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am 8. September 2004
Es ist für einen Björk - Fan ganz einfach. Alles, was sie produziert, hat einen großen empathischen Wert. Auch dieses phantastische Album.Der Fan taucht ab in eine Traumwelt, hat die große Chance, etwas neues kennenzulernen, weit weg von dem üblichen Einerlei. Für einen kommerziellen Musikhörer in diesem Fall ein schwerer Happen.
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am 7. Februar 2008
Ich habe fast Angst eine Rezension zu diesem Album zu schreiben. Dennoch sollte ein Werk dieser Größe und Tiefgründigkeit nicht irgendwo in der Musikwelt untergehen. Angst deshalb, weil ich befürchte nicht alle Komponenten zu erwähnen und die Gefühle zu beschreiben, die beim Hören entstehen.
Eines ist klar: Wir haben es hier mit einem komplexeren Werk von Björk zu tun und es geht nicht mehr darum schöne Melodien und einfache Beats zu komponieren, nur um die Menge zu befriedigen. Wie der Name des Albums schon sagt, dringt man in die tiefen Tiefen der Menschheit ein und lauscht dem Urorgan, dass die Musik zum ersten Mal belebte: die menschliche Stimme. Und das ist auch der Mittelpunkt des Albums. Eine ziemlich gewagte Aktion, wenn man bedenkt, dass das Album fast nur a Capella Stücke beinhaltet. Nun, Björk hat sich diesen Streich erlaubt auf Grund ihrer einzigartigen Stimme, die den Zuhörer fesselt und mit ihm spielt.
Allgemein würde ich die Stimmung als düster bezeichnen, schon im Opener "Pleasure is all mine" erklingt ein kräftiger Männerchor und lässt alles dunkel werden.
Es besteht keine große Verbindung zwischen den Stücken, jeder Track ist eine Perle. Dabei entfalten sich manche Lieder erst nach längerer Zeit, wobei andere sofort ins Ohr reingehen und zum Mitsingen motivieren ("Who is it"/"Oceania"). Zu meinen Favoriten zählen "Where is the line", das eine unglaubliche Intensität aufweist, vorallem aber eindrucksvoll arrangiert und produziert ist. Das gleiche gilt für "Triumph Of A Heart", das sich positiv auf das Wohlbefinden auswirkt und einen zum Schluss mitreißt.
Ich bin ehrlich, entweder man hasst es oder man liebt es. Mit diesem Album setzt Björk ein Zeichen für ihre Kreativität und ihren Einfallsreichtum. Ich würde das Album nicht als zu hochpoliert oder extra unverdaulich abstempeln. Die Musik ist einfach die pure, nackte Wahrheit. Sie hat sich mit diesem Werk Respekt verdient. Deshalb von mir 5 Sterne.
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am 6. September 2004
Große Kunst von einer großen Frau mit enormem musikalischen Know-how. Gewagtes Konzept, aber einzigartig, definitiv nicht bieder und etwas völlig Anderes als alles bisher da gewesene. Sphärisch-düster und perfekt für den Herbst mit Buch, Tee und peitschendem Regen., ausgestattet mit allen musikalischen Freiheiten, die sich eine 'Angestellte' nehmen kann und darf. Man hört, dass Björk ihre Arbeit Spaß macht und freut sich auf viel mehr.
Definitiv kein Pop mehr, und Björk ist ihrer Zeit nicht um Jahre/Jahrzehnte voraus. Was Björk mit Medúlla abliefert, ist vielmehr eine Art neoklassischer Elektropunk mit der nervösen Klassik einer Adriana Hölzki und der stilsicheren neoklassischen Abgebrühtheit eines Ligeti. Dass E. E. Cummings neuerdings (oder auch schon auf vespertine?) Objekt ihrer kompositorischen Begierde ist, passt angesicht der ungeheuer komplizierten und beneidenswerten Sicherheit beim Arrangieren wie Topf auf Deckel. Achtenswerte Höchstleistungen aller teilnehmenden Künstler und eine bemerkenswert auf den Punkt genaue Komposition und Produktion einer Ausnahmekünstlerin von Weltrang.
