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am 27. Oktober 2006
Blow Up skizziert äußerst intensiv und authentisch das Szeneleben im Swinging London der 60er Jahre. In dieser von einer psychedelischen Jugendkultur beherrschten Welt lebt die Hauptfigur - ein Fotograf dessen Welt die der Bilder ist. Immer auf der Jagd nach dem ultimativen visuellen Eindruck durchstreift er seine Stadt, den Finger stets am Auslöser seiner Kamera. Was als Sittengemälde der damaligen Beatgeneration beginnt bekommt dann unvermittelt eine ganz andere Art von Entwicklung. Und das kann man hier wörtlich nehmen, denn beim Entwickeln und Studieren seiner letzten Schnappschüsse entdeckt der Fotograf im stark körnigen und unscharfen Hintergrund vermeintliche Szenen eines Attentats. Das Vergrößern der Abzüge soll in der Dunkelkammer Licht in den Sachverhalt bringen. Wasserbad und Emulsion als Entwicklungshelfer der Wahrheit. Der vage Verdacht scheint sich wenig später zu erhärten als eine in das vermutete Attentat verwickelte Dame auf- und alsbald mit den verräterischen Abzügen untertaucht. Von dieser unerwarteten Beweismittel-Sicherstellung erst recht zur Aufklärung der Umstände angestachelt recherchiert der Fotograf weiter bis zum so nicht erwarteten Finale.

Was diese Inhaltsangabe nicht wiedergeben kann ist der Epoche machende und eine Epoche zeigende Stil des Films, der die 60er förmlich atmet. Und er baut in vielen Szenen, besonders jenen im Park, eine Suspense-Atmosphäre auf im Stile eines astreinen modernen Mystery-Thrillers wie The Sixt Sense oder The Others. Wenn der Fotograf durch den menschenleeren nächtlichen Park streift untermalt keine Musik die Szene. Eine unnatürlich wirkende Stille, noch akzentuiert von einem übermäßig lauten Blätterrauschen, baut eine Aura der Bedrohung auf. Und man wartet förmlich darauf, dass im nächsten Moment aus irgendeinem Busch ein Angreifer über den selbst ernannten Detektiv herfällt. Aber das Erwartete wird vom Unerwarteten abgelöst und genau das macht den Reiz von Blow Up aus. Ein wirklicher Klassiker und ein durchweg brillanter Film. Vor langer Zeit schon der Beginn meiner Leidenschaft für das Fotografieren. Und so ist Blow Up - neben Hitchcock's Fenster zum Hof und One Hour Photo mit Robin Williams - auch heute noch der Fotografenfilm schlechthin für mich.
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Hier heißt es nicht "Wer war der Mörder?" sondern "Gibt es einen Mord?" Denn als der Photograph Thomas seinen spontan in einem Park entstandenen Film entwickelt, glaubt er eine Geschichte zu sehen. Ein Mann und eine Frau spielen verliebt miteinander. Dann verschwindet der Mann, die Frau reagiert merkwürdig - mit einem schwer zu durchschauenden, vielleicht suchenden Gesichtsausdruck. Und am Ende, versteckt im dunklen Hintergrund eines Bildes, findet sich eine Leiche.

Dass hinter dieser Photostory auch etwas Wirklichkeit steckt, vermittelt sich nicht über die Bilder. Erst muss die Frau wieder auftauchen und die Herausgabe des Films verlangen, erst dann wird klar, dass hier wirklich ein Verbrechen passiert ist. Doch über die Tatsache eines toten Menschen hinaus bleiben die Hintergründe völlig unklar. Und so geht es in Blow Up auch nicht um die Aufklärung eines Verbrechens, sondern um die Frage, was eigentlich wirklich ist und was nicht.

Und so sind die vielleicht stärksten Episoden des Films die, die scheinbar nichts mit der Handlung zu tun haben. So leben fast alle Menschen in Thomas Welt im schönen Schein. Beziehungen, Jobs, Machtverhältnisse haben etwas Unwirkliches. Eine junge Jane Birkin kommt mit einer Freundin in das Studio des Photographen, es kommt zu einem One-Night-Stand. Aber am Ende sind eigentlich alle betrogen. Der Nachwuchs wird kalt abgefertigt und darf doch nicht Modell werden. Aber auch Thomas ist nicht zufrieden, hat schlechte Laune und begibt sich wieder auf die Suche nach scheinbar wichtigem - auf jedem Fall aber nach etwas anderem. Eine ähnliche Szene mit einem auch aus der Wirklichkeit bekannten Modell (Veruschka) transportiert zu Beginn eine ähnliche Botschaft: Eine Photosession endet fast schon als Sex mit der Kamera, die Sprüche von Thomas könnten auch im Schlafzimmer fallen - aber dann ist wieder alles vorbei, alles kalt und unpersönlich. Das Modell zieht sich wieder an, und die Welt sieht wieder anders aus.

Als die Frau aus dem Park zu Beginn in dem Photostudio auftauscht, bietet auch sie sich Thomas an. Aber auch das ist nur eine Finte, Sex kann genauso Illusion sein wie Liebe. Am Ende ist auch noch der rätselhafte Film mit der grobkörnigen Vergrößerung der Leiche verschwunden. Was ist nun wirklich passiert?

Zugegeben, der Film verliert sich manchmal selbst in der Schönheit seiner Bilder, ohne immer sagen zu können, welche Substanz, also welche Aussage wirklich dahinter steckt. So sehen wir schöne Bilder aus den Randbezirken Londons in den 60er Jahren, erhalten Einblick in den Aufbruch einer neuen, jungen Generation, sehen schöne Autos, Menschen und Einrichtungsgegenstände. Hat der Film eine klare Botschaft? Nein, nicht wirklich, aber vielleicht würde auch gerade das nicht zum oben beschriebenen Thema passen. Was den Film aber auf jeden Fall rettet, sind die großartigen Schauspielerleistungen. Insbesondere Thomas als scheinbar leidenschaftsloser Photograph und Beobachter ist brillant dargestellt.

Zuletzt: Eine weitere Hauptrolle spielt in diesem Film die Musik und - man glaubt es kaum - auch die Stille, die Abwesenheit von Musik und manchmal auch von allen Geräuschen. Selten habe ich einen Film erlebt, in dem die Tonspur so unauffällig, so leise dem Film doch einen prägenden Stempel verpasst hat.

Ein Erlebnis.
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Hier heißt es nicht "Wer war der Mörder?" sondern "Gibt es einen Mord?" Denn als der Photograph Thomas seinen spontan in einem Park entstandenen Film entwickelt, glaubt er eine Geschichte zu sehen. Ein Mann und eine Frau spielen verliebt miteinander. Dann verschwindet der Mann, die Frau reagiert merkwürdig - mit einem schwer zu durchschauenden, vielleicht suchenden Gesichtsausdruck. Und am Ende, versteckt im dunklen Hintergrund eines Bildes, findet sich eine Leiche.

Dass hinter dieser Photostory auch etwas Wirklichkeit steckt, vermittelt sich nicht über die Bilder. Erst muss die Frau wieder auftauchen und die Herausgabe des Films verlangen, erst dann wird klar, dass hier wirklich ein Verbrechen passiert ist. Doch über die Tatsache eines toten Menschen hinaus bleiben die Hintergründe völlig unklar. Und so geht es in Blow Up auch nicht um die Aufklärung eines Verbrechens, sondern um die Frage, was eigentlich wirklich ist und was nicht.

Und so sind die vielleicht stärksten Episoden des Films die, die scheinbar nichts mit der Handlung zu tun haben. So leben fast alle Menschen in Thomas Welt im schönen Schein. Beziehungen, Jobs, Machtverhältnisse haben etwas Unwirkliches. Eine junge Jane Birkin kommt mit einer Freundin in das Studio des Photographen, es kommt zu einem One-Night-Stand. Aber am Ende sind eigentlich alle betrogen. Der Nachwuchs wird kalt abgefertigt und darf doch nicht Modell werden. Aber auch Thomas ist nicht zufrieden, hat schlechte Laune und begibt sich wieder auf die Suche nach scheinbar wichtigem - auf jedem Fall aber nach etwas anderem. Eine ähnliche Szene mit einem auch aus der Wirklichkeit bekannten Modell (Veruschka) transportiert zu Beginn eine ähnliche Botschaft: Eine Photosession endet fast schon als Sex mit der Kamera, die Sprüche von Thomas könnten auch im Schlafzimmer fallen - aber dann ist wieder alles vorbei, alles kalt und unpersönlich. Das Modell zieht sich wieder an, und die Welt sieht wieder anders aus.

Als die Frau aus dem Park zu Beginn in dem Photostudio auftauscht, bietet auch sie sich Thomas an. Aber auch das ist nur eine Finte, Sex kann genauso Illusion sein wie Liebe. Am Ende ist auch noch der rätselhafte Film mit der grobkörnigen Vergrößerung der Leiche verschwunden. Was ist nun wirklich passiert?

Zugegeben, der Film verliert sich manchmal selbst in der Schönheit seiner Bilder, ohne immer sagen zu können, welche Substanz, also welche Aussage wirklich dahinter steckt. So sehen wir schöne Bilder aus den Randbezirken Londons in den 60er Jahren, erhalten Einblick in den Aufbruch einer neuen, jungen Generation, sehen schöne Autos, Menschen und Einrichtungsgegenstände. Hat der Film eine klare Botschaft? Nein, nicht wirklich, aber vielleicht würde auch gerade das nicht zum oben beschriebenen Thema passen. Was den Film aber auf jeden Fall rettet, sind die großartigen Schauspielerleistungen. Insbesondere Thomas als scheinbar leidenschaftsloser Photograph und Beobachter ist brillant dargestellt.

Zuletzt: Eine weitere Hauptrolle spielt in diesem Film die Musik und - man glaubt es kaum - auch die Stille, die Abwesenheit von Musik und manchmal auch von allen Geräuschen. Selten habe ich einen Film erlebt, in dem die Tonspur so unauffällig, so leise dem Film doch einen prägenden Stempel verpasst hat.

Ein Erlebnis.
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TOP 500 REZENSENTam 20. Oktober 2009
Kaum ein Film gibt das Lebensgefühl der Sixties so authentisch wieder, wie Blow-Up. Doch das ist leider auch sein Problem, denn insgesamt wirkt der Film extrem zeitgebunden: die Handlung ist verworren, um nicht zu sagen intellektuell überhöht (Kunst halt), mitunter betont mysteriös, manchmal fast psychedelisch.

Allerdings hat er durchaus auch seine Höhepunkte. Dazu zählen für mich der attraktive junge David Hemmings als Fotograf und die junge Vanessa Redgrave, ferner die sehr entspannten, wenngleich auch recht harmlosen Sexszenen zwischen Fotograf und Models. Zu erwähnen sind gleichfalls die Kurzauftritte von Veruschka Gräfin Lehndorff und Jane Birkin. Für Musikliebhaber dürfte ein Highlight des Films in der kurzen Szene mit den Yardbirds bestehen, in der Jeff Beck stilecht seine Gitarre zertrümmert (so wie es damals wohl regelmäßig von Pete Townshend von The Who vorgeführt wurde) und bei der Jimmy Page (die Led Zeppelin-Legende) an der zweiten Gitarre zu sehen ist. Klassisch auch die darauf folgende Szene: Der durch das nächtliche London irrende und sich eher zufällig im Konzert befindende Fotograf (David Hemmings) fängt den von Jeff Beck achtlos ins Publikum geworfenen Gitarrenhals eher unfreiwillig auf, woraufhin er sich gegen die echten Fans, die an dem Andenken wirklich interessiert sind, erwehren muss. Endlich den Verfolgern entkommen, wirft er einen Blick auf den abgebrochenen Gitarrenhals in seinen Händen, um ihn daraufhin frustriert in einen Hauseingang zu werfen. Dort wird er noch einmal von einem Obdachlosen aufgegriffen, der ihn aber gleichfalls achtlos wegwirft, da der Gegenstand zerstört und somit für ihn ohne jeden Wert ist.

Für Sixties-Fans ist der Film sicherlich ein Muss, auf alle anderen dürfte er heute eher ziemlich langweilig wirken.
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am 8. März 2010
Laut IMBD-Datenbank hat der Film eine Länge von 111 Minuten. Hier hat er nur 106 Minuten. Es fehlen diverse Einstellungen, die noch im Kino und auf VHS vorhanden waren. Meist wurden Einstellungen erotischer Art entfernt, etwa eine Topless-Einstellung mit Vanessa Redgrave. Und es fehlen Bilder in der Szene, in der der Hauptdarsteller mit 2 Mädels herum tollt. (Mehr Infos auch auf IMBD.) Es ist zwar nicht so, dass die Sequenzen für das Verständnis des Films absolut notwendig wären, aber der Film ist ja kein x-beliebiger Horrorthriller, in dem man herumschnippeln kann, ohne dass es schade um den Film wäre. Bei so einem Weltklassefilm sollte man ihn so auf DVD herausbringen, wie er einst vom Filmemacher vorgesehen wurde. Ich habe den Film im Kino gesehen und mal auf VHS und warte auf eine vollständige Version. Vielleicht könnte die SZ mal ihre Filmkollektion überarbeitet und vollständig neu auf den Markt bringen. Beim "Leoparden" (Cinemathek Nr 1) war die SZ noch ganz stolz, den Film zum ersten Mal ungeschnitten auf DVD auszuliefern.
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am 16. Oktober 2009
Ein Klassiker wegen seiner Genialität und ein Denkmal für eine vergangene Epoche.
Durch Vergrößerungen (Blow up) entdeckt der Modefotograf (David Hemmings) eine Leiche im Gebüsch. Die ganz junge Vanessa Redgrave legte hier den Grundstein für ihre Weltkarriere. So freizügig wird sie sich nie wieder vor der Kamera zeigen, ebenso wie Jane Birkin. Außerdem erlebt man das farbenprächtige Swinging London der sechziger Jahre mit Beatkeller und angesagter Rockband. Es ist dieses grenzenlos lebbare Gefühl von Freizügigkeit, Spontaneität und Hedonismus.
Aber im Grunde geht es Antonioni hier um die Darstellung von Schein und Wirklichkeit. Sieht man nur, was man will oder nur das wirklich Offensichtliche?!
Die Antwort gibt das legendäre Tennis Match am Ende, das mit seiner Auflösung immer noch Raum für Diskussionen bietet.
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am 8. April 2007
Gleich zu Beginn: Blow up ist einer meiner Lieblingsfilme. Es ist eine als Krimi in den londoner "Swinging Sixties" inszenierte sozialpsychologische resp. philosophische Studie zur Frage was Wirklichkeit sei. Die filmische Antwort: Das was die Anderen als real betrachten.

Zur Handlung: Der erfolgreiche und extrem arogante Modefotograf Thomas (David Hemmings)will sich neben seiner Modefotografie als Dokumentarfotograf profilieren. Dazu schleicht er sich getarnt als Obdachloser auch in eine Obdachlosenunterkunft ein. Das Leid der anderen lässt Thomas ziemlich kalt - ihm geht es nur um die Bilder. Sein Verleger rät ihm als Ergänzung einige weniger harten Bilder aufzunehmen. Dazu fotografier er ein Paar und wird ohne zu wissen Zeuge eines Mordes. Er kann die Tatwaffe aus den Negativen herausvergrössern (daher der Titel des Films "blow up") und findet im Park die Leiche. Da ihm bis auf die eine Vergrösserung sämtliche Bilder und Negative gestohlen werden, kann er den Mord nicht nachweisen.

Blow up ist ein packender, atmosphärisch dichter Film, der von der Abwesenheit der Musik lebt. Wer das Rauschen der Blätter in der berühmten Parkszene gehört hat, wird es nie mehr vergessen.
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Hier heißt es nicht "Wer war der Mörder?" sondern "Gibt es einen Mord?" Denn als der Photograph Thomas seinen spontan in einem Park entstandenen Film entwickelt, glaubt er eine Geschichte zu sehen. Ein Mann und eine Frau spielen verliebt miteinander. Dann verschwindet der Mann, die Frau reagiert merkwürdig - mit einem schwer zu durchschauenden, vielleicht suchenden Gesichtsausdruck. Und am Ende, versteckt im dunklen Hintergrund eines Bildes, findet sich eine Leiche.

Dass hinter dieser Photostory auch etwas Wirklichkeit steckt, vermittelt sich nicht über die Bilder. Erst muss die Frau wieder auftauchen und die Herausgabe des Films verlangen, erst dann wird klar, dass hier wirklich ein Verbrechen passiert ist. Doch über die Tatsache eines toten Menschen hinaus bleiben die Hintergründe völlig unklar. Und so geht es in Blow Up auch nicht um die Aufklärung eines Verbrechens, sondern um die Frage, was eigentlich wirklich ist und was nicht.

Und so sind die vielleicht stärksten Episoden des Films die, die scheinbar nichts mit der Handlung zu tun haben. So leben fast alle Menschen in Thomas Welt im schönen Schein. Beziehungen, Jobs, Machtverhältnisse haben etwas Unwirkliches. Eine junge Jane Birkin kommt mit einer Freundin in das Studio des Photographen, es kommt zu einem One-Night-Stand. Aber am Ende sind eigentlich alle betrogen. Der Nachwuchs wird kalt abgefertigt und darf doch nicht Modell werden. Aber auch Thomas ist nicht zufrieden, hat schlechte Laune und begibt sich wieder auf die Suche nach scheinbar wichtigem - auf jedem Fall aber nach etwas anderem. Eine ähnliche Szene mit einem auch aus der Wirklichkeit bekannten Modell (Veruschka) transportiert zu Beginn eine ähnliche Botschaft: Eine Photosession endet fast schon als Sex mit der Kamera, die Sprüche von Thomas könnten auch im Schlafzimmer fallen - aber dann ist wieder alles vorbei, alles kalt und unpersönlich. Das Modell zieht sich wieder an, und die Welt sieht wieder anders aus.

Als die Frau aus dem Park zu Beginn in dem Photostudio auftauscht, bietet auch sie sich Thomas an. Aber auch das ist nur eine Finte, Sex kann genauso Illusion sein wie Liebe. Am Ende ist auch noch der rätselhafte Film mit der grobkörnigen Vergrößerung der Leiche verschwunden. Was ist nun wirklich passiert?

Zugegeben, der Film verliert sich manchmal selbst in der Schönheit seiner Bilder, ohne immer sagen zu können, welche Substanz, also welche Aussage wirklich dahinter steckt. So sehen wir schöne Bilder aus den Randbezirken Londons in den 60er Jahren, erhalten Einblick in den Aufbruch einer neuen, jungen Generation, sehen schöne Autos, Menschen und Einrichtungsgegenstände. Hat der Film eine klare Botschaft? Nein, nicht wirklich, aber vielleicht würde auch gerade das nicht zum oben beschriebenen Thema passen. Was den Film aber auf jeden Fall rettet, sind die großartigen Schauspielerleistungen. Insbesondere Thomas als scheinbar leidenschaftsloser Photograph und Beobachter ist brillant dargestellt.

Zuletzt: Eine weitere Hauptrolle spielt in diesem Film die Musik und - man glaubt es kaum - auch die Stille, die Abwesenheit von Musik und manchmal auch von allen Geräuschen. Selten habe ich einen Film erlebt, in dem die Tonspur so unauffällig, so leise dem Film doch einen prägenden Stempel verpasst hat.

Ein Erlebnis.
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TOP 1000 REZENSENTam 17. Oktober 2014
Der großartige Kultfilm "Blow up" von Michelangelo Antonini zeigt im Grunde ein Geheimnis ohne Auflösung und geht dabei sogar noch einen Schritt weiter, indem er nach der obsessiven Untersuchung durch den Protagonisten die Frage stellt, ob es überhaupt ein Geheimnis gab ausserhalb dessen Vorstellungskraft. Also ein interessantes Spiel zwischen Schein und Sein. Der Film selbst spielt im Swinging London und dort lebt der vielbeschäftigte junge Starfotograf Thomas (David Hemmings). David ist nicht besonders sympathisch, denn sehr schnell wird ein großer Egoismus sichtbar. Darüberhinaus ist der Mann äusserst gelangweilt, selbst von den vielen hübschen jungen Frauen, die er tagtäglich ablichtet und von denen er zehn an jedem Finger haben könnte. Mit dem aufsteigenden Model Verusha (Veruschka von Lehndorff) macht er ein geiles Fotoshooting, bei dem man das Gefühl hat, dass es jederzeit in einen Geschlechtsakt einmünden könnte. Dazwischen cruist David mit seinem Cabrio durch die swingende Stadt, besucht Künstlerfreunde (Sarah Miles/John Castle) kauft obskure Antiquitäten, besucht in der Nacht ein Konzert der "Yardbirds"und vergnügt sich gelegentlich mit Möchtegernmodels (Gillian Hills/Jane Birkin), die alles tun würden, um von ihm fotografiert zu werden. Er lichtet die Schönen ab, als Ausgleich sucht er sich aber mit seiner Kamera immer wieder Objekte in der Stadt aus, die das Gegenteil vermitteln. Schäbige Gegenden oder arme Existenzen werden von ihm in einem Kunstfotoband festgehalten, den er bald veröffentlichen will. Thomas ist Teil dieser schrillen und grellen Subkultur voller Drogen, Mode und eitlen Selbstdarstellern. Dann bringt ein Parkbesuch, in dem er auf Motivsuche geht, eine Wendung in sein zwar erfolgreiches, aber leeres und unbefriedigendes Leben. Er beobachtet dabei heimlich ein Paar, die dort spazieren gehen. Als die Frau (Vanessa Redgrave) bemerkt, dass sie fotografiert wird, stellt sie den Voyeur zur Rede und drängt auf die Herausgabe des Films. Doch Thomas sieht keinen Grund der Bitte nachzugeben. Noch am selben Tag besucht ihn die Frau in seinem Atelier. Das Interesse von Thomas wird immer mehr geweckt, auch an der geheimnisvollen Fremden, die eine Menge tun würde, um die Bilder zu bekommen. Er gibt ihr einen falschen Film und macht sich auf denFilm zu entwickeln. Bei der Vergrößerung (Blow up) dieser Bilder entedeckt er mit jedem weiteren Entwickeln fatalere Details - das verschwommene Gesicht eines Mannes im Gebüsch, einen Revolver und schliesslich einen Körper, der verkrümmt unter einem Baum liegt. Ist dort ein Mord geschehen ? In der Nacht fährt Thomas in den Park und entdeckt tatsächlich diesen leblosen Körper neben einem Baum liegen...
exakt diese Szene im Park mi dem Blätterrauschen hat Antonioni meisterhaft ohne Musik inszeniert. Für Freunde des Suspence wird sich diese Sequenz auf ewig ins Hirn einbrennen, so gut ist sie. Ein Film über die Ungewissheit - ob wirklich ein Mord geschehen ist bleibt am Ende dennoch ungewiss. Denn je extremer das Blow up, desto unschärfer wird das Motiv dabei. Ein Opfer gibt es aber mit Sicherheit - der Fotograf, der der Faszination seiner eigenen Bilder erliegt. Großartig diese Geschichte, die eigentlich keine ist, aber so mit dem Zuschauer vor sich hintreibt. Ein dynamisches Wechselspiel zwischen Subjektivität und Objektivität, Schein und Wirklichkeit. Dabei werden die Grenzen der Realität immer wieder auf den Kopf gestellt. Sehr effektiv dargestellt durch eine der letzten Szenen im Park, wo es bei einem pantominischen Tennisspiel auch um den imaginären Tennisball geht, einem Symbol für das Unfassbaren, der Ahnung.
Antonioni arbeitet auch mit dem Kunstgriff, dass es teilweise mehrere Minuten keinen Dialog gibt - dies erhöht aber die Spannung für den Zuschauer. Im Grunde ist der Fotograf Thomas auch ein Verwandter oder eine Weiterführung des Voyeurs Jeff in "Das Fenster zum Hof" - nur mit völlig anderer Dynamik. Jeff kommt bei seinen Studien ans Ziel, Thomas eher nicht - alles bleibt abstrakt und es bleibt die Frage offen, wie weit man den eigenen Sinnen trauen darf. Was bedeutet dieses Spiel mit Schatten und Lichtern ? Thomas ist vielleicht getrieben von der Vorstellung, dass in seinen Bildern etwas zu sehen ist, was bei oberflächlicher Betrachtungen niemandem sonst auffallen würde. Denn gerade er - als Fotograf, der das Leben aus der Kameraperspektive betrachtet- hat dieses Gespür für Details. Möglicherweise muss er lernen seinen eigenen Augen zu vertrauen ohne die sichere Distanz durch die Kamera zum Gegenüber.
Antonioni drehte diesen sehr zeitgeistigen Film, der wie ein Dokument seiner Ära wirkt, im Jahr 1966 auf dem Höhepunkt der Swinging Sixties und wurde mehrfach preisgekrönt.
Der hervorragende Film zeigt eindrücklich die Möglichkeit von Manipulation und ist für mich einer der ganz großen Filme der 60er Jahre.
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am 24. Dezember 2015
Absolut Kultiger Film aus der Swinging London Ära.
Ich sah den Film unmittelbar nach seinem Erscheinen
im Kino.Der Film wirkt heute auf mich genauso interessant
wie bei seiner Aufführung im Kino
5 Sterne hoch für Regisseur sowie den Darstellern.
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