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Kundenrezensionen

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am 19. Juni 2003
Sie seien "eine Band für Intelektuelle", so sagt es uns der Spiegel. Sie werden als "die vielleicht beste Rockband heutiger Tage" gefeiert, aber manchmal unterstellt man ihnen auch, wie Nick Hornby in seiner Kolumne der New York Times, einen "nur bedingten Nutzen". Sie sind Radiohead - eine Band, dessen Platten man kaum noch gerecht werden kann, ohne sich schmerzhaftem Immer-wieder-Hören zu unterziehen und einer langen Liste Jazz-Elektronik-Verweise nachzugehen, die so ziemlich jeden Kritiker an den Rand seines Wissens stoßen lässt.
Und es wird nicht einfacher. "Hail To The Thief" vereint all das Spezielle, was dafür gesorgt hat, dass Radiohead "als vielleicht faszinierendste Band der Welt" (Musikexpress) gilt. Plattentest online zeigt es auf: Die monolithische Sperrigkeit von "Kid A", die pastorale Überhöhung von "OK Computer", der rockistische Überschwang von "The Bends", der sanfte Trost von "Amnesiac" - all das vereint sich auf diesen 60 Minuten Musik unter einem Titel, mit dem politisch Stelllung bezogen wird. "Hail To The Thief" ist nicht nur Name des Albums, sondern auch und vor allem Slogan einer Anti-Bush-Bewegung.
Musikalisch finden wir gitarrenstarke Unbequemlichkeiten, finstere Psychotrips, bewegen uns an den Rand der bisher gültigen Harmonielehre und hören - natürlich - das Erklingen unsterblicher Songs. Beziehungsweise Songpartikel. Denn etwas so einfaches wie ein Song wird einem bei Radiohead nicht unterkommen. Was wir finden sind vielmehr Aneinanderreihungen musikalischer Ideen, in denen Yorke seine Stärken verbindet. Er nimmt uns mit auf panische, hektische Ritte durch meditative Textzeilenwiederholungen, präsentiert britrockige Gitarrendonner, arbeitet mit Sequenzerloops, barocken und kammermusikalischen Parts.
Und es ist, als findet man diesen musikalischen Einfallsreichtum in jedem einzelnen Songpart, in jeder Zeile, Sekunde, in jeder - und wir übertreiben nur ein bisschen: Note. So viele Kleinstkosmen fantastischer Musikideen in nur einer einzigen Zeile. Und das mal 1000 macht einen Song - nein, keinen Song (das hatten wir schon).
Aber diese Track-Einheit wiederum mit 13 multipliziert ergibt den Makrokosmos, das Album "Hail To The Thief". Und auf diesem Makrokosmos gibt es so viel zu entdecken, dass ein Dauerhören der Platte nicht ausbleiben wird. Dafür jedoch werden die Gehörgänge, nach und nach, mit immer klarer erscheinenden Großartigkeiten belohnt: Computerspielereien, die angesprochenen großartigen Harmonien, die sich gar ausserhalb der Klassik-ästhetik befinden, Kontrapunktumkehrungen - oder auch, ganz konkret, analog-altmodische Konservativismen wie der Beginn des zunächst folk-lastigen "Go To Sleep". Und, gut versteckt vor scheinbarem Glattlauf, polyrhythmische Strukturen.
Alles so komplett verstrickt, dass selbst das Bestimmen des Tongeschlechts zu einem schier unmöglichen Unterfangen wird. Dur? Moll? Eigentlich ist es auch egal! Und sähe sich ein Musikwissenschaftler jetzt noch nicht ausreichend analytisch gefordert, so darf er sich gerne an die Polytonalität von "We Suck Your Blood" heranwagen - und es wird ihm kaum möglich sein.
Und wer von all dieser musikalischen Brillianz noch nicht überzeugt ist - wer immer noch, wie der anfangs erwähnte Nick Hornby, einen "bedingen Nutzen" unterstellt, oder wer wie der "New Musical Express" in dem groß angekündigten ersten weltweiten Review von "Verlust von Gefühlen" spricht - dem sei entgegengehalten, dass Radiohead bei allen musikalischen Purzelbäumen auch eine andere Weiterentwicklung zu "Kid A" und "Amnesiac" vollbracht haben. Alles klingt unbeschwerter und sogar das Mitsingen fällt wieder leichter.
Und das, obwohl Yorke wieder einmal alle Facetten seines gesangstechnischen Könnens zieht. Mal Monteverdi-Oper-Kastratenton, mal leidend, später wieder spöttisch-ironisch, manchmal auch punky, auf jeden Fall immer präsent - stets im Vordergrund. Stets das Zentrum. Der schwarze Faden durche ein rundum fantastisches Werk. Und da macht es auch nicht mehr viel, dass die metaphorischen Texte nicht unbedingt leicht zu interpretieren sind. Es würde ja auch nicht passen, wenn es anders wäre.
Und so sind Radiohead zwar komplex, aber genießbar und für einen Hörer, der seinem musikalischen Horizont eine Herausforderung gönnt, ein echtes Vergnügen. Aber, trotz aller Brillianz und trotz der konsequent notwendigen Höchstnote, eben auch nur für diese Sorte Hörer. Für die aber tut sich ein Stück große Kunst vor ihnen auf. Bei jedem Druck der Repeat-Taste ein wenig mehr.
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am 19. Mai 2003
"Kid A" und "Amnesiac" waren nicht gerade leichtverdauliche Scheiben, und - ich gebe es zu - so manche Tracks darauf sind mir bis heute verschlossen geblieben. Deswegen ging ich auch mit großer Skepsis an HTTT heran, denn es stand zu befürchten, daß sich Thom Yorke nebst Anhang in absolut experimentelle, abgehobene Sphären verabschieden würden.
Doch was ich dann hörte, zauberte mir ein seliges Lächeln ins Gesicht - HTTT klingt so, als habe man das Beste der bisherigen Alben abgezapft und zu einem neuen, alles überragenden Werk erhoben. Thom Yorke klingt und singt melancholisch wie immer, im Gegensatz zu "Kid A" + "Amnesiac" aber nicht mehr so niederschmetternd depressiv. Musikalisch gesehen gewinnt auf HTTT die Eingängigkeit Boden zurück, ohne es aber an jener Tiefe fehlen zu lassen, die Radiohead eben ausmacht.
Radiohead haben offensichtlich den Trieb, ohne Rücksicht auf Verluste fortzumarschieren, aufgegeben und mit HTTT zum ersten Male erkennbar bei sich selbst geklaut, doch angesichts solch großartiger Alben wie "OK Computer" oder "The Bends" (die angenehm oft grüßen lassen) ist das wahrlich kein Verlust.
Anspieltipps: "Sail to the Moon", "Backdrifting" + "There There"
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VINE-PRODUKTTESTERam 26. Mai 2003
Seit "OK Computer" wartet die Gemeinde der Alternative Musik-Fans auf ein gleichwertiges Album von Radiohead. Nach den hoch interessanten experimentellen, aber deswegen kommerziell nicht so erfolgreichen, Alben "Kid A" und "Amnesiac" wartet die Band jetzt mit der Erlösung auf. "Hail to the thief" ist ein weiteres Meisterwerk, dass eindeutig aus allen Veröffentlichungen in diesem Genre der letzten Jahre hervorsticht. Ein 14 Track langes Album, welches mit jedem Mal anhören an Eingängigkeit, Intensivität und Emotionen gewinnt und dass mensch einfach nicht wieder hergeben will. Eingängige Songs, fast Ohrwurm gleich, wie die erste Single "There There" lösen sich mit experimentellen Dance-Tracks a la "The Gloaming" ab. Aber auch wunderschöne Balladen wie "I will" oder "Sail to the moon" bieten die 5 Mannen aus Oxford auf. Doch bereits der Opener "2+2+=5" verspricht, was das Album hält: ein Werk aus einem Guss, das meinen CD-Player in den nächsten Monaten nicht verlassen wird.
Anspieltipps:
"There There"
"2+2=5"
"Where I end and you begin"
"I will"
Zudem besticht das Artwork dieser Special Edition durch seine Ungewöhnlichkeit. Die Aufmachung ist einer auffaltbaren Autolandkarte angeglichen und bietet einen Einblick ins Radiohead-Land. Desweiteren finden sich alle Texte der CD wieder.
Ein absolut lohnenswerter Kauf, der seine 3 Euro mehr gegenüber der normalen Version mehr als gerecht wird.
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am 27. Mai 2003
Als ich es nicht verkneifen konnte und schon vorab die "Hail to the Thief" Downloads mir vom Internet runtergezogen habe und danach anhörte, war ich erst mal wie gefangen und total auf einer anderen Phäre und Welt schwebend und ich wollte dort ewig verweilen. Ich blieb an den Songs hängen "Backdrifts", "The Gloaming", "There There", "Sit Down, Stand Up" und mein Favorite "Where I End And You Begin". Die Soundeffekte ziehen Dich magisch in die geheimnissvolle Welt von Thom Yorke & Co. Bilder laufen vor Deinem inneren Geiste ab. Hollywood Kino ist nix dagegen. Aufregung pur. Grusel. Horror. Kampf. Herzflimmern. Herzschmerz bei "I Will", ein wunderbares zweistimmiges kurzes Lied, wo Thom zu Deiner Seele spricht. Die Melodie von "Sit Down, Stand Up" geht einem nicht mehr aus dem Kopf. Das "2+2=5" reisst einen so richtig weg, wie in alten Punk Zeiten! So geniale Musik habe ich schon lange nicht mehr gehört. Total experimentiel, nie langweilig, sehr aufregend und total neu. Doch absolut Radiohead - mässig. Ich finde die CD sogar aussergewöhnlicher als die Vorgänger Projekte. Nur mit einem Song konnte ich mich nicht so anfreunden: suck young blood und wolf at the door. Das ist eher Geschmacksache.
Ich freue mich schon auf das richtige CD Exemplar und auf ein Radiohead Konzert das mir bevorsteht! Die Musik macht Dich nur glücklich! ;-) Bin weiterhin sehr gespannt! Grüsse! star69
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am 10. Juli 2003
Es war das erste Mal, daß ich beim ersten Hören einer neuen Radiohead- Platte nicht völlig verstört und/ oder überwältigt war.
"Schade. Gut, aber ohne neuerliche Überraschungen." war mein vorschnelles Urteil.
Falsch gedacht.
HTTT ist im Vergleich zu den die Vereinsamung und Entfremdung in einer modernen Industriegesellschaft reflektierendenGitarrenwänden auf OK Computer und den abstrakt- expressionistischen Kopfwelten von Kid A und Amnesiac sowohl textlich als auch musikalisch weit weniger eskapistisch angelegt , Innovationen sind diesmal eher im Detail zu finden.
Erst nach wiederholtem Hören sind sie plötzlich da, die magischen Radiohead- Momente:
Der aggressive Sprechgesang bei A Wolf At The Door, das schwebende Piano auf Backdrifts, die geisterhaften Harmonien bei We Suck Young Blood und Sail To The Moon:
Radiohead zelebrieren erneut eine Reinheit des Augenblicks, die sprachlos macht.

Dabei sind die Songs diesmal weitaus bodenständiger und direkter , aber auch mysteriöser, gespenstischer, dabei um einiges zugänglicher ausgefallen.
Als Gesamtwerk ist HTTT dadurch in sich weit weniger geschlossen als Kid A oder OK Computer, vielmehr erscheint es wie eine Kulmination all der Stärken, die diese Band bis jetzt ausgemacht hat: Kunstvoll- verschachtelte Strukturen, Thom Yorkes überwältigende Stimme, detaillierte elektronische Klangwelten, aber vor allem das perfekte organische Zusammenspiel als Band kam selten so eindringlich und brillant zur Geltung wie hier.

14 Pfeile, die ohne Umschweife ins Herz treffen.

Hail To The Thief ist das fünfte makellose Meisterwerk in Folge und hätte es verdient, all den derzeitigen Retorten- Dreck in den Charts dieser Welt im Alleingang wegzuspülen.
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am 29. Juni 2003
Da ist es nun! Das insgesamt sechste Album von Radiohead! HTTT ist nach Kid A und Amnesiac ein einfacher zugängliches Werk. Alle Songs strahlen die Kreativität, die Verspieltheit und den Spaß an der Musik aus, die den Oxfordern immernoch nicht abhanden gekommen ist.
Es herrscht keine Langeweile während den ca. 60 Minunten Spielzeit.
Die meiner meinung nach überragendsten Songs sind: "2+2=5" (endlich wieder Gitarrenwände), "Go to sleep" (Mitreissend), "Where I end and you begin" (Mein Favorit, weil hier einfach alles stimmt), "There There" (nimmt den Hörer auf eine Reise mit) und "A Punchup at a wedding" (Das Selbstbewusstsein in Yorkes Stimme ist eher ungewöhnlich, aber macht den song gerade schön)
Alles in allem ein rundum gelungenes Album. Radiohead kommen aus ihrem Schneckenhaus heraus und zeigen ihr vom elektronischen (Kid A) und rockigen Einfluß (The Bends) gereiftes Gesicht. Direkter kann eine Platte nicht sein. Politisch und zugleich höchst unterhaltsam ist sie ausgefallen. Und irgendwie auch positiver als alle anderen Alben!!! Jetzt kann keiner mehr sagen Radiohead seinen weinerlich! Jetzt sind sie auf der Höhe ihres Schaffens! Oder geht es noch höher? Wir werden es hören!
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am 15. Juni 2003
Die Platte ist einfach wunderschön. Man darf sich von niemandem einreden lassen, es handele sich hierbei um ein reines Kunstprodukt, das letztlich unhörbar bleibt. 'Hail To The Thief' geht in den Bauch u.v.a. mitten ins Herz, wie übrigens alle Alben von Radiohead inklusive 'Kid A' u. 'Amnesiac'. Man muß sich nur die nötige Ruhe nehmen u. zuhören können. Die Texte sind genial, Thom Yorkes Stimme klingt besser denn je u. die Melodien sind sowieso nicht von dieser Welt. In diesen 14 Songs gibt es so viele Stellen, die man nie wieder vergißt, daß es überhaupt keine Rolle spielt, wie intelligent oder intellektuell das alles nun ist. Klar gibt es viele Anspielungen (1984, George W. Bush usw.), das Album ist überhaupt beladen mit Inhalten, ich würde das aber nicht als angestrengt intellektuell bezeichnen, v.a. weil die Musik so emotional ist u. wirklich berührt, aufwühlt. Reine Kopfmusik hört sich anders an. Es geht hier eindeutig um Gefühle. Ob man davon depressiv wird, hängt absolut vom eigenen Naturell ab. Für mich gilt das nicht. Eher fühle ich mich schon bezaubert. Radiohead bleibt eine der wenigen interessanten Bands der Gegenwart. Meine Favoriten: 2+2=5, Sail To The Moon, Where I End And You Begin, The Gloaming, There There, I Will, A Wolf At The Door
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am 12. Juni 2003
Mit hail to the thief ist radiohead ein sehr emotionelles Album gelungen. Wenngleich das album sich zum großteil eher etwas an ältere alben wie ok-computer anlehnt, ist sie trotzdem nicht leicht zugänglich, was aber meiner meinung nach auch nicht schlecht ist. Die tracks sind jetzt doch verschiedener als z.b. bei kid a, und somit ist auch für jede stimmung etwas dabei. Anspieltips sind ua. 2+2=5, where i end and you begin, suck young blood und there there. Wobei bei dieser cd meiner meinung nach kein "naja" lied dabei ist. Es kommt halt immer auf den gemütszustand an. Wie gesagt nehmt euch zeit, sie euch anzuhören, und ihr werdet begeistert sein.
ps: natürlich gibt es auch menschen, die scheinbar zu oberflächlich musik hören (fernseher an im hintergrund ein bischen radiohead rein), und sich dann über die cd ärgern (ich meine damit einen der vorhergehenden rezesionisten). Solche leute sollten eher zur standardmäßigen bravo hits greifen......
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am 11. Juni 2003
Gerade habe ich "Hail To The Thief" zum ersten Mal durchgehört und ich muss sagen, dass mich der Reichtum an Abwechslung, die gelungene Verschmelzung von Elektronik und Gitarren sowie die verstörend-betörende Stimme von Thom Yorke einmal mehr zu der Überzeugung kommen lässt, dass "Radiohead" in der gegenwärtigen Musikszene, zumindest im weitreichenden Bereich "Rock", das Mass aller Dinge sind. Selbst wenn Thom Yorke etwas abschätzig im "Spiegel" über dieses Album sagt, dass aufgrund des Drucks der Plattenfirma lediglich zu einem "OK Computer 2" reichte und man mit dem nächsten Album wieder experimenteller werden will, (geht das?) dann werden nicht nur diverse Musikjournalisten, sondern auch sicherlich die Fans, die vielleicht nicht jeden Song der "Kid A/Amnesiac"-Sessions mit offenen Armen empfingen, feststellen, dass dieses Album ein wirklich grosses Album ist. Ich möchte nicht detailliert auf Songs und Texte eingehen, dass werden wohl noch andere Rezensenten hier tun. Aber an diesem 10. Juni 2003, an welchem auch das neue "Steely Dan"-Album (gut) und das neue "Metallica"-Album (Geschmackssache) erschienen sind, muss man ganz eindeutig sagen, dass "Radiohead" mit diesem Album ganz eindeutig die Übrigen auf ihre Plätze verweisen. Diese Band ist bereits jetzt ein moderner Klassiker, es gibt kein schlechtes Album von ihnen, im Gegenteil, und wenn man bedenkt, dass sie mit jedem Album ihren Stil änderten (erst Post-Grunge, dann Brit-Pop, dann "Artrock" im besten Sinne), dann ist ihnen jetzt eine Quersumme ihres bisherigen Schaffens gelungen. Wenn man Parallelen zu den "Beatles zieht, dann war "Pablo Honey" deren "Please Please Me", "The Bends" bereits "Rubber Soul", "OK Computer" ist "Sgt. Pepper", "Kid A/Amnesiac" das "White Album" und "hail To The Thief" wohl eine Art "Abbey Road", eine Bilanz der Band. Was kann da noch kommen? Ich bin sehr gespannt.
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am 21. Juli 2003
Radiohead spielen längst in einer Liga, die das Prädikat „Kunst" trägt, haben mit „Ok Computer" einen berauschenden musikalischen Meilenstein produziert, der Wegweiser für unzählige Bands wurde. Diesen Weg zu gehen, hat sich jedoch nur Radiohead selbst gewagt und er führte sie zu den kongenialen, introvertierten Klangcollagen „Kid A" und „Amnesiac", die in ihrer künstlerischen Komposition eher an ein Bild von Dali erinnerten als an ein Rockalbum.
Es schien beinahe so, als wolle Thom Yorke mit diesen beiden Werken , all seine Fans und Verehrer und damit auch das Medieninteresse an seiner Person auf ein Minimum reduzieren. Zwei Jahre später sind jedoch immer noch alle da und so haben Radiohead ein Einsehen und veröffentlichen mit „Hail to the Thief" ihr erstes Album, das nicht introvertierter und unzugänglicher als sein Vorgänger ist.
Vergleiche mit „OK Computer" oder gar mit „the bends" verbieten sich freilich auch bei Radioheads fünftem Meisterwerk . Die verkopfte Introvertiertheit ist auf „hail to the thief" einem introvertierten Bauchgefühl gewichen, was die Platte zwar lebendiger als seine Vorgänger wirken lässt, die Unzugänglichkeit ihrer Musik jedoch kaum beeinflusst.
Einen wirklichen Schritt zurück, den viele einschlägige Musikmagazine ausgemacht haben wollen, kann ich nicht erkennen, „Hail to the thief" ist wiederum eine einzigartige Momentaufnahme des künstlerischen Status Quo der Band, eine musikalische Herangehensweise, die bisher jedes Album Radioheads ausgezeichnet hat. Und wiederum erwartet den Käufer dieser CD ein unvergleichliches Meisterwerk.
Wem „amnesiac" zu depressiv war, der wird an „hail to the thief" seine wahre Freude haben, denn Radioheads künstlerischer Tiefgang wirkt hier entfesselter als zuletzt, limitiert sich nicht auf die Dunkelheit allein, wenn auch der Abschluss „ a wolf at the door" , textlich wie musikalisch einen Nervenzusammenbruch zu spiegeln scheint. Der recht eigene Humor der Band, blitzt jedoch in den Texten auf „hail to the thief" wieder öfter zwischen den schwermütigen Kompositionen auf, und setzt willkommene Kontrapunkte in der zuweilen recht trostlosen Welt dieser englischen Ausnahmekünstler.
Freilich sind Radiohead anno 2003 auch eine Band, die beginnt ihre künstlerische Anziehungskraft zu verlieren. Nach vier grandiosen Platten hat sich bei mir nun zum ersten Mal ein gewisser Gewöhnungseffekt eingestellt, „hail to the thief" elektrisiert mich nicht durch innovativ neue Klangstrukturen, sondern durch seine musikalische Konservierung der sattsam bekannten Stärken der Band. Vielleicht ist dies die wirkliche Rückwärtsgewandheit der CD, von der so soft die Rede ist. Einer Band wie Radiohead kreativen Stillstand zu unterstellen grenzt an Frevel, ich werde es an dieser Stelle auch nicht tun, erlaube mir aber die Feststellung, dass „Hail to the thief" wie eine Zusammenfassung des bisherigen musikalischen Schaffens der Band auf mich wirkt, neue Akzente weiß die CD jedoch nicht zu setzen.
Was bleibt ist ein atemberaubendes Meisterwerk, das viele den schwierigen Vorgängeralben vorziehen dürften. Für Fans der Band ohnehin ein Pflichtkauf, den sie nicht bereuen werden, werden all jene, denen schon „OK Computer" zu abgedreht erschien ( was sie natürlich niemals zugeben würden ) auch mit dieser CD nicht warm werden.
Schade, denn sie verpassen großartige Musik, wie sie in der heutigen Zeit nur noch sehr selten produziert wird.
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