Fashion Sale Hier klicken reduziertemalbuecher Cloud Drive Photos Learn More HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,8 von 5 Sternen
92
4,8 von 5 Sternen
Format: DVD|Ändern
Preis:9,10 €+ 3,00 € Versandkosten
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 17. Mai 2005
Billy Wilders "Eins, zwei, drei" gehört ganz bestimmt zu den allerbesten Filmkomödien, die je gedreht wurden -- eine an sich schon komische Grundsituation, "überzeugter Kommunist muss binnen weniger Stunden in einen für amerikanische Tycoons akzeptablen Schwiegersohn umgemodelt werden", wird durch die traumwandlerisch sichere Regie und phantastische Schauspieler-Leistungen bin in die allerkleinste Nebenrolle hinein zum Meisterwerk.
Wer den Film noch nicht kennt: Berlin, Frühsommer 1961. McNamara, Coca-Cola-Chef für Westberlin (James Cagney in der Rolle seines Lebens), hat sich gut eingerichtet mit devoten Subalternen (einfach herrlich: Hanns Lothar als hackenschlagender Schlemmer), dem blondem "Fraulein Ingeborg" mit Monroe-Touch (unwiderstehlich: Liselotte Pulver) als Sprachsekretärin, dem unerschütterlich korrekten Chaffeur Fritz (Karl Lieffen) und treu ergebenen Angestellten, die brav aufstehen, sobald der Chef den Raum betritt und auf seinen Befehl zum "Sitzen machen" warten. Und nun wird ihm die Sorge für die 17jährige Tochter Scarlett seines Chefs Hazeltine (herrlich dümmlich: Pamela Tiffin) angetragen. Damit nicht genug: Nach einigen Wochen will Hazeltine seine Tochter wieder abholen, und wenige Stunden vor dessen Eintreffen erfährt Mc Namara, dass Scarlet heimlich einen Ostberliner Kommunisten Otto Piffl (Horst Buchholz) geheiratet hat und obendrein schwanger ist -- eine Katastrophe, denn Hazeltine ist ein strammer Kalter Krieger. Eine aberwitzige Jagd beginnt, während der Liselotte Pulver zu den Klängen des Säbeltanzes auf dem Tisch tanzt und dabei die russische Handelskommission betört, Piffl mit "Itsy bitsy teeny weeny" gefoltert wird, die Mutter aller Auto-Verfolgungsjagden zu sehen ist, und Otto Ludwig Piffl schließlich in Rekordzeit und brachialstmöglich in den Leiter der Flaschenabfüllung Otto Ludwig von Droste-Schattenburg verwandelt wird. Wilders und Diamonds Drehbuch beruht auf einer Salonkomödie von Ferenc Molnár von 1928, und man merkt es in jeder Einstellung, jedem Dialog: Wilder hatte sich seinen k.u.k.-Humor wunderbar bewahrt.
Noch einmal: Was hier an schauspielerischen Leistungen zu sehen ist vom alles und alle antreibenden James Cagney bis in die allerkleinste Nebenrolle, wie hier en passant Film- und Kulturgeschichte veräppelt werden, von "Ninotschka" bis "Zwölf Uhr mittags", von sozialistischen Heiligen Kühen bis zu amerikanischer Prüderie, wie hier die Dialoge vor Witz sprühen, wie Wilder hier noch brillante Pointen in Szenen setzt, mit denen andere Regisseure auch schon ohne Pointe hochzufrieden gewesen wären -- das ist Spitzenklasse! Man könnte schwelgen, Szene für Szene wiedergeben -- ob nun Friedrich Holländers Gastspiel als Kapellmeister im Grandhotel Potemkin, ob McNamaras Gattin (Arlene Francis) mit ihren wunderbar sarkastischen Kommentaren, den "Genossen Borodenko vom Limonandensekretariat", Schlemmers nicht zu übertreffendes "Die Herren Kommunisten sind eingetroffen!", schließlich die atemberaubende Jagd zum Flughafen Tempelhof, um den hohen Gästen aus Amerika den gerade noch rechtzeitig fertiggewordenen Schwiegersohn vorzustellen -- es wäre ungerecht all den vielen ungenannten Szenen gegenüber.
Diese DVD enthält erfreulicherweise aber nicht nur die deutsche Fassung (was allein schon den Kauf wert wäre), sondern, neben dem amerikanischen Original, auch die italienischen, französischen und spanischen Synchronisationen. Vor allem das Original ist natürlich verlockend und ein Hochgenuss. Nicht nur die ganze Palette an "German Englishes", vom Doktor und seinem "The temperature, she is normal" bis zu Buchholz' nahezu perfekter Aussprache. Aber das Beste ist: Man stellt hier fest, wie hervorragend dieser Film synchronisiert wurde, wie jeder Original-Witz kongenial ins Deutsche übertragen wurde. Keine platten Übersetzungen! Auch hier erkennt man deutlisch Billy Wilders Handschrift.
Das einzige was bei dieser auch in Sachen Bildqualität hervorragenden DVD verbessert werden könnte, sind die etwas mageren Hintergrund-Informationen zum Film, etwa ausführlichere Besetzungslisten (gerade weil hier die schauspielerischen Leistungen so phantastisch sind!) oder Hinweise auf Synchronsprecher usw. Aber, was wiegt dieser kleine Einwand schon gegen dieses begnadete Meisterwerk!
0Kommentar| 83 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. Oktober 2006
Es gibt diese Filme, die kommen einfach zum falschen Zeitpunkt in die Kinos und werden daher zu unrecht verkannt. Einer dieser Filme ist Billy Wilders "Eins, zwei, drei", eine der durchgedrehtesten und witzigsten Komödien aller Zeiten - für die, die ihn kennen.

Denn leider wurde dieser Film unmittelbar vor dem Berliner Mauerbau gedreht und führte somit zu Unrecht ein Dasein im Reich der unentdeckten Filmjuwele. Dabei hat "Eins, zwei, drei" alles, was eine gute Komödie braucht: Tempo, Dialogwitz und ein außerordentlich motiviertes, bis in die kleinsten Nebenrollen perfekt besetztes Ensemble. Gleichzeitig -und dies ist wahrscheinlich das größte Verdienst Billy Wilders- nimmt dieser Film seine Personen ernst, man lacht mit ihnen und über sie, aber sie werden in keinster Weise lächerlich gemacht, denn ganz gleich, ob es nun um Amerikaner, Soviets oder die Deutschen im geteilten Berlin geht: jede Nation bekommt hier ihr Fett weg. Wahrscheinlich konnte nur ein Exil-Wiener wie Billy Wilder diesen Film drehen; er karikiert den Kapitalismus der Amerikaner ebenso wie den Sozialismus der Soviets oder die Nazi-Vergangenheit der Deutschen und dennoch sind einem alle Charaktere dieses Films unheimlich sympathisch.

Es lohnt sich, diesen Film im Original zu sehen, auch wenn das breite amerikanische Englisch von James Cagney im ersten Moment vielleicht für den ein oder anderen Zuschauer ungewohnt ist (andererseits gehört dieser breite Akzent aber auch zur Rolle). So sprechen die Darsteller nicht nur Englisch, sondern die deutschen Charaktere auch Deutsch mit- und untereinander, was zu einigen Wortwitzen führt, die so in der deutschen Version nicht rüberkommen. ("Schwanger ist pregnant, pregnant ist schwanger...")

Leider - und dies ist auch das einzige Manko an dieser DVD - enthält die DVD keinerlei Zusatzmaterial, sondern lediglich den Film mit den unterschiedlichen Tonspuren. Dies ist schon sehr schade, da es sicherlich interessant gewesen wäre, etwas über die Dreharbeiten in Berlin zu jener Zeit zu erfahren oder sich zumindest einen Trailer anzuschauen.

Eigentlich müßte man dem Verleih für die absolut lieblose Ausstattung seiner Billy-Wilder-DVDs (s. auch "Zeugin der Anklage") mindestens 2 Sterne abziehen, da "Eins, zwei, drei" aber in meinen ewigen Top 20 der besten Filme aller Zeiten einen guten Platz hat und somit einer meiner absoluten Lieblingsfilme ist, gebe ich doch 5. Aber ich hoffe, daß dies hier mal einer der Verantwortlichen liest und weitere Billy-Wilder-Filme mit besserem Material ausgestattet werden!
0Kommentar| 45 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 16. Juni 2004
- einfach genial!!!

