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Kundenrezensionen

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4,3 von 5 Sternen
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am 10. Mai 2017
Von den 40.000 Männern der deutschen U- Boot Flotte kehrten nur 10. 000 wieder lebend zurück.
Den so sinnlos Geopferten ist er gewidmet, dieser bestürzende und mitreissende Klassiker des Kriegsfilms , der uns Zuschauer so hautnah und mit allen Sinnen mit unter die Meeresoberfläche zieht, dorthin in die schwarze Tiefe, wo wir mit der Besatzung zusammengekauert in der Enge der stählernen Wände , zwischen Rohren , schwankenden Leuchten und Armaturen um unser nacktes Leben fürchten, die Augen weitaufgerissen in der Dunkelheit, auf jedes Quitschen, Ächzen der Maschinen und dem Rotieren von Schiffsschrauben feindlicher Geleitzüge über uns lauschend. Ein leises Näherkommen grollender Gefahr, das über Krepieren und Überleben entscheiden kann.
Furchterregend knarzen Schrauben und Metallwände unter dem riesigen Wasserdruck , während das U- Boot immer weiter in die Tiefe sinkt. Aschfahl , ausgemergelt und hohlwangig sind die kalkweissen Gesichter der Besatzung in schemenhaft rötlicher Beleuchtung. Lebende Leichen in der Dunkelheit , die sich ans Dieseits klammern, vor Entsetzen schon halb wahnsinnig. Geduckt wie Schlachtvieh, keuchende Wracks so kauern sie alle da und horchen auf die Einschläge, die Unabwendbarkeit des qualvollen Todes in ihre verkrampfte Mimik gezeichnet, eingezwängt in den röhrenartigen Gängen, in denen nicht nicht einmal Aufrecht stehen möglich ist und das Wassergewicht , das in schwindelerregender Tiefe Schiff und Mannschaft wie eine Aluminiumdose zerquetschen kann, legt sich auch auf uns , lässt unser Atmen schwer werden, hilflos nach Luft ringen in der nackten Verzweifelung.
Eine Atmospäre gnadenloser Ausweglosigkeit, die uns noch lange nach dem Abspann nicht mehr los lassen wird.

Wie durchdringend lässt sich klaustrophobische Angst und Panik so auf den Zuschauer übertragen , dass dieser selbst zum Gefangenen in einer entsetzlichen psychologischen Hölle wird ? In " Das Boot " gelingt das authentische Miterleben des Grauens mit spektakulären Mitteln derart nachhaltig, dass der Film bis heute und für alle Zeit eine Extremerfahrung darstellt. Er verdeutlicht die Sinnlosigkeit und die grausame Zerstörung von Körper und Psyche in einem menschenverachtenden Krieg einmalig beeindruckend , sodass wir nach über 300 Minuten Himmelfahrtskommando unter den Weltmeeren und einer Rückkehr in einen Heimathafen, der keine Erlösung aus der Hölle bringt sondern in dem sich der finale Schrecken vollendet , noch lange Mühe haben das Erlebte zu verdauen.
Überleben oder Sterben hat hier nichts mehr mit Stolz, Geschick und Heldenmut zu tun. Das zynisch bitttere Ende zeigt nur, es ist Zufall, ob uns das Schicksal entkommen lässt oder nicht. Welche sinnlose Groteske in allem Sein, welche Verschwendung von Seelen und Körpern für eine Chimäre. So tief lässt uns " Das Boot" erzittern. Die Fahrt der U96 und das Schicksal jedes einzelnen Besatzungsmitgliedes ,es hat sich unlöschbar unter unsere Haut gebrannt.

