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Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen
24
4,4 von 5 Sternen
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am 30. Januar 2004
Nun liegt mit der DVD "Woyzeck" der 4. Film der Herzog/Kinski - Reihe endlich vor uns.
Arthaus/Kinowelt haben sich wieder (wie auch schon bei den vorhergehenden DVD Veröffentlichungen der Reihe) redlich Mühe gegeben und eine sehr gute Vö. eines modernen Klassikers zu Tage gebracht.
Der Ton liegt lediglich in (sehr gut verständlicher, und so gut wie rauschfreier) deutscher Sprache vor und ist im Dolby Digital 1.0 Format aufgespielt. Das Bild ist ziemlich scharf und auch sind keinerlei Alterserscheinungen in der Filmrolle (bzw. im Film selber) sichtbar.
Das Bonusmaterial ist zwar sehr gering ausgefallen, aber dafür sehr interessant: - Ein Audiokommentar (welcher allerdings nur im Off (sprich, ohne Bildbekleidung) zu hören ist) von Werner Herzog und Laurens Straub, - Fotos und alte Kinoaushangplakate zusammengefasst in einer kleinen Bildergalerie, - Biographien (Texttafeln) von Kinski und Herzog, - Drei Kinotrailer und letztendlich auch eine (Kurzfilm-)Dokumentation von Werner Herzog mit dem Titel "La Soufriere - Warten auf eine unausweichliche Katastrophe"... in der es um einen bevorstehenden Vulkanausbruch geht (was dieser Bonus nun allerdings mit "Woyzeck" zu tun hat ist mir ein Rätsel... interessant ist diese Doku aber alle mal!).
Was denn Film selber angeht, muss man natürlich sagen das er keine leichte Kost ist: Sehr lange und "schwierige" Dialoge (die Dialoge sind nahezu 1:1 von Georg Büchners unvollendetem Dramenfragment entnommen!), gepaart mit ebenso langen und monotonen Szenen, die den Schauspielern alles abverlangen, da sie eben IMMER präsent sind für den Zuschauer (vor allem Kinski selber, in einer absoluten Paraderolle des degenerierten und debilen Soldaten Woyzeck).
Man benötigt evtl. etwas "Mut" um sich an diesem furiosen Cocktail aus Drama, Mord, Philosophie, Wahnsinn, Musik und wahnsinniger schauspielerischer Intensität ergötzen zu können, da dieser Verfilmung keine Verfilmung im klassischen Sinne ist (einer Adaption), sondern man könnte wirklich schon sagen, ein auf Filmmaterial gebanntes Bühnenstück... welches auch noch all den Jahren nichts von seiner Wucht, Kraft und Intensität verloren hat!
Klaus Kinski, Eva Mattes und Willy Semmelrogge sind wirklich hervorragend in ihren "Rollen" (kann man diese Darstellungen wirklich noch als "Rollen" bezeichnen?) anzusehen. "Woyzeck" ist definitiv ein "Film" den man mal gesehen haben sollte... sowohl als Fan der Herzog/Kinski Filme, wie auch als Freund klassischer Theater Aufführungen, Philosophie und Dramen.
"Opfer - Täter - Getriebener?" ...wie auch immer: Klaus Kinski IST "Woyzeck" und ist (wie so oft) unsterblich mit dieser "Rolle" geworden.
Freuen wir uns jetzt schon auf einen furiosen Abschluss der DVD - Reihe mit "Cobra Verde"!
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am 19. August 2013
Sowohl Abiturrelevant, als auch sehr unterhaltsam! Kinski spielt die Rolle des Woyzeck perfekt und ist, wie gemacht für Büchners Stück.
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am 27. Februar 2005
Nicht im Entferntesten würde man vermuten, dass der Zeitunterschied zwischen dem Dreh von „Nosferatu" und „Woyzeck" nur lächerliche 5 fünf Tage beträgt.
Man bemerkt weder eine Ausgelaugtheit Herzogs noch ein Leergebranntsein Kinskis, der in beiden Filmen die Rolle des Protagonisten übernimmt, wenn auch für Woyzeck zuerst Bruno S. vorgesehen war. Im Gegenteil, der von Herzog als „Großer Vernachlässigter des Neuen Deutschen Films" bezeichnete Künstler überzeugt durch eine schauspielerische Leistung, die sich durch enorme Glaubhaftigkeit und Intensität auszeichnet. Nicht nur dem Hauptmann schwindelt es vor den Menschen, sondern ebenso dem Zuschauer, wenn er in das verzerrte, exzentrische Gesicht Woyzecks, bzw. Kinskis blickt. Für mich verkörpert dieser den perfekten Woyzeck, sowie sich auch Eva Mattes als die optimale Besetzung für „Marie" herausstellt, was sich spätestens auf den Filmfestspielen von Cannes 1979 bestätigte. Auch wenn die musikalische Untermalung der Szenen oft bizarr bis unpassend erscheint, so gelingt es Herzog dennoch durch das Setzen von musikalischen Klammern, das Stück gelungen zu umrahmen und abzurunden. Auch die von dem ein oder anderen als primitiv geschimpften, sich scheinbar nie ändernden Kameraeinstellungen und der unsanfte Sequenzwechsel sind doch, mit Logik betrachtet, auf den Fragmentcharakter des büchnerischen Werkes zurückführen, bei dessen visueller Umsetzung sich Herzog in Originaltreue übt. Hinsichtlich des Textes gibt es kaum Abweichungen zu der Dramenvorlage Büchners. Die einzig einschneidende Veränderung, die Herzog vorgenommen hat, ist die Umstellung der Sequenzfolge, welche einen neuen, inhaltlich besser nachvollziehbaren Handlungsablauf darlegt.
In dieser Verfilmung Woyzecks gelingt es in expliziter Weise die Demütigung und Determiniertheit des Füsiliers darzustellen, was wohl nur durch das stimmige Zusammenwirken von schauspielerischer Leistung und Eigenvermögen des Regisseurs ermöglicht wird.
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am 8. Februar 2004
Klasu Kinski lehnte die Rolle des Franz Woyzeck schon als
Theaterstück und damals als 1. Filmangebot des deutschen Regiesseurs Werner Herzog ab.
Die Begründung: Diese Rolle ist Selbstmord!
Wenn man nun Kinski in dieser Rolle sieht, glaubt man es ohne
Einschränkung! Er selbst sagte, dass er sich Jahre nicht von
den seelischen Qualen erholt hatte, die er für diesen Film "leben" musste.
Herzog köderte 1972 den schwierigen Darsteller mit einer Rolle,
die Kinski nach seiner skandalösen "Christus Erlöser" Tour nicht abschlagen konnte "Aguirre - Der Zorn Gottes".
Nach dieser Erfahrung und dem tollen Ergebnis, war es wenig
verwunderlich, dass noch 4 weitere Klassiker folgen sollten.
Woyzeck ihr 3.- Film bietet tolle Musik, eine würdige Inszenierung, Schaupielkunst die ihres gleichen sucht und eine
gelungen DVD-Umsetzung! Was will man mehr?!
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am 26. Februar 2005
Werner Herzog zeigt mit seiner Literaturverfilmung von Georg Büchners „Woyzeck", dass er sein Fach auf das beste beherrscht.
Mit größtem Respekt nähert er sich dem mittlerweile 170 Jahre alten Dramenfragment und verheimlicht dabei keineswegs seine Faszination an Büchner.
Durch seine perfekte Komposition aus Übernahme der alten Textform und dem Einsatz neuer, filmtypischer Elementen weiß Herzog das „geknechtete Objekt Woyzeck" in Szene zu setzen.
So verliert die Sprache nicht an Intensität, sondern bringt Büchners Aussage und deren Zeitlosigkeit zurück in die Mitte unserer Aufmerksamkeit.
Mittelpunkt des gesellschaftskritischen Dramas ist Franz Woyzeck, der sich als Spielball seines sozialen Umfelds entpuppt. Verarmt und unterdrückt weiß er sich nicht aus seiner Lage zu befreien. Als ihm sein einziger Halt auf der Welt, seine Liebe Marie, die Treue bricht, sieht er die einzige Erlösung in Maries Ermordung.
Konform mit Büchners Motiven strebt Herzog an, Ausbeutung und Knechtschaft zu thematisieren und dabei auch auf die moderne Gesellschaft zu deuten.
So gelingt es ihm, seine Darsteller nahezu perfekt in Szene zu setzen.
Selbst Kennern der niedergeschriebenen Form macht es dabei nichts aus, das Stück in seiner Sequenz/ Abfolge verändert zu sehen, „Woyzeck" bleibt in seiner Kraft erhalten.
Einen großen Anteil an diesem Erfolg haben auch die Schauspieler, die, wie es Herzog in einem Interview ( auch als Zusatzmaterial auf der DVD enthalten ) selbst zum Ausdruck bringt, die Idealbesetzung sind.
Klaus Kinski als Woyzeck bekleidet eine Paraderolle, Ähnlichkeiten lassen sich nicht abstreiten. Allein die Leere des Gesichtsausdrucks kommen Büchners Woyzeck näher als der Leser des Fragments je gedacht hätte, somit wäre hier der Begriff Typbesetzung deutlichst definiert.
Eva Mattes, die für ihre Rolle als Marie den Filmpreis von Cannes gewann, ist die weibliche Analogie zu Kinski, sie übertrifft jede Erwartung an die verführerische und doch so treulose Marie, die der Verlockung eines vermeintlich besseren Lebens nicht widerstehen kann, hat.
Der Film ist ein Kunstwerk, selbst im Vergleich zu modernen effektüberladenden Schöpfungen, und glänzt durch höchsten Anspruch, der durch den Rahmen der Inszenierung - Ausstattung (wurde mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet), Nebendarstellern wie Willi Semmelrogge und authentischen Kostümen - und nicht zuletzt durch Regisseur Werner Herzog ein „Höhepunkt des deutschen Films" ist.
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am 18. Juni 2011
Für meine Abiturprüfung im Fach Deutsch musste ich das Drama Woyzeck lesen. Um meine Vorbereitung auf die Prüfung abzuschließen habe ich die Verfilmung herangezogen. Dabei stellte ich fest, dass die Verfilmung sich eigentlich stark am Drama von Büchner orientiert. Auf den Umstand, dass einige Szenen fehlen kann man mit ruhigen Gewissen hinwegsehen, da die weggelassenen Szenen nicht den Handlungsverlauf des Dramas stören.
(Das Drama selbst wurde auch nie von Büchner vollendet.)

Was mir nicht gefallen hat, war die Tatsache, dass die Szenen nicht in der Reihenfolge verfilmt wurden, in der diese im Drama vorkommen. Dies hat meine Arbeit mit dem Buch etwas gestört und mich anfangs auch verwirrt.
Die Tötung von Marie durch Woyzeck wird im Film eher flach dargestellt und mit einer Hintergrundmusik hinterlegt. Anschließend wirkt der Film sehr zäh, da am Ende des Filmes noch einmal die selbe Hintergrundmusik auftaucht wie bei der Tötung von Marie.

Als Schlussfolgerung muss ich sagen, dass die Verfilmung des Dramas Woyzeck vor allem deswegen gelungen ist, da die Hauptfigur in dem Drama Woyzeck sehr gut dargestellt wird. Dies umfasst sowohl die Eifersucht, die Hofnungslosigkeit und die Ausbeuterei von Woyzeck.
Trotzdem sollte man sich nicht allein auf die Verfilmung stützen, wenn man über das Drama geprüft wird, da eine Verfilmung nie an ein geschriebenes Werk rankommt. Ein Film kann nur versuchen, an das Werk soweit anzuknüpfen, dass die Verfilmung im Sinne des Autors ist, was bei der Verfilmung in meinen Augen der Fall ist.

Ich gebe nur vier Sterne, da mir die Tötungsszene, welche die Katastrophe in dem Drama Woyzeck darstellt, zu kurz kommt. Hinzu kommt, dass die Szenen nicht in der Reihenfolge wie im Drama auftreten.
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Mit "Woyzeck" gelang Werner Herzog eine werkgetreue Adaption des Georg Büchner Sozialdramas. In der Titelrolle brilliert der deutsche, für seine Exzentrik bekannte Schauspieler Klaus Kinski, der vor "Woyzeck" bereits drei Filme mit dem nicht minder eigenwilligen Herzog gedreht hatte. Nur eine Woche vor Drehstart der Büchner-Verfilmung beendeten sie ihr gemeinsames Projekt "Nosferatu: Phantom der Nacht", eine Rolle, die Kinski enorm viel abverlangte. Doch diese Tatsache half dem deutschen Marlon Brando, sich besser in seine neue Rolle hineinversetzen zu können, denn diese Ausgelaugtheit und Passivität, die er als Woyzeck an den Tag legt, ist nur zum Teil gespielt. An seiner Seite begeistert vor allem Eva Mattes als Marie, die sogar bei den Filmfestspielen von Cannes 1979 den Preis als beste Nebendarstellerin entgegen nehmen konnte.

Von Beginn an legt Herzogs Film eine absolute Trostlosigkeit an den Tag. Beginnend mit dem Schwenk über das Städtchen, etabliert Herzog den Handlungsort. Direkt darauf folgt der filmisch gesehen vielleicht überzeugendste Part, nämlich der Vorspann, in dem Kinski als Soldat Franz Woyzeck mit unerbittlicher Härte gedrillt wird. Die Szene wirkt direkt verstörend und unbequem auf den Zuschauer, untermalt von einem sehr atmosphärischen, unharmonisch klingenden Fiedel-Thema, das einem schon sehr früh den mentalen Zustand des Protagonisten deutlich macht. Der Vorspann ist mit erhöhter Geschwindigkeit gefilmt, wodurch sie mit den Klängen der Musik noch unheimlicher wirkt. Dennoch wirkt die Szene auch in gewisser Weise humorvoll. Die Szene gibt sozusagen den Ton für den restlichen Film vor, in dem der von Wahnvorstellungen heimgesuchte Woyzeck geschunden wird. Stilistisch bewegt sich der Film auf recht einfachem Niveau im Vergleich zu Herzogs anderen, visuell weitaus beeindruckender wirkenden Werken. Der Film wirkt bisweilen extrem statisch, da Herzog ewig lange Einstellungen verwendet. Insgesamt enthält der 80 Minuten lange Film nur die rekordverdächtige Anzahl von 27 Schnitten, nur die allerwenigsten Einstellungen sind in Bewegung. Somit ordnet sich der Regisseur seiner Hauptfigur regelrecht unter, denn Werner Herzog geht es nicht darum, den Zuschauer zu unterhalten, sondern ein durch und durch stimmiges Charakterporträt zu zeichnen. Das ist bisweilen nur schwer verdaulich, doch wenn man seine Intention zu verstehen versucht, auch genial gemacht. Trotzdem wirkt die Regie teils gelangweilt, auch wenn man das als übertriebenen Stilwillen bezeichnen kann. Die Außenszenen wirken oft nahezu menschenleer, obwohl die im Film dargestellte Stadt nicht unbedingt die kleinste ist. Dadurch erhält "Woyzeck" ein zusätzliches beklemmendes Element, da die Größe mit einer gespenstischen Leere gegenüber gestellt wird. Doch "Woyzeck" ist vor allem eine One-Man-Show. Die nachhaltige Wirkung des Films geht zum größten Teil auf die Rechnung von Klaus Kinski, der mit seiner Rolle die Grenzen überschreitet. Er spielt nicht nur diese bemitleidenswerte Figur, er wird zu ihr. Schon in der ersten Einstellung des Vorspanns erblickt man den Wahnsinn in Kinskis Augen. Ein Blick in sein Gesicht genügt, um diesen Charakter verstehen zu können. Seine Mimik, seine ganze beängstigende Präsenz wirkt auch noch nach dem Film weiter. Ohne Zweifel trägt er den Film, er macht einen großen Teil der immensen Intensität aus. Kinskis elektrisierende Performance erhält ihren unbestreitbaren Höhepunkt in der Mordszene am Ende, die unerträglich brutal ist, jedoch kommt sie ähnlich wie Hitchcocks "Psycho" Duschszene ohne grafische Details aus. Sie ist verlangsamt gefilmt und lebt im Prinzip von Kinskis Darstellung. Sein Blick drückt absoluten Wahnsinn und innere Zerrissenheit aus, dass es dem Zuschauer Angst und Bange wird. Eva Mattes gibt ebenfalls eine mehr als solide Leistung ab, kann jedoch nicht mit der von Kinski konkurrieren. Trotzdem erfüllt sie voll und ganz ihr Soll und stellt Marie perfekt dar. Herzog arbeitet mit dem Originaltext, wodurch der Film zwar noch gewöhnungsbedürftiger wird, dafür aber auch authentischer.

"Woyzeck" ist einer der unbekannteren Werner Herzog Filme. Er ist fordernd und regt zum Denken an, dies ist jedoch größtenteils Klaus Kinskis und natürlich Georg Büchners Verdienst, denn Herzog ordnet seine Regie dem Thema völlig unter. Der Film bleibt somit hauptsächlich wegen Klaus Kinskis Darstellung in Erinnerung, die Verfilmung an sich ist solide, auch wenn sie gelegentlich Herzogs großes visuelles Talent aufblitzen lässt.
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am 24. April 2001
hier die kongeniale übersetzung des bühnenfragments büchners,,,woyzeck erstmals werkgetreu 1 zu 1 in den film übertragen,,,schnörkellos,,sicherlich zeitweilig trocken,aber nur in sequenzen,in denen schauspieler agieren,die kein leben ins wort bringen können.dann aber kommen eva matthes und vor allem klaus kinski,die die tragik dieser gestalten deutlich,fast schon unerträglich deutlich machen.hier wurde von herzog ein grosses werk der weltliteratur in grosses kino übertragen,unbedingt ansehen...
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am 26. August 2001
Ist Klaus Kinski eigentlich noch er selbst? Diese Frage stellt man sich, wenn man diesen Film gesehen hat. Grandios verkörpert Klaus Kinski Woyzeck und man muss sich hierbei die Frage stellen: Ist dies noch ein Film oder wahre Realität? Klaus Kinski ist zum Woyzeck in diesem Film geworden. Er ist Woyzeck! Und vorallendingen kann man, wenn man sich diesen Film anschaut, im Dramenfragment mitlesen. Ich schätze, dass man sich zu 98% an den Text gehalten hat. Eine grandiose Verfilmung mit einem grandiosen Woyzeck (oder doch Klaus Kinski?). Meine Empfehlung: Wer sich für Literatur interresiert muss sich diese Verfilmung kaufen. Sie darf in keinem Viedeoschrank fehlen!
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am 17. Februar 2009
Der "Woyzeck"-Stoff begegnete mir erstmals als Teil des Abitur-Literaturunterrichts. Vielleicht überfordete Büchners Dramenfragment uns 17jährige, einen direkten Zugang fand zumindestens in jenen Jahren wohl keiner so recht. Dieser Zustand haben sich mittlerweile geändert und dazu beigetragen hat in meinem Falle nicht unerheblich dieser Film von Werner Herzog.

Unmittelbar nach Beendigung des Films "Nosferatu - Phantom der Nacht" fanden die nur zweieinhalb Wochen dauernden Dreharbeiten im pittoresken tschechischen Städtchen Telc statt. Klaus Kinski, nach der Darstellung des Vampirs fast noch kahlköpfig und sichtlich gezeichnet, irrlichtert mit flackerndem Blick, einer fast körperlich spürbaren Eindringlichkeit und einer geradezu beängstigenden Mimik der Katastrophe entgegen. Natürlich dominiert seine Präsenz den Film, dies sollte jedoch nicht davon ablenken, dass auch die Nebenrollen mit Eva Mattes als Marie, Willy Semmelrogge als skrupelloser Doktor und Wolfgang Reichmann als Hauptmann bestens besetzt sind. Josef Bierbichler als Tambourmajor fällt dahingegen etwas ab, da beeindruckt schon eher der Monolog Volker Prechtels, der als betrunkener Handwerksbursche über den Lauf der Welt sinniert.

Mit Sicherheit ist "Woyzeck" kein Film für den Massengeschmack, dafür mutet er dem Zuschauer zuviel zu. Da wären einerseits die teilweise minutenlangen Einstellungen in der Totale bar jeglichen Schnitts, die Verwendung des Originaltexts, der schon aus Altersgründen nicht eingängig ist und die stellenweise doch recht dominierende Fiedel-Musik.

Dennoch: Dies hier ist Kunst, die vor allem von ihrem genialen Hauptdarsteller lebt. Einige Sequenzen, vor allem die Mordszene, gehören zum Intensivsten, was das deutsche Arthaus-Kino hervorgebracht hat. Darauf muß man sich einlassen können, damit muß man sich auseinandersetzen. Denn "Woyzeck" ist mehr als nur ein Drama. Sozialstudie, Psychogramm, Kriminalfall, Eifersuchtskatastrophe, Sitten- und Geschichtsgemälde. Ein unterschätztes Meisterwerk unter den fünf Kollaborationen Herzogs mit Kinski, lohnenswert, darin einzutauchen. Dann sieht man auch großzügig darüber hinweg, dass im eröffnenden Kameraschwenk deutlich Fensehantennen und Baukräne zu erkennen sind...

Das Bild der DVD ist kontrastreich und farbenfroh, der Mono-Ton vertretbar. Das Bonusmaterial ist nicht ganz glücklich zusammengestellt, bietet jedoch trotzdem interessante Einblicke in Dreharbeiten und Hintergründe.
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