Sale70 Sale70w Sale70m Hier klicken Sonderangebote Bestseller 2016 Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More TDZ Hier klicken BundesligaLive Mehr dazu Shop Kindle AmazonMusicUnlimited BundesligaLive BundesligaLive

Kundenrezensionen

5,0 von 5 Sternen
1
5,0 von 5 Sternen
5 Sterne
1
4 Sterne
0
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Stern
0
Format: Audio CD|Ändern
Preis:22,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

TOP 1000 REZENSENTam 23. Januar 2011
Vor dem Hintergrund der alles überragenden Streichquartette Beethovens kann es nicht verwundern, dass so mancher Komponist es sich nicht traute, das Erbe anzutreten. Doch wie auch im Sinfonischen so hatte der deutsche Komponist Felix Mendelssohn Bartholdy das Herz und die Courage, eigene Beiträge zur Königsgattung der Kammermusik zu liefern, die auf diesem Box Set versammelt sind.

Wie so viele andere Jugendwerke Mendelssohns so haben auch seine ersten beiden Streichquartette opp. 12 in Es Dur und 13 in a moll ihren ganz eigenen, unwiderstehlichen Charme. Bei beiden Werken schiebt der Komponist dem ungestümen, leidenschaftlichen Kopfsatz eine langsame Einleitung vor. Im Finale greift Mendelssohn wieder den Habitus des ersten Satzes auf. Doch von besonderem Interesse sind jeweils die beiden Binnensätze: Während er in op. 12 an die zweite Stelle eine fragile Canzonetta stellt und an die dritte ein ausdrucksintensives Andante, folgt in op. 13 auf das friedliche Adagio ein butterweiches, typisch mendelssohnsches Intermezzo.
Mendelssohns ehrgeizigstes Projekt für Streichquartett sind ohne Zweifel seine drei Quartette op. 44. Das erste Stück in D Dur eröffnet mit einem umfangreichen Allegro, das die kompositionstechnische Reife des Komponisten zu diesem Zeitpunkt unter Beweis stellt. An zweiter Stelle steht ein opulent gearbeitetes Menuett, auf das ein intimes Andante folgt. Den Abschluss bildet ein wirbelnd aufbrausendes Presto voller Klanggewalt und satten Farben. In zartem e moll steht das zweite Quartett innerhalb dieses Oeuvres. Es besteht aus drei wilden, unversöhnlichen schnellen Sätzen. Nur der dritte Satz, ein inniges, schlichtes Andante stellt das Gleichgewicht her und macht das Stück äußerst reizvoll. Das letzte Quartett aus op. 44 steht in Es Dur und unterscheidet sich in seiner Grundhaltung durch seine Feierlichkeit von seinen beiden Geschwistern. Nach dem festlichen Kopfsatz folgt ein ausgelassenes, flinkes Scherzo. Auch das Adagio steckt voller Weihe und Einhalt, bevor das feurige Finale hereinbricht.
Aus seinem Todesjahr 1847 stammt das f moll Quartett op. 80, in dem Mendelssohn seiner Trauer über den Tod seiner innig geliebten Schwester Ausdruck verleiht. In diesem Zeichen steht bereits der schmerzhafte Kopfsatz und auch das Scherzo steckt voll grimmiger Wut. Resignation und unendlicher Gram sind die Markenzeichen des Adagios. Auch im Finale findet das Quartett keine Versöhnlichkeit.
Unter op. 81 wurden nachträglich vier Stücke für Streichquartett zusammengefasst, die aber in der Tat aus unterschiedlichen Schaffensphasen Mendelssohns stammen. Man vermutet, dass die ersten zwei, späten Stücke Fragmente eines unvollendeten siebten Quartetts sind. Die Meisterschaft dieses Variationssatzes und Scherzos sprechen Bände. Aber auch das Capriccio mit Fuge und die einzelne Fuge haben durchaus ihren Reiz.

Die vorliegende Einspielung durch das Quatuor Ysaÿe entstand Anfang der 90er Jahre. Als herausragend kann zunächst die Aufnahmequalität bezeichnet werden, die dem Hause Decca alle Ehre macht. Der Vortrag der vier Akteure zeichnet sich besonders durch die vollkommene ästhetische und philosophische Durchdringung der Partitur aus. Sie beweisen, dass es nicht zulässig ist, die Streichquartette Mendelssohns einfach unter den Tisch zu kehren. Die Darbietung steckt voller überraschender Wendungen, flotten Tempi und farbigen Schattierungen. Fließende Nuancen, scharfe Akzente und eine differenzierte Balance steigern den Tonus der Interpretation. Hinzu kommt, dass das Spiel dennoch völlig transparent und nachvollziehbar bleibt.

Fazit: Die Referenzeinspielung der selten gehörten Mendelssohn Quartette! Da kann auch das Emerson String Quartet nicht mithalten...
0Kommentar| 5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden


Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken