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Kundenrezensionen

3,8 von 5 Sternen
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am 17. Juli 2012
Eine von verspielter Ironie getragene Marlowe-Variante. Man ahnt die inhaltliche Nähe zu den klassischen Bogart-Filmen und kann das Anderssein genießen. So witzig war Altman selten. (-'Haben sie eine Katze? ' ''Was soll ich mit 'ner Katze, ich hab' 'ne Mieze.' ) Es dauert ein bisschen bis der Film Fahrt aufnimmt, aber dann gibt es drei zeitlich getrennte, gut platzierte Schocker. Und die sind nur Mittel zum Zweck. Einer davon ist unvergesslich, wenn Gangsterboss Marty Augustine (Mark Rydell) seine Freundin nach dem Prinzip: Zuckerbrot und Peitsche behandelt, wobei die Peitsche eine Flasche ist. Der Spaß wird ebenfalls verstärkt durch manieristische Wiederholungen wie die fast bekleidungsfreien Nachbarinnen oder den filmbegeisterten Portier. Und selbst die etwas aufgesetzte Theatralik des versoffenen Genies Roger Wade (Altstar Sterling Hayden) im Streit mit Ehefrau Eileen (Nina von Pallandt) wirkt unverhohlen komisch, sowie die Bodyguards in Unterhosen (darunter der junge 'Terminator!'). Das Auto, das Marlowe überfährt, kann ihm nichts anhaben. Es ist offensichtlich viel wichtiger, dass der Zimmerkollege im Krankenhaus aus dem Film 'Der Unsichtbare' stammen könnte.
Letzte Überraschung am Ende hat eine nachhaltige Wirkung, stimmt aber auch etwas nachdenklich, weil untypisch menschlich. Lediglich der deutsche Titel ist eine Plattitüde. Man fragt sich unwillkürlich 'Der Tod? Wie denn?'
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am 4. September 2015
Robert Altman hatte gerade mit „M.A.S.H.“ einen Mammuterfolg gefeiert. Das Geld, das er damit eingespielt hatte, erlaubte ihm nun einen FIlm wie diesen. Denn „Der Tod kennt keine Wiederkehr“ ist unkonventionell, versucht erkennbar, die verstaubten Routinen des alten Hollywood zu durchbrechen, und ist dabei durch und durch originell. Die deutsche Titelversion von „The Long Goodbye“ erinnert zwar einen Spaghetti-Western; doch tatsächlich verbirgt sich dahinter eine wunderbar atmosphärische Hommage an den Film noir.
Altman adaptiert darin den weltberühmten Privatdetektiv Philip Marlowe, den einst Raymond Chandler erfand. Doch statt wie im Original spielt sich die Handlung in den 1970er Jahren ab - Altman versetzt hier kurzerhand Chandlers Dreißiger-Jahre-Charakter in die damalige Gegenwart. Auch spielt ihn kein Typ wie einst 1946 Humphrey Bogart in „Tote schlafen fest“; in Altmans Neuinterpretation tritt Elliott Gould an. Gould spielt seine Figur mit einer unfassbaren Gelassenheit; stets desolat irrt dieser Marlowe als moralischer und habitueller Anachronismus durch das L.A. der Siebziger. Während seine halbnackten Nachbarinnen im LSD-Rausch tanzen, füttert er seinen Kater oder steigt in seinen dreißig Jahre alten Lincoln Convertible.
Die Figuren sind klischeehaft, aber als bewusstes Stilmittel eingesetzt: Während Marlowe der gutgläubige, loyale Ermittler ist, trifft er auf ungemütliche Polizisten, skrupellose Gangster und hilflos erscheinende Frauen. Der Film lebt aber nicht nur von der durchweg angenehmen Performance seiner Darsteller, sondern v.a. von der brillanten Kameraführung: Leise betreten wir als Zuschauer mit der Kamera einen Raum, schauen verstohlen hinter einer Zimmerpflanze hervor oder beobachten von draußen einen stummen Dialog hinter der verschlossenen Fensterscheibe. Durch diese Perspektiven fühlt man sich als Beobachter unmittelbar in die Szenen hineinversetzt - ein schönes Erlebnis.
Mit all den Figuren und Szenarien, die Altman und seine Crew aufbieten, erhält der Film zudem eine Aura, wie sie nur ganz wenige Filme umgibt. Und wenn man sich auf die Szenen konzentriert und sich dabei etwas Zeit nimmt, versteht man, weshalb bisweilen nicht nur von Unterhaltung, sondern auch von Filmkunst gesprochen wird.
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TOP 500 REZENSENTam 5. Februar 2017
Was tut man nicht alles für einen alten Freund.....
So denkt Phillip Marlowe, seines Zeichens stets abgebrannter Privatdetektiv, als Terry Lennox des Nachts vor seiner Tür steht.
Dieser erbittet eine Fahrt nach Mexiko da es für ihn brenzlig werden könnte.
Marlowe willigt ein aber das erweist sich als Fehler.
Wenig später erfährt er das Lennox seine Frau brutal ermordet hat.
Nun steht auch Marlowe im Fokus der Polizei wegen Fluchthilfe.
Das erledigt sich aber nach 3 Tagen Knast von selber denn die Leiche von Lennox ist in Mexiko gefunden worden.
Aber Marlowe wäre nicht wer er ist wenn er es dabei belassen würde.
Und so gerät der nie um einen Spruch verlegene Schnüffler in seinen Sog von Betrug, Mord und Rache.

Der Tod kennt keine Wiederkehr aus dem Jahr 1973 ist der endgültige Abschied des Detektivs aus dem Film Noir Korsett.
Extrem schnodderig, ganz dem Duktus der Epoche folgend, laviert sich der Zyniker durch diesen Fall und das unterhält verdammt Gut.
Hier passt einfach alles.....
Die Dialoge sind Klasse und teilweise richtig Witzig, der Plot ist eine Mischung aus Spannung und Drama, die Atmosphäre ist Genial, der Soundtrack und die Settings stimmig und die Figuren großartig Gezeichnet.
Klar.....einen Film Noir haben wir hier nicht mehr vor uns aber das schmälert den Filmgenuss meiner Meinung nach nicht im geringsten.
Hervorragend auch die Besetzung von Elliott Gould, der Marlowe einen neuen Anstrich verleiht.
Neben Gould u.a. dabei: Sterling Hayden, Mark Rydell, Nina van Pallandt und Henry Gibson.
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am 12. November 2004
Normalerweise schreibe ich nur Rezensionen, wenn mir etwas gefallen hat. Im Fall von "Der Tod kennt keine Wiederkehr" muss ich aber meinem Ärger Luft machen, denn - anders als die früheren Renzensenten - fand ich diesen Film extrem enttäuschend. Als großer Altman- und noch viel größerer Chandler-Fan waren meine Erwartungen hoch. Doch das einzig Positive, das ich zu dieser DVD sagen kann, ist, dass Elliott Gould rein optisch eine gute Besetzung für die Marlowe-Rolle ist. Damit enden die Bezüge zur Romanvorlage aber auch schon. Dass Altman seinen Film als radikale Neuinterpretation "The Long Good-Bye" verstanden wissen wollte, klingt beinahe unfreiwillig komisch: Wer das Buch kennt, wird das Gefühl nicht los, dass Altman ein bereits vorhandenes, anderes Drehbuch aus seiner Schublade mit ein paar Anklängen an Chandler versehen hat, um den Film besser vermarkten zu können.
Wäre daraus dann ein guter eigenständiger Film geworden, wäre ich trotzdem zufrieden mit der gekauften DVD. Doch dieser Film ist keine "großartige Hommage an Hollywoods Schwarze Serie"; bisweilen wirkt er uninspiriert oder gar langweilig. Die 107 Film-Minuten dehnen sich ziemlich in die Länge. Dazu kommt noch, dass der Ton der DVD (nur Mono!) mehr an Kofferradio als an Heimkino erinnert.
Wer also Chandler und die "Schwarze Serie" liebt, der sollte sich besser an die großartigen Originale wie "The Big Sleep" oder "Farewell, My Lovely" halten als an diese pseudo-originelle Neuinterpretation.
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am 17. Februar 2004
In diesem Neo-Noir von 1973 ist der von Elliot Gould gespielte Privatdetektiv Philip Marlowe in einen komplizierten Plot verwickelt, den er nur langsam zu durchschauen beginnt. Goulds Marlowe ist eine herrliche Variante der Figur, Altman inszeniert mit sicherer Hand und in starken Bildern eine Geschichte um Freundschaft und Verrat. Die Titelmelodie gibts in zahlreichen Versionen im Film, auch ein Gastauftritt des kalifornischen Gouverneurs ist zu sehen. Insgesamt ein leider sehr unbekannter Klassiker, für Freunde von "Chinatown" und Filmfreaks allgemein sehr empfehlenswert.
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am 1. September 2012
Der Film von Robert Altman ist eine typische Hollywood-Geschichte nach einer Roman Vorlage
von Raymond Chandler. Mitten in der Nacht bekommt der Privatdetektiv Phillip Marlowe Besuch
von einem alten Bekannten, der in Schwierigkeiten geraten ist und hilft ihm nach Mexiko zu
fliehen. An nächsten Tag bekommt er Besuch von der Polizei und auch von anderen Leuten,
die sich sehr dafür interessieren, wo sein Freund abgeblieben ist. Denn dieser hatte einen
Koffer mit Geld dabei.

Dann wird Marlowe wird von einer Frau engagiert um ihren alkoholkranken Mann, einen
Schriftsteller zu finden und ihn nach Hause zu bringen. Dieser befindet sich in einer teuren
Privatklinik auf einer Entzugskur. Während den Ermittlungsarbeiten in diesem Fall stellt er
fest, dass die Frau die ihn engagiert hat, eine Freundin seines Bekannten war, dem er
geholfen hat sich nach Mexiko abzusetzen. Daraus ergibt eine komplizierte und verschachtelte
Geschichte deren Fäden Marlowe langsam zusammen knüpft, bis er schließlich herausfindet
in was für ein Spiel er da wirklich hinein geraten ist...

Typisch für die Chandler Romane sind die Beschreibungen der Menschen in L.A. und
Hollywood, die meistens einen Dachschaden haben. Das hat Altman ist diesem Film auch
hervorragend umgesetzt. Jede der Figuren ist verschroben und völlig irre, genau wie die
Geschichten in die sie hineingeraten. Marlowe selbst, versucht in diesem Gewirr von
stümperhafter Polizeiarbeit und verlogenen Psychopathen einen klaren Verstand zu behalten.
Als Einzelgänger steht er inmitten einer Gesellschaft, die aus Korruption und Lügen besteht.
Sogar seine Katze verlässt ihn, weil er nicht ihr Lieblingsfutter besorgen kann. Jeder
versucht hier jeden übers Ohr zu hauen um seinen kleinen Vorteil heraus zu holen.
Das Spiel wird über mehrere Banden gespielt bis am Schluss Marlowe wieder allein
in seinem Appartement rumsitzt und versucht den ganzen Irrsinn mit mehren Highballs
runter zu spülen. Solange bis das Telefon wieder klingelt.
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am 21. März 2016
Robert Altman, der in vielen seiner Filme mit (verlogenen) amerikanischen Mythen und Legenden aufräumt, nimmt hier ironisch Bezug auf den Film Noir. Chandlers berühmter Privatdetektiv Philip Marlow – unvergessen in der Verkörperung von Humphrey Bogart – wird hier in die 70er Jahre versetzt und erscheint als anachronistische Figur, der einen 1949er Lincoln fährt, seine Anzüge im Stil der 40er trägt und einen Ehrenkodex von Loyalität und Freundschaft hat, der sich im dekadenten und luxuriös-korrupen Kalifornien der Gegenwart nicht mehr aufrechterhalten läßt. Elliott Gould spielt den Privatdetektiv als sensiblen Verlierer, der seine Verletzlichkeit nur durch (Selbst-)ironie kaschieren kann und sich durch ein Labyrinth von Intrigen und falschen Spuren kämpfen muß. Beim Kinostart ein krasser Mißerfolg, ist dieser satirische Abgesang auf den „private eye“ erst mit den Jahren höhergeschätzt worden und gilt heute mit Recht als einer von Altmans besten Filmen. Der Schluß ist ähnlich bitter wie in Roman Polanskis ein Jahr später entstandenem „Chinatown“ und allein die hervorragende Darstellung von Veteran Sterling Hayden als deutlich Hemingway nachempfundenem alkoholkranken Schriftsteller Roger Wade lohnt das Ansehen. Die Desorientiertheit der Hauptfigur wird auch durch eine raffinierte Kameraführung sowie durch sich oft überlappende Dialoge (ein beliebtes Stilmittel bei Robert Altman) ausgedrückt.
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am 23. Januar 2017
Nothing says goodbye like a bullet… Marlowe braucht geschlagene zehn Minuten, um die Katze zu füttern und dann verschmäht sie das Futter. Miststück, sagt er. Ein verwöhntes Ding, die Kleine, trotz der schäbigen Umstände. Und hartnäckig dazu. Es hat wohl selten lässiger gewirkt, das Füttern einer Katze. Und länger gedauert. Geh doch zurück nach Indien, sagt er zu ihr. Zu den Tigern. El porto del gato. Und raucht dabei locker drei Kippen weg. Elliot Gould ist klasse als abgewrackter Privatdetektiv, lakonisch, zynisch, ein bischen versifft, immer einen Spruch oder eine Zigarette auf den Lippen. Manchmal – eigentlich ziemlich oft – beides. Einem Freund will er helfen und einen Schriftsteller in typischer Hemingway-Pose soll er finden. Versoffen, verwirrt, cholerisch, aber vermisst von seiner Gattin. Brutale Gangster mischen mit. Wege werden sich kreuzen, Menschen sich scheiden und Gelegenheiten sich ergeben. Richtigen Durchblick hat er keinen und tappt viel und lange im Dunkeln, bleibt ein Spielball anderer und reagiert mehr als dass er agiert, aber das spielt auch gar keine Rolle. Alles fließt irgendwie vor sich hin. Hauptsache, es gibt was zu rauchen. Die Coen-Brüder dürften The Long Goodbye recht häufig gesehen haben. It’s okay with me. I even lost my cat. Ganz starkes Ding. Ganz anders, als erwartet. Ganz anders, als erhofft.
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am 24. September 2014
Ich habe die Buchvorlage gelesen und sie hat (wie ja schon einige andere Rezensenten klagten) nicht viel mit diesem Film zu tun. Aber warum sollte mich das stören? Wenn ich das Buch nochmal will, dann schnappe ich mir das Buch.

Altmans Film (der durch seinen Protagonisten und seine Erzählweise hier und da bereits an den ebenfalls lose an Chandler angelehnten "Dude" hat) ist lakonisch, zynisch, extrem witzig und melancholisch. Elliott Gould spielt seine Variante von Detektiv Philip Marlowe als abgehalfterten, kettenrauchenden und nicht in seine Zeit passenden Verlierer. Er ist nicht der große Draufgänger, durchschaut nicht von vornherein alles, hat aber trotzdem immer einen coolen Spruch auf Lager. Ist wohl eine Geschmackssache, aber ich hatte großen Spaß an dem Film. Wer natürlich eine exakte (und unoriginelle) Kopie eines Buches erwartet, wird eben enttäuscht sein. Aber das war Herrn Altman wohl zurecht völlig egal.

Die Bild- und Tonqualität lässt etwas zu wünschen übrig, aber letztlich gesellen sich die Körnigkeit des Bildes und das Rauschen im Ton ganz gut zur Rauhheit eines unperfekten, aber sympathischen Antihelden.
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am 16. September 2004
Wir erinnern uns alle an jene großartige Zeiten, als Hollywood angesichts des unglaublichen Erfolg solch neuartiger Ware wie „Easy Rider", „Bonnie & Clyde" etc. nicht mehr recht wusste auf welches Pferd man setzen musste. Die Studiobosse gaben sich erstaunt, dass eine (Anti)Kriegssatire wie „M.A.S.H." trotz lumpiger 300.000 Dollar seine Big - Budget Konkurrenz im Einspielergebnis hinter sich ließ. Und da gerade Robert Altman mit „M.A.S.H" seinen ersten Erfolg feierte, sollte man auch seine folgenden 70er Werke begutachten.
Einer dieser Filme heißt „The Long Goodbye" (dt. Der Tod kennt keine Wiederkehr), ein leider relativ unbekannter „Neo - Noir".
Mitten in der Nacht taucht ein „Freund" Marlowes bei ihm auf, meint er hätte Streit mit seiner Frau gehabt und müsse aus dem Land, da sie die Polizei gegen ihn aufgehetzt hätte. Marlowe geht darauf ein und bringt ihn über die Grenze nach Mexiko...
Am nächsten Tag klopft die Polizei an; der Freund soll seine Frau umgebracht und sich dann selbst getötet haben. Marlowe glaubt nicht daran und fängt an zu schnüffeln - freilich merkt er nicht das sein detektivischer Spürsinn bereits komplett verkümmert ist.
Wie bei Altman üblich spaltete auch dieses Werk die Kritiker in zwei Lager, was natürlich an Elliot Goulds Interpretation von Phillip Marlowe liegt. Dieser „Marlowe" ist nämlich ein unrasierter, kettenrauchender, nuschelnder Katzenliebhaber, dem die Welt gleichgültig ist; hauptsächlich deswegen weil ihn kaum ein Mitmensch zu beachten scheint.
Gould ist fantastisch, aber natürlich muss man sich auf ihn einlassen, denn die Figur scheint trotz Namensübereinstimmung kaum etwas mit dem alt bekannten „Bogart - Marlowe" zu tun haben. Als einer Frau brutal ins Gesicht geschlagen wird reagiert der "Gould - Marlowe" nur mit mäßigen Entsetzen und rührt sich nicht. Und das kontrovers diskutierte Ende wird den Zuschauer ohnehin schockieren. Denn Altmans melancholischer Verbrechenswelt gibt es niemanden mehr der den Gangstern heldenhaft die Stirn bietet.
Die Kameraarbeit tut ihr übriges um diesen Eindruck zu verstärken - dunkel sind die Bilder, Details oftmals nicht zu erkennen. Anders als beim ebenfalls düsteren Paten macht das Bild zusätzlich noch einen verwaschenen Eindruck.
Im Gegensatz zur Norm trägt der Protagonist eigentlich überhaupt nicht zur Lösung des Falles bei, der Knoten entwirrt sich ohne sein zutun - der Zufall meldet sich mehr als einmal zu Wort, aber die Endauflösung ist trotz der genannten Umstände komplex, der Film sollte - um alle Zusammenhänge lückenlos zu begreifen - zweimal angesehen werden.
Mit Robert Townes' „Chinatown" kann sich Leigh Brachets Drehbuchfassung eines bekannteren Chandler Romans nicht messen, aber wenn die einprägsame Melodie von „The Long Goodbye" in der Titelsequenz aus allen Radios und Lautsprechern auf der Welt zu dringen scheint, dann gelingen Altman einige der besten Szenen der „New Hollywood" - Ära.
PS: In einer Nebenrolle ist Sterling Hayden zu sehen.
Wer über die entsprechende Technik bzw. Englischkenntnisse verfügt, sollte sich die US - DVD einmal ansehen, denn sie verfügt im Gegensatz zur Europa - Version über interessante Extras.
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