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Kundenrezensionen

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am 28. September 2013
Mittwoch Thomas Mann, Freitag Faulkner, Samstag und Sonntag Schopenhauer und Sartre

MASTERPIECES OF CINEMA - Collection No. 07 - "FAHRENHEIT 451" - the temperature at which book paper catches fire and burns

Bild 1.85:1 hervorragend / Ton deutsch bzw. englisch jeweils DTS-HD Master Audio 2.0 hervorragend

Herr Montag (Oskar Werner) verbrennt Bücher, so will es das Gesetz. Sein Chef begründet das wie folgt: Bücher machen die Leute unglücklich - ohne Lesestoff macht man die Menschen gleich. Wenn der Flammenwerfer mal schweigt, dann bringt Montag dem Nachwuchs bei, wie man die Bücher am besten aufspürt. Montags Gattin Linda (Julie Christie mit langen Haaren) hängt den ganzen Tag vor der Glotze, so mag es das Gesetz. Die Ehe wird eher neben- als miteinander geführt. Eines Tages wird Montag von einer Dame (Julie Christie mit kurzem Haarschnitt) in ein Gespräch verwickelt, welches mit der Frage an ihn mündet: Sind Sie glücklich? Beim nächsten Einsatz läßt Montag ein Buch mitgehen und versteckt es im Eigenheim, um es während der Nacht zu lesen. Mit der Lektüre kommt das Zeitgefühl wieder, denn Montag wußte nicht mal mehr, wie viele Jahre er schon in seinem Beruf tätig ist. In der Feuerwache muß Montag nun die Wendeltreppe nehmen, weil er als Leseratte die Fähigkeit verloren hat, die Stange nach oben zu rutschen.

Ich habe den Film jetzt schon zum dritten Mal erworben. 2003 die US-DVD (dank NTSC-fähigem Multi-Code-Player), dann 2004 die DVD und jetzt die Blu-ray. Als ich den Film jetzt wieder angeschaut habe, ist mir folgendes aufgefallen: Die Leute in der Schwebebahn. Eine junge Frau haucht die Scheibe an und gibt dieser dann ein verträumtes Busserl. Ein junger Mann hängt mit vertäumtem Blick herum und eine Dame streicht mit der Hand verträumt über die Kleidung. Diese Leute haben gleichartige Sehnsüchte - interessanterweise habe ich diesem Umstand früher keine Bedeutung zugemessen.

In die Blu-ray-Verpackung ist ein ca. zehnseitiges Booklet integriert, das ist gut gelungen. Das Interview mit Ray Bradbury, das wir schon von den obgenannten DVDs kennen, wurde dankenderweise mit Untertiteln versehen.

Fazit: Vergönnen Sie sich und Ihrem Video-Regal dieses Schmuckstück.
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am 4. Oktober 2013
I'm sorry that I cannot write in German, but I would like to warn all potential customers who are sensitive to DNR, that this Blu-ray has unfortunately been treated to lots of it. Everyone and everything look waxy and "scrubbed". The image is free of dirt and scratches, the colors are good and the sound is fine, but - alas - the disc as a whole is a disappointment thanks to excessive DNR. Too bad!
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TOP 500 REZENSENTam 26. Januar 2014
Der Feuerwehrmann Guy Montag kann es gar nicht fassen, als er erfährt, dass sein Arbeitgeber einst dafür zuständig war Brände zu löschen. Heute (bzw. in einer zukünftigen Welt) ist die Feuerwehr dafür zuständig Bücher zu verbrennen, damit die Menschen nicht feststellen, dass es Alternativen zum Fernsehgucken gibt. Diese uns nicht völlig fremde Zukunft schilderte Ray Bradbury bereits 1951 in seinem ersten (echten) Roman “Fahrenheit 451“ (das ist jene Temperatur bei der Papier anfängt zu brennen).

1966 drehte François Truffaut mit “Fahrenheit 451“ seinem einzigen englischsprachigen Film. Das Drehbuch blieb zwar – abgesehen von ein paar merkwürdigen Änderungen wie der Doppelrolle von Julie Christie recht nah an der literarischen Vorlage. Doch die Bilder eines Oldtimer-Feuerwehrautos, das durch eine eher gemütliche bürgerliche Vorstadt braust, sind ganz sicher nicht jene die sich im Kopfe des Leser bei der Lektüre von “Fahrenheit 451“ aufbauen. Witzigerweise handelt das Buch auch davon wie Filme - aber auch Comics! – dafür sorgen, dass Bücher immer unwichtiger werden. Truffauts Film zeigt eine Tageszeitung, die nur aus Comics ohne Worte besteht und eins der verbrannten Bücher ist eine Ausgabe von “Mad“.

Wer bisher mit Truffauts teilweise etwas seltsamen Film nicht allzu viel anfangen konnte, wird dies nach der Sichtung der Extras auf der Blu-ray-Edition von “Fahrenheit 451“ vielleicht etwas anders sehen. Der Franzose Laurent Bouzereau, der schon für die DVDs von zahlreichen Hitchcock-Filmen hochinteressantes Bonusmaterial zusammengestellt hat, liefert auch hier aufschlussreiche Dokumentationen zur Entstehungsgeschichte des Filmes. Dieser entstand parallel zur Veröffentlichung von Truffauts Buch "Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?" Bemerkenswert ist auch, dass Truffaut den Komponisten Bernard Herrmann für seinen Film verpflichtet hatte, der zuvor die wichtigsten Hitchcock-Filme vertonte und gerade vom Suspense-Meisterregisseur - nachdem er zuvor noch den Soundtrack zu "Marnie" schrieb - die Kündigung erhalten hatte.

Bouzereau weist in seinem Bonusmaterial auf viele interessante formale Aspekte des Filme hin. Er dokumentiert durch Interviews aber auch die Schwierigkeiten, die Truffaut während der Dreharbeiten mit seinem mittlerweile in Hollywood zu Starruhm gekommenen Hauptdarsteller Oskar Werner hatte, mit dem er zuvor bei “Jules und Jim“ so harmonisch zusammenarbeitete. Eine Klasse für sich ist zudem noch das Interview mit dem 2012 verstorbenen Ray Bradbury. Dieser erzählt davon, wie er Anfang der Fünfziger Jahre sein Buch “Fahrenheit 451“ zu Papier brachte, obwohl er keine Schreibmaschine besaß. Er lieh sich diese für 10 Cent die Stunde in der Bibliothek der University of California in Los Angeles aus und es kostete ihm daher knapp 10 Dollar das Buch zu verfassen.

Bonusmaterial der Masterpieces of Cinema Collection Blu-ray:
Audiokommentar mit Julie Christie, ohne deutsche Untertitel
Making of von Laurent Bouzereau (44:31 min), wie alle übrigen Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln
Interview mit Ray Bradbury (11:28 min)
Featurette zur Musik (16:42 min)
Zeitgenössische Interviews mit Julie Christie (2:46 min) und François Truffaut (15:05 min)
Englischer Trailer (2:38 min)
Französischer Trailer (0:59 min)
Bildergalerie (9:03 min)
Booklet
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am 18. Dezember 2003
Film:
Der Film startet ungewöhnlich, die Namen der Beteiligten werden nämlich nicht als Text eingeblendet sondern vorgesprochen. Dies nicht ohne Grund, denn es geht in diesem 1966 entstandenen Streifen ums Lesen, um Bildung und um anspruchsvolle Unterhaltung. Gleichzeitig sieht man Dachantennen als Zeichen für hirnlose Unterhaltung. Jedenfalls in der Zukunft ist es verboten Bücher zu besitzen und deshalb gibt es die Feuerwehr. Diese verbrennt Bücher, weil es Gesetz ist und weil diese dazu führen dass Menschen unglücklich sind, falsch aufgeklärt werden, sich identifizieren und über andere stellen, schlichtweg mit sinnlosem Geschreibsel ihre Zeit vergeuden. Einer der Feuerwehrmänner wird durch eine Nachbarin aber neugierig und fängt an heimlich Bücher beiseite zu schaffen um diese nachts zu lesen. Das Treiben bleibt nicht unbemerkt, nicht von seiner Frau und auch nicht von Kollegen.
Mich hat dieser Streifen schon immer fasziniert. Francois Truffaut und sehr gute Schauspieler (dazu zähle ich vor allem auch den Feuerwehrkommandanten), die eine tiefsinnige und sogar spannende Geschichte zu erzählen haben. Ist es gar ein Kultfilm? Jedenfalls 10x besser als als dieser hirnlose Mist, der uns sonst vorgesetzt wird, wobei wir wieder beim Thema wären.
Bild:
Der Streifen ist nahezu 40 Jahre alt und das merkt man ihm eigentlich nicht unbedingt an. Die Farben sind gut, besonders das Rot der Feuerwehr sticht heraus. Filmbeschädigungen gibt’s, hauptsächlich aber nur kleine, insbesondere kleine weiße Blitze sieht man häufig. Es ist aber nicht dramatisch. Die Schärfe schwankt, mal ist sie wirklich gut, dann wieder weniger. Die Daten sind anamorph abgelegt, das Format beträgt 1:1,85. Ich geb mal die Note „befriedigend+“.
Ton:
Gibt’s in deutsch, französisch und englisch, jeweils Mono. Ich habe die deutsche Spur und teilweise die englische gehört. Sie erscheinen mir gleichwertig, gut verständlich, ohne rauschen aber halt auch ohne Räumlichkeit. Keine Frage, ein besserer Sound hätte mir schon gefallen können, wenn z.B. die rasanten Feuerwehrautofahrten von tiefen Streichern eindrucksvoll begleitet worden wären. Ich geb mal die Note „ausreichend+“.
Extras:
Ich denke der Film ist unter einer älteren Käuferschicht eher bekannt. Wer den im Kino gesehen hat, muß heute schon über 50 sein. Ob’s ein Blockbuster war, ich bezweifel es. Jedenfalls ist es anspruchsvolles europäisches Kino und das hat Extras verdient. Was hier aber Universal abliefert übertraff meine Erwartungen. Einen Audiokommentar der Hauptdarstellerin (Doppelrolle), ein Making Of, Extras für die Musik, für die Story, eine Fotogalerie und die Orginal-Anfangssequenz. Ganz klar ein „sehr gut“. Halt Stopp, leider keine Untertitel, dann nur ein "gut".
Fazit:
In Anbetracht des recht günstigen Preises ist diese VÖ nur als wirklich gut zu bezeichnen. Man hat meiner Meinung nach diesen Film ordentlich auf DVD umgesetzt, wenn man das Alter bedenkt. Ein „Herr der Ringe“ sieht und klingt natürlich ganz anders. Es hätte aber auch deutlich schlechter sein können. Empfehlung!
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am 9. Februar 2014
François Truffauts Verfilmung von Ray Bradbury's Dystopie über eine bücherfeindliche Gesellschaft, in der die totalitäre Kontrolle scheinbar nicht von einem diktatorischen Regime, sondern von der Allgegenwart der Medien herrührt, ist so eigenwillig wie treffsicher. Zwar weicht der Film in vielen Details von der Romanvorlage ab und zeichnet auf den ersten Blick ein fast zu idyllisches Bild von Bradbury's kalter, mechanisierter Gesellschaft, in dem einige der grausamen Details des Buches (z.B. der Mechanische Hund) ausgeblendet sind und zwischenmenschliche Wärme zumindest noch in Ansätzen vorhanden ist, während sie bei Bradbury vollkommen durch reibungsloses Funktionieren alltäglicher Abläufe, sorgfältig aufeinander abgestimmte Drogen und die alles übertönende Omnipräsenz der Unterhaltungsmedien ersetzt worden ist. Nicht zuletzt unterstreicht die Figur der Clarisse (die im Film deutlich erwachsener und sexualisierter auftritt als im Buch), dass Truffaut den literarischen Stoff von Bradbury's Roman zu einer ganz eigenen Geschichte verarbeitet.

Und doch bleibt Truffauts Film den Themen des Buches treu: An die Stelle der teilweise explizit visualisierten Grausamnkeit im Buch treten subtile Anspielungen, Szenen hinter Milchglas und um die Ecke herum aufgenommen, welche beinahe klinisch sauber und ordentlich inszeniert sind und darum nicht weniger intensiv wirken als das Buch und damit der Hauptbotschaft von "Fahrenheit 451" in jedem Augenblick treu bleiben: den unheimlichen und unheilvollen Konsequenzen für eine Gesellschaft, welche den Köpfen der Menschen die Bücher und damit auch der Gebrauch der eigenen Vorstellungskraft verbietet. Die oberflächlich saubere und unterschwellig brodelnde Stimmung in der Gesellschaft erhält ihre Intensität nicht zuletzt durch die hervorragende, vielschichtige Schauspielerleistung der Hauptdarsteller (Oskar Werner, welcher der Figur Montags ein ganz eigenes, stilles Gesicht mit Tiefe verleiht, und Julie Christie, welche die beiden Figuren der Mildred/Linda und Clarisse mit Temperament und Leben füllt)

Die DVD ist filmisch vollkommen in Ordnung - behält jedoch die Farb- und Konturenqualität, welche die 70er Jahre kennzeichnet. Synchronisation und Untertitel funktionieren gut, und das Bonusmaterial bietet vielfältige und interessante Einblicke in die Ansichten Truffauts und Bradburys, die hinter der Geschichte stehen.
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TOP 1000 REZENSENTam 30. September 2011
In einem Staat in der Zukunft ist es ein schweres Verbrechen, Bücher zu besitzen oder zu lesen.
Die Bücher gelten bei der Obrigkeit als Hauptgrund für ein nicht systemkonformes Denken und Handeln, bei dem man bestrebt ist, möglichst eine Gleichschaltung aller Menschen zu erreichen.
Trotzdem ist für gute Unterhaltung gesorgt. Es gibt Pillen für alle Bedürfnisse und jeder gut sortierte Haushalt hat eine Videowand, denn im TV läuft in Dauerschleife die Sendung über die Familie, moderiert von einer netten Cousine (Gillian Lewis).
Montag (Oskar Werner) ist aufstrebender Feuerwehrmann mit Ambitionen zum Aufstieg.
Während seine hübsche Frau Linda (Julie Christie) zuhause ständig vor der Glotze hockt und sich nicht mehr an vergangene schöne Zeiten mit ihrem Mann erinnern kann, jagt ihr Gatte mit Begeisterung Bürger, die Bücher besitzen.
Sein Eifer macht Eindruck beim Captain (Cyril Cusack), lediglich sein Kollege Fabian (Anton Diffring) missgönnt ihm den beruflichen Erfolg.
Der Job bei der Feuerwehr ist vielseitig und interessant, die Bücher werden noch an Ort und Stelle verbrannt.
Auf den Helmen und Uniformen der Feuerwehr steht die Zahl 451, denn bei dieser Fahrenheit-Temperatur fängt Papier Feuer die Bücher entzünden. Außerdem tragen die Uniformen einen Salamander auf der rechten Schulter, ein Tier, von dem es in Legenden heißt, es könne im Feuer leben.
Dementsprechend flösst der Feuerwehrmann bei der Bevölkerung Respekt wenn nicht sogar Angst aus.
In der Schwebebahn lernt Montag die junge Clarissa (ebenfalls Julie Christie) kennen, die seiner Frau ähnlich sieht und die in Montag eine Kehrwende auslöst. Er beginnt sich dafür zu interessieren, warum die Bücher so gefährlich sein sollen, dass man sie verbrennen muss.
Die staatliche Erklärung, dass diese zu selbstständigem und somit gefährlichem Denken anregen, was unweigerlich zu einem anti-sozialemn Verhalten führe und so die Gesellschaft destabilisiere, reicht ihm nicht mehr. Er beginnt heimlich in seinem Haus zu lesen...
Francois Truffauts "Fahrenheit 451" ist einer meiner 60er Jahre Lieblingsfilme, der Film entstand nach dem gleichnamigen dystopischen Roman von Ray Bradbury aus dem Jahr 1953.
Die Musik stammt von Bernard Herrmann, für die großartige Kameraarbeit zeichnet Nicholas Roeg verantwortlich.
Dabei wird ein sehr interessantes Zukunftsszenario entworfen mit einem immer gleichgültigeren Menschen entworfen, der keine Lust auf Denken hat, gleichzeitig ist der Film auch eine Hommage an die Literatur.
Interessanterweise kann man in "Fahrenheit 451" auch wieder viel von Hitchcock entdecken, der Film ist sicherlich neben Hitchcocks "Die Vögel" einer dieser merkwürdigen, sonderbaren und verschrobenen Meisterwerke, die eigentlich in jeder Einstellung überzeugen.
Besonders ergreifend die Szene, als eine riesige Bibliothek mit vielen seltenen Kostbarkeiten samt Besitzerin und Buchnärrin (Bee Duffell) abgefackelt wird.
Oder auch die an "Vertigo" angelehnte Szene, als Clarissa den Schulkorridor entlang läuft und der kleine Schüler (Mark Lester) angstvoll vor ihr flüchtet.
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am 3. Dezember 2013
Fahrenheit 451 ist ein sehr gut gedrehter Sience Fiction Film aus dem Jahre 1966. Er handelt von der völligen Unterdrückung des Menschen durch ein totalitäres Regime. Die Vorlage zum Drehbuch lieferte Ray Bradbury mit seinem gleichnamigen Roman.
Dieses Werk ist ein filmischer Leckerbissen, auch wegen des schwierigen aber exzellenten und wunderbaren Oscar Werner und auch wegen der wunderbaren Julie Christie, diesmal sogar in einer Doppelrolle. Regie führte Francois Truffaut. Die Freundschaft zwischen Truffaut und Werner ging mit diesem Film in brüche.
Das Bild und der Ton sind gut, an den Extras wurde nicht gespart. Für Cineasten ein Muß.
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am 12. Juni 2014
Vorbemerkungen (Hinweis: Diese DVD in Farbe ist in englischer, französischer und deutscher Sprache!)
Wenn die „political correctness“ nicht offiziell als Staatskonfession zur totalen Überwachung die Rechtfertigung liefert, muss es einen Katalog der möglichen Verstöße geben, den nur die Exekutive kennt und dementsprechend behandelt. Und will man die Gesinnungen, die Gewissensfreiheit, die der Presse und aller übrigen Organe der freien Meinungsäußerung unter Kontrolle bringen, muss man mit der totalen Medienüberwachung auch den ärgsten Feind bekämpfen: das Gedruckte, die Bücher, die noch im Besitze der Privathaushalte oppositionelles Gedankengut verbreiten können. Mit entsprechenden anderen Kunstwerken wird es sich nicht anders verhalten.
Nun gibt es zwei Methoden, den Leuten das Denken abzugewöhnen. Die „demokratische“ ist das Gütesiegel des „In sein“, des Gehorsams gegenüber dem Zeitgeiste und der Mode, die jedes freie Denken lähmen. Wer sich dennoch als Individuum nicht beugt, wird durch Mobbing ausgegrenzt. Oder es herrscht die totalitäre, indem man alles konfisziert und vernichtet, was jemals menschliche Gemüter im Zustande der Erschöpfung zu künstlerisch gewachsenen Aufbaumitteln der Psyche greifen lässt.
Das Werk
Unser Film beschränkt sich auf die Bespitzelung der Bevölkerung durch die „Feuerwehrleute“, und findet sich ein Buchbesitzer, ist sein Bestand, auch der selbst verfassten Manuskripte wie etwa diese Rezension, der Vernichtung preiszugeben; bei 451 Fahrenheit Hitze beginnen Bücher zu brennen. Denn im gedruckten Wort liegt jener Widerstand, den jedes autoritäre System zu fürchten hat; eine Gehirnwäsche durch die Massenmedien wird wieder unwirksam, sobald der suchende Geist wieder fruchtbare Nahrung erhält (vgl.: Der Club der toten Dichter). Das System der Macht legt seinen atembeklemmenden Schatten auf das gesamte Leben. Die technokratische Welt verwaltet das Menschenmaterial als nutzbringend einsetzbare Masse, und die Überwachung sorgt dafür, dass niemand seiner Nutzbarmachung entkommt. Was andernfalls geschieht, muss der Zuschauer nicht auch noch erleben, er kann es sich, dank seiner Kenntnisse der Historie, durchaus ohne Mühe vorstellen. – Der Feuerwehrmann Montag wird für eine Lehramtsanwärterin in der Schwebebahn interessant, weil er anders zu sein scheint als die teilnahmslos dahindösenden übrigen Fahrgäste. So kann sie ihm berichten, dass man sie nicht in den Beruf lasse, weil sie nicht ins Bild passe. Zu Hause erleben wir Montags Frau Linda als gläubige Fernsehkonsumentin, und als er ihre Rolle der Angepasstheit stört, weil er selbst verbotenerweise Bücher ergattert und liest, denunziert sie ihn und treibt ihn so in die Flucht. Die Lehrerin ohne Arbeit ist schon geflüchtet, als man ihren Onkel verhaftet hatte. Man trifft sich bei den Buchmenschen wieder: Jeder von ihnen lernt ein Buch seiner Wahl auswendig, dann wird es vernichtet. Montag hatte sich der Verhaftung entzogen, als man sein Haus durchsuchte und die Bücher verbrannte, indem er den Flammenwerfer auf seinen Vorgesetzten richtete. Weil er danach erfolgreich fliehen konnte, wurde ein anderer, Unschuldiger statt seiner aufgespürt und vor der Fernsehkamera erschossen.
Der ethische Aspekt
Erwähnten wir die „demokratische“ Aussonderung der sozial Unverträglichen, die sich von keinem der Plebiszite des befragten Volksgeschmackes beeindrucken lassen, so hat es die gleiche eliminierende Wirkung wie die physische Verfolgung. Denn die ins Abseits Gedrängten befinden sich plötzlich in einer Art zoologischem Garten öffentlichen Meinungsghettos und, je nach dem Grade ihrer Freiheits- und Wehrgelüste, in entsprechend gesicherten Gehegen wieder. Füttern ist hier streng verboten. Die Masse der Besucher, also die gefügig gehaltene Menge der Gleichgeschalteten, fühlt sich außerhalb der Gehege als denen da drinnen geistig und durch die Evolution überlegen, sie dürfen über die Weggesperrten lachen, weil sie wissen, wie furchtbar die Waffe der Verachtung sein kann – sind sie ihr doch erfolgreich durch Unterwerfung entronnen.
Wenn also die Geflüchteten sich im Niemandslande unerkannt verbergen und die markantesten Dokumente der Literatur, der Philosophie, der Erkenntnisse aller Sparten sich durch Auswendiglernen verfüg- wie vererbbar erhalten, so spiegelt dies die Hoffnung, dass es immer und zu allen Zeiten Refugien in der Natur gegeben hat, in denen sich abseits aller Ausrottungsversuche des homo erectus Leben retten und ausbreiten kann. Aber spielt dann der einzelne noch eine entscheidende Rolle der Einmaligkeit? Das will uns die Handlung übermitteln: Jedes Individuum lernt nur ein Werk auswendig und gibt dieses an seinen Erben weiter. So wird erst durch den Zusammenschluss aller Literaturträger eine Gemeinschaft möglich, in der das individuelle Denken Kultur hervorbringen wird. Dort werden auch Rezensionen wie diese überleben dürfen.
Der schöpferische Vollzug
In „Fahrenheit 451“ frohlockt der Brandmeister über die einzigartige Gelegenheit, eine ganze private Bibliothek vernichten zu können – es ist ihm ein Geschenk! Die Besitzerin hat nur eben noch die Zeit, in ihrem Antlitz das Erleben der absoluten Diskrepanz zwischen Proletentum und durchgebildeter Humanität wechseln zu lassen, bevor sie selbst das Streichholz anreißt und auf den kerosingetränkten Literatur- und Denkerschatz fallen lässt. Sie schützt damit das Geheimnis jener Verschollenen, die abseits aller „Zivilisation“ Kultur leisten, indem sie die Werke großer Dichter und Schriftsteller in sich aufnehmen und auswendig lernen.
Und darum bringt es der Feuerwehrmann am Ende seiner „Karriere“ fertig, den Flemmenwerfer gegen seinen Vorgesetzten zu zünden, weil dieser die Waffe auf ihn richtet und ihn zu töten droht. Dieser Verzweiflungsschritt ist auch bei Schöpferischen möglich, wenn sie keine andere Wahl mehr haben und jeder Disput mit der Inkarnation aller Dummheit sinnlos geworden ist. Aber dieser Brand ist zugleich auch symbolisch zu sehen: Dieser Mann setzt nicht nur die Mörder aller Bildung und Kultur in Flammen, sondern vor allem das Fanal zum weithin sichtbaren Widerstand gegen die dogmatisierte, zur Verfassung erklärten Verblödung des homo sapiens. Ich denke, das ist schon wieder Kultur: - das Übel durch zündende Argumente einzuäschern!
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am 26. März 2015
Bradburry erzählt die Geschichte eines Zweiflers der eingebunden in einem gesellschaftspolitischen Sysytem, das Emotionen und Sozialisation durch Tabletten, TV-Manipulation und Bücherverbrennungen zu unterbinden versucht. Feuerwehrleute sind Exekutivorgane, die durch Bücherverbrennungen (Papier brennt bei 451° Fahrenheit) das Regime an der Macht halten. Fahndungen, Razzien, sogar groß angelegte Brandstiftungen, um den Büchern und ihren Lesern den Garaus zu machen, sind die gebotenen Mittel. Totale Überwachung und Denunziation sind das "Futter" Ihrer Ermittlungen.
In diesem Zusammenhang sind "Schöne neue Welt" (Bradburry) und "1984" (Orwell) zu nennen, die sich ebenfalls mit den Auswüchsen totalitärer Systeme befassen. Wenn es bei 1984 kein gutes Ende nimmt, so versucht Bradburry in Farenheit 451 aufzuzeigen, dass es immer Hoffnung gibt, so lange freie Geister sich Fantasie und Kultur bewahren.
Die von Franciose Truffaut inszenierte Geschichte mutet nach heutigen Massstäben etwas spartanisch an, was jedoch auch Stilmittel sein kann. Er schafft eine seltsame, distanzierte Atmosphäre, in der die Akteure (Julie Christie in einer Doppelrolle, Oskar Sima als Feuerwehrmann Montag) mit starrer, unemotionaler Mine agieren. Nähe wird durch die Regie, wie in der Geschichte nicht zugelassen. Dies wird aufgebrochen, sobald "Abweichler"/"Bücherfreunde" in Mmontag's Leben treten. Der Gegensatz ist spürbar herausgearbeitet. Die Wandlung Montags spitzt sich dramatisch zu.
Dieser Film lebt auch von dem Versuch, mit der vorhandenen Architektur der 1960er die kühle Atmosphäre der Menschen untereinander einzufangen und aufzuzeigen, dass die zu dieser Zeit herrschende Technink-Euphorie bereits ihre Grenzen hat. Durch die Rationalität der damaligen in Mode gekommen Architektur unterstreicht die Kühle, die sich um alle legt, die dem System folgen. Menschen funktionieren, reflektieren nicht mehr ihr Tun und folgen blind den Werten und Richtlinien der anonymen führenden Kaste..
Mit seinen minimalistischen, kühlen Bildern steht dieser Film klar im Gegensatz z.B. zu "Metropolis", der zwar auch moderne Sklaverei und Massenmanipulation zu Thema hat, aber mit deutlich Größerer Bildgewalt daherkommt. - Ist vielleicht nicht ganz fair, einen Stummfilm zum Vergleich heranzunehmen.
Der Film lässt den Betrachter in einem zwiespältigen Gefühl zurück. Zum Einen die Hoffnung auf die Rückkehr zu humaner Zivilisation und Kultur, zum Anderen die geringe Wahrscheinlichkeit sowohl das gesellschaftliche als auch biologische kalte Klima überwinden zu können. Hier ist auch die Asexualität zu nennen, da die "antrainierte" Unfähigkeit der Protagonisten, Beziehungen aufzubauen dem im Wege steht.
Ein spannender Film, der sich mehr durch Inszenierung, als durch große Bilder trägt. Für Freunde des Genres und dieses Themas ein wichtiger Baustein in der Sammlung Sience Fiction. Für Freunde des Mainstream nur bedingt tauglich.
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VINE-PRODUKTTESTERam 16. September 2013
Die Feuerwehreinheit "451" hat den Auftrag, alle Bücher, der Besitz von Büchern ist verboten, zu vernichten. Und zwar durch Feuer; dem Feuerwehrmann Montag (glänzend gespielt von Oskar Werner) kommt es völlig absurd vor, als er hört, dass die Feuerwehr in früheren Zeiten Feuer gelöscht haben soll... ihren Namen hat die Feuerwehreinheit von der (angenommenen) Entzündungstemperatur von Papier gemessen in Fahrenheit.

In der beschriebenen Gesellschaft ist aber nicht nur der Besitz von Büchern verboten, alles individualistische ist untersagt. Das System wünscht Menschen, die sich berieseln lassen und ihre Gefühle durch die Benutzung von Drogen regulieren.
Der Feuerwehrmann Montag bekommt Kontakt zu seiner Nachbarin Clarisse (glänzend Julie Christie, die in einer Doppelrolle sowohl Montags Frau als auch die Nachbarin spielt), die ihn durch Fragen dazu bewegt, selbst zu denken. Dadurch verändert sich das Leben Montags grundlegend.

Bild- und Tonqualität sind hervorragend. Die zahlreichen Extras vermitteln einen neuen Blick auf diesen über 40 Jahre alten Film, besonders gelungen finde ich das 45-minütige making-of. Die Verbindungen Truffaut-Hitchcock belegt mit Beispielen aus dem Film, das zerrüttete Verhältnis Truffaut/Werner mit teils wirklich eindrücklichen Beispielen, den neuen Blick, den Nicolas Roeg auf einzelne Aspekte eröffnet.
Aber auch das 15-minütige Interview mit Truffaut, das Feature mit Ray Bradbury, das gelungene booklet &&&& - eine rundherum gelungene blu-ray
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