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am 27. Oktober 2004
Gut, der deutsche Titel klingt erstmal nach Kitsch (der US-Titel ist mit Eternal Sunshine of the Spotless Mind dafür noch sperriger) und dass Titanic Star Kate Winslet die weibliche Hauptrolle spielt lässt es nach üblem Schmachtfetzen riechen. Noch verwirrender werden die Mutmaßungen über Qualität und Inhalt, wenn man liest, dass die Hauptrolle von Jim Carry gespielt wird. Schnulze + Ace Ventura? Mitnichten! Vergiss Mein Nicht ist einer der cleversten Filme des Jahres.
Den grossen Unterschied zu Kitsch und Klamauk macht hier Drehbuchautor Charlie Kaufmann, der schon so aberwitzige Geniestreiche wie Adaption und Being John Malkovich geschrieben hat.
Die Story: Mit Hilfe einer neuen Technologie kann ein Unternehmen über Nacht unangenehme Erinnerungen völlig auslöschen. Ideal für Joel, der völlig mitgenommen ist, als er erfahren musste, dass seine Freundin Clementine (eine sehr impulsives, lebhafte Frau mit ständig wechselnden Haarfarben) ihn nach viel Beziehungsstress hat löschen lassen. Während der Prozedur erlebt Joel rücklaufend zum Tag ihres Kennenlernens nochmal alle gemeinsamen Momente, die sich immer wieder auflösen. Dabei erkennt er, dass er Clementine immer noch liebt und nicht loslassen will. In Schlaf versetzt kann er den Technikern (unter anderem Elijah Wood, Kirsten Dunst und Oscarpreisträger Tom Wilkinson) kein Abbruchsignal geben. Verzweifelt versucht er nun die Erinnerungen an Clementine zu bewahren und sie an allen Orten seiner Vergangenheit zu verstecken.
Einzigartig wird die bizarre Kopfstory durch die faszinierenden Bilder für die Auflösung der Erinnerung. Auf einem Bahnhof rennt das Paar durch eine Menschenmenge, die einer nach dem anderen "weggezappt" wird, in Räumen verschwinden Einrichtungsgegenstände und Details, Gesichter verschimmen und Häuser bekommen Risse und stürzen ein. Das alles wird dabei mit einem Minimum an Computereffekten inszeniert, damit es nicht so glattproduziert und künstlich aussieht wie die letzten Effektspektal aus Hollywood.
Doch das Herzstück des Films sind die genialen Dialoge, die zudem völlig frei sind von üblichen Kitsch-Sätzen. Zwar fällt es anfangs etwas schwer sich mit dem etwas trägen Joel oder der flippigen Clementine zu identifizieren, aber spätestens wenn der Trennungsschmerz zum Thema wird finden sich viele allzu bekannte Situationen und Gefühle wieder, die hier sehr packend und einfühlsam beschrieben sind.
Natürlich heisst bizarr auch hier schwerer verdaulich als das zuckrige Hollywood-Schmonzetten-Kino, aber ein bisschen Mitdenken ist bei so einer genialen Geschichte wirklich nicht zu viel verlangt. Vor allem weil die Gefühle vor diesem Hintergrund ehrlich und anrührend statt aufgesetzt daherkommen. Auf jeden Fall ein Film, den man mir nicht mehr so leicht aus dem Hirn brennen kann.
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am 31. August 2004
Ein wirklich schräger Film, denkt man am Anfang und man braucht schon einige Minuten, um sich daran zugewöhnen, wenn man Filme dieser Art nicht gewöhnt ist. Er stammt aus der gleichen Feder wie "Being John Malkowitch" und wer diesen Film gesehen hat, kann sich in etwa denken, was ihn bei "Eternal Sunshine of the Spotless Mind" erwartet.
Gehirnwäsche der etwas anderen Art...sämtliche Erinnerungen an die verflossene Liebe werden aus dem Gehirn der Betroffenen entfernt, damit sie nicht weiter unter ihren Liebeskummer leiden müssen. Nun, das könnte klappen, kann man sich denken, aber eins zeigt uns dieser Film: der Vestand läßt sich vielleicht kontrollieren, aber die Gefühle nicht. So ist es kein Wunder, dass Joel (Jim Carrey) und Klementine (Kate Winslet) sich nach ihrer gescheiterten Beziehung und eine Gehirnwäsche später wieder treffen und wieder ineinander verlieben.
Der Film glänzt durch viele skurrile Szenen und ungewöhnliche Bilder. Wer hier eine Komödie erwartet, liegt falsch, auch wenn Jim Carrey auf der Hauptdarsteller-Liste steht. In diesem Film zeigt uns Carrey mal wieder sein ganzes Können und dass er schon längst nicht nur der Blödel-Typ aus vergangenen Komödien ist, sondern mittlerweile auch zu seinem unglaublich guten, ernsthaften Schauspieler herangereift ist. In diesem Film verkörpert er den Charakter des unter starken Liebeskummer leidenden und zu tiefst deprimierten und schüchternen Joel einfach nur perfekt und man kann gar nicht anders, als mit ihm mitzutrauern und mitzuleiden. Aber auch Kate Winslet liefert uns in diesem Film eine unglaubliche schauspielerische Leistung ab als die ziemlich impulsive und durchgeknallte Klementine, die Joel mit ihrer Art einfach nur bezaubert und für sich gewinnt. Freude und Leid wechseln in ihrem Charakter ebenso häufig wie ihre Haarfarben und man hat es als Mann sicher nicht leicht an ihrer Seite, weshalb es auch sehr oft Streit gab bei Joel und ihr, vor allem, als von ihrer Seite der Wunsch nach Familie laut wurde. Daran ist die Beziehung das erste Mal dann auch gescheitert, aber der zweite Anlauf läßt wie gesagt nicht lange auf sich warten, denn die Liebe findet ihren Weg...
Ein wirklich ausgesprochen guter Film, einer der besten, den ich seit langem gesehen habe - und einer mit Tiefgang! Dieser Film hätte glatt noch mehr als 5 Sterne verdient, aber leider geht das hier ja nicht :-). Ich würde auch unbedingt empfehlen, den Film auf Englisch zu genießen, denn Jim Carreys deutsche Synchro-Stimme klingt einfach zu komödienhaft und dieser Film ist wie gesagt wirklich ernsthaft und Jim Carrey hat auch eine wirklich schöne und ausdrucksstarke Stimme, die man ja auch mal gehört haben soll. Zudem ist der Film auf Englisch problemlos zu verstehen, da soooo viel gar nicht geredet wird und mehr die bestechenden Bilder ihren Zweck erfüllen. Ach, einfach selbst ansehen und genießen!!!
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am 3. September 2011
Der Autor Charlie Kaufman zeigt, was mit uns womöglich geschähe, wenn wir unsere Erfahrungen auslöschen könnten. Was sich dabei zunächst wie eine für ihn typische intellektuelle Spielerei ausnimmt, wird - dank der kongenialen Regie von Michel Gondry und einer Riege sehr gut aufgelegter Darsteller (neben Jim Carrey in seiner m.E. besten Rolle und Kate Winslet, die für derlei Partien eine Bank ist, vor allem auch Kirsten Dunst und Tom Wilkinson) - überraschend zu einem wunderbaren Plädoyer, das Leben und die Liebe so anzunehmen, wie sie kommen - und sie auch so zu behalten.

"Hi!" - "Wie bitte?" - "Hab mur 'Hi' gesagt!" - "Oh! Hi! Hallo!"

Ruhelos wirken die beiden Menschen, die sich hier im Zug das erste Mal unterhalten, wie auf dem Weg zu einem Ziel, das sie nicht kennen. Er findet sie "nett", was sie auf die Palme bringt. Aber offenbar fallen ihm keine anderen Adjektive zu ihr ein - ja, er kennt nicht einmal das alte Lied "My darling Clementine", das sie sich nach Nennung ihres Namens verbittet.

"Was ist, wenn es bricht?" - "Wenn was? Interessiert dich das jetzt wirklich?"

Die Angst vor dem Unbekannten, vor Verletzung, besonders bei Joel wird sie deutlich. Wann will man sie überwinden, wenn nicht zu Beginn einer Liebesbeziehung? Joel, der sich als nicht impulsiv bezeichnet, braucht offenbar jemanden wie Clementine, die unvermittelt plötzlich von Heirat spricht. Er willigt ein, als habe er grade nichts besseres zu tun. Irgendwie scheinen beide im Moment verhaftet, scheint ihnen jedes Maß verloren gegangen zu sein.

"Ich könnte auf der Stelle steben, Clem. Ich bin einfach... einfach glücklich. Sowas habe ich noch nie zuvor gefühlt. Ich bin genau da, wo ich sein will, Clem."

Die Erfahrung lehrt uns, dass derlei Liebesrausch leicht in Verbitterung enden kann. Dass das Unwiederbringliche eben das ist: unwiederbringlich. Und dass viele Paare, die zu Beginn nicht voneinander lassen können, sich irgendwann anöden und trennen, wenn sie denn die Kraft dazu aufbringen. Oft fehlt nach einer unglücklichen Liebe die Kraft, eine neue zu beginnen. Wie in Alexander Popes Gedicht, dem der wunderbare Originaltitel entlehnt ist. Dort erwägt eine Frau, ins Kloster zu gehen, weil sie meint, dass nur Gott ihr ihren unerreichbaren Geliebten ersetzen kann:

How happy is the blameless vestal's lot!
The world forgetting, by the world forgot.
Eternal sunshine of the spotless mind!
Each prayer accepted, and each wish resigned.

Wäre es denn nicht gut, solche unangenehmen Erfahrungen vergessen zu können, um sich mit neuem Mut in eine neue Liebe stürzen zu können? Sicher nicht, denn der ewige Sonnenschein des ungetrübten Geistes bleibt eine Utopie. Wir können das Glück nicht erringen, indem wir das Unglück negieren.

"Ich glaub' die Leute wissen gar nicht, wie einsam man als Kind ist. Es ist als ob man gar nicht zählt."

Was bleibt von uns, wenn wir unsere Erinnerungen, unsere Erfahrungen löschen lassen? Der Film deutet die ungeahnten Auswirkungen auf die Persönlichkeit an. Befreien wir uns von lästigem Ballast oder sorgen wir nur dafür, dass wir ohne zu lernen alt werden, während alles sinnlos erscheint, wie Clementine sich in einer Szene beklagt?

"Vergiss mich nicht!"

Statt sie abzuhaken oder auszulöschen sollten wir aus unseren negativen Erfahrungen lernen. Was nützt es denn, am Ende einer Beziehung selbstgerecht dem Partner die Schuld zuzuweisen? Besser wäre es, wenn wir die Stärke hätten, unsere Schwächen selbst zu hinterfragen. Charlie Kaufmans geniales (und hier ist das Attribut mal wirklich wieder angebracht) Skript gibt Joel einen einzigartigen Weg dafür: Es lässt ihn - und uns - die Beziehung rückwärts erleben: vom finalen Streit, der mit einer schlimmen Kränkung in die Trennung mündet, über intime Momente bis zum Kennenlernen.

Doch Kaufman wäre nicht Kaufman, wenn er die Szenen dabei einfach rückwärts ablaufen ließe. Dadurch, dass sie sich in Joels Unterbewusstsein abspielen, hat der Film alle Freiheiten - und er nutzt sie sehr sinnvoll. Wenn z.B. Joel Clementine vorwirft, dass sie mit dem Löschen seiner Person begonnen hat, und sie entgegnet, er wisse doch, wie impulsiv sie sei, dann ist das nicht nur ein augenzwinkernder Kommentar auf die Unverbindlichkeit unserer Zeit, sondern vor allem die Absolution Clementines durch Joel. Denn was man durch das intensive Spiel von Carrey und Winslet zu vergessen geneigt ist: Alles, was wir sehen, entspringt lediglich Joels Unterbewusstsein.

"Das war's dann, Joel! Es ist bald weg." - "Ich weiß." - "Was soll'n wir tun?" - "Es genießen."

Und dieser hat am Ende seine Lektion gelernt: Sich nicht dem Fatalismus zu ergeben, sondern das Leben so zu nehmen und zu geniessen, wie es kommt.

"Schön, wenn du dieses Mal bleibst." - "Ich bin doch zur Tür rausgegangen, dazu gibt's keine Erinnerung." - "Komm zurück und wir finden einen Abschied. Wir tun so, als hat es einen gegeben."

Wenn man schließlich dem Abschied aus der Erinnerung zu Beginn der Beziehung beiwohnt, der ihr endlich das würdige Ende beschert, das sie verdient hat, mag einem der eine oder andere Gedanke an eigene Beziehungen, die man vielleicht zu leichtfertig abzuhaken bereit war, kommen.

Die Rahmenhandlung, die zwischenzeitlich zu erstaunlicher Relevanz gelangt ist, stellt den Zuschauer dann noch einmal auf die Probe und zeigt, wie sehr die Liebe wehtun kann und wie lang die Schatten der Vergangenheit sein können, über die man springen muss. Aber gibt es eine Alternative?

Change your heart, look around you.
Change your heart, it will astound you.
I need your loving like the sunshine.
And everybody's gotta learn sometime.

Es könnte wohl kein passenderes Titellied zu diesem Thema geben als diesen wunderbaren Song, den man danach ständig im Ohr hat. Die Augen und das Herz offen halten, das sollte man in der Tat. Nicht nur im Leben, sondern auch bei diesem Film, der es in allen Bereichen lohnt. Er ist skurril, brilliant, witzig, ernsthaft, romantisch, groß - und ganz gewiß auf seine Weise einzigartig.
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am 20. Januar 2005
Es gibt Filme, die kann man nicht beschreiben. Man zerrt die Leute am besten einfach ins Kino und wartet grinsend im Hintergrund und hofft, daß sie sehen, was man gesehen hat. Da diese Variante sehr mühevoll und kostspielig ist, bleibe ich beim Schreiben und der uralten Frage, wie sehr ein Film vom Drehbuch oder vom Regisseur abhängt.
Beim Drehbuchautor Charlie Kaufmann werde ich das Gefühl nicht los, daß die Regisseure seinem Rhythmus gehorchen. Ob Being John Malkovich oder Adaptation - es sind Filme, die genetisch miteinander verbunden sind und uns die Welt aus einem schrägen Blickwinkel präsentieren. Alles scheint möglich und dennoch vollkommen unmöglich.
Bisher waren die Innenwelten der Menschen und ihre Schwierigkeiten Kaufmanns Thema, jetzt wird der Ball den Beziehungen zugespielt. Daß dafür ausgerechnet Jim Carrey die Hauptrolle übernimmt, wird viele davon abschrecken ins Kino zu gehen. Ganz besonders nachdem es dem Verleih gelungen ist, diesem Film einen der dämlichsten Titel aller Zeiten zu verpassen. Wie jemand von dem wunderbaren Originaltitel zu Vergiß mein nicht! kommen konnte, ist nachzuvollziehen und dennoch nicht zu entschuldigen. Auch auf diese Weise kann man Regisseur Michel Gondrys zweites Werk verhunzen, das eigentlich den Stempel originellster und innovativster Film des Jahres tragen müßte.
Der Alptraum einer jeden Beziehung ist oft nicht das Zusammenbrechen derselben, sondern die Nachwehen. Wie soll man sie überstehen? Wie geht es danach weiter? Und wie zum Teufel vergesse ich einen Menschen, den ich so sehr geliebt habe?
Um diese Frage zu beantworten, benutzt dieser Film Elemente für die Spielberg viel Geld zahlen würde. Wir haben Realität gemixt mit einen Hauch Science Fiction, wir haben tiefe Gefühle, pointierten Humor und einen unglaublich kaputten Jim Carrey, der so noch nie zu sehen war. Er taumelt von einer Szene in die nächste wie ein Schlafwandler, dem heimlich LSD verabreicht wurde. Es hätte mich zwischendurch nicht gewundert, wenn er neben mir im Kino aufgetaucht und nach dem Notausgang gefragt hätte. Kate Winslet erstrahlt an seiner Seite in solch einem depressiven Licht, daß man sie in eine Decke wickeln und ihr einen Kakao machen will.
Danach habe ich mich gefragt, wie es nur sein kann, daß der Ideenreichtum nie abbricht, daß immer wieder neue Dimensionen im Film betreten werden und etwas Aufregendes daraus entsteht. Vielleicht liegt es an dem Wunsch uns Menschen besser verstehen zu wollen. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, daß in diesem Fall das Drehbuch von Kaufmann mit der einmaligen Regie von Gondry einen neuen Weg weist und uns sagt, daß eine Veränderung dem Lauf der Dinge entspricht. Wir können dazulernen, wir haben die Fähigkeit zur Entwicklung in uns, wir sind wichtig. Und wer das alles erleben möchte, sollte sich von mir ins Kino schleppen lassen und diesen Film sehen.
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am 22. Juli 2005
Noch bevor die DVD das Hauptmenue erreicht, kann man schon einen Werbespot der Firma Lacuna sehen, der für sein Produkt wirbt - das Eliminieren unerwünschter Erinnerungen ohne chirurgischen Eingriff. Auf diese Werbung geht im Film Clementine ein, die ihre 2-jährige Beziehung zu Joel gründlich vergessen will. Der will sich eigentlich versöhnen und muss verzweifelt feststellen, dass Clementine ihn nicht mehr kennt und 3 Tage nach der Trennung sogar wieder einen mysteriösen neuen Freund hat. Als er von der Löschung erfährt, revanchiert er sich und lässt nun seinerseits Clementine aus seinem Gedächtnis löschen. Als er aber die Erinnerungen während der Löschaktion wiedersieht, beschließt er, sich zu wehren und versucht, die Erinnerungen an Clementine zu behalten.
So weit so klar. Doch so geradlinig ist der Film ganz und gar nicht. Stattdessen spielt er mit Zeitebenen, Perspektiven und Nebengeschichten, die nach sich ziehen, dass man den Film mehrmals sehen möchte. Schon die fast 20-minütige Anfangssequenz, die das Kennenlernen des Paares zeigt und ganz plötzlich abbricht, um einen verzweifelten Joel zu zeigen, beweist das. Hat man den Film gesehen, sollte man den Anfang gleich noch mal sehen, da hier plötzlich Dinge auffallen, die man zuerst gar nicht wahrgenommen hat. (Wieso reagiert Clementine so allergisch auf das Wort "Nett"? Warum kennt Joel das Lied 'Oh my darling Clementine' nicht? Wer ist dieser eigenartige Kerl, der an Joels Autotür klopft?)
Der größte Teil des Films findet in Joels Kopf statt, aber auch die Nebengeschichten von Clementine und einigen Mitarbeitern der Firma Lacuna kommen nicht zu kurz. Joel, der während der Löschaktion bewusstlos auf seinem Bett liegt, befindet sich nicht unbedingt in den besten Händen. Da räumen die Lacuna-Löscher Stan und Patrick schon mal den Kühlschrank leer und konsumiert die später hinzukommende Lacuna-Sekretärin Mary mit ihrem 'Freund' Stan Joints und Chips neben dem regungslos daliegenden Klienten, bevor sie zu anderen Dingen übergehen, während Patrick inzwischen zu seiner neuen Freundin gegangen ist, die aus irgendwelchen Gründen sehr verzweifelt zu sein scheint und dem Zuschauer doch ziemlich bekannt vorkommt.
So werden die Ethikfragen, die der Film stellt, nicht direkt formuliert, sondern können aus den Geschehnissen abgeleitet werden. Welche Ethik hat eine Firma, in der die Löscher schon mal an das Eigentum der Klienten gehen? Bei der die freundliche Werbung des Lacuna-Erfinders Dr. Mierzwak, dass man Seitensprünge vergessen kann, zum Ende des Films eine ganz andere Bedeutung annimmt? Bei der statt des angepriesenen inneren Friedens eine innere Leere und ein unergründliches Verlustgefühl auftreten? Die Erinnerung ist zwar gelöscht, doch irgendetwas bleibt noch über von der Beziehung der spontanen, kommunikativen und flippigen Clementine zu dem introvertierten, aber versteckt kreativen Joel. Bringt sie ihn dazu, auch eine abenteuerliche Seite an sich zu entdecken, so sagt er genau die richtigen Dinge zu ihr. Dagegen stehen ihre Gefühle, eingesperrt zu werden und gelangweilt zu sein neben seinen Gefühlen der Eifersucht und des Genervtseins von ihrer oft anstrengenden Art.
Die schauspielerischen Leistungen sind dabei vollkommen überzeugend. Jim Carrey wurde von Regisseur Michel Gondry ausgewählt hat, weil er Einsamkeit so gut darstellen kann. Und wirklich überzeugt er in Verzweiflung, Verliebtheit, Depression, Angst und Hoffnung, ohne in die gewohnte Albernheit umzuschlagen. Nicht einmal seine Darstellung als Kind wirkt überzogen. Kate Winslet dagegen darf sich hier mal richtig austoben und viele Seiten zeigen, ausgeflippte, lustige, freundliche, nervende, aber auch verzweifelte und geschlagene Seiten. Viel Spielfreude zeigen auch die anderen Darsteller, wie Elijah Wood als schmieriger Loser, der sich hinter der Maske eines anderen verstecken muss, um anzukommen, Mark Ruffalo als nicht so ganz zuverlässiger Löscher Stan, Kirsten Dunst als Mary, die ihren Chef verehrt, nämlich Dr. Mierzwak, der, von Tom Wilkinson überzeugend dargestellt, seine starken und schwachen Seiten herzeigen muss. Schöne Kleinigkeiten (z. B. die Frau im Wartezimmer, die offenbar die Existenz ihres Hundes 'Buster' vergessen will) runden den Film ab.
Die DVD wartet mit diversen Extras auf. Da ist vor allem einmal der Audiokommentar mit Regisseur Michel Gondry und Autor Charlie Kaufman, den man nur über den Audioschalter der Fernbedienung bzw. über Sprach- und Tonauswahl anwählen kann. Leider ist der Kommentar nicht untertitelt, was die Problematik, den starken Akzent des Regisseurs zu verstehen, noch verstärkt. Bei guten Sprachkenntnissen erfährt man aber viele interessante Kleinigkeiten, z. B. dass Kate Winslet das Improvisieren liebt, während Kirsten Dunst damit eher Probleme hat oder dass Probleme mit dem Wetter einen Film mitunter verbessern können oder wie die Musik eingesetzt wird (die im Übrigen bis auf das Ende sehr passend und sparsam eingesetzt wird und den Film nicht übertönt). Weitere Extras: Darstellerinfos zu den 4 Hauptdarstellern, ein sehr interessantes Making Of (auf Englisch ohne Untertitel) mit vielen Interviews und Szenenausschnitten (die auch zeigen, dass Jim Carrey seine alberne Seite offenbar in den Pausen auslebte), ein Gespräch mit Michel Gondry und Jim Carrey (wiederum viele Szenenausschnitte, Englisch, nicht untertitelt, ganz toll: Probenausschnitte mit Carrey und Winslet), ein Musikvideo, ein Lacuna-Werbespot (Englisch), 4 herausgeschnittene Szenen und ein Filmtipp. Außerdem gibt es noch eine Trailershow für 5 Filme.
Negatives? Einige Ungereimtheiten fallen schon auf. Wer z. B. würde beim Erhalt der Karte, die einen auffordert, Personen auf Vergessenes nicht mehr anzusprechen, wirklich den Mund halten? Die deutsche Synchronisation ist zwar gut, aber im Original ist es einfach besser. Wenn Clementine am Telefon fragt, ob sie Joel fehlt, bedeutet seine Antwort 'Das tust du' eben nicht, dass sie jetzt (vom Wortlaut her) verheiratet sind, während (nach "Do you miss me") "I do" tatsächlich den Bund der Ehe besiegeln würde. Aber sowas lässt sich nicht vermeiden. Die fehlende Untertitelung als weiteren Negativpunkt habe ich schon erwähnt. Lediglich der Film selbst ist mit deutschen Untertiteln für Hörgeschädigte ausgestattet.
Ansonsten kann ich über den Film wirklich nicht meckern, deshalb auch die volle Sternenzahl. Ach ja, und der Originaltitel? Wer den Film im Original sieht, erkennt den Titel im von Kirsten Dunst zitierten Gedicht Alexander Popes. Es handelt sich übrigens um 'Eloisa to Abelard', auch ein unglückliches Liebespaar, in dem die erzählende Eloisa den berühmten Briefwechsel mit dem ehemaligen Geliebten beginnt, auch um die Erinnerung am Leben zu erhalten. Mit der Zeile "Eternal sunshine of the spotless mind" beneidet sie die unbedarfte Frau, die ohne Schuld, aber auch ohne Leidenschaft ist. Liest man aber das ganze Gedicht, so erkennt man auch den hohen Wert, der der Erinnerung zugemessen wird. In diesem Sinne ist der Film ein Plädoyer für die Wichtigkeit der Erinnerung auch an die dunklen Seiten des Lebens.
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am 2. Dezember 2005
Dieser Film ist sicherlich nicht für jeden geeignet, und wer einen Film zum Popcorn essen sucht ist hier sicherlich ganz falsch. Wenn man aber Lust auf einen Film zum nachdenken hat, und auch etwas bizarre/schrille Filme wie "beeing john malkovich", "Memento" oder auch "Im Juli" mag, ist dieser Film wirklich sein Geld wert.
Die Handlung kann man entweder so zusammenfassen wie es Amazon macht, oder auch überhaupt nicht. Eigentlich ist es sogar schwachsinnig den Film in Worte zu fassen, den er lebt von seinen Bildern und Kameraschnitten.
Wer sich diesen Film wirklich aufmerksam anschaut wird spüren wie sich die Gedanken im eigenen Kopf weiterdrehen, auch nachdem der Film vorbei ist, und noch eine zeitlang über die Einzigartigkeit diese Films schmunzeln. Seit langem der einzige Film nachdem ich ein Verlangen verspüre für ihn Werbung zu machen.
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am 20. März 2007
Welch ein ungewöhnlicher Film! Eine enttäuschte Frau (Kate Winslet) lässt sich die Erinnerungen an ihren Freund (Jim Carrey) löschen, und der tief verletzte Ex lässt daraufhin auch seine Erinnerungen löschen - bis ihm während des Löschvorgangs klar wird, dass er auf seine Liebste und seine Erinnerungen an sie nicht verzichten möchte. Doch wie kann er jetzt noch die Löschung verhindern? In seiner Phantasie treten die beiden nun die Flucht vor der Auslöschung querbeet durch seine Erinnerungen an...

