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Kundenrezensionen

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Kein epischer Cinemascope-Streifen, sondern ein fast schon dokumentarisch anmutender Film avancierte 1954 zum Gewinner gleich mehrerer Oscars (Kategorien Film, Regie, Kamera, Hauptdarsteller, Drehbuch): "Die Faust im Nacken" des griechischen Regiesseurs Elia Kazan, produziert von Sam Spiegel, die Musik komponierte Leonard Bernstein - eine Geschichte, angesiedelt im Millieu der New Yorker Hafenarbeiter, die unter der Korruption und Unterdrückung der Gewerkschaft zu leiden haben. Die Arbeitsbedingungen sich katastrophal, es zählt das Recht des Stärkeren, wer protestiert, wird brutal zusammengeschlagen. Die Situation spitzt sich zu, als ein "Arbeitsunfall" passiert - ein Unfall, der jedoch mehr an einen Mord erinnert. Doch mit Terry, einem jungen Hafanarbeiter, keimt Hoffnung, und es beginnt ein langer und zäher Kampf um Gerechtigkeit und bessere Arbeitsbedingungen.
Eve Marie Saunt, Rod Steiger, Karl Malden, Marlon Brando - allein die Besetzungsliste bürgt schon hervorragende schauspielerische Darstellungen, in einer für Hollywood ganz untypischen Produktion, mit viel Liebe zum Detail inszeniert. gedreht wurde an Originalschauplätzen, was dem Film zusätzlich einen authentischen Touch verleiht, ein sehr berührender Film, zweifellos ein Klassiker der Filmgeschichte. In der bekannten International Movie Database rangiert der Film souverän unter den besten 100 Filmen aller Zeiten.
Die DVD selbst gibt keinen Anlaß zur Klage: Das Bild ist, angesichts des Alter des Films, erstklassig, die Nuancen des schwarz-weiß Materials kommen hervorragend zur Geltung. Ein gut gemachtes "makinf of..." und ein Interview mit dem Regiesseur sind eine würdige Ergänzung zum optionalen Audiokommentar.
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am 12. Februar 2005
Es handelt sich weniger darum, dass Brando den Film vollkommen alleine beherrscht, er scheint vielmehr schauspielerisch eine eigene Welt für sich zu verkörpern. Cobb, Steiger, Malden und auch Saint können ihm zwar Paroli bieten, aber selbst diese hochklassigen Schauspieler scheinen einer anderen, historisch begrenzten Epoche anzugehören. Brando geht darüber hinaus. In seiner inhaltlich völlig kontrollierten, absoluten ENTSPANNTHEIT, seinem beständigen körperlichen ANECKEN überführt er auch die meisten der sonstigen Elemente des Films (ungeachtet deren Qualität) ihrer Gebundenheit: die melodramatische Konzeption, die Lichtsetzung; sogar die Regie muss manchmal, um die Konzeption durchzudrücken, Brandos überwältigende Präsenz etwas abschwächen (z.B. durch die Schnitte mit denen sein Gang in der Schlußszene zerlegt wird). Wenn man den Film gesehen hat, versteht man sofort, dass kein Schauspieler, der Brando gesehen hatte, diese Erfahrung je wieder vergessen konnte. Als ich ihn sah, fuhr mir seine geradezu unverschämte Entspanntheit sofort selbst in die Knochen. Sogar wenn er nur durchs Bild läuft, spürt man eine Freiheit, von der man merkt, hier verändert jemand die Schauspielerei, keine Diskussion. Und diese Details! Das sanfte Wegschieben des Revolvers im Taxi ist das berühmteste, neben dem Handschuh auf dem Spielplatz. Aber wundervoll ist z.B. auch, wie er in der Bar Eva Marie Saint hilflos-bittend das Bierglas an den Mund hält, damit sie dran nippt, oder (mein Lieblings-): wenn er neben der Leiche seines Bruders steht, legt er, vom Schmerz überwältigt, die Hand an die Wand und muss sich zwei Sekunden einfach dort abstützen. Und und und... Man muss es gesehen haben.
Übrigens: die DVD ist wirklich sehr gut ausgestattet, aber tut euch einen Gefallen und seht den Film im Original. Mit den deutschen Untertiteln macht man zusätzlich die amüsante Erfahrung, dass die Übersetzung (die offenbar einfach von der deutschen Synchronisation übernommen ist) noch aus einer Zeit stammt, wo man noch um einiges, äh, "freier" übersetzte...
11 Kommentar| 33 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Terry Malloy (Marlon Brando) gerät durch seinen Bruder Charly (Rod Steiger), einem Rechtsanwalt, im New Yorker Hafenviertel in die Machtkämpfe der mafiös organisierten Dockarbeiter-Gewerkschaft, deren Boss Johnny Friendly (Lee J. Cobb) buchstäblich über Leichen geht.