Ein Wahnsinnsalbum, das Brücken baut. Vielleicht werden Björk-Hörer auf diese Weise Wege zu neuen musikalischen Ufern eröffnet, die manche bereits vor 40 Jahren gegangen sind. Eine großartige Platte einer begnadeten Künstlerin mit wirklich allen Freiheiten, die ihre Plattenfirma ihr lässt (ein Unikum in unserer Zeit!) in einer derzeit derartig unübersichtlichen, kurzlebigen und wirklich grottenschlechten Pop-Welt, dass es einem vor Rührung das heiße Wasser in die Augen treibt. Danke.
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am 2. Januar 2010
Man sollte sich vorher genau überlegen, ob man dieses Album wirklich kaufen möchte. Es ist wirklich nicht leicht, es für sich zu gewinnen.
Es ist ein reines A capella Album, und hierbei recht seltsam.
Wer sich lieber durch Björks Power mitreißen lässt, wie es "Homogenic", "Volta" und "Voltaic" ermöglichen, sollte von Medulla die Finger lassen.
Wem es obendrein peinlich ist, sich minutenlang von verschiedsten Formen weiblichen Stöhnens beschallen zu lassen, rate ich ebenfalls vom Kauf ab.

Wer stattdessen erfahren möchte, was ohne Instrumente - wirklich nur mit den Menschlichen Stimmenbändern - erschaffen werden kann, sollte dem Album eine Chance geben.

Medulla ist Isländisch für Knochenmark. Eine Reise zum Kern der Dinge ist dieses Album in jedem Fall. Das eine oder andere Lied geht auch wirklich durch Mark und Bein.

_________
besonderer Kopierschutz. Rip für den Genuss auf einem Mp3-Player unterwegs ist unmöglich und führt zu besorgniserregedem Verhalten bei meinem PC-System.
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am 17. November 2008
DANKE BJÖRK !
Wer immer das Vergnügen hat, SACDs auch im Multichannel Format anhören zu können, ist mir diese SACD als Refenz-CD bestens bedient. Was Björk hier für ein Feuerwerk an Surround -Leckereien abschiesst ist einfach Klasse.
Auch für solche Hörer, die mit Björk eigentlich bisher nichts anfangen konnten, aber sich gern auf abwechslungsreiche und experimentelle Musik einlassen, ist diese SACD ein echtes Hörvergnügen. Dabei ist es wichtig, dass man diese SACD öfter hört, mit jedem neuen Hören entdeckt man mehr tolle Arrangements und kann sich hineinfallen und treiben lassen. Björk ist so präsent dass man glaubt, sie stehe direkt vorm Hörer (teilweise auch dahinter, sehr spannend). Die Klangqualität ist excellent.
Absolute Kaufempfehlung für aufgeschlossene Hörer. Ich wünschte alle Alben von Björk würden im SACD Multichannel angeboten.
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am 11. November 2014
Björks Vokalkunstalbum. Gemeinsam mit einigen der populärsten Stimmakrobaten der Popmusik (Shlomo, Mike Patton, Tanya Tagaq, Rahzel und Dokaka) vollzieht Björk hier eine Antithese zum Vorgängerwerk Vespertine. Geradezu dialektisch verkehrt Björk das organisch wirkende Vespertine, dass nur so vor Rauschen, Zischen, Zirpen und Klicken strotzte. In Medúlla entsteht ein anhaltend abstrakter Leerraum, das Album ist angefüllt mit einer klinisch wirkenden Stille. Dem Gegenüber ist Medúlla jedoch ein sehr physisches, ein fast ausschließlich mit den Stimmen produziertes Album, was sich ebenfalls dem stark elektronischem Vorgänger entgegenstellt.
Die Struktur der Songs bleibt dabei ähnlich wie auf Vespertine ohne festen Bezug, hier gibt es erkennbare Strophen, da wabert alles so vor sich hin. Björk singt, flüstert, schreit und spricht, meist singt sie in englisch, isländisch, und ihrer eigenen dem Kleinmädchenimage gerechten Phantasiesprache.
Das ist natürlich als Ganzes irgendwo ziemlicher murks, denn sowas kann eigentlich nicht richtig funktionieren bzw. nur in pseudoelitären Fankreisen und bei Kunstsabbelköpfen einschlagen. Einige der Nummern, wie das Choralartige Show Me Forgiveness oder Oceania funktionieren für sich genommen sehr gut und als Experiment betrachtet ist das Album interessant - was eben den Kunstsabbelkopf in mir anspricht. Ich bin fasziniert von dieser ausufernden Stille, von den klopfenden, brummenden, beatboxenden und summenden Stimmen die sich sanft erheben anschwellen und abebben. Ich bin wirklich angetan, aber dieses Album lässt sich eben nur bewusst hören und auch das eher selten. Den Grad zwischen Avantgarde und Popmusik hat Björk mit dieser Platte ein Mal vollständig hinter sich gelassen.
Das ist spannend, aber wie es mit solchen Avant-Künstlern oft ist steht mir hier zu oft der Prozess über dem Produkt. Gerade bezogen auf dieses Album gehörte das mitunter zu Björks anliegen. Sie wollte präsentieren was eine Stimme, bzw. ein paar Stimmen alles können, sie wollte sich gegen nationalistische Strömungen damit stellen, gegen radikale chauvinistische Gruppierungen und zeigen, was alles mit ein paar Stimmen möglich ist. Das war zumindest eine ihrer Zielsetzungen, andererseits wollte sie ein radikales Stück Musik schaffen. Beides ist ihr durchaus gelungen, obwohl sie natürlich auch mit einer fast reinen Vokalplatte kein Neuland beschreitet ist dieses Album im Kontext zwischen Alternative und Pop irgendwie neu, wenn man mal von zugänglichen Ein-Mann-Orchestern wie Bobby McFerrin absieht, von welchen Björk sich aber direkt distanzieren wollte.V
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am 29. Juli 2005
"Medúlla" war das erste und bisher auch einzige Album, das ich mir bis jetzt von Björk gekauft habe, und von dieser mir bislang unbekannten Kunstform der Musik konnte ich einfach nicht genug bekommen. Diese CD ist wirklich unglaublich gut, wobei mir nur das Lied "Ancestors" nicht wirklich zugesagt hat. Vor allem die anderssprachigen Liedtexte (Ich schätze mal, dass es isländisch ist) sind sehr interessant zu hören. Björk lässt sich wirklich mit nichts vergleichen, was ich bisher gehört habe. Es ist eine Kunst für sich. So wie ich ihre Lieder höre, gibt es höchstens Ansätze von Refrain und Strophen. Die meiste Zeit singt sie einfach nur drauf los. Auch wenn ihre Stimme nicht in jeder Hinsicht überzeugen kann, trifft sie sehr präzise die Töne, die sich an der jeweiligen Stelle am besten anhören, aber wie gesagt: Ihre Stimme ist nicht so voluminös wie eine Anastacia oder Whitney Houston. Doch ehrlich gesagt könnte ich mir gar nicht vorstellen, dass diese Lieder mit einer Houston-Stimme gesungen noch in irgendeiner Weise authentisch sein könnten. Björk soll so weiter machen. Ich hoffe, ihre vorherigen Alben sind nur annähernd so gut. Als nächstes werde ich mir "Vespertine" vornehmen.
Fazit: Eine geniale CD von einer genialen Künstlerin
=> KAUFEN!!!
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am 7. September 2004
Wieder werden wir einen schritt weiter entfernt,von dem was sonst Pop ist.Björk 2004 das ist noch abgehobener noch schräger noch Ideenreicher als all Ihre Platten zuvor,einige Stücke kommen nur mit der einzigartigen Stimme von Björk aus andere wiederum mit kühlen electronicbeats und den wunderbaren Chorgesängen wie schon auf Vespertine unterlegt.Ich muß zugeben das album ist zu beginn schwer verdaulich aber nach jedem hören kommt es einem näher und man kommt nicht mehr davon los-Also Björk ist einfach genial und man wird von Ihr nie entäuscht,denn sie ist eine Ausnahme Sängerin.Also unbedingt kaufen!!!!!