Regisseur Wolfgang Petersen ("Die unendliche Geschichte", "Outbreak", "Der Sturm", "Troja") bekam mit diesem Antikriegs- Epos auch international sofort höchste Aufmerksamkeit. Vorlage war der gleichnamige Roman von Lothar - Günther Buchheim , der darin die eigenen Kriegserlebnisse als Marinesoldat und Kriegsberichterstatter auf einem U- Boot verarbeitete.
Es hätte keine überzeugendere filmische Bearbeitung , die sich diesem Schrecken annähert, geben können. Unerträgliche Spannung und Atmosphäre, wie sie kaum sonst zu erleben ist, macht uns hier stumm und lässt vor Intensität schaudern.
Wolfgang Petersen legte grosstmöglichen Wert auf Authentizität in allen Belangen, drehte an Originalschauplätzen und ließ das 55 Meter lange Innere des U- Bootes bis in kleinste Details haargenau nachbauen. Eine Akribie, die sich lohnte , denn sobald die stählernen Luken von U-96 sich hinter uns schliessen, sind wir mit an Bord als Mannschaftsmitglied, erleben zermürbende Schleichfahrten in der Tiefe des Meeres, vernichtende Bombardements, gefährliche Feindkontakte und jedes Mitglied der Besatzung kommt uns in seinen Ängsten, Träumen und Hoffnungen unendlich nahe . " Das Boot" ist ein Film der Gesichter, der Mimiken und der Blicke, schweissüberströmt, zerfurcht vom Schock , voller Panik, dann wieder Erleichterung im Wechselspiel mit Nervosität Trotz, Wut , Sorge und Grauen . Weit entfernt ist das alles vom propagandistischen Heldenmythos, hier geht es um Menschen aus Fleisch und Blut, ihre zermürbende Isolation ,um kurze Euphorie im Siegestaumel, Todesangst vor dem Zerfetztwerden in Explosionen und auch um die Tatsache als Jäger und Gejagter selbst jegliche Naivität und Unschuld zu verlieren und schuld an Kriegsverbrechen zu werden. ( Einmal lässt der Kapitän zum Beispiel wieder abtauchen und überlässt damit Ertrinkenden ihrem Schicksal). Die Menschheitsgeißel als solches ist niemals der Feind, sondern der Irrsinn des kriegerischen Konflikts an sich, der sich verselbstständigt , der alle hüben wie drüben in den Todesstrudel reisst. Am Ende bleibt das zitternde Häuflein Elend, Mensch genannt, das um sein weiteres Dahinvegetieren kämpft , schlägt und brüllt und nichts mehr hat diese Qual noch mit Glanz und Gloria zu tun, auch wenn im Bordradio gebetsmühlenartig die Siegesparolen der deutschen Führung wiederholt werden, das verdeutlicht " Das Boot" in einmalig markanten Szenen.

" Da ist der reinste Kinderkreuzzug . Diese Jüngelchen gehören eigentlich alle wieder zurück an die Mutterbrust", wird "der Alte" ( in der Rolle seines Lebens: Jürgen Prochnow) kurz nach Auslaufen auf der Kommando-Brücke sagen . Wortkarg , desillusioniert, erschöpft und gleichzeitig stark und ungebrochen ist dieser Kapitän, der im Dilemma steckt den überheblichen Irrsinn seiner Befehlshaber zu kennen und zu missbiligen und dennoch seine Pflicht erfüllen zu müssen. " Die Jungs heil nach Hause bringen" , das ist sein einziges Credo. Eine unglaublich komplexe Charakterstudie von Prochnow , die man selbst erleben muß.
Wenn die Mannschaft nach Jahr und Tag zurückkommen wird, gleichen sie eher verblichenen Untoten , so oft haben sie dem unbarmherzigen Schrecken in das Gesicht geblickt. Von der Hölle in die Hölle. Das niederschmetternde Ende wartet schon. Vergeblichkeit allen menschlichen Strebens, steht im letzten Bild in leeren , brechenden Augen geschrieben und wofür dieses Opfer ?

Zur Story: Herbst 1941, der zweite Weltkrieg tobt schon seit zwei Jahren . Die deutsche U- Boot Flotte wartet im französischen Hafen La Rochelle auf ihren nächsten Kriegseinsatz. Die Engländer können der Übermacht der deutschen Flotte im Atlantik bisher trotzen und der U- Boot Krieg strebt seinem grausigen Höhepunkt entgegen. Unter der Führung des Kapitänsleutnants Willenbrock, von der Mannschaft respekt- und liebevoll zugleich " der Alte "genannt, wird die U-96 auslaufen, mit dem Ziel Geleitzüge aufzufinden, zu zerstören und stets auf neue Befehle zu warten.
Bis zur Durchquerung der Meerenge von Gibraltar im Bombenhagel feindlicher Linien wird die Alptraumreise gehen, und der Wahnsinn kein Ende finden. Der junge Kriegsberichterstatter Leutnant Werner ( Herbert Grönemeyer ) ist mit an Bord und soll die Einsätze dokumentieren.
Auf den ersten Seetagen geschieht wenig. Es ist die Ruhe vor dem Sturm, der wie das jüngste Gericht sein wird. Torpedoangriffe , Explosionen, Wassereinbruch, Wahnsinn und Agonie ,.....schwer angeschlagen wird die U 96 sogar fast bis zum Meeresboden sinken. Ohne die Kessel des Schiffes noch einmal anheizen zu können, wartet der Erstickungstod im stählernen Sarg...

" Das Boot" ist in jeder filmischen Hinsicht ein Meilenstein und ein Triumph von Kamera, Drehbuch, Ausstattung , markerschütternden Toneffekten, Musik und Regie gleichermaßen. Grosse bewegende und facettenreiche Schauspielkunst bieten Jürgen Prochnow, der junge Uwe Ochsenknecht, Herbert Grönemeyer, Klaus Wennemann, Martin Semmelrogge, Otto Sander, Erwin Leder als psychisch labiler Maschinst , Jan Fedder, Heinz Hoenig, Claude Oliver Rudolph, alle bis zur Erschöpfung ums Überleben ringend, keuchend und schuftend im ölverschmierten, schmutzig engen Eisensarg. Die Charaktere dieses perfekt agierenden Ensembles sind faszinierend und filigran ausgearbeitet, und bis in die schmalen Kojen hinein , schwingen wir emotional in jeder Aggression, Angst , Sehnsucht und Resignation mit, sind wir an diesen Überlebenskamf emotional gefesselt wie selten in düsteren, drückenden Szenarien. Grandios ist der Score von Klaus Doldinger eingearbeitet, dessen " U 96 " Melodie selbst zum unsterblichen Hit wurde . Die Dramaturgie fesselt über volle fünf Stunden lang.

Dies hier ist die grandios restaurierte Orginal Langfassung , mit jeder Szene, die auch in der Fernsehfassung zu sehen war, und nur diese Fassung ist empfehlenswert, weil in dem gekürzten Directors Cut doch sehr viele kleine eindringliche Momente, die das Erleben noch dichter und tiefer machen , einfach wegfallen.
Keine einzige Sekunde ist dieser Filmgigant zu lang . Er ist ein einmaliges, durch alle Sinne fahrendes Erlebnis, das am besten in einem Stück geschaut wird. Einer der besten Kinowerke aller Zeiten, berührendes Mahnmal und nervenzerfetzende Erfahrung zugleich .
So fulminant überwältigend kann Kino sein.
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am 14. Juli 2014
Ich bin noch im Besitz eines VHS- Mitschnitts der Fernseh-Erstausstrahlung. Ich habe mir diese DVD-Version gekauft, weil ich den Film noch einmal in einer besseren Qualität anschauen wollte. Und ich muss sagen, dass sich dies wirklich gelohnt hat. Die Qualität dieser DVD ist wirklich hervorragend! Ich kenne auch die Bluray-Ausgabe, die vom Bild her vielleicht einen Tick besser ist; dies allerdings auch nur im direkten Vergleich. Dafür ist der Ton bei dieser DVD-Ausgabe eindeutig besser! Allerdings muss ich bei dem Vergleich der beiden Editionen gestehen, dass jede Kritik bei einem Vergleich der Fernseh-Langfassung mit der Kino-Fassung als Bluray auf allerhöchstem Niveau erfolgt. Man könnte also auch sagen: Beide Fassungen sind Qualitativ ebenbürtig.
Vielleicht eine kleine Hilfe bei der Kaufentscheidung: Diese längere Fernsehfassung mag dem Actionliebhaber, der immer nur auf den nächsten Angriff hinfiebert, vielleicht etwas langatmig vorkommen. Andererseits werden in dieser Langfassung dem Zuschauer sehr viel eindringlicher das Gefühl und die Ängste der U-boot Besatzung vermittelt, die den Angriffen feindlicher Schiffe in ihren Unterwassersärgen mehr oder weniger hilflos ausgeliefert sind. Die Angst der U-Boot Besatzung überträgt sich regelrecht auf den Zuschauer.
Und noch wichtig: Auch wenn hier teils etwas anderes behauptet wird: An dieser DVD-Fassung wurde rein gar nichts gekürzt! Dies ist die Original Fernsehfassung, bei der lediglich die erzälten Zusammenfassungen der vorherigen Episoden herausgeschnitten wurden. Diese Zusammenfassungen sind auch nicht nötig, da alle Episoden nahtlos inneinander übergehen. Bei der gekürzten Kinofassung wundert sich der ganz pingelige Zuschauer vielleicht über zwei oder drei Dialoge, die er so in der Fersehfassung nicht oder anders findet. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass dies Szene für Szene und Wort für Wort die Original-Fernsehfassung ist.
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am 22. Oktober 2016
Nach soeben beendetem ca. 5stündigen Bluraygenuss kann ich sagen: Die HD-Qualität der Bild- und Tonwiedergabe ist authentischer und packender als bei der DVD-Version. Allerdings gibt es eine noch ausführlichere Version, die ich von früher aus dem Fernsehen in Erinnerung - und eigentlich gesucht - habe. Hier fehlen im Vergleich dazu wohl ein paar (für die Kernhandlung unbedeutende, mir aber wichtige) detailierte Konversationssequenzen - beispielsweise zwischen dem LI und dem Lt. Werner beim Antreten der Mannschaft am Oberdeck bevor die Reise beginnt. Deshalb nur vier Sterne.
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am 15. August 2017
einer der besten filme!

