flip flip Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Jetzt informieren Spring Deal Cloud Drive Photos Learn More HI_PROJECT Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle AmazonMusicUnlimited BundesligaLive



am 29. Juli 2011
Neben der Solti-Aufnahme ist dies meines Erachtens die beste Rigoletto-Einspielung. Tito Gobbi macht aus dem verkrüppelten Hofnarren eine ungeheuer dichte, vielschichtige Figur, gibt den Emotionen und Reflexionen des Charakters Tiefe und Farbe. Zwar haben andere (Warren, Merrill, Cappuccilli, Milnes) vokal mehr zu bieten, haben kräftigere, rundere und glanzvollere Stimmen, aber kein anderer Interpret läßt Rigoletto so lebendig werden wie der große Gobbi.

An seiner Seite steht Callas als Tochter Gilda. Andere Rezensenten haben beklagt, die Stimme der Callas würde nicht recht zum Charakter des Mädchens passen. Ich finde sie wunderbar. Natürlich - erwartet man eine völlig naive, unschuldige, schüchterne Gilda, ein Püppchen aus dem Gesellschaftsmief der 50er Jahre, dann ist man mit einer Soubrette wie Rita Streich oder Hilde Güden besser bedient. Callas jedoch macht aus dieser zugegebenermaßen auf den ersten Blick eindimensionalen Figur ein wirkliches Wesen aus Fleisch und Blut. Ihre Gilda ist eine junge Frau, voller Erwartungen, Träume, Wünsche und einer gehörigen Portion sexueller Neugier. Zudem singt Callas technisch so perfekt wie später nur Sutherland (die allerdings wie eine automatische Puppe wirkt). Erst Ileana Cotrubas hat eine (fast) so eindrucksvolle Gilda gesungen.

Giuseppe di Stefano ist, auf den ersten Blick, die Idealbesetzung des Herzogs. Er singt ihn elegant und verführerisch, leichtsinnig und selbstbewußt. Leider hat er erhebliche technische Probleme mit der schwierigen Rolle und klingt mehr als einmal überfordert und angestrengt. Wohl deshalb wurde ihm auch die Stretta "Possente amor" erspart, was allerdings mehr als schade ist.

Die übrigen Rollen sind ordentlich besetzt, Zaccaria ist ein nicht sehr furchteinflößender Sparafucile (im Unterschied zu Siepi, Ghiaurov oder Talvela).

Serafin dirigiert wie immer mit viel Gespür und Erfahrung. Summa summarum eine glänzende Einspielung mit kleineren Schwächen, die jedoch verschmerzt werden können.
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
|0Kommentar|Missbrauch melden
am 17. Oktober 2008
Mit Sicherheit hat die Solti-Aufnahme aus dem Jahre 1963 mit Robert Merrill, Anna Moffo und Alfredo Kraus die für dieses Werk geeigneteren Sänger. Allerdings besitzt diese Einspielung einen für mich wesentlichen Schwachpunkt, und das ist das äußerst farblose Dirigat von Georg Solti.
Ganz anders diese Aufnahme. Giuseppe Sinopoli beherrscht diese Musik wie kein anderer. Er atmet mit den Sängern, er atmet mit der Musik.

Schon die Overtüre ist unglaublich spannend. Ungeheuer die Wucht, die aus dem Crescendo der Pauken auf das gesamte Orchester ausgeht.

Ergreifend, ja fast erschütternd, wie Sinopoli Edita Gruberova in Gildas Lied "Gualtier Maldé; Caro nome" zu Ende des ersten Aktes begleitet. Das ständig mitatmende Orchester überträgt hier eine Art Live-Atmosphäre. Man fühlt spürbar, daß eine ahnungslose Gilda träumt, ohne das drohende Unheil zu erkennen.

Bemerkenswert die ausgefeilte Gestaltung der Nebenrollen von Brigitte Fassbänder (Maddalena) und Robert Lloyd (Scarafucile). Der Dialog der beiden zu Anfang des Mord-Terzetts im vierten Akt steigert sich zu derartiger Intensität, daß der d-moll-Orchesterknall zu Beginn des "Se pria ch'abbia il mezzo la notte" wie ein vorweggenommener Messerstich wirkt. Phantastisch!
6 Personen fanden diese Informationen hilfreich
|0Kommentar|Missbrauch melden
am 9. April 2011
Etwas irritiert war ich schon, als ich immer wieder hervorragendste Rezensionen über diese Aufnahme las, denn mir persönlich gefällt dieser Rigoletto nicht ganz so gut, was hauptsächlich an den Besetzungen Callas und di Stefano liegt.
Tito Gobbi, um mal positiv zu beginnen, ist vielleicht nicht der stimmschönste Rigoletto, den es auf Tonträgern gibt, aber seiner Genialität als Sängerdarsteller kann man sich auch hier nur schwer bis überhaupt nicht entziehen. Er zeichnet ein vielschichtiges Charakterportrait des Hofnarren, das immer wieder Bühnenluft zu atmen scheint; schier sensationell.
Rein technisch gibt es an Maria Callas' Gesang der Gilda nichts auszusetzen, sie rückt die Partie weg vom reinen Ziergesang ins rechte Belcantolicht. Allerdings ist mir persönlich ihre Stimme viel zu schwer für die Gilda; das geniale Mädchenportrait, das sie in ihrer Butterfly beispielsweise übermitteln kann, gelingt ihr hier nicht. Auch Giuseppe di Stefano überzeugt mich nur bedingt als Duca, stemmt er die Rolle doch im fas einheitlichen Forte. Das unterstreicht zwar den Haudrauf-Charakter der Partie, bleibt aber im Gesamtbild doch recht eindimensional; das reicht mir als Portraitzeichnung nicht aus.
Wirklich gut bis sehr gut sind die anderen Partien besetzt und auch das Orchester spielt trotz einiger Unachtsamkeiten unter der kompetenten Leistung Tullio Serafins doch inspiriert.
Für Callas-Fans ist diese Aufnahme sicherlich unverzichtbar, den einen oder anderen Hörer mag sie aber durchaus irritiert zurücklassen - meiner Idealvorstellung einer Rigolettoeinspielung entspricht sie nicht.
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
|0Kommentar|Missbrauch melden
am 29. Januar 2012
Also selbstverständlich gehört die Aufnahme Callas, Gobi, di Stefano mit zu den besten die gemacht worden sind.Ich gebe aber zu bedenken, daß da noch eine Referenzaufnahme geschaffen wurde und zwar mit Warren, Berger und Peerce.Wird bedauerlicherweise etwas stiefmütterlich behandelt.Erna Berger als Gilda unübertroffen mit dieser wunderbar jugendlichen Stimme. Über Warren braucht man nichts zu sagen. Einmalig. Peerce als Herzog ist für mich der stärkste und überzeugenste aller Herzöge. Also es emphielt sich hier mal reinzuhören.
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
|0Kommentar|Missbrauch melden
am 25. Juni 2009
Diese Gesamtaufnahme des Rigoletto gehört zu den Operneinspielungen, die für alle Nachfolger einen schwer erreichbaren Maßstab gesetzt haben:

Das liegt in erster Linie an Tito Gobbi und Maria Callas, die 1955 auf der Höhe ihrer Darstellungskunst und auch (noch) gut bei Stimme waren:

Die Ausdrucksintensität von Gobbi in der Titelrolle ist unübertroffen. Er erfasst wie kein anderer Sänger alle Facetten des Rigoletto, vom Sarkasmus der Ballszene über Selbstekel, Angst, Liebe, Wut und Rachsucht bis zur Verzweiflung. All dies kann man nachvollziehen, ohne den Text zu verstehen. Puristen mögen sich an Gobbis etwas kurzer, "gehupten" Höhe stören. Das betrifft aber nur wenige Spitzentöne, der Rest ist auch gesangstechnisch untadelig.

Die Callas ist eine der wenigen wirklich glaubwürdigen Gildas: Sie schafft es, ihrer großen, eher herben Stimme, mit der sie zum Inbegriff von Rollen wie Lady Macbeth oder Norma geworden war, zunächst ein zartes Jungmädchentimbre zu verleihen, um dann im letzten Akt glaubwürdig zur liebenden Frau zu werden, die sich selbst opfert. Die meisten Sängerinnen schaffen diese Entwicklung nicht. Technisch ist Callas' Darstellung ohnehin der Maßstab schlechthin geworden - ihre Phrasierung und ihre Verzierungen in "Caro nome" werden heute noch im Gesangsstudium als Beispiel verwendet. Auch ihre Stimme klingt erstaunlich intakt - eigentlich waren 1955 bei Callas meist schon erhebliche Verschleißerscheinungen zu hören, in dieser Aufnahme nicht.

Dazu gibt Giuseppe di Stefano einen zwar etwas eindimensionalen, technisch etwas groben, aber rollendeckenden Herzog (die Rolle verlangt nun mal einen liebestollen Macho, und den singt er). Seine Stimme wirkt immer noch unglaublich überrumpelnd und erotisch. Schade nur, dass er entsprechend der damaligen Praxis die Stretta seiner 2. Arie weglässt.

Die Nebenrollen sind gut bis hervorragend besetzt, allen voran Nicola Zaccaria als düsterer Sparafucile.

Der einzige Wermutstropfen ist das nicht ganz lupenrein spielende Orchester (v. a. in der Ouverture), aber das läßt sich angesichts der Qualitäten der Aufnahme verschmerzen. Nicht nur zu diesem Preis eine uneingeschränkte Empfehlung.
7 Personen fanden diese Informationen hilfreich
|22 Kommentare|Missbrauch melden
am 1. September 2010
Diese Rigoletto-Einspielung gehört, neben der unter Solti mit Robert Merrill, Anna Moffo und Alfredo Kraus, zu den absoluten Highlights der Aufnahmen italienischer Opern.
Die Aufnahmequalität ist hervorragend. Darüber, dass es sich um eine Monoaufnahme handelt, tröstet die Leistung von Di Stefano (Herzog), Gobbi (Rigoletto) und Callas (Gilda) vom ersten Moment an hinweg.
Wenn man diese Aufnahme im Vergleich zur herausragenden Tosca in gleicher Besetzung hört, wird einem deutlich, zu was Sänger früherer Generationen noch fähig waren. Auch wenn sich alle drei Rollen von Tenor (Herzog/Caveradossi), Bariton (Rigoletto/Scarpia)und Sopran (Gilda/Tosca) so stark unterscheiden, wie es nur denkbar ist, meint man bei beiden Opern jeweils die perfekte Besetzung vor sich zu haben.
5 Personen fanden diese Informationen hilfreich
|0Kommentar|Missbrauch melden
am 23. Juli 2008
Als ich mir diesen Rigoletto kaufte, hatte ich sehr große Erwartungen, da die Namen auf dem Cover ja mehr als vielversprechend waren. Leider wurde ich enttäuscht, denn diese Einspielung kann mit der Konkurrenz nicht mithalten. Nicht nur das Sängerensemble scheint uninspiriert, denn auch das Dirigat scheint leblos und fade!

Edita Gruberova ist eine große Künstlerin. Es gibt viele Aufnahmen mit ihr, die richtungsweisend sind und zu Referenzeinspielungen wurden. In dieser Aufnahme landete sie aber keinen großen Wurf. Sie lässt sämtliche Spitzentöne aus, klingt ein wenig matt und abgesungen und stellt die Gilda übertrieben kindlich dar. Ihrer Interpretation fehlt es an Tiefe und Ausdruck. Sie wirkt völlig gelangweilt und ist in dieser Aufnahme enttäuschend wie nie zuvor! Niel Schicoff mag ebenso ein großer Tenor sein und seine Stimme ist ja auch bezaubernd sachön, passt aber überhaupt nicht zu seiner Rolle. Sein schlanker Tenor lässt Durchschlagskraft vermissen und sämtliche Noten über dem System wirken hart erkämpft. Im Vergleich mit anderen Tenören denen diese Rolle zu Eigen wurde (zum Beispiel Bergonzi, Pavarotti oder Domingo) fällt er merklich ab und kann dem Vergleich nicht Stand halten. Der einzige Lichtblick ist Renato Bruson, der eine großartige charakterliche Darstellung abliefert. Er singt mit Energie und Verve den Rigoletto und seine Stimme scheint prädestiniert für diese Partie.

Im großen und ganzen also eher enttäuschend! Wenn man eine gute Aufnahme des Rigoletto sucht, sollte man eher zu Pavarotti/Sutherland unter Bonynge greifen, oder natürlich zur Callas - Einspielung unter Serafin! Auch die kostengünstige Einspielung mit Lucia Popp, erschienen bei RCA - Victor ist wärmstens zu empfehlen!
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
|11 Kommentar|Missbrauch melden
am 2. Mai 2005
Neil Shicoff ist als Herzog völlig untauglich!!!
Mit seiner schrecklich schlechten Phrasierung und hässlichen amerikanischen Stimme zerstört er die gesamte Aufnahme.
Warum hat Sinopoli das zugelassen???
5 Personen fanden diese Informationen hilfreich
|11 Kommentar|Missbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

Rigoletto
4,99 €

Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken