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am 22. April 2005
Als die Mailänder Scala 1955 die Oper "La Sonnambula" von Bellini auf die Bühne brachte, war trotz des Staraufgebotes (Callas, Bernstein, Visconti) keineswegs sicher, dass mit dieser damals selten aufgeführten Oper, die immer ein wenig im Schatten der populäreren "Norma" stand, ein Erfolg erzielt werden würde. Zu dürftig und klischeehaft erschien die Handlung, und die Musik des Belcanto-Komponisten Bellini stand damals erst am Anfang ihrer Renaissance. Hört man heute den Mitschnitt dieser Mailänder Produktion und achtet auf die geradezu euphorischen Reaktionen des Publikums, wird klar, dass es sich um das Dokument eines singulären Ereignisses in der Geschichte der Gesangskunst handelt. Allen voran die Callas: Sie macht aus der Partie der mädchenhaften Amina ein großes Ereignis. Schon ihr erster Ton verrät die vollkommene Anverwandlung. Die Callas singt mit leichter schlank geführter, vollkommen entspannter Stimme. Sie öffnet behutsam die Vokale und singt mit einer Phrasierungskunst, die alle Nachfolgerinnen in den Schatten stellt. Man höre "Come per me sereno": Was für ein Legato!! Die hohe Kunst des Portamento und des Rubato, Ergebnis einer vollkommenen Beherrschung der Belcanto-Technik und des Belcanto-Stils(!), werden hier exemplarisch demonstriert. Dann die Cabaletta: Halsbrecherische Koloraturen, Staccati und Spitzentöne werden mit vollem Risiko angesungen und der Trapezakt gelingt perfekt. Sie krönt die Szene mit einer Leuchtrakete von hohem Es, doppelt so kraftvoll wie Sutherland oder Gruberova. Wenn dann das Schicksal zuschlägt, ändert die Callas die Stimmfarbe, singt dramatisch, allerdings immer noch in der Rolle des Mädchens. Wenn die achtzehnjährige Amina ihr Schicksal beklagt, muss das eben anders klingen als bei einer reifen Frauengestalt wie Norma. Callas erfasst diesen Unterschied klangfarblich exakt und das macht aus ihren Deutungen große Rollenportraits, wo andere, weniger musikalische (oder weniger ernsthafte) Sängerinnen mit mehr Schmelz und Schönklang gepflegte Langeweile verbreiten.
Phänomenal ist, dass die Callas die Spannung den ganzen Abend hindurch aufrecht erhalten kann. Jede ihrer Szenen müsste mit höchstem Lob besprochen werden. Man kann wohl sagen, dass sie selten so gut in Form war, dass vokale und interpretatorische Meisterschaft selten gleichzeitig auf so unerreichter Höhe waren. Zudem konnte sie damals in einem Ensemble arbeiten, das mit Cesare Valletti einen Belcantotenor erster Güte zur Verfügung hatte. Was Linienführung, Atemtechnik und Agilität der Stimme angeht, ist er der Callas ebenbürtig (sehr schön deshalb auch ihr Duett). Bernstein führt das Scala-Orchester temperamentvoll und meistens auch exakt. Bernstein hat der Callas in die Schlusscabaletta (Ah non giunge) einige zusätzliche Staccati eingefügt. Er schlägt dann allerdings ein so forsches Tempo an, dass die Callas Probleme hat, diese zusätzlichen Noten ganz exakt auszuführen. Weniger wäre hier mehr gewesen (ansonsten ist der Schlussgesang perfekt interpretiert; Callas macht als einzige klar, das die Spitzentöne nicht Selbstzweck sind, sondern emphatische Jubelrufe).
Wollte man abgesehen von dieser Kleinigkeit einen Makel der Aufnahme finden, so ist dieser sicherlich in der Tonqualität zu suchen. Der Mitschnitt ist von EMI zwar akzeptabel restauriert, aber man sollte an das Hören historischer Tondokumente gewöhnt sein. Noch einen Hinweis möchte ich auf die Callas-Aufnahmen von Sonnambula aus dem Jahr 1957 geben. Hier singt die Callas zurückhaltender, weniger brillant, aber mit nochmals verfeinerter Atemtechnik und einer Ausleuchtung der Partie bis in kleinste Nuancen. Diese Aufnahmen sind zarter und poetischer und kommen der Partie der Amina noch näher. Man sollte aber den Mitschnitt von 1955 auf jeden Fall besitzen, um ermessen zu können, zu welcher Kunstleistung die Gattung Oper einmal fähig war. Deshalb trotz der wenigen Einschränkungen fünf Sterne!!!
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