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am 14. September 2017
Super Buch kann es nur weiter empfehlen ,Spannende Geschichte super geschrieben und in ein Ruck ist mann durch .Geeignet auch für Schulkinder
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am 3. Januar 2007
"Wer die Nachtigall stört" gehört zu meinen Lieblingsbüchern. Es begleitet mich schon seit meiner späten Kindheit. Harper Lee hat eine wunderbar natürliche Erzählweise. Beim Lesen kann ich mich richtig in der Handlung verlieren, so als würde ich alles hautnah miterleben. Das Geschehen wird aus der Sicht der neunjährigen Jean-Louise (Scout gerufen) geschildert. Ihre frische und fröhliche Art macht mir das Buch so liebenswert. Dabei ist die Geschichte bei weitem nicht heiter. Sie trägt die dramatischen Züge einer harten Zeit.

Scout und Jem (12), die Kinder von Atticus Finch wachsen im Süden Amerikas, in den dreißiger Jahren, ohne Mutter auf. Im Trubel um Rassenhass und Diskriminierung verleben die Zwei eine relativ unbeschwerte Kindheit. Sie bekommen viel Liebe, Verständnis und Geborgenheit.
Neben den Sorgen, denen die Familie ausgesetzt ist, sehen sie gerade in ihrem Vater ein großes Vorbild, Probleme zu meistern. Atticus packt zu, auch wenn es unangenehm oder sogar richtig schlimm wird. Aber die Kinder sind zu jung um manche Situationen wirklich zu verstehen. Deshalb lehrt er sie, durch liebevoller Konsequenz, ihre Meinung zu vertreten, Schwierigkeiten nicht aus dem Weg zu gehen und ihre Fehler wieder gut zu machen. Atticus weiß, mit dem, was seine Kinder aus ganzer Kraft geschafft haben, können sie ohne Furcht umgehen.
Scout und Jem erleben wirklich schöne Abenteuer, sehr zur Freude ihres Vaters und der liebenswerten Nachbarn. Mit den anderen Leuten, den kauzigen und gemeinen, muss die Familie ebenfalls klar kommen, und das ist nicht immer einfach.
So erfahren die Kinder auch viel Leidvolles und sind gezwungen mancher Erschütterung stand zu halten. Aber genau das stärkt sie. Mit der Sicherheit nie alleine zu bleiben, gehen sie beherzt vorwärts und dürfen sogar mächtig stolz auf ihren mutigen Vater sein.

Atticus Finch handelt stets nach seiner Überzeugung und seinem Gewissen folgend. Dabei tut es ihm oft weh, in manchen Situationen selbst von guten Freunden enttäuscht und im Stich gelassen zu werden. Aber vieles wird eben auch vom Zeichen der Zeit bestimmt.

Der Roman schildert eindringlich, wie falsche Vorstellungen Menschen prägen, und sie dadurch anderen sehr Schlimmes antun können. Da zeugt es von Größe, sich quer zu stellen, gegen den Strom zu schwimmen.

Auch Scout und Jem müssen herausfinden, welche Werte zählen, wer es gut mit ihnen meint und wer ihr uneingeschränktes Vertrauen verdient. Und sie werden es herausfinden, auch wenn es sie nötigt in manchen Fällen umzudenken.

Herrlich liebenswwert ist unter anderem die Geschichte mit Boo Radley. Da können sogar wir Leser noch Erfahrungswerte sammeln.

Respekt und Hut ab vor Harper Lee, die mit ihrem einzigen Roman den Pulitzerpreis hundertprozentig verdient hat.
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am 17. Juli 2017
Dieser Roman wird aus der Sicht eines Kindes erzählt. Scout und Jem Finch, anfangs 6 und 10 Jahre alt, leben mit ihrem Vater Atticus, einem Rechtsanwalt, im fiktiven Örtchen Maycomb in Alamaba. Scout berichtet von ihren Erlebnissen, den Menschen in dem kleinen Örtchen, der Schule, ihren Streichen und den Nachbarn. Besonders der direkte Nachbar Boo Radley hat es ihr und ihrem Bruder angetan, da er nie das Haus verlässt, und die beiden ihn noch nie zu Gesicht bekommen haben. Auch ihre Tante Alexandra, die für längere Zeit bei ihnen wohnt und aus Scout eine Lady machen will, da diese immer lieber Hosen als Kleider trägt, sich gern prügelt und auch ansonsten lieber mit Jungen als mit anderen Mädchen spielt, wird beschrieben. Atticus ist ein liebevoller Vater, der voll und ganz auf seine Kinder eingeht, sie wie kleine Erwachsene behandelt. Vielleicht erscheint Scout deshalb teilweise altklug und sehr weit für ihr Alter, was das Verstehen und Beobachten ihrer Umwelt betrifft.
Atticus übernimmt den Fall eines schwarzen Landarbeiters, Tom Robinson, der ein weißes Mädchen vergewaltigt haben soll. Ganz Maycomb ist in Aufruhr, da Schwarze in den 30er Jahren nichts wert waren und der Rassismus hohe Wellen schlug. Wenn ein Schwarzer gegen einen Weißen vor Gericht steht, egal um was es geht, gewinnt immer der Weiße, ohne Frage, so das Credo von damals. Atticus setzt sich sehr für Tom Robinson ein und versucht alles, ihn vor einem schlimmen Urteil zu retten.
„Man kann einen anderen nur richtig verstehen, wenn man in seine Haut steigt und darin umherläuft“.
Harper Lee hat mich mit ihrem ausdrucksstarken, leichten, lebendigen und natürlichem Schreib- und Erzählstil sofort in den Bann gezogen. Die Erzählweise von Scout ist toll getroffen, manchmal altklug wirkend für ihre Alter, kommt auf der anderen Seite auch gut ihre Kindlichkeit zum Ausdruck. Auch ihr Bruder Jem, der in die Pubertät kommt und sein Verhalten sich verändert, wird realistisch dargestellt. Die schwarze Haushälterin Calpurinia, die ihr Herz am rechten Fleck hat, wird ebenso toll dargestellt. Besonders Atticus, ein weiser, mitfühlender und gerechtigkeitsliebender Mann, der alle Menschen gleich gut behandelt , hat hervorgestochen einen beeindruckt. Durch seine zielstrebige Art, sich von nichts und niemandem beeinflussen oder einschüchtern zu lassen, geht er seinen Weg und setzt sich für die Armen und Benachteiligten ein. Wobei nicht alle Mitbürger aus Maycomb Verständnis dafür zeigen.
Ich bedaure sehr, diesen Roman erst jetzt gelesen zu haben. Dieser Klassiker der Weltliteratur ist einfach bemerkenswert. Nachhallend, nachdenklich machend, ergreifend und berührend. Zusätzlich mit warmem Humor behaftet einfach ein wahres Lesevergnügen.
Ein Plädoyer gegen Rassismus, für die Gleichheit aller Menschen, Zivilcourage und Gerechtigkeit. Ein Klassiker, ein Roman welchen man einfach gelesen haben muss. Eine Bereicherung für jeden Lesefreund.
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am 24. März 2017
... und die Lesung hier steht dem Roman in nichts nach. Das passiert eben - eine solche ultraradikale Wirtschaftskrise nämlich - wenn man den Finanz-Oligarchen das Feld überläßt. Die Folgen, die, nicht nur in den USA, ab 1930 zu beobachten waren, sind bekannt. Die gleichen Folgen werden wir in den nächsten Jahren in ganz ähnlicher Weise erleben, denn die damaligen Verhältnisse sind den heutigen durchaus vergleichbar. Nicht, daß wir einen neuen Hitler zu befürchten hätten (das überlassen wir Erdogan in der Türkei) - nein: Das, was wir zu befürchten haben und jetzt schon erleben, ist eine vollständige Abhängigkeit "unserer" Politiker von der Hochfinanz, verbunden mit einem grausamen Zynismus und Rattenfänger-Sprüchen im Wahljahr 2017, sprich also dem, was die Menschen glauben und hören wollen. Nichts von alledem, was uns heute versprochen wird, wird eintreten. Ganz im Gegenteil. Was uns bleibt: Die Dinge mit den Augen der Kinder zu sehen, so wie im Roman, und uns, wie Atticus Finch, von Vorurteilen und sinnlosen Aggressionen freizuhalten. Es wird schwerfallen, und bei Gott: Es wird wehtun.
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am 18. Februar 2006
Dieser mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Roman hat sich im Sturm die Herzen von Millionen amerikanischer und nun auch deutscher Leser erobert. Die aus Alabama gebürtige junge Harper Lee ist damit über Nacht weltberühmt geworden. Fremdsprachige Ausgaben ihres Buches erschienen in fast allen Kultursprachen. Der Film, in dem Gregory Peck den Rechtsanwalt Atticus Fink spielt, wurde auch in Deutschland gezeigt. Der Roman führt uns in eine Welt, die uns durch Tom Sawyer und Huckleberry Finn vertraut ist. Wie Mark Twain beschwört Harper Lee den grünen Zauber und die versponnene Poesie eine Kindheit im tiefen Süden der Vereinigten Staaten. Das Mädchen Scout und ihr Bruder Jem, die Kinder des Kleinstadt-Anwaltes Atticus Fink, wachsen in der heilen Welt väterlicher Obhut und Liebe auf und unter dem strengen Regiment der schwarzen Calpurnia. Wir sind in der Zeit unschuldiger Spiele versetzt, übermütiger Schul- und Ferienabenteuer, aber auch erster schmerzlicher Berührungen mit dem rätselvollen Dasein der Erwachsenen: Ist in jenem düsteren Nachbarhaus der schlimme Boo Radley wirklich von seinem Vater seit Jahren ans Bett gefesselt? Oder ist es gar Boo Radley, der ins alte Baumversteck für Scout und Jem Geschenke legt? Warum ist es denn Sünde, wenn Maudie Atkinson den „Engelsatem“ ihrer Blumen liebt? Und wieso verdammen die Fußwaschenden Baptisten „alles, was Freude macht“? Weshalb ist Vater Atticus der Schandfleck der Familie, weil er einen Neger verteidigt? Sind denn nicht alle Menschen gleich? Langsam dringt ahnungsvolle Furcht in dieses Reich der Kindheit, und Vater Atticus hat alle Mühe, Scout und Jem durch Spannungen und Zwiespälte, in die sie eine puritanisch engstirnige Umwelt stürzt, hindurchzuführen und ihren Glauben an den Menschen zu retten. Aber auch er selbst, der sie den Respekt vor fremdem Leben gelehrt hat, muss seine Prüfung bestehen: Obwohl Recht und Menschlichkeit auf seiner Seite sind, kann er den Justizmord an dem Neger Tom, der sich an einer Weißen vergangen haben soll, nicht verhindern, und in dieser Niederlage muss er noch um die Achtung seiner Kinder bangen. Die Geschwister wachsen an diesen tragischen Konflikten zu tolerant denkenden und nur ihrem Gewissen verpflichteten Menschen heran.
Harper Lee hat hier nicht nur einen durch menschliche Güte und stillen Humor gewinnenden Roman geschrieben, sondern ein gültiges Werk der Literatur von hohem erzieherischem Wert geschaffen!
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am 29. Juli 2017
Mit den Augen der anfangs 7jährigen "Scout" sehen wir in ihre Familie und das Leben in der kleinen Stadt Maycomb/Alabama in den 1930er Jahren hinein. Wir lernen ihren Bruder Gem und ihren Vater kennen, den Rechtsanwalt Atticus Finch. Wir erfahren, dass ihre Mutter starb, als sie 2 Jahre alt war, und dass seither die farbige Haushälterin Calpurnia für ihre Erziehung zuständig ist. Wir schmunzeln über die zarten Liebesgefühle und das Heiratsversprechen, das der ebenfalls 7jährige Sommerferiengast Bill ihr gibt. Und erst nach vielen, vielen Seiten, wenn wir schon ein wenig gewöhnt sind an das alltägliche Leben von Maycomb, passiert etwas. Atticus übernimmt die Verteidigung des Farbigen Tom Robinson, der angeblich eine junge weiße Frau vergewaltigt haben soll. Schnell wird klar, dass er unschuldig ist. Aber die 12 weißen Geschworenen sprechen ihn trotzdem schuldig. Wie ist das möglich? Eigentlich hat die unglückliche junge weiße Frau den farbigen Familienvater Tom bedrängt und zu verführen versucht. Aber er ist nicht darauf eingegangen, ist einfach weggelaufen, und es ist nichts passiert. Jedoch der Vater der Frau hat das Ganze mitbekommen, hat sie als Hure beschimpft und geschlagen. Und weil nicht sein kann, was nicht sein darf, verurteilen die 12 Geschworenen lieber Tom für eine Vergewaltigung, die niemals stattgefunden hat, als dass sie einem Farbigen gegenüber einer Weißen Recht geben.

Sehr fein und einfühlsam erzählt Harper Lee in ihrem preisgekrönten Roman von 1960 (Neuausgabe 2015) diese starke Geschichte über Recht und Unrecht, Wahrheit und Lüge, gesellschaftliche Normen und Rassismus. Wir verstehen mit dem Kinderherzen der 7jährigen Scout, dass auch ehrbare, ordentliche Menschen ihre dunklen Seiten haben, und manchmal Dinge tun, die böse und verkehrt sind. Wir verstehen, wie Scham und eine Lüge in einem Menschen immer weiter bohren können, so dass er (sie) sich lieber einen Sündenbock sucht und einen Unschuldigen zu Tode bringt, als schlicht und einfach die Wahrheit zu sagen. Weil die Wahrheit manchmal so schmerzlich ist, dass man sie sich selber nicht eingestehen kann. Eigentlich müsste man sich voller Reue im Gebet an Gott wenden und ihn um Vergebung bitten und unter Tränen die Wahrheit sagen. Aber wenn Menschen das nicht tun, nicht können, dann braucht es solche Menschen wie den Rechtsanwalt Atticus Finch, die stellvertretend für alle anderen fest bei der Wahrheit bleiben und die Anfeindungen und das Anspucken und die Gewalt aushalten, die derjenige erfährt, der sich gegen die allgemeinen Normen stellt.

Ein großartiger Roman, zeitlos schön und traurig, ein Plädoyer für Menschlichkeit, Wahrheit und Recht.
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"Wer die Nachtigall stört ..." ist die einzige Buchveröffentlichung Harper Lees und dieses Werk ist außergewöhnlich in seiner Art. Dieser Roman ist inzwischen schon fast ein Klassiker der amerikanischen Literatur des 20. Jahrhunderts und hat meiner Meinung nach erzieherischen Wert.

Erzählt wird die Kindheit von Jean Louise "Scout" Finch, die mit ihrem Bruder Jem und ihrem verwitweten Vater Atticus Finch in den 1930er Jahren in einer Kleinstadt in Alabama heranwächst. In den Südstaaten leben die Menschen noch nach altem Muster, Rassenhass und Vorurteile gegen Farbige gehören zum Lebensalltag dazu. Scout beschreibt aus ihrer kindlichen Position heraus ihre Sicht der Dinge und dadurch wird unterschwellig Kritik geübt, die sich durch den gesamten Roman zieht. Diese besondere Erzählperspektive macht die Geschichte so einzigartig und besonders.

Atticus Finch ist Rechtsanwalt und verteidigt einen Schwarzen, der wegen Vergewaltigung angeklagt ist. Er steht nicht nur vor dem Gesetz für die Gleichheit und Toleranz ein, ist für seine Kinder ein liebevoller Vater, der sie zu verantwortungsbewußten, toleranten Menschen erzieht. Dieser Charakter des Atticus ist der Autorin so unvergleichlich gut gelungen, dass man als Leser fast an seinem Mensch-Sein zweifelt. Ihn umgibt eine wunderbare Personen-Aura, die einfach begeistert.
Scout hat mit kindlichen Ängsten und Jem mit der Pubertät zu kämpfen, ihnen fehlt ihre Mutter, auch wenn der Vater sich liebevoll um sie kümmert.
Das verleiht der Handlung sehr viel Lebendigkeit und echte Authenzität, die feinsinnig beim Leser ankommt. Die Entwicklung der Kinder kann man direkt miterleben und sieht die erzieherischen Erfolge ihres Vaters.

Die Gesellschaftskritik der Autorin wird durch die naive Sicht von Scout überdeutlich gemacht und man liest betroffen den offenen Rassenhass und das daraus resultierende Unrecht. Dieses Buch ist vom Inhalt her immer wieder aktuell, denn Mobbing und Diskriminierung gibt es immer wieder.

Der schön zu lesende Erzählstil ist sehr warmherzig und mit einem feinen Humor, einfühlsam und dennoch spannend zu verfolgen.
Selten bewegte mich ein Buch mehr als dieses und ich werde es immer wieder lesen. Ein Buch über Menschlichkeit und Toleranz, die jeder leben sollte.
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am 12. Oktober 2004
Scout, die Ich- Erzählerin, Jem, ihr Bruder und Dill, der Junge, der immer seine Ferien in Maycomb County verleben muss, wollen Boo Radley zu Gesicht bekommen. Das ist der Sohn des Radley-Ehepaares, der seit Jahren das Haus nicht verlässt. Dieses gespentische Anwesen erweckt die Furcht und die Neugier der Kinder. Wie kann man ihn herauslocken? Dabei soll doch das Grundstück vergiftet sein. In einem Astloch finden sie Kaugummi und seltsame Figürchen, wer versteckt sie dort? Gleichzeitig ist der Vater von Scout und Jem in einen Prozess verwickelt. Es geht genau genommen um Inzest, der inzestuöse Vater jedoch beschuldigt einen Schwarzen, sich an seiner Tochter vergangen zu haben. Dieser Schwarze hat jedoch einen kaputten und gelähmten Arm, er kann es nicht gewesen sein. Atticus verteidigt beherzt den Schwarzen und zieht sich den Zorn von Bob Ewell, dem Asozialen des Dorfes und Ankläger zu. Aber können die Geschworenen tatsächlich einen Schwarzen für unschuldig erklären?
Bob Ewell wird vor Gericht lächerlich gemacht und schwört Rache....
Jeder dieser Handlunsstränge wird fortgeführt wie ein Arm des nahegelegenen Mississippi und fliesst doch wieder in den grossen Strom zurück. Die Gefühlswelt des 9 jährigen Mädchen ist darüber hinaus so zauberhaft und glaubhaft geschildert, eine echte Rose im Knopfloch eines Buches, für das ich dankbar bin. Ohne aufdringlich zu sein belehrt es den Leser sanft darüber, was Zivilcourage bedeutet, was Toleranz ist, was es heißt, mutig zu sein. Ich bin froh, dieses Werk entdeckt und gelesen zu haben, einen Pfeiler der Literatur des amerikanischen Südens. Immerhin ein Lichtblick bei den Top 50 von "DAS GROSSE LESEN"...
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am 9. September 2016
Ein absolut lesenswerter Roman aus den USA, in dem Probleme weder unterdrückt noch durch Gewalt gelöst, sondern durch beharrliche Vorbildwirkung angegangen werden. Für mich steht dieses Buch neben anderen Leuchttürmen aus dem Englischsprachigen wie "1984", "Farm der Tiere" oder "Früchte des Zorns".
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am 22. Oktober 2006
Das vorliegende Buch hat mich sehr beeindruckt und nicht mehr losgelassen. In der Tradition von Mark Twain behandelt dieser Südstaaten-Klassiker das gesellschaftliche Leben in den USA im Jahre 1935, also zur Zeit von Präsident Roosevelt. Rassenhass und Vorurteile bestimmen das Leben in Maycomb City (Alabama). Dort wächst die neunjährige "Scout", eigentlich Jean-Louise Fink, zusammen mit ihrem Bruder Jem wohlbehütet als Tochter eines Rechtsanwaltes auf. Doch die Idylle wird getrübt, als ihr Vater, Atticus, eines Tages einen Neger, Tom Robinson, aus Überzeugung verteidigt. Tom Robinson soll eine Weiße vergewaltigt haben. Da Atticus die Verteidigung nicht nur als Pflicht ansieht, sondern von der Unschuld Toms überzeugt ist, ziehen sich die Finks den Hass einiger Leute in dem Dorf zu. Die Ereignisse eskalieren, als Tom, der trotz Atticus Verteidigung verurteilt wird - ein offenkundiger Justizirrtum - bei der Flucht aus dem Gefängnis erschossen wird. Der Vater der Weißen, der unsympathisch gezeichnete Bob Ewell, überfällt aus Rache die beiden Kinder und kommt dabei ums Leben. Unversehens endet die bislang idyllische Kindheit der Finks und Jem - der seine Schwester bei dem Überfall verteidigt hat, muss fortan mit einer Behinderung - einem verkürzten Arm, der ihm bei dem Überfall verrenkt worden war - leben.

Dennoch: die Autorin vermeidet - wie eine Rezension beim Erscheinen des Buches 1962 schrieb - die Perspektive der Bitterkeit. "Sie beschreibt mit dem Staunen und mit der Furchtsamkeit, die der erste Zusammenstoß mit der Wirklichkeit auslöst, Liebe und Obhut eines Vaters, der die Auseinandersetzungen mit dem rätselhaften Dasein der Erwachsenen lenkt." Der Vater, Atticus, erweist sich als Fels in der Brandung, als Hort der Rechtschaffenheit. Zwar ist er nicht erfolgreich in dem Sinne, dass er dem Recht zum Sieg verhelfen kann (einziger Erfolg bleibt, dass die Geschworenen Tom Robinson nicht innerhalb von 10 Minuten für schuldig befinden, sondern dafür rund 2 Stunden benötigen). Dennoch gelingt es ihm, seinen Kindern Vorbild zu werden - in seiner freundlichen und unaufdringlichen Menschlichkeit.

Menschlichkeit und der Wert von Freundschaften - dies wird durch diesen eindrucksvollen Roman packend demonstriert. Anstand siegt nicht immer; aber er macht das Leben lebenswerter. Dies alles lernt Scout mit der "Beobachtungsschärfe der Unwissenden, dem Erfahrung noch nicht den Blick verstellt hat", wie es die erwähnte Rezension der "Deutschen Zeitung" - in der Inhaltsangabe zum Buch zitiert - 1962 festgestellt hat.

Ein zeitloser Klassiker, bekannt durch den - leider stark gekürzten - oscarprämierten Film mit Gregory Peck als Atticus in der Hauptrolle -, der jedoch an Eindringlichkeit und auch an Aktualität bis heute meines Erachtens nichts verloren hat.

Unbedingt lesenswert.
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