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Kundenrezensionen

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am 14. Juli 2003
Nachdem "KID A" und "Anmesiac" wohl als Befreiungsschläge aus der kreativen Misere, das Überalbum "OK Computer" zu übertreffen, fast vollends gelangen, jedoch das Publikum eher verstörten, als erleuchteten, war es wohl nun an der Zeit, sich auch von diesen viel zu verkopften Ansätzen zu lösen. Die häufig als schräge und introvertierte Künstler dargestellten Mannen um Thom Yorke schlagen mit diesem Werk geschickt den Bogen zwischen den 3 Vorgängeralben, nur um im selben Atemzug neue, diesmal jedoch subtilere Fragen aufzuwerfen.
Mit dem Zitat aus George Orwells "1984" (2+2=5) beginnt der Hörer seine kleine Odyssee, getragen von den vermeintlich sanften Klängen des Openers, erlebt er nach einem Break jedoch schnell die Überraschung: Treibendes Schlagzeug und rockige Gitarren? Aber eigentlich erwartet man von Radiohead nicht mehr und nicht weniger als das Unerwartete. Das sphärisch minimalistische "Sit down. Stand up" artet letztendlich ebenfalls in ein bizarres, leicht verstörendes Klangewitter aus. Im Mittelpunkt des Songs steht jedoch wieder der höchst eigenwillige, paralysierende Gesang Yorkes, an dem sich bereits früher die Geister schieden und es wohl auch wieder tun werden.
Verstörung einmal mehr als Kalkül? Dieses Kunstgebilde ist verschachtelt wie minimalistisch, aufwühlend wie melancholisch, einfach eine Komposition zeitloser Musik. Die Sezierung der einzelnen instrumentalen und elektronischen Ebenen an dieser Stelle, erscheint im Angesicht dieser klanglichen Homogenität und der Verwebung zu einer untrennbaren inhaltlichen, wie musikalischen Einheit, beinahe wie eine Vergewaltigung, dieses imposanten, jedoch gleichermaßen zerbrechlichen Werkes. Die Gefahren der Verzettelung in technische Details oder gar Überproduktion sind in Anbetracht der vielen Ecken und Kanten dieses sperrigen Albums wohl geschickt umfahren worden. Beispielsweise wurden im Studio kaum digitale Hilfsmittel, sondern statt dessen beinahe antike analoge Geräte verwendet, um nicht in mathematische Seelenlosigkeit abzugleiten Es scheint so, als ob "Hail to the Theif" sowohl musikalisch, als auch textlich einmal mehr in alle Richtungen offen gehalten wurde. Vielfältiger, intelligenter und kontroverser (politische Diskussionen über den Titel werden dieser Schöpfung allerdings nicht gerecht) waren Radiohead wohl noch nie, auch wenn jeder die Details in vielen Durchläufen für sich entdecken muss...
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am 19. Juni 2003
Sie seien "eine Band für Intelektuelle", so sagt es uns der Spiegel. Sie werden als "die vielleicht beste Rockband heutiger Tage" gefeiert, aber manchmal unterstellt man ihnen auch, wie Nick Hornby in seiner Kolumne der New York Times, einen "nur bedingten Nutzen". Sie sind Radiohead - eine Band, dessen Platten man kaum noch gerecht werden kann, ohne sich schmerzhaftem Immer-wieder-Hören zu unterziehen und einer langen Liste Jazz-Elektronik-Verweise nachzugehen, die so ziemlich jeden Kritiker an den Rand seines Wissens stoßen lässt.
Und es wird nicht einfacher. "Hail To The Thief" vereint all das Spezielle, was dafür gesorgt hat, dass Radiohead "als vielleicht faszinierendste Band der Welt" (Musikexpress) gilt. Plattentest online zeigt es auf: Die monolithische Sperrigkeit von "Kid A", die pastorale Überhöhung von "OK Computer", der rockistische Überschwang von "The Bends", der sanfte Trost von "Amnesiac" - all das vereint sich auf diesen 60 Minuten Musik unter einem Titel, mit dem politisch Stelllung bezogen wird. "Hail To The Thief" ist nicht nur Name des Albums, sondern auch und vor allem Slogan einer Anti-Bush-Bewegung.
Musikalisch finden wir gitarrenstarke Unbequemlichkeiten, finstere Psychotrips, bewegen uns an den Rand der bisher gültigen Harmonielehre und hören - natürlich - das Erklingen unsterblicher Songs. Beziehungsweise Songpartikel. Denn etwas so einfaches wie ein Song wird einem bei Radiohead nicht unterkommen. Was wir finden sind vielmehr Aneinanderreihungen musikalischer Ideen, in denen Yorke seine Stärken verbindet. Er nimmt uns mit auf panische, hektische Ritte durch meditative Textzeilenwiederholungen, präsentiert britrockige Gitarrendonner, arbeitet mit Sequenzerloops, barocken und kammermusikalischen Parts.
Und es ist, als findet man diesen musikalischen Einfallsreichtum in jedem einzelnen Songpart, in jeder Zeile, Sekunde, in jeder - und wir übertreiben nur ein bisschen: Note. So viele Kleinstkosmen fantastischer Musikideen in nur einer einzigen Zeile. Und das mal 1000 macht einen Song - nein, keinen Song (das hatten wir schon).
Aber diese Track-Einheit wiederum mit 13 multipliziert ergibt den Makrokosmos, das Album "Hail To The Thief". Und auf diesem Makrokosmos gibt es so viel zu entdecken, dass ein Dauerhören der Platte nicht ausbleiben wird. Dafür jedoch werden die Gehörgänge, nach und nach, mit immer klarer erscheinenden Großartigkeiten belohnt: Computerspielereien, die angesprochenen großartigen Harmonien, die sich gar ausserhalb der Klassik-ästhetik befinden, Kontrapunktumkehrungen - oder auch, ganz konkret, analog-altmodische Konservativismen wie der Beginn des zunächst folk-lastigen "Go To Sleep". Und, gut versteckt vor scheinbarem Glattlauf, polyrhythmische Strukturen.
Alles so komplett verstrickt, dass selbst das Bestimmen des Tongeschlechts zu einem schier unmöglichen Unterfangen wird. Dur? Moll? Eigentlich ist es auch egal! Und sähe sich ein Musikwissenschaftler jetzt noch nicht ausreichend analytisch gefordert, so darf er sich gerne an die Polytonalität von "We Suck Your Blood" heranwagen - und es wird ihm kaum möglich sein.
Und wer von all dieser musikalischen Brillianz noch nicht überzeugt ist - wer immer noch, wie der anfangs erwähnte Nick Hornby, einen "bedingen Nutzen" unterstellt, oder wer wie der "New Musical Express" in dem groß angekündigten ersten weltweiten Review von "Verlust von Gefühlen" spricht - dem sei entgegengehalten, dass Radiohead bei allen musikalischen Purzelbäumen auch eine andere Weiterentwicklung zu "Kid A" und "Amnesiac" vollbracht haben. Alles klingt unbeschwerter und sogar das Mitsingen fällt wieder leichter.
Und das, obwohl Yorke wieder einmal alle Facetten seines gesangstechnischen Könnens zieht. Mal Monteverdi-Oper-Kastratenton, mal leidend, später wieder spöttisch-ironisch, manchmal auch punky, auf jeden Fall immer präsent - stets im Vordergrund. Stets das Zentrum. Der schwarze Faden durche ein rundum fantastisches Werk. Und da macht es auch nicht mehr viel, dass die metaphorischen Texte nicht unbedingt leicht zu interpretieren sind. Es würde ja auch nicht passen, wenn es anders wäre.
Und so sind Radiohead zwar komplex, aber genießbar und für einen Hörer, der seinem musikalischen Horizont eine Herausforderung gönnt, ein echtes Vergnügen. Aber, trotz aller Brillianz und trotz der konsequent notwendigen Höchstnote, eben auch nur für diese Sorte Hörer. Für die aber tut sich ein Stück große Kunst vor ihnen auf. Bei jedem Druck der Repeat-Taste ein wenig mehr.
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am 8. Mai 2008
Ich glaube vom Stil her kann man dieses Album am Ehesten mit "Amnesiac" vergleichen. Sehr dichte Kompositionen, jedoch überwiegend mit klarer Songstruktur, also nicht so experimentell wie "Kid A" und trotzdem abwechslungsreich.
Auch hier brauchte ich mehrere Durchläufe, aber jetzt gefällt mir das Album richtig gut. Schon der Opener "2+2=5" rüttelt einen schonmal auf.
Auch der Rest der Songs überzeugt. "Sail to the moon" und "I will" z.B. sind wahre Perlen und den Kauf wert.
Ich will es mir nicht antun, dieses "Hail to the thief" mit den anderen Radiohead-Werken zu vergleichen und in eine Hitliste zu pressen. Für den Einen mag es das beste Radiohead-Album sein, für den Anderen eins der Schwächeren.
Ich persönlich finde es klasse und verglichen mit den restlichen Veröffentlichungen aus dem Musikzirkus ist dieses Album eh eine Liga für sich!
Und Radiohead haben mit jedem ihrer Werke ein eigenes Universum geschaffen. Der eine verliert sich halt im "Kid A"-Universum, der andere im "The bends"-Universum, ich vielleicht am ehesten im "Amnesiac"-Universum. Am Ende ist es egal, denn im Radiohead-Kosmos ist für jeden etwas dabei!
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am 19. Mai 2003
"Kid A" und "Amnesiac" waren nicht gerade leichtverdauliche Scheiben, und - ich gebe es zu - so manche Tracks darauf sind mir bis heute verschlossen geblieben. Deswegen ging ich auch mit großer Skepsis an HTTT heran, denn es stand zu befürchten, daß sich Thom Yorke nebst Anhang in absolut experimentelle, abgehobene Sphären verabschieden würden.
Doch was ich dann hörte, zauberte mir ein seliges Lächeln ins Gesicht - HTTT klingt so, als habe man das Beste der bisherigen Alben abgezapft und zu einem neuen, alles überragenden Werk erhoben. Thom Yorke klingt und singt melancholisch wie immer, im Gegensatz zu "Kid A" + "Amnesiac" aber nicht mehr so niederschmetternd depressiv. Musikalisch gesehen gewinnt auf HTTT die Eingängigkeit Boden zurück, ohne es aber an jener Tiefe fehlen zu lassen, die Radiohead eben ausmacht.
Radiohead haben offensichtlich den Trieb, ohne Rücksicht auf Verluste fortzumarschieren, aufgegeben und mit HTTT zum ersten Male erkennbar bei sich selbst geklaut, doch angesichts solch großartiger Alben wie "OK Computer" oder "The Bends" (die angenehm oft grüßen lassen) ist das wahrlich kein Verlust.
Anspieltipps: "Sail to the Moon", "Backdrifting" + "There There"
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VINE-PRODUKTTESTERam 26. Mai 2003
Seit "OK Computer" wartet die Gemeinde der Alternative Musik-Fans auf ein gleichwertiges Album von Radiohead. Nach den hoch interessanten experimentellen, aber deswegen kommerziell nicht so erfolgreichen, Alben "Kid A" und "Amnesiac" wartet die Band jetzt mit der Erlösung auf. "Hail to the thief" ist ein weiteres Meisterwerk, dass eindeutig aus allen Veröffentlichungen in diesem Genre der letzten Jahre hervorsticht. Ein 14 Track langes Album, welches mit jedem Mal anhören an Eingängigkeit, Intensivität und Emotionen gewinnt und dass mensch einfach nicht wieder hergeben will. Eingängige Songs, fast Ohrwurm gleich, wie die erste Single "There There" lösen sich mit experimentellen Dance-Tracks a la "The Gloaming" ab. Aber auch wunderschöne Balladen wie "I will" oder "Sail to the moon" bieten die 5 Mannen aus Oxford auf. Doch bereits der Opener "2+2+=5" verspricht, was das Album hält: ein Werk aus einem Guss, das meinen CD-Player in den nächsten Monaten nicht verlassen wird.
Anspieltipps:
"There There"
"2+2=5"
"Where I end and you begin"
"I will"
Zudem besticht das Artwork dieser Special Edition durch seine Ungewöhnlichkeit. Die Aufmachung ist einer auffaltbaren Autolandkarte angeglichen und bietet einen Einblick ins Radiohead-Land. Desweiteren finden sich alle Texte der CD wieder.
Ein absolut lohnenswerter Kauf, der seine 3 Euro mehr gegenüber der normalen Version mehr als gerecht wird.
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am 30. Juni 2003
Radiohead ist für seine Schwere und Melancholie allseits bekannt, ebenfalls für seine Kompliziertheit, Unangepasstheit und Losgelöstheit. Die Songs variieren auf dieser CD. Nicht immer dunkel, aber nie von dieser widerwärtigen, synthetischen Fröhlichkeit oder Traurigkeit des Mainstream durchsetzt. Ein wunderbares Gegenbeispiel dieser Art findet sich in „Where I End and You Begin". Ein genialer Song, der sich (und dich) in den Himmel katapultiert und Thom Yorke „I am up in the clouds" verlauten lässt, nur kann er von dort oben nicht mehr runter, er sieht zu, ist aber nicht in der Lage teilzunehmen - woran aber nur? Bei Thom ist das nicht augenscheinlich, nur nach einigem Überlegen, nachdem man sich in das Lied und das Gedicht ausreichend tief (da unten ist's ganz gruselig) hineinversetzt hat, wird man fündig. Ist es Gott, dessen Augen und Gehirn er dort oben an sich reißt; was will er mit „I will eat you alive and there'll be no more lies" sagen? Die Lyrics sind auf dieser CD in der Tat lyrisch, verschlungen, aber frei interpretierbar. Yippee! Wer hat schon einen schönen Gedichtband und so bezaubernde Musik in einem?
Selbstverständlich dürfen die düsteren Ritschratsch-Klagelieder nicht fehlen. Gleich nach der Freiluftakrobatik folgt „We suck young blood". Mit fast körperlich spürbarem Sadismus lässt er die Gesellschaft in ihrer absoluten Boshaftigkeit auf unsere Ohren los.
Man sollte sich mit den Songs auseinandersetzen (schlimmstenfalls wird's zu eng im Ohrensessel), sonst droht man der eigentlichen Message zu entgehen. Wie ein Tiefseekraken, der sich den lieben langen Tag in einer Felsspalte versteckt hält, verfängt sich die Botschaft nur zu selten in unseren hungrigen Heringnetzen, die wir hinter unseren „Seelenverkäufern" durch den Ozean schleppen.
Oftmals ergeben die Satzfragmente, die auch in den Bookletmalereien wiedergegeben werden, keinen deutbaren Sinn. Nur in ihrer Synthese lassen sie erraten, was wohl beabsichtigt wird.
Ich verzeihe Radiohead, wenn sie schwierige Songs schreiben, deren Basis harmonisch klingt. Solche Songs gelten meiner Auffassung nach als die weit interessanteren. Doch wofür ich der Crew nicht danken kann, ist #12., „Myxomatosis". Alles hat seine Grenzen; #12 ist unerhört grausam und selbst für meinen Geschmack etwas zu überdehnt. Die Lyrics geben mir ihren Sinn partout nicht preis. „Myxomatosis" (was auch immer das auf Deutsch sein mag) ist tatsächlich eine Krankheit, die Haasen befällt, sie zittern und sabbern und letztlich verenden lässt. Ich sehnte mich nach einer Giftkarotte und wusste gar nicht, dass ich Haase bin.
Der Rest ist super! Selbst der Rotkäppchensong (meine persönliche Assoziation) alias #14 überzeugt mich, der in weiten Teilen sicherlich kakophonisch klingt, aber dennoch seine Komplexität mit sinuskurvenartig braven und dennoch auflockernden Refrains ausschmückt.
Für den Alternativen Musikgeschmack geradezu geschaffen, für Leute mit Hang zu shallowness (lacking deep or serious thinking; SUPERFICIAL) sollten sich weiterhin an das quirlig, süße Popgeschehen halten. Krrrttzzz...
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am 27. Februar 2010
Nach der eher experimentell elektronisch orientierten Phase mit den Alben "Amnesiac" und "Kid A" entdeckt Radiohead auf dem Album "Hail To The Thief" die Instrumentalmusik wieder. Zwar ist dieses Album immer noch stark von elektronischen Klängen beeinflusst, die allerdings eine sehr harmonische Verbindung mit dem typischen Gitarren-Rock von Radiohead eingehen. Durch diese Kombination ergibt sich ein völlig neues Klangerlebnis, das beim erstmaligen Hören eventuell befremdlich und verwirrend, vielleicht sogar anstrengend wirken kann. Nach mehrmaligem Hören kristrallisieren sich jedoch die verwobenen Klänge und die stark differenzierte Entwicklung der Lieder immer mehr heraus, sodass die Musik zu einem regelrechten Erlebnis wird. Die Lieder sind immer noch sehr melancholisch geprägt, entfalten jedoch (manchmal erst nach einiger Zeit) eine Fülle von harmonischen und dissonanten Klängen, die miteinander konkurrieren. Trotz einer gemeinsamen Grundstimmung weisen die Lieder völlig unterschiedliche Konstellationen in der instrumentalen Besetzung und in der musikalischen Komposition auf.

"Hail To The Thief" enthält eine gute, musikalisch anspruchsvolle Radiohead-Mischung, die für jeden Geschmack mehrere potentielle Lieblingssongs bereit hält.

Anspiel-Tipps
03. Sail To The Moon
05. Go To Sleep
09. There, There
12. Myxomatosis
(bitte beachten: die meisten Lieder enthalten stark unterschiedliche Abschnitte)
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am 3. Juli 2003
Jetzt mal ehrlich: ein bischen Bammel hatte ich schon vor diesem Album. Was sollte denn nach der Wende im Schaffen Radioheads noch kommen? Nach "OK computer", "Kid A" und "Amnesiac" waren doch eigentlich jegliche musikalischen Ressorcen erschlossen - dachte man. Und dann kommt also "Hail to the thief" und ist schlichtweg umwerfend gute Musik. Es ist (und da lehn ich mich gerne mal aus dem Fenster) das beste Album der letzten drei Jahre und wird absolut zukunftsweisend sein. Eine Kombination elektronischer und instrumentaler Elemente, die nur das Prädikat perfekt verdient hat, und dazu noch der in meinen Augen beste Radioheadsong seit dem Pyramid-song "There there". Thom York gab sogar zu, dass er, als der Song fertig war, Tränen der Rührung in seinen Augen hatte. Mir gings ähnlich, als ich ihn zum erstenmal hörte. Das Album sprengt Hörweisen und ist doch gleichzeitig emotional wunderbar zugänglich, sodass der enthusiastische Hörer sich gerne in ungeahnte Stimmungen versetzen lässt, ob dass nun ein Gefühl wie "mit leicht offenem Mund in die Kälte atmen" ist oder etwas melancholisch verträumt ins Leere zu starren. Ein einfach wunderbares Werk voller mitreißender, ruhiger, aber auch verschrobener Musik, die wirklich jedem Wunsch gerecht wird. Wer dieses Album nicht besitzt, der hat eines der großartigsten Werke der jüngsten Musikgeschichte verpasst.
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am 27. Mai 2003
Als ich es nicht verkneifen konnte und schon vorab die "Hail to the Thief" Downloads mir vom Internet runtergezogen habe und danach anhörte, war ich erst mal wie gefangen und total auf einer anderen Phäre und Welt schwebend und ich wollte dort ewig verweilen. Ich blieb an den Songs hängen "Backdrifts", "The Gloaming", "There There", "Sit Down, Stand Up" und mein Favorite "Where I End And You Begin". Die Soundeffekte ziehen Dich magisch in die geheimnissvolle Welt von Thom Yorke & Co. Bilder laufen vor Deinem inneren Geiste ab. Hollywood Kino ist nix dagegen. Aufregung pur. Grusel. Horror. Kampf. Herzflimmern. Herzschmerz bei "I Will", ein wunderbares zweistimmiges kurzes Lied, wo Thom zu Deiner Seele spricht. Die Melodie von "Sit Down, Stand Up" geht einem nicht mehr aus dem Kopf. Das "2+2=5" reisst einen so richtig weg, wie in alten Punk Zeiten! So geniale Musik habe ich schon lange nicht mehr gehört. Total experimentiel, nie langweilig, sehr aufregend und total neu. Doch absolut Radiohead - mässig. Ich finde die CD sogar aussergewöhnlicher als die Vorgänger Projekte. Nur mit einem Song konnte ich mich nicht so anfreunden: suck young blood und wolf at the door. Das ist eher Geschmacksache.
Ich freue mich schon auf das richtige CD Exemplar und auf ein Radiohead Konzert das mir bevorsteht! Die Musik macht Dich nur glücklich! ;-) Bin weiterhin sehr gespannt! Grüsse! star69
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am 10. Juli 2003
Es war das erste Mal, daß ich beim ersten Hören einer neuen Radiohead- Platte nicht völlig verstört und/ oder überwältigt war.
"Schade. Gut, aber ohne neuerliche Überraschungen." war mein vorschnelles Urteil.
Falsch gedacht.
HTTT ist im Vergleich zu den die Vereinsamung und Entfremdung in einer modernen Industriegesellschaft reflektierendenGitarrenwänden auf OK Computer und den abstrakt- expressionistischen Kopfwelten von Kid A und Amnesiac sowohl textlich als auch musikalisch weit weniger eskapistisch angelegt , Innovationen sind diesmal eher im Detail zu finden.
Erst nach wiederholtem Hören sind sie plötzlich da, die magischen Radiohead- Momente:
Der aggressive Sprechgesang bei A Wolf At The Door, das schwebende Piano auf Backdrifts, die geisterhaften Harmonien bei We Suck Young Blood und Sail To The Moon:
Radiohead zelebrieren erneut eine Reinheit des Augenblicks, die sprachlos macht.

Dabei sind die Songs diesmal weitaus bodenständiger und direkter , aber auch mysteriöser, gespenstischer, dabei um einiges zugänglicher ausgefallen.
Als Gesamtwerk ist HTTT dadurch in sich weit weniger geschlossen als Kid A oder OK Computer, vielmehr erscheint es wie eine Kulmination all der Stärken, die diese Band bis jetzt ausgemacht hat: Kunstvoll- verschachtelte Strukturen, Thom Yorkes überwältigende Stimme, detaillierte elektronische Klangwelten, aber vor allem das perfekte organische Zusammenspiel als Band kam selten so eindringlich und brillant zur Geltung wie hier.

14 Pfeile, die ohne Umschweife ins Herz treffen.

Hail To The Thief ist das fünfte makellose Meisterwerk in Folge und hätte es verdient, all den derzeitigen Retorten- Dreck in den Charts dieser Welt im Alleingang wegzuspülen.
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