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Kundenrezensionen

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am 20. September 2005
,Welten entfernt' ist dieses Stück Popkunst der Ausnahmeband ,And You Will Know Us By The Trail Of Dead' von jedem bislang formulierten Rock oder Pop-Klischee. Ähnlich wie ,Coheed and Cambria' oder ,A Perfect Circle' bemühen sich die drei Jungs um neue Klangwelten, die mehr rüberbringen als nur einigermaßen angenehme Atmosphäre oder punktgenaue Aggressivität. Nirgends verleugnen sie den Punk-Hintergrund, aus dem sie stammen, gleichzetig greifen sie aber weit hinaus über jede Festlegung eines vorgefertigten Stils.
In ,Worlds Apart' hämmern Klaviere, schmeicheln Streicher, eine Frau schreit in grenzenloser Verzweiflung. Gitarren hangeln sich klimpernd und hämmernd an den Akkorden entlang, die Dramatisches erzählen und vegessene Erfahrungen ins Gedächtnis rufen. Hier wird nicht nur gedudelt, sondern ganz offensichtlich auch etwas gesagt, für das man sich die Länge der CD Zeit nehmen darf.
Es gibt wenig Vergleichbares in der Rocklandschaft, das auch nur einigermaßen so gelungen wäre wie ,Worlds Apart' und gleichzeitig so viele Rätsel aufgibt. Radiohead vielleicht, was das Psychedelische angeht - und Pearl Jam, wenn Spontaneität im Spiel und kaum merkliche Details nach einem Vergleich suchen. Jeder, der ,...Trail Of Dead' schon einmal gehört hat, würde sie nach den ersten Tönen identifizieren können, und schon allein das zeigt, wie originell und unvergleichlich das ist, was sie zu Gehör bringen.
Es lohnt sich kaum, einen Song hervorzuheben, denn zu offensichtlich bildet das ganze Werk eine Einheit, die dem Hörer eine eingehende Beschäftigung mit sich selbst zumutet.
Für mich ist ,Worlds Apart' eine der wenigen echten Treffer der letzten Zeit. Schon allein das reich gestaltete Booklet mit seinen eindringlichen Illustrationen ist die Anschaffung der CD wert, und das kommt beileibe nicht mehr allzu oft vor.
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am 3. Februar 2005
...AND YOU WILL KNOW US BY THE TRAIL OF DEAD sind mit ihrem vierten album auf dem höhepunkt ihres schaffens angekommen: "worlds apart" ist die vergangenheit, gegenwart und zukunft des rock n roll in diesem jenem einem augenblick im hier+jetzt, die summe von jahrhunderten populärer musikkultur und vermutlich die beste platte des jahres.
das musikalische universum von TRAIL OF DEAD zu beschreiben ist in einem wort möglich: ROCK. "worlds apart" ist einfach rockmusik im besten aller sinne. rock n roll voller leidenschaft, hemmungsloser hingabe und authentischer aufrichtigkeit. kein chorus ist hier zuviel, keine bridge zu wenig. riesengrosse gesten bestimmen die lieder; jede einzelne note ist sich ihrer tatsächlichen grösse jeden augenblick bewusst und schreit sie hinaus in die welt. das geht einher mit jeder menge pathos, doch wirkt auch das nicht deplatziert sondern gut und einfach nur *ehrlich*.
ich fand es nicht unbedingt zu erwarten, dass eine band drei umwerfende alben aufnimmt und sich auch beim vierten nochmals steigern kann. und ich gebe an dieser stelle gerne zu, mit welcher skepsis ich an "worlds apart" gegangen bin ("source, tags and codes" und "madonna" - die beiden vorhergehenden lieblingsalben noch im ohr). doch es dauerte genau ein intro ("ode to isis") und den ersten song ("will you smile again") lang, bis ich eine neue liebste rockschallplatte hatte: "remember all the bad dreams/not far from reality//would you smile again for me?". und dann bricht das rock n roll gewitter los und du hast keine chance zu entkommen. so klingt die apokalypse und TRAIL OF DEAD sind nicht weniger als ihre reiter.
für mich ist "worlds apart" schlicht musikgewordene zauberei. aufgebaut von der verqueren, unverkennbaren schlagzeugtechnik/energie (live gab's auf der aktuellen tour gleich zwei schlagwerke) und unterstützt von verträumt-sehnsüchtigen pianomelodien wogen die lieder hin+her & nach oben+unten, schwelgerisch, hingerissen, selbstvergessen, reissen mich mit ihren manisch-suggestiv wiederholten motiven und flirrenden gitarrensounds in einen strudel, aus dem ich auch nicht mehr entkommen *will*. selbst die 70er jahre bombastrockchöre fand/finde ich keinen moment lang unpassend, nein nein. vielleicht liegt der zauber TRAIL OF DEADscher liedschreibekunst auch in ihrem talent, so unglaublich hochdramatisch-melodische strukturen entwickeln und umsetzen zu können: lieder mit einem echten anfang, gleich mehreren mittelteilen und einem alles zusammenfassenden (oder auch zer/verstörendem) ende. das ist natürlich nichts neues, aber hey!, wieviele pop- oder rocksongs der gegenwart sind sich ihrer struktur überhaupt bewusst und bauen spannungen auf und lösen diese wieder?!
auch das covergemälde zu TRAIL OF DEADs "worlds apart" kommt so monumental-brachial und komprisslos daher wie das album selbst. alle gegen alle, jeder gegen jeden scheint das motto zu sein in dieser pitturesken abhandlung von jahrhunderten menschlicher (kampf-)geschichte(n), die treffend wie selten sonst die musikalische grundstimmung (und den musikhistorischen anspruch) der platte beschreibt. hier passt einfach alles zusammen: die summe der einzelnen teile aus bild- und tonwelt.
muss man haben, deswegen: unbedingt kaufen. diese platte ist wichtig.
tipp: die deluxe-edition enthält im schicken digipack eine wirklich gut gemachte dvd, auf der insbesondere die dokumentation rund um die produktion von "worlds apart" sowie die tourausschnitte/geschichten herausragend sind.
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am 22. Februar 2005
"And just how long did it take for you to understand where your feelings stopped and writing began..." singt Conrad Keely im grandiosen "Will you smile again", dem zweiten Track des neuen Trail of Dead Albums Worlds Apart. Konzipiert als eine Hommage an Brian Wilson, könnte man diese Zeile jedoch genauso gut auch auf Trail of Dead und ihr neues Werk selbst anwenden. Denn selten begegnet man einer Band, die musikalisch und inhaltlich so groß und bedeutend sein will, gleichzeitig ihre Musik aber stets persönlich und emotional klingen lässt.
Die Negierung der eng gesteckten Grenzen traditioneller Rockmusik wird nicht nur propagiert, sie wird gelebt auf Worlds Apart. Trail of Dead mixen was ihnen gefällt: klassische Ouvertüren sind ebenso erlaubt wie Noise Rock, Pop-Appeal und Post Rock, Elektronikelemente und Interludes erweitern den ohnehin schon großen Klangkosmos der Band, so dass der Eindruck entsteht Trail of Dead versuchen auf Worlds Apart wahrhaftig die größtmögliche Anzahl an musikalischen Referenzen derer sich eine Rockband bedienen kann zu einem kohärenten Ganzen zu verschmelzen - was ihnen auch gelingt. Dabei kreieren Conrad Keely, Kevin Allen und Jason Reece, aller Zitate und Liebe zur Musikhistorie zum Trotz, dennoch eine Musik die so eigen und unverkennbar ist, dass sie völlig für sich selbst steht.
Auch inhaltlich haben Trail of Dead eine Menge zu sagen. Ihre Texte richten sich gegen die Apathie und Ziellosigkeit der Medien- und Wohlstandsgesellschaft, gegen die Politik der Bushregierung, gegen den momentan Zustand der Popkultur. Das ist nicht ganz neu, aber selten wurden diese Aussagen musikalisch besser verpackt und auf so intelligente, weder elitäre noch plakative, Weise formuliert. Hier werden große Themen verhandelt, bei denen allerdings nie die persönliche Stellungnahme und die eigenen Gefühle außer acht gelassen werden. Gerade so gelingt es Trail of Dead zeitkritische Texte zu schreiben, deren Relevanz jedoch weit über das hier und jetzt hinausgeht. Die Schönheit der Musik und der Texte liegt in genau dieser Spannung zwischen Zeitbewusstsein und Zeitlosigkeit.
Lebt man in einer Gesellschaft in der Musik oft nur noch der Unterhaltung und Berieselung dient, ist eine Band wie Trail of Dead wichtiger denn je. Eine Band, die Musik als Kunst betrachtet, die sie als etwas Bedeutendes ansieht und dementsprechend respektvoll behandelt. Eine Band, die Musik macht die leidenschaftlich ist, die Aufmerksamkeit fordert, die sich traut anders zu sein, eine eigene Sprache zu sprechen, die kritischer Protest ist, die wachrütteln will ohne zu belehren, die wütend und zerstörerisch ist, aber auf eine gesunde, heilende Art und Weise. Bei Trail of Dead endet der selbstgewählte Auftrag nicht mit der Anklage und Zerstörung des Verhassten, sondern mit dem Aufbau und der Schaffung von etwas Neuem und Positiven, das dem Alten entgegengestellt wird. Trail of Dead haben mit Worlds Apart den perfekten Soundtrack für all diejenigen geschrieben, die dem Status Quo der (musikalischen) Welt kritisch gegenüberstehen, deren Idealismus vielleicht erschüttert, aber noch nicht verloren gegangen ist.
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am 28. Januar 2005
Und für die, die sich entgegenstellen, die furchtbarste Niederlage aller Zeiten.
Man erkennt es schon Am Cover:
Dieses Album ist eine Kampfansage. Von der ersten Minute an beschwören Trail of Dead ihre Zuhörer. Die Jungs aus Texas zeigen uns, im Gegensatz zu manch einem Landsmann, den richtigen Weg. Sie sind wohl zur Zeit die einzige Band, die sich um die Zukunft der Musik und des geistigen Leben auf dieser Erde ernsthaft Gedanken macht. Mit ihren Texten machen sie uns Mut, in einer Zeit, in der die Wenigsten wissen, was gut und was schlecht ist.
"Worlds Apart" ist episch, ein Monument, der Meteorit, der uns immer wieder angekündigt wurde. Es stürzt durch das Intro, "Ode to Isis" aus himmlischen Sphären begleitet von einem zerreissendem Gekreische in Lichtgeschwindgkeit hinunter und schlägt mit dem ersten Lied ein, wie ich es von kaum einem Album kenne. "Will you smile again" räumt erst mal alles aus dem Weg. Wir sind nun frei für alles Neue. Es würde den Rahmen sprengen, jeden einzelnen Song zu beschreiben. Was soll ich hervorheben? Jedes Lied ist ein Feuerwerk. Ob leise oder laut. Welche Bezeichnung soll man finden? Paukenschlag, Staatsstreich, Revolution... Die großen Worte der Geschichte treffen zu.
Worlds Apat ist eine Rockoper, die sich einreiht neben den großen, ganzheitlich künstlerischen Bands wie Genesis (Anfangszeit), Pink Floyd etc. Kaufen. Hören. Lieben. Noch mal kaufen!!! E Viva La Musica
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am 2. Februar 2005
...AND YOU WILL KNOW US BY THE TRAIL OF DEAD sind mit ihrem vierten album auf dem höhepunkt ihres schaffens angekommen: "worlds apart" ist die vergangenheit, gegenwart und zukunft des rock n roll in diesem jenem einem augenblick im hier+jetzt, die summe von jahrhunderten populärer musikkultur und vermutlich die beste platte des jahres.
das musikalische universum von TRAIL OF DEAD zu beschreiben ist in einem wort möglich: ROCK. "worlds apart" ist einfach rockmusik im besten aller sinne. rock n roll voller leidenschaft, hemmungsloser hingabe und authentischer aufrichtigkeit. kein chorus ist hier zuviel, keine bridge zu wenig. riesengrosse gesten bestimmen die lieder; jede einzelne note ist sich ihrer tatsächlichen grösse jeden augenblick bewusst und schreit sie hinaus in die welt. das geht einher mit jeder menge pathos, doch wirkt auch das nicht deplatziert sondern gut und einfach nur *ehrlich*.
ich fand es nicht unbedingt zu erwarten, dass eine band drei umwerfende alben aufnimmt und sich auch beim vierten nochmals steigern kann. und ich gebe an dieser stelle gerne zu, mit welcher skepsis ich an "worlds apart" gegangen bin ("source, tags and codes" und "madonna" - die beiden vorhergehenden lieblingsalben noch im ohr). doch es dauerte genau ein intro ("ode to isis") und den ersten song ("will you smile again") lang, bis ich eine neue liebste rockschallplatte hatte: "remember all the bad dreams/not far from reality//would you smile again for me?". und dann bricht das rock n roll gewitter los und du hast keine chance zu entkommen. so klingt die apokalypse und TRAIL OF DEAD sind nicht weniger als ihre reiter.
für mich ist "worlds apart" schlicht musikgewordene zauberei. aufgebaut von der verqueren, unverkennbaren schlagzeugtechnik/energie (live gab's auf der aktuellen tour gleich zwei schlagwerke) und unterstützt von verträumt-sehnsüchtigen pianomelodien wogen die lieder hin+her & nach oben+unten, schwelgerisch, hingerissen, selbstvergessen, reissen mich mit ihren manisch-suggestiv wiederholten motiven und flirrenden gitarrensounds in einen strudel, aus dem ich auch nicht mehr entkommen *will*. selbst die 70er jahre bombastrockchöre fand/finde ich keinen moment lang unpassend, nein nein. vielleicht liegt der zauber TRAIL OF DEADscher liedschreibekunst auch in ihrem talent, so unglaublich hochdramatisch-melodische strukturen entwickeln und umsetzen zu können: lieder mit einem echten anfang, gleich mehreren mittelteilen und einem alles zusammenfassenden (oder auch zer/verstörendem) ende. das ist natürlich nichts neues, aber hey!, wieviele pop- oder rocksongs der gegenwart sind sich ihrer struktur überhaupt bewusst und bauen spannungen auf und lösen diese wieder?!
auch das covergemälde zu TRAIL OF DEADs "worlds apart" kommt so monumental-brachial und komprisslos daher wie das album selbst. alle gegen alle, jeder gegen jeden scheint das motto zu sein in dieser pitturesken abhandlung von jahrhunderten menschlicher (kampf-)geschichte(n), die treffend wie selten sonst die musikalische grundstimmung (und den musikhistorischen anspruch) der platte beschreibt. hier passt einfach alles zusammen: die summe der einzelnen teile aus bild- und tonwelt.
die deluxe-edition enthält im schicken digipack eine wirklich gut gemachte dvd, auf der insbesondere die dokumentation rund um die produktion von "worlds apart" sowie die tourausschnitte/geschichten herausragend sind.
muss man haben, deswegen: unbedingt kaufen. diese platte ist wichtig.
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am 26. Januar 2005
hier ist es nun also. der lang erwartete nachfolger ihres 2002 meisterwerks source, tags & codes. und um es gleich vorwegzunehmen, die hochgesteckten erwartungen werden vollends erfüllt, auch wenn sich im soundgewand der band einiges geändert hat. hat man sich auf ihrer hausseite die soundschnipsel angehört, wurde schnell klar, dass sie den lärmfaktor deutlich reduziert haben, was dann auch für einige befürchtungen sorgte. nun, da sich die songs in ihrer ganzen bandbreite erschliessen lassen, wurden alle zweifel eben von diesen weggeblasen. wo sie auf der einen seite etwas weggelassen haben, öffnen sie sich auf der anderen seite anderen einflüssen, die zwar schon in den vorgängerwerken im ansatz zu erkennen waren, jedoch nie fest im sound verankert wurden. etwa klassische instrumente und "traditionelle " rock elemente verschaffen dem album schon fast eine epische dimension, die auch schon mal an eine rockoper erinnern lässt. aber keine angst, schwülstig, pathetisch oder aufgesetzt wirkt das ganze nie. dafür sind die facettenreichen songs zu sehr in sich geschlossen, genauso wie das gesamte Album.
das eigentlich herausragende an diesem album ist jedoch, dass es sich trotz aller veränderung in jedem ton nach ...trail of dead anhört. dies ist es denn auch, was diese band derart grossartig macht, die weigerung an der stelle zu treten und trotzdem ihre identität beizubehalten. was stets dabei herauskommt sind wunderbare, kompromisslos eigenständige songs, die sich zu einem wundervollen ganzen zusammenfügen.
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am 19. Januar 2005
Dann gab es also ein Kapitel mehr zu bewältigen, ein Koloss an mehr oder weniger schwer verdaulichem Rock-Ungetüm, Indie-Jubel, Transparenz-Terror. Säcke, so fest geschlossen, dass der leiseste Furz an (un)durchdachten Riffs und über sich selbst stolpernder Beats nichts von sich bemerkbar machen könnte. Schwieriges Terrain. Wie weit wenig eine Indierock-Platte dann von der Realität kreist, die sie beschreibt, ist immer schwieriger zu beurteilen, als die selbige. Trail of Dead konnten für mich nie diesen Radius klein genug halten, um mich zu fesseln. Das Lasso, immer zu weit; die Wurzeln immer zu egal. Und nun „Worlds Apart". Ein Präzisions-Schock. Ein Desaster. Ein Typ, der sein elegantes Wissen über die Musikgeschichte der westlichen Welt in einem kühlen Schnitt durch meine Seele dort deponiert, wo auch meine Besten der Besten (samt dem größten Müll) verborgen liegen.
Da liegt sie also, die Platte, die mit Don Giovanni anfängt, deren eigentlicher Opener „Will You Smile Again?" derartig präzise um einen Abgrund an Stakkato und Resonanz poltert, dass jenes stampfende Klopfen, das der Gesang zu besänftigen versucht, mit jedem mal mehr zum Zweifeln bringt, ob die Echos und das Verlust-Gefühl bloß Einbildung sind. Tage später bei „The Rest Will Follow" (dessen erste Zeile Sometrees „Notion" beklauen würde... wenn es nicht so lächerlich wäre, das zu behaupten) stehen nur die Besten zum Abschuss bereit, und im ersten Blick zurück auf 5 Lieder finden sich tatsächlich zweimal Smogs „Dongs of Sevotion"-Album zitiert. Mit nicht viel Einbildungskraft. Und wieder diese Sache mit der Einbildung. Wie auch dann, wenn es so ein plastisches, ganz spezifisches Gefühl gibt, wie sich der Refrain von „Caterwaul" anfühlt, dieser Rock-Oper, diesem nie beginnenden und nie endenden Epos. Dieses Gefühl, dass im Mittelteil des selbigen Stückes das Baywatch-Intro riecht. Dieses Gefühl, das in „Let It Dive" alles an Oasis richtig macht, was du immer für komplett falsch erachtet hast. Verdammte Trail of Quotes.
Wachst du jemals auf aus diesem Traum, findet sich die Welt verdreht wieder. Du denkst vielleicht, es wäre so eine alte Platte, etwas vergessen, links liegen gelassen, aber für viele deiner Indie-Schrammel-Helden wichtig. Built To Spill oder dergleichen. Aber nein, wenn du aufwachst, ist es immer noch Frühjahr 2005, und sämtliche Zitatrichtungen sind umgedreht worden. Das Album vor dir ist gleichzeitig auch das hinter dir. Eine Zeitreise, deren Anfang und Ende du ebenso bei den alten Griechen suchen kannst, wie auch im besungenen „Summer of '91". Musik, die geschichtlich gedacht sämtliche Modernitätskonzepte ignoriert und Verwirrung stiftet wie die Eigenartigkeit in Ciminos „Deer Hunter", dass all' diese Jungs, die Soldaten Amerikas gegen den Vietcong sind, russische Wurzeln und Namen haben. Die zentrale Frage somit wie immer: „Warum?" Und der texanische, tiefamerikansiche Schweinerock von „Worlds Apart" schreibt dann trotzdem offene Briefe an die Heimat. „To Russia My Homeland" heißt das neunte Stück. Willkommen zu Hause, Jungs. Der Rest wird nachkommen.
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am 18. März 2005
Man kennt das - in den meisten Fällen folgt auf ein großes Meisterwerk von einem Album eine Platte, die als "sehr gut, aber lange nicht in derselben Liga" bezeichnet wird. Umso erfreulicher, wenn es eine Band denn schafft, zwei Platten von der gleichen Güte hintereinander aufzunehmen. Die Rede ist vom 2002 erschienenen Überalbum "Source Tags & Codes" und seinem Nachfolger, der da auf den Namen "Worlds Apart" hört.
Denn nichts anderes lässt sich danach feststellen, wenn dieser Trip durch atemberaubende Klanglandschaften vorüber ist. Los gehts mit mächtigen Chören, dann brettert "Will You Smile Again?" auch schon mit Vollgas um die Ecke und lässt den Hörer mit Freudentränen in den Augen herumhüpfen. "Close the door and drift away into a sea of uncertainty" - genau dieser Anweisung sollte man Folge leisten. Um danach den aufmüpfigen Titeltrack im Walzergewand mit einem Grinsen passieren zu lassen. Und ehe man sichs versieht liegt man mit Gänseblümchen in Mund und Haar auf einer Sommerwiese.
Nachdem eine kleine Kolonie aus Trommlern vorbeimarschiert ist, zieht einen "Caterwaul" noch tiefer in den Sog und verbindet Shout-Refrains mit genialen Melodiebögen. "A Classic Arts Showcase" darf sich dann selbst für den besten Mittelteil, den Trail Of Dead je geschrieben haben, auf die Schulter klopfen. Symphonisch und mal wieder ungeheuer melodiös. "Let It Dive" geht ans Herz, während "All White" im 2-minütigen Pathos versinkt. Mit "The Best" kommt das klaustrophobisch anmutende Ende schon viel zu früh, das leicht elektronische "The Lost City Of Refuge" verstummt erst nach einem gewaltigen Aufbäumen.
"Worlds Apart" ist ein von vorne bis hinten großartig konstruiertes und durchgeführtes Meisterwerk. Etwas störend und deplatziert wirken da schon die Bonustracks "Mach Schau" und "All Saints Day" von der EP "The Secret Of Elena's Tomb" - keineswegs schlechte Songs, die hier aber den Fluss zerstören. Nichtdestotrotz ist dieses Album der Hammer des bisherigen Jahres schlechthin. Mehr zum Pop noch gewandt als der Vorgänger, ist es trotzdem kein Leichtgewicht. Aber ein Meisterstück erster Klasse.
Highlights: Will You Smile Again? | The Summer Of '91 | Caterwaul | A Classic Arts Showcase
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am 12. Dezember 2006
Dieses Platte wird einmal als Prototyp angesehen werden für eine neue Verbindung von Progressivem Rock und dem, was man so unter "Emo" zusammenfasst. Der Reichtum an Soundideen, Melodien und Arrangements ist erschlagend und man wird es auch nach einem Jahr nicht leid. Einmal pro Woche ist sie dran. Eher wird meine Laser die Disc verbrennen, als dass ich mich daran leid hören könnte.

Ich habe erfahren, dass "Worlds Apart" ein kommerzieller Misserfolg ist. Viele alte Fans der Band verlangen nach dem Krach früherer Tage. Auch wenn es nur Musik Ist, frage ich mich ganz persönlich, um wie viel besser es TOD noch machen sollen. Viel Luft ist da nicht mehr.
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am 26. Januar 2005
Ich bin immer auf der Suche nach Cd's wie dieser.
Als ich das Album das erste Mal im CD Spieler beim Händler meines Vertrauens gehört habe, konnte ich leider die Titel nur anspielen. Das hat aber schon für den Kauf ausgereicht. Was mich jedoch erwarten würde, wenn ich die Lieder ganz zu hören bekomme, konnte ich ja nicht ahnen!!
Unglaublich was die Jungs da abgeliefert haben. Mann ist hin- und hergerissen, ob man nun vor Jubel schreien könnte, wenn ein Lied mal wieder abrupt den Stil wechselt oder ob man dem Songwriter eine reinhauen soll, weil er gerade einen der geilsten Riffs der Welt abgewürgt hat!
Egal, in jedem Fall bergen die Lieder absolute Juwelen der Musik in sich. Vorallem Lied sieben, dass in seinem Mittelteil schon fast an ein modernes Musical erinnert (gänsehaut!!!), bevor es plötzlich wieder zu einem ordinären Rocksong mutiert.
Abartig! Genial und einfach nur hörenswert.
Teilweise fühlte ich mich ein wenig an Tool erinnert. Was sich sowohl auf die unglaubliche Melachonlie mancher Lieder, als auch die Genialität des Aufbaus gründet!
Kaufen ist fast schon ein muss, wenn Sie Musik mögen, die absolut gar nichts mit Dieter Bohlen "das lied würde ich in fünf minuten besser schreiben" Songs zu tun hat ;-)
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