find Hier klicken Jetzt informieren PR CR0917 Cloud Drive Photos Alles für die Schule Learn More TDZ Hier klicken HI_PROJECT Mehr dazu Hier Klicken Storyteller Unlimited AmazonMusicUnlimited Fußball longSSs17

Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen
19
4,6 von 5 Sternen
5 Sterne
15
4 Sterne
0
3 Sterne
4
2 Sterne
0
1 Stern
0
Format: DVD|Ändern
Preis:94,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 23. September 2007
Im Gegensatz zu meinem Vorredner habe ich außer dem vorliegenden noch keinen anderen "Ring" auf DVD gesehen, sondern lediglich Aufnahmen auf Platte oder CD gehört, kann also nicht sonderlich viele Vergleiche anstellen. Dennoch ist natürlich auch mir bekannt, dass Chéreaus Interpretation des Ring-Zyklus damals etwas ganz Neues und Revolutionäres gewesen war; im 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts war man noch sehr darauf bedacht, sich an Wagners Vorgaben im Libretto zu halten, überlud die Bühne mit Kulissen, während die Sänger mehr oder weniger einfach nur dastanden und ihre jeweilige Rolle zum besten gaben. Wieland Wagner, Enkel des Meisters, war nach dem zweiten Weltkrieg darauf bedacht, die Bühne zu entrümpeln, auf dass der Zuschauer sich selbst seine Gedanken machen würde - die Sänger bewegten sich jedoch weiterhin nicht allzu viel.
Der Franzose Patrice Chéreau dann brachte wieder die Kulissen auf die Bühne, brachte "das zurück, was früher war, nur völlig anders" (wie Wotan Donald McIntyre es formuliert), nur siedelte er, das Ganze zur Zeit der industriellen Revolution an - was bei Puristen natürlich ein Aufschreien verursachte. 1980 allerdings, bei der letzten Aufführung und nachdem sich viele offenbar noch einmal Gedanken gemacht hatte und das Ganze hier und da auch noch einmal überarbeitet worden war, gab es sagenhafte 85 Minuten Applaus!
Meiner Meinung nach jedenfalls ist diese Inszenierung genial und zeitlos. Fantastisch sind selbst solche kleinen, durchdachten Details wie Siegmund im ersten Akt der "Walküre" am Stamm der Esche, wie er bei den Worten "Ich fass' es nun" nicht das Schwert packt, sondern das Gedankliche erfasst; der Waldvogel im "Siegfried" in einem Käfig (da er keineswegs frei ist); Fafner, der bei seinem Tod wieder als Riese auftaucht usw. - um nur einige Beispiele zu nennen.
Das größte Plus des "Jahrhundert-Ringes" jedoch ist ganz eindeutig die Personenregie. Es wird sofort deutlich, dass mit Chéreau ein Mann mit Theatererfahrung geholt wurde, und das wäre sicherlich ganz im Sinne Wagners gewesen, der Musik, Dichtung und Theater als Einheit ansah.
Die schauspielerischen Darbietungen und Gestiken lassen diesen "Ring" erst richtig lebendig werden, mit Chéreau verlangte einer den Sängern auch mimische Fähigkeiten ab, was ich für sehr wichtig halte, denn sonst kann man sich das Ganze auch gleich nur auf CD anhören.
Dies bringt mich gleich zu den Darstellern und ihren Leistungen. Donald McIntyre ist ein sehr guter Wotan mit einer ausdrucksstarken Stimme, der einfach Präsenz auf der Bühne besitzt. Das Grüblerische, Zwiespältige und gleichzeitig Väterliche bringt er äußerst charismatisch und gelungen herüber. Gwyneth Jones ist eine gute Brünnhilde - keine Birgit Nilsson, aber das kann man kaum verlangen -, manchmal mit einem etwas wackligen Vibrato, aber sei's drum: Eine schwierigere weibliche Gesangspartie gibt es nicht. Außerdem macht sie auch optisch einigermaßen was her; schon von Vorteil, wenn da vom "herrlichsten Weib der Welt" die Rede ist und keine, ähem, Dampfwalze dasteht, wie manchmal durchaus der Fall.
Manfred Jung als Siegfried ist ebenfalls nicht schlecht, allerdings fehlt es seiner Stimme ein wenig an Wärme und Dynamik, gerade die hohen Töne sind sehr oft mit Anstrengung "herausgebellt"; ehrlich gesagt, ein Siegfried Jerusalem, der hier leider nur den Froh singen darf, hätte mir besser gefallen. Aber auch wenn Jung kein Windgassen oder Melchior ist -, er macht seine Sache ordentlich und glänzt zudem durch eine exzellente schauspielerische Leistung.
Absolut herausragend ist auch Heinz Zednik mit seiner schalkhaften Darbietung als Loge bzw. seiner humorigen Interpretation des Mime - besser geht es kaum noch. Zu überzeugen wissen auch Hanna Schwarz als Fricka, Franz Mazura mit seiner erhabenen Stimme als Gunther, sowie Peter Hofmann und Jeannine Altmeyer als Siegmund und Sieglinde (bzw. Gutrune), die das inzestuös verliebte Zwillingspaar sehr leidenschaftlich und glaubwürdig darstellen. Auch Nebenrollen wie Hunding (Matti Salminen, wohl einer der besten Bassisten überhaupt) oder Erda (Ortrun Wenkel) sind hervorragend besetzt.
Pierre Boulez' Dirigat weiß ebenfalls zu überzeugen, er lässt sich - wie bei vielen früheren Interpretationen - zum Glück nicht dazu hinreißen, Stellen wie Waltrautes Erzählung in der "Götterdämmerung" oder Wotans Lebensbeichte gegenüber Brünnhilde in der "Walküre" im Zeitlupentempo spielen zu lassen.
Interessant ist auch das "Making of", eine etwa einstündige Dokumentation auf der Bonus-DVD, bei der man einen Einblick in das ehrgeizige Filmprojekt bekommt, einige Hintergrundinformationen zur Chéreau-Inszenierung, sowie zu den Inszenierungen davor.
Der Ton des Ganzen geht in Ordnung, man hat die Wahl zwischen Stereo und 5.1, über Kopfhörer sind die Sänger oftmals SEHR deutlich im Vordergrund, aber in Bayreuth ist das Orchester ja bekanntermaßen "überdacht", damit dürfte es wohl auch zusammenhängen. Das Bild ist nicht gerade berauschend, aber da bin ich persönlich zumindest nicht ganz so pingelig.
In jedem Fall lohnt sich die Anschaffung dieses wohl größten Meisterwerks der Musikgeschichte in dieser Interpretation - klarer Fall von fünf Sternen.
0Kommentar| 65 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. April 2017
Das, was mit dieser Inszenierung in Bayreuth begann, ist nach wie vor hochaktuell: die szenische Darstellung des Kapitalismus mit all seiner Falschheit und Perversion. Das wird an einzelnen Figuren sichtbar gemacht. Die Frage ist: was kann als Utopie daraus formuliert werden? Wagner hat es sich mit dieser Frage nicht leicht gemacht. Auf unsere heutige Zeit übertragen würde ich meinen, daß wir selbst nach einer Antwort auf diese zentrale Frage der Utopie finden müssen. Der Ring, noch dazu in dieser nach wie vor grandiosen Musik wie Inszenierung, gibt auch eine Antwort dazu. Am Ende sind alle Irtümer verbraucht, sozusagen, und die ganze Welt fängt von Neuem wieder an. Darin jedenfalls liegt eine Utopie. Aber den Untergang des Alten, den erleben wir heute noch. Wir sind heute die Insider der Götterdämmerung. Das jedenfalls macht die Aktualität Wagners aus, und macht sie wirklich auch sinnfällig.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 20. Dezember 2006
Wer sich mit den Werken Richard Wagners beschäftigt, wird wohl kaum an dieser Inszenierung vorbeikommen. Seinerzeit zur Uraufführung höchst umstritten und kritisiert, stellt diese Ringinterpretation alles bis Heute dagewesenes in den Schatten. Ich habe nachdem schon viele Ringinszenierungen gesehen, keine erreichte jedoch dieses Maß an überzeugender Dichte; allenfalls der Berlner Ring von Götz Friedrich. Über die Inhalte und Aussage der Cherreau-Inszenierung möchte ich hier nichts sagen. Jedem Wagnerianer dürfte dies wohl bekannt sein.

Ich danke dem Bayerischen Fernsehen, das die Opern damals mitgeschnitten wurden und Heute auf DVD erhältlich sind. Als Fan von Peter Hofmann, bin ich heute noch hingerissen, Ihn dort als den vielleicht besten Siegmund zu sehen. Nicht nur er, die komplette Besetzung ist einem Jahrhundertring mehr als würdig. Man glaubt dort wird nicht nur gespielt; jeder Darsteller lebt seine Rolle. Allen voran Gwynneth Jones als Brünnhilde wie auch Donald Mc Intire als Wotan. Ich habe seit dem noch nie so einen zweiten Akt der Walküre gesehen. Als Wotan das Ende der Welt heraufbeschwört, jagt es einem eiskalte Schauer über den Rücken.

Selbst in den Nebenrollen, hab ich seitdem nicht mehr so gute Sänger erlebt! Ich möchte an dieser Stelle ganz besonders Heinz Zednick in der Rolle des Mime hervorheben. Bayreuth sind halt die Bretter die die Welt bedeuten. Bei dieser Ringinterpretation trifft das mehr als nur zu; entsetzlich wenn ich mir dagegen den Stuttgarter Ring anschaue. Mit Richard Wagner hatte das wirklich nichts mehr zu tun. Sowieso hat diese Zeit in Bayreuth viel Bedeutsames und Einzigartiges hervorgebracht. Die ein oder andere Wagneroper kann man aus dieser Zeit auf DVD auch erwerben. Das was noch fehlt und die Sache perfektioniert ist die Ponelle-Inszenierung vom Tristan (mit Rene Kollo). Auch diese war ein Meilenstein.

Wagner hat das Festspielhaus für seine Opern gebaut, dies nicht ohne Grund. Es ist bedauerlich, das man diesem Vorhaben nach seinem Tod nicht mehr gerecht wurde!
0Kommentar| 21 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 23. August 2013
Der Ring, den ich seit langem in meiner Diskothek habe, wurde als Geburtstagsgeschenk für eine Münchner Bekannte, mit der wir uns über Jahre in Bayreuth getroffen haben, erworben. Da sie ihn kennt, darf man davon ausgehen, dass sie sich über das Geschenk sehr gefreut hat. Für mich ist dieser Jahrhundertring ein herausrages Beispiel guten modernen Regietheaters, das man heute aus unseren Bühnen nicht mehr findet.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. Februar 2007
Zugegeben: Bei der Beurteilung dieser Einspielung gänzlich objektiv zu sein, fällt mir nicht leicht, denn mit der Fernsehausstrahlung dieser von der Unitel und dem Bayerischen Rundfunk produzierten Aufzeichnung Anfang der 80er Jahre in der ARD begann meine bis heute anhaltende Begeisterung für die Musik Richard Wagners. Das Nostalgiesternchen zusätzlich möge man mir daher verzeihen...

Bei der vorliegenden Aufzeichnung handelt es sich um Aufnahmen der von 1976 bis 1980 mit großem Erfolg gespielten Inszenierung, die der französische Theater- und Filmregisseur Patrice Chéreau anlässlich der Einhundertjahrfeier der Bayreuther Festspiele 1976 inszeniert hat. Götterdämmerung wurde 1979 (noch mit analogem Ton) und die restlichen drei Opern 1980 (digital) im Bayreuther Festspielhaus aktweise ohne Publikum aufgezeichnet.

