Fashion Sale Hier klicken Jetzt informieren reduziertemalbuecher Cloud Drive Photos yuneec Learn More sommer2016 HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,8 von 5 Sternen
24
4,8 von 5 Sternen
Format: DVD|Ändern
Preis:9,95 €+ 3,00 € Versandkosten
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 31. März 2009
Nun gut. Soll dies halt meine erste Rezension sein.

Welcher Film würde sich besser eignen als mein all-time Lieblingsfilm.
Neun Jahre ists nun her seitdem ich den Film das erste mal sah, seither viele Male mehr. Es war ein Glücksgriff den ich damals in der Videothek beging. Ich war schon gelangweilt von Hollywood bevor ich Fallen Angels sah, aber durch diesen Film schaffte ich es, die richtigen Worte für meine Kritik an Hollywood und im Gegensatz dazu Lob für Wong Kar Wais und, nicht minder, Christopher Doyle's (der Kameramann) Welt zu finden.
Es muss gesagt werden, dass diese Welt nicht jedermanns Sache ist. Evtl. ist dies aber auch der Tatsache geschuldet, dass viele zu sehr an den Handlungsablauf von Hollywoodfilmen gewöhnt sind. Ich habe den Film eigentlich fast jedem in meinem Freundeskreis gezeigt. Lediglich dem einzigen Cineasten unter ihnen gefiel der Film. Aber dieser war auch auf der anderen Seite verwirrt ob der (amerikanischen) Filmregeln die gebrochen wurden (er hat es aufgebröselt erklärt, aber behalten habe ich nicht viel (leider), sondern lediglich zum besten gegeben, dass Regeln keine Kunst machen- jaja, die Arroganz der Unwissenheit).

Was macht den Film und die beiden Antriebsmotoren des Films, Wong Kar Wai und Christopher Doyle, nun aus?
In erster Linie sticht natürlich die Kameraführung heraus. Ungewohnt, ja fast laienhaft (für den Hollywood"verwöhnten") mutet zuerst die ständige Handkamera an. Und dennoch schafft Doyle es, mit Hilfe des Fish-eye Objektivs die engen Räume, in denen gefilmt wird, plastisch darzubringen. Verwoben mit der unstrukturierten Geschichte Wong Kar Wais, den lebensnahen Räumlichkeiten (im Gegensatz hierzu die Hollywood-Sterilität der Räume, in denen immer, ja selbst im Chaos, Ordnung herrscht) eher einfachem aber wirrem und teilweise absurden Plot eingebettet in eine reale Welt, sowie sehr guter Schauspieler, wird der Blick des Zuschauers auf das Leben, besser noch, den Moment des Lebens geführt.
Wenn man sich darauf einlässt, fühlt man selbst die nachhallenden einsamen Schritte in der Bahnstation, die träumerische Art des alltäglichen, die Absurdität und den Konflikt unserer Wünsche und der Realität.

Ein anderer Rezensent kritisierte die Masturbationszene, doch eben die Stelle ist genial. Mit dem hypnotischen Lied und der darauf mitgehenden Kamera, fühlt man selbst die Ekstase, ohne das augenscheinliche selbst zu sehen. Fühlt den Rausch des Triebs, und erlebt in der Folgeaufnahme die Nüchternheit des Moments nach dem Orgasmus. Dies zu erklären bedürfte vieler Worte und wäre doch nur theoretisch, doch die Bilder im Film zeigen es plastisch.

Wer grosses Erklärkino haben möchte, sollte weiterhin westliche Filmprodukte anschauen (wobei ich hier einen Wandel erkenne und keineswegs alles kritisieren möchte was aus HW kommt).

Wer hingegen den (menschlichen) hypnotischen Rausch des Moments auf Film gebannt sehen möchte, kommt an Fallen Angels nicht vorbei. (natürlich meine laienhafte Meinung)

Ich empfehle übrigens "Ashes of Times" (chinesisch mit englischen untertiteln) von WKW als Liebesfilm. Fallen Angels ist eher eine Ode an die Einsamkeit des Individuums in einer übervollen neonlichtdurchfluteten Stadt.
0Kommentar| 13 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. März 2003
Was Kultregisseur Wong Kar-Wai (Chungking Express, Happy Together, In The Mood For Love) hier aus dem Ärmel zaubert ist schlichtweg grandios. Wie zufällig scheint er sich aus der befremdlich wirkenden, überreizten 6 Millionen Neo Noir-Metropole Hong Kong fünf Menschen ausgesucht zu haben, um sie auf ihrer Suche nach Liebe und Leben mit der Kamera durch die ständig gegenwärtige Nacht zu begleiten. Kurz vor der chinesischen Machtübernahme zeigt er die pulsierende, dem ungewissen Schicksal entgegengleitende, Großstadt als schillernden Fluchtpunkt sehnsüchtiger Phantasien.
Erzählt wird die Geschichte eines jungen Profikillers der seine anonyme Tätigkeit schätzt, weil sie ihm jede Verantwortung für sein Verhalten abzunehmen scheint. Seine Aufträge bekommt er von seiner hübschen Agentin, die er kaum zu Gesicht bekommt. Sie arbeitet im Hintergrund und während seiner Abwesenheit kümmert sie sich nebenbei um seine verdreckte Wohnung und sucht in seinen Abfällen nach seiner Seele. Längst hat sie sich in ihren Boss verschaut, doch für diesen ist eine Bindung alleine schon wegen seines Berufes ausgeschlossen. Sein Job wird ihm auch immer riskanter und so beschließt er eines Tages auszusteigen. Seiner Agentin lässt er das alles aus der Entfernung wissen und hinterlässt ihr in seiner Lieblingsbar eine Münze für ein Lied aus der Jukebox ("Vergiss Ihn!").
Gleichzeitig erfahren wir vom gehörlosen He, der im gleichen Apartment wohnt wie die Agentin des Killers. Nachts bricht er in Geschäfte ein um den Betrieb zu später Stunde weiterzuführen und um somit seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Er zwängt harmlosen Leuten seine Dienste auf bis diese nachgeben. Später gerät er an eine eifersüchtige Verrückte, in der er sich schließlich verliebt. Doch sie braucht ihn nur als Detektiv um die falsche Schlange, die ihren Freund ausgespannt hat ausfindig zu machen oder um sich an seinen Schultern auszuheulen. Nachdem sein Vater gestorben ist versucht er sein Leben besser in den Griff zu bekommen und eröffnet einen Imbiss. In dem Etablissement trinkt auch der Killer Wong und träumt davon eine eigene Bar aufzumachen, doch sein Schicksal ist bereits besiegelt.
Mit seinem typischen, unkonventionellen und suggestiven Erzählrhythmus schafft es der Regisseur einmal mehr die inneren Seelenzustände seiner Charaktere wiederzuspiegeln. In einer reizüberfluteten, anonymen Welt, wo Zeit, Raum, Kommunikation und menschliche Bindungen längst versagt haben, suchen die orientierungslosen, nach aussen hin extrem cool wirkenden Figuren, die Wong Kar-Wai immer wieder durch geschickten und perfekt getimten Einsatz von Independent Musikstücken auflaufen lässt um mit dieser Art und Weise ihre Gefühlslagen zu kommentieren, nach Wärme und Geborgenheit. Die verwendete Bildsprache Kar-Wai's ist dabei allesüberragend. So wird man dank der ungewöhnlichen Kameraeinstellungen, der schwindelerregnden Kameraführung, der ausgereiften Montagetechniken wie Stop Motion, dem Überlappen von Bild-und Tonspur, dem Umgang mit verschiedenen Bildgeschwindigkeiten vom Zeitraffer bis zum eingefrorenem Standbild, dem Wechsel von s/w und Farbe, dem Einsatz von Handkameras, extremer Weitwinkelobjektive, oder dem bewußten Umgang mit Unschärfen, als Zuschauer in einen tranceartigen, zeitlosen Film-Raum versetzt, der einen regelrechten Rausch verursacht und den Film beinahe zu einer Sucht werden lässt. Desweiteren wird mit surrealen Motiven und haufenweise Metaphern gearbeitet um die innersten Gefühle der Figuren kunstvoll nach Außen kehren zu lassen.
Die Tonspur ist dabei ein weiteres dramaturgisches Element, welches erheblich zur Geschlossenheit beiträgt. Oftmals verbinden die geniale Musik (von Reggae, Darkwave bis Trip Hop) und die, Kar-Wai-typisch, als Off-Stimme eingesetzten lakonischen Selbstkommentare der Charaktere mehrere Einstellungsfolgen, die zeitlich wie räumlich völlig getrennt sein können.
Fallen Angels ist ein faszinierender Einblick in die von Einsamkeit und Angst geprägte Gefühlswelt einer entfremdeten, modernen Großstadtgesellschaft. Gleichzeitig aber auch ein hochstilisiertes, audiovisuelles Kunstgemälde, das sich gegen jede Form des narrativen Kinos wehrt und besonders kunstbegeisterte Filmliebhaber und Freunde des anspruchvollen und unkonventionellen Films begeistern wird. Mein persönlicher Lieblingsfilm!
