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am 11. August 2002
Über den Film Moulin Rouge scheiden sich die Geister- die einen finden ihn zu schrill, zu kitschig, zu platt, die anderen lieben ihn. Ich gehöre zu letzteren- Moulin Rouge gehört zu meinen absoluten Lieblingsfilmen.
Dennoch kann ich auch solche verstehen, denen der Film nicht zusagt. Viele gehen mit falschen Vorstellungen in diesen Film, was naheliegend ist- denn einen Film wie diesen hat es noch nicht gegeben.
Moulin Rouge ist in kein Genre einzuteilen, und so wurde Baz Lurman zugesprochen, mit seinem Film ein neues Genre geschaffen zu haben. Und dieses hat er mit absoluter Perfektion geschaffen.
Die Geschichte allerdings von einer unsterblichen, aber tragischen Liebe ist sicherlich nicht neu, sie ist schon hundert mal dagewesen und wäre in jeder anderen bekannten Form sicherlich platt. Wenn man aber eine so außergewöhnliche Umsetzung wie diese zustande bringt, kann die alte Geschichte zu einem Meisterwerk und Pionierarbeit leisten, und letztendlich ist die alte Geschichte auch deswegen so oft erzählt, weil sie den Menschen so schön zu Herzen geht. Moulin Rouge erzählt die Liebesgeschichte vor einer knallbunten, pompösen Kulisse, die Charaktere und ihre Motive sind idealisiert und überzeichnet, und die ergreifendsten -und komischsten- Momente werden nicht vorgesprochen- sie werden gesungen. Diese Merkmale erinnern am ehesten an Zeichentrickfilme, und tatsächlich hat Moulin Rouge den Touch eines Disneymärchens.
Die erste halbe Stunde ist besonders schrill ausgefallen- der Zuschauer wird mit Bildern und Text regelrecht zugeballert, wovon er sich aber nicht abschrecken lassen muß, wenn man den Film zum zweiten Mal sieht, kommt einem der Anfang schon viel genießbarer vor, und außerdem lohnt sich das Warten auf den folgenden, besinnlichen Teil, der eine Liebesgeschichte erzählt, die einfach zum Heulen schön ist.(Ich heule fast nie bei Filmen, ich weiß, wovon ich rede).
Dazu trägt auch die geniale Besetzung bei- Kidman und McGregor sind die Rollen der Liebenden auf den Leib geschnitten (Baz Lurman hatte die Liebenden bereits in den Schauspielern gesehen, bevor er mit dem Drehbuch angefangen hatte), und ihre Liebe zueinander ist so überzeugend, dass 90% aller, mit denen ich Moulin Rouge gesehen hatte, überzeugt waren, dass es zwischen den beiden tatsächlich "gefunkt" habe (was aber tatsächlich nicht der Fall war). Und die beiden erweisen sich als wahre Stimmwunder. Ob sie nun über Sinn und Unsinn der Liebe (singend!) duellieren oder sich (singend!) ewige Liebe schwören- ihre Stimmen sind ein Ohrenschmaus, und die überaus überraschenden Interpretationen sämtlicher Popsongs wirklich originell, aber immer genau auf den Film abgestimmt.
Die restliche Besetzung ist sehr originell- Zwerge, Transvestitenautoren, sexy Absynthfeen (dargestellt von Kylie Minogue) und ein einem Zirkusdirektor gleichender Bordellvater gehören zur erstaunlichen Besetzung.
Insgesamt ein wahres Feuerwerk und Meisterwerk von einem Film. Übrigens im Original (englisch) noch besser.
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am 2. März 2002
Zugegeben, die Story ist nicht neu, Junge verliebt sich in Mädchen, Mädchen verliebt sich in Junge, Widersacher will das Mädchen für sich haben, das hat man ja schon des öfteren gesehen...aber nicht so!!!! Moulin Rouge ist wie kein Film vor ihm, er ist laut, bunt, schnell, schrill! Genial! Ein Film den man sich immer wieder ansehen möchte! Ein Strudel der Gefühle der einen unglaublichen Sog entwickelt, üppig inszeniert, grandios gespielt und spektakulär in noch nie dagewesenen Bildern festgehalten.
Diesen Film muss man gesehen haben.
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am 29. April 2002
Nun sein wir doch mal ehrlich, welcher Film spaltet denn in letzter Zeit der maßen das Publikum? Entweder man liebt ihn abgöttisch oder, was allerdings weitaus weniger häufig vorkommt, man haßt ihn. Und ich habe bei den letzteren das Gefühl, daß sie ihn nur hassen, weil so viele ihn gut finden. Um sich also aus dem Kanon hervorzuheben, vernichten sie ihn. Und dennoch ist dieser Film gelungen. Jetzt schon ein moderner Klassiker, wie vielleicht noch American Beauty.
Aber natürlich muß es schnell und laut gehen. Natürlich muß Christian die besten Lovesongs aller Zeiten zitieren, denn nur so kann man dem Zuschauer verdeutlichen, wie genial er als Dichter ist. Und die schnellen Schnitte und laute Musik am Anfang sollen dem Zuschauer ein Gefühl von dem vermitteln, was der Gast des Moulin Rouge vor hundert Jahren gedacht hat. Wie kann man denn heute die Reaktion von damals hervorrufen? Doch nicht etwa durch die Musik, die man vor 100 Jahren gehört hat, denn die reißt keinen mehr vom Hocker, obwohl sie zu ihrer Zeit sehr gewagt und neu war. Womit wir wieder beim Punkt wären. Um beim Zuschauer eine ähnliche Reaktion hervorzurufen, muß man sich eben was einfallen lassen und die Musik und schnellen Schnitte tragen erheblich dazu bei. Also hört auf zu meckern: Das geht mir zu schnell, ich komm nicht hinterher, ich will was sehen. Aber hier geht es doch auch ums Staunen, ums Erleben. Was soll denn aus dem Kino werden, wenn alle sich immer nur der gleichen Technik und der gleichen Art der Inszenierung bedienen. Abwechslung braucht das Leben, keine öden Wiederholungen der gleichen Strickmuster.
Und daher mein Rat: Genießt diesen Film, er ist ein Ereignis. Wer allerdings auf Schmonzetten wie American Pie und alle den anderen Mist abfährt, der von Zeit zu Zeit die Kinos flutet, der sollte besser die Finger davon lassen, dann hier hat man mal wieder richtiges, großes Kino zu erleben.
Das ist der Grund, warum es Kinos gibt, das ist der Grund, warum man sich zu Hause ärgert, keinen Projektor zu haben.
Zum Inhalt braucht man nichts mehr zu sagen. Einfach wundervoll und die Lieder erst, ich summe sie ständig vor mich hin.
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Baz Luhrmann hat mit diesem Werk das ultimative Musical geschaffen. So kühn, kitschig, emotional und zeitweise grenzenlos albern haben sich selbst die Veteranen Busby Berkeley (42nd STREET), Stanley Donen (HEUT' GEHEN WIR BUMMELN) oder Vincente Minnelli (EIN AMERIKANER IN PARIS) zu ihren besten Zeiten nicht ausgetobt. Umso überraschender und erfreulicher, dass das heutige Publikum diesen Bildersturm verstand und annahm. Einzelne Verdienste für den Erfolg des Films herauszuheben ist nahezu unmöglich. Natürlich überraschten Ewan McGregor und Nicole Kidman mit ihren ungeahnten Gesangstalenten. Aber was wären diese ohne die genial gewählten, brillant neuinterpretierten Musikstücke gewesen? Und welche Ausstattungsfantasien hätte ebendiese Musik ohne die oscarprämierten Kostüm- und Setdesigner untermalen sollen? Diese hier einmalig geschehene Kombination einer Vielzahl exzentrischer und verrückter Talente wird es in absehbarer Zeit wohl nicht mehr geben - allenfalls wenn Baz Luhrmann wieder seine Finger im Spiel hat.

Weshalb ein Ende des 19. Jahrhunderts angesiedeltes Musical mit Songs von Nirvana (Smells like teen spirit), Queen (The show must go on), Madonna (Like a virgin), Police (Roxanne) oder Kiss (I was made for loving you) funktioniert, ist am ehesten dadurch zu erklären, dass es Music Supervisor Craig Armstrong gelungen ist, den kleinsten gemeinsamen Nerv der Zuschauer zu treffen. Im vielleicht besten Medley aller Zeiten, in dem unzählige Lovesongs von einem überragenden McGregor in rasantem Tempo abgefeiert werden, dürfte der Wiedererkennungswert der verwendeten Songs bei den meisten locker über 90% betragen. Und dieses wohlige Kenn' ich!", im günstigsten Fall sogar verbunden mit einem amourösen Erlebnis, sorgt für die mühelose Publikumsakzeptanz dieses Bruches zwischen historischem Kontext und der eingesetzten Zukunftsmusik. Für die ganz Aufmerksamen oder die zum Kreise der Verrückten Zählenden, die wie ich den Streifen mehr als zehnmal gesehen haben, ist mit der Musikauswahl gleichzeitig ein Seitenhieb auf den Zustand der durch inflationäres Klonen immer neuer Plastikpopbands überkommerzialisierten Musikszene verbunden. Dem zahlenden Konsumenten wird dabei unterstellt, dass er das liebgewonnene, nur leicht variierte Musikstück bereit ist immer wieder und wieder zu hören. Bestes Beispiel ist der von Nicole Kidman - dem Original beinahe überlegen - interpretierte Marilyn Monroe Klassiker Diamonds are a girls best friend", der sich durch die gesamte Geschichte zieht, bis zum Bollywood Musicals nachempfundenen Finale.

Eine Sequenz übertrifft meiner unmaßgeblichen Meinung nach jedoch alle anderen, jede für sich ein Kabinettstückchen darstellend, und auch das bombastisch-tragische Ende: Roxanne" in der Interpretation als argentinischer Tango. Jacek Koman verkörpert hier den Prototyp des Latin Lover derart ausdrucksstark und leidenschaftlich, dass sich auch bei wiederholtem Ansehen spätestens beim heiser gebrüllten Refrain die Gänsehaut einstellt. Überhaupt könnte diese Szene jederzeit als Referenz für den gesamten Streifen herhalten, so perfekt vereinigen sich hier die wichtigsten Elemente wie Choreographie, Musik, Rhythmus, exzellenter Schnitt, darstellerische Performance.
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am 22. August 2002
Sehr skeptisch bin ich an Moulin Rouge herangegangen. Musicalfilme sind nicht gerade meine Welt und die Vorschau hatte mich auch nicht restlos begeistert. Trotzdem war ich neugierig, denn schon der "Romeo & Julia"-Film des Regisseurs hat mich restlos begeistert.
Die ersten Minuten des Films verstärkte sich diese Skepsis noch, zu viele Eindrücke muß das Auge verarbeiten, zu grellbunt waren die Bilder. Schnell wurde mit klar, dass man sich einfach fallen lassen und die Geschichte (im wahrsten Sinne des Wortes) Revue passieren lassen muß. Grandiose Kamerafahrten, eine unglaubliche Nicole Kidman und ein ebenso grandioser Ewan McGregor (Trainspotting), die beide auch noch sehr passabel singen. Die Musik ist eine weitere Stärke des Films: Elton John, Nirvana u.a., gerne auch einmal gegeneinander - kontrastieren hervorragend mit den Kostümen aus dem letzten Jahrhundert - ein Stilmittel, dass ja auch in Romeo und Julia schon genutzt wurde: historischer Text und grelle MTV-Optik.
Die Geschichte ist natürlich eine ganz klassische Liebesstory aber alles wird so überzeichnet und ist so voll von lustigen Einfällen, dass man sich kaum satt sehen kann.
Der Sound der DVD ist hervorragend, das Bild absolute Spitze. Uns gefiel die Abmischung auf der englischen Tonspur besser, die Kanäle wirken feiner getrennt.
Die zahlreichen Extras machen die Doppel-DVD geradezu zu einem Schnäppchen.
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am 10. Dezember 2002
Was Baz Luhrman auf jeden Fall gelungen ist: einen Film zu schaffen, der einen von Anfang an schwindelig macht. Daher sind die ersten zehn Minuten eine Nuß, die man erstmal zu knacken hat: eine Bilderflut und durcheinanderschreiende Darsteller - also absoluter Overkill. - Und dennoch: mir tun die Leute leid, die nach zehn Minuten das Kino verlassen haben - sie haben einen der schönsten Filme 2001 verpaßt!
An der Geschichte ist nichts Neues: todkranke Prostituierte verliebt sich in einen armen Schlucker, muß sich aber an einen hartherzigen Geldsack verkaufen, es kommt zu Verwicklungen, am Ende stirbt sie in den Armen ihres Geliebten. Aber was der Australier (und Opernregisseur) Baz Luhrman daraus macht, ist schlichtweg phänomenal.
Denn nach den ersten (wirklich strapaziösen) zehn Minuten läßt er das legendäre "Moulin Rouge" aufleben und saugt den Zuschauer regelrecht in die Szenerie hinein. In jeder Szene zelebriert er so hemmungslosen Hardcore-Kitsch, daß selbst für den Zuschauer für die nächsten zwei Stunden keine Wirklichkeit mehr existiert. Aber durch den ganzen übertriebenen Trubel gelingt es Luhrman, die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten als das einzig Wahrhaftige und Ehrliche in dieser wilden, exhaltierten Umgebung darzustellen.
Der Clou des Ganzen ist allerdings der Einsatz von Musik von Offenbach bis Madonna. Nicht wie bei anderen Musicals, bei denen man die Songs schon vorher erahnen kann, kommt hier das Unerwartete. Hier kommen die Songs aus dem Gefühl heraus, so, wie es gerade paßt. Allein die herrliche Installation von Madonnas "Like a virgin" an der Stelle, wo der Impresario den Geldgeber die Abwesenheit der Kurtisane zu erklären versucht, ist schon ein Spaß für sich. Ein Dialog der Liebenden findet über ein Best-Of der Liebeslieder aus den letzten 20 Jahren Popgeschichte statt, "Roxane" von "Police" wird ein düsterer Tango und "Material Girl" (Madonna) und "Smells like teen spirit" (Nirvana) wird mit "Diamonds are a girls best friend" zu einer spritzigen Revuenummer.
Das Highlight des Films ist aber die Besetzung.
Spätestens wenn Ewan McGregor als armer Poet Christian Nicole Kidman, die die todkranke Kurtisane Satine spielt, "Your Song" vorsingt und mit ihr über die Wolken um den Eiffelturm tanzt, ist wohl das letzte Eis gebrochen.
Während die sonst so kühl wirkende Nicole Kidman wohl die warmherzigste Vorstellung ihrer Karriere gibt, spielt Ewan McGregor den Christian, als ob er nie etwas anderes getan hätte. Beide geben ein absolut traumhaftes Paar ab. Und zu aller Überraschung zeigen sie auch noch, daß sie singen können.
Das alles macht "Moulin Rouge" zu einem herrlichen Film, um mal für zwei Stunden die Wirklichkeit hinter sich zu lassen. Wenn Baz Luhrman mit diesem Film mal eine neue Art des Kinos schaffen wollte - dann ist ihm das gelungen.
Dazu ist auch die DVD eine Klasse für sich: sehr plastisches Bild und sehr gute Tonqualität. Dazu viel Hintergrund- und Bonusmaterial (zum Teil auf der DVD 2).
Ein echtes Erlebnis!!
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am 29. Januar 2015
Die Liebe, die alle Hindernisse überwindet, wie traumhafte Feuerkaskaden den nachtschwarzen Himmel zum Leuchten bringt.
Die Sehnsucht, die tief das Herz berührt und das Märchen der reinen einzigen Glückseligkeit verbunden mit dem einen Menschen- ist sie nicht tiefes Sehnen in uns allen ?!
Ein Monument der makellosen Schönheit, eine irrsinnige Reise durch die rauschhaft romatische Ekstase, -das ist "Moulin Rouge" und gäbe es die berüchtigten 10 Filme, die ich auf eine Insel mitnehmen würde , wäre dieses Kunstwerk mit dabei.
"Erzähle unsere Geschichte" haucht die Kurtisane Santine (Nicole Kidman) kurz bevor sich, in einem Meer von Rosenblüten der Schleier des Todes über ihre Lippen legt. "Halt mich fest und erzähle, damit ich immer bei dir bin".
Wer hier, wie ich immer wieder hemmungslos Tränen vergießt, das Herz übervoll von unvergesslichen zwei Stunden so voll Glück, Wildheit, Farbenexplosion, daß einem die Augen übergehen , darf dies ohne Rückhalt tun, denn "Moulin Rouge" diese Hymne an die Reinheit der Gefühle, die Begeisterung und die tiefe ewige Emotion reißt alle Gefühle auf, läßt uns vor Verzückung in die Hände klatschen, bewegt uns wie ein zarter Traum von ewiger Poesie in unseren Gefühlen und ist ein unbeschreiblich grandioses Meisterwerk.
Das Jahr 1900- die Welt dreht sich um Paris.
Ein Retro-Paris , das sich in schwindelerregender Kamerafahrt vor uns entfaltet. Direkt vom Eifelturm in die verdorben pittoresken Strassen der verruchten Nachtclubs, saust die Kamerafahrt.
Verloren uns anstarrende absinthsüchtige Prostituierte, lauernde Gestalten im Zwielicht. Ein Ort hohlwangiger Träume von Lust, Begehren, von schmerzhafter Sehnsucht, Verbrechen und Drogenrausch.
Ein Schmelztiegel der morbiden Poesie, ein Moloch, der wohl in keinem anderen Film ein faszinierenderes, artifizielleres Denkmal bekommt als hier.
Mittendrin der exquisiteste Nachtclub vor Ort : Das Moulin Rouge.
Blau ,schwarz sausen die Flügel der berühmten Windmühle fast fühlbar an unserem Gesicht vorbei. Ein einsamer weißgeschminkter Barde singt aus einem Dachfenster das ewige Lied von Liebe und Tod.
Den jungen Christian (Ewan McGregor) hatte bereits sein Vater vor den Versuchungen des Amüsierviertels gewarnt. ("Wende dich ab von diesem Ort der Sünde") doch alsbald befindet sich der junge Schriftsteller und Poet mittellos in einem kleinen schmierigen Hotelzimmer, ohne Zukunftsperspektive.
Doch da .."...fiel plötzlich ein geschminkter Inder durch das Dach.." ...und Christian wird nach diesem plötzlichen Kennenlernen alsbald Mitglied einer Artistengruppe rund um den Künstler Toulouse L Áutrec, die gerade ein schrilles Theaterstück proben, um es womöglich im "Moulin Rouge "aufzuführen.
Was der Truppe fehlt ist ein Geldgeber, was reichlich vorhanden ist, ist Absinth, der grün schillernd in mehreren Gläsern die Runde macht.
Und so fliegt in atemberaubender Schnelligkeit , in irrsinnigen Farbkaskaden direkt Sängerin Kylie Minogue als "grüne Fee" mit unseren Protagonisten in das fiebernde Getümmel des Moulin Rouge.
Bereits hier in den ersten Minuten hat uns der Film vollkommen mit seiner rasenden visuellen Achterbahnfahrt jeden festen Boden entrissen. Das Szenario ist gerade anfangs energiegeladener und pulsierender als jeder Videoclip.
Wie betäubt selbst gefangen in den rauschhaften Illusionen werden wir Zeuge einer Kinomagie, die alles in den Schatten stellt, was jemals im Bereich Musicalfilm, virtuosen Tanzszenen, pulsierend, in den Bauch fahrenden herzschlagschnellen Rythmen und Kostümexplosionen zu sehen war.
"Jetzt kommt sie, der funkelnde Diamant", und in einem blau, weißen Sternenglitter schwebt Santine, der weibliche Star des Moulin Rouge von der Decke des riesigen Saals.
"Diamonds are a Girls best friend" und Nicole Kidman versprüht eine Faszination, Vitalität, eine Freude an dieser Rolle, die so ansteckt, dass man durch den Bildschirm am liebsten gleich selbst mit in diesen Tanz- Lust-, und Freudenrausch eintauchen würde.
Aber tatsächlich sind wir schon mittendrin in diesem Taumel, denn Baz Luhrmann's audiovisuelle Meisterschaft grenzt selbst an einen wahnsinnigen Drogentrip.
Exzessiv, aufwendigst bis ins die kleinste Kostümfalte, ein zum Niederknien schöner vibrierender Soundtrack, der auch vor donnernden Techno- Klängen nicht zurückschreckt, entfesselte Kamera und Schnitttechnik, eine Geschichte ,archetypisch und elementar auf eine klassische Tragödie reduziert- Kino zum Spüren, Fühlen, betäubt und begeistert sein.
"Moulin Rouge" fliegt mit uns in Überschallgeschwindigkeit auf ferne Traumplaneten.
Er braucht keine erzählerische Tiefe, keine interpetatorische Überhöhung, keine tiefere Charakterzeichnung um sich eine Rechtfertigung für seine irrsinnige Gefühlsviellfalt und betörende Schönheit zu kreieren.
"Moulin Rouge "feiert die Liebe selbst, radikal vollzieht er den Tabubruch nur mit der Kraft zur Überwältigung ein Kinowunder zu kreieren und wer bräuchte da noch pseudointelligentes Hinterfragen, wenn es um das einzige wahre Gefühl geht, das alle Berge , Grenzen sprengen kann.
Wie man einst auch nicht wusste, warum eigentlich sich Romeo in Julia bis in den Tod unsterblich auf den ersten Blick verliebte, warum die Liebe zu der todkranken "Kameliendame" , einen Mann in tiefe Verzweiflung stürzt (vage basiert "Moulin Rouge" auch auf Dumas Liebesdrama, dessen Erzählstruktur "Moulin Rouge " in seinem Pop- Art Stil folgt) .
Mann und Frau, von ersten sanften unsicheren Augenaufschlag für immer füreinander bestimmt.
Unsterblichkeit der Gefühle, das macht gerade den unwiderstehlichen Zauber von "Moulin Rouge" aus. Da gibt es keine Haken, keine Kompromisse, diese beiden Menschen lieben sich bis über den Tod.
In nie gekannter Meisterschaft verbindet hier Baz Luhrmann die Vorzüge von Film, Theater und Musical mit einer gigantischen Optik und Akustik, und verliert dabei jedoch nie den Sinn für Leichtigkeit, Anmut und Humor aus dem Auge.
Baz Luhrmanns filmischer Augenschmaus ist einer der ehrlichsten , und radikalsten Filme, denn er glaubt an seine Vision,verfolgt konsequent das Ansinnen diesen Zauber Wirklichkeit werden zu lassen und sei es vielleicht nur für die schönsten zwei Stunden die Sie je im Kino erlebten, bevor sie wieder in die triste graue Alltäglichkeit entlassen werden.
Zu Anfang hebt sich ein Theatervorhang.
Vor dem riesigen "Twentieth Century Fox"- Emblem dirigiert ein winziger Orchesterleiter die bekannte Eingangsfanfare.
Schon hier wird klar, wir erleben die Welt des Theaters, werden entführt in das Reich der glitzernd fernen Wünsche, Illusionen und Sehnsüchte.
Baz Luhrmann mischt hier geniale, sprachlos machende Tanzkreationen mit alten neuen Pop Songs, läßt uns sogartig mit Santine und ihrem geliebten Dichter im Liebesrausch auf dem Wahrzeichen des Moulin Rouge, dem indischen Elefanten tanzen, schwerelos wie in "Mary Poppins" auf einmal die Wolken durchbrechen bei herzzereissenden Songs von "Police", "Madonna", "Elton John" und "Queen" und ...ja sogar der Mond schmettert seine Arie über den Wolken dazu.
Ein Sternenregen explodiert über den Liebenden, während die Kamera selbst in einem entfesselt schwerelosen Tanz begriffen ist.
Wahnsinn !
Mit Wagemut, Hingabe und absoluter Perfektion- die größte rührendste Ode an die Romantik, die jemals in dieser Grandezza in barock überwältigender Stilwut auf die Leinwand gebannt wurde.
Das ist unfassbar, das ist so schön, daß die Tränen laufen und erzeugt ein tiefes unvergleichliches Berührtsein mit allen Sinneszellen.
"Moulin Rouge" ein Fest, ein Bekenntnis zur Wahrhaftigkeit der reinen, unschuldigen Schönheit, und auch eine tieftraurige Tragödie.
Aus "Can you feel the love tonight" wird schon schnell, "The show must go on" ,wenn wir erfahren, dass Santine ihrer Schwindsucht bald erliegen wird.
Zusätzlich müssen die beiden Liebenden noch mit der rasenden Eifersucht eines reichen Nebenbuhlers kämpfen, müssen viele Wagnisse, Missverständnisse und Gefahren überstehen, bis sich in einem wahren Bilderinferno am Ende in den Armen liegen, wo das Leben von Santine ein trauriges Ende findet.
"Erzähle unsere Geschichte. Die Geschichte von Mut, Aufopferung und vor allem von der Liebe, die alles überwindet.
"Wir sind Geschöpfe der Unterwelt, wir dürfen uns nicht in Gäste verlieben" hatte der Direktor des Moulin Rouge einst gesagt.
und doch wurde für kurze Zeit in der glitzernden Welt der Vortäuschung von Zuneigung, eine echte alle Grenzen sprengende Liebe für einen armen Schriftsteller und eine todkranke Kurtisane Wirklichkeit.
Der Stoff aus dem Kinowunder entstehen.
Hochintelligent macht Baz Luhrmann keinen Hehl aus der Einfachheit dieser traumhaften Fiktion, nimmt sich selbstreflexiv nicht zu ernst, streut immer wieder kleine Ironien ein.
Mit cleveren surrealen Spielereien zeigt uns Luhrmann immer wieder, wie perfekt er auf der Klaviatur des Kunstkinos spielen kann. Sein Stil überlagert oder entfremdet hier nicht die tiefere Substanz.
Sein Stil IST die Substanz des Films. Deswegen ist "Moulin Rouge" auch weit von Kitsch entfernt.
Das unangenehme Gefühl von Kitsch entsteht durch das Erspüren von verheuchelten, aufgesetzten Gefühlen.
"Moulin Rouge" dagegen ist in all seinem atemberaubenden Wahnsinn, seiner hochmelodramatisch, manchmal klamaukhaften, dann wieder tief bewegenden Virtuosität und Dynamik ein ECHTES Erlebnis.
Deswegen wirkt "Moulin Rouge" auch nie lächerlich, denn mit soviel liebevollem Herzblut und vor allem auch augenzwinkernd leichtem Charme kann nur ein grosses Inszenierungstalent agieren.
Echt ist auch jeglicher Stimmeinsatz, und gerade Ewan McGregor und Nicole Kidman begeistern mit einer so facettenreichen Stimmopulenz, die manch andere Musicalfilme wahrlich dünn aussehen lässt.
Ton und Bild, Gesang und Tanz verbunden in exzellenter atemloser Schönheit.
Die Songs- ineinander verflochten, oftmals ganze Dialoge ersetzend, ein wildes Konglomerat aus Liedern aus der Zeit der Boheme um 1900, aber auch aus den fünfzigern und neunziger Jahren.
"Lady Marmalade", "Smells like teen Spirit", "Material Girl", "Up were we belong", in so frappierenden Neuinterpretationen, die einfach nur mitreissen.
"Moulin Rouge - ein überschäumendes Erlebnis purer Kinofaszination , überladen bis zum Exzess und trotzdem oder gerade deswegen perfekt in allen Elementen harmonierend.
Eine Liebeserklärung an die Theatralik und an das einzige Gefühl im Leben, was wirklich zählt, völlig losgelöst von allem was Sie bisher sahen.
Muß man Musical Fan sein ? Ich glaube nicht, denn der Film ist weit darüberhinaus ein phantastisches Erlebnis.
Leben Sie, lieben Sie, träumen Sie in einem von allen Konventionen losgelösten Sinnen-Erlebnis mit Suchtfaktor.
Am Ende laufen Tränen, aber es sind Tränen des Glücks über ein Kinofeuerwerk der Schönheit.
"How wonderful life is now your're in the world"

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am 11. April 2006
Normalerweise mag ich nichts weniger als Liebesfilme, doch bei Moulin Rouge ist das bei mir anders.
Ich habe den Film zufällig mal im Fernsehen gesehen und muss finde, der Film ist total genial.
Nicht nur die Schauspieler sind toll, sondern auch die Musik ist grandios, da es sich nicht um 0815 Musical-Musik , sondern um echte Klassiker handelt, die von Queen bis U2 und von Nirvana bis zu Madonna reichen. Weiters ist zu bemerken, dass nicht nur die beiden Hauptdarsteller super Stimmen haben, sondern auch sämtliche Nebendarsteller gesangliche Talente sind.
Mein Tip: Kaufen, kaufen, kaufen.
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am 26. Januar 2002
Als ich zum ersten Mal vom Film „Moulin Rouge“ hörte, war ich nicht besonders scharf darauf, ihn anzugucken. Denn Nicole Kidman ist nicht so mein Fable. Und auf Liebesschnulze hatte ich auch nicht recht Lust! Mein Schatz schleifte mich glücklicherweise trotzdem rein, und mittlerweile habe ich den Film drei Mal im Kino gesehen!
Der Film fängt zugegeben etwas albern und rasant an. Alles wirkt sehr bunt und abstrakt. Viele Besucher hatten gut 20 Minuten nach Anfang des Films den Raum verlassen, weil sie einfach nichts mit den schnellen und bunten Schnitten anfangen konnten. Doch insgesamt hat Moulin Rouge eine herzzerreißende Handlung. Man lacht, weint, ärgert und fiebert mit den Hauptpersonen. Die Produzenten schaffen es den Zuschauer von Szenen absoluter Freude in absolute Trauer zu werfen - und von Momenten absoluter Witzigkeit zurück in ernste Szenen.
Schauspielerisch ist der Film auch richtig gelungen. Er hat tolle Schauspieler, die passend besetzt sind. Ewan und Nicole spielen so überzeugend, gefühlvoll und witzig, dass sie das Publikum absolut mitreißen. Zwar beteuern die beiden, dass sie keine Affäre hatten, im Film spielen sie aber so gut zusammen, dass es einfach und verständlich ist, ihnen eine Affäre nachzusagen.
Die Lieder in „Moulin Rouge“ sind genial geschrieben. Vor allem haben mir die herzzereißenden Liebesballaden "Your Song" und "Come what may" gefallen! Aber auch witzige Stücke kommen in dem Film nicht zu kurz. Die Produzenten verbanden selbstgeschriebene Musicallieder mit bereits existierenden Klassikern aus Rock und Pop („Like a virgin“ von Madonna – einfach zum schreien! Und „Show must go on” – dramatischer als das Original!). Selbst ein paar Technolieder sind am Anfang mit eingebracht, damit der abstrakte Anfang mit Blick in das schrille “Moulin Rouge richtig schnell wird. Auch die Schnitte sind gut gemacht. Der Film startet so rasant, dass man kaum mitkommt. Zum Schluss wird der Film jedoch immer ruhiger.
Bühnenbild und Ausstattung sind phänomenal. So schaffen es die Produzenten zum Schluss sogar fast einen „Film im Film“ zu kreieren. Denn zum Schluss des Films schaffen sie ein furioses Bühnenbild, als das Theaterstück der Künstler Premiere im „Moulin Rouge feiert.“
Insgesamt ist den Machern ein sensationeller Film gelungen. Eine mitreißende, herzzerreißende Story über die wahre Liebe, im Mittelpunkt zwei überragende und überzeugende Schauspieler.
Ich selbst hab schon vorbestellt! Denn „Moulin Rouge" ist der beste Musicalfilm, den ich je gesehen hab!
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Dieser Film lebt von seiner Musik und der erzählten Liebesgeschichte. Wer die Popmusik der 80er/90er liebt, wird auch diesen Film mögen. Sie unterstreicht die Handlung des Filmes. Madonna, U2, Kylie Minogue und andere bestärken diesen Film mit ihren Hits.

Beim ersten Sehen des Filmes war ich etwas gespalten. Der Film ist teilweise etwas wild, manchmal klischehaft oder kitschig, bunt und fantasievoll. Dennoch hat er seinen ganz besonderen Charme durch die Musik und hinreizende Geschichte. Außerdem ist es ganz erstaunlich, wie Nicole Kidman und Ewan McGregor ihre Rolle spielen und noch singen (!).

Fazit: Wer Musicals mag und Musik, der ist hier definitiv gut aufgehoben!

Steel-Box-Edition: Diese Version ist eigentlich eine Neuauflage der bisherigen Doppel-DVD Ausgabe. Ich habe leider keine Neuerungen festgestellt. Sie bietet das Musik-Video und den MTV Auftritt von Christina Aguilera & Co zum Song "Lady Marmelade". Außerdem sind noch Interviews mit Regisseur & Schauspielern vorhanden. Teilweise sind sie ganz informativ, aber so hochtrabend. Alle Akteure bauchpinseln sich gegenseitig mit Lob.
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