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am 20. September 2004
..ist wohl auf jeden Fall zutreffend, was auch immer man von dieser Platte halten mag im Einzelnen.
Mit dieser Platte verlässt Björk letztendlich das Pop-Genre und definiert ihr neues ganz eigenes Genre in dem es keinen Platz mehr für Konventionen oder vorgefestigte Höhrgewohnheiten gibt.
Diese Entwicklung war schon durch den Vorgänger Vespertine eingeläutet und wird nun konsequent weitergeführt.
In ihrem Genre schert sich Björk zu keiner Sekunde darum wie eine Platte "zu sein hat", alles was zählt ist ihre Kreativität, und die ist hier so grenzenlos und losgelöst wie nie zuvor.
Ich glaube diese Platte ist ein Schlag für viele der "Fans" von Björk. Ich würde jedoch sagen, daß sich diese Frau sehr genau darüber im Klaren ist und sie sich letztendlich einen Dreck darum schert. Und das ist auch gut so. Wer "Fan" eines Interpreten ist, hat es letztlich nicht anders verdient als abgestraft zu werden: Fan ist man doch bitte nur von einem Musikstück, aber doch niemals von einem Interpreten (Pubertierende ausgeschlossen).
Zurück zur Musik von Medulla.
Natürlich ist ist es eine Platte, die man sich sehr genau und intensiv anhören muss, um sie besser zu verstehen. Man findet hier und dort in den "eingängigeren" Stücken noch einige Überbleibsel aus Vespertine Tagen und da groovt es, Baby du glaubst es nicht :-). An anderer Stelle kommt es wie ein Gewitter über einen, wenn sich kreative Ergüße entladen wie nie zuvor auf einer Björk Platte. So rücksichtlos und ohne jeden Kompromiss, dass es dich umhaut. Die Platte hat sehr sehr sehr sehr viel Tiefe. Es geht sehr tief, wenn man sich drauf einlässt. Man muss einfach jede Erwartungshaltung vorher ausschalten, sonst braucht man die Platte nicht anzuspielen. Wer sich nicht 100% drauf einzulassen bereit ist, der lässt lieber die Finger von solcher Musik.
Was mich auch sehr erfreut an dieser Platte ist die Tatsache, dass es diese, teilweise manchmal etwas nervigen, sich wiederholenden Gesangslinien aus früheren Björk-Tagen fehlen. Wollte Björk früher (nach eigener Aussage) den perfekten Popsong erfinden, den die ganze Welt mitsingen kann, so hat sie sich von diesem Gedanken nun doch verabschiedet. Mitsingen dürfte mehr als oft schwer fallen für viele :-).
Die Platte kommt zum richrtigen Zeitpunkt heraus, jetzt wo der Herbst vor der Türe steht. Man braucht die Ruhe und Zeit sich eingehend mit der Platte zu beschäftigen, zumal sie in ihrer Grundstimmung doch sehr meditativ ist.
Ich freue mich sehr, dass Björk so rücksichtslos und kompromisslos ist auf Medulla. Diese Platte ist längst nicht mehr mainstream, auf keinen Fall Pop, aber in höchstem Maße kreativ, offen, verspielt und unfassbar mutig.
Für alle Fans von Björk die diese Musik nicht verstehen tut es mir ja Leid, denn sie merken vielleicht erst jetzt, was sie schon bei Verspertine langsam erahnten: Sie haben sich viele viele Jahre in ihrem Idol getäuscht und nun müssen sie knallhart und unbamherzig erfahren, was Björk wirklich ist: Nicht etwa ein Popdiamanten speiendes Tralalamädchen, sondern eine Frau von einem anderen Stern der Kreativität und des Kunstverständnisses.
Mancher mag denken die Platte hätte keine klare Linie oder wäre einfach nur ein Auskotzen von Kreativität ohne die Kreativität in sinnvolle Bahnen zu lenken. Sie mögen im klassischen Sinne recht haben. Man möge sich jedoch bitte nocheinmal den Titel des Albums zu Gemüte führen und nachdenken. Medulla, das Ursprüngliche, das Mark, das uns alle durchdringt, das in allen Teilen von uns steckt.
Björk hat wunderbare Popmusik gemacht, wunderbare Elektromusik. Doch dieses Kapitel ist spätestens seit Vespertine abgeschlossen.
MTV wird Björk nicht mehr spielen, VIVA erst recht nicht, und das ist auch gut so, denn Björk ist längst weit weit weg und losgelöst aller platter Konvention. Meiner Meinung nach befindet sich Björk mit Medulla am Ende einer kontinuirlichen Bewegung. Es wird spannend zu sehen sein, was nach Medulla kommt.
Vielleicht kehrt Björk nach dieser Platte auch wieder zurück zu ihren Pop-Wurzeln, dann allerdings gereifter und mit der Sicherheit nichts mehr beweisen zu müssen. Und wer weiß, vielleicht gelingt es ihr dann auch noch ihren Traum zu erfüllen: Den Weltpopsong zu schreiben.
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am 13. September 2004
Um ein vergleichbares Album in der heutigen Zeit finden zu können, wird man schon sehr weit suchen müssen. Das hat seine Gründe: Wer hört diese Musik, oder anders ausgedrückt, wer kann solche Musik überhaupt hören. Unter diesem Aspekt wird die am Anfang genannte Tatsache abgetan.
Doch man sollte nach tieferen Gründen suchen! Wenn einige behaupten, diese Art von Musik sei nichts Neues, so ist das zum Teil richtig. Natürlich haben andere mit ausschließlich auf Stimmen bestehenden Songs gearbeitet. Als deutsche Beispiele kann man alleine schon "Die Prinzen" oder die "Wise Guys" nennen, beide Gruppen sind erfolgreich. Björk geht aber noch einen Schritt weiter: Sie entfernt sich nicht nur von den Instrumenten, die unsere Musik so prägen, sondern auch von Harmonien und Rhythmen, die typisch für die meisten Kulturen dieser Welt sind.
Und hier liegt der springende Punkt. Auf diesem Album wird "völlig ungewohnte" Musik vorgetragen. Nur einige Gruppen/Sänger trauen sich heutzutage, den Mainstream zu verlassen und am Rande des Stroms nach neuen Wegen zu suchen. Aber wirklich nur ganz wenige, darunter Björk, verlassen völlig die Nähe dieses Flusses und stellen sich abgegrenzt an einen einzelnen Ort!
Die Schwierigkeit besteht für uns darin, das Genie einer solchen Leistung zu erkennen. Alleine die Tatsache, ein Album zu produzieren, das nicht den Erfolg eines alltäglicheren Albums erreichen wird, ist bewundernswert. Björk setzt ihren Namen und ihren Ruf für ein Projekt ein, dessen Erfolg nicht sicher ist.
Was allerdings die fünf Sterne meiner Wertung anbelangt: Medúlla ist wirklich gut! Songs wie "The Pleasure is all mine", "Who is it", "Mouth's Cradle" und vor allen Dingen "Oceania" begleiten mich zurzeit jeden Tag.
Und selbst "Ancestors", das man wohl als das mit Abstand am schwersten zu begreifende Lied einordnen kann (da nicht klar ist, ob es sich bei diesen komlizierten Strukturen, Rhythmen und Harmonien überhaupt noch um ein solches oder ein musikalisches Experiment handelt), höre ich mir gerne an.
Zugegeben: Einen ganzen Tag kann man nicht mit einer Musik in der Art von Medúlla verbringen, man muss einfach zwischendurch "normalere" Musik hören. Dennoch bereichert das Album die Musik um eine weitere, wundervolle Stilrichtung.
Obwohl dieser Punkt bei einigen auf Kritik stoßen wird, möchte ich trotzdem anmerken, dass mir dieses Album besser gefällt als "Vespertine", da viele Ideen nicht so ewig lang ausgewalzt werden und das Album abwechslungsreicher als der Vorgänger ist (wie gesagt: das ist meine Meinung).
Ich hoffe, es ist mir erlaubt, ein - wie ich finde - recht passendes Zitat einer früheren Rezension einzufügen: "Wer musikalische Grenzerfahrungen mag, der wird es lieben."
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