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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
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4,3 von 5 Sternen
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am 30. September 2004
"Nun steh' ich hier, ich armer Thor und bin so klug als wie zuvor" - das werden sich wohl die meisten denken, nachdem sie sich das neue POS-Werk zu Geiste geführt haben. Um die komplexe Thematik zu verstehen, die Herr Gildenlöw dem Durchschnitts-Hörer hier wohl vergeblich verständlich machen will, braucht es schon ein paar Semester Philosophiestudium. Das vielleicht komplexeste Album aller Zeiten beschäftigt sich mit nichts geringerem als dem Leben an sich - mit seinem biologischen, psychologischen, religiösen und sozioligischen Facettenreichtum. Gildenlöw führt durch die Welt dieses komplizierten Seins, gibt Denkansätze und will dem Hörer den Sinn des Lebens verdeutlichen. Für die einen wirres Zeug, für die anderen geniale Gedankengänge. Letztere werden es auch sein, die bereits sind, sich mit dem Werk näher auseinanderzusetzen und die Texte sowie jedes Infohäppchen und das Storyboard, das bald veröffentlicht werden soll, verschlingen. Der große Rest wird sich aber lieber auf die Musik konzentrieren, die sich nach dem ersten Eindruck atypisch für POS-Verhältnisse darstellt. Härtere Klänge sind rar geworden, auch die Bezeichnung Prog ist nur bedingt zutreffend. Zwar finden sich nach wie vor ungewöhnliche Elemente, etwa Folk-Einflüsse, Gospel, Chöre, Sprechgesang, Orgelklänge und Dialoge. Wirklich neu ist das alles nicht. Im Vergleich schöpft Lucassen's Meisterstück "The Human Equation" aus dem reichhaltigeren musikalischen Fundus. Und mit "Nauticus" und dem aufdringlichen "Omni" sind meiner Meinung nach sogar 2 Ausfälle zu verzeichnen, die mir überhaupt nicht gefallen wollen.
Das BE trotzdem zu den besten Prog-Scheiben des Jahres zählt, liegt an dessen Homogenität. BE ist vielleicht kein Meilenstein wie die beiden Vorgängeralben, aber einmal mehr herausragende Musik zum Genießen. Gerade die leisen Töne (Imago, Iter Impius, Martius/Nauticus II) harmonieren auf einzigartige Weise mit dem variantenreichen Gesang Daniel Gildenlöws. Auch die gesprochenen Passagen wissen zu überzeugen, was den verfremdeten Stimmen zu verdanken ist (Anima Partus, Vocari Dei). Bester Titel des Albums ist meiner Meinung nach das fünfminütige Instrumental Pluvius Aestivus.
Pain of Salvation geben sich mit BE rein musikalisch keine Blöße und überzeugen wieder einmal auf beinah ganzer Linie. An "The Perfect Element I" und erst recht an "Remedy Lane" kommt das Werk aber nicht heran. Auch "The Human Equation" kann es den Platz des bisher besten Prog-Album des Jahres nicht streitig machen. Konzepttechnisch wurde hier das möglicherweise wichtigste Prog-Album überhaupt veröffentlich, aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Es ist einfache eine zu komplexe Thematik um pauschal zu urteilen, ob das Ganze gelungen ist oder nicht.
Einsteigern, die POS kennenlernen wollen, sei gesagt, dass BE ein verfälschtest Bild über das Schaffen der Band abgeben könnte, da sich BE vergleichsweise geradlinig und ohne große Überraschungen präsentiert. Gerade "Remedy Lane" ist zwar einerseits eine ganze Ecke schwerer zugänglich, andererseits musikalisch über den geringsten Zweifel erhaben.
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am 24. November 2004
Wie sich an diesem Album die Geister scheiden, kann man in fast jeder Rezension lesen. Klar ist es anders als die geniale Vorgänger-CD "Remedy Lane", aber alles, was wie Remedy Lane gewesen wäre, hätte nur ein fader Aufguss werden können...
Auf jeden Fall haben sich Pain of Salvation weiterentwickelt und der Hinweis "File under Progressive Metal" ist zu recht vom Cover von "Be" verschwunden - es ist progressiv, aber kein Metal mehr. Wer also Metal erwartet, könnte ebenso zu recht enttäuscht sein...
Vielfacher Kritikpunkt sind die gesprochenen Passagen, aber "Be" ist nun einmal ein Konzeptalbum und die Texte sind philosophisch anspruchsvoll und interpretationsfähig, da sie grundlegende Fragen des Daseins und des Glaubens ansprechen...
Nach der Einleitung "Animae partus" und "Deus Nova", was die Vermehrung der Menschheit in den Jahrhunderten aufzählt, ist schon "Imago" das erste Highlight der CD, denn die folkloristische Rhythmik ist einfach nur mitreißend (wie schon bei "Chain Sling" auf der Vorgänger-CD "Remedy Lane").
Das fast nur auf dem Klavier gespielte instrumentale "Pluvius aestivus" ist eine musikalische Beschreibung eines Sommerregens, wie sie auch von Komponisten im klassischen Bereich nicht besser komponiert werden konnten - wer das als belangloses Geklimper abtut, sollte erst einmal richtig zuhören!
Bei "Lilium Cruentus" kommt erstmals so ein wenig der "alte" Stil von Pain of Salvation durch, wobei mir die Instrumentierung mehr "klassischer" vorkommt.
"Nauticus" ist ein sicherlich für Pain of Salvation ungewöhnliches Stück, aber die teilweise Anlehnung an Gospel-Gesang mit Begleitung auf akustischer Gitarre inklusive Daniel Gildenlöws gefühlvoller Stimme gibt ihm eine dichte Atmosphäre.
"Dea pecuniae" hat wieder eine gesprochene Einleitung und entwickelt sich dann auch eher wieder zu einem "üblichen" Pain-Of-Salvation-Titel, wobei ich durch die klassische Instrumentierung teilweise eher an ein Musical (!) erinnert werde als an ein typisches Stück Rock-Musik - sehr symphonisch das Ganze!
"Vocari Dei" ist ebenfalls sehr ungewöhnlich: Stimmen, die sich an Gott richten, von einem eigens dafür geschalteten Anrufbeantworter mit Musik zu unterlegen, ist schon eine Idee, die beim ersten Durchhören vielleicht etwas irritiert, aber sich nach mehrmaligen Hören gut in das Gesamtkonzept einpasst.
"Diffidentia" und "Nihil Morari" sind die "metallischsten" Stücke der CD, aber auch hier sind wieder die orchestralen Einflüsse nicht zu überhören.
Das fast rein instrumentale "Latericius Vaete" erinnert ein wenig an "Oblivion Ocean" von dem Erstlingswerk "Entropia".
Dass das Orgelwerk "Omni" nicht jedermanns Sache ist, kann ich verstehen, aber ich finde, dass das der musikalischen Vielfalt von Pain Of Salvation eine weitere Facette hinzufügt.
"Iter Impius" ist für mich der beste Titel der CD, hier ziehen Pain Of Salvation noch mal alle Register ihres Könnens einschließlich Daniel Gildenlöws charismatischer und gefühlvoller Stimme...
"Nauticus II" greift das in "Imago" angeschnittene musikalische Thema noch einmal auf und entwickelt es weiter.
"Animae partus II" ist das Gegenstück zum Intro und gibt mit den Worten "I am!" das Fazit des gesamten Albums ab. Der Herzschlag gefolgt von etwas über 3 Minuten Stille lassen den Hörer das ganze Album sozusagen verdauen. Was allerdings die Bemerkung des Kindes am Ende bedeutet, habe ich nicht so recht verstanden.
FAZIT: Bei diesem Album muss man zuhören, sich damit auseinandersetzen und es wirklich als Gesamt(kunst)werk hören - und als solches ist es einfach genial!
(Bei Musik, die schon fast nicht mehr weiter vom Mainstream und vielfach belanglosen Gedudel im Radio entfernt sein kann, muss man dies aus meiner Sicht vom Hörer auch erwarten dürfen).
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am 2. Oktober 2004
...
der treffenden rezension von "sofazombie" ist nicht viel hinzuzufügen.
kurzbeschreibung:
das album beginnt mit sound-effekten und gesprochenen worten (das kommt häufiger vor) verbindet diese mit folk-elementen, klavier und acoustic-passagen, metal-parts, gospel-anleihen, und ab und an auch "richtige" musik-stücke die zwischen prog-metal und faith-no-more angesiedelt sind. nicht zu vergessen die, für dieses genre, sehr wandelbare (und nicht nervige) stimme.
- für wen könnte "Be" interessant sein?
sicherlich nicht für den "normalen" prog-hörer.
also, wenn Du Dich für außergewöhnliches und philosophie begeistern kannst,
musik nicht kompliziert sein muß - aber kann, wenn die gefühle dabei nicht auf der strecke bleiben,
nichts zum "abgehen" suchst, und Dir die zeit nimmst, musik zu "hören" (nicht nebenbei), und auch auf die texte achtest -
solltest Du Dir das album zulegen.
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am 2. April 2005
Lang ist's her, als der Schweden neuestes Werk zum ersten Mal in den dunklen Schacht meines CD-Spielers verschwand, um ein Sammelsurium an musikalischen Ideen, Spielereien und Hörgenüssen in eine triste Welt aus Allerweltsmusik zu befördern. Man wird rasch merken, dass ich den neuesten Kompositionen äußerst positiv gegenüber stehe. Und ich will eine Lanze brechen für dieses Werk.
Dazu muß ich zunächst auf einige Kritikpunkte eingehen, die so manchem PoS-Gourmet bitter auf den Magen schlugen. Z.B. die Anzahl gesprochener Passagen, etwa 20min. Zieht man das aber von der Gesamtspielzeit der CD ab (+70 Minuten), dann bleiben noch 50 Minuten Musik. Und die haben es in sich.
Des Weiteren fragt der Prog-Metaller wutentbrannt: Wo ist der Prog, wo der Metal? Gute Frage, aber wo steht denn, dass es sich um eine Prog-Metal-Scheibe handelt? Ich sehe auf dem Cover nur den Namen der Band vor einem schlichten "be". Und wo Pain of Salvation drauf steht, da ist auch Pain of Salvation drin. Nicht mehr, aber bitte, meine Damen und Herren, auch nicht weniger!
Und WAS auf diesem Album ist, lässt einen vor Entzückung die Zunge schnalzen. Hier wird ein Festmahl serviert, an dem man sich genüsslich satt essen kann. Wer sich auf die Reise einlässt, zu der PoS einladen, der wird vorbeigeleitet an Klassik, macht einen kurzen Abstecher in den Jazz- und Musicalbereich, wundert sich über einen Gospelchor und ein Orgelspiel, lächelt über die typischen PoS-Elemente und frohlockt ob der Dramatik und Komposition.
Und nicht nur dem Musiker werden Leckerbissen serviert. Auch der Philosoph wird gefordert. So hat Gildenlöw eine Liste an Sekundärliteratur parat, mit deren Hilfe man sich an die Fraktaltheorie heranwagen oder manche mythische Genesis nachschlagen möge. Da läuft dem selbsternannten Sokrates das Wasser im Schierlingsbecher zusammen.
Aber schauen wir uns das Menü „Chinassiah" doch einmal an.
Animae_Partus
Stille. Atmen. Wie ein ins Leben zurückgerufener saugt der/die Sprecher die Luft ein, stößt sie aus in einem Schwall verbaler Selbstreflexion, begleitet von dumpfen Herzschlägen.
Deus_Nova
Das Orchester leitet ein Musikstück ein, das in einem wilden musikalischen Gemetzel mit der Band gipfelt. Während die Flöten versuchen, Ordnung in das Chaos zu bringen, und brav im Takt bleiben, scheinen die Gitarren vollkommen gegen den Takt gerichtet. Darüber wird lakonisch die ansteigende Weltbevölkerung aufgelistet.
Imago
Flöten und Gitarrenspiel, an Folkmusik erinnernde Rhythmik und schweres Getrommel. Was mit Chainsling angedeutet wurde, wird hier perfektioniert. Wir werden hineingezogen in einen Jahreskreislauf, wie ihn Vivaldi nicht schöner beschreiben könnte. Jedes Instrument steuert etwas mehr bei zu der Größe des Songs.
Pluvius_Aestivus
Ein durch Samples angedeuteter Regen wird nun von Fredrik Hermansson kongenial vertont. Auch wenn das Stück melancholisch anmutet, hier ist so viel Schönheit und musikalische Devotion zu finden, dass man vor Freude weinen möchte.
Lilium_Cruentus
Man hört das „Wah-Wah" der Gitarre, das Brummen des Basses und das Spiel der Oboe, bis uns das Hämmern des Schlagzeugs geradezu in den Song hinein stößt. Gildenlöw spricht mit intonationsloser, kühler Stimme - es geht um Tod. Doch dann erschallt sein Gesang, schmerzverzerrt und höchst emotional, bis er in grandiosem Staccato seine Wut herausbrechen lässt und in den Chorus überleitet, begleitet von schneidenden Flöten und Geigen, bis zum Finale, dessen Anstieg an Intensität gigantisch ist.
Nauticus
Bedächtig brummt's aus den Lautsprechern, wenn tiefe Bässe erklingen. Es wird gebetet, und unwillkürlich werden Assoziationen an die Geburtstunde des Blues und der Gospels geweckt. In diese Melancholie mischen sich flehende Rufe nach Erlösung. Der tristen Stimmung folgt ein vulgäres Gespräch zwischen Mr Money und Miss Mediocrity.
Dea_Pecuniae
Jazzig wird's, mit Major-Akkorden und mancher Blue-Note. Der Song könnte aus einem Musical stammen, er hat Dramatik, Humor und einen klasse Sound. Der Song macht richtig Spaß, nicht nur wegen der Lyrics, sondern auch wegen der Spielfreude von Band und Orchesters.
Vocari_Dei
Ein Instrumentalstück untermalt Mitteilungen auf einem Anrufbeantworter. Emotionen, frei von Kitsch und Trivialität, werden mit einem wunderschönen Gitarrensolo präsentiert. Man kann sich geradezu das traurige Lächeln Gottes vorstellen, der nicht eingreifen kann in manches Elend dieser Welt.
Diffidentia
Eine herausgespieene Verfluchung Gottes wird aufgegriffen von verzerrtem Gitarrensound und schleppendem Rhythmus. Und dann ertönt sphärenhaft, untermalt vom Piano, eine Stimme, verletzt und hilflos, dass es einem das Herz zerreißen möchte. Wenn es etwas gibt, was Pain of Salvation auf „BE" großschreiben, dann sind es Emotionen - wie hier.
Nihil_Morari
Die Härte des vorigen Songs wird wieder aufgegriffen. Nihil Morari ist Gänsehaut pur, immer wieder untermalt vom polyrhythmischen Spiel von Orchester und Band.
Latericius_Valete
Der Richtspruch lautet: Genozid. Das Schlagzeug verdeutlicht das Ticken einer Uhr, Klavier und Gitarre kommen hinzu, schließlich das Orchester, das Stück baut sich unaufhaltsam auf, bricht dann ab - eine lakonische Stimme verkündet eine Populationsdichte von lächerlichen 1.200.000.000 Menschen - und entlädt sich in einem dramatischen Finale Furioso.
Omni
Es ertönt eine Orgel, die in Dissonanzen und stetigem Aufbau die Reise einer Sonde verdeutlicht. Das Stück scheint kein Ziel zu finden, die Harmonien rücken von ihrem Ziel weg, Vorhalte werden eingebaut und doch nicht aufgelöst, als wäre dieses Stück ebenfalls auf der Reise. Perfekte musikalische Interpretation.
Iter_Impius
Es folgt einer der Höhepunkte des Albums. Was Gildenlöw an ehrlichen Gefühlen in seine Stimme legt ist, mit einem Wort, „zu Herzen gehend"... das war zwar mehr als ein Wort, aber für diese kompositorische Glanzleistung von Fredrik gehen einem die Superlative aus. Ganz, ganz große Musik.
Martius/Nauticus(II)
Der Song greift bekannte Motive auf und bildet einen würdigen Abschluss. „Freude schöner Götterfunken" könnte man nennen, was hier erklingt, denn in welche Musik Gildenlöw und Konsorten die Freude über Schöpfung, Leben und den ganzen Rest kleiden, ist selbst eine Freude.
Animae_Partus(II)
„I am".
Ich konnte und wollte in dieser Rezension nicht auf den philosophischen Gehalt des Konzeptes eingehen. „BE" ist nicht einfach zu verdauen, und es ist nicht einfach, sich von der Straße der Heilmittel auf die philosophischen Pfade des Seins zu begeben. Aber wenn man sich die Zeit nimmt, sich mit dem Konzept intensiv auseinanderzusetzen, dann stößt man auf einen Fundus musikalischer Schönheit und Finesse, der wohl bekommt. Ich weiß nicht, die wievielte Umdrehung die CD in meinem Player absolviert hat - mein Magen jedenfalls hat sich beim Hören noch nie umgedreht.
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am 6. Januar 2007
Dieses PoS-Album konnte mich leider bei Weitem nicht so überzeugen wie die Vorgänger. Die hab ich vor allem wegen ihrer emotionalen Intensität geschätzt.

Dass man bei Sänger, Gitarrist und Mastermind Daniel Gildenlöw wissen muss, worauf man sich einlässt, ist beim Genuss einer PoS-Scheibe gegeben. Dass jemand, der sein Innerstes so sehr nach aussen kehrt und kein Experiment scheut, manchmal auch etwas über die Stränge schlägt, dann etwas weinerlich rüberkommt und textlich so manches dramatische Selbstmitleid-Klischee bemüht, ist klar, fällt aber bei der bisherigen Gänsehaut-Trefferquote dieser Band kaum ins Gewicht.

Auf "Be" liegen die Dinge nun aber etwas anders. Das Album ist sehr vielschichtig und unterliegt im Vergleich zu seinen Vorgängern einem noch enger gestrickten Konzept. Hier geht es, trivial ausgedrückt, um alle wichtigen Fragen, die sich der Mensch von heute stellt. Wer bin ich, woher komme ich, was ist die Liebe und wie wichtig ist Geld? Recht introspektive Kost, die sich wohl nur bedingt als thematische Vorlage für ein Rockalbum eignet. Genau daran scheitert die Band: an diesem harten Tobak haben sich bereits viele die Zähne ausgebissen, und wenn ein Jungspund wie Gildenlöw noch seine unbedarfte Sozial- und Kapitalismus-Kritik mit einfliessen lässt, wird es schon etwas albern. Gildenlöw mag ein sensibler Mensch und ein eifriger Denker sein, aber so viel Weisheit hat er in seinem Leben noch nicht erlangt, um den Hörer geschmackssicher durch so eine Thematik führen zu können.

Man hat dann leider auch den Eindruck, dass die Musik gegenüber dem hochtrabenden textlichen Konzept deutlich den Kürzeren zieht. Vieles auf "Be" klingt eher programmatisch und lässt daher die gewohnt intensiv-melancholische PoS-Stimmung vermissen, die ganz grossen Melodien sucht man diesmal auch vergebens. Die Band geht instrumental diesmal sehr experimentell zu Werke, schafft es aber selten, auch wirklich interessant oder faszinierend zu klingen.

Müsste ich "Be" mit einem Wort beschreiben, würde ich es als "überambitioniert" bezeichnen. Daniel Gildenlöw und seine Band sind sehr talentierte Musiker, aber dieses Album kommt für sie viel zu früh.
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am 27. Januar 2007
Kaum ein Album hat die Fangemeinde in den letzten Jahren dermassen stark gespalten wie PAIN OF SALVATIONs "Be". Grundsätzlich macht das ein Album interessant und "man möchte natürlich mitreden" können. POS haben bis zu "Be" 4 überdurschnittlich gute Studioalben hervorgebracht und manch Fan hat die Nordländer bereits auf den Prog-Tron gesetzt.
Mit "Be" darf der gemeine Fan dann erstmals feststellen, dass nicht alles zu Gold wird, was Herr Gildenlöw anfasst. Auch wenn "Be" zugegebenermassen hin und wieder goldig schimmert.
Mit diesem Album hat sich Daniel Gildenlöw für meinen Geschmack ein bischen überhoben. Angeblich spukte das Konzept zu diesem Album seit Jahren schon in seinem Kopf. Ich bin mir sicher, dass er, wenn er diese Geschichte noch ein paar Jahre hätte reifen lassen, ein absolutes Premium-Album auf den Markt gebracht hätte. Die textliche Komponente wird hier eindeutig in den Vordergrund geschoben, ist für mich nicht immer nachzuvollziehen. Macht ja nix, wenn die Musik wenigstens Schritt halten könnte. Aber weit gefehlt. Nicht selten verlieren sich die Songs in Effekten und mangelnder Spannung. Paradebeispiel hierfür ist das über 10minütige "Nihil Morari". Nette Ideen und witzige Gimmicks gibt es zuhauf. Aber bereits nach 2 (!) Minuten hat man das Gefühl, alles gehört zu haben und die Skip-Taste schaut mich verlockend an. Oder Song 4 "Pluvius Aestivus" ein 5minütiges Pianostück. Technisch natürlich nicht schlecht, nur wie bekomme ich diesen Song in das sehr ambitionierte Konzept gefasst?? Song 6 "Nauticus" erinnert an ein Geisterschiff das irgendwo in den endlosen Meeren schippert. Mit einem sehr gediegenen Gesang zwar originell, aber bitte Daniel, was möchtest du mir sagen??
Aber dann gibt es sie doch die POS-Hammerstücke. Zum Beispiel das stampfende, zeitlupenhafte und bitterböse "Diffedentia". Jepp, es geht doch. Ab diesen Song gibt es dann auch keinen Schwachpunkt mehr auszumachen für mich. Höhepunkt dann "Iter Impius". Melodiös, gefühlvoll mit dem rechten Spritzer an Härte. Spätestens jetzt verstehen die 5 und ich uns wieder. Es hat aber auch ziemlich lange gedauert.

Fazit: POS haben mit "Be" etwas geschaffen, dass ich Ihnen nicht so ganz abnehme. Vielleicht wollte der Chef einfach ein bischen zu viel. Es gibt brilliante Momente aber auch Augenblicke bei denen ich denke: "Nana, kommt das nicht ein bischen zu früh für eine junge, aufstrebende Band"?
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am 1. August 2005
Nun ist es soweit, Pain Of Salvation haben es geschafft, ihr Debut "Entropia" zu übertreffen!!Und das mit einem Album das glänzlich anders klingt und im positivem Sinne schwerer verdaulich ist.
Bei "Be" hat es am längsten von allen PoS-Alben gedauert, bis ich die Genialität erkannt habe, doch als dies geschehen ist, war es wie eine Erleuchtung.
"Be" ist das mit Abstand genialste, ergreifendste, intelligenteste und geschmackvollste Album was ich je gehört habe.
Und damit will ich nicht unnötig loben, sondern ich meine es vollkommen ernst!
"Be" ist ein orchestrales Werk, welches, bis auf "Iter Impius" ausschließlich von Frontmann Daniel Gildenlöw geschrieben ist.
Es ist ein langes Konzeptwerk, welches eine philosophische, tolle Geschichte erzählt, die ich hier aber nicht genau ausführen möchte, weil das zu lange dauern würde.
Um "Be" zu verstehen, muss man sich am besten in Ruhe mit Kopfhörer hinsetzen und sich ganz der Musik hingeben, dazu am Besten die Texte mitverfolgen.
Noch nie habe ich eine CD gehört, die Emotionen so gut rüberbringt wie "Be".
Dazu trägt Gildenlöws wunderschöne und ausdrucksstarke Stimme
genauso bei, wie das gut dosierte, nie zu viel und nie zu wenig zeigende Spiel des Drummers und des Gitarristen bei, der auf klassische Art auf einem Flügel spielenden Frederik Hermanson und das wundervolle Orchester.
"Be" ist eine Ode an ausdrucksvollen, guten Artrock, noch nie hat mich eine CD so bewegt wie diese.
Eine herzliche Empfehlung an jeden, der wunderschöne Musik zum nachdenken hören will!!!
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am 5. Mai 2006
Mir kann keiner erzählen, er habe das Album von Anfang bis in jede Faser aufgesogen, verstanden und dann auch noch geliebt.

Unmöglich!!!

"Be" ist hochkalorisch und lässt sich nur mir Hilfe einer gesteigerten Toleranzgrenze verdauen.

Ausserdem muss man sagen, dass "Be" das erste Album ist, dass komplett orchestriert ist, aber nicht das Gefühl verleiht, dass zuerst die Band und dann erst Orchester aufgenommen wurde. Oder umgekehrt.

Das gesprochene Intro "Animea Partus" deutet auf die Geburt Gottes hin (soweit ich verstanden habe) und dürfte zu Anfang für Stirnrunzeln sorgen.

Das darauf folgende Instrumental "Deus Nova" ist eine wahre Polyrhythmik Fundgrube mit einem treibenden Schlagzeug und harten Gitarren.

Kaum haben die Mundwinkel die Ohren erreicht erschüttern uns POS mit einem ungewöhnlichen Folk Song und ich denk ich steh im Sherwood Forest (aber ein wirklich geniales Teil.

Danach ein (vielleicht fast schon überflüssiges, wenn auch schönes)Klavierstück, das sämtliche Melodien des Albums in einem Gesamt-Thema ausführt.

Darauf folgend, ein solider, gänsehäutiger Rocker und eine...hmm...tja, ich würde es fast schon Gospel-Ballade oder Plantagen-Arbeiter-Lied nennen.

Dann das erschütternde, ergreifende, wenn auch komödiante und theatralische "Musical-Stück" "Dea Pecuniae". Hier, ein dominanter Fretless Bass und eine irrwitzige Gitarrenmelodie und ein fulminanter Höhepunkt mit viel Orchester, Female-Vocals und einem schönen Gitarren-Solo.

Später das zerrüttende "Nihil Morari", das in der Mitte des Liedes, die Polyrhythmik des Zweiten Tracks aufgreift und in ein schnelles shuffle-artiges Solo übergeht.

Das emotionsgeladene, persönliche und zu Tränen rührende "Iter Impius" stellt einen nochmal auf eine harte Probe.

Zum Schluss des Albums wird die zuvorige Folk-Thematik wider aufgegriffen und es kommt zu einer wahren Mitsing Nummer.

"Be" ist einfach GEIL. Nicht nur die Musik, nein, auch die philosophischen Texte von D. Gildenlöw und das Konzept.

Das Album erweckt mehrere Emotionen und es kann leicht passieren, dass man nach der letzten Sekunde Musik, wie ein häufchen Elend dasitzt und sich fragt, was soeben passiert ist.

Es lebe "BE", es lebe D. Gildenlöw...ES LEBEN P.O.S
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am 30. Oktober 2004
An diesem Album scheiden sich die Geister - es wird sich hier zeigen, ob Die "Fans" bereits sind, den Werdegang einer Band mitzuverfolgen.
Einerseits werden Konzepte und Neuerungen gefordert, andererseits muss es genauso sein wie vorher. An diesem Punkt hat Queensryche den Löffel abgegeben, eine Lücke, die von PoS endlich geschlossen wurde!
Dieses Album ist von seinen Vorgängern sehr unterschiedlich - dass es kein Rock/Metal ist, kann man nicht sagen, da man m.E. in jeder Minute hört, dass alle Passagen von Rockmusikern gespielt worden sind. Richtige Kracher wir Ashes oder Rope ends finden sich nicht - wer aber Freund von Gildenlöws Tiefgang ist, wird hier voll bedient.
Prädikat Meilenstein!
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am 28. Februar 2005
Was bei diesem Album wichtig ist: Lasst euch nicht vom ersten mal Anhören abschrecken. Es ist selbst für Pain of Salvation Verhältnisse sehr sehr schwer zu begreifen, aber wenn man mal "den roten Faden" gefunden hat eröffnet sich einem erst die Genialität hinter diesem absolutem Meisterwerk. Und lasst die Musik in Ruhe auf euch wirken, dass ist nichts zum während-dem-joggen-hören, man ist als hörer aktiv gefordert (außer evtl. Imago und Dea Pecuniae, die kann man immer hören ;-) ).
Das sich dieses Album kompositorisch wie musikalisch auf höchstem niveau befindet, muss ja gar nicht erst erwähnt werden...
Kurzum, wer sich einmal reingehört hat, den lässt diese CD nie mehr los.....
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