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am 11. Juli 2007
Nach seinen erfolgreichen Filmen 'Z', 'Das Geständnis' und 'Der unsichtbare Aufstand' (alle mit Yves Montand in der Hauptrolle) hat der Exilgrieche Constantin Costa-Gavras 1982 den beklemmenden Politthriller 'Vermisst' inszeniert. Grundlage dieses Films ist Chile im Jahre 1973, das Jahr des blutigen Militärputsches von General Pinochet gegen den rechtmäßig gewählten, sozialistischen Präsidenten Allende.

Die Story:
Unmittelbar nach dem Sieg der Militärjunta in Chile verschwindet ein amerikanischer, dort lebender, linksliberal eingestellter Journalist. Seine Frau nimmt den Kontakt zur amerikanischen Botschaft und zu seinem Vater auf, der alsbald Vorort ist, um mit ihr und den Behörden den Verbleib seines Sohnes zu erfahren. Nach einem langen, quälenden Martyrium, das politische und auch persönliche Differenzen offenbart, wird klar, dass der Sohn im Rahmen der politischen 'Säuberungsaktionen' der neuen Machthaber getötet worden ist. Die versprochene Überführung des Leichnams in die USA innerhalb weniger Tage braucht letztlich mehrere Monate, so dass eine Obduktion in der angestrebten Form nicht mehr möglich ist.

Kommentar:
Der konservative und gutsituierte Vater kommt nach Chile und hält es für das Normalste von der Welt, dass die Vertreter der US-Botschaft ihm engagiert bei der Suche nach seinem Sohn helfen, den er schon lange als einen verdrehten, quasi kommunistisch eingestellten Menschen abgestempelt hat. Er hält sich für den Amerikaner schlechthin und erwartet auch in Chile die Einhaltung demokratischer Grundsätze. Durch seine Gespräche und Erfahrungen mit seiner Schwiegertochter, ihren journalistischen Weggefährten und den inszenierten Behinderungen und Ablenkungsmanövern von Mitarbeitern der amerikanischen Botschaft, entwickelt sich bei ihm allerdings langsam eine andere Einstellung zu seinem Sohn, zu dem Land und seiner politischen Situation aber auch zu sich selbst. Die berechtigte Befürchtung, mit Vorsatz belogen worden zu sein, wird zur traurigen Gewissheit.

'Missing' ist ein großartig inszenierter Film, extrem engagiert und klasse besetzt. Jack Lemmon ist in einer ernsten, sehr beachtenswerten Rolle zu bewundern. Das Gleiche gilt im Grunde für alle anderen Protagonisten. Selten war ein Film derart organisch: Eine perfekte Symbiose zwischen Struktur und Inhalt unter Verzicht auf jegliche Polemik. Neben 'Under Fire' von Roger Spottiswoode aus dem selben Jahr ist 'Vermisst' einer der wenigen ernsthaften amerikanischen Politthriller aus den 80ern, der sich klar den Erwartungen eines Massenpublikums verweigert, sehr mutig ist und gleichzeitig spannend zu unterhalten weiß.

Die im Übrigen nicht erfundene Geschichte bietet Costa-Gavras die Gelegenheit, die Moral der USA zurecht zu attackieren. Hauptsächlich in Bezug auf ihre sehr aktive Rolle beim Putsch gegen Allende - amerikanische Wirtschaftsinteressen waren schließlich wegen der geplanten Teilverstaatlichung gefährdet. Da nimmt man denn schon mal ein faschistisches Regime und zigtausend Opfer in Kauf. Nixon war zufrieden und auch der deutsche Staatsmann Franz Josef Strauß, der sagte: 'Jetzt ist Chile wieder kreditwürdig'. Na dann... !
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am 17. September 2014
Was Costa-Gavras, in diesem teilweise noch immer an den Nerven zehrenden Film inszeniert hat, verdient auch nach vielen Jahren meine Hochachtung und allerhöchsten Respekt. Viel hat sich auf dieser Welt, seit jenem Militärputsch in Chile, nicht wirklich zum positiven gewandelt, ganz im Gegenteil, ich halte diesen Film "leider" für zeitlos. Da er als "politischer Thriller" in eine gute Filmsammlung gehört habe ich ihn in meine Sammlung aufgenommen, wenngleich ich diese Schublade gar nicht so mag. Mit dem Abstand vieler Jahre habe ich "Vermißt" wieder angesehen und war aufs Neue fassungslos über diesen Putsch mit all seinen schrecklichen Bildern und dies in einem Land, daß eine frei gewählte demokratische Regierung hatte.

Die für mich wesentliche Aussage dieses Filmes stellt die unterschiedliche Wahrnehmung zweier Generationen dar. Ed Horman, erfolgreicher Geschäftsmann und naiver Verfechter des "american way of life", beharrlich im Glauben an sein Land und seine Regierung steht im Gegensatz zu seinem Sohn Charles und dessen Frau Beth, die weitaus kritischer im Umgang mit dem eigenen Land und dessen Verstrickung in den Putsch sind. Die Einstellung von Ed Horman verändert sich im Laufe seines Aufenthaltes in Chile zunehmend, bis hin zu seiner desillusionierten Sichtweise auf Haltung und Handlungsweise seiner eigenen Regierung und deren ausführenden Organe.

Die Hauptprotagonisten in "Vermißt" Jack Lemon und Sissy Spacek bieten überzeugende Schauspielkunst, wenngleich der gesamte Film bis in die kleinsten Rollen hervorragend und glaubwürdig besetzt ist. Wer glaubt, dass dieser Film mit seinen schon einige Jahrzehnte zurückliegenden Ereignissen überholt sein könnte wird beim Betrachten feststellen, wie aktuell er ist und wie viel Bezug sich zur Gegenwart herstellen lässt. Für mich einer der besten Filme dieses Genre und absolut empfehlenswert!
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am 20. Juni 2010
Sperrstunde, Militärkonvois, Gewehr im Anschlag - von Anfang an beschwört der Film "Missing" des griechisch-französischen Regisseurs Costa-Gavras eine beängstigende Stimmung herauf. 1973: das junge amerikanische Paar Charlie (John Shea) und Beth Horman (Sissy Spacek) bekommt die Auswirkungen des chilenischen Staatsstreiches durch die Militärjunta General Pinochets in vollem Maße zu spüren. In diesen Tagen werden Tausende von den Militärs auf der Straße einfach erschossen, Leichen liegen umher. Frauen dürfen nur noch Röcke tragen - von Soldaten werden ihnen die Hosenbeine abgeschnitten. Menschen werden geschlagen, abgeführt und auf LKWs abtransportiert, doch der sympathische Charlie nimmt das alles auf die leichte Schulter und sagt zu seiner Frau: "Keine Sorge, sie können uns nichts tun, wir sind Amerikaner." Doch er irrt. Der junge Drehbuchautor, der auch für eine linksgerichtete Zeitung tätig war, verschwindet spurlos.

Charlies wohlhabender und einflussreicher Vater Ed Horman (Jack Lemmon) kommt nach Chile, um sich um das Verbleiben seines Sohnes zu kümmern. Zunächst schimpft er auf die Fahrlässigkeit und die schlampige Anti-Establishment-Haltung seines Sohnes und Beth wäre es am liebsten, wenn Ed wieder nach New York abreiste. Nur sehr langsam entwickelt der New Yorker Geschäftsmann ein Verständnis dafür, welch ungeheuerlichen und unglaublichen Vorgänge in dem südamerikanischen Land vor sich gehen und nur sehr langsam kommen sich Schwiegertochter und Schwiegervater auf der Suche nach dem Vermissten näher. Mit viel Mühe und teilweise unter großer Gefahr für all diejenigen, die Ed und Beth helfen, kommen sie dem Geheimnis auf die Spur und es wird aufgedeckt, welch beschämende Rolle der amerikanische Geheimdienst bei dem Militärputsch spielt.

Nach einer Literaturvorlage von Thomas Hauser und wie es heißt, nach einer wahren Begebenheit, wurde dieses politische Melodram 1982 verfilmt. Man kann sich nicht vorstellen, wie viele Leichen sich in den Kellern des chilenischen Nationalstadions befanden und mit welcher Perfidie Beth und Ed auch von den Amerikanern abgespeist werden. Der Film ist sowohl aufwühlend, als auch beklemmend und der alternde Jack Lemmon gefällt mir in dieser Rolle zehn mal besser, als in seinen Komödien mit Walter Matthau. "Was für eine Welt ist das?" fragt Ed zum Schluss - Ja, was für eine Welt ist das.
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am 1. Januar 2005
Chile im Jahr des Militärputsches 1973 und der Machtergreifung durch die Militärjunta unter General Augusto Pinochet: Ein junger, in der Hauptstadt Santiago lebender US-Amerikaner (John Shea) verschwindet plötzlich spurlos. Seine Frau (Sissy Spacek) und sein aus New York angereister Vater (Jack Lemmon) stellen Nachforschungen an, werden jedoch von den chilenischen und auch den US-Behörden immer wieder behindert und auf falsche Fährten geführt. Im Verlauf ihrer Ermittlungen erweist sich schließlich die Verstrickung der USA in den Putsch immer deutlicher.

Nach seinen Welterfolgen »Z« (1968) und »Der unsichtbare Aufstand« (1972) präsentiert Constantin Costa-Gavras ein weiteres Mal einen nach authentischen Ereignissen gestalteten Politthriller. In dem spannend inszenierten und bewegenden Werk verwendet er die Realität der vermeintlich privaten Geschichte geschickt und eindringlich zur schrittweisen Enttarnung der antidemokratischen und menschenverachtenden Grundhaltung militärdiktatorischer Regimes, aber auch deren Unterstützung durch die USA. Verdient wurde der Film mit der 'Goldenen Palme' des Filmfestivals in Cannes 1982 ausgezeichnet, Jack Lemmon wurde als Bester Hauptdarsteller prämiert.
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am 3. Dezember 2013
Ein Hauptpunkt dieses Films ist die unterschiedliche Sichtweise zweier Generationen. Ed Horman (Jack Lemmon) ist ein erfolgreicher Geschäftsmann und hat
einen unerschütterlichen, blauäugigen Glauben an die Integrität seiner US Regierung. Sein Sohn Charles (John Shea) und dessen Frau Beth (Sissy Spacek)
sind viel kritischer, Charles arbeitet während des Militärputsches von 1973 als Journalist in Chile und hat herausgefunden, dass die USA an dem Putsch
durchaus beteiligt war. Eines Tages verschwindet er spurlos, Beth befürchtet das Schlimmste und bittet ihren Schwiegervater um Hilfe. Dieser kommt als
selbstbewusster und von seiner Sache überzeugter Amerikaner nach Chile und erklärt erst einmal, das Verhalten seines Sohnes und seiner Schwiegertochter
für unreif und überspannt. Als er aber von den Behörden nicht die wie selbstverständlich erwartete Hilfe bekommt und die Nachforschungen immer mehr er-
schwert werden, beginnen seine Zweifel. Seine Suche führt ihn in Krankenhäuser, Gefängnisse und in das berühmte Fußballstadion, das zur Erschießung unbe-
quemer Gegner benutzt wurde. Er kann das alles zunächst nicht fassen, doch als klar wird, dass auch sein Sohn hingerichtet wurde, verliert er den Glau-
ben an sein vielgelobtes Vaterland.
Der Film packt einen von Anfang an, und man begrüßt die Wandlung, die in Ed beispielhaft für viele vorgeht. Der blinde Glaube an die Rechtschaffenheit
demokratischer Regierungen wird zutiefst erschüttert. Man sieht, dass wirtschaftliches Denken profitorientiert über Moral siegt. Profit muss sich dabei
durchaus nicht auf Finanzen beschränken, auch Ansehen und Einfluss spielen eine große Rolle. Das Schicksal Einzelner verkommt zur Nebensache.
Auf der DVD gibt es leider wieder einmal keine Extras, die hätten sich hier doch wirklich angeboten.
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am 3. April 2016
Militärputsch in Chile. Der junge Amerikaner Charles Horman (John Shea) lebt mit seiner Frau in Santiago und betätigt sich als Buchautor. Ein normales Leben ist zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich. Das öffentliche Leben befindet sich am Rande des Zusammenbruchs. Der Bus- und Taxiverkehr funktioniert kaum noch. Überall marodierende Soldaten, die willkürlich das Feuer auf Passanten eröffnen. Charles und seine Frau Beth (Sissy Spacek) wollen das Land verlassen. Das ist aber nicht so einfach. Charles will Flugkarten besorgen und verschwindet spurlos. Sein Vater Ed Horman leitet zunächst von den USA aus Suchmaßnahmen ein und fliegt schließlich selbst nach Chile, um zusammen mit Beth und mit Hilfe der örtlichen US-Behörden nach seinem verschwundenen Sohn zu suchen. Die Kooperation der Konsulats- und Botschaftsbehörden schwankt zwischen Vertröstungen und dem echten Willen zur Hilfe und Unterstützung. Alle Meetings und Besprechungen bleiben jedoch ergebnislos. Mal heißt es, Charles sei nur vorübergehend abgetaucht, dann soll er wieder im Stadion gesehen worden sein, wo die politischen Gefangenen zusammengetrieben worden sind. Unklar ist überhaupt, welche Rolle die Amerikaner bei diesem Putsch spielen - auf jeden Fall kann Charles nicht gefunden werden und Ed Horman, der menschlich immer mehr mit Beth zusammenwächst, beginnt zu verzweifeln. Schließlich eröffnen ihm Botschaftsoffizielle, das sein Sohn gefunden worden ist - tot. Ed und Beth fliegen in die USA zurück nachdem sie die Zusicherung erhalten haben, dass der Leichnam des Sohnes innerhalb von 7 Tagen nach USA überführt werden wird. In USA reicht Ed Horman Klage ein. Die sterblichen Überreste seines Sohnes werden nach 7 (!) Monaten nach USA überführt. Eine Autopsie ist zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich. Die Klage wird abgewiesen, die Akten werden als Staatsgeheimnis klassifiziert. Dieser Film entstand nach einer wahren Begebenheit. Jack Lemmon und Sissy Spacek liefern - wie gewohnt - hervorragende schauspielerische Leistungen ab. Als Zuschauer ist man von der ersten bis zur letzten Minute gefesselt und leidet mit den Betroffenen. Dieser Film von Costa-Gavras ist einer der Besten, die ich je gesehen habe. Der Film wurde 1983 mit dem Oscar für das beste adaptierte Drehbuch ausgezeichnet. Das Bild hat das Format 1,85:1 (Farbe), der Ton ist in Dolby Digital. Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch. Extras gibt es keine.
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am 12. Oktober 2014
Ich habe diesen Polit-Thriller von Costa-Gavras bereits vor Jahren gesehen; die Intensität der Geschichte sowie der Hauptdarsteller Jack Lemon und Sissy Spacek haben sich in mein Gedächtnis eingebrannt.
Zur Geschichte selbst brauche ich nichts zu sagen, das haben meine Vor-Rezensenten bereits hervorragend getan. Nur soviel, dass es sich im wahrsten Sinne des Wortes um "Geschichte" handelt. Speziell im Hinblick auf die aktuellen Ereignisse dürfen solche Filme meiner Meinung nach nicht in Vergessenheit geraten.
Es ist kein leichter Film, den man zur Entspannung nach Feierabend geniesst, aber es ist ein wichtiger Film.
Absolut und uneingeschränkt empfehlenswert.
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am 25. Juli 2014
Dieser Film ist plötzlich wieder hoch aktuell und zeigt neben excellenter Schauspielkunst in einer klaren Erzählweise, dass es sich lohnt nicht allen Betäuerungen, auch der eigenen Staatsmacht, widerstandslos zu glauben.
Die Verlogenheit der westlichen Führungsmacht im Umgang mit demokratischen Rechten, wenn es um die Wahrung ökonomischer Interessen geht, zieht sich durch die jüngere Vergangenheit bis in unsere Zeit.
Im Kino habe ich diesen Film irgendwie verpasst, um so mehr war ich jetzt von der Intensität dieses Filmes überrascht.
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am 15. Januar 2016
einer der besten politischen Filme, die ich bis jetzt gesehen habe. Hier werden die Amerikaner gezeigt, wie sie wirklich sind. Wenn es um ihre eigenen Interessen geht, verschwinden die Menschenrechte schnell in der Schublade.
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am 26. Februar 2013
Trauriges Ende, aber leider sieht die Realität genauso aus.

Wie kann es auch heute überhaupt noch Menschen geben, die zum einen die widersinnigen Befehle von Politikern ausführen, und zum anderen sich so von kriminellen Ideen begeistern lassen, dass sie zu Handlangern werden, die einfach blind Befehle ausführen, ohne darüber nachzudenken. (--> siehe auch die Naziherrschaft seinerzeit in Deutschland)
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