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Kundenrezensionen

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am 15. Januar 2006
Ein oft sehr verkanntes Album von Bob Dylan. Dabei ein absolutes Meisterwerk. Die Kritiker erwähnen meist nur seine Bekehrung zum Christentum. Dabei ist es musikalisch einfach einmalig. Die Begleitung der Songs durch den Dire Straits Gitarristen Mark Knopfler geben den typische Dylan Songs etwas ganz Besonderes. Einfach wunderbar anzuhören!
Was seine Wendung zum Christlichen betrifft: - betont dies nicht geradezu den typischen Dylan?! Nicht dem Gängigem konform. Nicht einfach mit der Masse "mitfließen". Er wusste damals, was er tat. Er wusste, er würde anecken! Das tat er immer. Von seinem ersten Album an. Dann als er nicht mehr nur seine akustische Gitarre als Begleitung hatte, und seine "Fans" verprellte. Und nun Christ! Wieviele wandten sich von ihm ab. Er war sich einfach treu. Es war geradezu revolutionär. Und doch .... typisch Dylan. Songs wie "Precious Angel" oder "I Believe in You". Wunderschön. Echt Dylan! Für "Gotta Serve Somebody" bekam er sogar einen "säkularen" Grammy.
- Nein, dieses Album ist echt. Gerade weil er voll dahinter steht, und nicht den gängigen Erwartungen entsprach. Er sang immer, was er glaubte. Und nun hatte er eine Antwort auf sein jahrelanges Suchen gefunden. Warum sollte er still bleiben?
- Und er singt diese Lieder übrigens immer noch auf seinen Konzerten. Er hatte etwas einmaliges gefunden. Das verliert man nicht.
- Musikalisch, textlich, ein Spitzealbum!
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am 28. Juni 2006
"Slow Train Coming" ist eine Offenbarung. Ich kann mich sehr gut an die Situation erinnern, in der ich zum ersten Mal daraus gehört habe. Das war an einem Sommertag im Jahr 1979. Auf dem Flohmarkt nahe der Waterlooplein in Amsterdam kaufte ich mir einige Songbooks und hörte aus einem Radio, das dort gerade spielte, eine Aufnahme aus diesem Album. Ich war selten so überrascht.

Mark Knopflers unverkennbare Gitarre war das Erste, was mir auffiel. Sie hält einen dicht gewobenen Soundteppich scheinbar mühelos zusammen. Reggae-Anklänge hatte ich ebenfalls nicht erwartet. Mit seinen Dire Straits hatte Knopfler gerade zwei überaus populäre Platten vorgelegt und auch Reggae erfreute sich großer Beliebtheit. Nach "Desire", "Blood on the Tracks" und "Hard Rain" hätte ich jedoch keine dieser beiden Stilrichtungen mit Bob Dylan in Verbindung gebracht. Doch entstanden ist hier etwas ganz Einzigartiges.

Alle Titel wirken zugleich ernsthaft und unbeschwert. Das komplette Werk ist, technisch auf der Höhe seiner Zeit, äußerst sauber produziert. Die Mitwirkenden wurden mit sehr viel Bedacht ausgewählt und sind sich der Gratwanderung bewusst, die Bob Dylan mit "Slow Train Coming" vollzieht. Sein Gesang ist deutlich und klar wie die Botschaft, die er kundtut. Es geht ihm nicht bloß um eine Beschäftigung mit dem Christentum. Bob Dylan singt Anbetungslieder. "I Believe in You" bringt am deutlichsten auf den Punkt, dass es sich um eine Herzensangelegenheit handelt: "They show me to the door / They say don't come back no more / 'Cause I don't be like they'd like me to / And I walk out on my own / A thousand miles from home / But I don't feel alone / 'Cause I believe in You." Man kann sich der Tiefe - und der Erhabenheit! - dieses Liedes nicht entziehen. Es zeigt völlig unprätentiös die Hinwendung Bob Dylans zu Christus.

Erwartungsgemäß löste die Platte damals eine Kontroverse aus, die weit über die Reihen der Fans und der Kritikerzunft hinausreichte. Ich habe Bob Dylan damals für seinen Bekennermut bewundert und liebe dieses Album bis heute unvermindert. Wie man es auch betrachtet, man muss Dylans Schritt respektieren und sollte sich ein wenig länger mit den großartigen Texten von "Slow Train Coming" befassen, denn sie gehören zum Besten aus Dylans Gesamtwerk. Dieses und die folgenden Alben haben viele Hörer in einer Weise brüskiert wie keine andere Dylan-Platte zuvor. Dabei ist mir bis heute unverständlich geblieben, warum jemand, der zum Sprachrohr für die Fragen einer ganzen Generation geworden ist, nicht seine eigenen Fragen stellen und Antwort geben sollte. Nur scheint mir diese Veröffentlichung im Rückblick vielleicht doch nicht so mutig, sondern eher folgerichtig und - unvermeidlich.
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am 20. April 2007
Auf einem Konzert warf ihm ein Fan ein silbernes Kreuz zu - dies war derAnfang einer langsamen, aber heftigen Bekehrung des Juden Dylan in ein Mitglied der "Vineyard Fellowship", einem besonderen Zweig des amerikanischen Evangelismus.

Dylan machte und macht alles in seinem Leben ganz oder gar nicht - so war es auch mit seinem Glauben. Als er auf Tour mit seiner neuen CD ging, weigerte er sich, seine alten Songs zu spielen, die ihm "nicht durch Gott gegeben" seien.

Man mag davon halten, was man will, man mag ihn als abgedreht bezeichnen, nicht leugenen kann man, dass zum ersten "Slow Train Coming" hervorragende Kritiken bekam, zum anderen Dylan als Gospelsinger einiges zu bieten hat, zumal er von Mark Knopfler und Pick Withers kongeniale Studienmusiker gewinnen konnte.

Das Werk wird von einer eigenen Schönheit getragen, und so sehr man sich auch an der message stören möchte, die Dylan herüberbringt, so trägt sie, trotz apokalyptischer Vorstellungen, auch einiges an Wahrheit - hingewiesen sei hier nur auf den Eingangssong "You gotta serve somebody"
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Ausgebrannt von der langen Tour '78 und vielleicht auch den Nachwirkungen seiner Scheidung, zog sich Dylan zum Jahreswechsel '78/'79 für ein paar Monate zum Bibelstudium in einer Klosterschule zurück und ließ sich im Zuge seines neugefundenen Glaubens christlich taufen. Wie sehr er sich als "wiedergeborener" Christ empfand, zeigte sich darin, dass er sich auf der folgenden Tournee standhaft weigerte, irgendetwas zu spielen, was er vor seiner Bekehrung geschrieben hatte, da er diese Phase seines Lebens offensichtlich als zu irdisch empfand. Ich weiß bei Dylan nie genau, ob ich ihm einfach nur Sturheit oder aber den Mut attestieren soll, dem eingeschlagenen Weg unbeirrbar zu folgen; vermutlich eine Mischung aus beidem.

Auch musikalisch vollzog er auf dem resultierenden Album eine Frischzellenkur: so dürften sich Mark Knopfler (g) und Pick Withers (dr) sehr geehrt gefühlt haben, dass Dylan gleich die halben Dire Straits für sein Album verpflichtete, die mit ihren ersten beiden Alben grade so richtig am Einschlagen waren (vier Jahre später engagierte Dylan Knopfler für "Infidels" erneut). Aufgenommen und produziert wurde das Album in den legendären Muscle Shoals Studios in Alabama von den R&B- und Soulveteranen Jerry Wexler und Barry Beckett (der auch Keyboard spielte), und auch Bassist Tim Drummond war ein Rockveteran (Neil Young u.a.). Dylan hatte schon zuvor mit drei Backgroundsängerinnen gearbeitet, im Kontext dieses "Gospel"-Albums kommt ihnen aber eine tragendere Funktion zu; die Muscle Shoals Horns fügten sich gut in die Arrangements ein. Der Sound des Albums ist gleichzeitig kraftvoll und klar (wobei die Remasters 2003 nochmal eins draufsetzten), und es groovt gehörig.

Womit viele Dylan-Fans (so auch ich) aber ihre Schwierigkeiten hatten und haben, ist Dylans Botschaft, die sich auf "Slow Train coming" vereinfacht gesagt so liest: Wacht endlich auf und folgt mir auf dem Pfad der Erlösung, oder euch erwartet die Verdammnis! Nichts ist zu spüren von eventueller Erleichterung oder gar Freude über seinen neugewonnenen Glauben; Dylan verkauft seine Botschaft fast eher als unterschwellige Drohung mit dem Feuerschwert des alttestamentarischen Rachegottes. Immerhin klingt seine Stimme so kraftvoll und überzeugt wie schon lange nicht mehr; nichts ist geblieben von den fragenden, zweifelnden Untertönen von "Street Legal". Für Gotta serve somebody erhielt er sogar einen Grammy für "Best Vocal Performance, Male"!

Immer schon hatten Dylan-Songs religiöse Motive jeder Couleur enthalten, und mein Problem ist nicht sein christlicher Glaube (selbst wenn ich ihn nicht teile), sondern die Eindimensionalität, die Intoleranz, mit der Dylan seinen neuen Glauben fast wütend nach vorne trägt, und dies umso mehr, als gerade Dylan-Songs immer wieder für Toleranz gestanden hatten, und besonders für Mehrdimensionalität - wie viele verschiedene Interpretationen allein für einen Song wie z.B. Just like a Woman sind nicht schon unternommen worden? Fast möchte man ihm zurufen: Nein, Bob, die Welt ist nicht ausschließlich schwarz und weiß, es gibt viele Facetten!

Folgende Textzeilen mögen stellvertretend mein Unbehagen mit den Texten verdeutlichen: "Ya either got faith or ya got unbelief / and there ain't no neutral ground"; "Jesus said (...) He who is not for me is against me"; und auch eine These wie "it may be the devil or it may be the Lord / but you're gonna have to serve somebody" würde ich nicht unterschreiben - wo steht geschrieben, dass man jemanden dienen muss, egal auf welcher Seite?

Do right to me Baby erinnert mit seinen Wortspielereien an All I really want to do oder No Time to think, und Man gave Names to all the Animals ist ein netter Reggae mit Kinderlied-Charakter. Die Bluesriffs von When you gonna wake up und Change my Way of Thinking ziehen sich etwas; dafür drücken Gotta serve somebody oder der Titelsong kräftig los! Musikalisch sanfter sind I believe in you und die Single Precious Angel ausgefallen, und der Albumausklang When He returns berührt, weil Dylan selten so überzeugt, verletzlich und nackt geklungen hat wie hier.

Der Outtake Ye shall be changed (s. "Bootleg Series Vol. 1-3") und die Single-B-Seite Trouble in Mind zeigen, dass die besseren Songs auf dem Album landeten. Von seiner "Gospel-Album"-Trilogie war dieses Dylans musikalisch stärkstes; "Saved" fiel inhaltlich ähnlich kompromisslos aus, und erst mit "Shot of Love" glätteten sich die Wogen wieder. Ich kann "Slow Train coming" immer dann gut auflegen, wenn ich Dylans kraftvolle Musik genießen möchte und gleichzeitig meinerseits die nötige Toleranz seinen konservativen, fundamentalistischen Thesen gegenüber aufbringe, für die ich allerdings einen Punkt abziehe.
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am 16. Oktober 2016
Das Cover des Albums sagt alles zu den Texten. Die Amerikaner erobern im Zeichen des Kreuzes (der Arbeiter Im Vordergrund) eine unerschlossenee Landschaft bei der alle Beteiligten im Hintergrund bleiben.Die Technik bricht sich Bahn bevor die Bedürfnisse der Menschen geklärt sind. So ist es bis heute.Musikalisch ist diese Aufnahme ihrer Zeit geschuldet ohne deren Wurzeln zu verleugnen.
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am 6. Februar 2007
Diese Platte von Bob Dylan hat mich wirklich sehr überrascht und ich denke es ist die ungewöhnlichste, die ich Bob Dylan im Schrank habe.

Dieses Album des Folk-Rock-Künstlers enthält viele poppige Elemente, teilweise auch Reggae ("Man gave names to all the animals") - insgesamt viel Ruhiges, Besinnliches. Dazu sind die Texte erstaunlich unverschlüsselt und spirituell ("it may be the devil or it may be the lord - but you gonna have to serve somebody").

Ich bin Atheist, weswegen ich am Anfang sehr kritisch war. Mittlerweile bin ich jedoch der Meinung, dass die Platte in keinem CD-Regal von Bob-Dylan-Interessierten fehlen darf. Diejenigen, die nur die neuen rockigen oder die ganz alten "folkigen" Alben von Bob Dylan kennen, sollten sich beim Kauf ganz unvoreingenommen auf eine andere Facette von Dylan einstellen.
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am 22. Mai 2015
Ich habe dieses Album lange verschmäht, weil es ja eines dieser christitlichen Alben von Herrn Dylan ist. Instinktiv dachte ich mir, dass ich mit diesem Album sowohl inhaltlich als auch musikalisch sicher nichts anfangen kann. So blieben die drei Alben "slow train coming", "saved" und "shot of love" lange ein weißer Fleck in meinem Dylan-Universum. Zum Glück habe ich mich aber doch noch überwunden und mir das Album in einer Kurzschlußaktion einfach gekauft. Das Album ist musikalisch absolut gigantisch und packt einen schon beim ersten Hören. Rein musikalisch gehört dieses Album wirklich mit zu den besten Alben von Dylan.
Ein großes Problem sind aber tatsächlich die Texte, die man teilweise wirklich nur sehr schwer ertragen kann. Ich versuche es unter dem Thema "er hatte immer schon Ecken und Kanten" abzuhaken und dieses Mal ist es halt eine Kante, die mich stört. Es ist aber wirklich ein Jammer, dass diese tolle Musik mit teilweise (für mich) sehr grenzwertigen Texten daher kommt. Dafür gibt es einen Stern Abzug. Trotzdem kann man das Album aufgrund seiner tollen musikalischen Seite nur empfehlen.
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am 13. Dezember 1999
Im Jahre 1978, am Ende einer langen Welttournee, belegte Bob Dylan einen dreimonatigen Kurs der kalifornischen Vineyard School Of Discipleship, einer christlichen Glaubensschmiede der sogenannten 'Born Again'-Ausrichtung, die ihre Anhänger vor allem auf die Wiedergeburt Christi vorbereiten will. Nach Absolvierung dieser Schule sah die musikalische Welt einen neuen Dylan, einen, mit dem sie nun beim besten Willen nicht gerechnet hatte.
Dylan begann das Predigen. Am Angang einer dreijährigen Phase, in der Dylan sein Publikum durch Alben mit christlichen Textinhalten und durch Konzerte, auf denen er - zumindest zu Beginn - nur sein neues Material und traditionelle Gospels spielte, erstaunte, stand dieses Album. "Slow Train Coming" war ein Schock - religiöse Botschaften paaren sich hier mit tanzbaren Rhythmen, getragen durch den Kern der damals noch aufstrebenden Band Dire Straits. Es gibt schöne Songs auf diesem Album: 'I Believe In You' und 'When He Returns' sind starke Gospelnummern, und sie gehören zu Dylans überzeugendsten Gesangsleistungen überhaupt, doch es gibt auch eine nicht zu übersehende Kehrseite: Zeilen wie "Sheiks walkin' around like kings, wearing fancy jewels and nose rings, deciding America's future from Amsterdam and to Paris" grenzen nicht an Ethnozentrismus, sie sind ebensolcher in Reinkultur. Ein wenig mehr Differenzierungsvermögen hätte man Dylan, dem Denker des Rock, schon zugetraut.
Musikalisch gibt es nichts zu meckern an diesem Album, Dylan und die Studioband entwickeln treibende Grooves, die dazu geeignet sind, Tanzflächen zu füllen, doch genau dies ist ja das Zynische an "Slow Train Coming". Die nächsten Alben, "Saved" Und "Shot Of Love" gaben sich dann auch schon gemäßigter, mit ihnen schaffte es Dylan, seine Religiösität zu leben, ohne deswegen gleich um sich schlagen zu müssen. Mit "Slow Train Coming" ist ihm dies leider nicht geglückt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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Ein Jahrzehnt ging zu Ende, ein Jahrzehnt, das für Bob Dylan als Musiker durchwegs erfreulich verlief, als er mit SLOW TRAIN COMING ein großes vorläufiges Kapitel seiner bisher unerreichten Karriere beendete.
Alles, was in den kommenden Jahren an Alben nachfolgen sollte, wurde - sei es zurecht oder nicht - regelmäßig von Kritikern verrissen und zunichte gemacht. Erst 1989 gelang Mr. Dylan mit OH MERCY eine Beendigung seiner musikalischen Midlife Crisis, die ihn nach Veröffentlichung von SLOW TRAIN COMING heimsuchen sollte...

SLOW TRAIN COMING ist in vielerlei Hinsicht ein Drahtseilakt. Zum einen versucht Bob Dylan neu einsetzenden Trends Tribut zu zollen, was man am musikalischen Background auf SLOW TRAIN COMING zweifellos merkt - ein gewisser Mark Knopfler wurde da beispielsweise für die Studioarbeit herangezogen, das hört man auch ziemlich eindeutig heraus (und stört im Grunde auch nicht - eher das Gegenteil ist der Fall)! Teilweise aber merkt man, dass auf SLOW TRAIN COMING vergeblich und ein bisschen zwanghaft so etwas wie Mit-dem-Trend-Schritthalten versucht wurde... Wenigstens ich empfinde es ein wenig so, wenn ich mir die Platte anhöre.
Andererseits weiß Herr Dylan noch (eben das schien er nämlich in den nächsten paar Jahren zu vergessen), woaraus er sein größtes Potential schöpfen kann und worin seine größten Stärken liegen - im Schreiben zeitloser Folk-Rock-Pop-Songs nämlich.
Mein größter Liebling auf SLOW TRAIN COMING ist ja das wunderhübsche I BELIEVE IN YOU - in dem ich eine von Herrn Dylans besten gesanglichen Leistungen überhaupt herauszuhören glaube... Würde das ganze Album in diese Richtung tendieren, dann hätte es mit Sicherheit das Zeug zum Klassiker.

Insgesamt jedoch ist SLOW TRAIN COMING eher eine bemühte Song-Zusammenstellung, denn ein wirklich harmonisches, rundes Album, obwohl - und auch das sollte nicht unerwähnt bleiben - es weder zerstückelt noch "unpassend" zusammengefügt wirkt.
Vielleicht machten sich zu jener Zeit auch schon erste Anzeichen der Verkrampftheit bei Mr. Dylan bemerkbar, die ihm fast die ganzen 80er-Jahre hindurch zu schaffen machen sollte. Ich glaube das jedenfalls, auch wenn mir hier vielleicht einige Fans widersprechen werden...

Trotz allem ist SLOW TRAIN COMING aber natürlich ein gutes, solides Bob-Dylan-Studio-Werk, das ich Dylan-Sammlern durchaus weiterempfehlen würde. Menschen, die gerade erst beginnen, Dylan-Scheiben zu sammeln, sollten zunächst jedoch zu anderen Werken des Großmeisters greifen.

SLOW TRAIN COMING - Licht und Schatten auf einer Platte. Offenbar kein gutes Omen, um ein erfolgreiches Jahrzehnt abzuschließen...

Wie gesagt: Gut finde ich es trotzdem und das nicht nur, weil SLOW TRAIN COMING lange Zeit zum Vergleich für sämtliche Dylan-Werke herangezogen wurde. Wahrscheinlich ist dieses Album einer der wesentlichsten Eckpfeiler in Dylans Karriere, obwohl es im Vergleich zu seinen wirklich großen Taten - insgesamt - eigentlich nicht allzu aufregend ist.

Mit Sympathie für Mr. Dylan und dieses Album von meiner Seite (ich hör's doch immer wieder gern) vergebe ich abschließend ehrliche 4 STERNE für SLOW TRAIN COMING. Ich persönlich halte es ja trotz allem für Dylans größte Studioleistung der 70er-Jahre, neben BLOOD ON THE TRACKS und (dem oftmals unterschätzten) STREET LEGAL.

HÖRENS- und BESITZENSWERT ist es allemal!

---- Anspieltipps ----
- Gotta Serve Somebody
- Precious Angel
- I Believe In You

P.S. Das oft verrissene SAVED, das vorliegendem Album nachfolgen sollte, ist mittlerweile zu einem Dylan-Geheimtipp für mich geworden. Tatsächlich finde ich diese Scheibe - vor allem musikalisch - sehr spannend und gelungen!
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am 13. Juli 2007
…das Album ist seiner Zeit wirklich an mir vorüber gegangen!!! Unfassbar wie so was passieren konnte. Als die SACD dann vor ein paar Jahren zufällig in meinem CD Player landete dachte ich mir, wow was ist denn da los, ich war restlos begeistert. Tolle Musik und ein erstklassiger Klang. Traumhaft ist Mark Knopler an der Gitarre, der auf dieser Scheibe seinen unverkennbaren Dire Straits Gitarrensound so einfließen lässt, das man das Gefühl hat er gehöre schon immer zu Dylan’s Band. Auch der teilweise soulige Sound wie in „Man gave names to all the animals“ weis sehr zu gefallen. Für mich jedenfalls ist Slow train coming eines von Dylan’s besten Alben, bei der vor allem die Zusammenarbeit mit Mark Knopfler positiv heraus sticht.
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