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TOP 1000 REZENSENTam 11. Februar 2015
Alice Cooper ist mir bereits seit meiner Jugend bekannt. Damals kaufte ich mir die „School’s Out“ Langspielplatte, die ich heute auch immer noch gerne höre. Klar „Killer“ durfte natürlich auch nicht in meiner Sammlung fehlen. Aber das war es dann auch schon mit meinen musikalischen Kenntnissen über Alice Cooper. Nun gehe ich so langsam auf die Vollendung meines 6. Lebensjahrzehnt zu und erst jetzt, nach dem Studium des „eclipsed“ Rockbuches befasse ich mich intensiver mit Alice Cooper. So schaffte ich mir jetzt das Album, welches in dem besagten Buch mit dem Begriff „Kaufrausch“ bezeichnet wird, an. Und es ist nicht nur ein „Kaufrausch“ sondern auch zu einem Hörrausch geworden. Um es vorweg zu sagen. Ich bin begeistert und schäme mich fast dafür, mich erst in meinen „alten“ Tagen mit diesem außerordentlichen tollen Werk zu befassen.
Über dieses Konzeptalbum habe ich zwischenzeitlich erfahren, dass es Alice Coopers erstes Soloalbum war und 1975 in den Atlantic Studios eingespielt wurde. Inhaltlich behandelt es von den Alpträumen des Protagonisten Steven. Der neunte Song „Steven“ ist denn auch sicherlich eines der Höhepunkte des Albums. Aber auch Songs, wie „Only Women Bleed“, “Some Folks” und „Department Of Youth” sind sehr hörenswerte Rocksongs. Bei „Years Ago“ kann man gar die Gänsehaut des „Steven“ selbst spüren. Aber besonders hörenswert und zudem mein Lieblingssong des Albums ist der Bonustrack “Devil's Food [Alternate Version]“.
Ich bin jedenfalls froh, dass ich dieses Album doch noch für mich entdecken konnte und kann deshalb jedem, der gute Rockmusik liebt und der dieses Album noch nicht kennen sollte, nur anraten, einmal hineinzuhören. Es wird hierbei wahrscheinlich nicht bleiben. Ich bin jedenfalls von diesen Alpträumen infiziert!
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am 28. Oktober 2013
Wenn es eine Platte gibt, die einen amerikanischen Vorstadt-Albtraum in den sonnigen, schlaghosenbewanderten 70ern beschreibt, dann diese. Früher habe ich um Bands wie Alice Cooper einen riesigen Bogen gemacht, warum auch immer. Zu chaotisch, zu sehr horrormäßig, zu hart etc. Gottseidank habe ich diese Haltung und musikalische Beschränkung abgelegt und mit den Jahren erkannt, daß der gute Vincent Furnier ein paar richtig gute Alben gemacht hat. Nachdem ich mir also dann diese Ausgabe seiner 76er Scheibe zugelegt habe, bin ich in meiner Absicht bestätigt worden, die musikalischen Scheuklappen herunter zu nehmen und die wahrhaftig einzigartige Vielfalt des Schockrockers zu entdecken. Grandioser 70er Hard-, ja sogar Prog-Rock, sehr harmonisch kredenzt auf einem silbernen Tablett, von dem nicht nur das Blut, sondern auch die süße Flüssigkeit der Virtuosität tropft. Gerade "Steven" hat es mir mit seinem Halloween-ähnlichen Intro angetan. Außerdem macht "Devils Blood" nicht nur wirklich Spaß, wenn man es zuhause richtig laut hören kann. Diese Platte macht deutlich, wie unterschätzt die Band lange Jahre ein Nischendasein lebte. Alle Daumen hoch, ich habe mich auch gleich mit den Vorgängern eingedeckt, die dieser Platte in Sachen Kompetenz und Vielfalt in Nichts nachstehen...
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am 27. März 2002
um eins gleich vorweg zu nehmen: wer glaubt, dass sich diese "digitally-remastered" scheibe auf dem gleichen niveau befindet wie das letztjährlich veröffentlichte "billion $ babies", der wird enttäscht sein. denn im gegensatz zu B$B handelt es sich hier nur um eine einfache cd, welche nur drei bonus tracks aufweist, während B$B eine gesamte cd für bonustracks beinhaltete. nichtsdestotrotz ist "welcome to my nightmare", einer der kreativen höhepunkte von zeremonienmeister alice cooper, gespickt mit vielen klassikern, die auch heute noch zum bestandteil seiner show gehören ("only women bleed", "devils food/black widow" sowie "department of youth"). zwischendurch songs, die weniger bekannt geworden sind, die aber trotzdem zum feinsten gehören, was cooper je aufgenommen hat: "years ago", "steven" und "the awakening", eine kleine, aber feine trilogie, die auch heute, 30 jahre nach ihrem erscheinen noch gänsehautfeeling erzeugt. als bonustrack hört man "devil's food", "cold ethyl" und "the awakening" in alternativen versionen (aus dem '75er nightmare tv-special), hier überbieten vor allem devil's food und the awakening die ursprünglichen versionen locker. alles in allem nicht so wie luxoriös wie "B$B remastered" aber dennoch sehr zu empfehlen.
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VINE-PRODUKTTESTERam 17. Juni 2014
Schade, dass Alice Cooper für viele nur der Horroronkel mit Schminke und Boa ist. In Wahrheit war es eine Band, die exzellente Alben veröffentlicht hat, vielseitig und oft progressiv im musikalischen Stil und interessant und oft provokativ in den Texten. Nun mag der Sänger, der später den Namen Alice Cooper ("Lieschen Müller") für sich annahm, nicht zu den allergrößten Stimmen zählen, Charakter hat er allemal. Das Titelstück und einige andere sind auch heute noch hörenswert als Erinnerung an eine Zeit, in der im Rock`n`Roll fast alles möglich war und wurde.
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am 29. Oktober 2006
Das auf einen weltweiten Chartbreaker folgende Album ist oft weniger erfolgreich und sorgt nicht selten für Stunk in der Band. So war es auch für Alice Cooper mit "Muscle Of Love". Nachdem "Billion Dollar Babies" sämtliche Rekorde gebrochen hatte, konnte "Muscle..", obwohl keineswegs schlecht, nur verlieren. Die Band befand sich nun am Scheideweg. Während die Instumental-Abteilung die weniger schillernde "Muscle Of Love"-Ausrichtung weiter verfolgen wollte, hatte Sänger Alice die Absicht, in puncto Show und Theatralik sogar noch einiges drauf zu legen. Durch den unausweichlichen Band-Split konnte Alice seine Vorstellungen als alleiniger Chef im Ring ungehindert umsetzen. "Welcome To My Nightmare" war sein erstes Konzept-Album, jeder Song stellt einen Teil seines Alptraums dar. Obwohl der Hörer sich zu jedem Stück oberflächlich wunderbar gruseln kann, gehen die Texte teilweise auch ins sozialkritische (Only Women Bleed und The Awakening)und ins selbstkritische/selbstironische (bei Cold Ethyl). Das Konzept des Albums geht also in zweierlei Richtung auf und auch die musikalische Umsetzung lässt nichts zu wünschen übrig. Bei "Devils Food" rollt dem Rezensenten immer mal wieder ein Freudentränchen über die Wangen, gefolgt von der meterdicken Gänsehaut bei "Years Ago" und "Steven".

"Welcome To My Nightmare" brachte den Schock-Rocker Alice Cooper zurück und zementierte seinen Ruf als das gekrönte Haupt dieser nach wie vor populären Spielart des Hard Rock nachhaltig. Ein Klasse-Album, zeitlos und wichtig für Alice selbst, ebenso wie für zig Musiker, die in den 80ern für Furore sorgten. Beispielhaft seien hier nur mal Slash und Dee Snider genannt. Kaufempfehlung!!!
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am 10. Dezember 2013
Alice Cooper – Welcome to my Nightmare (1975)

Alice ist zurück, mit neuer Band und größenwahnsinnigen Plänen, großartig durchkomponiert und inszeniert, sowie puren Wahnsinn in rauen Mengen.

Welcome to my Nightmare ist ein Konzeptalbum, dessen Story vom Jungen Steven handelt, der scheinbar schläft und dabei in jedem Lied eine andere Traumsektion betritt. Zum großen Finale kommt es in der Trilogie Years ago, Steven und The Awakening, bei dem man dann auch nicht mehr zwischen Fiktion und Realität zu separieren mag. Die anderen Lyrics sind nicht minder schaurig schön. Die unterschiedlichen Aspekte betreffen wieder mal alles von Sozialkritik zu Nekrophilie. Ganz großes Kino und die Rettung hinweg über einige musikalische Verwirrungen, denn allzu viele große Rocker sollte man nicht erwarten. Welcome to my Nightmare ist mehr Opera fatale als Rock.

Solche Rocker gibt es mit Cold Ethyl oder Devil's Food beispielsweise, wobei letzteres von einem, wahnsinnigen und wahnsinnig augenzwinkernden Monolog von Vincent Price unterbrochen wird, der zum nächsten Stück Black Widow überleitet. Dieses ist schon beinahe heavy, doch trotzdem hat es eine wahrlich progressive Note. Alles nette Songs, aber alles keine Hymnen und auch nicht das absolut Wahre.

Ein Meisterwerk ist eher der Opener Welcome to my Nightmare, welcher gekonnt Jazz, Funk und Hard Rock kreuzt und eine furchtbar coole Aura vermittelt. Wer da nicht mitwippt, kann nur so tot sein wie die Angebetete in Cold Ethyl. Department of Youth ist ein weiterer Chartrocker, mit Kinderchor und allem drum und dran. Diese Stücke sind tierisch gut produziert und fast schon überarrangiert mit Bläsern, Keyboards, aber großartigen Gitarrenparts. Sowieso sind die Herren Steve Hunter und Dick Wagner wunderbare Gitarristen, wie sie immer wieder in akzentuierten Riffs oder genialen, variierten Soli beweisen. Zum Beweis muss man sich nur die Bridge in Some Folks, welches ansonsten eher eintönig, trotz gut gemeinten folkloristischen Stils ist, anhören.

Achja, dann hätten wir noch die Ballade Only Women bleed. Kann das Lied zwar noch textlich überzeugen, versinkt das klaviergeprägte Stück ansonsten eher in einer einzigen Welle aus Kitsch. Die Melodie ist zwar nicht mitreißend, wäre aber noch annehmbar zu wesen, ginge sie nicht in Streichern förmlich unter. Das klingt für Alice seltsam anbiedernd.

Übrig hätten wir ja noch das zuvor erwähnte Trio. Textlich wie gesagt, erste Sahne und für jegliche Interpretationen offen, beschäftigt sich doch der Text mit Traum und Wirklichkeit, möglicher Schizophrenie und Kindheitssyndromen eines möglichen Mörders oder Opfers oder, oder.... Years ago nervt mit seiner Kirmesmelodie, doch ist sie wohl notwendig nervig. Das Epos ist hingegen das Lied Steven. Die Klaviermelodie geht ungeheuer nahe, man fürchtet sich sogar fast. Alice singt und fleht wie ein Kind, bis er im Powerrefrain von den Steven-Schreien beinahe untergeht. Hier stimmt auch die orchestrale Instrumentierung und die Gitarristen geben wieder mal alles. Mit Worten lässt sich dieses Stück fast kaum beschreiben, so eindringlich ist es.

Mit Escape lockert man die Stimmung dann noch ein bisschen auf und entlässt uns wieder in die Freiheit des Alltags. Schwungvoller Rocker zum Schluss. Immerhin.

Fazit: Geht man mit der richtigen Geduld, Textverständnis und den richtigen Erwartungen (kein Rockalbum!) heran, entfaltet sich ein großartiges Gruselalbum der Superlative, was vielleicht auf Dauer zu anstrengend für den Durchschnittshörer sein könnte. Genial, aber auf keinen Fall eingängig.

Wertung: *****
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am 14. Januar 2013
Das Album lief in den 80ern bei meinem Freunden auf und ab. Erst jetzt erwarb ich mir die Remaster-Version, und das war längst Zeit. Die Musik lies mich niemals los, denn sie strotzt vor guter Ideen. In den ersten fünf Songs, also bis zu "Only Women Bleed", leistet sich Alice keine nennenswerte Schwäche, es ist das in Titel und Artwork angekündigte Horror-Rock-Musical (und das sage ich, der sonst um Musicals einen großen Bogen macht). Mit Vincent Price im Gespann wird auch "Devil's Food" spannend und amüsant. Bei "Steven" und "The Awakening" steigert sich nochmals die Virtuosität. Mit all dem opulenten, doch gleichzeitig kitschlosen Arrangements ist das alles mehr als irgendein Rock-Album und somit allen zu empfehlen, die bei Musik mal gern über den Tellerrand blicken - egal, von welcher Seite kommend. Und an Alice gefiel mir schon immer das Augenzwinkern bei all dem furchtbaren Unfug, den er trieb und treibt. Eine uneingeschränkte Empfehlung!
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am 12. Mai 2015
Hier wird die schreckliche Geschichte des kleinen Steven erzählt, der von seiner Mutter auf Geheiss des übermächtigen Vaters an einen dubiosen Jahrmarktsgaukler verkuppelt wurde. Um seinen pädophilen Neigungen nachgehen zu können, betäubt dieser Steven mit dem starken Gift der Schwarzen Witwe. Hier erlebt Steven unter Betäubung schlimmste Alpträume, so die Vergewaltigung durch einen Hybriden aus Spinne und Mann in "The Black Widow". In "Some Folks" wird Steven von unter Drogen stehenden Pädophilen ebenso unter Drogen gesetzt, hier unter anderem mit künstlichem Heroin. Der wehrlose und bewegungslose Junge versucht immer wieder nach seiner Mutter zu rufen. In "Only Women Bleed" wird die Geschichte seiner Mutter erzählt, die vor Gram über das Schicksal ihres Sohnes zuhause sitzt und weint, während ihr Mann in Kneipen das Schandgeld ihres beider Sohnes vertrinkt, sie ritzt sich und versucht sich das Leben zu nehmen. Im Song "Department Of Youth" beginnt sich die Seele des geschändeten Steven in mehrere Persönlichkeiten aufzuspalten, die alle so stark sein wollen, um sich befreien zu können von ihren Peinigern. "Cold Ethyl": Jahre scheinen vergangen zu sein, Steven wurde mit hartem Alkohol und Drogen zerstört und gefügig gehalten....in diesem Song wird erzählt, wie er zur Belustigung einiger Perverser unter Schnapseinfluss Sex mit einer Leiche hat. In "Years Ago" sperrt der Jahrmarkt für immer zu, der Gaukler scheint verstorben zu sein, seine Peiniger verschwunden. Die verschiedenen multiplen Persönlichkeiten Stevens sprechen miteinander, so ein kleiner Bub und ein erwachsener Steven. Dieser weist auf die "Steven-come home"-Rufe seiner Mutter hin - die freilich nur in seinem Geist existieren. In "Steven" werden die Rufe immer lauter und fordernder und Steven weiß nicht, ob sie real sind oder nur in seinem Kopf---- und er weiß nicht, ob er wach ist oder noch immer betäubt und den Peinigern ausgeliefert, er sieht abwechselnd diese, sich oder seine Mutter kalt und tot. In "The Awakening" erwacht Steven plötzlich und erkennt, daß er schlafgewandelt ist, doch scheint er ebenso sein eigener Vater zu sein....er folgt den Blutspuren am Boden und die führen zu seiner ermordeten Mutter, die aufgrund seiner zerstörten Seele ebenso seine Frau zu sein scheint. Er hat Blut an den Händen. Hier scheint er zu erkennen, daß die Mutter ihn durch Rufe seines Namens aus seinen Alpträumen zu wecken versuchte....er sie aber umnachtet erwürgte.
Steven versucht im Song "Escape" die Flucht vor seiner Gram in Alkohol, und das Bemalen seines Gesichtes (" Alice Cooper"??) soll seine Verzweiflung verbergen, er dürfte auch in psychiatrischer Behandlung sein, und er ruft verzweifelt, dass "sie hier keiner haben will", was auf seine verschiedenen abgespaltenen Persönlichkeiten hinweist.
Alles in allem eine äußerst makabere Geschichte und eine grossartiges Album.
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TOP 500 REZENSENTam 22. August 2010
Alice Cooper ist wahnsinnig. Alice Cooper ist genial!
Sein Schockrock Konzept hat er dieses Mal in eine Klangwelt eingebettet, dass man sich fragt, wo man lernen kann, so wundervoll schizophren zu werden. Wir müssen uns vermutlich mit seinen Alben begnügen um es herauszufinden, aber das ist auch ok.
Alleine die ersten Töne klingen so fremdartig harmonisch und schön, dass man zuerst meint, man hätte eine Fehlpressung erworben. Aber nein, das ist wirklich die Stimme. "Welcome to my Nightmare" ist ein unglaublicher Song! Diese Mischung, diese Zutaten, diese Doppelbödigkeit! Man merkt, dass hier ein ganz großer Meister am Werk ist. Sicherlich hatte Produzent Bob Ezrin auch seine Anteile daran, aber wie auch immer, hier wurde Alchemie erschaffen.
Sicherlich klingt das Ganze, über große Teile, mehr nach bizarrem Showbiz als nach der absoluten Rockhärte, aber wenn man alle Schubladen außen vor läßt, bleibt einfach ein individuelles und sehr starkes Meisterwerk, welches auch die Zeit und Moden gut überdauert hat.
Die Vielseitigkeit und Detailversessenheit, hier, sind in der Lage auch die anspruchvollsten Ohren völlig zu beglücken. Wer sich dafür öffnen kann, kriegt hier die volle Sättigung!
Und es stimmt: Ein wenig meint man, die Backingband sei eine dunkle Ausgabe von Queen.

Prädikat: Sehr wertvoll!

Gruß und viel Freude damit!
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am 27. Januar 2015
Alice Cooper ist ohne Frage ein grandioser, doch meist auch gänzlich unterschätzter Künstler. Mit Alben wie TRASH, BILLION DOLLAR BABIES oder auch unbekannteren Werken wie DADA hat er einige Male seine Qualitäten als Ausnahmekünstler unter Beweis gestellt. Doch es gibt ein Album von ihm, welches ganz besonders unterschätzt wurde und wird. Nicht, weil es in Verruf geraten ist oder schlicht nicht erfolgreich war - nein - WELCOME TO MY NIGHTMARE hat nur einfach nie den Ruf erlangt, der ihm zusteht: Der Ruf eines der besten Alben aller Zeiten zu sein.
Denn nicht nur musikalisch bietet das erste Solo-Album von Alice Cooper eine Menge zu bestaunen. Auch die konzeptuelle Geschichte, die sich durch das gesamte Album zieht ist so anspruchsvoll, wie genial.

Ich werde im Folgenden die einzelnen Songs analysieren - musikalisch und textlich - und anschließend ein Fazit folgen lassen, welches meine Meinung so gut wie möglich resümiert.

WELCOME TO MY NIGHTMARE

Der Song eröffnet ruhig, mit einer skurrilen Gesangsmelodie, die für eine schaurig-schöne Atmosphäre sorgt, bevor ein Meisterwerk folgt, welches Blues, Jazz und Rock wunderbar kombiniert. Es überzeugt vor allem die Komplexität mit welcher die verschiedenen Instrumente inszeniert werden. Man hört wunderbare, impregnante Melodien, wo man nur hinhört. Thematisch bildet der Song eine Art Einleitung in das Folgende, so wird man, wie der Titel schon sagt hineingeführt in einen Albtraum - Der Albtraum von Steven...

DEVIL'S FOOD

Nach einem kurzen Gitarrenintro, beginnt ein schleppender Rocker, der mit seiner Gesangsmelodie die eine oder andere Gänsehaut garantiert. Es folgt ein Prechorus mit Hintergrundchören, bevor deren Hintergrundmelodie im Refrain die Oberhand gewinnt. Statt einer zweiten Strophe folgt ein Monolog von Filmlegende Vincent Price. Dieser begrüßt den schlafenden Steven in dem ersten Teil des Traumes. Die Thematik sind hierbei Spinnen, insbesondere die schwarze Witwe...

THE BLACK WIDOW

"These words he speaks are true...", eröffnet Alice den Song. Während des Songs setzt er fast dauerhaft auf eine Art melodisches Sprechen, untermalt von einem für die Zeit sehr harten und schnellen Song. Nichtsdestotrotz ist dieser im Vergleich zu den vorangegangenen Titeln nicht minder anspruchsvoll. Eine tolle Melodie jagt die nächste, speziell in der Bridge wird wieder auf Bläser gesetzt, welche das Kunstwerk gänzlich veredeln. Der Text knüpft an den Monolog aus DEVIL'S FOOD an. Das lyrische Ich beschreibt seine von Angst geprägte Faszination für Spinnen, welche in vielerlei Hinsicht als Symbol für den Tod und das Töten gedeutet werden können. Töten ist für Spinnen - wie im Text beschrieben - ein natürlicher Vorgang, so tötet die weibliche Spinne oftmals ihren Partner, was sich auch noch auf den lyrischen Inhalt von WELCOME TO MY NIGHTMARE beziehen lassen wird.

SOME FOLKS

Eine vom Swing geprägte Melodie gepaart mit Fingerschnipsen setzt ein. Dazu singt Alice besonders tief und eindringlich. Der Song bleibt sich treu und beinhaltet wieder mal Bläser und andere musikalische Besonderheiten. Zu diesen zählt vor allem der einem Break folgende Rock-Part inklusive tollen Gitarrensoli. Der lyrische Inhalt ist schwer zu deuten, allerdings lässt sich durch einige Verse feststellen, dass sich SOME FOLKS auf die nächste Angst des Protagonisten bezieht: Die Abhängigkeit von Drogen, in diesem Fall synthetischem Heroin (siehe „Some Folks crave the blue lady“).

ONLY WOMEN BLEED

Schon nach den ersten Tönen ist zu hören, dass es sich bei ONLY WOMEN BLEED um eine Ballade handelt, die kaum eine kitschigere Melodie haben könnte. Alice singt hier wirklich wunderschön und wird zunächst lediglich von einer Akustik-Gitarre begleitet. Mit der Zeit setzen Streicher ein, anschließend erneut Bläser und Hintergrundchöre. Dann beginnt die Bridge, welche nicht nur absoluten Bombast bietet, sondern auch Motive aus DEVIL'S FOOD. Thematisch bezieht sich ONLY WOMEN BLEED auf das Leiden von Frauen unter ihren Ehemännern, der Song ist also durchaus sozialkritisch angehaucht. Der Text lässt sich aber durchaus wieder auf das lyrische Ich zurückführen, welches seine Frau offensichtlich nicht gut behandelt und immer wieder Gewissensbisse hat.

DEPARTMENT OF YOUTH

Logisch, nach SCHOOL'S OUT, NO MORE MR. NICE GUY und ELECTED brauchte man auf WELCOME TO MY NIGHTMARE wieder potenzielles Chartfutter. Und so wurde DEPARTMENT OF YOUTH komponiert, einer der besten Rocker von Alice Cooper. Im Vergleich zu dem Rest des Albums ist der vorliegende Song schon ziemlich einfach gehalten. Ein klassischer Rocksong mit wenigen Besonderheiten, dafür mit schönen Melodien und rotzigem Gesang. Der Text weicht von der Konzeptstory ab, sollte also nicht in Zusammenhang mit den restlichen Songs gebracht werden. Dennoch ist auch hier wieder ein toller humoristischer Song entstanden.

COLD ETHYL

Und ein weiterer straighter Rocker. COLD ETHYL ist aus musikalischer Sicht einfach ein cooler Song, der mit einer coolen Gitarrenmelodie, einem einfachen Beat und einem netten Refrain aufwartet. Es gibt wenig Extravagantes, dennoch muss man einfach mitwippen und – singen. Viel interessanter ist hingegen der geniale, morbide Text. Grundsätzlich lässt sich dieser in zweierlei Richtung auslegen. Die erste und offensichtlichere Interpretation: COLD ETHEL (sic!) ist eine tote Frau, von der sich der Protagonist sexuell angezogen fühlt. Es werden immer wieder sexuelle Anspielungen gemacht, welche diese Interpretation unterstreichen, dazu noch das Gestöhne gegen Ende des Songs und man Nekrophilie ist die offensichtlichste Thematik. Allerdings gibt es einige Details, die einen komplett anderen Interpretationsansatz zulassen. So heißt das Lied nicht COLD ETHEL (Ethel als Frauenname), sondern COLD ETHYL (von Ethylalkohol). Zeilen wie „We met last night, making love by the refrigerate light“ deuten ebenfalls auf Alkoholmissbrauch hin. So steht diese Zeile für das Bild des klassischen Alkoholikers, der nachts aufsteht und sich im Licht des Kühlschranks einen Drink genehmigt. Da man in Träumen oftmals mehrere Ereignisse aus der Realität miteinander verknüpft, ist diese Doppeldeutigkeit wohl bewusst gewählt, um den kruden Verstand des Protagonisten zu portraitieren. Genial!

YEARS AGO

Eine gruselige Melodie, wie aus einer Spieluhr beginnt und baut eine unglaublich bizarre Atmosphäre auf. Dazu noch der kindliche Gesang von Alice und man hat einen unglaublich skurrilen Song, der in dem schleichenden Tempo einfach nur noch als „creepy“ zu bezeichnen ist. Man fühlt sich wie in einem Gruselkabinett für Kinder, nur, dass die träumende Person ein erwachsener Mann ist. Klingt verrückt? Ist es auch – vor allem in Bezug auf den Text. Der Protagonist leidet anscheinend unter einem Kindheitstrauma („all my toys are broken and so am I inside mom“), jedenfalls stellt YEARS AGO die Zerrissenheit des Träumenden dar. Er kann sich nicht von seinem kindlichen Ich trennen („I'm a little boy“ - „No, I'm a great big man“ - „Let's be a little boy for a little while longer…maybe an hour?“). Diese Psychose wird unter Psychologen oft als Peter-Pan-Syndrom bezeichnet. Der Monolog des Träumenden ist wie eine Unterhaltung zwischen seinen zwei Persönlichkeiten gestaltet: Dem erwachsenen Mann und dem kleinen Junge. Letztlich fragt eine der Persönlichkeiten „Isn't that our Mom calling?“, bevor die „Mutter“ den jungen mit dem Namen Steven ruft. Es bleibt zunächst ungeklärt, ob die Rufe Einbildung sind oder den Schlafenden in Wirklichkeit wecken sollen.

STEVEN

Der Song eröffnet mit einer Klaviermelodie, die so unglaublich nah geht, dass man sich fast selber wie in einem Albtraum fühlt. Anschließend singt Alice extrem weinerlich und kindlich, immer begleitet von Klavier und Bass. Die balladesken Strophen werden von einem bombastischen Refrain mit „Steven!“-Chören abgelöst, bevor nach der zweiten Strophe eine Bridge gibt, die mindestens so episch ist, wie sämtliche Pink Floyd-Alben zusammen. Nun ja, das ist vielleicht ein wenig übertrieben, aber nur so viel zur Dramaturgie, die bei STEVEN an den Tag gelegt wird. Der Text ist ein weiterer Monolog vom schlafenden Steven. Er scheint einen Sterbenden zu verabschieden. Dieser ist allerdings niemand anderes als Steven selber. Er versucht sich von seinem kindlichen Ich zu trennen („You only lived a minute of your life“, „I don't want to feel you die, but if that's the way the god has planned you…I'll put pennies on your eyes”) und tut sich dabei hörbar schwer. Wieder scheint der Protagonist eine Stimme zu hören, die ihn ruft…

THE AWAKENING

Eine weitere düstere Melodie ertönt und Alice singt dazu erst leise, bei einsetzenden Gitarren dann laut. THE AWAKENING ist erneut eines dieser Lieder, welches vor allem mit der kruden Atmosphäre überzeugt, welche sich perfekt mit dem Text deckt. Steven ist nun aufgewacht und muss feststellen, dass er geschlafwandelt ist und dabei seine Frau ermordet hat. Somit sind auch die Schreie seiner scheinbaren „Mutter“ erklärt, welche sich wie ein Mysterium durch die vorherigen Songs gezogen hat. Steven hat geträumt sein kindliches Ich zu töten, doch hat in Wahrheit seine Frau ermordet, welche versucht hat ihn aus dem Schlaf zu wecken. Doch Steven scheint sich dadurch nur stark zu fühlen, („It makes me feel like a man“) was seine Faszination für das mörderische Verhalten von Spinnen gegenüber ihren Partnern erklärt oder zumindest andeutet (Um den gesamten Umfang von Stevens Psyche zu verstehen, sollte man sich unbedingt ALONG CAME A SPIDER zulegen und auch den Song WIND-UP TOY aus dem Album HEY STOOPID! anhören).

ESCAPE

Zum Abschluss gibt es einen weiteren Rocksong, der die vorangegangene Anspannung auflockert und vor allem durch seine coolen Riffs und den erneut rotzigen Gesang überzeugt. Besonders gelungen ist erneut die Bridge, die ziemlich verzweifelt klingt und somit auch musikalisch den lyrischen Inhalt beleuchtet. Mit dem Ausweg (aus dem englischen „Escape“) ist hier erneut der Drogenkonsum gemeint, was vor allem die Zeile „I'm crying in my beer“ belegt. Der Protagonist versucht seinen Kummer in Alkohol zu ertränken, was nicht zwingend auf das Drama von Steven zurückzuführen ist. Zunächst erscheint das zwar gar nicht so abwegig, allerdings kann man aus späteren Songs (z.B. WIND-UP TOY oder I AM THE SPIDER) herleiten, dass Steven mit seiner Tat nicht ungestraft davongekommen ist, sondern über Jahre in einer psychischen Anstalt gefangen gehalten wurde. Dennoch ein cooler Text zu einem klasse Song, der ein mehr als grandioses Album abschließt.

FAZIT:

WELCOME TO MY NIGHTMARE ist nicht nur das vielleicht beste Cooper Album, es ist auch ein Meisterwerk, welches selbst Meilensteine wie TOMMY von THE WHO in den Schatten stellt. Es handelt sich hier schlicht um eines der besten Alben aller Zeiten. Vielleicht bieten einige andere Musiker „besseren“ Gesang oder Spieltechnik, jedoch gab es nie ein Album, das so grandios musikalische und lyrische Extravaganz kombiniert ohne aufgesetzt zu wirken. WELCOME TO MY NIGHTMARE sollte in keiner Plattensammlung fehlen, vorausgesetzt die besagte Person kann sich für Rockmusik begeistern. Wer WELCOME TO MY NIGHTMARE auf sich wirken lässt und versucht sich auch auf das textliche Konzept zu konzentrieren, der bekommt das volle Paket an kompositorischer Klasse, Interpretationsfreiheit, Obszönitäten und Bombast. Das Album überhaupt!
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