Was bleibt gut 25 Jahre später von dieser bei ihrer Premiere hochumstrittenenen und später fast ausnahmslos gefeierten Inszenierung übrig? Boulez' Dirigat gehört neben dem von Karl Böhm (1966/67) zu den schnellsten, die bis heute gespielt worden sind. Definitiv ein Pluspunkt, da es zu keinem Zeitpunkt unpassend wirkt, sondern an den richtigen Stellen die Dynamik der Handlung hervorhebt. Als Beispiel sei der Botenbetricht der Waltraute genannt (Götterdämmerung, 1. Aufzug, 3. Szene): Dass die Botin abgehetzt und ihre Nachricht dringlich ist, wird von vielen Dirigenten (am schlimmsten bei Knappertsbusch) zu Lasten einer überdimensionierten Entfaltung der Waltraute-Partie schlichtweg ignoriert. Dieser Gefahr erliegt Boulez zu keinem Zeitpunkt. Die Besetzung der Gesangspartien ist nicht durchgängig von herausragender Qualität. Zwar gibt es keine Totalausfälle, doch gehört Donald McIntyre rein stimmlich sicherlich nicht in die allererste Liga der Bayreuther Wotan-Interpreten. Er bringt die Verzweiflung und Zerrissenheit Wotans insbesondere in der Walküre zwar hervorragend zur Geltung, insgesamt ist die Stimme jedoch einfach zu schwach, und auch in seinen späten Bayreuth-Jahren litten seine Darbietungen zu sehr unter seinem starken englischen Akzent. Manfred Jungs Siegfried ist ebenfalls keine Offenbarung: Sein Vortrag ist von inbrünstiger Intensität, aber letzlich muss auch ein Heldentenor mehr als nur laut und kraftvoll sein. Auf der Plusseite zu verbuchen sind auf jeden Fall der damals am Anfang seiner Karriere stehende Siegfried Jerusalem, der Frohs in diesem Fall leider viel zu kleine Partie mit glasklarer Stimme intoniert. Peter Hofmann stand Anfang der 80er im Zenit seiner (leider viel zu kurzen) Karriere als Wagner-Tenor: Sein Siegmund gehört ebenfalls zu den Glanzlichtern der Aufnahme und wird durch Jeannine Altmeyers großartige Sieglinde und Matti Salminens perfekten Hunding kongenial ergänzt, was insbesondere den ersten Aufzug der Walküre zum Höhepunkt der Aufnahme macht. Herausragend ist aber vor allem Heinz Zednik in seiner Paraderolle als Mime im Siegfried und als wohl bester Loge, der jemals den Weg auf einen Bild- bzw. Tonträger gefunden hat. Seine Interpretation des Feuergottes als mephistophelischer Schalk ist bis heute unübertroffen. Hier zeigt sich die Stärke dieses Rings in der Kombination von Bild UND Musik ganz besonders deutlich: Wie kaum ein anderer war er als MusikTHEATER konzipiert, will sagen: Auf die schauspielerischen Leistungen aller Mitwirkenden wurde von Chereau großen Wert gelegt, und sie sind größtenteils hervorragend. Selbst die durchschnittlichen Gesangsdarbietungen von McIntyre oder Gwyneth Jones (Brünnhilde) werden dadurch deutlich aufgewertet.

Die Making-Of-DVD wirkt an manchen Stellen zwar wie ein PR-Film für Bayreuth und Wolfgang Wagner, bietet aber darüber hinaus viele interessante Informationen rund um die Entstehung der Inszenierung und kann insgesamt als gelungene Abrundung dieser Box betrachtet werden.

Technisch hält Box leider nicht, was der Inhalt verspricht. Der Ton ist 5.1 remastered worden und macht damit selbst der CD-Aufnahme Konkurrenz, aber die Bildqualität ist schlichtweg unterirdisch. Als ich einmal einen amerikanischen Kollegen fragte, was eigentlich die Abkürzung NTSC bedeute, antwortete er mir mit gequältem Lächeln: Never The Same Color! Wie recht er hatte...! Obwohl die Aufnahmen von der Unitel damals in PAL durchgeführt wurden, hat man sich später im Interesse einer weltweiten Vermarktbarkeit für die Konvertierung in NTSC entschieden und diesem Ring damit unnötigerweise viel von seinem Glanz geraubt. Schade!

Fazit: Abgesehen von seiner Bedeutung als musikhistorischem Dokument einer der bedeutendsten Wagner-Inszenierungen überhaupt ist dieser Ring der beste, den man auf DVD kaufen kann. Weder die musikalisch indiskutable Stuttgarter Inszenierung noch der altbackene MET-Ring von Schenk/Levine können dem Gespann Chereau, Boulez und Bühnenbildner Richard Peduzzi auch nur annähernd das Wasser reichen. Wer also diesen Ring in Gänze genießen möchte und sich zwischen CD und DVD entscheiden will, sollte ein paar Euro mehr investieren und unbedingt zu den DVDs greifen!
33 Kommentare| 71 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. Juni 2007
Liebe auf den ersten Blick war es auf jeden Fall, als ich diesen Ring vor Jahren - als ersten Ring überhaupt, und ohne jegliche Vorkenntnisse - im Fernsehen sah und mir, sobald erhältlich, dann auf DVD zulegte. Im Gegensatz zu anderen auf DVD erhältlichen Ringen (die allesamt mehr als 10 Jahre später aufgezeichnet wurden), lässt hier zwar die Bild-Qualität ein wenig zu wünschen übrig, aber die Audio-Qualität ist ausgezeichnet.

Als "Gesamtwerk" ist dies wohl der beste derzeit auf DVD erhältliche Ring, dem vielleicht noch der Met-Ring von 1989/90 mit durchwegs guter Sänger-Besetzung und einer stimmigen, sehr traditionellen Inszenierung nahe kommt. Akzeptable Veröffentlichungen sind auch der Amsterdamer Ring (wobei hier einiges im Regiekonzept unklar bleibt) und der Bayreuther Ring von 1991/92 (bei dem allerdings zu viel Nichts auf der Bühne vor allem deshalb oft störend wirkt, da auch die Personenführung Wünsche offen lässt). Nur abraten kann ich in diesem Zusammenhang jedem Wagner-Liebhaber vom Stuttgarter Ring.

Patrice Chéreau ging völlig unvorbelastet an die Inszenierung dieses Ringes heran. Schwächen, die sich dadurch 1976 noch bemerkbar machten, wurden im Laufe der folgenden Jahre beseitigt, so dass hier nun eine "moderne" Inszenierung vorliegt, die dem Werk gerecht wird, ohne die traditionellen Bilder zu verwenden, aber auch ohne den Inhalt in irgend einer Form zu verfälschen.

Das große Plus dieser Aufnahme ist aber in meinen Augen/Ohren die durchgehend hervorragende Besetzung. Donald McIntyre als Wotan/Wanderer ist in Wortdeutlichkeit und Ausdruckskraft unerreicht. Er versteht es sowohl stimmlich, als auch darstellerisch das breite Spektrum der Gefühle, die in dieser Rolle zu finden sind, in unnachahmlicher Weise lebendig zu machen. Den durch einen Vorrezensenten bemängelten "starken englischen Akzent" kann ich nicht bestätigen - im Gegenteil möchte ich behaupten, dass es wohl kaum einen Interpreten gibt (und ich habe im Laufe der Zeit eine ganze Reihe von Sängern in dieser Rolle gehört), der den Wotan mit einer ähnlichen Klarheit und Verständlichkeit singt, wie man dies hier von McIntyre zu hören bekommt. Gwyneth Jones gelingt es auf hervorragende Weise, Brünnhilde in all ihren Facetten zum Leben zu erwecken. Ihr nimmt man sowohl die wilde Maid, als auch die von Liebe ergriffene junge Frau vorbehaltlos ab. Überzeugend auch Heinz Zednik, sowohl in der Rolle des quirligen Loge, als auch als hinterhältiger Mime. Und wenn man den Rest der Besetzung betrachtet - u. a. Matti Salminen, Peter Hofmann oder Hanna Schwarz - so lässt auch diese, selbst bis in kleine Rollen (so etwa Siegfried Jerusalem als Froh) keine Wünsche offen.

Fazit: Sowohl sängerisch als auch szenisch der beste Ring, der im Handel ist - und damit ein Muss für jeden Wagnerianer.
11 Kommentar| 30 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. März 2013
Kaum zu glauben, dass diese Produktion seinerzeit in Bayreuth ein Skandal war. Was mich bei dieser Aufführung besonders beeindruckt ist die unglaublich gute Personenregie (von Patrice Chereau). Gwyneth Jones ist in dieser Produktion eine hervorragende Schauspielerin und daneben in stimmlich guter Verfassung. Die Todesverkündung und der Feuerzauber in der Walküre sowie die Szene wo Brünhilde auf die Burg der Gibichungen kommt oder der Schlußgesang in der Götterdämmerung sind ganz unvergleichlich.
Ich habe mir gleichzeitig auch den Ring aus der MET unter James Levine mit Hildegard Behrens gekauft. Das Bühnenbild von Günther Schneider-Siemssen ist grandios und die Regie von Otto Schenk konventionell und sehr ansprechend. Es ist ungeheuer spannend die beiden Produktionen zu vergleichen und ich möchte keine davon missen.
Von Amazon bekam ich den gesamten Ring zum Preis von einer billigen Opernkarte. Ich finde, das ist ein Schnäppchen.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. Mai 2009
Nach dem "Rheingold" wird man einfach süchtig nach mehr. Wer diesen Ring live erlebt hat, wird noch immer schwärmen. Wem die Tempi zu rasch sind, dem sei der Brei empfohlen, der oftmals in den Opernhäusern zu erleben ist. Da toben sich Dirigenten an sich selbst aus und verlieren das Ganze völlig aus dem Auge. Das ist Boulez nicht passiert. Ein Guss, ein glanzvolles Orchester, gute Solisten, die von Chéreau gut geführt wurden - auch die, die nicht unbedingt die besten Darsteller waren. Eine niemals aufdringliche Regie, jedoch stockt mir manchmal der Atem vor Freude und Staunen. Die Abscheu, mit der die Göttersippe, mit Ausnahme Wotans, in Walhall einzieht, macht Gänsehaut. Gnadenlos attackiert die Musik, Loge amüsiert sich. Warum nur war dies damals so skandalös? Es geht doch eigentlich nicht besser!
0Kommentar| 15 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. Juni 2013
Der Artikel gefällt mir sehr, es war eine prompte Bedienung, alles war zu meiner vollen Zufriedenheit. Jeder Zeit gerne wieder
22 Kommentare|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 1. September 2013
Ein - für damalige Zeiten - moderner Ring. Mein Lieblingsring ist er nicht, mit einer Einschränkung: Die beste Walküre (bis auf den Kupferring 1990). Man kann sagen was man will, Peter Hofmann ist für mich bis heute der beste Siegmund. Auch die Inszenierung ist auf höchstem Niveau, ohne viel "Drumherum", einfach, klar und schlicht. Die SängerInnen sind fast alle wunderbar, bis auf die Sieglinde (J. Altmeyer), deren starker amerikanischer Akzent sich auch in späteren Inszenierungen nicht verlor. Dies wirkt doch sehr störend. Ansonsten - wie gesagt - die beste Walküre.

Die anderen drei Teile finde ich persönlich nicht sehr berauschend, auch nicht ansprechend. Aber das ist alles Geschmackssache.

Für ca. 1976 sicherlich ein sehr forscher Ring.
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden