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Kundenrezensionen

5,0 von 5 Sternen
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5,0 von 5 Sternen
From the Purple Skies
Format: Audio CD|Ändern
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am 5. Januar 2005
HEILIG! HEILIG! HEILIG!!!!!!! Nach Brocas Helm (unbestritten die Nummer Eins), Pentagram und Areknames (eine Mischung aus düster - doomigem Heavyrock und 70s Prog) die Nummer Vier im Kleeblatt. Und im Grunde nicht wesentlich unheiliger als die drei Treppchenkandidaten. Nein, also, das hier ist ein Monster, ein absolutes Monster. D'ya know what hardrock...no HAWDRAWK is? You will learn now! Das gute Stück hier, als LP und CD erhältlich, natürlich typisch für Black Widow Records mit gigantischem Cover, trägt den unbedarften Zuhörer tatsächlich dreissig bis fünfunddreissig Jahre zurück. Ich werfe Warhorse und Uriah Heep in die Runde und bekomme I Drive, Nightsun oder Bram Stoker zurückgepfeffert. Hardrock ist es, 2003 aufgenommen und doch so absolut original 70s, daß man sich als Fan der alten, noch echten Rawkbands gar nicht satthören kann. Statt stumpf grollender Stonerwalzen gibt es durchdachte Gitarrenarbeit, statt gedämpfter, weinerlicher Grunge - oder Nu Metal Melodicgesänge gibt es einen Shouter mit Charakter und Eiern, statt emotionslosen Aggressionen kanalisieren sich positive, konstruktive Wut, Leidenschaft, innigste Zuneigung und tiefste Melancholie in die dargebotenen Stücke, formen sich zu ansehnlichen Klanggebilden, deren höchst intensiver Melodienduft Deine Sinne betört, sie mit einem Film belegt, der ihnen Schutz vor der grellen und doch tristgrauen Realität bietet, an der nichts Inspirierendes mehr zu finden ist. Die Gitarrenarbeit kann sich mit allen großen 70er Legenden messen lassen, Mick Box von Uriah Heep, Richie Blackmore Ende der 60er, Legenden also, die gekonnt spieltechnische Höchstleistungen mit einem Höchstmaß an Gefühlen zum Klingen brachten. So geschieht dies auch hier. Mal reißt der Gitarrist einen wilden Akkord nach dem anderen vom Hals seiner Gitarre, dann dreht der den Regler weit zurück und streichelt zarte Melodien aus den Saiten heraus, kleine schwebende Läufe, die ergreifender kaum sein können, bevor es ihn wieder packt und er einem Berserker gleich seine Klampfe verprügelt. Mit Sinn und Verstand natürlich und mit Herz. Die Orgeln, Moogsynthesizer, Mellotrons und Pianos, die hier zum Einsatz kommen sind natürlich auch kaum mit dem typischen Billigkeyboard und seinem Zuckerwatteteppich zu vergleichen, welches aktuelle Generationen von Chartbreakerheavies gerne vollkommen uninspiriert dazu benutzen, ansatzweise hörbare Plüschgothicrocksongs total in die Grütze zu fahren. Sämtliche bei Wicked Minds verwendeten Tasteninstrumente haben eindeutig Leadcharakter, bauschen aber auch gerne als Ersatz für die Rhythmusgitarre mit brutaler Wucht die knackig treibenden Rawksongs auf, während sie Dich bei den ruhigen, sphärischen Parts sanft in einen knallrosapsychedelischen Traum hinüberwiegen. Bei der überragenden Pentagramcoverversion "Forever my queen", die sogar noch bösartiger knurrt als das ohnehin mörderische Original, wird die Orgel durch einen Ringmodulator gejagt, gerade bei der Passage, wo in der Pentagram Version Vinnie McAllister seine Les Paul zum Jaulen bringt. Das bei Wicked Minds nun entstehende Blubbern zwiebelt Dein Gemüt auf wunderbare Weise durch. Hammergeil! Neben diesem Heavyrocker von Pentagram haben sich Wicked Minds auch an Uriah Heep vergriffen, deren Erbe sie ohnehin in sich tragen. "Gypsy" vom 70er Debüt "Very 'eavy, very 'umble" wird gekonnt umgesetzt, wobei der Gesang nicht ganz akzentfrei, dafür aber verdammt sympathisch rüberkommt. Auch hier wissen Wicked Minds zu brillieren, setzen die nicht unkomplexe Instrumentierung der Vorlage bei ihrer Coverversion recht exakt um, nein, absolut exakt. Hier fließen die Passagen ineinander, ohne konstruierte Breaks, ohne abruptes Stoppen. Und nicht nur hier, auf der ganzen Scheibe ist dem so. Santmütige Momente erfahren eine Steigerung bishin zu berstenden, tonnenschweren Eruptionen, dieses nicht immer auf dem kürzesten Wege. Dennoch bleiben die Songs nachvollziehbar, werden ohne zuviel und zu sinnloses Gefrickel umgesetzt. Es sind mehr Klangorganismen denn mathematisch aufgebaute Notenkonstrukte. Niemand möchte je wieder von dieser Platte lassen, wenn man sie einmal gehört hat. Ach ja, auf Seite Vier gibt es mit dem achtzehnminütigen "Return to Uranus" eine Spacehymne, die sich gewaschen hat. Hier erschließt sich ein kleiner musikalischer Mikrokosmos dem geduldig seine Welten erforschenden Hörer. Und verdammt, es lohnt sich absolut.
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