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Cobra Verde ist der fünfte und letzte der Kinski-Herzog Kollaboration. Herzogs Filme, ob mit Kinski oder ohne, haben einen besonderen Zauber, was mir immer wieder besonders gefällt sind die traumartigen Sequenzen und das ruhige Fortschreiten der Geschichte. Cobra Verde entstand auf der Grundlage eines Romans von Bruce Chatwin. Der Gangster Cobra Verde, von allen gefürchtet, fällt in Brasilien einem Zuckerbaron als besonders geeignet für die Beaufsichtigung seiner Sklaven auf. Bald sind allerdings alle Töchter schwanger (von wem wohl?) Cobra Verde macht sich also ziemlich unbeliebt und wird kurzerhand nach Afrika geschickt um hier Nachschub an Sklaven zu besorgen. Eine gefährliche Mission - Wiederkehr eigentlich nicht eingeplant..Aber Cobra Verde meistert seine Aufgabe mit großer Überzeugungskraft und Brutalität. Doch das Scheitern sitzt bereits in den Startlöchern...
Ich empfinde den Film nicht unbedingt als den besten der teils krisengeschüttelten Zusammenarbeit, aber ein guter empfehlenswerter Film ist es auf jeden Fall geworden.
Der Film lebt natürlich sehr stark von Klaus Kinski, und wenn man den nicht mag, wird er einem wohl auch nicht gefallen. Das Bonusmaterial ist auch lohnenswert, eben ein Film über die Entstehung unter schwierigen Bedingungen. z.B. ist Herzog zu sehen, am Tag vor Drehbeginn aufgeregt und genervt von Kinski, der sich wohl noch gar nicht wirklich in Afrika befindet.. die Stimmung kommt hier sehr gut rüber.
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am 4. Mai 2004
Mit "Cobra Verde" liegt uns nun die fünfte und letzte Zusammenarbeit von Klaus Kinski und Werner Herzog vor.
Auch bei dieser DVD muss Kinowelt/Arthaus ein ganz großes Lob ausgesprochen werden: das Bild ist für einen Film aus dem Jahre 1987 wirklich perfekt! Ebenso liegt der (rauschfreie, deutsche) Ton in Dolby Digital 5.1 vor (der englische Ton "nur" in Stereo) und auch das Bonusmaterial kann sich durch aus sehen lassen (u.a. ein Audiokommentar, Trailer, usw.). Vor allem aber die Dokumentation "Herzog in Afrika" weiß sehr gut zu unterhalten und gibt einige sehr interessante Blicke hinter die Kulissen der damaligen Dreharbeiten frei (inkl. Interviews mit Herzog selber und noch einigen anderen Beteiligten).
Zum Film selber gibt es eigentlich nur zu sagen, das er ein ebenso großes cineastisches Erlebnis ist wie auch schon seine vier Vorgängerfilme ("Aguirre", "Nosferatu", "Woyzeck" und "Fitzcarraldo")! Die afrikanischen Kulissen z.B. sind wirklich traumhaft schön eingefangen und auch mit der passenden Musik untermalt worden (u.a. klassische, afrikanische "Volkslieder").
Kinski selber ist mal wieder in einer dermaßen opulenten und unbeschreiblichen Topform zu sehen, die keiner Worte standhalten können sie auch nur annähernd würdig zu beschreiben. Einfach nur unglaublich... vor allem die letzte, finale Szene: als Kinski sterbend am Strande zu sehen ist. Dieser Todeskampf hat ihn wirklich "aufgebraucht"... als hätte er schon zu diesem Zeitpunkt ahnen können, das sein Leben nicht mehr allzu lange gehen würde (Kinski war zu jenem Zeitpunkt ja schon leicht krankheits- bedingt gezeichnet). Noch seinem "Paganini" war dies wirklich die letzte große Rolle für diesen außergewöhnlichen "Schauspieler" und Menschen.
Aber dennoch bekommt dieser Film "nur" 4 Sterne von mir. Wieso? Trotz allem wirkt der Film für mich teilweiße etwas unausgeglichen und unnötig gestraft (106 min. Laufzeit sind einfach zu kurz für eine so lange, vielschichtige und komplexe Erzählung/Geschichte). Auch fehlt an manchen Stellen einfach zu sehr diese einmalige Atmosphäre und Grundstimmung, wie man sie zuvor auch in den vier andern Produktionen (siehe oben) wahrnehmen konnte.
Aber sei es drum: diese "Mankos" sind im Grunde genommen eigentlich keine wirklichen, da man sehr leicht über sie hinweg sehen kann und auch nicht wirklich groß stören. "Cobra Verde" ist und bleibt definitiv "ein schillerndes Werk Spektakel um Größe und Wahnsinn!" (Covertext).
R.I.P. ...Klaus Kinski
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"Klappriges Herrenmenschentum, geritten auf der alten Mähre Kinski". - Dieses Zitat habe noch im Gedächtnis; H. Karasek schrieb das boshaft, in seinem Verriss der letzten Zusammenarbeit von Werner Herzog und Klaus Kinski.
Kinski, etwas in die Jahre gekommen, durfte in Cobra Verde den wilden Potenzprotz und raubtierhaften Herren über ein schwarzes Amazonenheer geben. Aber political correctness und profane Sachzwänge interessierten meinen deutschen Lieblingsregisseur glücklicherweise nur am Rande, als er diesen kraftvollen Film schuf. Mag Kinskis Haar auch schon schütter geworden sein, eine Fehlbesetzung war er sicherlich nicht - und wie hätte Herzog anders können, als die schwierige, aber ungemein erfolgreiche Zusammenarbeit der beiden ein weiteres Mal fortzusetzen.
Cobra Verde steht hinter Nosferatu, Aguirre, Woyzeck und Fitzcarraldo im Schatten, besticht aber durch seine Abenteuerlichkeit, die mutige Inszenierung, die Schauplätze und eine gewisse Wildheit.
Cobra Verde ist vor allem reine Bildgewalt - und besticht weniger durchs Drehbuch. Karasek konnte Kinski ganz offensichtlich schlicht nicht leiden, sonst hätte er vielleicht mehr von den vorhandenen Qualitäten des Filmes gesprochen.
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am 15. Juli 2013
Werner Herzog-Klaus Kinski. Eine wahnsinnige Symbiose, eine eruptive Haßliebe, die fünf überragende, unsterbliche Filme hervorbrachte.
Mindestens so beeindruckend wie jedes Leinwandwerk, angefangen bei "Aguirre- Der Zorn Gottes" bis "Cobra Verde" sind die produktionstechnischen Hintergründe, die Zusammenbrüche, Wutanfälle, die irrsinnge Bereitschaft für das Medium Film kein Risiko zu scheuen, alles auf eine Karte zu setzen, selbst wie ein "Fitzcarraldo" besessen in Sieg oder Untergang zu gehen. Zahllose Legenden ranken um diese Filme, die in aufregenden Reportagen meistens gleich mit auf die jeweilige DVD gepresst wurden, oder auch in Herzogs: "Mein liebster Feind" zu sehen sind.
Diese Filme sind entstanden quasi durch Blut, Schweiß und Tränen, sind Geburten jeweils eines filmischen Kraftaktes, wie er heutzutage so gut wie nicht mehr in der Kinolandschaft stattfindet.
So bleibt in "Cobra Verde" der letzten gemeinsamen Zusammenarbeit ein letztes Bild vor allem haften.
So unvergleichlich gut noch einmal versinnbildlichend, was das oft auch sinnlos kräftezehrende, und doch so künstlerisch, wilde kreative Potential dieses Duos ausmachte.
Sphärische Musik von Popol Vuh, ein in der Abendsonne schillernder unendlicher Strand, ein einzelner Mann, die blonden Haare wild im Gesicht, der immer wieder verzweifelt und mit größter Anstrengung versucht ein, im Sand festsitzendes kleines Boot ins Wasser zu ziehen.
Schließlich gibt er auf, ergibt sich dem Schicksal, vielleicht der Erlösung, dem Tod, läßt sich selbst mit den brechenden Wellen mitspülen, widerstandslos treiben und wird doch immer wieder an den Strand zurück geworfen.
Wie ein Sisiphus, der, kaum hat er den Stein nach oben gerollt, dieser auch schon wieder auf dem Weg den Abhang herunter ist, so wirkt dieses Bild.
Vergeblichkeit des menschlichen Handels, des kleinen Homo Sapiens in der Allmacht der Naturgewalten.
Wie sinnlos der Wahn des Menschen die Welt zu beherrschen, und wie klein und nichtig sein irres Streben, sein Glauben berufen, bedeutend im Kosmos zu sein. Dies interessierte Herzog bei all seinen Filmen.
Und es ist in einem einzigen Bild zusammengefasst auch das Verhältnis Kinski-Herzog: In dem jeweils der eine reisst, der andere stoppt, der eine vorwärts wollte, der andere behinderte, und die doch nur zusammen Grosses vollbringen konnten.
Aus hypnotischen, übermenschlichen Bildern mit unglaublicher Wucht und archaischer Kraft besteht das Kino Werner Herzogs.
Ein Kino, sphärisch, vibrierend, erdig, nicht aseptisch aus dem Computer erzeugt, sondern jede übermenschliche Anstrengung, jeder vergossene Schweißtropfen der Dreharbeiten wird, wie Herzog selbst es einmal formulierte auf die Leinwand durchgeschwitzt.
Absolut authentisch und damit glaubwürdig wird hier jede Strapaze, jedes gleißende Sonnenlicht, jedes verwitterte Gesicht, jede ausgetrocknete Landschaft dargestellt.
In langen, sinnlichen Bildern nimmt uns Herzog auch hier auf die Reise, zeigt uns zum letzten Mal eine egomanisch, charismatische Figur in dem Sklavenhändler Aguirre, der letztendlich scheitern muß.
Im tiefsten Afrika, mit tausenden von Statisten, einem manisch, genialen Hauptdarsteller Kinski, meuterndem Produktionsteam, explodierenden Kosten, Klima-Kapriolen war dieser Dreh, der wohl schwergängigste .
Kinski, mag man ihn lieben oder hassen, war sicherlich der charismatischste, deutsche Darsteller aller Zeiten.
Sicher wir haben einen Götz George, einen Curd Jürgens, Gert Fröbe.
Doch Kinski war, das personifizierte Mysterium an sich, der einfach nur die Leinwand betreten mußte- Nicht um zu Spielen sondern einfach zu Sein.
Dies ist eine Eigenschaft, die man einfach natürlich gegeben hat, oder auch nicht.
Das hatte Werner Herzog als einer der wenigen Regisseure richtig erkannt und so ist "Cobra Verde", mehr als alle vorangehenden Werke ausschließlich um seinen Hauptdarsteller herum komponiert.
In fast jeder Einstellung umspielt die Kamera Kinski, zeigt ihn in jeder individuellen Note und, das ist der Vorwurf den man "Cobra Verde" machen muß, vernachlässigt dabei ein stringent durchdachtes Drehbuch.
Von der dramatischen Geschichte her ist "Cobra Verde" äusserst bruchstückhaft, ohne inneren Zusammenhang.
Trotz grosser Massenszenen, überragender Bilder und Einfälle auch ein seltsam unausgegorenes Psychogramm.
Das faszinierende Portät eines grössenwahnsinnigen, gescheiterten Charakters will hier nicht so ganz überzeugen.
Und anders als in den kraftvollen Werken "Fitzcarraldo" oder "Aguirre" ist hier eine gewisse Erlahmung, ein kreativer Kräfteverschleiß deutlich spürbar.
Würde man Kinski einmal bei der Betrachtung des Films herausrechnen, würde der Film sehr viel an Faszination verlieren. Vielleicht zu viel, um noch zu überzeugen.
Ganz einfach weil das Drehbuch, hier doch grosse inszenatorische Mängel aufweist, und seinen Charakter niemals so vielschichtig und differenziert aufbaut wie in früheren Filmen.
Doch auch wenn es sich sicherlich um die schwächste Kinski-Herzog Arbeit handelt; was heißt das schon, im Angesicht dieser überragenden Bilderwucht, und dieser filmischen Leidenschaft der Beteiligten.
Wer vermisst nicht im heutigen oft seelenlosen Bits- und Bytes Computer Kino nicht diese menschlich, kompromisslose und ehrlich tiefe Hingabe an ein künstlerisches Projekt, an handwerkliches Können bis zur Selbstaufgabe.
Kein noch so großartiges Bild aus dem Computer wird jemals die tiefe, menschliche Komponente eines Werner Herzog Films, in all seinen Höhenflügen, in all seinem Scheitern ersetzen können.
Das letzte Bild; Ein Boot, ein besessener Charakter und die Weite des Meeres.
Ein Kino, das lebte, atmete, sich Zeit nahm Geschichten zu erzählen.
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am 9. April 2013
Dieser Fil ist ein absolutes muss für jeden Werner Herzog Fan, großartige Bilder eine spannende Handlung und natürlich die fulminante Schauspielleistung Klaus Kinskis machen diesen Film zum Epischen Meisterwerk.
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am 22. Februar 2004
Der letzte Film, den Werner Herzog mit Klaus Kinski drehte.
Optisch der Beste Kinski/Herzog, wie immer (Ausnahme: Woyzeck) untermalt von der Stimmungsvollen Musik von Popol Vuh.
Imo der schwächste der fünf Werke, aber immer noch ein Highlight, wobei ich dies nur von der englischen Original-Version behaupten kann, die deutsche Synchro raubt dem Film viel von seiner Faszination und den Darstellern viel an Tiefe!
Kinski spielt mal wieder göttlich und lässt keinen Zweifel aufkommen, dass er Cobra Verde IST.
Garniert wird die DVD mit toller Bild-/Tonqualität und interessanten Boni, wie dem Audiokommentar von Herzog und den Ausschnitten aus Location Afrika (aka Herzog in Afrika).
Als Kinski-Fan kann ich besonders folgende Filme empfehlen:
"Die toten Augen von London", "Das Gasthaus an der Themse", "Für ein paar Dollar mehr", "Doktor Schiwago", "Töte Amigo", "Das Gold von Sam Cooper", "Leichen pflastern seinen Weg", "Aguirre - Der Zorn Gottes", "Nachtblende", "Nosferatu - Phnatom der Nacht", "Woyzeck", "Fitzcarraldo", "Buddy Buddy", "Cobra Verde", "Paganini"
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am 11. Februar 2004
Dieser Film aus dem Jahre 1987 markierte das Ende der Zusammenarbeit zwischen dem Regisseur Werner Herzog und seinem "besten Feind" Klaus Kinski.
Klaus Kinski gibt wie immer alles in der Titelrolle und setzt ganz besonders am Ende des Films einen seiner größten schauspielerischen Glanzpunkte mit der Szene, in der er ein großes Boot ins Meer ziehen will und dabei den Tod findet. Nicht nur genial gespielt, sondern auch fantastisch inszeniert und mit hervorragender musikalischer Untermalung ist diese Sequenz ein wunderbares Ende für einen tollen Film, der zwar nicht mehr ganz die enorme Klasse von "Aguirre, der Zorn Gottes" erreicht, aber dennoch einen gelungener Abschluss der fünf Filme umfassenden Kinski-Herzog-Reihe bildet.
Eigentlich schon fast unfassbar, was Kinski hier leistet, wenn man bedenkt, dass er zu diesem Zeitpunkt (im Alter von 61 Jahren) gesundheitlich schon nicht mehr so recht auf der Höhe war und sogar während der Dreharbeiten einen Zusammenbruch erlitten hat, der auch tödlich hätte enden können.
Auffällig ist auch, dass in der deutschen Fassung des Films einmal mehr nicht Kinskis Orginalstimme zu hören ist, sondern die des Synchronsprechers Fred Maire, der Kinski ziemlich oft in fremdsprachigen Filmen synchronisiert hat. Irgendwie schade, denn mit seiner eigenen Stimme wäre Kinski sicher noch ein bisschen besser rübergekommen.
Alles in allem sicher kein Unterhaltungsfilm und auch kein Film für jedermanns Geschmack, aber für Kinski-Fans wie mich ein absolutes Highlight.
Aufgrund der mangelhaften Synchronisation gibt es nur 4 Sterne von 5.
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am 31. Oktober 2013
Ein wunderschöner Film über den Sklavenkauf in Afrika. Wenn man diesen Film gesehen hat, muss man sogar Klaus Kinsky mögen
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am 15. Oktober 2010
Der Film von 1987 hat fantastische Bilder, toll choreographierte Bewegungsabläufe und Massenszenen, ein paar unterhaltsame Tänze und Gesänge. Sehr intensiv, sehr exotisch, sehr anders. Allein das ist schon enorm verdienstvoll. Es ist auch viel interessanter als der Hauptdarsteller:

Klaus Kinski stakst als irrer, leicht effiminierter Oberpirat durch die erstaunlichen Kulissen und Sklavenlager. Die interessante, 43minütige Doku zu den Dreharbeiten zeigt, wie unsympathisch, unprofessionell, egozentrisch und obstruktiv er sich auf dem Set gerierte.

Cobra Verde zerfällt in Episoden und Szenen, die sich schlecht zusammenfügen. Die Handlung ist noch weniger glaubwürdig als in der Buchvorlage "Der Vizekönig von Ouidah" von Bruce Chatwin. Von diesem Buch verwendet Regisseur und Drehbuchautor Werner Herzog nur den großen Mittelteil, also das eigentliche Leben Manoel da Silvas, aber nicht die langen Kapitel über seine Nachfahren. Zwar wirkt schon "Ouidah" wie eine Steilvorlage für einen besessenen Herzog/Kinski-Tropen-Film; dennoch ist die Hauptfigur im Buch weniger durchgeknallt und etwas besser nachvollziehbar.

Auf meiner Stereoanlage klang der englische Ton weit kraftvoller als der deutsche, der zudem schlecht synchronisiert ist. Deutsche Untertitel ließen sich bei mir nicht aufrufen. Trotz aller Schwächen: Als brutalstmöglich exotischer Augenschmaus erste Sahne.
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am 15. Dezember 2009
Dieser Film "sei ihm immer fremd geblieben" äußert Werner Herzog in seiner grandiosen Dokumentation "Mein liebster Feind" von 1999. Den Grund dafür sah er in der innerlichen Abwesenheit seines Hauptdarstellers Klaus Kinski, der zu diesem Zeitpunkt schon voll und ganz seinem Wahnsinnsprojekt "Paganini" verfallen war. Dennoch rafften sich die beiden Antipoden noch einmal zu einer letzten gemeinsamen Kraftanstrengung auf, um in Brasilien, Kolumbien und Ghana unter wie immer hochkomplizierten Bedingungen ihren fünften und letzten gemeinsamen Film zu drehen.

Der frei nach Motiven von Bruce Chatwins Roman "Der Vizekönig von Ouidah" (1980) entstandene Plot erzählt die Geschichte des brasilianischen Desperados Francisco Manoel da Silva alias "Cobra Verde" (Kinski), der nach der Schwängerung der drei Töchter seines Plantagenherren von diesem nach Westafrika geschickt wird, um dort neue Sklaven für die Zuckerrohrfelder zu erwerben oder günstigerweise gleich im Kampf mit den ansässigen Einwohnern den Tod zu finden. Mit List und Gewalt gelingt es Cobra Verde, einen blühenden Sklavenhandel aufzuziehen und sich nebenbei zum Vizekönigs des Landstrichs aufzuschwingen, indem er mit Hilfe eines von ihm rekrutierten und ausgebildeten Amazonenheers den wahnsinnigen Herrscher des Gebiets stürzt.

Natürlich ist auch dieser Film des kongenialen Duos Herzog/Kinski wieder ein visuelles Ereignis abseits des Kinomainstreams. Sowohl Szenen im kleinen (wie diejenige in der brasilianische Spelunke mit dem geistig behinderten minderjährigen Betreiber) als auch im großen Rahmen, wie die optisch beeindruckende Flaggenstaffette am afrikanischen Strand, wirken durch unerhörte Wucht auf den Zuschauer ein. Dennoch: ein gewisses Gefühl der Unvollkommenheit bleibt, gerade wenn man den Film in den direkten Vergleich zu den anderen Werken dieser Hassliebe-Paarung stellt. Zum einen wird keineswegs deutlich, dass sich die Handlung eigentlich über viele Jahre hinstreckt, dazu kommen handwerkliche Schnitzer, wie ein ins Bild geratender Schweinwerfer an der Hauswand des Sklavenhändlerforts.

Kinski agiert stellenweise wie wahnsinnig und wird einmal mehr seinem Ruf als Kino-Berserker gerecht. Seine finale Szene ist in ihrer Endgültigkeit symptomatisch für die damit endende Zusammenarbeit mit Herzog und seinen nahenden (er starb nur vier Jahre später) Tod. Trotzdem ist es einmal mehr ein Ereignis, diesen Mann spielen zu sehen.

Die Einzel-DVD ist gut ausgestattet, neben Biografien und Bildern vom Set gibt es einen leider nur separat als Audiospur aufrufbaren einstündigen Dialog Werner Herzogs mit dem 2007 verstorbenen Schauspieler und Regisseur Laurens Straub als Audiokommentar sowie die (leider nicht in voller Länge enthaltene) Dokumentation "Herzog in Afrika" von Steff Gruber. In dieser merkt man dem Regisseur deutlich seine Anspannung vor Ort an, da es neben technischen und logistischen Problemen auch einmal mehr Sorgen und Auseinandersetzungen mit seinem Hauptdarsteller gab. Zum Schmunzeln läd zudem die in der Doku mehrfach sichtbare Weigerung Kinskis, sich von hinten filmen lassen ein, scheint diese wohl der Eitelkeit des Schauspielers geschuldet zu sein, der durch diesen Kniff und durch ebenfalls gezeigtes ausgiebiges Zurechtzupfen seiner langen blonden Strähnen zunehmende Kahlheit verbergen wollte.

Das Bild ist farbenkräftig und für das andere Prioritäten setzende Genre gut, der deutsche Ton liegt sogar in (sicherlich nachträglich künstlich erzeugtem) 5.1 vor, auch wenn sich in den hinteren Boxen nicht wirklich viel tut. Somit ein gut austariertes Produkt mit einem jedoch nicht in allen Belangen überzeugendem Film. Extralob für die wie immer sehr atmosphärische Musik von Popol Vuh.
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