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Kundenrezensionen

3,9 von 5 Sternen
67
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am 22. März 2017
Für jeden Beatles Fan ein Muss! Ohne die von Phil Spector verordnete Wall of Sound. Klingt viel näher an der ursprünglichen Rückkehr zu einfacherem Sound.
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HALL OF FAMEam 21. November 2003
get back to the roots: zu einer art flotten country-music zum beispiel auf der "additional disc": "BECAUSE I KNOW, YOU LOVE ME SO"! man schnappt sich sofort die gitarre und spielt mit: D, G, A: "wake up in the morning / don't feel blue / because I know / I got you ..." wer sich mit diesem track (1.32 lang) des morgens wecken lässt, wird sicherlich weniger schwierigkeiten mit dem aufstehen haben: er wird sich seine katze schnappen und mit ihr ins bad tanzen. mit my bonnie läge jenseits des ozeans hatten die beatles 63 mit solcherlei schlicht-sound angefangen, später kam als vergleichbar unbeschwerte angelegenheit auch ins repertoire: "SHE'S A WOMAN" (ringo) oder "CRY INSTEAD" (john). diesen fröhlichen stil verwirklichen auch die takes auf der zugabe-CD: "FANCY MY CHANCES WITH YOU" (und ein angespieltes "MAGGIE MAE" und "CAN YOU DIG IT"?) mich hatte der streicherschmalz mit orchestergewusel immer schon gestört, mir gefällt die arbeitsatmosphäre besonders auf der zugabe-CD, auch wenn die takes oft nur kurz sind - aber so ist eben der melting pot, in dem musik entsteht - es sollte mehr solcher scheiben geben, ja jede band sollte sich um parallel-(B)-CD's bemühen, auf denen der suchende workshop-charakter nicht weggeleckt ist zugunsten einer aalglatten glamour-oberfläche; wer selbst musiker ist, hat bestimmt mehr interesse an der entstehungs-atmosphäre als am massen-kompatiblen endprodukt ...
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VINE-PRODUKTTESTERam 4. März 2015
Die entkitschten Versionen dieser großartigen Songs rechtfertigen die Anschaffung allemal! LET IT BE so, wie es immer hätte sein sollen.
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TOP 500 REZENSENTam 18. Oktober 2015
Im Falle von Let It Be ist die Geschichte des Albums fast interessanter als Musik darauf. Es sollte 1970 als letztes Album der Band veröffentlicht werden, obwohl der Vorgänger Abbey Road eigentlich (dazu später mehr) die letzten Aufnahmen der Band enthält.

Das Konzept von Let It Be sollte sein, dass sich die Band bei der Entstehung eines neuen Albums filmen lassen und abschließend die neuen Songs bei einem Konzert präsentieren wollte. Die Musik sollte mehr back to the roots sein, d.h. sie wollten live im Studio ohne Overdubs aufnehmen, weswegen auch Billy Preston als Keyboarder dazugeholt wurde. Irgendwie war man wegen der eisigen Stimmung im Studio und unter den Bandmitgliedern (u.a. war McCartneys Führungsstil für Harrison kaum zu ertragen) nicht so zufrieden mit dem Ergebnis und legte das Projekt auf Eis. Es erschien von den Sessions zunächst nur die Single Get Back/Don't Let Me Down. Mit dem guten Willen es besser zu machen ging die Band wieder mit George Martin ins Studio und nahm Abbey Road auf. Irgendwann kam dann erst Phil Spector ins Spiel, der das Album mit Overdubs von Orchester, Chören etc. zukleisterte. So gibt es teilweise eklatante Unterschiede zwischen den Versionen der Songs auf dem Album und den Singles. McCartney war mit Spectors Arbeit überhaupt nicht zufrieden, weswegen dann Jahrzehnte später Let It Be Naked erschien.

Unter all diesen Umständen ist Let It Be trotzdem ein ordentliches aber auch kurzes Album geworden, das ich mir zumindest in seiner Naked Version ohne die Overdubs, Quatsch-Zwischenstücke wie Dig It/Maggie Mae und mit Don't Let Me Down gerne anhöre. Auch ist hier die ursprüngliche Version von Harrisons I Me Mine zu hören, das Spector für das 1970er Album einfach verlängerte. I Me Mine sollte die letzte gemeinsame (aber ohne Lennon) Aufnahme der Beatles sein und stammt von Januar 1970.
Ein paar Klassiker hat das Album immerhin zu bieten. Allen voran McCartneys Balladen Let It Be und The Long And Winding Road und sein Shuffle-Rocker Get Back. I've Got A Feeling rockt auch gut. Two Of Us singen McCartney und Lennon wunderbar im Duett.
Lennon hatte mit Dig A Pony und der Ausgrabung von One After 909 aus der Beatles-Frühzeit nicht wirklich viel im Gepäck. Dazu stammte die Aufnahme von Across The Universe laut den Liner Notes von Past Pasters sogar schon von Anfang 1968. Da ist es umso ärgerlicher, dass es mit Don't Let Me Down sein bester Beatles-Song aus dieser Zeit nur auf die B-Seite der Get Back-Single schaffte. Das wurde auf Let It Be Naked zumindest korrigiert.
Harrisons Songs I Me Mine und For You Blue sind ganz ordentlich geraten.

Seltsam an Let It Be Naked ist, dass die Songs hierfür teilweise aus verschiedenen Takes zusammengeschnitten wurden und ein paar Overdubs bieten, was dem ursprünglichen Anliegen entgegenläuft. Dazu habe ich mich mittlerweile so an die Produktion von Spector gewöhnt, dass ich seine zusätzlichen Arrangements doch etwas vermisse oder teilweise dazu denke.
Das Cover von Naked ist ganz fürchterlich geraten.

Fazit:
Ein Meisterwerk ist Let It Be nicht gerade, aber doch ein mehr als solides Album. Dazu kommt die Naked-Version mit den schlanken Arrangements dem ursprünglichen Konzept näher als das 1970er Album. Hits und bekannte Songs hat das Album auch genug. Gute 4 Sterne sind drin.
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am 5. Februar 2008
Bei keinem Beatles-Album hat die Entstehung so lang gedauert wie bei "Let It Be". Genau 15 Monate nachdem die Beatles sich in den Twickenham-Studios einfanden, um zunächst nur für ein angedachtes Live-Konzert zu proben, hat Phil Spector am 02.04.1970 dem Album den letzten Schliff verpasst. Zwischendurch wurde gar noch das Album "Abbey Road" produziert und im September 1969 veröffentlicht. "Let It Be ...Naked" ist nach mehr als 33 Jahren der leider nicht ganz geglückte Versuch, die "Let It Be"-Songs auch endlich "offiziell" (es existiert ja eine Vielzahl von teilweise erstklassigen Bootlegs!) so zu präsentieren, wie es die Beatles angeblich ursprünglich gewollt hatten. Ende Mai 1969 bzw. Anfang 1970 wurden von Glyn Johns bekanntlich zwei Versionen des ursprünglich "Get Back" betitelten Albums zusammengestellt, diese beiden, von den Beatles abgelehnten "Get Back"-Versionen hatten jedenfalls, wie den diversen einschlägigen Quellen zu entnehmen, ein anderes Tracklisting als "Let It Be...Naked". Damit hätte man den Beatles-Fans vielleicht eine größere Freude gemacht als mit dieser doch leider etwas halbherzigen Veröffentlichung! Die aus diversen Schnipseln zusammengetüftelte Bonus-CD, auf der u.a. auch sekundenlange Ausschnitte von späteren Solosongs wie "All Things Must Pass" oder "Jealous Guy" zu hören sind, hat nach einmaligem Hören eher dokumentarischen Wert. Fünf Sterne trotzdem, weil es halt die Beatles sind und die hier wirklich nicht ihre schlechtesten Songs abgeliefert haben!
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am 18. November 2003
Nun, wohl von beidem ein wenig! Aber im Grunde doch nur eine halbgare Angelegenheit. Die Bonus-CD beispielsweise halte ich für einen absoluten Scherz. 20 Minuten zusammengeschnittene und soundmäßig nicht aufbereitete Soundfetzen unterbrochen von Gesprächen, die man kaum versteht ... und das obwohl man aus diversen Bootlegs und Büchern weiß, wieviele interessante, komplette Aufnahmen es gegeben hätte! Und die nackten Versionen der alten Let it be Songs wissen auch nicht alle zu überzeugen. Bei Stücken wie Get Back oder One after 909 merkt man keinen großen Unterschied zur Spector-Version. Und Let it be oder Across the Universe gefallen mir in der alten Version viel viel besser. Über The Long and Winding Road mag man sich streiten, aber im Grunde bevorzuge ich da die 1984 von Paul McCartney auf seinem Album Give my regards to Broadstreet gemachte Version. Hinzu kommt dan noch die indiskutable Spielzeit von 34 Minuten - also für mich ist diese Scheibe doch eher Abzocke! Da wäre mehr möglich gewesen. Das zeitgleich erschienene Concert For George Album ist da für Beatles-Fans die mit Abstand interessantere Veröffentlichung dieses Monats! 3 Sterne lediglich wegen des natürlich erstklassigen Songmaterials!
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am 7. Mai 2005
Als ich mir im Jahre 1995 von meinen Eltern für mein bestandenes Abitur etwas wünschen durfte, war meine Antwort eindeutig: Alle 13 offiziellen Beatles-Alben auf CD, plus die beiden "Past Masters"-Collections. Als dann der große Tag kam und das (nicht minder große) Paket vor mir lag, hörte ich mir sämtliche Scheiben an einem Tag durch und verstand mehr und mehr, daß sich mit dieser Gruppe ein Universum von Spontaneität, Kreativität und Melodiegefühl auftat. Am meisten beeindruckte mich die absolute Logik ihrer Entwicklung, welche nur durch das etwas verquere "Let it be" am Schluß gestört zu sein schien.
Im Laufe der Jahre hat sich freilich auch das geändert. Durch die "Anthology"-Serien erfuhr ich, daß "Let it be" ein halbes Jahr vor dem rockig-symphonischen "Abbey Road" entstand und nur in der Chronologie der Veröffentlichungen den Schlußakkord bildet. Dennoch ist das Gefühl einer Verfälschtheit nicht wegzuleugnen, trotz großartiger Kompositionen, da die Orchesterbearbeitung Phil Spectors sich mit dem Prinzip der Live-Aufführung beißt, für die das Projekt ursprünglich stand und das sich ja auch in den Gesprächsfetzen vor und hinter den Stücken zeigt. "Let it be" - in der Spector-Fassung - klingt eben nach dem, was es ist: Ein wildfremder Produzent bekommt eine Reihe "liegengelassener" Aufnahmen in die Hand gedrückt und macht daraus etwas Eigenes - ein eigenes Konzept, eine eigene musikalische Interpretation.
Das 2003 veröffentlichte "Let it be... naked" ist mehr als einmal als Geldschneiderei bezeichnet worden, wohl da es nicht identisch mit der im Frühjahr 1969 vorbereiteten, von Glyn Johns produzierten Version des Albums (damals noch unter dem Titel "Get Back") ist: Dieses enthielt noch mehr Gesprächsfetzen als die Spector-Fassung, nahm die bluesigeren Songs in die erste Hälfte, während die zweite aus akkustischen Stücken (wie "Two of Us") bestand, die durch zwei Klavierballaden (u.a. einem unorchestriertem "Long and Winding Road") ergänzt wurden. Fest steht jedoch, daß auch dieses Konzept nie das letztgültige war, noch von den Beatles selbst abgelehnt wurde, so daß sich auch der strengste Kritiker bezüglich "Let it Be" allmählich einer traurigen Einsicht beugen sollte: Es gab nie ein Konzept, zumindest keines, mit dem alle vier Beatles einverstanden gewesen wären (was sicherlich auch mit zur Trennung führte).
Genau dies macht "Let it be... naked" letztlich sinnvoll. Die Songanordnung entspricht einer rein praktischen Ordnung, ohne die Schnörkel einer offensichtlichen Nachbearbeitung (weswegen auch "Dig It" und "Maggie Mae" wegfallen mußten). Die Arrangements sind jetzt schlank, führen also die Entwicklung des "Weißen" Albums weiter, das bereits auf große Produktionstechniken verzichtete, so daß erst bei "Abbey Road" das Bombast-Prinzip wieder einsetzte (und zwar dort, wo es hingehörte, nämlich beim 16-minütigen Abschlußmedley). "Let it be... naked" bringt uns demnach genau jenen Sound wieder, den die Beatles ZWISCHEN diesen beiden Alben produzierten, und allein dies macht diese Veröffentlichung sinnvoll (und vor allem authentisch).
Heute würde ich jedem, der in das Beatles-Phänomen neu einsteigt, empfehlen, zuerst "Let it be... naked" zu kaufen und es zwischen "White Album" und "Abbey Road" zu hören, damit ihm der akkustische Stilbruch erspart bleibt, den ich seinerzeit erleben mußte. Wem die Gruppe gefällt (und das wird sie!), der kann (und sollte) sich immer noch die Spector-Fassung zum Vergleich besorgen, genau wie die anderen eher "ergänzenden" Platten, also "Live at the BBC" sowie die "Anthology"-Trilogie.
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am 30. September 2006
Letztendlich war Paul McCartney die treibende Kraft, die die Beatles Anfang Januar 1969 dazu anspornte ihr ehrgeiziges Livemusik/Film-Projekt (anfangs noch in den Londoner Twickenham Film Studios) in Angriff zu nehmen.

Die Musikaufnahmen gestalteten sich leider, durch die unpassende Umgebung und wegen interner Querellen, als äußerst beschwerlich und unproduktiv. So entschloß sich die Band am 20.Januar, die Aufnahmen in einer besseren Atmosphäre und unter Mitwirkung von Gastmusiker Billy Preston im Apple Studio in der Savile Row fortzusetzen.

Die Aufnahmen dieser Sessions gelangten schließlich in die Hände von Glyn Johns, der in mehreren Anläufen, gemeinsam mit Georg Martin versuchte, aus der Fülle von Material ein möglichst natürliches und unbehandeltes Album (das unveröffentlichte "Get Back"-Album) zu erstellen. Die Beatles waren mit den Ergebnisen jedoch nicht zufrieden, und so lag das Projekt zunächst auf Eis, denn in der Zwischenzeit begannen die Fab 4 mit den Arbeiten am nächsten Album "Abbey Road". (Kaum zu glauben, wie perfekt das folgende Album schließlich geworden ist !!)

Nach "Abbey Road" kam es, wie jedermann weiß, zur endgültigen Spaltung der Band, was neben persönlichen, finanziellen und musikalischen Differenzen auch daran lag, dass Lennon das unvollendete "Let It Be"-Material, hinter dem Rücken von McCartney, an Phil Spector weitergegeben hatte, um es schließlich doch noch fertigzustellen.

Immerhin ist es Spector gelungen, aus der Menge zweifelhaften Materials, ein hörbares und einigermaßen schlüssiges Album zu generieren, wenngleich seine hinzugefügten bombastischen Arrangements stets umstritten waren. Auch wenn Paul das Album in dieser nachbearbeiteten Form stets ablehnte, stellte es doch bis 2003 die einzig realisierte und historisch anerkannte Version von "Let It Be" dar.

Aufgrund der verkorksten Entstehungsgeschichte und der Tatsache, dass wir das damalige Zustandekommen des "Let It Be"-Projekts in erster Linie dem ambitionierten Tatendrang von McCartney zu verdanken haben, halte ich es für absolut legitim, wenn Macca uns (wenn auch äußerst spät) im Jahre 2003 seine Version des Albums präsentiert.

So stellt sich nun die simple Frage: Ist "Nacked..." ein besseres Album geworden als Spectors "Let It Be" ?
Ich meine ja, ohne Spectors damalige Leistung herabsetzen zu wollen !

Durch eine Veränderung der Titelfolge und das Hinzunehmen von Lennons "Don't Let Me Down" (Schade, dass dieser großartige Song nur als B-Seite der "Get Back"-Single verschwendet worden war), ist nun endlich ein homogenes und rundes Album entstanden, welches sich nun ohne Weiteres zwischen dem "Weißen Album" und "Abbey Road" einorden läßt. (Dort wo es chronologisch und stillistisch auch hingehört)

Mal ehrlich, die beiden Liedfragmente "Dig It" und "Maggie Mae", die auf "nacked..." entfernt wurden, waren schon seit je her entbehrlich und sind nur deshalb auf die Spector-Version gebracht worden, um den Eindruck von Authentizität und Liveatmosphäre beim Zuhörer zu erwecken.

Auch die Lässtereien Lennons sind der Neubearbeitung zum Opfer gefallen, dies stellt jedoch musikalisch absolut keinerlei Verlust dar. (Späte Genugtuung für Paul ?)

Was das Entspectorisieren der Songs betrifft, so hören sich natürlich "Across The Universe" und "The Long And Winding Road" in der Tat wesentlich simpler und weniger bombastisch an, als die auffrisierten Versionen. Der Genialität beider Songs schadet dies jedoch nicht im Geringsten. (Weniger kann manchmal völlig ausreichend sein !)

Bei anderen Songs wie z.B. "Let It Be" oder "I Me Mine" fällt der Unterschied wesentlich geringer aus.

Insgesamt ist der Sound nun sehr klar und transparent, außerdem besticht die CD durch ihre totale Rauschfreiheit. Von der warmen Ausstrahlung und der Patina der Spector-Version ist nichts mehr geblieben. Einige Fans wird dies wahrscheinlich schmerzen, mich hingegen kann die enorme Steigerung der Klangqualität durchaus begeistern !

Im Grunde handelt es sich bei "nacked..." um ein gut gemachtes Studioalbum statt um den zweifelhaften Versuch der Dokumentation des urprünglichen Live-Gedankens.

Genau hier offenbarte Phill Spectors Version ihre entscheidende Schwäche ! Denn einerseits wurden einige Songs mit Studiobombast aufgepeppt und andererseits wollte man uns mit diesem Album glaubenmachen, die authentische Liveatmosphäre der Beatles musikalisch dokumentieren zu können.

Letztendlich kann nun jeder interessierte Beatlesfan selber entscheiden, welcher Version er den Vorzug geben will. Für mich persönlich bleibt die altbekannte Spector-Version ein Teil meiner Jugend, dennoch empfinde ich die nackte Version als runder, schlüssiger und spürbar authentischer.

Mein Fazit:

Den Besitzern des Spector-Albums drängt sich der zusätzliche Kauf von "naked ..." nur dann auf, wenn sie besonderes Interesse an der Beatles-Historie besitzen oder Wert auf gute Klangqualität legen. Für Neulinge jedoch stellt "naked ..." in der Tat die bessere Wahl dar !!
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VINE-PRODUKTTESTERam 26. September 2009
Im Januar '69, während das "Weiße Album" noch an der Spitze der Charts stand, trafen sich die Beatles zu erneuten Plattenaufnahmen unter dem Arbeitstitel "Get back". Nicht zuletzt auf Lennons Anregung hin, der von den ewig langen Sessions zu "Sgt. Pepper" und zum "Weißen Album" abgenervt war, standen diese diesmal unter der Prämisse: Alles wird live aufgenommen, keine Overdubs oder Studiotricksereien wie Edits etc. - "warts and all".

Nun hatten aber die bereits ein Jahr zuvor einsetzenden Risse im Bandgefüge ein Ausmaß angenommen, das sich - zumal die Beatles auch noch permanent für den geplanten begleitend entstehenden Film unter Kamerabeobachtung standen - einfach nicht mehr verbergen ließ und sich auch deutlich in stundenlangem lustlosen Rumjammen niederschlug. Immerhin bekamen die Beatles dabei trotz allem genügend hochwertige Aufnahmen für ein ganzes Album hin. Die beiden Erstversionen, die Glyn Johns den Beatles getreu ihren eigenen Vorgaben vorlegte, klangen eher wie die Bootlegs, die sie in den Folgejahren wurden, sie waren ihnen dann doch zu roh, und man verlor erstmal das Interesse an dem Projekt. Als klar war, dass die Aufnahmen für den anstehenden Film "Let it be" doch erscheinen sollten, beauftragten Lennon und Harrison Phil Spector, sich der Bänder anzunehmen.

Spector traf einige eigenmächtige Entscheidungen: er verlängerte I me mine und Let it be durch Schnitte und entfernte die Zeile "all I want is you" am Anfang und Ende von Dig a Pony, versah The long and winding Road, Across the Universe und I me mine mit üppigen Chor- und Orchester-Overdubs, zudem löschte er hierfür eine von zwei Gesangsspuren auf The long and winding Road, womit er das ursprüngliche Album-Konzept "verriet"; man muß ihm aber zugute halten, dass die Beatles mit ihren Overdubs selbst vom ursprünglichen Konzept abgewichen waren und dieser Mix größtenteils von ihnen selber abgesegnet wurde, und sogar Lennon war erleichtert, dass Spector die Aufnahmen so aufpoliert hatte, dass Glyn Johns' Fassungen nicht offiziell erschienen. Zudem finde ich The long and winding Road auch nicht stärker überorchestriert als Good Night auf dem "Weißen Album". Lennon und Harrison waren offenbar von Spectors Arbeit so überzeugt, dass beide ihn für weitere Soloalben engagierten, und seien wir ehrlich - eins meiner Lieblingsalben, Harrisons "All Things must pass", ist von Spector hemmungslos über-koproduziert, ähnlich wie Across the Universe und stärker als I me mine, und wir lieben es trotzdem!

McCartney beschwerte sich später, die üppige Überorchestrierung von The long and winding Road sei ohne sein Wissen vorgenommen und veröffentlicht worden, und führte sie vor Gericht als "Trennungsgrund" mit an. Wenn er übergangen wurde, ist das bestimmt ärgerlich und sprach für die mangelnde Kommunikation innerhalb der Band; ich fand jedoch immer grotesk, dass er Geschmacksgründe geltend machte angesichts der zahlreichen Geschmacksverirrungen auf seinen Wings- u. Soloalben in den folgenden Jahrzehnten (vgl. z.B. We all stand together von 1984), und auch die verschiedenen Versionen, die er von The long and winding Road über die Jahre präsentierte, waren beileibe nicht immer kitschfrei.

Die Idee, "Let it be" als "Naked"-Version, also gewissermaßen "entschlackt", wiederzuveröffentlichen, war also nicht ohne Reiz. Die Unmotiviertheit, die die Beatles während der Aufnahmen an den Tag legten, scheint sich aber auf die Produzenten übertragen zu haben. Das fängt damit an, dass das Booklet, obwohl üppig, keinerlei Angaben zu den verwendeten Aufnahmen (Aufnahmedatum, Take-Nr. etc.) macht. Laut John Robertsons & Patrick Humphries' "Complete Guide to their Music" lauten diese:

1. Get back (28.1.'69)
2. Dig a Pony (Rooftop Version) (30.1.'69)
3. For you blue (Take 6, 25.1.'69; Vocal Overdub 8.1.'70)
4. The long and winding Road (Take 19, 31.1.'69)
5. Two of us (Take 12, 31.1.'69)
6. I've got a Feeling (Edit of Rooftop Versions 1 & 2) (30.1.'69)
7. One after 909 (Rooftop Version) (30.1.'69)
8. Don't let me down (Edit of Rooftop Versions 1 & 2) (30.1.'69)
9. I me mine (Take 16, 3.1.'70)
10. Across the Universe (Take 7, 4.2.'68)
11. Let it be (Edit of Takes 27A & B, 31.1.'69, Backing Vocal Overdubs 4.1.'70)

Natürlich zeigten sich Ringo und Paul erfreut (angesichts der Tantiemen hätten sie auch schwerlich meckern können); unklar blieb jedoch, warum dieser Remix überhaupt erschien und warum grade jetzt. Jemand schrieb, dank der digitalen Möglichkeiten habe man nun das Gefühl, man stehe mit den Beatles im Proberaum. Die Bänder wurden aber derart "trocken" abgemischt, dass ich eher den Eindruck habe, direkt vorm Mikro zu stehen, und das ist mir dann doch zu nah - jede Band benutzt im Proberaum zumindest etwas Hall.

Die Ansageschnipsel wegzulassen, die Spector teils willkürlich eingefügt hatte, um den Eindruck von Liveaufnahmen zu unterstreichen, war konsequent, aber unnötig - sie fehlen einfach. (Die schlecht produzierte Bonus-CD "Fly on the Wall" ist da kein Ersatz.) Konsequent auch die Entscheidung, bei Get back den Schlussteil (bekannt von der Singleversion) wegzulassen, der von einem anderen Take stammt. Unverständlich dagegen, warum Two of us und Across the Universe früher ausgeblendet werden mussten; und der Halleffekt, der am Ende von Across the Universe auftaucht, klingt eher nach digitaler Spielerei 2003 denn nach einem analogen Studioeffekt von '68. Immerhin läuft der Song hier zum ersten Mal in seiner Originalgeschwindigkeit - für die "Wildlife"-Version hatte George Martin das Tempo angezogen, Spector es für "Let it be" stark herabgesetzt. Bei For you blue durchläuft Georges Akustikgitarre - wie auch auf den einschlägigen Bootlegs - endlich wieder den ganzen Song, während sie auf "Let it be" nach dem Intro ausgeblendet worden war.

Don't let me down musste natürlich mit drauf, klar; Maggie Mae und Dig it wegzulassen, war ebenfalls nicht nötig, schließlich unterstrichen auch sie das ursprüngliche "Live"-Konzept. Ich hätte es auch konsequenter gefunden, von Dig a Pony und I me mine nicht die von Spector umgeschnittenen Versionen zu verwenden; hier waren eindeutig die Takes auf "Anthology 3" näher am Originalkonzept, wo I me mine und The long and winding Road ja auch bereits ohne Overdubs zu hören waren.

Dazu kommt, dass ich das originale "Let it be"-Album immer mochte (das "Weiße Album" ist qualitativ ebenfalls durchwachsen und dennoch populär) und einige der neuen Remixes mich nicht sooo umhauen... da hat mir "Love" (2006) dann wieder mehr Spaß gemacht. Ich freue mich immer, wenn etwas von den Beatles erscheint; im Falle von "Naked" hätte es aber deutlich mehr sein dürfen als 11 Songs in 35 Minuten Spielzeit. Für die relativ belanglose 21-minütige "Fly on the Wall"-Doku einen zweiten Silberling zu verschwenden, ist ärgerlich, das hätte locker noch hinten dran gepasst, und jeder CD-Spieler hat eine Stop-Taste.- Schade nebenbei, dass sich Hoffnungen nicht bewahrheiteten, "Let it be" könne begleitend endlich auf DVD erscheinen.
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am 20. Dezember 2003
"Let It Be.. Naked" räumt mit zwei Mythen gründlich auf: "Let It Be" sei nicht die beste Platte der Beatles, und Phil Spector habe mit seiner abschließenden Produktion die Platte hoffnungslos verkitscht.
Was ist im Vergleich mit der Originalversion passiert? Die Reihenfolge der Stücke wurde gründlich umgestellt. Die beiden Lennon-Fragmente "Dig It" und "Maggie Mae" sind zurecht verschwunden, dafür ist das wohlbekannte "Don't Let Me Down" hinzu gekommen. Vor allem aber wurde die ganze Platte von den Originalbändern neu produziert.
Phil Spectors gesamte Arbeit wurde eliminiert, indem sie neu gemacht wurde. Das fällt besonders bei den langsamen Stücken auf: Die Geigen und Hintergrundchöre bei "The Long And Winding Road" und "Across The Universe" fehlen; "Let It Be" hat seine Chöre behalten, klingt aber deutlich klarer und direkter, genauso wie der ganze Rest der Platte.
Und bei aller Neuproduktion wird schlagartig klar: Es sind waren immer die Songs, die "Let It Be" zu einer großen Platte gemacht haben - nicht die Produktion! Die Beatles erbringen zum ungezählten Mal den Beweis, die besten Songwriter in der Pop-Geschichte gewesen zu sein, und Phil Spector darf sich zugute halten, dass er mit seiner Original-Produktion nun wirklich nicht so daneben lag, wie ihm immer nachgesagt wurde. Der Unterschied zwischen alten und neuen Versionen verschwimmt zu schnell, als dass Spectors Produktion jemals ein Fremdkörper gewesen sein könnte.
"Let It Be... Naked" ist eine Veröffentlichung für echte Fans: Die finden nämlich eine Gelegenheit, eine große Platte mit frischen Ohren zu hören und sich ihr eigenes Bild von der notorischen Spector-Kitsch-Legende zu machen.
Kleiner Tipp zum Schluss: Die Studioaufnahmen der Zusatz-CD sind auf der offiziellen Website der Beatles viel besser aufbereitet und zudem noch von Paul McCartney und Ringo Starr kommentiert - wenn sie auch nicht so umfangreich sind.
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