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am 29. Februar 2016
Ich wollte einfach mal 5 Sterne vergeben und muss dafür 20 Worte volltexten. Was also soll ich groß Worte verlieren, was andere schon trefflicher vollbrachten: Für mich das zweitbeste Album von Tocotronic :o)
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TOP 1000 REZENSENTam 24. Juni 2017
Dieses Album stellt eine sehr markante Stelle im Schaffen dieser Band dar. Einerseits haben die Tocs scheinbar mit ES IST EGAL, ABER und KOOK auf dieses Meisterwerk hingearbeitet, indem sie kryptischer, verschachtelter, abstrakter, erwachsener, versponnener und verkopfter wurden. Andererseits verabschieden sie sich von dieser leichten Ironie ihrer Jugendphase. Kein Pizzaessen mit Mark E. Smith oder Selbstmord am Samstag mehr. So gesehen stellt dieses Album für mich den Höhepunkt dieser Band dar, aber gleichzeitig trägt es auch den Beginn des Abstiegs in sich, denn die nachfolgenden Alben drifteten in Richtung Kunstlied ab, was durchaus die logische Folge dieses Albums war, aber immer unnahbarer wurde. Das soll nicht heißen, dass Alben wie KAPITULATION oder SCHALL UND WAHN schlecht wären, aber ich verlor langsam den Bezug zu dieser Band. Das lag auch daran, dass sich der Gesang von Dirk von Lowtzow veränderte. Sein sprödes, warmes Krächzen wich immer mehr einem theatralischen Minnegesang. Zudem packen die Tocs auf TOCOTRONIC wundervolle Melodien aus und kreieren eine spukhafte Atmosphäre, die an Science-Fiction Filme erinnert. Alles ist immer leicht unheimlich. In "Alles wird in Flammen stehen" heißt es: "So will die Welt zugrunde gehen - wenn wir am Zauberwürfel drehen". Immer schwebt beiläufig eine Bedrohung durch die Songs: In "Hier kommt der Beweis" tauchen Bilder wie "Auf der Erde und im All - zerbrechen wir wie ein Kristall" auf. In "Free Hospital" heißt es: "Hier aus dem Dunkeln schauen zwei Augen - Und ihr Blick ist finster und schön". Die Texte sind dadurch kaum greifbar und bewahren Geheimnisse, lassen den Hörer in der Luft hängen. Highlight ist die federleichte, fast tanzbare Textschlange "Hi Freaks". Gedankendicht und voll mit denkwürdigen Phrasen wie "Alles muss im Überfluss vorhanden sein - dann sind wir nicht allein". Hier wird über das Leben auf einer Metaebene gesungen. Fremd und entrückt wirkt das alles. Und auch die Musik dazu erstaunt mit seltsamen Keyboardsounds, die die trägen Gitarren ergänzen. Eine Leere in der Welt wird fühlbar und auch die Liebe klingt hier nicht wie eine Lösung. In "Schatten werfen keine Schatten" heißt es: "Denn wir wissen ganz bestimmt - Dass wir beide Schatten sind". Das ist mehr dunkle Romantik und erinnert in seiner Auswegslosigkeit an Blumfelds "Draußen auf Kaution". Lowtzow singt besonders den Mittelteil traumwandlerisch mit einer Ruhe und Zärtlichkeit, sodass er die Angst vor dem Nichts nimmt. "Vielleicht sind wir was sie träumen" gibt "Wolke der Unwissenheit" zu bedenken. Schwere philosophische Fragen, die an unserem Selbstbild nagen. Es geht um nichts und gleichzeitig um alles. Man wird in die Grenzbereiche geführt und weitet seinen Blick.
TOCOTRONIC ist ein dunkler Trip an die Grenzen des Menschseins und steht damit ohne Vergleich in der deutschen Musiklandschaft da. Wer sich den Teppich unter den Füßen wegziehen lassen will, liegt hier richtig. Eine Indieplatte mit der Attitüde einer Progressive Rock Scheibe. Eins zu eins ist jetzt vorbei!
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am 26. Februar 2015
Das sechste Album der Hamburger Indierock-Institution nimmt gleich aus mehreren Gründen einen besonderen Platz in ihrer Diskographie ein. Es war ihr Letztes als Trio, es läutete eine neue Ära ein und es zählt bis heute zu ihren besten Arbeiten. Mindestens. Im Nachhinein ist es gar nicht mehr so leicht, sich daran zu erinnern, dass Tocotronic ausgerechnet mit diesem namenlosen Album einen deutlichen Bruch in ihrer bis dahin so schnörkellosen Diskographie hingelegt haben. Denn an ihre neue Ästhetik, der feinen, abwechslungsreichen Produktion und der Bilderrausch-Lyrik Dirk von Lotzow`s hat man sich seit den vier weiteren Alben längst gewöhnt. „Tocotronic“ sticht nach 13 Jahren immer noch heraus, weil die Band sich hier zum ersten Mal so etwas wie Pop traute. Pop im Sinne von belohnende Eingängigkeit, mehr Abwechslung, unwiderstehliche Melodien und großzügige Arrangements. Ein kopfloses Experiment, um sich vielleicht eine Hörerschaft zu erschließen, die man eh nie haben wollte, wurde dieses Album aber nicht. Man merkt den 13 Liedern ihre Zielstrebigkeit und Detailliebe an. Die lange Zeit im Studio mit Produzent Tobias Levin weniger. Vielleicht hätten ein bis zwei Songs weniger dem Album gut getan, so gut eine Spielzeit von gut 60 Minuten auch gemeint ist. Mit „Tocotronic“ wurden aus verschlafenen Slackern ausgeschlafene, wache Köpfe mit neuen, kreativen und frischen Ideen, die einen neuen Ausgangspunkt für ihre späteren Alben setzten.
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am 26. Februar 2015
Das sechste Album der Hamburger Indierock-Institution nimmt gleich aus mehreren Gründen einen besonderen Platz in ihrer Diskographie ein. Es war ihr Letztes als Trio, es läutete eine neue Ära ein und es zählt bis heute zu ihren besten Arbeiten. Mindestens. Im Nachhinein ist es gar nicht mehr so leicht, sich daran zu erinnern, dass Tocotronic ausgerechnet mit diesem namenlosen Album einen deutlichen Bruch in ihrer bis dahin so schnörkellosen Diskographie hingelegt haben. Denn an ihre neue Ästhetik, der feinen, abwechslungsreichen Produktion und der Bilderrausch-Lyrik Dirk von Lotzow`s hat man sich seit den vier weiteren Alben längst gewöhnt. „Tocotronic“ sticht nach 13 Jahren immer noch heraus, weil die Band sich hier zum ersten Mal so etwas wie Pop traute. Pop im Sinne von belohnende Eingängigkeit, mehr Abwechslung, unwiderstehliche Melodien und großzügige Arrangements. Ein kopfloses Experiment, um sich vielleicht eine Hörerschaft zu erschließen, die man eh nie haben wollte, wurde dieses Album aber nicht. Man merkt den 13 Liedern ihre Zielstrebigkeit und Detailliebe an. Die lange Zeit im Studio mit Produzent Tobias Levin weniger. Vielleicht hätten ein bis zwei Songs weniger dem Album gut getan, so gut eine Spielzeit von gut 60 Minuten auch gemeint ist. Mit „Tocotronic“ wurden aus verschlafenen Slackern ausgeschlafene, wache Köpfe mit neuen, kreativen und frischen Ideen, die einen neuen Ausgangspunkt für ihre späteren Alben setzten.
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am 20. Juli 2012
Wie sehr es dieses Album es verdient hat, nichts als den Bandnamen zu tragen, war zu seinem Erscheinen schon spürbar und ist 10 Jahre später mit Gewissheit sicher: Das Weiße ist das endgültige Tocotronic-Album, es ist eine der ganz ganz wenigen Platten die über 10 Jahre hinweg immer und immer wieder in meinen CD-Player wandern, ohne dass es mir langweilig wird, es ist das Manifest der 2. Generation von Tocotronic-Alben, nachdem mit "K.O.O.K." der Übergang von der schrammelnden Slogan-Maschine in unscharfe postrockige Sphären vollzogen waren. "K.O.O.K.", so groß der Schock für einige 3 Jahre zuvor war, war in seiner Ausrichtung doch noch nicht so ganz konsequent, "Let there be Rock" z.B. erinnert noch stark an den klassischen Tocotronic-Song, die Tracklist ist noch prall gefüllt, auch wenn sich mit Stücken wie "Das Geschenk" oder "17" die neue monströse Weite schon deutlich ankündigte.
Auf "Tocotronic" wurde dieser Weg dann wirklich zu Ende gegangen. Rick McPhail war zwar schon dabei, stand auf der Tour mit auf der Bühne, aber trotzdem ist sein Einfluss auf dem Album noch nicht wirklich zu spüren, statt seiner perlenden Gitarren, die ab "Pure Vernunft..." in den Vordergrund rücken, prägen das weiße Album noch die leicht schrägen Licks, die man schon auf K.O.O.K. zu hören bekam, so z.B. am Anfang von "Führe mich sanft" oder "Wolke der Unwissenheit", und die ich seitdem schmerzlich vermisse. Es ist also sofort als ein Album der Urbesetzung zu verorten, auch wenn die auf dem Vorgänger beschrittenen Elektronik-Pfade hier zur Autobahn planiert wurden. In dieser Kombination liegt großer Reiz: Die elektronische Geräuschkulisse verneigt sich mit Posaunen und Trompeten vor den immer noch recht simplen, aber in ihrer Stoigkeit umso standfesteren Instrumentenparts wie vor Monumenten. Lieder wie "Hi Freaks", ein absolutes Herzstück des Albums, lassen durch ebenso entspanntes wie kompromissloses Fließen und Wiederholen Klangräume entstehen, die den Hörer geradezu aufsaugen. Das ewige, monotone Brummen am Beginn von "Free Hospital" nimmt auf den Punkt genau die einerseits bequeme, tiefe aber dann doch irgendwie leicht beunruhigende Gefangenheit vorweg, die den Erzähler später im Lied umtreiben wird. In "Hier ist der Beweis" experimentiert Dirk von Lowtzow zum ersten Mal mit seiner Stimme, indem er die scharfen "s" am Zeilenende sekundenlang weiterzieht, auch das ist wieder Programmmusik. Es wird auf dem Album eine Atmosphäre der Distanz aufgebaut, mit repetitiven Midtempo-Takten, mit voluminösem Raumklang, mit einer Entfernung von lauten Instrumenten zum Geschehen, die man vielleicht als leises Donnern beschreiben könnte. Was hier in der Theorie nach Sterilität klingt, führt in der Praxis genau zum Gegenteil, es umhüllt den Hörer, lässt ihn nicht mehr los, zieht ihn mit und tief in sich hinein.
Eine Tocotronic-Rezension, die auf zig Zeilen ohne Verweis auf die Texte auskommt? Allein das sollte vielleicht als Beleg für die Großartigkeit dieser Platte ausreichen, aber gut: Während die Musik die Texte einerseits perfekt widerspiegelt, Akzente setzt und interpretiert, nimmt sie ihnen doch einen gewaltigen Teil an Schärfe, was zu interessanten Reibungspunkten führt. Klares Thema dieses Albums ist, so unpräzise es dann doch im eigentlichen Text bleibt, der Aufstand, die Konfrontation mit der Gesellschaft. Manche Stücke sind in dieser Hinsicht kleine Blender, "Alles wird in Flammen stehen" bezieht sich nämlich nicht auf Straßenkampf und Chaostage, sondern ist ein lupenreines Liebeslied. Man sieht, die manchmal recht apokalyptischen Ausdrücke wollen oft nicht 1:1 übersetzt werden (wie es dann ja auch in "Neues vom Trickser" 1:1 ausgesprochen wird). Klarer wird die Marschrichtung an der Kritik an der Gleichschaltung in "Hi Freaks" oder "Führe mich sanft", an dem ebenso offenen wie ungewöhnlichen, weil vollkommen resignierten "Protest-Song" "Die Wolke der Unwissenheit", an der für ganze Post-68er-Generationen geltenden Widersprüchlichkeit von Überzeugungen und letztendlichem Handeln in "Das böse Buch" und "Neues vom Trickser", an der Desillusionierung im Anbahnen und Führen von Liebesbeziehungen in "Näher zu dir" und dem großartigen "Schatten werfen keine Schatten", an der Enge und am Trotz des Andersseins in "Hier kommt der Beweis" und "Dringlichkeit besteht immer". Obwohl das der rote Faden ist, der an fast jeder Stelle des Albums an die Oberfläche dringt, bleibt es doch assoziativ und mehrdeutig, wer könnte sagen, ob der Wohlfühleffekt der Holzadern und der Wanduhr in "Free Hospital" für die wahre Auszeit und Entspannung oder die Internierung auf dem Zauberberg oder doch nur für profanes Eingelulltsein steht? Sie sind herzlich eingeladen, weiterzudenken.
Gibt es einen Hit? Am ehesten kommt dafür "This Boy ist Tocotronic" in Frage, das, wie seit "K.O.O.K." für die erste Single üblich, den größten Pop-Appeal mitbringt, sich aber musikalisch klar vom Rest des Albums absetzt. Trotzdem ist es ein sehr schönes Lied, das sich mit seiner wertungsfreien, gleichzeitig unmittelbaren und isolierenden Beschreibung des absoluten "Jetzt"-Erlebnisses dann doch nahtlos in das Album einzufügen weiß.
Bei für Tocotronic-Verhältnisse bis dato ungewöhnlicher starker Konzeptionierung, bei nur noch 13 statt 16+ Stücken, nur noch 60 statt wie zuletzt auf "K.O.O.K." 80 Minuten Laufzeit und einer trotz der Elektronik-Exzesse immer noch auffälligen Schlichtheit könnte man den Eindruck haben, dass "Tocotronic" enger, begrenzter und "kleiner" wirkt, als "K.O.O.K.". Aber genau das Gegenteil ist der Fall, "Tocotronic" kommt mit einer Weite, einer Gewalt, einer Würde, die einen regelrecht wegbläst. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass das "Meisterwerk" "K.O.O.K." noch übertroffen werden könnte und war geplättet, als es "Tocotronic" scheinbar mühelos tat.
Das Weiße ist das beste Tocotronic-Album, besser als '"Pure Vernunft wird niemals siegen" oder "Kapitulation", besser als "Schall und Wahn" sowieso, aber es ist nicht zwangsläufig das Beste "to start with". Wer sich eine Tocotronic-Platte besorgen will, weil er "Die Welt kann mich nicht mehr verstehen" aus der Indie-Disco kennt, sollte unbedingt zu "Digital ist besser" oder "Wir kommen, um uns zu beschweren" greifen, wobei bei Letzterem gewarnt sei, dass es zwar unglaublich schnell ins Ohr geht, aber ähnlich flott auch wieder aus dem Kopf ist. Wer die "neuen" Tocotronic nach dem Wandel 98/99 kennen lernen will, sollte ruhig mit dem Album anfangen, mit dem der Wandel begann, nämlich "K.O.O.K.", welches ebenfalls ein sehr, sehr großartiges Album ist. Aber das Weiße kriegen sie nicht mehr getoppt. Wetten?
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am 18. Juni 2002
Einfach herrlich! Ich wusste nicht, wie man die K.O.O.K. noch schlagen wollte. Jetzt weiß ich es. Der typisch tocotronicnische
wortumgang reißt mich wiedereinmal in seinen Bann. Von THIS BOY IS TOCOTRONIC bis hin zu NEUES VOM TRICKSER läuft mir manchmal ein kalter Schauer über den Rücken. Die gnadenlose Erkenntniss aufoktuaierter "Freizeitgestaltung", sowie "die Blitze der Erinnerung", lassen mich viel weiter in mich selbst blicken und
der wunsch nach einer lebensumstellung nach den Worten "eins zu eins ist jetzt vorbei" bringt mich doch langsam ins Schlottern.
"Tocotronic" wirkt noch viel persönlicher als die vorherigen Scheiben. Von Album zu Album wirkt Tocotronic immer reifer.
Ich hoffe das dieses Album nun endlich der Knackpunkt für Jugendliche ist, zu merken, dass man nicht angeblicher Tocotronic-fan sein kann und dabei dann noch "Korn" hören kann.
Hoffentlich endet diese "wir sind auch anders, weil wir tocotronic hören - Masche" mit diesem Album endlich. Hoffentlich kann auch ich sagen, dass es jetzt soweit ist in einer Welt, deren Umriss mir gefällt. Einfach schön!
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am 13. Juni 2002
Superplatte! Zum Träumen! Zum Rocken! Zum bissl Nachdenken!
Aber nichts für Schnell-Urteiler; man muss sie schon ein-zweimal anhören, um zu verstehen, dass Toco nicht mehr kommen, um sich zu beschweren, was zweifelsohne in den Neunzigern angemessen war.
Sie haben sich verändert, aber sie sind wieder mal sehr gut.
Ich bin älter geworden; schön, dass eine meiner Lieblingsbands mit mir mitwächst und sich entwickelt. Voll mein Geschmack! Danke Jungs!
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am 7. August 2002
Auch mich würde ich als Toco-Fan der ersten Stunde bezeichnen, habe aber anscheinend das Glück, eine ähnliche persönliche Entwicklung durchzumachen wie sie in der Musik von Tocotronic zu erkennen ist. Die Texte werden poetischer, erwachsener, die Stimme ist sanfter, aber tonsicherer, die Musik ist komplexer, aber auch ruhiger, weniger rau. Sie trifft einen nicht mehr wie ein Donnerschlag, wird aber mit zunehmendem Hören immer gefälliger. Ich finde die Entwicklung von "Digital ist besser" - natürlich auch grandios - zu "Tocotronic" nachvollziehbar und glaubwürdig. Also, kein Aufguß des immer gleichen, sondern Mut zur Veränderung, ohne sich selbst untreu zu werden. Bitte, weiter so!
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am 28. September 2002
"Ich bin neu in der Hamburger Schule" sang Dirk von Lotzow auf dem zweiten Tocotronic-Album "Nach der verlorenen Zeit" noch seltsam melancholisch. Das ist nun sieben Jahre her, der Begriff "Hamburger Schule" nicht einmal mehr Geschichte und auch sonst ist eine Menge passiert in all den Jahren. Und, ganz wichtig an dieser Stelle - "Tocotronic" haben nicht aufgehört, Musik zu machen. Mittlerweile gibt es sechs Alben, das letzte Werk erschien am 10. Juni und ist schlicht "Tocotronic" betitelt. Schwarze Schrift auf weißem Grund - rein optisch schon einmal interessant. Wer möchte, kann auch gern mehr in die Aufmachung des Albums hinein interpretieren, die Variationen reichen dabei von fehlender Kreativität bis höchster Form der Vollendung ähnlich dem schwarzen Quadrat auf weißem Grund in der Kunst.
Wie es auch sei, beim ersten Hören klingt die Platte mit Titeln wie "Alles wird in Flammen stehen", "Näher zu dir" oder "Schatten werfen keine Schatten" seltsam ungewohnt. Was sich im vierten Studioalbum mit dem Einsatz von Streichern und der Verschleppung des Tempos zugunsten stark melodiöser Elemente bereits angedeutet, sich dann auf K.O.O.K. mit größtenteils ruhigen Titeln und völligem Verzicht auf die sloganhaften Titel fortsetzte, hat nun auf "Tocotronic" seine vorläufige Perfektion erreicht. Man vermisst eingängige sloganhafte Textzeilen wie auf den ersten Alben, deren Weltschmerz sowieso und auch jene Lieder, die manchmal nur banal kurz und schnell daherkamen und dennoch auf Anhieb gefielen.
Insgesamt dreizehn Titel fanden auf dem neuen Werk Platz, nach 65:48 Minuten hat man sie einmal komplett gehört. Hängen bleibt zunächst nur, dass man die Titel beim erstmaligen Hören nur schwer unterscheiden kann. Allen gemeinsam ist eine Passivität, eine Ruhe, denn Tocotronic scheinen die Langsamkeit entdeckt zu haben. Auch wenn Dirk von Lotzow unlängst meinte, auf den Vorgängeralben hätten die Texte nicht immer unbedingt seinem Seelenleben entsprochen, sondern seien manchmal nur der Form halber gewählt worden, hätte man sich eingängige Textzeilen wie "Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein" auch auf Tocotronic von Tocotronic gewünscht. Stattdessen erklingen Sätze wie "Führe mich sanft, gib mir einen Trunk-Trank" und man schaut noch einmal auf die CD, ob auch wirklich das richtige Album im CD-Spieler ist.
Der Zauber der Platte entfaltet sich erst nach mehrmaligem Hören, wenn man die Stücke bereits kennt, unterscheiden und sich auf sie konzentrieren kann. Dann fallen plötzlich die gewohnt starken Texte ins Gewicht, dann beginnt man die Melodien mitzusummen und dann beginnt man die Aufmachung des Albums auch als bewusst gewählt zu verstehen. Auch wenn es vornehmlich ruhig klingt, die Texte so symbolhaft sind das eine Deutung oder ein Verstehen schlichtweg unmöglich wird, zieht es den Hörer bald in seinen Bann. Und dennoch, es wird Leute geben, denen nicht folgender Satz zu dem neuen Album einfällt: "Ich hab mich lange schon nach nichts so sehr gesehnt wie dieser Toco-Platte als ich aus dem Laden kam, war ich froh dass ich sie hatte." Sie werden denken: "Die Idee ist gut doch die Welt noch nicht bereit". Und vielleicht haben sie auch recht.
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am 7. Juli 2002
den Tocotronic mit ihrem neuen Album beschreiten.Schon die Single ließ mich aufhorchen,denn sie ist absolut anders und doch zu 100% Tocotronic.Ich denke alles was zu sagen war (an für sich stehenden Statements) haben Tocotronic bereits auf früheren Platten gesagt,umso erfreulicher die textliche Weiterentwicklung weg vom Plakativen hin zum Assoziativen.Musikalisch merkt man,daß sich die lange Zeit im Studio gelohnt hat,denn der Output ist mehr als bemerkenswert.Ich hätte nicht gedacht,daß eine Band wie Tocotronic je so einen Quantensprung machen würde.Ich bin fassungslos begeistert!
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