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Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen
9
Cluster II
Format: Audio CD|Ändern
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TOP 1000 REZENSENTam 11. Dezember 2016
Die Entwicklung der elektronischen Popmusik war Anfang der 70er Jahre in Deutschland gekennzeichnet durch Experimente, die, ob gewollt oder nicht, eine deutliche Emanzipation von anglo-amerikanischen Trends darstellten. Die wesentlichen Impulse dazu gingen von Berlin und Düsseldorf aus ("Berliner" und "Düsseldorfer Schule"). Im Gesamtkonzert dieser neuen elektronischen Musik, nahm das Album "Cluster II"
eine absolute Sonderstellung ein, weil es sich in seiner Machart und im Stil keiner der genannten "Schulen" zuordnen ließ.
Es stand einzigartig da und wurde stilbildend, weil "Roedelius" und "Moebius"(RIP) durch ihren so typischen Umgang mit elektro-akustischen Instrumentarium den Königsweg zwischen Improvisation und automatischen Prozessen gefunden hatten.
Weder benutzte "Cluster", die damals so exzessiv eingesetzten analogen Sequenzer, mit denen man so herrlich Endlos-Musik erzeugen konnte, noch war ihre Musik glatt und geschmeidig. Dies galt für ihre Live-Auftritte ebenso wie für ihre Studioarbeit. "Cluster II" ist in zwei Metropolen entstanden, denn noch lebten Roedelius und Moebius in Berlin und waren Teil des brodelnden Untergrunds dieser Stadt.
Sie agierten im Zentrum von Aktionskunst, musikalischer Unverfrorenheit und maßlosen Drogenexperimenten, einer urbanen Mixtur, die hörbar in "Cluster II" eingeflossen ist. Aufgenommen wurde das Album in der Hamburg, ein Stück der CD ist sogar live in der Hamburger "Fabrik" entstanden, Dies ist besonders interessant, weil der Hörer so die Möglichkeit hat, die Studioarbeit mit der Auftrittssituation zu vergleichen.
(Song "Live in der Fabrik" 14:50). Dabei wird deutlich, dass "Cluster" sich in beiden Fällen musikalisch ähnlich verhielt und von der Technik maßvoll Gebrauch machte. Ohne Elektrizität ging natürlich gar nichts, aber die Keyboards und elektronischen Apparate wurden weitestgehend improvisiernd "mit der Hand bedient". "Cluster" ist nie zu einem Knöpfchendrücker-Duo mutiert. Selbstverständlich entdeckten Roedelius und Moebius schon sehr früh die Bandschleife (Loop) als Möglichkeit, repetitive Muster zu erzeugen, und auch die anloge Rhythmusmaschine spielte auf "Cluster II" eine, wenn auch noch marginale Rolle.
Aber nie verließen sie sich auf die Geräte, sonder auf ihre Intuition und die Fähigkeit, in jeder Sekunde entscheiden zu können,was in der nächsten geschehen sollte. Das sie dabei immer wieder das Risiko des musikalischen Scheiterns auf sich nahmen, ist Ihnen nicht hoch genug anzurechnen, denn hätten sie nichts riskiert, wären sie eine geschwätzige Elektronik-Combo unter vielen geworden.
So aber war plötzlich nicht nur die musikalische Herangehensweise offentsichtlich geworden, sondern auch eine neue Haltung spürbar, denn Moebius und Roedelius hatten sich nicht von den Apparaten "unterjochen" lassen, ließen vielmehr in jeder Phase ihre ganzen Musikerpersönlichkeiten hören. Sie spielten eine "elektronische Musik mit menschlichen Antlitz".
"Conard"Conny Plank" (RIP), der geniale Tonmeister, in dessen Studio "Cluster", "Harmonia" und andere immer wieder arbeiteten, trug mit seinem Enthusiasmus wesentlich dazu bei, diese neuen Konzepte zu entwirklichen.
"Cluster" waren auf eine Entdeckungsreise mit ungewissem Ergebnis gegangen, "unbekümmert und tapfer". Das Neuland war faszinierend.
Wer nicht das Glück hatte, bei Konzerten Mitreisender zu sein, konnte immerhin die in Vinyl gepressten Berichte zu hören; "Cluster II" war nicht der erste, aber bis dahin eindrucksvollste, weil diese LP/CD ein Konzentrat von früher "Cluster"-Musik und gelichzeitig eine deutliche Wegmarke neuer elektro-akustischer Musik überhaupt war. Neu war zunächst einmal die relative Kürze der einzelnen Titel (15 Minten das längste, knapp drei Minuten das kürzeste Stück). üblicherweise wurden in diesem Genre ganze Plattenseiten unterbrechungslos gefüllt.
"Cluster" beschränkte sich auf das Wesentliche, trat eine musikalische Idee nicht breit und vermied insofern peinliche Redundanzen.
Die Kompositionen und live entstandenen Strukturen sind gekennzeichnet von Aufeinander-Hören und- Reagieren, Kardinaltugenden jedes Improvisations-Ensembles.
Das Klangmaterial wurde teilweise mithilfe elektronischer Apparate (z.B.Sinusgenerator) erzeugt, mindestens dieselbe Rolle spielen Saiteninstrumente und elektrische Keyboards, wei sie jederr Alleinunterhalter verwendet.
Aus dieser Not eine Tugend zu machen, also aus einer Beschränkung herausNeues zu schaffen, ist mit "Cluster II" eindrucksvoll gelungen. Immer fließt die Musik, und ohne brutal zu sein, sind die Klänge bisweilen schroff- auch das war ungewöhnlich in einem Umfeld platter Psychedelia.
Die Frage ob "Cluster II" nun E-oder U-Musik sei, ist heute so müßig wie 1972. Interessant in deisem Zusammenhang ist aber, das diese LP/CD zu den ersten zählte, bei der man diesbezüglich nicht mehr genau wusste, woran man da war. Heute gibt es einen riesigen Grauzonenbereich mit nicht klassifizierbarer elektro-akustischer Musik. Anfang der 70er Jahre waren E- und U-Musik noch strikt getrennt.
Moeius und Roedelius scherten sich allerdings nicht um die Kategorien und trugen so zu deren allmählicher Auflösung bei.
Wenn man "Cluster II" heute hört, also fast 35 Jahre nach dem Entstehen der Aufnahmen, wird die historische Bedeutung der LP/CD erst richtig deutlich. Über die Wirkungsgeschichte von "Cluster" ist an anderer(n) Stelle(n) schon genug gesagt worden, es sie hier aber nochmal betont, das nicht zuletzt mit DIESEM Album Türen aufgestoßen wurden, durch die so manche Generation von elektro-akustischen Musikern ging und noch gehen wird.
(Q : Linernotes CD :"Asmus Tietchens", langjähriger Freund der Bandmitglieder ist seit 1965 selbst aktivim Bereich Elektronische Musik)
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am 2. September 2010
Auf diesem Alben entwickeln Cluster den Sound von ihrem ersten Album weiter, es ist etwas melodiöser, trotzdem insgesamt noch sehr experimental, es dominieren weiterhin gehaltene Klangteppiche und elektro-akustische Spielereien. Sicherlich nicht für jedermann (z.B. Kraftwerk ab Autobahn sind viel zugänglicher), aber wer diese Sonderform des Krautrock mag, für den ist das durchaus zu empfehlen.
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am 14. April 2017
Musik, egal wie wer warum, auch zB Helene Fischer, ist in erster Linie Kunst.
Und Kunst inspiriert.

Wer oder was hat die zwei, Michael Moebius und Hans Joachim Rodelius, inspiriert oder gar den Vorschlag gemacht, mal "Musik" aufzunehmen?

Es mutet sehr befremdlich an, das Gewaber und Geblubber, was da aus den Lautsprechern kommt. Nicht nur 2017, auch 1972 war das für den normalen Konsumenten sicherlich mit einem ahnungslosen Fragezeichen Versehen, wenn die knapp 45 Minuten um sind.

Ich finde das erstaunlich, das Bands wie Cluster mit ihrem undefinierten Geblubbere und Wabern genauso Einfluss hatten, wie die Landsmänner von Neu!, Kraftwerk (nicht die Kraftwerk ab Autobahn, die davor!), die frühen Tangerine Dream und wie sie alle hießen...
Va die Briten liebten, Dank John Peel, den Sound aus Deutschland, und junge Künstler sogen ihn auf wie Muttermilch, kreierten dann Musik wie Punk und Elektropop nur wenige Jahre später.

Cluster ist Sound, keine Musik, das muss einem beim hören klar sein. Sonst findet man sich nicht rein.
Aber dafür ist es irrwitzig gut!

Den Plattenfirmen war damals Kommerz zwar auch wichtig, aber etwas Mut und Wissen, das es kaum Käufer findet, war ihnen auch klar und auch wichtig. Damals war das noch so. Und das war gut!
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am 4. Oktober 2017
Cluster sind ihren ganz eigenen Weg gegangen und haben dabei neue musikalische Wege beschritten. Kein Easy Listening und schon gar kein Pop oder Rock. Ambient? Jedenfalls eines der Schlüsselalben der elektronischen Musik. Das gilt es zu würdigen. Man muss sich allerdings schon darauf einlassen.
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am 6. Juli 2006
"II" ist exakt der Zwischenschritt bzw. die nächste Stufe auf der Entwicklungsleiter zwischen dem dröhnenden, frei fließenden "Cluster 71"-Album und der "Zuckerzeit"-Platte, wo in kurzen und rhytmisierten Stücken der Synthie-Pop erfunden wurde.

"Cluster II" von 1972 hat natürlich die Kauzigkeit und Ironie, die die beiden Mitglieder Dieter Moebius und Hans-Joachim Roedelius immer auszeichnete - und natürlich die ungehemmte Lust am Experimentieren. Ein Blick auf die Songtitel dürfte das bereits zeigen, ein Horchen hinein in das Werk bestätigt das. Mit ihren akkustischen und elektronischen Instrumenten kreiern Cluster eine unvergleichliche Musik, die mal atmosphärisch, mal verspielt, mal zickig oder mal verdreht ist. Und alles bleibt immer spannend, ungewöhnlich und durchaus auch meditativ.

ABer zur Klarstellung: das hier ist kein Krautrock à la Can und auch keine Synthie-Musik wie bei Klaus Schulze. Nein, Cluster brüten ihr eigendes Ding aus, stets minimalistisch und improvisierend. Als Annäherungen kann man höchstens Harmonia (ihr Nebenprojekt mit Michael Rother) oder Eroc heranziehen.

Auch hier gilt: legendärer Meilenstein aus der Pionierphase der elektronischen Musik.
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am 2. Juni 2017
Cool und aktuell. Trotz des etwas höheren Alters der Produktionen kann man die Stücke von Cluster bzw. Cluster II immer noch gut hören. Interessant und keineswegs stressig. Also auch gut auf dem Weg zur Arbeit oder zum Essen. Universell einsetzbar und etwas, was man nicht im Radio hört.
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am 30. April 2008
Im Prinzip sind es eigentlich die selben Zutaten wie auf dem dem Vorgängeralbum Cluster 71 doch die Qualität und das andere Format der "Songs" heben dieses auf eine andere Ebene aber nun der Reihe nach:
Auch Cluster II wurde von Conny Plank, eine der Schlüsselfiguren des Brain Labels und des Krautrock allgemein, produziert. Und das hört man auch. Kein einziger richtiger Synthesizer wurde darauf benutzt, viel mehr sind es Orgeln, Keyboards, E-Pianos und Gitarren die mit Hilfe von diversen Verstärken, Verzerrern, Effekten und Soundgeneratoren ein bis dahin ungehörtes, verücktes auch atonales aber fließendes Hörerlebnis erzeugen. Es gibt sogar schon die später so wichtige Rythmusmaschine (bei Cluster, Harmonia...) die hier aber nur eine takkernde Konstante bildet, trotzdem ein riesen Schritt. Es türmen sich merkwürdig wälzende Noise Wogen auf und ab, das Ganze ist dann in sich auch noch recht repetitiv. Also sich wiederholende oft mäandernde Muster die aber alle mit der Hand gespielt werden und nicht von Sequenzern oder Bandschleifen stammen. Manchmal nervt es, manchmal blubbert es und manchmal ist es einfach nur ne irre organische Abfahrt. Die Songlänge ist dabei sehr wichtig denn vorher gab es (wenn überhaupt auch nur von Cluster) solche Musik nur mit oft Plattenseiten langen Versionen, doch Dieter Moebius und Hans Joachim Rödelius schaffen hier den Absprung von den ganzen kosmischem Gedöns hin zu einer allgemeingültigen und minimalistischen Form, mit strafferen Songs und vielen Ideen und Mustern. Diese Remasterversion kommt mit detaillierten Insiderinformationen, schönem Digipack in original Design und einem sehr guten Sound. Auch gerade geschichtlich in Sachen Ambient und Industrial Vorläufer sehr interresant aber auch aus experimenteller Sicht eine ungewöhnliche, innowative und wunderschön wilde Platte!
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am 18. November 2015
Wunderbare experimentelle avantgardistische Elektronik. Erstaunlich, was man damals schon machen konnte und heute wie zu dieser Zeit viele sogenannte Techno/Elektro-Künstler weit dahinter zurückbleiben. Groß!
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am 23. Juli 2015
gran thre frograsssrg ghragt krett nargu shraghr kragrha drääghra no zragrhä khtull nafrougrh magh zhagre 5 trghjk lkravh zargh newa
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