habe den mehrteiler als kind gesehen uns seither darauf gewartet, dass dieser nochmal im TV läuft. vergebens. spielt jetzt keine rolle mehr da jetzt in der eigenen sammlung vorhanden.

einige gute szenen fehlen eben in den filmfassungen. deshalb musste der mehrteiler her, der nicht enttäuscht.
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am 13. Juni 2017
Näher dran und ausführlicher als mit der Serie geht es nicht.
Die Handlung ist vollständig und lässt sich Zeit. Im Vergleich zum Film bekommt man viel mehr mit. Beispiel: Nach dem Auslaufen flüstert der Alte zum 2 WO: "In zwanzig Minuten Probetauchen!" Dieser bestätigt das lächelnd. Im Film wird erst in der Szene nach dem erfolgten Abtauchen aufgelöst, dass es Probealarm war.
Die Wasserbombenverfolgungen und die Selbstrettung nach dem Sinken werden sehr intensiv dargestellt.
Bild und Ton sind sehr gut.
Zur Vervollständigung ist unbedingt der Roman zu empfehlen, damit erschließen sich die Hintergründe mehr.
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am 11. August 2017
Bewerte NUR die Qualität von Bild und Ton der Blu-ray, Filme sind sowieso Geschmacksache!
Bild: 4 von 5 Sternen (Teilweise 2 bis 3)
Ton: 3 von 5 Sternen
____(4+3)/2 = 3,5 Sterne____
Gesamt: 4 von 5 Sternen gewählt. Bild des Films hat Priorität _1_, Ton hat Priorität _2_
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am 23. Januar 2017
Das ultimative Filmerlebnis. Das und keine andere ist mit Abstand die geilste Fassung. Vergisst auch den Director's Cut, weil diese Version einfach alles beinhaltet, und jede Sekunde präsentiert sich in höchster Vollendung. Ich empfehle einen nicht zu kleinen Fernseher mit gutem Sound, Freunde einladen und ab die Post, eintauchen in den fast 5-Stunden-Epos, der dich zu keinem Zeitpunkt loslässt.
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am 25. Februar 2017
Dieser Film ist einer der besten Deutschen Film produktionen aber diese Version ist sehr Lang und man brauch viel zeit dafür.
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am 12. Februar 2017
Leider fehlen auf der Blue Ray die erzählten Rückblenden am Anfang der Folgen zwei bis sechs, die es im Fernsehen gab. Ich hatte darauf gehofft und daher neben der DVD noch die Blue Ray gekauft.

Die Folgen wiederholen die letzten Momente der vorhergehenden Episode. Die Aufteilung in sechs Folgen hat daher keine Vorteile gegenüber der Doppel-DVD.
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am 3. Juni 2015
Ich habe mir die Zeit genommen die verschiedenen Kommentare anderer Rezensenten zur ungeschnittenen TV-Langfassung von DAS BOOT auf Blu-ray zu lesen. Da ich inzwischen die zwei Blu-ray Discs gesehen und getestet habe (mit 7.1.4 Surround-Anlage und DLP-Großbildprojektion in FullHD-Auflösung) möchte ich ein Fazit wagen und eine Gegenmeinung äußern.

BILD

Das Originalnegativformat vom gesamten BOOT war 1.66:1. Für die TV-Ausstrahlung seitlich auf 4:3 (1.33:1) beschnitten, hatte Wolfgang Petersen scheinbar mit Rücksicht auf den amerikanischen Markt 1997 seinen Director’s Cut im US-typischen 1.85:1 neu formatiert (so dass auf einem 16:9 Monitor mit "1:1 Pixel Mapping" oben und unten so genannte Letterbox-Streifen verbleiben).

Wie schon vom Rezensenten „Mediaworld“ berichtet und anhand von Screenshot-Vergleichen belegt, hat Eurovideo offensichtlich nicht einfach nur die dem Director’s Cut zur Langfassung noch fehlenden Szenen, sondern stattdessen und konsequent die komplette Langfassung vom Kameranegativ neu abgetastet und in 1:78:1 (16:9) formatfüllend konserviert, so dass die 1.85:1 vorhandenen Letterbox-Balken entfallen konnten. Vorbildlich!

Die hervorragende Bildqualität dieser neuen Abtastung muss ich in vielen Punkten ausdrücklich loben. Spuren digitaler Rauschfilter, die Gesichter wachsartig erscheinen lassen könnten, gibt es nicht. Das Bild ist auf hohem HD-Niveau und offenbart feinste Details in Gesichtern und Stoffen, wobei ich bezweifle, dass noch mehr aus den Kameranegativen herauszuholen gewesen wäre. Was ich gar nicht und oft genug hervorheben kann, ist die fantastische Lichtbestimmung und Farbgetreue des Bildes. Keine neuzeitliche Kolorierung, sondern natürliche Farben und Halbtöne, die leider keine Selbstverständlichkeit mehr sind. Das Bild scheint etwas heller als in früheren Versionen (ohne zu Lasten des Kontrasts zu gehen), und das ist gut so, denn wer es dunkler haben möchte, kann das ohne Qualitätsverluste nachregeln, wäre das Bild andererseits von Hause aus zu dunkel wären wichtige Details unwiderbringlich abgesoffen (wer mir auf der BEN HUR Blu-ray die im Obergebälk steckenden Speere beim Abführen von Ben-Hur nachweisen kann, erhält Finderlohn…). Und während ich die Szenen an Bord der „Milchkuh“ Weser im Director’s Cut als gelbstichig empfand, überzeugt diese Abtastung mit natürlichen und überzeugenderen Farben an vielen Stellen im Direktvergleich. Fantastisch!
Was hingegen nicht wirklich das Gelbe vom Ei ist, ist das „Colour Banding“ welches sich glücklicherweise auf die wenigen und grün getrübten kurzen Unterwasserszenen beschränkt.