West-Berlin zur Zeit des kalten Krieges: McNamara (James Cagney) leitet die europäische Zentrale der Coca-Cola-Company. Die Tochter seines Vorgesetzten aus Atlanta kommt zu Besuch in die geteilte Stadt und McNamara soll auf sie aufpassen. Diese jedoch verliebt sich in den kommunistischen Revolutionär Otto (Host Buchholz) und will mit ihm nach Moskau reisen um dort zu leben. Als sich nun NcNamaras Chef zu Besuch ankündigt, muss McNamara alles tun um die Tochter aus den Klauen des Klassenfeindes zu befreien. Leider hat er eine Winzigkeit übersehen...

Als dieser Film 1961 in die Kinos kam fand er zunächst wenig Anklang - zu sehr reflektierte der Film die Wirklichkeit. Inzwischen ist er fast so eine Art Kultkomödie geworden: Rafinierter Wortwitz und die jeweiligen Anspielungen auf das andere System sind absolut gelungen (Ost-Hotel: Ausgerechnet Bananen...)

Cagney spielt den zackigen Chef (eins, zwei, drei - alright) überzeugend, der von seiner hübschen Sekretärin (Liselotte Pulver in jungen Jahren) in allen Lebens-Lagen unterstützt wird. Horst Buchholz als überzeugter Kommunist, der zum Spielball eines Kapitalisten wird - einfach grandios.

Dieser Film wird auch nach dem 10. Mal nicht langweilig. Immer wieder entdeckt man kleine geschichtliche Anspielungen, stets witzig verpackt. Für mich ein Must-Have!!!
0Kommentar| 33 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 16. Februar 2008
Billy Wilders "Eins, zwei, drei" gehört ganz bestimmt zu den allerbesten Filmkomödien, die je gedreht wurden -- eine an sich schon komische Grundsituation, "überzeugter Kommunist muss binnen weniger Stunden in einen für amerikanische Tycoons akzeptablen Schwiegersohn umgemodelt werden", wird durch die traumwandlerisch sichere Regie und phantastische Schauspieler-Leistungen bin in die allerkleinste Nebenrolle hinein zum Meisterwerk.

Wer den Film noch nicht kennt: Berlin, Frühsommer 1961. McNamara, Coca-Cola-Chef für Westberlin (James Cagney in der Rolle seines Lebens), hat sich gut eingerichtet mit devoten Subalternen (einfach herrlich: Hanns Lothar als hackenschlagender Schlemmer), dem wasserstoffblonden "Fraulein Ingeborg" mit Monroe-Touch als Sprachsekretärin (unwiderstehlich: Liselotte Pulver), dem unerschütterlich korrekten Chaffeur Fritz (Karl Lieffen) und treu ergebenen Angestellten, die unerschütterlich aufstehen, sobald der Chef den Raum betritt und auf seinen Befehl zum "Sitzen machen" warten. Und nun wird ihm die Sorge für die 17jährige Tochter Scarlett seines Chefs Hazeltine (genial dämlich: Pamela Tiffin) angetragen. Damit nicht genug: Nach einigen Wochen will Hazeltine seine süße unschuldige Tochter wieder abholen, und wenige Stunden vor dessen Eintreffen erfährt McNamara, dass Scarlet heimlich den Ostberliner Kommunisten Otto Piffl (Horst Buchholz) geheiratet hat und obendrein schwanger ist -- eine Katastrophe, denn Hazeltine ist ein strammer Kalter Krieger. Eine aberwitzige Jagd beginnt, während der Liselotte Pulver zu den Klängen des Säbeltanzes auf dem Tisch tanzt und dabei die russische Handelskommission betört, Piffl mit "Itsy bitsy teeny weeny" gefoltert wird, die Mutter aller Auto-Verfolgungsjagden zu sehen ist, und Otto Ludwig Piffl schließlich in Rekordzeit und brachialstmöglich in den Leiter der Flaschenabfüllung Otto Ludwig von Droste-Schattenburg verwandelt wird. Wilders und Diamonds Drehbuch beruht auf einer Salonkomödie von Ferenc Molnár von 1928, und man merkt es in jeder Einstellung, jedem Dialog: Wilder hatte sich seinen k.u.k.-Humor unversehrt bewahrt.

Noch einmal: Was hier an schauspielerischen Leistungen zu sehen ist vom alles und alle antreibenden James Cagney bis in die allerkleinste Nebenrolle, wie hier en passant Film- und Kulturgeschichte veräppelt werden, von "Ninotschka" bis "Zwölf Uhr mittags", von sozialistischen Heiligen Kühen bis zu amerikanischer Prüderie, wie hier die Dialoge vor Witz sprühen, wie Wilder hier noch brillante Pointen in Szenen setzt, mit denen andere Regisseure auch schon ohne Pointe hochzufrieden gewesen wären -- das ist Spitzenklasse!
Man könnte schwelgen, Szene für Szene rekapitulieren: Friedrich Holländers Gastspiel als durch nichts zu beeindruckender Kapellmeister im Grandhotel "Potemkin" (früher "Grandhotel Göring", noch früher "Grandhotel Bismarck"), McNamaras Gattin (Arlene Francis) mit ihren wunderbar sarkastischen Kommentaren, Schlemmer (Hanns Lothar) als betörendes "Fraulein" im neckischen Getupften, der "Genosse Borodenko vom Limonandensekretariat", Schlemmers nicht zu übertreffendes zackiges "Die Herren Kommunisten sind eingetroffen!", schließlich die atemberaubende Jagd zum Flughafen Tempelhof, um den hohen Gästen aus Amerika den gerade noch rechtzeitig fertiggewordenen Schwiegersohn vorzustellen -- es wäre ungerecht all den vielen ungenannten Szenen gegenüber.

Diese DVD enthält erfreulicherweise aber nicht nur die deutsche Fassung (was allein schon den Kauf wert wäre), sondern, neben den italienischen, französischen usw. Synchronisationen, das amerikanische Original. Und das ist natürlich verlockend und ein Hochgenuss, und zwar nicht nur wegen der ganzen Palette an "German Englishes", vom Doktor und seinem "The temperature, she is normal" bis zu Buchholz' nahezu perfekter Aussprache. Das Beste ist nämlich: Man stellt fest, wie hervorragend dieser Film synchronisiert wurde, wie jeder Original-Witz kongenial ins Deutsche übertragen wurde. Keine platten Übersetzungen, im Gegenteil! Einige hinterhältige Seitenhiebe auf die jüngste deutsche Vergangenheit sind sogar in der deutschen Version noch gemeiner, treffen noch exakter ins Schwarze. Auch hier erkennt man Billy Wilders Handschrift.

Das einzige was bei dieser DVD (genauso wie bei der -- vermutlich hier zugrunde liegenden -- Ausgabe von "MGM Home Entertainment") vermisst werden könnte, sind Hintergrund-Informationen zum Film, etwa ausführlichere Besetzungslisten (gerade weil hier die schauspielerischen Leistungen so phantastisch sind!), Hinweise auf Synchronsprecher oder auch Nähkästchen-Plauderei über die teilweise turbulenten Dreharbeiten (in dieser Hinsicht ist Karaseks Billy-Wilder-Buch ein guter Tipp) usw. Aber, was wiegt dieser kleine Einwand schon gegen dieses begnadete Meisterwerk!

Also los, sitzen machen und "Eins, zwei, drei" gucken!
33 Kommentare| 14 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 1. August 2014
Dieser köstliche Kinofilm von BILLY WILDER aus dem Jahre 1961 (Berliner Mauer wird gebaut) ist für mich der temporeichste, den ich kenne. Man kann ihn sich immer wieder anschauen und man entdeckt stets Neues. Die Darsteller sind hervorragend, vor allen Dingen klappt die Zusammenarbeit deutscher und amerikanischer Schauspieler/innen. Hervorheben möchte ich (leider nur in einer Nebenrolle, jedoch wichtigen Rolle) LILO PULVER in einer Gestalt, die man ihr sicherlich nicht zutraut: blondgelockt, sexy und mondän wie MARILYN MONROE! Wahrscheinlich war die Monroe zu teuer, da hat der Billy Wilder die deutsche Lieselotte Pulver genommen. Und Lilo hat diesen Part einfach großartig und zeitlos gespielt. Lieselotte hat für mich in ihren Erfolgsjahren drei Charaktere verkörpern können: einen sehr komödiantischen ("Kohlhiesels Töchter"), einen sehr zurückhaltenden, schüchternen ("Ich denke oft an Piroschka") und sogar einen erotischen ("Eins, Zwei, Drei") So vielseitig ist sicherlich nicht jede Künsterlin. Ruth Leuwerik, Nadja Tiller, Sonja Ziemann, Maria Schell, Romy Schneider und wie sie alle hießen, haben doch im großen und ganzen stets die gleichen Typen gespielt. Bei Lilo war das wie gesagt anders! 5 Sterne für den großartigen Film "Eins, Zwei, Drei"
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
... genau wie Tyrone Power sich im Kino genüßlich den Western 'Jesse James' ansehen kann. So ist das eben bei Billy Wilder, und des Meisters Satire '"One, Two, Three"', die noch während des Mauerbaus in Berlin entstand, wartet noch mit einer Menge anderer Anspielungen auf Filme und Seitenhieben aller Art auf, so daß einem beim Zusehen und vor allem Zuhören schier schwindelig werden kann, woran vor allem der brillante Wortwitz ein gerüttelt Maß an Schuld trägt.

Schon die Handlung greift tief in die Schatztruhe des Absurden: C.R. MacNamara (James Cagney), der resolute Vertreter von Coca Cola in Berlin, wähnt sich dicht am Rande der Verwirklichung seines Traumes, die Gesamtvertretung des Konzerns in Europa zu übernehmen und mit seiner Gattin (Arlene Francis) und den zwei Kindern in das eldoradische London übersiedeln zu dürfen, indem er nämlich durch knallharte Verhandlungen den Vertrieb von Coca Cola in die Sowjetunion ausdehnt, als ihm sein Vorgesetzter Hazeltine (Howard St. John) einen Strich durch die Rechnung und ihm klarmacht, daß man nicht an Geschäften mit den Russen interessiert sei. Zu allem Überfluß halst ihm Hazeltine auch noch die Verantwortung für seine 17jährige Tochter Scarlett (Pamela Tiffin) auf, die sich gerade auf einer Bildungsreise durch Europa befindet, deren einziger Zweck indes darin zu bestehen scheint, sie von den Männern fernzuhalten. Ganz bedacht auf seine Karriere, nimmt MacNamara die junge Frau bei sich auf, nur um nach einigen Wochen erfahren zu müssen, daß diese heimlich mit einem ostdeutschen Bolschewiken namens Otto Piffl (Horst Buchholz) angebändelt hat und nun ganz offiziell Frau Piffl geworden ist. Mit einer List gelingt es Mac, die Rote Gefahr wieder hinter dem Eisernen Vorhang verschwinden zu lassen, doch will ihn das Unglück nicht verlassen. Denn der Familienarzt teilt ihm mit, daß Scarlett schwanger ist, und zu allem Überfluß kündigt Hazeltine an, er werde mit seiner Frau am darauffolgenden Tag zu Mittag in Berlin eintreffen, um die Tochter in die Arme zu schließen. Nun gilt es natürlich nicht nur, den Ehemann aus der Untersuchungshaft der Kommunisten zu befreien, sondern auch '- ein mindestens eben so schwieriges Unterfangen -' aus dem störrischen, unmanierlichen Kommunisten einen kapitalistischen Hochglanzschwiegersohn zu machen. Doch im Gegensatz zu Marshal Kane hat Mac für seinen Zwölfuhrtermin noch einige Gehilfen, etwa den trockenen Chauffeur Fritz (Karl Lieffen), den beflissenen Schlemmer (Hanns Lothar) und, vor allem, das sexy 'Fraulein Ingeborg' (Liselotte Pulver), zur Hand.

"'One, Two, Three'" ist eine rasante und irrwitzige Achterbahnfahrt aus Wortakrobatik und Situationskomik, und das Gerüst dieses Vergnügungsgefährts ist Billy Wilders klare, d.h. zynische Sicht auf den menschlichen Opportunismus und Eigennutz. So erhält Piffl auf seine angesichts des Überlaufens eines der sowjetischen Funktionäre entsetzt gestellte Frage "'Is everybody in this world corrupt?"' die alles in allem sehr ehrliche, von keinen falschen Schlüssen beeinflußte Antwort '"I don't know everybody".' Eigentlich bekommt hier jeder sein Fett weg. Das geht schon los beim alten k.u.k. Adel, hier vertreten durch den abgehalfterten Baron von Droste Schattenburg (Hubert von Meyerinck), der sich nun sein Geld durch die Betreuung von öffentlichen Bedürfnisanstalten verdient, aber gleichwohl nach außen den Mann von Welt mimt. Um den Preis für seine Einwilligung in die Adoption Piffls hochzutreiben, brüstet er sich seiner Verwandtschaft mit ehrwürdigen, der Bluterkrankheit zuneigenden Geschlechtern, was wiederum Mac dazu bringt, die marxistische Parole Piffls, die Aristokratie sauge der arbeitenden Bevölkerung das Blut aus, damit zu kontern, daß dies auf die Droste Schattenburgs ganz sicher nicht zutreffe, diese bluteten vielmehr selbst. Überhaupt kommt hinter den angriffslustigen und altbekannten Phrasen des Bolschewiken die Unmenschlichkeit und Hohlheit des Sozialismus zum Ausdruck, doch Wilders pointierter Spott macht auch vor dem Kapitalismus nicht halt, ist Mac, unser Protagonist, doch ein ausgemachter Intrigant und Egoist, stets nur auf seinen materiellen Vorteil bedacht und dabei sogar in der Gefahr, die Bedürfnisse seiner Familie aus den Augen zu verlieren. Mit leichter Hand demonstriert Wilder, wie sehr das Ansehen, das ein Mensch im Kapitalismus genießt, auf Äußerlichkeiten und Zufälligkeiten beruht, und am Ende des Filmes ist denn auch aus Otto Piffl nach wenigen Stunden ein beunruhigend guter Kapitalist geworden. Allerdings ist er damit um keinen Deut sympathischer.

Wilder spießt natürlich auch die 'Vergangenheitsbewältigung' der Westdeutschen auf, die in den späten 40 er und den 50er Jahren zunächst darin bestand, sich auf das Wirtschaftswunder und den Wiederaufbau zu konzentrieren und unbequeme Wahrheiten auszublenden, bevor sie dann im Laufe der 60er Jahre im Zuge des Generationenkonflikts verstärkt auf die gesellschaftliche Tagesordnung gesetzt wurde: So schnellen alle deutschen Mitarbeiter Macs automatisch von ihren Stühlen hoch, sobald er das Büro betritt, und sein Assistent Schlemmer leidet unheilbar ;-) am Hackenzusammenschlagreflex. Auf Macs Frage, was er denn während der Nazizeit gemacht habe, entgegnet Schlemmer, er sei bei der U-Bahn beschäftigt gewesen und habe denn auch so gar nicht mitbekommen, was oben auf der Erde vor sich gegangen sei. Der deutsche Untergrund ist eben größer gewesen, als man gemeinhin zu denken geneigt ist.

Man sieht schon, Wilder stellt wieder mal in der aufgedrehten Übertreibung die historische Realität treffender dar, als dies manch eine ZDF-Zeitgeschichtsdokumentation tut, und so könnte dieser Film denn auch jungen Menschen als Ergänzung zum Geschichtsunterricht empfohlen werden. Schade nur, daß die vorliegende DVD-Ausgabe keinerlei Extras bietet, wenn man einmal von der Wahlmöglichkeit zwischen 5 Sprachen (D, E, F, S, I) absieht.

Dennoch eine unbedingte Kaufempfehlung aus Shandy Hall!
55 Kommentare| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 26. September 2011
Eins, Zwei, Drei
USA
1961
Komödie

Der Film ist zum Teil herrlich parodierend, was Kommunismus betrifft. Lustige und treffliche Dialoge werden in dem schwarz-weiß Film geboten. Komödienhafte -plagiate Darstellung der US-Amerikaner als Turbokapitalisten, die Bonzen der Sowjetunion als versoffene Dummköpfe und die Deutschen als kleine Nazis, die sich nicht abgewöhnen können aufzustehen wenn der Chef kommt und immer die Hacken zusammenschlagen, der Arzt der die Walküre schmettert, der Journalist als Obersturmführer (das schmerzt ein wenig, wenn Deutsche so charakterisiert werden, aber wenn man die Zeit des kalten Krieges bedenkt, mit dem geteilten Berlin, die Abriegelung Westberlins, Sputnik ..., kann man es verstehen und der Sache etwas nachsehen). Die eigentliche Handlung mit der verwöhnten Göre vom Chef, auf die der Leiter der Coca Cola Niederlassung von Deutschland aufpassen soll, der Heirat mit dem Ultrakommunisten und dann zu guterletzt die Schwangerschaft des Mädels die erst 17 ist, dann Adoption des Kommunisten von einem deutschen Grafen, sehr lustig, Spitzenkomik und tolle Schauspieler (z.B. Liselotte Pulver als Fräulein Ingeborg). Echt lustige Kommentare wie "und ich dachte wir wären nur in der Raketentechnik zurück" oder die Internationale wird bei der Verhaftung von Otto gespielt oder die Szene wo Fräulein Ingeborg den Säbeltanz auf den Tisch hinlegt, einfach köstlich, Spitze, ich habe Tränen gelacht, Chruschtschows Bild wackelt zum Tanz und fällt aus dem Bilderrahmen und untendrunter kommt Stalin hervor und dann die verfluchte deutsche Tüchtigkeit, Schwiegermutter ist froh das ihre Tochter irgend eine Art von Geschlecht heiratet (gemeint war: er stammt aus einem alten Geschlecht von....) eine Anspielung jagt die Nächste und alles punktgenau.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. Februar 2014
Zum Zeitpunkt des Mauerbaus in Berlin versucht James Cagney als Coca Cola Manager seiner Karriere wieder auf den Sprung zu helfen. Zu gerne wäre er Europachef in London.
Da kommt ihm die Tochter des Colachefs aus Atlanta in die Quere, die sich während ihres Aufenthaltes in Berlin in den Ostberliner Kommunisten Otto Piffel (Horst Buchholz) verliebt und von ihm schwanger wird.
Das Management, das Cagney an den Tag legt, um die drohende Katastrophe vor dem Zeitpunkt der Landung des Colachefs in Berlin abzuwenden, steckt so voller Tempo, dass man atemlos beim erstes Sehen des Filmes mit Sicherheit nicht alle Gags mitbekommt. Ich schätze, dass wir sie nach der 20. Wiederholung alle entdeckt haben.
Aber was das schönste ist, wir legen den Film auch nach 40 Wiederholungen immer wieder mal auf und genießen dies intelligent gemachte Komödie mit Lachtränen in den Augen.
Den Film muss man haben !
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 30. November 2014
McNamara, Coca-Cola-Chef in Berlin, sieht seine hochfliegenden Karrierepläne bedroht, als die Tochter seines Chefs, die bei ihm einen ausgedehnten Urlaub verbringt, von dem strammen Jungkommunisten Piffl geschwängert wird. Um sich und seine Familie vor dem sozialen Absturz zu retten, hat der unermüdliche Dynamiker nur eine Chance: Er muss Piffl innerhalb von drei Stunden zu einem ehrenwerten Vorzeige-Kapitalisten umdesignen! Aber: Kann er die Genossen vom "Limonaden-Kombinat" austricksen? Gelingt es ihm, seine Ehe mit der scharfzüngigen Phyllis zu retten, die ihn verdächtigt, mit der Sekretärin "Frollein Ingeborg" zu fraternisieren?

Mit dieser wilden Farce hat Billy Wilder 1961 einen genialen Klassiker gedreht, der auch bei der zwanzigsten Betrachtung nicht langweilt. Die unglaubliche Pointendichte, das atemberaubende Tempo und das geniale Timing machen "Eins, Zwei, Drei" zu einer der besten Komödien der Filmgeschichte und zur nahezu unerreichbaren Genre-Referenz. Wilders zeitloser Dialogwitz und die grandiosen, urkomischen Darstellungen von James Gagney (als Dynamitkugel McNamara), Lilo Pulver (als sanduhrförmige Sekretärin Ingeborg) oder Hanns Lothar (als öliges Faktotum Schlemmer) sind schlichtweg einmalig. Man vergleiche den Film nur mit den unsäglichen Hervorbringungen, die heutzutage - gerade hierzulande - unter dem Label "Komödie" verkauft werden. Das Qualitätsgefälle ist eklatant.

Außerdem bringt dieser Film den damaligen Zeitgeist wohl besser auf den Punkt, als es 100 soziologische Studien tun könnten. Amis, Kommies, Kapitalisten, Deutsche - sie kriegen alle ihr Fett weg und entpuppen sich als prinzipienlose, verlogene, selbst- und sexsüchtige Anpassser, Schleimer und Vollidioten. Dass alle Protagonisten am Schluss die Stadt verlassen, ist da nur folgerichtig, denn nach ihren Winkelzügen und schmutzigen Tricks ist Berlin für sie definitiv zu heiß geworden. Sie müssen und können ihre speziellen "Talente" nun in anderen Weltregionen demonstrieren.
11 Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. November 2015
Kannte den Film schon, wollte ihn aber endlich auch jederzeit anschauen können.
Gute und rasante Komödie, spielt noch in der Zeit, als die Westberliner in die Zone fahren konnten, ohne größere Kontrollen.
Super Familienkomödie für alle spaßig mit einer sehr verspielten und erotischen Lilo Pulver, aber Jugendfrei.
Versand und Zustand von Ware einwandfrei.
Jederzeit wieder.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen