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Kundenrezensionen

3,9 von 5 Sternen
46
3,9 von 5 Sternen
Muxmäuschenstill
Format: DVD|Ändern
Preis:12,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 7. Januar 2016
Muxmäuschenstill ist ein sehr unterhaltsamer und lustiger Film. Mit ernster Note! Es lohnt sich!
Nach langen Jahren wieder entdeckt, immer gut anzusehen!
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am 24. Oktober 2013
Ich zitiere hier meine Freundin, für die ich diesen Film gekauft habe. Ihr hat der Film gut gefallen und Sie ist sehr zufrieden. Sie ist Lehrerin und nimmt den Film als Lehrmaterial. Qualität scheint ok zu sein, sonst hätte ich was anderes gehört. Auch die Lieferung war einwandfrei. Da meine Freundin glücklich mit dem Film ist, gebe ich gerne fünf Sterne.
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am 9. September 2005
Ganz kurz vorneweg: Ein Sadist will mächtig sein, weil er sich im Innersten ohnmächtig und wertlos fühlt. Er strebt danach, sich andere untertan zu machen, um auf diese Weise selbst erhöht zu sein. Die Grundlage seiner fragmentierten Persönlichkeit ist der Hass gegen sich selbst. Das daraus resultierende Gefühl der Schmutzigkeit, Bösartigkeit und Wertlosigkeit versucht er durch Phantasien der Größe, der Reinheit, der Tadellosigkeit, der Macht über andere und der Zentriertheit im Guten auszugleichen. Wenn er die Kontrolle über seine "Untertanen" verliert bzw. sich seine Phantasien offensichtlich nicht mehr mit der Realität decken, bricht seine Destruktivität offen aus und sein Hass wendet sich nach außen. Soviel zum psychologischen Verständnis des Sadismus.
Herr Mux, der Protagonist von "Muxmäuschenstill", ist ein Sadist. Es ist offensichtlich, daß er den abgehalfterten Gerd als gehorsamen Untertanen braucht, als folgsamen Hund, den er steuern und neben dem er sich groß fühlen kann. Er kämpft für das Gute, Reine, Tadellose und stellt gnadenlos alle bloß, die in seinen Augen Schweine sind. Er wünscht sich, daß seine Freundin zu ihm, dem weißen Ritter auf dem Ross, hinaufblickt.
Das beeindruckende an diesem Film sind nicht nur die exzellenten Darstellerleistungen und die filmische Umsetzung des psychologischen Themas, sondern auch, daß man unweigerlich mit Mux' Mission sympathisiert. Bis zu einem bestimmten Punkt, an dem einem (hoffentlich) klar wird, daß Mux krank ist. Und der Film führt dies bis zum bitteren Ende. Man fragt sich unweigerlich: Mein Gott, wie konnte ich mit dem Typen sympathisieren?
Die DVD-Umsetzung ist okay. Nur den Audiokommentar von Mittermeier und Stahlberg fand ich enttäuschend, da ich gehofft hatte, mehr zum thematischen Hintergrund der Geschichte zu erfahren. Stattdessen in erster Linie bemüht lockeres Gelaber. Naja, - die Hauptsache ist der Film selber. Und der haut rein!
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am 12. Mai 2015
Alles trifft zu.
Bei MUXMÄUSCHENSTILL.
Hier ist gaffen erlaubt. Und keiner wird behindert.
" Wir sind hier nicht mehr auf der Autobahn! Mitbekommen? "
Hehe....geil. Und so realistisch. Wie das Leben eben ist.
Verkehrsrowdies mal den Marsch blasen- man entdeckt sich glatt
dabei, daß der selbsternannte Streetworker ja so Recht hat.
Dafür braucht`s keinen Superman.
Und auch sonst ist mir der Typ durchaus sympathisch. Erst mal.
Und klar waghalsig und leicht bekloppt.
" Ich hab`im letzten Jahr 683 Schwarzfahrer, 413 Kaufhausdiebe,-
und 13, nein, der eine war`s ja nicht, 12 Exhibitionisten überführt."

" Wir expandieren, müssen Leute einstellen. Wir schaffen Arbeitsplätze! "

Wöfür brauchen wir Kontrolleure, Sittenpolizei, Kriminologen??
Pah, geht doch auch so. Denkt man sich so. Gebt`s doch zu.:-)
Gut, bißchen übertrieben agiert der Selbstjustizierte Herr hier.
Aber so weit hergeholt ist das alles gar nicht.
§ 265a= Erschleichung von Leistungen.
§ 184= Besitz von Kinderp***o- Bild- und Tonträgern.
Wer hat sich nicht schon mal oppuniert, wenn sich Hinz oder Kunz auf einen
Behindertenparkplatz stellen, natürlich frecher als dreist??
Ich schon. Hatte nur keine Cam dabei.
Und hier wird Plünderern von Hochwasser- Opfern nachgestellt.
Diebinnen in der Umkleide zurechtgewiesen, Raver- Fans vom Laternenmast
herunterbefohlen, Wildpinkler zusammengestaucht und und und. Herrlich.

*********************************************************************************

Story:

Das Verantwortungsbewusstsein unserer Mitmenschen ist futsch.
Oder wohl gerade auf längeren Urlaub. Aber dafür gibt es ja den Herr Mux.
BIG MUX IS WATCHING YOU!
Frisch gebügelt hängt er sich an Verkehrssünder, Schwarzfahrer, Pinkler
und Graffiti- Sprayer.
Im "schicken" Berlin startet Mux mit seinem treuen Gehilfen Gerd, der die
Videokamera bedient, einen Kreuzzug gegen die Ungerechtigkeit.
Und bricht selber das Gesetz......................................

------------------------------------------------------------------------------------

Fazit:

MUXMÄUSCHENSTILL hat was. Liefert zum Beispiel unerhört lustige Augenblicke,
verblüffende Erkenntnisse, komischböse Anmache, bedrückende Momente.....
und einen beinharten, manischen Leutetraktierer. Zu Recht?? Manchmal schon.
Der Saubermann Mux,- der Westentaschen- Sheriff! Brachte mich auf frappierende
Weise einfach doch nur zum Lachen. Und wenn er mal einen Lump auf die Bahngleise
treibt.....und dann kommt ein Zug...tja nun. Fatal, aber irgendwie irre.
Der Zugführer war natürlich schuld- selbst das gestaltet sich witzig.
Mux erinnert mich fast an das spitze Züngelchen des Herrn Stromberg.
Verar***e mit Nivau halt. Und das will gekonnt sein.
Ein frecher handmade- Film. Um Längen besser als der gruftige, sinnlose Abklatsch eines
Klassikers, wo suchend nach `ner Hexe Müller mit Wackelkamera durch den Wald gewackelt wird.
Oh Gott! SOWAS sollte auch verboten werden. Könnt`man mal den Mux vorbeischicken!
Wenn ihr ungefähr wisst, was ich meine. Höhö.
Es tickt in dir.
Straftäter sind ätzend.
Denunziere deinen Nächsten!

Fünf Sterne- warum gebe ich die? Für die Wahrheit?
" Ich versuche hier, Ihnen zu helfen. Und Sie...machen einen auf Notausgang!! "
Einfacher erklärt: Ständig werden wir Zeuge unfassbarer Taten.
Ob real oder gestellt- ist hier wurscht!
Ständig fragt sich der vibrierende Zuschauer/ Zeuge, was als nächstes passiert.
Welch biederer Bürger hier wieder bei seinen Schandtaten erwischt wird.
Richtig. Sind wir nicht alle ein bißchen Mux?!

Bärbeissig genial. Und toll inszeniert. Meine Meinung.

Lauflänge: 92 Minuten.
Erschleichen von Bonusmaterial:
- BGB §89 Entfernte Szenen= ca. 15 Minuten.
- BGB §116 Geheime Fotogalerie.
- Teaser BGB §274.
- Trailer §91.
- Erschleichung von Biografien.
- Fotogalerie
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am 9. Oktober 2016
Jawohl, das Drehbuch von "Muxmäuschenstill" kann man mitnichten nur loben, vielmehr sollte man es gar feiern, drum zelebriere ich diesen grandios-ironischen und in vielerlei Hinsicht doch berechtigterweise ernstgemeinten Film von hervorragender Mediensatire und Gesellschaftskritik, wie ich ihn gar mit "Mann beißt Hund" in ein- und demselben Atemzuge nennen würde.

Der Film beginnt bereits ironisch, ein zu schnell fahrender Mensch sei die Gefahr für die Gesellschaft, aber die Art wie Mux ihm folgt dient der Verkehrssicherheit? Mux und Gerd geraten von einer unschönen Situation in die andere, provozieren diese gar selbst, filmen sie im Dienste des "Schulungsvideos für Deutschland", ein von Mux als sinnvolle Maßnahme erachtetes Werk der Aufklärung, insbesondere in einer Zeit der immer hemmungsloser werdenden Medien, in einer Ära menschenverachtenden "Reality"-TV's. Unvergesslich die Szene des "Gesellschaftsunterrichts" in der Schulklasse, die Lehrstunden über "Verantwortung", der Junge mit der Maske im Gesichte und der finalen Szene des Abgeworfenwerdens, mir wäre zum Lachen zumute, wenn es nicht so traurig wäre dass hier ausgerechnet die "Lehrkraft" am unreifsten mit der Situation umgeht.
Unnachahmlich auch die Nachtszene mit dem betagteren Herrn, der aus der Videothek kommt und im Zuge des Überprüftwerdens von einer "einmaligen Entgleisung" spricht. So viele Szenen sind von Charakter geprägt, zeigen Mux und Gerd auf ihrem Wege, aber auch die entstehende Quasi-Liebe mit "Mäuschen".

Der schwarzhumorigste Gag des Films folgt aber erst im Abspanne (Achtung, im Rahmen der Erläuterung hier nun ein Spoiler): Mux nicht mehr unter den Lebenden weilend, sein Mäuschen ebenso wenig, der angezeigte Filmtitel in den Credits lautet nun nur noch "still"...
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TOP 1000 REZENSENTam 25. Juli 2009
Mux ist ein Einzelgänger - was auch sonst in einer aus seiner Sicht verdorbenen Gesellschaft? Mux greift ein, um die Mitmenschen zu erziehen. Mühelos spricht er sich selbst dabei seiner Selbstjustiz-Übertritte frei, darin seinen Opfern gleich.
Helfer bei Mux's Einsätzen ist ein Dauerarbeitsloser namens Gerd, der dokumentarfilmähnlich mitfilmen muss. Auch die sonstigen Bilder sind betont unperfekt und ausgeblichen aufgenommen.
Ja, in wohl jeder und jedem steckt auch ein Mux mit seinen gefühllosen Allmachtphantasien, Überlegenheits-/Schützerkomplexen und seinem Rächergelüsten - hier lebt es jemand auf dem Bildschirm einmal aus ... und es gewinnt rasch an Dynamik. "Ich bin ein Teil der Gesellschaft, in der wir unsere Ideale verloren haben", so schon der erste Satz des Films.
Wenn gar niemand sich mux-en und Regeln einfordern würde, zerbräche wahrscheinlich die Gesellschaft ja wohl auch ... und doch schmerzen Mux's Aktionen. Mux selbst fordert Kants Kategorischen Imperativ ein, auch gegenüber seinen Helfern, die Selbstjustiz begehen möchten - nur nicht sich selbst gegenüber. Einfach ist da gar nichts. Aber immer wieder doch auch witzig.

Hauptdarsteller Jan Henrik Stahlberg erinnert äußerlich an einen jungen Uwe Barschel. Er bekommt seine Figur zwischen Blockwart, Salingers Holden Caulfield und Oberlehrer auch ähnlich gespalten gespielt. Regisseur Marcus Mittermeier erhielt für dieses sein Regiedebüt gleich den Max-Ophüls-Preis.

Last but not least zur Ausstattung dieser DVD: Dolby Digital 5.1. bzw. 2.0 Stereo sind dabei, ein Audiokommentar vom Regisseur, Photos/Biographien (wenn's wen interessiert), herausgeschnittene Szenen (schon eher sehenswert).

"Ich bin ein Teil der Gesellschaft, in der wir unsere Ideale verloren haben"

Fazit: ansehen.
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am 23. März 2015
...dann wird es muxmäuschenstill bei näherer Betrachtung des deutschen Wesen, an dem nur allzuoft in der Geschichte die Welt genesen sollte.
Jan Henrik Stahlbergs Experimentalfilm, für 40000 Euro mit zwei wackeligen Handkameras gedreht ist ein Werk zum Fürchten und das in vielen Beziehungen.
Können die einen vehement wenig mit seinem kruden, eher der hektischen Dokumentardoku verpflichteten fahrigem Kamera-Stil anfangen, rätseln andere, ob der giftig, entlarvenden Botschaft des Streifens nicht doch ein wenig mehr Positionierung und Stringenz gutgetan hätte.
Sei's drum, daß überhaupt ein kleiner rotzfrecher deutscher Independet- Film soviel Aufmerksamkeit und Kontroverse auf sich ziehen kann, ist für sich gesehen schon ein Glücksfall.
"Muxmäuschenstill" ist eine tiefschwarze Satire um den so geliebt, verhassten deutschen Biedermann schlimmster Ausprägung.
Der nach oben buckelnde, nach unten tretende autoritätsgläubige Charakter, der uns seit Manns " Untertan" immer wieder durch die Literatur- und Filmgeschichte hässlich grinsend entgegenblickt. Und doch dreht Stahlberg die gallige Selbstzerfleischung des teutonischen Spießbürgers noch eine Umdrehung weiter, denn sein schmalbrüstiger, hagerer Charakter Mux (fast zum Erschauern authentisch dargestellt von Jan Henrik Stahlberg persönlich) ist noch einmal eine ganz besondere Spezis.
Mux ist hochgebildet, intellektuell bestens mit Kant, Goethe, Nietzsche und Max Weber vertraut, und stellt das unangenehme Zerrbild des überheblichen Bildungsbürgers dar, durchdrungen von Selbstgefälligkeit, Vorurteilen, und hier noch beseelt von dem Gefühl selbst Recht ausüben zu müssen und Richter sein zu wollen.
Herr Mux, (niemals erfährt man seinen Vornamen) hat eine Schwäche für Anstand, Respekt und Moral, für das Streben in einer gerechten, geordneten Welt zu leben.
Überschaubar, kontrollierbar, und er selbst als Herrenmensch unter Herrenmenschen in einer Wirklichkeitsblase aus Unantastbarkeit und Deutungshoheit über das, was sein muss und das ,was nicht sein darf.
Äußerst raffiniert spielt der Film mit dieser Figur. Herr Mux ist ganz ohne Zweifel auch einer von uns, und die verstörende Selbsterkenntnis der spießbürgerhaften, bürokratischen , womöglich vor uns selbst verleugneten Glaubenssätze , die uns alle verborgen umtreiben, daraus zieht der Film seine Faszination.
Ähnlich, wie die Anhänger einer Bewegung wie "Pegida" handelt auch Herr Mux aus dem Glauben heraus für die schweigende Masse tätig zu werden.
Für den guten Deutschen, für denjenigen der Recht und Ordnung, und die rasiermesserscharf getrimmte Rasenkante seines Schrebergartens verbissen bis zum letzten Atemzug verteidigen würde.
Und Herr Mux fühlt sich berufen.
Berufen als selbsternannter Michael Kohlhaas des deutschen Strafgesetzbuches als quasi Hilfspolizist , man könnte auch sagen Blockwart tätig zu werden.
Das Teuflische an "Muxmäuschenstill" ist, daß die subjektive Sichtweise des Films uns unweigerlich mit der Hauptfigur auf die Dauer verschmelzen lässt, und ähnlich wie in einer Symbiose zwischen dem noch wesentlich drastischeren Psychopathen aus"Mann beisst Hund" und einem Büroschreck wie "Stromberg" werden wir, ob wir es wollen oder nicht der unsichtbare Kompagnon, streifen mit Herr Mux durch die Straßen um nun seine Form von Rechtsprechung mitzuerleben. Und nicht nur mitzuerleben, denn wir selbst sind voller Häme, voller Schadenfreude, denn natürlich ist es doch zum schalkhaften Schmunzeln, wenn Herr Mux zum Beispiel einen Raser auf der Autobahn anhält, ihn nötigt sein Lenkrad abzuschrauben, und den Fahrer als "pädagogische Maßnahme" dazu zwingt nach Hause zu laufen.
In "Muxmäuschenstill" verschwimmen die Grenzen zwischen moralischen, ethischen Ebenen, zwischen Prinzipienreiterei und Rechtsverständnis, zwischen dem politisch immer gepredigten Mut zum Eigenengagement und einem äußert labilen gefährlich narzisstischen Charakter.
Mux zieht los um Deutschland wieder auf die richtige Spur zu bringen, und da bleibt dann das Lachen im Hals stecken (wobei ich persönlich sowieso kein einziges Mal bei dem Film wirklich lachen musste, dafür ist der Beigeschmack von Anfang an zu unangenehm und ahnungsvoll), denn durch alle Aktionen scheint die gefährliche, vor allem sich potenzierende Wirklichkeitsverzerrung des aufrechten Biedermannes durch.
Mit seinem willigen Gehilfen Gerd zieht Mux durch die Straßen Berlins. Kein Park, kein Kaufhaus, keine U- Bahn Station ist vor seinen Bestrafungsaktionen sicher.
Mit der Handkamera, die alle Szenen dokumentiert sind wir stets mit dabei. Selbst Mittäter, gaffender Voyeur, nur zögerlich vielleicht im Stillen protestierender Rezipient.
Ist es nicht eine witzige, auch lustvoll erotisierende Idee eine Kaufhausdiebin wieder zurück in die Umkleidekabine zu drängen , und sie dazu zu zwingen vor dem lüsternen Blick die geklaute Unterwäsche wieder auszuziehen ?
" Ich fühle mich schlecht, denn in meinem tiefsten Inneren hat mich die Aktion erregt" säuselt Herr Mutz wenig später im abendlichen Protokoll in die Kamera. Später sagt er zu seiner neuen weiblichen Bekanntschaft: "Ich könnte dich jetzt nehmen und ausfüllen wie ein Tier, aber das tue ich nicht".
Dem Mann, der zu Seniorenabenden voller Inbrunst "Sechsundsechzig Jahre und kein bisschen leise "intoniert, Spitzel für seinen eigens gegründeten Verein "Gesellschaft für Gemeinsinn" anheuert, sind unverstellte, menschliche Gefühle suspekt. Sie manifestieren sich in verkrüppelten Auswüchsen , in Überhöhungen , Negierungen oder werden ähnlich einem gefährlichen Pulverfass zurückgehalten bis zur Explosion.
Die Ergebenheit der Psyche an starre, hohle Formen, quasi architektonisch betonierte Geometrien. Gesetz als aufgeblasenes sich selbst rechtfertigendes Konstrukt, dahinter Menschenverachtung.
Wo verläuft der schmale Grat zwischen einem Mann, der endlich einmal, politisch doch immer eingefordert, für seine Utopien für eine bessere Welt die Ärmel hochkrempelt, Verantwortung und Selbstinitiative zeigt und dem leisen schleichenden Absinken in soziopathische Gefährlichkeit, und wo stehen wir als Gesellschaft, als Beobachter, schweigende Dulder, oder heimlich Beifall -Klatschende ?
Würden nicht viele es goutieren, gäbe es einige beherzte Mitbürger einer selbsternannten Vereinigung, die endlich den Graffiti Sprayern, den auf den Bürgersteig Kaugummi Spuckern, den Lärmbelästigern, und weitergehend auch den Konsumenten von pädophilen Internetinhalten, den Kopftuchträgern, den Asylbewerbern, etc. einmal ohne den mühsamen Weg der gesetzlichen Rechtsprechung so richtig unkonventionell einen Denkzettel verpassen würden ?
"Pädophile haben alle gesellschaftlichen Rechte verwirkt", tönt ein Til Schweiger unter donnerndem Applaus im öffentlich- rechtlichen Fernsehen. "Wir sind umzingelt von der Lügenpresse", wütet es auf Demos.
Eine Welt tausendfach verkürzter Schein- Wahrheiten, verheucheltem Selbstbetrug, eine Welt ,der auf schnittige eingängige Parolen und einfache Lebenskonzepte reduzierten Gesellschaftsvorstellungen. Eine Sehnsucht nach der Ordnung in einem unüberschaubaren und immer schneller sich drehenden tagtäglichen Lebenszirkus.
Voila, Herr Mux ist der Mann der Stunde. Der Held unserer Zeit, die genau die Identifikationsfiguren bekommt, die sie verdient.
"Mein Handeln ist dem Wohl der Allgemeinheit verpflichtet", geifert der überkorrekte Bürokrat, und drückt dabei mit vorgehaltener Waffe den Kopf des Hundebesitzers in den dampfenden Kothaufen seines sich nicht an die Parkordnung haltenden Vierbeiners. Der Wutbürger in entfesselter Form.
Der oft zitierte kategorische Imperativ findet hier Ausdruck in einem vielleicht vordergründig lachhaft banalen Hilfssheriff, der aber im Inneren in der dunklen Motivation einen erschreckenden Zwangscharakter beherbergt.
In "Muxmäuschenstill "kulminiert der Wahn solange bis Blut fließt, und bis zum Ende hält uns diese Filmgroteske emotional zwischen Mitleid, Schadenfreude, Ablehnung, und tatsächlich Verständnis für diesen verbissen spießigen Pedanten.
Zwischendurch droht der Film fade zu werden, denn leider ist das Konzept, die Intention des Streifens, uns den Spiegel vorzuhalten dann doch zu durchschaubar, zu wenig komplex.
Doch Stahlberg setzt ab der Hälfte einen dramaturgischen Kunstgriff ein, der sich sowohl als gelungene Idee als auch als Achillesferse des Films erweist. Die eingeflochtene Liebesgeschichte wird die Gemüter scheiden, und macht auch mich etwas unschlüssig in der Bewertung.
Denn einerseits gelingt es dem Film damit auf raffinierte Weise die Zuschauerempathie für Herr Mux trotz dessen zunehmend gewalttätig unkontrollierbaren Handelns nicht ganz versickern zu lassen, gleichzeitig fällt "Muxmäuschenstill" aber auch in genau die etwas biederen Erzählkonventionen , mit einem abschließenden finalen Schock zurück, die ihn wieder fast als klassisches Drama goutieren lassen.
SPOILER: Es ist die Frage ob die Tatsache, daß Herr Mux sich letztendlich wirklich als komplett unzurechnungsfähiger Gewalttäter demaskiert, der dann, um die aufgewühlten Gemüter der Zuschauer zu beruhigen, einen schnellen Filmtod stirbt, wirklich das beste Ende des Films war.
Wäre Mux vielleicht mit seinen Phrasen und Denkansätzen zum gefeierten Politiker aufgestiegen, ohne eine letztendliche Katharsis in der Story, wäre das Ergebnis womöglich noch verstörender geworden.
Fazit: "Muxmäuschenstill" ist ein Film, der das Zeug dazu hat, wie eine Dynamitexplosion in der deutschen Filmlandschaft zu detonieren, in seziererischer Raffinesse einmal wieder die deutsche Seele zu entlarven.
Dass die Zündschnur , dann doch noch vor dem großen Knall verglimmt, liegt wohl an dem, dann im Endeffekt doch konventionell "erlösenden" Ende, und an der etwas überraschungslosen Inszenierung, die sich in immer gleichen Wiederholungen ergeht, und die genau dahin steuert, wohin man es vermutete.Die Schmerzpunkte drückt, die man sowieso schon oft im Blick hatte.
So frech, und böse der Film auch ist, so leichtfertig und etwas ungelenk läßt er sich aber auch von Anfang an in die Karten schauen.
Fast zur gleichen Zeit entstand der grandiose deutsche Film "Finsterworld", der die aktuellen teutonischen Befindlichkeitsstörungen tatsächlich noch komplexer bearbeiten konnte.
Knapp vom grossen Wurf entfernt, ist "Muxmäuschenstill" dennoch ein irritierend , bissiger Filmgenuß, den sich niemand entgehen lassen sollte.
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am 25. August 2014
Auch nach zehn Jahren kann man noch über viele Stahlbergsche Einfälle lachen; die Schauspielleistungen in dem Film haben ohnehin Bestand. Dennoch wirkt der Film nicht mehr sooo politisch unkorrekt und kühn, wie er sein will. Das wäre er gewesen, wenn er einfach nur die Verrohung im Alltag gezeigt und Mux weniger als Kontrollfreak dargestellt hätte. Gegen Ende hin geht der Drehbuchschreiber immer mehr auf Distanz zu seiner Figur, stellt ihn als Mörder und Psychopathen bloß. War also alles nur Spiel, keine Angst, daß hier einer mal einen netten Faschisten vorstellt!! Ein verschenktes Potential, meine ich. Etwas neben dem Leben scheint mir auch die - ansonsten großartige - Schulszene zu sein. Es ist kaum vorstellbar, daß deutsche Schüler so ungehemmt eine Kopftuchträgerin mobben; deren Brüder würden die Täter spätestens in der großen Pause Urban machen". Mit anderen Worten: Die Szene spielt sich umgekehrt in vielen Berliner Schulen ab, das zu zeigen, hätte mehr Mumm verraten.
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am 27. Januar 2005
Kinderschänder, Temposünder, Schwarzfahrer und Mörder...keiner ist vor Mux und seiner Digicam sicher.
Mux hat die Nase voll von einem korrupten System, in dem Menschen "auf dem Rücken der Gesellschaft leben". Er ergreift die Inititive und jagt mit vollem Eifer jedem Verbrechen hinterher. Für Mux gibt es keinen Unterschied zwischen Mord oder Diebstahl, Sachbeschädigung oder Handel mit Kinderpornographie...alle werden gestellt, gedemütigt ( natürlich nur aus "pädagogischen" Gründen!) und an Ort und Stelle zur Kasse gebeten.
Ein Mann tritt an gegen Werteverfall und Unmoral, und alles läuft bestens, bis er am Ende in doppelter Hinsicht zum Opfer seiner eigenen Moralvorstellungen wird...
Marcus Mittermaier`s "Muxmäuschenstill" ist bereits preisgekrönt und ist mit Sicherheit eine sehr interessante Veröffentlichung, weil der Film gekonnt zwischen ironischen, amüsanten und schockierenden Stimmungen pendelt und somit den Zuschauer gut bei der Stange hält.
Das betont authentische Werk hat aber auch dramaturgische Schwachpunkte, denn einige Szenen sind so krass, dass gerade die gewünschte Authenzität auf der Strecke bleibt.
Dennoch ist "Muxmäuschenstill" ein heftiges Plädoyer für Menschlichkeit und eine gelungene Satire auf eine" law and order"- Mentalität, die leider nicht ganz aussterben will.
Fazit: Lohnenswert, aber nicht das Meisterwerk mit dem dieser Film in großen Teilen der Presse angepriesen wurde.
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am 31. März 2013
war dieser Film für mich, weshalb er einer der wenigen ist, die ich auch nicht bis zum Schluss geschaut habe.
Das liegt zwar an mehreren Faktoren, aber fangen wir erst mal vorne (also beim Positiven) an:

Positiv erwähnen sollte man auf jeden Fall zu aller erst einmal die gute Idee dahinter.
Wie auch hier bereits oft erwähnt, braucht gerade der deutsche Film (der halt meist nur über mäßige Budgets verfügt) eher gute Ideen denn gute Effekte und das ist hier definitiv gegeben.
Auf jeden Fall besser wie der drölfzigste und ewig gleiche Tatort z.B.

Auch die gesamte Darbiertung, Schauspielerei und Co. sind allesamt super.
Man sieht in der Tat wirklich nie den Schauspieler sondern die Handelnden sind "echte Personen" beim Schauen.

Für diese beiden Aspekte gibt es dann auch den zweiten Stern.
Warum es nicht für mehr gereicht hat, folgt nun:

...

Das fängt ganz banal schomma damit an, das ich einfach wieder für meine Begriffe getäuscht worden bin. Denn die Aufmachung ist erneut in die Richtung Komödie und der Film ist alles, aber nicht lustig. Natürlich ist dort ein unterschwelliger und angedeuteter Humor zu erkennen, gerade in der Überzeichnung der Situation, der Charakte, den Klischees und der schonungslosen Darstellung eben dieser. Aber geschmunzelt habe ich quasi nich einmal, geschweige denn gelacht. Das Ganze ist einfach viel ZU trocken und basisch rüber gebracht, als das es lustig wäre.
Hätte man hieraus so einen überzeichneten Film wie Hangover oder etwas in der Art George Clooney/Brad Pitt gemacht, hätte das wirklich lustig werden können.
So war es leider einfach nur langweilig.

Des weiteren fehlt für meine Begriffe völlig so eine Art Spannungsbogen. Der Film fängt quasi von 0 auf 100 an und hält das Tempo mehr oder weniger komplett durch.
Was an sich gut klingt und man sich bei vielen anderen Filmen immer wünscht, stellt sich hier aber einfach als öde heraus. Wenn ich das gefühlte hundertste Mal sehe wie Mux wieder irgendwelche Straftäter (groß wie klein) in gröbster Eigenregie zur Rechenschaft zieht, dann ist das auch nicht mehr spannend. Weniger wäre hier definitiv mehr gewesen!

Ausserdem krankt der Film für meine Begriffe an seinem selbst auferlegten Zwang zur Authentizität. Durch das Bild und alles ist der Film schon auf gewissen Art und Weise realistisch gemacht.
Nur leider ist er das eben überhaupt nicht.
Klar, dass der überführte Kinderporno-Käufer nicht direkt zur Polizei rennt wenn er deswegen erpresst wird, das ist schon logisch und richtig.
Aber wenn Otto-Normal fürs über die rote Ampel gehen z.B. tätlich angegriffen wird (und das in über hunderten dokumentierten(!!!) Fällen), DANN ist es schon schwer ungläubwürdig dass "unser" Mux nicht ma an den Falschen gerät. Sei es jemand der in vor Gericht zerrt, oder aber direkt vor Ort "Gericht hält" und ihm die was auf die Moppe gibt.
Denn gerade unter den schlimmeren Delikten sollte man ja schon davon ausgehen, dass dort der Ein oder Andere dabei ist, der weiß wie nen ordentliches Handgemenge, ne ordentliche Messerstecherei oder ne ordentliche Schießerei funktioniert.

Und für mich ma Schlimmsten prangt aber eigentlich die konstante Unsympathie gegenüber ALLEN Beteiligten in dem Film.
Wenn man sich überhaupt mit wem identifizieren kann, dann sind es doch die ganzen Otto-Normalos, die zu schnell gefahren sind, ihren Hund einfach haben machen lassen ohne es wegzuräumen, etc. pp. ALLE Anderen sind doch auf deutsch gesagt Schweinepri**ster vor dem Herrn!

Wenn ich hier z.B. in den Kommentaren lese, dass sich div. Leute mit Mux identifizieren (und das auch noch als Überschrift für ihre Bewertung nehmen!), sorry, das finde ich erschreckend.
Wie kann man sich auch nur im geringsten mit einem selbstgefälligen, gewalttätigen und alle Gesetze und Regeln-Missachtenden Typen identifizieren, der sich über alles hinweg setzt, zur einzig verbleibenden moralischen Instanz heraufschwingt und dann auch gleich Strafverfolgung, Gericht und Henker in Personalunion spielt???
Das sind absolut unterste Mittelalter-Methoden, wie dies von der katholischen Kirche z.B. früher vertreten wurde und menschenverachtender nicht sein könnte.
Also da kann ich Euch aber definitiv sagen, in MIR steckt garantiert KEIN Mux der der Welt erzählen will wie sie zu funktionieren hat, weil ich ja eh der einzige bin, der den Durchblick hat und das dann auch noch mit skrupelloser Gewalt in Eigenregie durchzieht.
Wir haben nicht mehr 1650 oder 1935 und son bissel "Leben und Leben lassen" sollte man schon in sich tragen.

Im Endeffekt ist der Typ "Mux" in dem Film hier nix anderes wie die harmlosere Variante eines Anders Breivik.
Der war auch der Meinung er ist der weiße Ritter, der der Welt ma zeigen muss wie sich richtig zu funktionieren hat, wollte auf "Missstände" (aus seiner Sicht) aufmerksam machen, schrieb ein "Manifest" und hat dies ohne Kompromisse "durchgezogen". Super Typen auch, mit denen man sympathisieren sollte... Das kann ich natürlich vollends nachvollziehen. *KopfSchüttel*

...

Und auch die Handlung ist ja nun jetzt alles aber nicht groß innovativ oder originell.
Ich habe den Film zwar wie gesagt nach der Hälfte ausgemacht, aber den Plot habe ich mir trotzdem ma durchgelesen und dass er am Schluss selbs zum "Opfer" seiner eigenen Rachsucht / Wahnvorstellung wird, is ja jetzt auch nich soooo spannend. Das war doch eh nach 30 Minuten Film klar, denn danach wusste man ja auch dass der ganze Film mehr oder weniger so weiter gehen wird und somit sind quasi alle anderen Enden ausgeschlossen.

Naja, wie dem auch sei.
Unterm Strich bleibt zu sagen, dass dem Film eine wirklich tolle Idee zu Grunde liegt, aber die Umsetzung in fast allen Punkten kläglich gescheitert ist.
Die Charaktere sind unsymphatisch, die Taten und das Ganze Setting unrealistisch, es existiert kein relevanter Spannungsbogen, es gibt keine großen Überraschungen im Plot und last but not least ist der Film einfach nur öde und/oder regt auf (je nach Szene unterschiedlich).

Eigentlich ein 1-Sterne-Film aber wie oben erwähnt aufgrund der guten Idee, der Andersartigkeit und der Schauspielerei einen Mitleids-Punkt.
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