TON

Am 5.1 Mehrkanalton in DTS-HD konnte ich nichts bemängeln. Nachdem nun bekanntlich für den Director’s Cut der ursprüngliche Stereoton in 5.1 neu überarbeitet wurde, hätte ich hörbare Unterschiede zwischen den Szenen des Director’s Cut und der Langfassung erwartet, konnte aber keine Übergange oder Unterschiede feststellen. Die von „Mediaworld“ festgestellte Samplingtiefe von 16 Bit im Teil 5 gegenüber den anderen (24 Bit) konnte ich nicht wahrnehmen, obwohl ich mir einbilde, über eine Heimkinoanlage der gehobenen Mittelklasse zu verfügen. Es war schon faszinierend Nebengespräche wahrnehmen zu können, insbesondere vom Tisch bei Thomsens Ansprache oder die ideologischen Traktate, die I. WO im Hintergrund Ullman zur Niederschrift diktierte. Die Direktionalität der Abmischung ist klasse, Gespräche hinter der Kamera finden in den Surround-Lautsprechern statt, das Gefühl sich in einer U-Boot-Stahlröhre zu befinden wird beklemmend und wirkungsvoll vermittelt.
Ein kleiner, aber doch unschöner Patzer sind die ersten 6 Minuten im Teil 4, bei denen der Ton asynchron läuft, also die Dialoge nicht mit den Lippenbewegungen übereinstimmen. Weitere solcher Patzer konnte ich trotz intensiver Suche zum Glück nicht finden.

PRÄSENTATION

Der Kritik an den fehlenden deutschen Untertiteln, sowohl für die Gehörlosen als auch Deutsch-Lerner, die sich bessere Lerneffekte versprechen, wenn sie zur Originalsprache auch die entsprechenden Untertitel bekommen, schließe ich mich ohne Wenn und Aber an. Auch stimme ich jenen zu, die es besser gefunden hätten, wenn die englischen Untertitel der deutschen Originalfassung - und nicht der „exotischen“ englischen Synchronfassung - gefolgt wären.

Was ich allerdings nicht teile, ist die von der Mehrheit der Rezensenten geäußerte und in Abwertung ausufernde Kritik, dass hier nicht die – auf DVD erhältliche – Langschnittfassung ohne Unterbrechungen (und Pinkelpausen) präsentiert wird, sondern eine Version die den 6 für das Fernsehen produzierten Einzelteilen nahekommt (aber erfreulicherweise auf die ursprünglichen "Previously on DAS BOOT" Einleitungen verzichtet).

Ganz im Gegenteil: Wolfgang Petersen hatte aus dem vorhandenen Filmmaterial (gibt es noch zusätzliche, entfallene Szenen?) 6 Teile / Akte für die Fernsehverwertung zusammenschneiden lassen, die allesamt mit dem enden, was man heutzutage „Cliffhanger“ nennt. Die vorliegende TV-Langfassung ermöglicht sowohl den historischen Rückblick als auch Wertschätzung für das hier Erreichte, was jedoch andererseits bei der unterbrechungslosen Langfassung im Verborgenen geblieben wäre.

Auch wenn ich die Wiederholung der letzten zwei Minuten aus dem vorangegangenen Teil - bei „nur“ 6 Teilen, wo es leicht fällt den Überblick zu behalten - ebenfalls als entbehrlich und keine gelungene Entscheidung empfinde, so begrüße ich doch grundsätzlich, dass der ursprüngliche Einzelteil-Charakter der TV-Ausstrahlung erhalten geblieben ist und nachvollziehbar bleibt.

Was mich schlussendlich doch ziemlich befremdet, sind Ratschläge, stattdessen bei der unterbrechungslosen DVD Langschnittfassung zu bleiben. Also nur weil nach 52 Minuten eine Unterbrechung stattfindet, wird empfohlen auf dieses gestochen scharfe und vorbildliche HD-Bild zu verzichten, sich weiterhin mit der MPEG-2 datenkomprimierten Farblosigkeit einer DVD zu begnügen und dem hochauflösenden DTS-HD Mehrkanalton kein Gehör zu schenken?

Unter Berücksichtigung der genannten Patzer im Verhältnis zur Gesamtleistung halte ich mindestens 4+ Sterne für angemessen, wenn ich allerdings bedenke, dass EuroVideo noch in 2011 den riskanten finanziellen Aufwand einer HD-Restaurierung der gesamten Langfassung gescheut hat, muss ich einfach für dieses Engagement und die damit verbundene Risikobereitschaft 5+ Sterne dankend und gerne anerkennen.
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