0Kommentar| 11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. Dezember 2013
Zwei Menschen die über ein Faxgerät ihre Geschäfte abwickeln. Diese alltägliche Reizschwelle wird bis in die Unendlichkeit verlängert. Ein Film wie aus einem Guß. Wer hier fälschlich an Effekt übervolle Kung Fu Streifen denkt, darf sich hier ausnahmslos dem Bann der exotischen Story mit allen Spielarten der Großstadt hingeben.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. Januar 2012
In Fallen Angels lädt Wong Kar-Wai alle Nachtschwärmer auf eine rauschhafte Odyssee durch das glitzernde Meer aus kalten Neonlichtern der Riesenmetropole Hongkong ein, in deren unerbittlichem Bewegungsfluss ein paar verlorene Seelen an der Unerreichbarkeit der großen Liebe verzweifeln und auf der Suche nach dem einen Partner sind, der sie in Form eines rettenden Ufers aus dem reißenden Strom der Einsamkeit zieht. Nichts ist so beständig wie der Wandel, was insbesondere für diesen aus den Fugen geratenen Moloch gilt, wo sich zufällig die Lebenslinien jener gescheiterten Existenzen tangieren, die in ihrer inneren Zerrissenheit keinen sozialen Bezugspunkt im Leben mehr haben und versuchen, aus dem isolierten Dasein der Gefühllosigkeit auszubrechen, um ein Ventil für ihre unterdrückten Sehnsüchte zu finden, in einer von Entfremdung und inhumaner Gewalt geprägten Stadt, in der die Kriminalität zum festen Bestandteil des Alltags geworden ist, sodass nur noch der Moment des Augenblicks von entscheidender Bedeutung ist. Einer dieser gefallenen Engel ist ein Auftragskiller, der in tranceartigem Zustand durch das hektische Treiben dieses nervösen Schmelztiegels flaniert und mit erbarmungsloser Brutalität seinen Job erledigt, bei dem das Töten für ihn zum kathartischen Ausbruch der gezügelten Leidenschaft wird. Eine emotionale Verbindung zu seiner attraktiven Partnerin "Agent", die der einzige Kontakt zu seinen Auftraggebern ist und für ihn seine Opfer ausspioniert, lässt er nicht aufkommen. Erst recht nicht, als er auf die extrovertierte "Punkie" trifft, die ihm einen Hauch des abhanden gekommenen Gefühls von Wärme und Geborgenheit zurückgibt. Und auch wenn Fallen Angels immer wieder die schonungslose Härte des verwahrlosten Hongkonger Chungking-Viertels offenbart, ist dieser Film dennoch eine traumhaft schöne Ballade über die Unfähigkeit, Liebe zu empfinden, die in der oberflächlichen Welt dieser gigantischen Metropole zu verkümmern droht, in der Menschen wie "Agent" so einsam sind, dass sie im morbiden Halbdunkel einer Cocktail-Bar vor einer Jukebox zu masturbieren beginnen. Diese "Agent" ist eine der klassischen Figuren, wie man sie häufig in Wongs Filmen antrifft. Eine gebrochene Frau, die in ihrem exzessiven Charakter ihren heimlichen Schwarm "Killer" begehrt, der sie allerdings kühl abweist, weil der Funke beim flüchtigen Begegnen in der Nacht einfach nicht überspringt und er selbst unglücklich in "Punkie" verliebt ist. Auf einem poetischen Kern aus schwermütiger Melancholie baut Wong den Gegensatz zwischen dem ungestillten Verlangen nach intimer Nähe und der unüberwindbaren Distanz der urbanen Anonymität auf, wobei sich im energetischen Fluss dieses tragischen Gefühlsspiels ganz allmählich die Zeit auflöst, weil die Linearität der Handlung streng negiert wird und nur der Mechanismus des Zufalls die einzelnen Episoden in ein unendliches Band des Erzählens fügt. Fotografiert wurde der Film in einer bizarren Bildsprache, die eine unbändige Sogkraft entwickelt und Fallen Angels als geträumte Vision in surrealen Gemälden erscheinen lässt, in der die Figuren wie in einer Phantasmagorie in den unscharfen Konturen der Tiefenauflösung zu verschwimmen drohen, und in stilisierten Kameraeinstellungen ganze Teile des Blickfeldes wie durch ein Prisma verzerrt werden, sodass die Wahrnehmung nicht mehr ganzheitlich, sondern nur noch über zersplitterte Partikel erfolgen kann. Urplötzlich einsetzende Slow Motions fungieren als retardierendes Element, das bei Gewaltausbrüchen immer wieder den atemberaubenden Fluss der Bilder entschleunigt und die Sehnsüchtigen in ihrer narkotischen Ohnmacht förmlich in sich erstarren lässt, ehe sie von Zeitraffern wieder aus ihrer Lethargie gerissen werden, womit sich diese Sequenzen ganz allmählich zu atmosphärischen Momentaufnahmen verdichten. Abrupte Jump Cuts und nervöse Kamerafahrten werden zum Sinnbild für die Beziehungslosigkeit des Zusammenlebens in dieser Megacity, in der diese Menschen längst ihre Identität verloren haben und verstört nach ihrem wahren Ich suchen. Die gängigen Kommunikationsmuster funktionieren nicht mehr, der erste Dialog von Angesicht zu Angesicht vollzieht sich spät, irgendwo in der Mitte des Films. Selbst der Zuschauer weiß mehr als die handelnden Personen, denn er wird durch den Voice-Over-Kommentar zum privilegierten Mitwisser. Man raucht lieber, anstatt miteinander zu reden, eine multimediale Zeichenflut aus Leuchtreklamen und Werbebannern leitet die Verlorenen somnambul durch diese künstlich aufgebauschte Massenkultur, in der das Individuum zu einem austauschbaren Objekt degradiert wird und in isolierten Gefühlswelten gefangen ist. In Wong Kar-Wais Hongkong dringt kein Tageslicht ein, es ist immer Nacht, so als ob man einen Traum träumt, aus dem man nicht mehr aufwacht. Als "Killer" mit "Punkie" schläft, spürt das seine Seelenverwandte "Agent" und weint bitterlich, dann stellt sie ihm eine Falle, um ihm gnadenlos die Lichter auszublasen. Großstädter sind eben beziehungsunfähig!
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. November 2009
Wieder so ein wunderbarer Film von Wong Kar Wai. Ich kenne keinen Regisseur der Liebe und Einsamkeit besser auf die Leinwand zaubern kann als er. Zugegeben, viele seiner Filme haben kaum eine richtige Handlung. Was bei anderen Filmen eine Bankrotterklärung wäre, fällt hier kaum auf. Warum? Weil man eintaucht in die Poesie der Bilder, man lässt sich treiben von der Stimmung des Films, man wird eins mit den Protagonisten. Man versteht sie. Man leidet und freut sich mit Ihnen. Es sind die Banalitäten die den Film groß machen. Wie He seinen Vater mit der Kamera aufnimmt und sich nach seinem Tod die Kassette in Dauerschleife ansieht. Wie Michele ihren Kopf an den Wurlitzer presst und sich von der Musik treiben lässt. Das ist großes Kino. Und so viel tiefer und ansehnlicher als der hundertste Hollywoodaufguss mit seinen oberflächlichen Charakteren.
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. Januar 2006
Ich glaube die "Macher" des Filmes haben ihr Ziel erreicht und die Sache perfekt umgesetzt, daher 5 Sterne. Der Rest ist Geschmacksache - und mein Geschmack wurde damit getroffen. Ein toller Film für Leute die auf interessante Athmosphären stehen. Hat mich etwas an 2046 erinnert nur mit mehr Wärme.
0Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. Dezember 2002
"We all need a partner, when will I find mine ?" seems to be a theme running through all of Wong Kar-Wai's films, as well as his other ingredients: Mind-bending speed, innovative, extraodinary camerawork (by Christopher Doyle), a great sountrack, and a gorgeous cast.
He also manages to show the murky side of society while never losing touch with its humanity. We see that even a cold-blooded hit_man can have a side that we might empathize with.
Takeshi Kaneshiro as the mute is the shining star of this film for me. He's brilliant, lovable, and beautiful. the "May 30th, 1995, I fell in love" scene is one I adore. In slow motion, and in black and white, the background and foreground move at different speeds, fade in and out...it's a magnificent piece of magical art, a painting come to life.
Like Kar-Wai's Chungking Express, it slows down somewhat in the second half, and for my taste, this is when it gets even better.
There is so much to see in this film, that it takes several viewings to fully appreciate it...it's incredible inventiveness, and it's sweet soul shining in the darkness.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 2. Februar 2012
1995: Hongkong ist eine riesige Metropole, in der die Menschen wie Ameisen wirken und für Sekunden aneinander vorbeirauschen. Die Zeit scheint sich dort noch schneller zu drehen, eine Beständigkeit ist kaum machbar. Millionen von Momenten fliegen rasend schnell an den Menschen vorbei.
Hier lebt der Auftragskiller Wong Chi-Ming (Leon Lai), der sein Metier deshalb liebt, weil es ihn unabhängig bleiben lässt. Trotzdem leistet er sich so etwas wie eine Partnerin (Michelle Reis), die beiden wissen kaum voneinander und sehen sich nur selten. Aber sie sucht dennoch seine Liebe, indem sie ihm seine schmuddelige Wohnung immer mal wieder aufräumt. Sie sitzt in der Bar, dort auf dem Platz wo er immer sitzt, und träumt von einer Zukunft zu zweit - ist sich aber dennoch klar darüber, dass dies eine Illusion sein wird.
Auf beruflichem Sektor organisiert sie seine seine Termine, beseitigt seine Spuren und kundschaftet Opfer und Tatorte aus.
Der Killer, der bei flauer Auftragslage, auch mal als Geldeintreiber jobbt, denkt aber daran die Zusammenarbeit zu beenden.
Ähnlich orientierungslos ist der stumme He Zhiwu Takeshi Kaneshiro), der immer noch nicht richtig erwachsen geworden ist und bei seinem Vater ( Man-Lei Chan) lebt. Auch er ist beruflich sein eigener Herr und wohnt im gleichen Appartment wie die Agentin. Nachts bricht er in Geschäfte ein um den Betrieb zu später Stunde weiterzuführen und somit seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Er drangt und zwängt auch harmlosen Leuten seine Dienstleistungen auf so lange auf, bis sie nachgeben und Kohle rausrücken. He Zhiwu lässt somit keine Gelgenheit aus, die Menschen dieser Stadt auf diese Weise kennenzulernen, auch wenn sie sich wiederum gar nicht für ihn interessieren.
Immer wieder begegnet ihm die unglücklich verliebte und reichlich verrückte Charlie (Charlie Yeoung), in die er sich verliebt. Sie braucht ihn erstmal als Detektiv um die Konkurrentin, die ihr den Freund ausgespannt hat, aufzuspüren.
Gemeinsam fahren sie nachts Motorrad oder gehen als Zuschauer zu Fußballspielen.
Der Killer lernt bei einer Late Night Mahlzeit eine Blondine (Karen Mok) kennen, die ihn anquatscht und ihn mit nach Hause nimmt.
Für eine Nacht ist Zweisamkeit angesagt...
Mit seinem typischen, unkonventionellen und suggestiven Erzählrhythmus schafft es der Regisseur Wong kar wei mit "Fallen Angels" - enstanden 1995 - einmal mehr die inneren Seelenzustände seiner Figuren treffend wiederzuspiegeln. In einer reizüberfluteten, anonymen Welt, wo Zeit und Raum sich jeden Moment schon beinahe auflösen, Kommunikation und menschliche Bindungen immer mehr zurückgedrängt wird, ist seine Geschichte über die einsamen Herzen und Seelen der pulsierenden Metropole angesiedelt.
Dabei umgibt die kühle ästehtische Inszenierung ihm immer wieder Gelegenheit eine großartige Poesie herauszufinden, die für kurze Momente eine zarte Melancholie über diese Menschen auszugießen scheint.
Momente wie der Tod des Vaters von He werden auch beim Zuschauer unvergessen bleiben, so wie He diese Sekunden auf eine Videokamera gebannt hat und so das Gesicht des Vaters immer wieder sehen kann.
Das Ende geht auch mit dieser Hoffnung zu Ende. Ein Motorrad, zwei Menschen: "Der Weg ist nicht sehr lang. Ich werde bald absteigen.
Aber in diesem Moment spüre ich eine große Wärme."
Ein sehr ungewöhnlicher, aber enorm schöner und reifer Film.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. September 2005
Die etwas düsterere und sehr gelungene Fortsetzung von dem witzig-erfrischen Film Chungking Express. Bemerkenswerte Kamaraarbeit-und Führung. Erotik kommt auch nicht zu kurz. Absolut sehenswert!
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. April 2008
Zugegeben muss man vielleicht bei Wong Kar Wai erst mal auf den Geschmack kommen. Aber wenn man seinen Stil und den seines Kameramanns Christopher Doyle erst einmal lieben und schätzen gelernt hat, lässt einen diese Atmosphäre nicht mehr los.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

4,99 €
6,97 €