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Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen
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am 18. Juni 2009
Beggars Banquet
Jawoll und ohne Wenn und Aber, hier waren die Stones auf der Höhe Ihres kreativen und musikalischen Schaffens und dabei wäre das Album fast gar nicht erschienen, weil die Plattenfirma das Cover nicht akzeptiert hat...zu anstössige Sprüche, wie auf jedem alten Klo zu lesen sind, das hat sich bis heute nicht geändert, aber dann ist es in Erstauflage mit weissem Cover, wie das White Album der Beatles erschienen. Und als die Erstauflage ratzfatz verkauft war, da gings dann auch mit dem geplanten Cover. Aber zur Musik, innovativ, warum? Hier präsentiert sich eine einstmals "Härteste Beatband der Welt" als beeindruckend gute Country-Rock-Combo. Factory Girl, No Expectations um nur zwei der Juwele zu nennen...das hätte sich zu der Zeit keine andere englische Topband getraut, auch die Fab Four nicht, die lieber mit Soundeffekten gespielt haben (George Martin seis gedankt...). Selbst Titel, die nicht so folkig sind, wie Salt Of The Earth, klingen anders als alles andere, was man von den Stones bis dato gewohnt war. Ich könnte jetzt noch weiter in goodies schwelgen, aber selbst hören macht schlau...absolut empfehlenswertes Album...Pflichtscheibe, wie man bei uns im Norden sagt...TIPP!
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Dies war das Album, mit dem die Stones "erwachsen" wurden, die "großen, bösen" Rolling Stones, mit dem sie ihren endgültigen Stil fanden, ihre "klassische" Periode ('68 - '72) einleiteten, mit der sie zeitgleich ihren Zenit erreichten und dann überschritten.

Hier finden sich mit dem hypnotischen Sympathy for the Devil und dem treibenden Street Fighting Man (musikalisch schon, aber textlich eben KEIN Aufruf zum Straßenkampf) zwei absolut verdiente Stones-Klassiker, die bis heute fest im Konzertprogramm verankert sind. (Meiner Meinung nach bleibt die Studiofassung von Sympathy bei den Stones bisher unerreicht.)

No Expectations ist ein weiterer Klassiker, eine wunderschöne Blues-Ballade, deren geniale Slide-Gitarre einen von Brian Jones' letzten erwähnenswerten Beiträgen zu einem Stones-Album darstellt. Dear Doctor ist eine gelungene Country-Blues-Parodie mit hämischem Text (wie Mick Jagger einräumte, sollten sie Country erst später richtig verinnerlichen). Prodigal Son ist ein weiterer gelungener Country-Blues über die Geschichte vom verlorenen Sohn (auch ein Jahr später auf der Amerika-Tour sozusagen unplugged im Programm), die einzige Cover-Version hier; nicht ganz fein, dass die Stones anfangs versuchten, die Tantiemen über die Autorenangabe "Jagger/Richards" selber einzuheimsen. In starkem Kontrast dazu, fügt sich doch ohne Haken gleich darauf der Stray Cat Blues ein, ein böser Rocker über die Verführung Minderjähriger - und der Mutter gleich dazu. Auch aus Parachute Woman triefen geradezu die - nicht gerade subtilen - sexuellen Doppeldeutigkeiten. Wie dann zehn Jahre später bei Some Girls gilt bereits hier: etwas Humor gehört schon dazu!

Aus Jig-Saw Puzzle höre ich vor allem ein lustvolles Sezieren einiger schräger Charaktere der Umgebung heraus - Ähnlichkeiten mit lebenden Bandmitgliedern durchaus beabsichtigt!

Factory Girl (für mich der leichte Durchhänger auf dem Album) und Salt of the Earth sind eher zynische als ironische Abgesänge auf die Arbeiterklasse. Zwar hatte Keith Richards schon auf "Between the Buttons" im Jahr zuvor ein paar Zeilen gesungen (in Something happened to me yesterday), aber irgendwie stellen doch die ersten beiden Zeilen in Salt of the Earth sein eigentliches Gesangsdebüt auf einer Stones-Platte dar.

Zwar war Nicky Hopkins schon im Vorjahr auf den Stones-Alben zu hören, aber seine Orgelklänge und vor allem sein Klavierspiel fügen sich so richtig erst auf diesem Album in die Arrangements ein. (Für mich war ER für viele Jahre der "sechste Stone".)

Erwähnenswert finde ich, dass dies das Album war, auf der Keith (wohl durch Ry Cooder) erstmals offene Stimmungen und Bottleneck-Gitarre für sich entdeckte und meistern lernte, was dann noch bis zum nächsten Album "Let it bleed" anhielt. Die offenen Stimmungen sollten bis heute eins seiner Markenzeichen bleiben (Jumpin' Jack Flash, Honky Tonk Women, Brown Sugar etc.); die Slide-Gitarre überließ er aber, soweit ich es überblicke, ab der "Sticky Fingers" fast ausschließlich Mick Taylor (und später dann Ron Wood, hierin eindeutig die zweite Wahl), was ich sehr schade finde. Spannend auch, wie Keith seine Faszination für den leicht verzerrten Klang auf Mono-Cassettenrekorder aufgenommener Akustikgitarren in die Studioaufnahmen integrierte (s. Parachute Woman und Street Fighting Man).

Ich habe noch keine 5.1-Anlage, und somit erschließt sich mir bisher nur der "normale" Stereo-Hörgenuss. Klasse finde ich, dass man sich für die 2002er Remasters die Mühe gemacht hat, die Original-Masters aufzutreiben und sie (wie 2007 auch beim Debüt-Album der Doors) erstmals wieder in Originalgeschwindigkeit für die CD zu überspielen. Einige Titel klingen dadurch deutlich frischer, und somit erklärt sich auch, warum z.B. Sympathy und Jig-Saw Puzzle fast 10 Sekunden kürzere Laufzeiten haben als auf den Vinyl-Ausgaben, kein unerheblicher Unterschied. Allein schon diese Sorgfalt beim Aufstöbern und Überspielen der Bänder ist neben der Klasse-Musik Anlass für ein Bankett!

Ich finde höchstens, die Single Jumpin' Jack Flash / Child of the Moon und die Mono-Single-Version von Street Fighting Man (mit anderer Gesangsspur, alle zu finden auf "Singles Collection - The London Years") hätten die CD-Wiederveröffentlichung nahtlos ergänzen und bereichern dürfen.
11 Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. September 2006
"Beggars Banquet" war eine Antwort und zwar auf all die Kritiken, die das Vorgängeralbum "Satanic Majesties"( das ich eigentlich gar nicht so schlecht fand) in Grund und Boden stampften. Die Stones spielten hier das, was sie am besten können, nämlich Blues und Rock und Rock und Blues und Rock und noch ein paar andere Sachen.

Schade nur, dass ausgerechnet die für mich beste Single der Stones "Jumpin' Jack Flash" keinen Platz auf der Platte gefunden hat. Wenn mich auch heute noch jemand nach einer perfekten Popsingle fragt, ist "Jumpin' Jack Flash" erster Anwärter.

Tatsache ist, dass man den Stones ihren psychedelischen "Satanic" Ausflug reichlich übel genommen hat und zum ersten Mal zeigte sich ihre Stärke, gerade unter Druck ihre besten Arbeiten abzuliefern. Für mich ist "Beggars Banquet" das erste richtige Stonesalbum. Sicher, sie hatten mit ihren ersten Platten den Rhythm 'n' Blues schwarzer Künstler wie Willie Dixon, Chuck Berry, Bo Diddley undsoweiterundsoweiter einem breiten Publikum zugängig gemacht und dafür gebührt ihnen alles Lob, was man herauskramen kann. Auch ihr erster eigener Meilenstein "Aftermath" , bei dem sie erstmals alle Songs selbst schrieben, war immer noch (bis auf das exzellente "Mothers Little Helper", heute noch eins meiner Lieblingsstücke der Stones) in (zu) tiefer Verehrung ihrer Vorbilder.

Mit "Beggars Banquet" schafften sie erstmals sich von ihren einflussreichen Geistern freizumachen und schlicht die Rolling Stones zu werden, die von anderen kopiert wurden. Mit dem Opener "Sympathy For The Devil" schufen sie eine andere Dimension der Rockmusik, die ihnen allerdings im Drama von Altamont noch schwer aufstoßen sollte (Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, ich weiß, dass Meredith Hunter bei "Under My Thumb" erstochen wurde). Die Entstehungsgeschichte von der musikalischen Seite her ist in Jean-Luc Godards Film "One Plus One" hervorragend dokumentiert worden.

Aber die Platte enthält noch genug andere Klassiker (eigentlich nur Klassiker), wie z. B. die nächste Single der Stones "Street Fighting Man", bei der Mick Jagger resigniert feststellt, dass er zur damaligen Jugendbewegung nur beitragen kann, indem er in einer Rock 'n' Roll Band singt. Es ist die bemerkenswerte Textzeile: "But What Can A Poor Boy Do Except To Sing For A Rock 'n' Roll Band". Jagger, den verschiedene Freunde schon als Politiker ausgeguckt haben, war sich seiner Grenzen durchaus bewusst.

Auch weiterhin sind neben der erstklassigen Musik vor allem Jaggers Texte ein Genuss. "Salt Of The Earth" hatte weitaus mehr mit der Realität zu tun als das, um es vorsichtig zu formulieren, trügerische "All You Need Is Love" der Beatles, obwohl Jagger seine Faszination für die Fab Four wohl nie so ganz verheimlichen konnte.

Das beste Stück ist für mich allerdings ausgerechnet ein Coversong namens "Prodigal Song" von Reverend Robert Wilkins (muss ein toller Pfarrer gewesen sein), bei dem die biblische Sage vom verlorenem Sohn ziemlich auseinandergenommen wird. Wahrscheinlich waren bei der Aufnahme nur Mick, Keith Richards und als Gastmusiker Ry Cooder beteiligt. Ein hervorragendes Beispiel, wie man ein rein akustisches Stück vortragen kann.

Um auf den Ausgangspunkt zurückzukommen: Die Rolling Stones lieferten hier Blues ab und zwar so einen, dass selbst die heftigsten Kritiker nichts dagegen einwenden konnten. Sie haben vielleicht auch bei "Jigsaw Puzzle" nicht richtig zugehört. Die ganze Zeit wird dabei ein Blues geboten, der von einer weißen Band kaum schwärzer geboten werden kann und Mick einen engagierten, sozialen Text singt. Aber dann verarscht er uns alle mit einer Textzeile. Hatte er den Refrain bis dahin so angelegt, dass er allen sozialen Missständen nichts entgegenzusetzen hat, als ein Puzzle zu legen, weil er daran nichts eh nix ändern kann, liegt er im Schlußrefrain mit seiner Frau auf dem Boden. Jeder einigermaßen gewiefte Stoneskenner kann sich ausmalen, welche Teile ineinander passen, wenn Mick mit seiner Alten auf dem Boden liegt.
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am 15. März 2012
Die Scheibe wird oft ein Meilenstein in der musikalischen Entwicklung der Stones, oder überhaupt der Rockmusik, genannt, und ist auch sicher eine der besten Scheiben der Stones, zumindest bis zu diesem Zeitpunkt der Erscheinung dieses Albums (1968).
Dennoch finde ich, dass die Scheibe durchaus erkennbar an den umstrittenen Vorgänger "Their satanic majesties Request", auch in thematischer Hinsicht (siehe den Eingangs- SOng!), anschließt. Ich kann mir daher nicht vorstellen, dass die Stones ihr vorheriges Werk in ähnlicher Weise wie die Kritiker, die es völlig zerrissen haben, abgelehnt haben, und daraus resultierend etwas völlig Neues machen wollten. Dass die "Satanic"- Platte es bis auf 2, 3 SOngs nicht so ganz gebracht hatte, werden die Stones im Übrigen selbst gesehen haben. Dieses Mal sollte es also mal wieder etwas qualitativ sehr anspruchsvolles geben.
Und tatsächlich wirkt diese Platte insgesamt wesentlich besser als der Vorgänger. Das Resultat ist durchaus beachtlich, und hat für seine Zeit sicherlich neue Maßstäbe gesetzt; vor allem natürlich für die STones.
Es dominieren hier erstmalig stark Country- Töne und (wieder) Blues- Töne; aber auch Folk.
Die Songs an sich basieren merklich meist auf recht einfachen, wenn auch guten Riffs, auf die dann der Gesang oder eine Melodie, z.T. mit Gitarren- Solos oder andere kurze Einlagen gelegt sind. Das bewährte Konzept der Stones
Überrashcend ist, dass hier kein Song wirklich schnell ist (mit Ausnahme von "Stray Cat Blues"), wenn auch oft durchaus gewohnt- rhythmisch.
Erstaunlich ist auch, dass die meisten SOngs hier auf recht einfachen Mustern zu basieren scheinen. Das Album scheint noch weitgehend günstig produziert worden; man hat den Eindruck, man ist hier noch sehr weit entfernt vom raffinierten, perfektionierten Sound à la Phil Spector gewesen (obwohl dieser ja entscheidend an der ersten Platte der Stones beteiligt gewesen ist). Der Sound wirkt also stellenweise durchaus "minimalistisch"; was aber der Qualität der Songs keinen Abbruch tut, und mich nicht im Geringsten stört.
Dass die Scheibe es aber (wieder) nicht bis nach ganz oben in die wichtigsten Charts geschafft hat, wird allerdings weniger mit der mangelnden INnovativität oder Qualität der Songs begründet, sondern eher damit, dass es zeitgleich mit dem berühmten "White Album" der Beatles erschienen ist.
Gestatten Sie, dass ich die einzelnen SOngs wie folgt charakterisieren möchte:

SYMPATHY FOR THE DEVIL ist einer der bekanntesten Songs der Stones; zumindest auf dieser Scheibe. Ich persönlich halte ihn dennoch nicht für einen der besten dieser Scheibe. Im Hintergrund immer der gleiche (Fell-) Trommel- Rhythmus, der den HÖrer wohl - wie in einer Art "kultischen Handlung" - in eine Art "Trance"- Zustand versetzten soll. Darüber dann hinterher u.A: ein durchaus gekonntes Gitarren- Solo;

NO EXPECTATIONS: mit diesem Song geht es wieder direkt in die Südstaaten auf die Cotton- Fields: country- getränkter Blues. Sehr langsam. Dennoch einer der besten Blues- SOngs, die die Stones meiner Meinung nach gemacht haben. Hätte kein Muddy Waters oder Howlin' Wolf dieser Welt jemals besser gemacht.

DEAR DOCTOR: diese Country- Nummer, mit der Blues- Harp gekonnt gemischt - zeugt vom gewachsenen Verständnis und Können der Stones - vor allem Richards' - in diesem Metier. Herrlicher Song; wenn auch stellenweise recht ironisch.

PARACHUTE WOMAN ist ein typischer Blues nach Art von "Little Red Rooster". Nichts wirklich neues unter dieser Sonne (auch noch nicht zum damaligen Zeitpunkt).

JIGSAW PUZZLE ist ein etwas schnelleres, gutes, und wieder Country- beeinflusstes Stück. Obwohl der Song wieder auf sehr einfachen Prinzipien zu beruhen scheint, und keinen echten Refrain kennt, wird der Song dennoch nie langweilig. Über einem straighten Drum- Rhythmus, der zwischendurch wechselt, ist ein herrliches Piano- Geklimper, und andere Instrumente. Erstaunlich, dass der Song ganz ohne Gitarre auskommt. Bands, wie die von Lou Reed, wären ohne Songs wie diese, und wie ihn die Stones geprägt haben, nicht denkbar gewesen.

STREET FIGHTING MAN ist zurecht einer der bekanntesten Songs der Stones, vor allem aufgrund seines eingängigen Gitarren- Riffs. Perfekt wirkt auch das Piano darüber und

PRODIGAL SON ist ein klassischer Blues- SOng, und der einzige auf dieser Scheibe, der nicht aus der Feder der Herren Richards/ Jagger stammt. Leider auch der schwächste Song auf der Scheibe; wenn auch für sich genommen ein guter, und sehr schnell gespielter Blues- Song.

STRAY CAT BLUES ist ein typischer Stones- Rocker, der das Muster für diese Art von Nummern für viele Jahre vorgeben sollte. Auch dieser Song basiert wieder auf einem dieser typischen Stones- Gitarren- Riffs. Einer der besten songs hier.

FACTORY GIRL ist ein Folk- Song nach traditionell- irischem Muster, mit viel Fiddle- Musik, aber auch durchgängigem (Fell-) Trommel- Rhythmus. Auch hier gilt: an für sich ein guter Folk- song; aber im Vergleich zum sonstigen Stones- Standard - auch gemessen an den anderen Songs dieser Platte - ein eher schwaches Stück. Wirkt sehr STones- untypisch. Vermutlich haben sich die Stones hier von den Beatles beeinflussen lassen.

SALT OF THE EARTH hat auch wieder so ein Riff im Hintergrund. Sehr in sich abwechslungsreiches Stück, bei dem auch sonst wieder so alles zu stimmen scheint: der Schlagzeugrhythmus, die ganzen Wechsel, das Piano- Geklimper darüber, die choralen Gesänge am Ende des stückes, ... Songs in diesem Stil waren für die Stones relativ neu, aber sollten in den nachfolgenden Scheiben noch öfter vorkommen.

FAZIT: gute, innovative, sehr abwechslungsreiche Scheibe der Stones, auf der sich gute mit besseren Songs der Band abwechseln. Wenn man die ersten Scheiben der Stones - aus den Jahren 1964 - 66 - zum Vergleich heranzieht, fällt auf, wie unglaublich schnell sich die Stones entwickelt und verändert haben! Der Weg weg von den großen Vorbildern, hin zur EInzigartigkeit dieser Band wird spätestens auf dieser Scheibe deutlich spürbar. Hier waren sie endlich "sie selbst"!
Sicher ein Meilenstein der STones- und Rock- Geschichte. Ob das Album allerdings insgesamt als eines der besten der STones anzusehen ist, halte ich für fraglich. Ich persönlich habe den Eindruck, den hier eingeschlagenen Weg haben die Stones auf den nachfolgenden Alben (z.B. auf "Let it bleed" und "Exile on Main street") noch verbessert. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.
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Dies war das Album, mit dem die Stones "erwachsen" wurden, die "grossen, bösen" Rolling Stones, mit dem sie ihren endgültigen Stil fanden, ihre "klassische" Periode ('68 - '72) einleiteten, mit der sie zeitgleich ihren Zenit erreichten und dann überschritten.

Hier finden sich mit dem hypnotischen Sympathy for the Devil und dem treibenden Street Fighting Man (musikalisch schon, aber textlich eben KEIN Aufruf zum Straßenkampf) zwei absolut verdiente Stones-Klassiker, die bis heute fest im Konzertprogramm verankert sind. (Meiner Meinung nach bleibt die Studiofassung von Sympathy bei den Stones bisher unerreicht.)

No Expectations ist ein weiterer Klassiker, eine wunderschöne Blues-Ballade, deren geniale Slide-Gitarre einen von Brian Jones' letzten erwähnenswerten Beiträgen zu einem Stones-Album darstellt. Dear Doctor ist eine gelungene Country-Blues-Parodie mit hämischem Text (wie Mick Jagger einräumte, sollten sie Country erst später richtig verinnerlichen). Prodigal Son ist ein weiterer gelungener Country-Blues über die Geschichte vom verlorenen Sohn (auch ein Jahr später auf der Amerika-Tour sozusagen unplugged im Programm), die einzige Cover-Version hier; nicht ganz fein, dass die Stones anfangs versuchten, die Tantiemen über die Autorenangabe "Jagger/Richards" selber einzuheimsen. In starkem Kontrast dazu, fügt sich doch ohne Haken gleich darauf der Stray Cat Blues ein, ein böser Rocker über die Verführung Minderjähriger - und der Mutter gleich dazu. Auch aus Parachute Woman triefen geradezu die - nicht gerade subtilen - sexuellen Doppeldeutigkeiten. Wie dann zehn Jahre später bei Some Girls gilt bereits hier: etwas Humor gehört schon dazu!

Aus Jig-Saw Puzzle höre ich vor allem ein lustvolles Sezieren einiger schräger Charaktere der Umgebung heraus - Ähnlichkeiten mit lebenden Bandmitgliedern durchaus beabsichtigt!

Factory Girl (für mich der leichte Durchhänger auf dem Album) und Salt of the Earth sind eher zynische als ironische Abgesänge auf die Arbeiterklasse. Zwar hatte Keith Richards schon auf "Between the Buttons" im Jahr zuvor ein paar Zeilen gesungen (in Something happened to me yesterday), aber irgendwie stellen doch die ersten beiden Zeilen in Salt of the Earth sein eigentliches Gesangsdebüt auf einer Stones-Platte dar.

Zwar war Nicky Hopkins schon im Vorjahr auf den Stones-Alben zu hören, aber seine Orgelklänge und vor allem sein Klavierspiel fügen sich so richtig erst auf diesem Album in die Arrangements ein. (Für mich war ER für viele Jahre der "sechste Stone".)

Erwähnenswert finde ich, dass dies das Album war, auf der Keith (wohl durch Ry Cooder) erstmals offene Stimmungen und Bottleneck-Gitarre für sich entdeckte und meistern lernte, was dann noch bis zum nächsten Album "Let it bleed" anhielt. Die offenen Stimmungen sollten bis heute eins seiner Markenzeichen bleiben (Jumpin' Jack Flash, Honky Tonk Women, Brown Sugar etc.); die Slide-Gitarre überließ er aber, soweit ich es überblicke, ab der "Sticky Fingers" fast ausschließlich Mick Taylor (und später dann Ron Wood, hierin eindeutig die zweite Wahl), was ich sehr schade finde. Spannend auch, wie Keith seine Faszination für den leicht verzerrten Klang auf Mono-Cassettenrekorder aufgenommener Akustikgitarren in die Studioaufnahmen integrierte (s. Parachute Woman und Street Fighting Man).

Über die SACD-Schicht kann ich nichts sagen, mir erschließt sich bisher nur der "normale" Stereo-Hörgenuss. Klasse finde ich, dass man sich für die 2002er Remasters die Mühe gemacht hat, die Original-Masters aufzutreiben und sie (wie 2007 auch beim Debüt-Album der Doors) erstmals wieder in Originalgeschwindigkeit für die CD zu überspielen. Einige Titel klingen dadurch deutlich frischer, und somit erklärt sich auch, warum z.B. Sympathy und Jig-Saw Puzzle fast 10 Sekunden kürzere Laufzeiten haben als auf den Vinyl-Ausgaben, kein unerheblicher Unterschied. Allein schon diese Sorgfalt beim Aufstöbern und Überspielen der Bänder ist neben der Klasse-Musik Anlass für ein Bankett!

Ich finde höchstens, die Single Jumpin' Jack Flash / Child of the Moon und die Mono-Single-Version von Street Fighting Man (mit anderer Gesangsspur, alle zu finden auf "Singles Collection - The London Years") hätten die CD-Wiederveröffentlichung nahtlos ergänzen und bereichern dürfen.
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am 11. Juni 2007
"Beggars Banquet" ist ein wirklich gutes Album. Wer nicht versteht, warum diese Platte so hoch gelobt wird (Platz 21 von den besten Alben aller Zeiten, Rolling Stone) muss sich auch Vorgänger "Their Satanic Majesties Request" anhören. Dass die Musik der Rolling Stones inerhalb von wenigen Monaten vom typischen 67 Psychedelic zum Blues und Rock 'n' Roll schlägt, ist außergewöhnlich. Und dass sich die Platte dann so gut anhört ebenso.

Wenn man über "Beggars Banquet" redet, kommt man an "sympathy for the devil" und "street fighting man" nicht vorbei. Die einstigen Skandalsongs sind mittlerweile (obwohl in den Charts äußerst unerfolgreich) echte Hits und dürfen auf keinem Konzert fehlen. Doch darf man nicht den Fehler machen (wie ich Anfangs), und sich nur an den beiden Songs festnageln. Denn der beste Song ist "stray cats blues". Micks lautes Geschrei und der sich in den Ohren festnagelnde Rhytmus, den vor allem das Klavier erzeugt, sind absolut genial. Auch sonst gibt es viel zu entdecken.

Gut, zwar sind die oft eintönigen Blues- und Countryorientierten Lieder nicht Jedermanns Sache, doch wer Stones Fan ist, es werden will oder einfach nur Spaß am 60s Rock 'n' Roll hat kommt an den wirklich schönen Nummern "factory girl" und "no expectations" nicht vorbei. Die aufgekratzten Countrystücke "prodigal son", "parachute woman" und "dear doctor" sind ebenfalls einfach nur zum Genießen.

Und nachdem der letzte Ton von "salt of the earth", der tollen Schlussnummer, verklungen ist, hat man wirklich das Gefühl, dass es sich hier um ein echtes Meisterwerk handelt. Und noch dazu um einem Startschuss für die Rolling Stones in die erfolgreichste Ära ihrer Laufbahn.
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am 12. Juli 2010
Beggars Banquet [Vinyl LP]
Beggars Banquet - für mich persönlich die beste Platte, die die Rolling Stones jemals gemacht haben.
Eine Analyse der einzelnen Titel möchte ich mir an dieser Stelle ersparen. Das haben andere schon ausführlich u. sehr gut detailliert beschrieben.
Was ich mit einigen Sätzen umschreiben möchte, ist der Gesamteindruck dieses Albums. Nie zuvor u. nie danach klangen die Stones so einzigartig wie auf B.B. Mit spartanischer Instrumentierung, durch Verzicht auf technische Effekte u. beschränken auf das Wesentliche ohne unötigen Firlefanz gelang den Stones ein wahres Meisterwerk.
Im Gegensatz zum mit Psychodelic total überfrachteten u. dem damals allgemeinem Modetrend folgendem Vorgängeralbum
Their Satanic Majesties Request hört man auf B.B. keine unötige Note zuviel. Die Stones kehrten mit diesem Album wieder
zu der Musik zurück, die sie einst gelernt u. in Europa populär gemacht hatten - den Blues. Da sie an Musikalität
inzwischen gereift waren, verstanden sie es nun wie keine andere Band, Blues mit andern Stilarten wie Gospel, Folk, Country oder Samba zu verschmelzen u. vorzutragen.
Was das Album noch einzigartig macht, ist sein rauher, ungeschliffener Klang u. die Art, wie die Songs gespielt werden. Die Stones trafen hier genau den Zeitgeist von `68, sie schrieben einen chaotischen Soundtrack zu einem
chaotischen Zeitpunkt für ein anarchistisches Puplikum.
Große Nachfolge-Alben wie Let it Bleed, Sticky Fingers u. selbst das vielgerühmte Exil on Main ST. erreichen meiner Meinung nach nicht mehr die Dichte u. Intensität von Beggars Banquet.
Diese Platte gehört zu den ganz großen der Pop-Kultur, nicht nur ein Muß für Stones-Fans!
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am 8. Februar 2016
Beschrieben wie ein Fußballspiel, oder gegen den "Engländer" in WW2. Urteil für sich behalten, das wäre es doch!
Jeder kann sich selbst ein Uberblick verschaffen, auch jenseits der Durchnummerierung.
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am 24. Februar 2000
Das Album ist wohl der erste Höhepunkt in der Karriere der Rolling Stones. Die vorherigen Alben sind zwar nicht weniger gut, aber doch eher noch der Versuch, den ureigenen, unverwechselbaren Stones-Sound zu finden. Hier jedoch ist er das erste Mal voll zu erleben. Die ganze Bandbreite des Jagger/Richards-Schaffens vom Rockkracher bis zum Countrysong ist hier vereint. Soweit zum Album. Nun zum technischen. Man sollte meinen, daß es zum einfachsten gehört, beim Remastern das Grundrauschen zu entfernen. Die Tonqualität ist für heutige Verhältnisse unter aller Sau. Und man muß natürlich hoffen, daß der Tag kommt, wo eine echt remasterte CD auf den Markt kommt. Die werde ich mir dann kaufen und diese hier auf den Müll werfen. Das Album gehört trotzdem in jede gute Sammlung, bei den Fans sollte sie sowieso im Regal stehen.
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VINE-PRODUKTTESTERam 28. November 2008
Dies war das Album, mit dem die Stones "erwachsen" wurden, die "grossen, bösen" Rolling Stones, mit dem sie ihren endgültigen Stil fanden, ihre "klassische" Periode ('68 - '72) einleiteten, mit der sie zeitgleich ihren Zenit erreichten und dann überschritten.

Hier finden sich mit dem hypnotischen Sympathy for the Devil und dem treibenden Street Fighting Man (musikalisch schon, aber textlich eben KEIN Aufruf zum Straßenkampf) zwei absolut verdiente Stones-Klassiker, die bis heute fest im Konzertprogramm verankert sind. (Meiner Meinung nach bleibt die Studiofassung von Sympathy bei den Stones bisher unerreicht.)

No Expectations ist ein weiterer Klassiker, eine wunderschöne Blues-Ballade, deren geniale Slide-Gitarre einen von Brian Jones' letzten erwähnenswerten Beiträgen zu einem Stones-Album darstellt. Dear Doctor ist eine gelungene Country-Blues-Parodie mit hämischem Text (wie Mick Jagger einräumte, sollten sie Country erst später richtig verinnerlichen). Prodigal Son ist ein weiterer gelungener Country-Blues über die Geschichte vom verlorenen Sohn (auch ein Jahr später auf der Amerika-Tour sozusagen unplugged im Programm), die einzige Cover-Version hier; nicht ganz fein, dass die Stones anfangs versuchten, die Tantiemen über die Autorenangabe "Jagger/Richards" selber einzuheimsen. In starkem Kontrast dazu, fügt sich doch ohne Haken gleich darauf der Stray Cat Blues ein, ein böser Rocker über die Verführung Minderjähriger - und der Mutter gleich dazu. Auch aus Parachute Woman triefen geradezu die - nicht gerade subtilen - sexuellen Doppeldeutigkeiten. Wie dann zehn Jahre später bei Some Girls gilt bereits hier: etwas Humor gehört schon dazu!

Aus Jig-Saw Puzzle höre ich vor allem ein lustvolles Sezieren einiger schräger Charaktere der Umgebung heraus - Ähnlichkeiten mit lebenden Bandmitgliedern durchaus beabsichtigt!

Factory Girl (für mich der leichte Durchhänger auf dem Album) und Salt of the Earth sind eher zynische als ironische Abgesänge auf die Arbeiterklasse. Zwar hatte Keith Richards schon auf "Between the Buttons" im Jahr zuvor ein paar Zeilen gesungen (in Something happened to me yesterday), aber irgendwie stellen doch die ersten beiden Zeilen in Salt of the Earth sein eigentliches Gesangsdebüt auf einer Stones-Platte dar.

Zwar war Nicky Hopkins schon im Vorjahr auf den Stones-Alben zu hören, aber seine Orgelklänge und vor allem sein Klavierspiel fügen sich so richtig erst auf diesem Album in die Arrangements ein. (Für mich war ER für viele Jahre der "sechste Stone".)

Erwähnenswert finde ich, dass dies das Album war, auf der Keith (wohl durch Ry Cooder) erstmals offene Stimmungen und Bottleneck-Gitarre für sich entdeckte und meistern lernte, was dann noch bis zum nächsten Album "Let it bleed" anhielt. Die offenen Stimmungen sollten bis heute eins seiner Markenzeichen bleiben (Jumpin' Jack Flash, Honky Tonk Women, Brown Sugar etc.); die Slide-Gitarre überließ er aber, soweit ich es überblicke, ab der "Sticky Fingers" fast ausschließlich Mick Taylor (und später dann Ron Wood, hierin eindeutig die zweite Wahl), was ich sehr schade finde. Spannend auch, wie Keith seine Faszination für den leicht verzerrten Klang auf Mono-Cassettenrekorder aufgenommener Akustikgitarren in die Studioaufnahmen integrierte (s. Parachute Woman und Street Fighting Man).

Über die SACD-Schicht kann ich nichts sagen, mir erschließt sich mir bisher nur der "normale" Stereo-Hörgenuss. Klasse finde ich, dass man sich für die 2002er Remasters die Mühe gemacht hat, die Original-Masters aufzutreiben und sie (wie 2007 auch beim Debüt-Album der Doors) erstmals wieder in Originalgeschwindigkeit für die CD zu überspielen. Einige Titel klingen dadurch deutlich frischer, und somit erklärt sich auch, warum z.B. Sympathy und Jig-Saw Puzzle fast 10 Sekunden kürzere Laufzeiten haben als auf den Vinyl-Ausgaben, kein unerheblicher Unterschied. Allein schon diese Sorgfalt beim Aufstöbern und Überspielen der Bänder ist neben der Klasse-Musik Anlass für ein Bankett!

Ich finde höchstens, die Single Jumpin' Jack Flash / Child of the Moon und die Mono-Single-Version von Street Fighting Man (mit anderer Gesangsspur, alle zu finden auf "Singles Collection - The London Years") hätten die CD-Wiederveröffentlichung nahtlos ergänzen und bereichern dürfen.
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