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am 5. September 2009
Mit dem Kauf dieser Götterdämmerung habe ich meinen wahren Nibelungenschatz gehoben... Herr Kupfers genialer Ring schließt sich mit einer noch genialeren Götterdämmerung, die die vorherigen Teile sogar noch an Atmosphäre und Spannung übertrifft, ohne dass meiner Begeisterung für Vorabend, Tag 1 und 2 Abbruch getan wurde!
Harry Kupfer gelingt das Kunststück, den Zuschauer so sehr an das Bühnengeschehen zu fesseln, dass man keinen einzigen Moment lang den Blick abwenden mag. Alles ist so atemberaubend schlüssig, so klug durchdacht und stringent erzählt - und zugleich wirft Kupfer so viele neue Fragen auf, gibt so viele neue einleuchtende Antworten... Ich stieß noch nie auf eine weisere Götterdämmerung.
Das Bühnenbild nimmt sich zwar zumeist äußerst minimalistisch aus (mit Ausnahme des grandiosen Wachturms im zweiten Aufzug), doch gerade durch die Reduzierung des Äußeren rückt das Innere noch mehr in den Fokus:
Glaubhaft und ergreifend legt sich das Seelenleben der Figuren dar, und jeder, jeder der Akteure zeigt eine wahrhaft brilliante Schauspielleistung! Von der mehr oder minder kleinen Rolle der Gutrune bis zur großen Brünnhilde - jederzeit ist jeder auf der Bühne "präsent"; alle, Chor wie Solisten, fiebern mit, sind stets ganz und gar die Rollen, die sie verkörpern: Eine unglaubliche Darbietung!
Die hochdramatischen inneren Vorgänge des Wagnerpersonals werden dabei noch betont durch die "äußere" Dramatik: Stets ist Leben auf der Bühne, es ist Bewegung, wo man in anderen Inszenierungen nur steif ausharrt; hier wird geschritten und geeilt, gesprungen und gerutscht, und wie Herr Brinkmann als Gunther von Herrn Kang (Hagen) benutzt wird, um seine überschüssigen Aggressionen durch gewalttätiges Herumschubsen des Halbbruders auszuleben, hat durchaus etwas Erheiterndes.
Natürlich ist der Chor erstklassig im Gesang; und wie erwähnt begeistert er genauso in der darstellerischen Umsetzung des Gesungenen. Mit fieberhafter Spannung lauschen die Gibichsmannen Siegfrieds ornithologischen Anekdoten, mit atemloser Spannung verlangen sie todeskühn nach Kunde von der drohenden "Not" - hier stehen nicht mehr hauptberufliche Chorsänger auf der Bühne, die mal eben Gibichsmannen spielen, hier stehen die wilden Vasallen Burgunds, Helden des Schwertes - und des Gesangs...
Dieser überragenden Chorleistung steht eine Riege großartiger Solisten gegenüber, die alle gemeinsam wie jeder für sich auf Weltklasseniveau agieren: Mit großem Einfühlungsvermögen werden die Nöte der Brünnhilde so überzeugend und ergreifend dargestellt wie selten je: Ihr Aufbäumen gegen das perfide Verwirrspiel Hagens, ihre eiskalte Wut in II,5, und ihre unsägliche Trauer über den Verlust ihres Siegfrieds - Unter der Federführung eines Harry Kupfer zeigt Frau Evans das menschliche Leid einer übermenschlichen Walküre, die hinabgerissen aus der Unantastbarkeit ihrer Göttlichkeit umso mehr von der Tragik des Erdenlebens kosten muss, und umso größer und herrlicher steht sie noch immer aufrecht in höchstem Schmerz. Eine wahrhaft atemberaubende Frau Evans!
Siegfried Jerusalem gibt einen absolut goldigen Siegfried; in jedem Blick, jeder Geste offenbart er eine so herzergreifende Unbedarftheit, dass man sogar als Siegfried-Verächter diesem so liebenswert-naiven Held nur alles Gute, und hier einmal nicht den Tod wünschen kann. Besonders ergreifend gestaltet Jerusalem die Todesszene - das liebevolle Gedenken an Brünnhilde scheint er hehr geläutert mit letzter Kraft zu singen - und mit Herzblut...
Einfach nur atemberaubend sind Bodo Brinkmann und Philip Kang: Schon an ihren Kostümen zeigt sich mit liebevoller Ironie, dass Gunther und Hagen hier nicht ganz ernst zu nehmen sind... In schwarzem bodenlangen Mantel und mit Sonnenbrille (!) ist wirklich jedem Klischee Genüge getan, und Kangs Hagen scheint rein optisch weniger der große Böse zu sein als vielmehr eine Karikatur seiner selbst.
Genauso nimmt sich Bodo Brinkmann aus, der als reicher Industrieller im geblümten Morgenmantel sehr zur Erheiterung beiträgt. Kang und Brinkmann ergänzen sich im Spiel aufs Beste, und beide liefern jeweils ein so differenziertes Rollenporträt, dass der weitaus weniger komplexe Charakter des Siegfried fast schon in den Schatten gestellt wird (was sich jedoch dank Herrn Jerusalems Charme weitgehend im Rahmen hält).
Herr Brinkmann gibt einen Gunther, der ganz verschmolzen ist mit der Charakterlosigkeit einer idealismusarmen High Society; sein salbungsvoll-hehres Gebaren ist nichts anderes als hohles Pathos, geziert mit leeren Phrasen; und mit Genuss verpasst Brinkmann seinem Gunther eine so überwältigende Aura der Süffisance, die es aber trotz allem nicht vermag, des Schattenkönigs politische wie menschliche Schwäche zu kompensieren oder zumindest zu verbergen.
Ebenso differenziert ist Herrn Kangs Hagen; sein finsterer Dämonismus wird durch die furiose Kostümierung zwar etwas in Mitleidenschaft gezogen, doch umso mehr tritt durch Kangs fesselndes Spiel Hagens skrupellose Heimtücke und seine eiskalt-berechnende Machtgier zum Vorschein. Trotz Sonnenbrille wirft er stets mordlüsterne Blicke um sich, eiskalt bringt er Siegfried und den eigenen Halbbruder um, und in III,3 schließlich ist er so sehr seinen eigenen Obsessionen verfallen, dass er lauernd wie ein Raubtier Brünnhilde umschleicht und nicht mehr seiner Ring-Lüsternheit Herr wird. Doch hinter all seiner Perfidie und Skrupellosigkeit zeigt sich auch eine tiefe Verletzlichkeit, der Herr Kang in seiner Wacht am Rhein tadellos Ausdruck verleiht, und überzeugend stellt er die Tragik des von Bitterkeit zerfressenen Albensohnes dar.
Sogar die eher unglückliche Rolle der Gutrune ist liebevoll ausgearbeitet, und Eva-Maria Bundschuh kokettiert mit sichtlichem Vergnügen als verwöhnte, affektierte High-Society-Göre.
Und wer kennt die Sänger, nennt die Namen, die ebenfalls allesamt ein Meisterstück des Musikdramas abliefern und dafür gepriesen zu sein verdient haben: Von von Kannens Alberich über die zierlichen Rheintöchter und die mysteriösen Nornen bis zur ergreifenden Waltraute von Waltraud Meier - in dieser Götterdämmerung ist jeder Sänger zugleich ein überragender Schauspieler.

Fazit: Eine überwältigende Darbietung von allen; höchste Schauspielkunst; eine tiefsinnige und humorvolle Inszenierung - 5 Sterne sind noch zu wenig!
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am 24. März 2011
Mit dem Abschluß des Rings gelingt Harry Kupfer sowie Hans Schavernoch eine Inszenierung, die in ihrer bildlichen Ausdrucksstärke, von beinahe "magisch" involvierender Kraftentfaltung, restlos begeistern kann. Sängerisch steht ein Ensemble auf insgesamt sehr gutem Niveau zur Verfügung, das auch schaupielerisch voll überzeugen kann und Kupfers personendramatische Interaktion auf den Punkt umsetzt. Anne Evans singt eine berührende Brünnhilde, hat in den mehr "lyrischen" Momenten ihre Stärke, dramatisch wird es eng, wie bei fast allen Darstellerinnen der letzten Jahrzehnte. Siegfried Jerusalem erreicht nicht ganz die Leistung aus dem Siegfried, überzeugt aber insgesamt. Immer dann, wenn er zu sehr forciert, hat er Probleme. Günter von Kannen ist ein überragender Alberich wie auch sein Sohn Hagen, Philip Kang, mit breitbandigem Bassbariton sehr emotional involvierend singt. Er hat nicht die "bohrende" Präsenz von Salminnen, aber Timbre ist natürlich primär Geschmacksache. Große Klasse die Gutrune von Eva-Maria Bundschuh. Waltraut Meier glänzt als Waltraute mit prägnanter Spielweise und attackierendem Singen. Barenboim dirigiert wieder exzellent wie im gesamten Ring.

Der Schluß ist aus meiner Sicht - wohlgemerkt sehr subjektiv- als der Fortbestand des "Alberich Prinzips", die Verstrickung jeder jungen, neuen Generation in die immer wieder neuen,multifaktoriellen, oft psychischen Konflikte des Lebens zu sehen. Dreh- und Angelpunkte sind, die latente Charakterlosigkeit,der skrupellose Anspruch nach Macht, nach personaler Omnipotenz,nach besitzergreifender, nicht selbstloser Liebe, die der Spezies Mensch in ihrer genetischen Disposition,als das Weltgeschehen bestimmender Faktor, evolutionär eingeboren sind. Kein pessimistischer Schluß sondern ein realistisch evolutionärer.

Diesen Ring muß man gesehen haben, eine Glanzleistung, ein Meilenstein des Operntheaters.
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am 27. Juli 2013
Für mich eine der besten Götterdämmerungsaufnahmen. Habe nun den Chereau Ring komplett. Bin hellauf begeistert. Kann diese DVD und die drei anderen Chereau Aufnahmen wärmstens weiterempfehlen.
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