Als Friedrich dies erkennt, wird seine anfängliche Begeisterung von Zweifeln getrübt. Er freundet sich mit Albrecht, dem Sohn des Gauleiters, an. Albrecht ist ein Schöngeist und beginnt bald offen gegen das System zu rebellieren, während Friedrich sich widerwillig anpasst und unter dem Einfluss der Erzieher mehr und mehr verroht. Die Freundschaft dieser beiden ungleichen Charaktere ist das zentrale Motiv des Films. Je deutlicher die jugendlichen Protagonisten erkennen, dass sie missbraucht werden, desto gespannter stellt sich der Zuschauer die Frage, welche Konsequenz die Jungen daraus ziehen werden und ob es den perfiden Erziehern gelingen wird, den Willen der Schüler zu brechen.
In stimmigen, düsteren Bildern wird der Schulalltag dargestellt, bei dem nicht die geistige Bildung, sondern der militärische Drill im Vordergrund steht. Beklemmend authentisch erlebt der Zuschauer mit, was es heißt, Tag und Nacht von sadistischen Ausbildern bis aufs Blut gepeinigt zu werden. Die Rollen sind hervorragend besetzt: Friedrich, der naiv-sympathische Draufgänger, wird von Max Riemelt überzeugend dargestellt, während Tom Schilling den sensiblen, nachdenklichen Albrecht spielt. Auch Martin Goeres als Stubenkamerad mit Bettnäss-Problem und Michael Schenk als menschenverachtender Ausbilder wissen zu überzeugen.
Technisch gibt es an der DVD wenig auszusetzen, das Bild ist perfekt, der Sound gut, wenn auch die Dialoge manchmal schwer zu verstehen sind, vor allem wenn geflüstert oder im Hintergrund gejubelt wird. Hörgeschädigte werden keine Freude an dem Film haben, weil es keine Untertitel gibt.
Besonders hervorzuheben ist das Bonusmaterial. Neben den üblichen weggefallenen Szenen gibt es nämlich ein Making-of, das in Form eines Produktions-Tagebuchs gehalten ist und mit seiner Länge von gut 30 Minuten selbst schon als (Kurz)Film durchgehen würde. Hier lernt man die Hauptdarsteller einmal ohne ihre Uniformen kennen und erfährt einige interessante Details über die Dreharbeiten.
Fazit: Dieser Film ist eine Abrechnung mit dem totalitären System des Nationalsozialismus. Es wird nichts verherrlicht oder beschönigt. Um den Alltag in der Napola realistisch darzustellen, wird auch zu brutalen Bildern gegriffen - zwar nicht im Sinne von Splatter-Szenen, aber in Form ungeschminkter körperlicher und psychischer Gewalt, und es kommen Menschen durch Schusswaffengebrauch zu Tode. Wer da zart besaitet ist, sollte sich diesen Film nicht antun. Auch gibt es die eine oder andere Szene, die empfindsamere Gemüter zu Tränen rühren wird - Gefühlsduselei kann man dem Film aber dennoch nicht vorwerfen.
Konsequenterweise wurde auch auf Komik vollständig verzichtet. Angesichts der Thematik haben die Produzenten der Versuchung widerstanden, den für Pennäler-Filme typischen Klamauk einzubauen. Der Botschaft des Films kommt diese Ernsthaftigkeit nur zugute - 5 Sterne!
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