Eine Liebesgeschichte der ganz anderen Art - eine derart ungewöhnliche, innovative und kreative Erzählweise kennt man aus keinem anderen Film. Die Geschichte wird weder chronologisch noch realistisch erzählt, sondern sie entsteht durch eine Reise durch die Erinnerungen, die Jim Carrey an Kate Winslet hat, und die ihm so sehr wichtig sind und die er bewahren will. Die Schönheit der Erinnerungen und sein Schmerz und seine Verzweiflung darüber, dass er sie zu verlieren droht, sind mitreißend und zutiefst bewegend.

Nicht nur das Drehbuch, auch die schauspielerischen Leistungen sind herausragend. Besonders Jim Carrey liefert eine Glanzleistung ab - welch ein grandioser Schauspieler offenbart sich hier!

Ganz toll! 5 Sterne.
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am 20. Februar 2006
...würde und sich daran erinnern würde, sähe der Film so ähnlich aus wie "Vergiss mein nicht".
Ein Plädoyer für die Liebe, für die Erinnerung, für die schönen Momente und vor allem für die Gefühle, völlig losgelöst von Logik, Raum und Zeit, so wie wir sie auch in unseren Träumen empfinden.
Noch nie hat ein Film es verstanden, die Einzigartigkeit von Träumen und der besonderen Wahrnehmung von Emotionen in ihnen so berührend und wahr auf die Leinwand zu bringen, wie "Vergiss mein nicht".
Wer sich an der irrwitzigen Story von Gedächtnislöschern aufhält, der hat den Film schlicht und ergreifend nicht verstanden. Diese dienen lediglich als Metapher und symbolisieren den voreiligen Wunsch im Liebeskummer, alles vergessen zu können, um den Schmerz zu lindern.
Sie sind ein handwerklicher Kniff von Kaufman, um die wirkliche Handlung und Aussage, die sich in den Träumen von Joel abspielt, einzuleiten und voranzutreiben.
Für mich ist der Film ein Meisterwerk. Noch nie hat mich ein Film so tief berührt. Der Film funktioniert allerdings nur, wenn man bereit ist, sich intellektuell und emotional auf ihn einzulassen.
Wenn man das nicht kann oder will, ist es definitiv der falsche Film.
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am 23. Januar 2005
ihn aus deinem Herzen zu verbannen, ist eine andere Geschichte."
Valentinstag. Joel wacht auf und macht sich auf den Weg zur Arbeit, entscheidet dann aber spontan, einen anderen Zug zu nehmen und an den Strand von Montauk zu fahren. Was ihn gerade dort hinzieht? Man soll es später erfahren. Er trifft dort Clementine, die beiden kommen sich schnell näher. Wenig später ein krasser Schnitt - eben noch ist alles in Ordnung, und auf einmal sieht der Zuschauer einen bitterlich weinenden Joel in seinem Auto sitzen. Häää? Denkt der, der den Film zum ersten Mal sieht und vielleicht zudem nichts oder wenig über die Story weiß.
Hier beginnt die eigentliche Geschichte - die Liebesgeschichte von Joel (großartig: Jim Carrey) und Clementine (eine wunderbare Kate Winslet), rückwärts erzählt von dem Zeitpunkt, an dem Joel seine Erinnerungen löschen lässt, bis zum Kennenlernen. Die Beziehung zwischen dem eher spießigen, langweiligen Joel und der flippigen, abgedrehten Clementine ist gescheitert. Joel erfährt durch Zufall, dass Clementine ihn hat aus ihrem Gedächtnis löschen lassen. Verzweifelt sucht er denselben Arzt auf, um seinerseits die Erinnerungen an sie loszuwerden. Als in der darauffolgenden Nacht die Prozedur vorgenommen wird (als Chaoten-Techniker und ziemlicher Freak hier u.a. Elijah Wood am Werk) und Joel die Zeit mit Clementine nochmal durchlebt, wird ihm klar, dass er das eigentlich gar nicht will. Allerdings ist es zu spät, den Vorgang abzubrechen... Brilliant, wie er daraufhin versucht, Clementine in seinen Kindheitserinnerungen zu verstecken, um zu verhindern, dass sie gelöscht wird!
Nach und nach schließt sich der Kreis, bis man sich wieder am Ausgangspunkt des Films befindet. Ob es Joel gelingt, wenigstens einige Erinnerungen vor dem Löschen zu bewahren, wie bzw. ob die alte neue Liebe weitergeht und die Moral von der Geschicht möge der geneigte Leser für sich selbst herausfinden.
Allein schon die Erzählweise macht aus diesem Film etwas Besonderes. Dazu kommen die wirklich gute Storyline, eine hochkarätige Besetzung (neben den schon genannten auch Kirsten Dunst und Tom Wilkinson) und deren großartige schauspielerische Leistungen, witzige und schöne (und dabei keinesfalls kitschige) Dialoge, fantastische Ideen und Bilder sowie deren nicht minder fantastische Umsetzung. Was braucht man mehr für einen brillianten Film?
Regisseur Michel Gondry hat mit "Eternal sunhsine of the spotless mind" eine wunderbare, höchst romantische Liebesgeschichte auf geniale Weise zum Leben erweckt, fernab von den üblichen 0815-Hollywood-Produkten. Schade nur, dass aus dem originellen englischen Titel ein triviales deutsches "Vergiss mein nicht" wurde, das genau das vermuten lässt. Vielleicht auch ein Grund, weshalb der Film leider recht wenig Beachtung fand, als er in den Kinos war?
Schnitte und Erzählweise machen es sicherlich nicht immer leicht, dem Film zu folgen. Aber eben das ist es unter anderem auch, was die Genialität ausmacht. Für jeden, der "besondere" Filme mag, ein Must Have im gut sortierten Heimkino!
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am 3. März 2006
Wer diesem Film nur einen Stern gibt, versteht ihn einfach nicht, oder erwartet eine "übliche" mehr oder weniger sinnlose Jim Carrey Komödie. Dieser Film verzaubert und sensibilisiert den Mensch zugleich. Unglaublich feinfühlig und rührendes Kino
mit großer Bildgewalt und Aussagekraft. Einer der Besten Filme, die ich in letzter Zeit gesehen habe...!
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