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YEAR OF THE DRAGON ist ein lange verkanntes Meisterwerk - wie die meisten Filme des Ausnahmeregisseurs Michael Cimino. Zur Entstehungszeit wurde der Film von den Sino-Amerikanern wegen Verunglimpfung ihrer ethnischen Gruppe angefeindet, was sogar zur Klage führte.
Polizeicaptain Stanley White wird nach Chinatown, das New Yorker Chinesenviertel, versetzt. Sein hasserfüllter Kreuzzug gegen die chinesische Mafia und deren Kopf Joey Tai wird für den Vietnam-Veteranen mehr und mehr zur Fortsetzung des Südostasien-Krieges. Bulle und Bandit unterscheiden sich eigentlich nur in ihren Zielen, nicht aber den Methoden.
Oliver Stone, der bereits die Drehbücher zu Alan Parkers MIDNIGHT EXPRESS und Brian De Palmas SCARFACE schrieb, lieferte vor Beginn seiner eigenen Regie-Karriere das Drehbuch zu Cimnos mit enormem Aufwand gedrehten Großstadt-Schlachtengemälde. Mickey Rourke spielt als White eine seiner besten Rollen, sein Gegenspieler Joey Tai wird von John Lone (dem Pu Yi aus Bernardo Bertoluccis THE LAST EMPEROR) verkörpert.
Die Filmqualität der DVD ist ausgezeichnet. Gerade vor dem Hintergund der Anfeindungen des Films 1985 wäre etwas mehr Zusatzmaterial als der Kinotrailer schon von Interesse gewesen.
Dennoch - die DVD ist ein MUSS für jede Sammlung.
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TOP 1000 REZENSENTam 21. Mai 2015
Captain Stanley White (Mickey Rourke), ein junger, aber knallharter New Yorker Polizist, soll im Chinesenviertel aufräumen. Vietnamgeschädigt glaubt White, die amerikanische Nation vor der Unterwanderung durch die "gelbe" Mafia schützen zu müssen - und geht dabei manchmal zu weit. Zunächst versucht er mit Hilfe der Fernsehreporterin Tracy Tzu (Ariane), einer Amerikanerin chinesischer Abstammung, an die Bosse der chinesischen Banden, genannt Triaden, heranzukommen. Während er immer tiefer eintaucht in die geheimnisvolle und exotische Welt der Nachtclubs und Spielhöllen von Chinatown, erfährt er sehr schnell, dass die Jugendbanden nur unbedeutende Ableger einer mächtigen Verbrecherorganisation sind: Eine korrupte Gruppe, die seit Jahrhunderten existiert - daran gewöhnt, kulturelle Eigenständigkeit zu bewahren und sich den Gesetzen fremder Staaten zu verweigern. Einer hat sich in den Kopf gesetzt, die absolute Macht über diese Mafia zu erringen: Joey Tai (John Lone), der einst aus den Slums von Hongkong in die Staaten kam und dort im Heroingeschäft ein Vermögen machte.
Als Captain White dahinter kommt, dass Chinatown einer der größten Heroinmärkte der USA ist, fühlt er sich wieder auf die Schlachtfelder von Vietnam zurückversetzt - doch diesmal kämpft er in seinem eigenen Dschungel - und er hat nicht vor, noch einmal zu verlieren...In seinem Fanatismus wird er zum düsteren Racheengel, der in der "gelben Hölle" auf makabere Weise Ordnung schafft...Das atemberaubende Finale lässt den Zuschauer erst beim Abspann, mit einem wunderschön vorgetragenen Song, wieder entspannen...

Nach seinem Multi-Millionen-Dollar-Flop "Heavens's Gate" der erst viel später so richtig gewürdigt wurde, ging Regisseur Michael Cimino auf Nummer Sicher. Er schnappte sich den "Oscar-Preisträger" Oliver Stone als Drehbuchschreiber, Jung-Star Mickey Rourke als Hauptdarsteller und ein "glühendes Eisen" als Stoff. Heraus kam ein hochinteressanter explosiver Film. Mickey Rourke und John Lone wurden für ihre überzeugende Darstellung in "Das Jahr des Drachen" überschwenglich gefeiert und Michael Cimino bewies einmal mehr, dass er zu den Großmeistern des Thriller-Genres gehört.

Die Bild-(2.35:1) und Tonqualität (Dolby Surround) lässt nichts zu wünschen übrig, die "Extras" sind jedoch, lediglich mit dem Originaltrailer, etwas mager ausgefallen.
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YEAR OF THE DRAGON ist ein lange verkanntes Meisterwerk - wie die meisten Filme des Ausnahmeregisseurs Michael Cimino. Zur Entstehungszeit wurde der Film von den Sino-Amerikanern wegen Verunglimpfung ihrer ethnischen Gruppe angefeindet, was sogar zur Klage führte.

Polizeicaptain Stanley White wird nach Chinatown, das New Yorker Chinesenviertel, versetzt. Sein hasserfüllter Kreuzzug gegen die chinesische Mafia und deren Kopf Joey Tai wird für den Vietnam-Veteranen mehr und mehr zur Fortsetzung des Südostasien-Krieges. Bulle und Bandit unterscheiden sich eigentlich nur in ihren Zielen, nicht aber den Methoden.

Oliver Stone, der bereits die Drehbücher zu Alan Parkers MIDNIGHT EXPRESS und Brian De Palmas SCARFACE schrieb, lieferte vor Beginn seiner eigenen Regie-Karriere das Drehbuch zu Cimnos mit enormem Aufwand gedrehten Großstadt-Schlachtengemälde. Mickey Rourke spielt als White eine seiner besten Rollen, sein Gegenspieler Joey Tai wird von John Lone (dem Pu Yi aus Bernardo Bertoluccis THE LAST EMPEROR) verkörpert.

Der 2003 von MGM erstmals auf DVD veröffentlichte Film wird in der hier vorliegenden Fassung unter Verwendung der damaligen DVD-Master von Amazon auf DVD-R produziert. Keine ideale Lösung - dennoch die einzige Möglichkeit den Klassiker derzeit in Deutschland zu erhalten.
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am 20. Dezember 2012
Nachdem Regisseur Michael Cimino mit seinem epischen und höchst anspruchsvollen Spätwestern Heaven's Gate den bis zum damaligen Zeitpunkt größten kommerziellen Misserfolg eines Film hinnehmen musste, galt er in Amerikas Filmindustrie als nicht mehr tragbarer Filmemacher. Und so wurde auch dieser Cop-Thriller von der Kritik teilweise nur mit Hohn und Spott überzogen. Im Jahr des Drachen ist kein perfekter Film und entspricht auch in seiner Machart durchaus dem Stil der Achtziger, hebt sich jedoch in vieler Hinsicht deutlich vom Mainstream ab.

Das Drehbuch zu diesem Streifen schrieb kein Geringerer als Oliver Stone, der es sehr gut verstand, Filmen stets einen höheren intellektuellen Anspruch zu verleihen und sie dennoch unterhaltsam zu gestalten. Cimino gelingt seinerseits eine sehr dichte und fesselnde Inszinierung, wodurch der Zuschauer in die kunterbunte und ebenso bedrohliche wirkende Parallelwelt von Chinatown mitten in New York entführt wird. Dort führt die von Mickey Rourke gespielte Hauptfigur, ein knochenharter Bulle und Vietnam-Veteran, einen geradezu besessenen Privatkrieg gegen die chinesische Mafia und gerät mit seinen Methoden teilweise selbst in die Sphäre der Kriminalität. Auch nahestehende Personen zerstört er hierbei rücksichtslos. Diese Rolle spielt Mickey Rourke in jeder Hinsicht überzeugend.

Freilich zeigt der Film auch so manche unschöne Grausamkeit und erscheint mit seiner stellenweise doch sehr zugespitzten Darstellung der Hauptfiguren in gewisser Weise reißerisch. Der Boss der chinesischen Mafia, der letztlich zum entscheidenden Gegenspieler der Hauptfigur wird, ist in der Tat ein aalglatter und skrupelloser Verbrecher. Dadurch handelte sich gerade auch der für das Drehbuch verantwortliche Oliver Stone den Vorwurf des Rassismus ein, welcher freilich nicht ernsthaft als begründet eingestuft werden kann. Die Hauptfigur sieht in den aus China stammenden Einwanderern freilich nur die Kriegsgegner von einst und macht aus seiner generellen Verachtung gegenüber Asiaten und ihrer Mentalität kein Geheimnis. Allerdings erscheint der von Rourke gespielte Inspektor Stanley White selbst als äußerst rücksichtslose und emotional in gewisser Weise verrohte Persönlichkeit und stellt für den Zuschauer damit sicher keinen wirklichen Sympathieträger dar. Dies wird gerade auch anhand der Beziehung zu der Reporterin Tracy deutlich, die White ebenfalls erbarmungslos für seinen verbissenen Kampf, den er bald gegen die gesamte Gesellschaft zu führen scheint, vereinnahmt. Nicht besser ergeht es einem jungen Polizisten chinesischer Abstammung, den White als verdeckten Ermittler einsetzt.

Michael Cimino setzt schließlich auch sehr deutlich eigene Akzente. So ertönt in der zweiten Hälfte des Films und gegen Ende als Hintergrundmusik ein Auszug aus dem letzten Satz der 2. Symphonie von Gustav Mahler. Darin mag man einen Rest an menschlicher Sehnsucht nach Frieden und Harmonie erkennen, welche einen Kontrast zu der grausamen und harten Realität darstellt und irgendwo auch noch in der kalten und zynischen Seele der Hauptfigur zu wohnen scheint. Auch der fast schon Kultstatus genießende Showdown des Films während der finalen Konfrontation der Hauptfiguren scheint eine deutlich philosophische Aussage zu beinhalten, wobei man hier verschiedene Deutungsmöglichkeiten hat. Im Jahr des Drachen ist also mehr als nur ein einfacher Thriller.

Von anderen Rezensenten wurde bereits angemerkt, dass die DVD sehr lieblos gestaltet ist.
Dem ist nichts hinzuzufügen. Zu allem Überfluss ist dieser Film auch im regulären Handel praktisch nicht (mehr) erhältlich. Wenigsten kann man ihn hier bei amazon.de auch von privaten Anbietern kaufen.
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am 14. April 2015
...mich freut das ganz und gar nicht, bei jedem Film, den ich bestelle, irgend einen Senf dazu zugeben. Ich kaufe ja sowieso nur Film, die ich entweder kenne oder empfohlen bekommen....und ich bin noch nie damit eingefahren. Jedenfalls, wenn ich eh schon mit 5-Stars bewerte, bin ich zufrieden,oder???
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am 18. Januar 2006
"Im Jahr des Drachen" zeigt Mickey Rourke in seiner besten Rolle (neben "Angel Heart"). Der fesselnde und überaus gewalttätige Thriller lebt von einer immer bedrohlicher und blutiger werdenden Atmosphäre und dem genialen Schauspiel des so arg unterschätzten Mickey Rourke. Als Cop mit grauem Haar, der besessen und selbstzerstörerisch mit den Triaden in Chinatown kämpft, dabei alles verliert und in seinen Methoden beinahe selbst zum Verbrecher wird, glänzt er wie nie zuvor und niemals danach! Das Drehbuch stammt von Regisseur Michael Cimino und Oliver Stone und trägt ganz deutlich die Handschrift des "Alexander"-Regisseurs Stone. Wer auf harte, realistische und glänzend inszenierte Copthriller steht, dem sein dieser Streifen wärmstens empfohlen. Die DVD bietet ein gutes Bild und guten Ton! Lediglich das Bonusmaterial hätte noch etwas umfangreicher ausfallen können!
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Michael Cimino, kürzlich verstorben, hat uns nur sieben Langfilme hinterlassen, die zudem gegen Ende etwas nachgelassen haben. Anders als manche halte ich Nr. 4, eben „Im Jahr des Drachen“, aber noch für richtig gut, und das nicht nur, weil er gegenüber den Vorgängern keine Längen hat. Der kompromisslose Egomane Cimino zeigt einen kompromisslos egomanen Polizisten mit ebenso kompromisslosen Plänen, denen er alles (und jeden) zu opfern droht. Als höchstdekorierter Cop New Yorks möchte Stanley White (Mickey Rourke) den Triaden in Chinatown ein Ende bereiten. In Joey Tai (John Lone) findet er einen adäquaten Gegner – vielleicht nicht zufällig haben beide Männer gerade eben erst ihre Machtstellung einnehmen können, und in ihrer radikalen Rücksichtslosigkeit unterscheiden sie sich sowieso nicht. Davon abgesehen ist aber noch nicht ausgemacht, wie weit Cimino die Parallelität der Männer, der (Parallel-)Gesellschaften, der Ordnungen treiben will. Mit der US-amerikanischen Seite und mit White befasst er sich viel intensiver. Der Mann scheint fast die Krankheit eines ganzen Landes auf den Schultern tragen zu müssen. So ist er ein ruppiger, gebrochener, vorzeitig ergrauter Vietnamveteran, der die Traumata der US-Soldaten aus Ciminos „Die durch die Hölle gehen“ in deren Heimat fortsetzt. Dabei hat er einen – mindestens – latenten Rassismus gegen alles Asiatische entwickelt, strickt kräftig an der erzkonservativen Vietnam-Dolchstoßlegende mit, ist nahezu beziehungsunfähig (auch wenn das Schlussbild ein klein wenig Hoffnung gibt) und gewalttätig (gegenüber Frauen, gegenüber seinen Gegnern, und auch Verbündete opfert er leichtfertig). Mickey Rourke, der in den 1980er Jahren richtig gut war, ist perfekt als dieser widersprüchliche Charakter, hatte er doch das unverschämteste Grinsen seit Clark Gable und vor Bruce Willis, in dem aber auch immer etwas Bedrohliches steckte.

Im Schlussbild grinst er bezeichnenderweise nicht mehr, und wir sehen auch sonst an allen Ecken und Enden die Widersprüchlichkeit dieses Mannes, die vielleicht die Widersprüchlichkeit einer äußerst verunsicherten und dies mit Härte kaschierenden USA widerspiegeln soll – aktuell damals und spätestens wieder seit 9/11. Die gerade bei diesem Film vielfach diskutierte Frage, ob ein Film über einen Rassisten auch ein rassistischer Film ist, würde ich im vorliegenden Fall klipp und klar mit Nein beantworten. Zu stark ist die Zerrissenheit, zu stark sind die Widersprüche dieses Stanley White. Dass Rourke ihn oftmals, aber nicht immer mit einer spitzbübischen Sympathie ausstattet, verstärkt die Verunsicherung eher noch, als diesen Mann zu glorifizieren. Er ist selbst kein „waschechter Ami“, sondern stammt von polnischen Einwanderern ab und hat seinen Namen geändert – wohl kaum zufällig in „White“. Er hat mit dem Fehltritt Vietnam, der eben auch ein Fehltritt seines Landes war, nie richtig umzugehen gelernt, grad auch im Privaten nicht, grad im Umgang mit Frauen nicht, weder mit seiner Noch-Gattin noch mit der chinesisch-japanischen Reporterin Tracy, von Ariane Koizumu gespielt, deren Leistung vielfach verrissen wurde. Das ist reichlich ungerecht. Zumindest vermute ich, dass ihre etwas kühle Darstellung und ihre androgyne Erscheinung – gerade in Nacktszenen ist ihre kühle Art-Deco-Einrichtung mit phänomenalem Ausblick auf NY eher ein Blickfang als der spindeldürre Körper – genauso sein sollte. So sieht White sie, vor „Weiblichkeit“ und echter Nähe scheint er irgendwie Angst zu haben. Sie möchte er unbedingt, wie er sagt (spitzbübisches Grinsen natürlich), f*****, und ein Mal „nimmt“ er sie sich, dass man das schon eine Vergewaltigung nennen kann. Gegenüber seiner Frau, die sich ein Kind wünscht, vergisst er aber ständig den passenden Zeitpunkt und überarbeitet sich, statt mal mit ihr in Bett zu steigen. Schon klar: Sex zum Triebabbau geht klar, Liebe und womöglich noch anschließend Verantwortung für ein Kind zu übernehmen ist problematisch. Und das ist, wie gesagt, nicht die Haltung des Filmes, sondern diejenige Whites. Widersprüche allenthalben. White fühlt sich als „weißer Ami“ gegen die „Ausländer“, ist aber polnischer Einwanderer (oder Kind polnischer Einwanderer, ich habe es vergessen). Er bekämpft die Mentalität von Parallelgesellschaften („Wir Chinesen geht seit tausenden von Jahren nicht zur Polizei.“ – „Das hier ist Amerika.“), ist selbst aber Spiegelbild einer zutiefst zerrissenen Gesellschaft, ohne es zu wissen. Er bekämpft die brutale Rücksichtslosigkeit der Triaden, nimmt aber den Tod diverser Menschen leichtfertig in Kauf, um an sein Ziel zu gelangen. Manchmal scheint es, als interessiere er sich aufrichtig für Schicksal und Kultur der Chinesen in den USA (der Film verschweigt nicht, dass die USA mit ihnen barbarisch umgegangen ist, z.B. beim Eisenbahnbau), aber sein rigoroses Eintreten für einen angeblichen American Way of Life ist nicht frei von Rassismus.

Und Tai, sein Gegner? Als von reinem, kalkuliertem Machstreben dominierter Charakter hat er es leichter, auch wenn die beiden verbindet, dass sie – nur eben aus ganz anderen Motiven – mit der Rücksichtnahme auf traditionelle „Arrangements“ des Appeasement Schluss machen und ihre Ziele über alle Absprachen stellen und dafür über Leichen gehen. Vielleicht kann White ihn deswegen am Ende sogar in einer typischen Männer-Geste respektieren, nach einem furiosen Showdown, den Quentin Tarantino sehr gelobt hat, und mit Recht. Beide Männer sind längst außerhalb ihrer Gesellschaft(en), White ist strafversetzt und jagt Tai auf eigene Faust, es geht nicht mehr um Kriminalitätsbekämpfung, das Manische bricht voll durch, Mann gegen Mann, mehr ist nicht. Aber das mit einer ungeheuren Cimino’schen Wucht! Auch die Bildsprache wird passenderweise abstrakter, statt des ansonsten dominierenden Rots ein kühlen Blau, eine Fluchtperspektive auf einer Brücke im Gegen-Scheinwerferlicht, die Welt um die beiden ist verschwunden, alles ist Zeichen in einem archaischen Kampf. Und so abstrakt die Bilder sind, so sinnlos ist dieser Kampf.

Auf dem Weg dorthin haben wir einen Film gesehen, der einerseits actionreich und brutal und vom Tempo her (glücklicherweise) deutlich höher ist als Ciminos Vorgänger „Die durch die Hölle gehen“ und „Heaven’s Gate“. Andererseits ist dieser Film (ebenfalls: glücklicherweise) immer noch meilenweit von heutigen Stakkato-Schnitt-Exzessen entfernt und nimmt sich Zeit für die Entwicklung der Charaktere sowie für recht lange und interessante Einblicke in das Leben in Chinatown. Stilistisch gesehen kann man froh sein, dass Cimino sich der allgemeinen Unterhaltungsästhetik der 1980er Jahre mit blechernem Pop, neonblauer Kälte und unmöglichen Vokuhilafrisuren weitgehend enthalten hat und schlicht und einfach „sein eigenes Ding macht“, ohne jemals in den Kitsch abzugleiten. Das vielfach dominierende Rot findet man nicht nur in chinesischen Restaurants und bei Festlichkeiten wie dem chinesischen Neujahrsfest, das das titelgebende Jahr des Drachen einleitet, sondern auch beim Blut, das die Dinge ganz schnell entzaubern kann.

Fazit: Ein Mann kämpft für das angeblich Große Ganze und droht sein Ziel aus dem Blick zu verlieren sowie alles zu zerstören, woran ihm (vielleicht) noch etwas liegt. Ein wunderbarer Film, wie ihn nur Cimino machen könnte. Wuchtig, radikal, brutal, aber nicht nur Wunden zeigend, sondern sie auch offenlegend, und wenn es passt, mit bemerkenswertem Gespür für gleichsam ruhige wie beunruhigende Zwischentöne.
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am 20. September 2015
In Chinatown regiert die Triade, ein chinesisches Drogenkartell, das seine Feinde mit gnadenloser Härte vernichtet. Mickey Rourke - hier noch in der Zeit vor seinem zerknautschten, künstlich montierten Boxergesicht - spielt einen energischen Cop, der dieses riesige Verbrechernetzwerk zerschlagen will, dafür aber sein gesamtes Privatleben diesem bald manischen Unterfangen unterordnet und mit ähnlichen Methoden vorgeht wie seine Kontrahenten. Hinter den brutalen Szenen, die brachiale Explosionen und blutige Schusswechsel - eine Eruption der Gewalt - zeigen, stehen Michael Cimino und Oliver Stone.
Der Film zeigt eine überzeichnete Figur, einen Mann, der bereit ist, an die äußerste Grenze zu gehen, der sich so konsequent durch Chinatown schießt und prügelt, dass selbst seine Vorgesetzten seiner Mission mit Skepsis begegnen. Gezeigt wird aber auch ein eigentümliches Milieu aus Gewalt, Erpressung und Habgier. Langatmige, ruhige Sequenzen werden jäh unterbrochen von heftigen Szenen, in denen Autos durch Explosionen zerrissen, Menschen von Kugeln durchlöchert, manchmal ganze Etablissements durch den Beschuss mit Maschinenpistolen auseinandergenommen werden.
Ein Film, der zeigt, wie deformierend der Kampf gegen eine übermächtige Organisation für die Beteiligten sein kann - denn der Polizist und der Triadenboss: Sie verbindet eine kongeniale Brutalität.
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am 28. Januar 2010
Mickey Rourkes Macho-Synchronstimme - dieselbe wie von Bruce Willis, Gérard Depardieu, Kurt Russel und Cheech Marin (der Stimmenleiher trat auch bei WISO als Privatdetektiv auf, falls sich noch einer daran erinnert) - läßt ihn plapperhafter erscheinen, als er im Original tatsächlich ist.
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TOP 500 REZENSENTam 23. Februar 2011
Hier hat man einen angenehm gradlinigen Thriller über einen hitzköpfigen, aber sehr guten Polizisten, der es sich zum Ziel gesetzt hat, den örtlichen Drogenbaron in Chinatown zur Strecke zu bringen und dabei mehr als eine Grenze überschreiet.
Der Film ist defintiv eine Paraderolle von Mickey Rourke. Sein kraftvolles Spiel dominiert den Film. Sein Cop hat Dynamik, ist unkonventionell und das trägt den ganzen Film. Von der sprichwörtlichen fernöstlichen Gelassenheit keine Spur. Rourke spielt den Bullen eher gekonnt, wie einen Elefanten im chinesischen Porzellanladen im Bestreben, den Drogen den Gar aus zu machen.
Gutes Gegengewicht zu Rourke ist jedoch John Lone ("Der letzte Kaiser") als aalglatter Gangster.
Man hat es hier mit einem Thriller zu tun, der nicht durch Tempo glänzt, sondern mehr und mehr auf das Duell zwischen diesen beiden ungleichen Männern zu läuft.
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