Elia Kazan (1909-2003) drehte diesen im Erscheinungsjahr 1954 durchaus umstrittenen Film nach einem auf einer Reportageserie von 1948 basierenden Drehbuch von Budd Schulberg. Einflüsse des italienischen Neorealismus sind in der sozialkritischen Zeichnung des Hafenmilieus sichtbar, die allerdings weniger anklagend wirkt als beispielsweise in GRAPES OF WRATH (Früchte des Zorns, 1940).

Die Blu-ray von Sony Pictures bietet den Film in einem gut konturierten schwarz-weiss-Bild, dass gegenüber der DVD von 2001 eine deutliche Verbesserung darstellt. Gerade auf Grund des dokumentarischen Charakters des Films wäre ein absolut fehlerfreies Bild in der Wirkung eher abträglich. Der deutsche Ton liegt in der etwas dumpfen Originalsynchronisation von 1954 (Ultra Synchron Alfred Vohrer) vor. Die Dokumentationen im Bonusmaterial (Beherrschung der Methode (25 min) und Interview Elia Kazan (12 min) wurden unverändert von der DVD übernommen. Das Fehlen eines Kapitelauswahl-Menüs für den in 16 Kapitel unterteilten Film scheint leider ein neues Markenzeichen der Back-Katalog-Veröffentlichungen des Labels zu sein.

Fazit: Eine in jedem Falle kaufenswerte Blu-ray, wenn man diesen Klassiker noch nicht besitzt. Wer bereits die DVD in der Sammlung hat, muss diese nicht zwingend austauschen.
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am 26. Mai 2012
Auf englisch heißt dieser Superfilm mit Marlon Brando " On the waterfront", Elia Kazan dirigierte diesen Film,der auf deutsch heißt "die Faust im Nacken".
Den Inhalt setze ich als bekannt voraus und muss sagen, wenn jmd., der noch keine anderen Filme mit Marlon Brando
gesehen hat, würde ich ihm vorschlagen sich diese DVD bei Amazon.de zu kaufen.
Es ist m. Erachtens sein bester Film, ein Film, in dem Marlon Brando sich vom Regisseur verstanden fühlte und
sein Bestes gab.
Besonders seine Liebesszenen sind wunderschön anzusehen, die Mimik sowohl von Brando als auch von seiner Partnerin
sprechen Bände,wie man so sagt.
Außerdem sieht in diesem Film Marlon Brando jung, liebenswert, bildschön aus, nicht gar so sexy wie in "Endstation Sehnsucht" dem anderen Superfilm mit ihm, es lohnt sich ausgesprochen, sich diesen Film anzusehen, dessen Herstellung nicht ganz einfach war, da Sam Spiegel, der Produzent,nicht alles zur Verfügung stellte,das gebraucht wurde,so dass Kazan gezwungen war, einfach zu improvisieren, z.B. die beiden Brüder Terry und sein Bruder Charly wurden
bei ihrem einzigen letzten Gespräch einfach in ein von Kazan bereitgestelltes Taxi gesetzt. Sehenswert ist der Film auch deswegen, weil er in eisiger Kälte gedreht wurde, so dass sich das im Gesicht der Hauptdarsteller zeigte,die
Wangen waren nicht eingefallen wie unter Sonneneinstrahlung, sie waren prall und einfach schön anzusehen. Der Film selbst spielte in Hoboken / New York meine ich mich zu erinnern. Brando erhielt seinen ersten Oscar für seine wundervolle Darstellung als Terry,die sowohl liebevoll zärtlich, als auch brutal böse, als eben auch unerwartete Seiten von Terry zeigte, z.B. dass er Tauben züchtete,worauf niemand gekommen wäre - wie kann ein früherer Boxer mit wenig Gehirn (lt. Filmaussage anfangs wenigstens) neue Taubensorten züchten,um sich zu entspannen?
Höchst sehenswert ist auch der Pfarrer, der immer im Eilschritt sausend ankommt, predigt, dass einem Hören und Sehen vergehen und letztlich dadurch Terry dazu bringt, gegen die Mafia = Gewerkschaft ehrlich auszusagen, eine
Prügelei dafür einzustecken und letztlich doch als Gewinner durch k.o. des Mafiabosses dazustehen.
Der Film ist meiner Ansicht nach einer, den man sich unbedingt ansehen sollte, um einenn hervorragenden Marlon
Brando spielen zu sehen, und nicht nur Brando sondern auch alle anderen Darsteller sind absolut sehenswert.
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am 24. März 2009
Nicht nur die hervorragenden Schauspieler allen voran Marlon Brando, auch nicht die spannende Story machen allein den Reiz dieses über 50 Jahre alten Film aus, sondern das zeitlose Thema: die Gier nach Macht und Geld. Gerade jetzt wieder ein brisantes Thema.
Die knallharte s/w Fassung beeindruckt durch die geballte Dramatik, in der sowohl Platz ist für eine wenn auch nur ansatzweise gefühlvolle Lovestory, der die Erfüllung im Film versagt bleibt, als auch für die Symbolik der Tauben, die sich durch den ganzen Film zieht. Es ist außerdem ein positives Beispiel für die Übertragung des Titels ins Deutsche; eigentlich 'Hafenkante'. Die 'Faust im Nacken' hingegen umfasst das ganze Spektrum dieses Melodrams viel besser.
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am 17. April 2014
...habe ich einen derart perfekten, realistischen und gefühlvollen Film gesehen.
Die Geschichte ist so alt wie die Menscheheit selber und genau deswegen zeitlos.
Das Streben nach Gier und Macht. Fantastisch.
Aber noch viel fantastischer ist der junge Marlon Brando in seiner ersten Oscarrolle.
Ich war hin und weg von der Intensität mit der er den aufrechten, aber doch an der ganzen Misere nicht unschuldigen Hafenarbeiter, der sich gegen das Regime auflehnt, spielt.
Ich finde ihn hier sogar noch besser als in "Endstation Sehnsucht"!

Alles in Allem ein Klassiker auf jeder Ebene mit einer überragenden Schauspielerriege und einem alles überstrahlenden Marlon Brando!!!Ein MUSS für Fans des guten Kinos.
P.S. Das der Film in S/W ist verleiht dem ganzen noch mehr Tiefe.
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TOP 1000 REZENSENTam 24. April 2016
Es brauchte nur zwei Filme um aus dem Method Acting Darsteller Marlon Brando einer der größten Leinwandstars der 50er Jahre zu machen. Und in beiden Filmen "Endstation Sehnsucht" und "Die Faust im Nacken" führte Elia Kazan Regie, der bereits für "Tabu der Gerechten" im Jahr 1948 den Oscar als bester Regisseur erhielt. Der zweite Treffer gelang ihm 1955 als "Die Faust im Nacken" acht seiner zwölf Oscar-Nominierungen in Siege umwandeln konnte. Einer ging an Elia Kazan, als Schauspieler durfte sich Marlon Brando freuen. Die junge Eva Marie Saint wurde als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet, ausserdem gewann der Film den Hauptpreis als bester Film und siegte in den Kategorien Drehbuch, Szenenbild, Kamera und Schnitt. Wie großartig das gesamte Schauspielensemble war, kann man daran erkennen, dass auch die Nebendarsteller Karl Malden, Lee J. Cobb und Rod Steiger nominiert waren. Auch Leonard Bernstein mit seiner Filmmusik hatte auf einen Oscar gehofft. Auch die Kinokassen klingelten im Jahr 1954. Der Film war in den Kinojahrescharts der USA auf Platz 4 - hinter "Das Fenster zum Hof", "Die Gladiatoren" und "Die Caine war ihr Schicksal".

Inzwischen ist der Film 60 Jahre alt und er ist bemerkenswert jung geblieben - der Rebell Terry Malloy, den Marlon Brando darstellt, ist auch heute noch glaubwürdig und ein interessanter Typ. Damals war dieser Typ noch neuartig fürs Kino, doch er hat das Kino nachhaltig beeinflusst und heute ist diese rebellische Figur im Kino überhaupt nicht mehr wegzudenken. Marlon Brando war - zusammen mit James Dean - der Vorreiter sozusagen. Hervorragend ist die Atmosphäre der Straße eingefangen, der Film wurde an Originalschauplätzen in Hoboken gedreht. Die Stadt liegt am Hudson River, direkt neben Manhattan.

Die Dockarbeiter sind machtlos gegen eine korrupte Gewerkschaft, die von dem rücksichtslosen Gangster Johnny Friendly (Lee J. Cobb) und dessen Kompagnon, der Rechtsanwalt Charley Malloy (Rod Steiger) geleitet wird. Um überhaupt Arbeit zu bekommen, müssen die Arbeiter aus der sozialen Unterschicht bezahlendes Mitglied dieser Gewerkschaft sein. Arbeiter, die sich gegen dieses System auflehnen werden bestraft. Sie bekommen keine Arbeit mehr - im schlimmsten Fall findet man irgendwann die Leiche. "Es war ein Unfall" heißt es dann. Charley Malloys jüngerer Bruder Terry (Marlon Brando) ist ein gescheiterter Boxer und lebt irgendwie in den Tag hinein. Durch seinen Bruder bekommt er immer wieder kleinere Jobs und genießt ein paar Privilegien durch die Gewerkschaft, wenn er denen kleine Gefälligkeiten macht. So führt er auch unwissend den jungen Joey Doyle in eine tödliche Falle. Terry, der wenig gebildet ist, macht sich im Hinterher Vorwürfe, fühlt sich aber auch loyal, weil die Gewerkschaftler ja immer gut zu ihm waren und ihm halfen. So schweigt er über sein Wissen und hält dicht. Nach dem Mord lernt er Terrys Schwester Edie (Eva Marie Saint) kennen, die nicht glaubt, dass ihr Bruder einen Unfall hatte. Auch die anderen Bewohner glauben dies nicht - zu oft gabs schon Tote. Immer dann, wenn ein Arbeiter mit den Polizisten kooperieren wollte und gegen Friendlys Gang aussagen wollte. Trotz seiner harten Schale hat Terry auch einen sehr sensiblen Kern. Er züchtet oben auf dem Dach, gemeinsam mit dem jungen Jimmy (Arthur Keegan) Tauben. Durch Edie, in die er sich bald verliebt, gerät er bald in einen Gewissenskonflikt und natürlich auch zwischen die Fronten. Auch Pater Berry (Karl Malden) hat das Ziel gegen die Gewerkschaft vorzugehen, aber ein weiterer Arbeiter, der auspacken will, wird Opfer eines "Unfalls"...

Damals müssen die Filme von Elia Kazan wie eine Explosion gewirkt haben, denn sie haben das US-Kino und deren Figuren und Helden nachhaltig verändert. James Deans erster Film "Jenseits von Eden" ist auch ein Kazan Film. Und ein Jahr vorher war es Marlon Brando, der amerikanischen Alltag und Realität in die Kinos brachte - als Kämpfer gegen korrupte Gewerkschaften. So glich sich Hollywood auch an den Realismus europäischer Filme ein, die Italiener waren ja Vorreiter dieses Stil des kleinen Mannes. Natürlich hat die Hollywood Variante aber im Hauptteil noch eine besonders dramatische Variante parat, denn nach einer Gerichtsaussage ist die Macht des Bosses schon zerbrochen. Aber der Showdown, bei dem Terry von einer Überzahl dieser Mobster zu einem blutigen Klumpen Fleisch zusammengeschlagen wird, liefert die Action, die das Publikum begeistert. Am Boden zerstört und trotzdem wieder aufstehen. Mit diesem Bild wird der Rebell zum Held und zum Vorbild für die Hafenarbeiter, die bisher geschwiegen haben und es zeichnet sich eine bessere Zukunft ab. Der Schluß vielleicht zu pathetisch und sicherlich zu hoffnungsvoll, aber er ändert auch nichts mehr daran, dass "Die Faust im Nacken" eines der großen Filmmeisterwerke der 50er Jahre ist. Zu hervorragend sind die vielen vorangegangenen Szenen, die auch eine starke poetische Kraft inmitten dieser Tristesse sichtbar werden lässt. Etwa die Szenen mit den Tauben auf dem Dach und die Annäherung Terrys an Edie. Das ist alles total klasse inszeniert und packt auch heute noch. Und von dieser Qualität gibt es sehr viele Szenen, wenn ich da an die Autofahrt der beiden Brüder denke - einer der unvergesslichen Höhepunkte in einem bis heute legendären Film.
Gedreht wurde im winterlichen Hoboken in New Jersey mit den vielen häßlichen Hafenhäusern vor scheinbar ewig grauem Himmel.
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am 21. Juni 2013
Anders als die US-amerikanische Blu-ray, die den Film im Open-Matte-Normalformat, in 1,66 und 1,85 enthält, bietet die deutsche Blu-ray lediglich das 1,66-Format an, was aber einen akzeptablen Mittelweg darstellt. Das Bild ist in puncto Kontraste zufriedenstellend; vor allem in den hellen Partien findet sich noch genügend differenzierte Bildinformation statt einem Clipping ins reine Weiß. Die Schärfe ist über weite Strecken ausgezeichnet, einige Szenen sind jedoch leider sehr unscharf ausgefallen, ein Manko, dass laut einschlägiger Rezensionen auch auf der Blu-ray aus den USA anzutreffen ist. Ebenso sind, wie schon beim amerikanischen Pendant, viele Szenen sehr körnig, wobei es sich nicht immer nur um originale Filmkörnung, sondern auch um Rauschen des digitalen Masters handeln könnte. Der Bildvergleich auf caps-a-holic zeigt, dass die Körnung der deutschen Blu-ray sogar etwas feiner als die der amerikanischen ausfällt; offenbar wurde für die verschiedenen Encodierungen auf das selbe Bildmaster zurückgegriffen. Der neue englische 5.1-Ton findet sich auch hierzulande wieder. Der Ton der alten deutschen Synchronfassung ist erwartungsgemäß etwas dumpf, aber einer Neusynchronisation jederzeit vorzuziehen. Am bedauerlichsten ist, dass es von den vielen neuen Dokumentationen nur zwei, die schon auf der alten DVD enthalten waren, "über den Teich" zu uns geschafft haben.
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am 5. Juli 2014
Die Faust im Nacken gehört zu den Filmen die zeitlos sind und die man sich immer wieder angucken kann!!!
Außerdem hat er alles was man sich nur wünschen kann:tolle Schauspieler(Marlon Brando ist so überzeugend, dass man denken könnte, er würde nicht spielen,und hat somit zurecht seinen ersten Oscar für diese Rolle bekommen),eine tolle bewegende Geschichte, Spannung, Action,Liebe...
man muss sich den Film einfach angucken, um zu verstehen, warum er so außergewöhnlich ist.
Fazit:Einfach einer der besten FIlme aller Zeiten, der es verdient hat damals den Oscar für den besten Film zu bekommen,
mit dem besten Schauspieler aller Zeiten (M.Brando)und darum mein absoluter Lieblingsfilm!!!
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Mein Haus, mein Auto... Possessivpronomen haben in solchen Zusammenhängen etwas Unangenehmes. Der Gewerkschaftsboss mit dem hyperironischen (und falschen) Namen Johnny Friendly (Lee J. Cobb) denkt ebenfalls in solchen Kategorien: Meine Gewerkschaft, meine Hafenarbeiter... "Mein Kampf", möchte man gallig hinzufügen. Entweder man arbeitet nach seinen Bedingungen, oder man arbeitet gar nicht. Nein, eigentlich muss es heißen: Entweder LEBT man nach den Bedingungen von Johnny Friendly, oder...

Den Rest sehen wir in einer furiosen Eröffnungsszene, die bereits die Kraft des Filmes zum Ausdruck bringt, vielleicht auch ein bißchen seine Angestrengtheit. Hier sollte unbedingt etwas Besonderes geschaffen werden. Eine ungewöhnlich filigrane Musik von Leonard (nicht Elmer!) Bernstein lässt die Instrumente sich langsam in die Magengrube hineinspielen, bis es zu einer fiebrigen Sequenz kommt, die auch der Story über die West Side entnommen sein könnte. Permanent sind klassische, panoramenartige Establishing Shots der Docks mit ungewöhnlichen Perspektiven und Nahaufnahmen aneinandergeschnitten, brutale Wechsel in einem brutalen Film. In der Anfangsszene passiert etwas, das das ganze Werk prägen wird; ein gewagter Stilmix. Oftmals ist die Kamera in der Totalen und/oder unbeweglich, auch bei Aktionen. Wir sehen die Docks, wir sehen, wie langsam Menschen in das Bild kommen, die Kamera folgt ihnen nicht. Sie beobachtet nur - und wir mit ihr, dass sich da offenbar ein bedrohlicher "Haufen" bildet (wie es im StGB noch vor gar nicht langer Zeit hieß: "Bildung bewaffneter Haufen", § 127). Dann schreiten Menschen plötzlich groß von außerhalb des Kaders in den Bildvordergrund, Marlon Brando alias Terry Malloy ist zu erkennen, er spielt in der Aktion offenbar eine Schlüsselrolle. Anschließend wechselt der nüchterne und verwaschen ausgeleuchtete Establishing Shot mit Film-Kunst im traditionellen Sinne: Schatten, Nacht, enge Hinterhöfe mit den (natürlich wiederum Schatten werfenden) Feuertreppen, und ein Gespräch zwischen Terry und einem Mann namens Doyle in einer höher gelegenen Wohnung: Terry ist aus der Aufsicht Doyles hinter einem Zaungitter zu sehen, als Gefangener (seiner selbst? Das wird sich in der Szene letztlich bestätigen). Die Gitterspitzen reichen bis zum Hals, so dass er fast wie ein Aufgespießter wirkt. Terry wird gleich ein Mittäter werden, ist aber eigentlich Opfer. Die Beziehung der beiden Männer scheint eine gute oder zumindest eine emotional wichtige zu sein, die Kamera ist nicht mehr nüchtern. So wie Terry aus Aufsicht mit Doyles Augen zu sehen ist, ist Doyle aus Untersicht zu sehen, mit den Augen Terrys. Die Kamera beobachtet nicht mehr nur, sie ist subjektiv, nimmt Anteil. Terry lockt Doyle aufs Dach, ein Schwenk, dort stehen schon Männer, das verheißt nichts Gutes. Obwohl Terry dachte, diese Männer wollten Doyle nur einen Denkzettel verpassen anstatt ihn gleich vom Dach zu werfen und so zu töten, ist er mitschuldig geworden.

Der Dialog macht hier erstmals etwas, das man eine Weile schätzen kann, das aber insgesamt mit einer enervierenden Penetranz und Redundanz eingesetzt wird. Es geht um pigeons, um Tauben (die sich Terry und Doyle auch tatsächlich halten), aber Doyle war auch ein "stool pigeon" (Spitzel) bzw. ein "canary": einer, der "gesungen" hat, und so jemand darf unter dem Regiment des unfreundlichen Friendly nicht überleben.

Die Eröffnungsszene bewirkt etwas, das bei mir eher selten vorkommt und das den ganzen Film geprägt hat: Neben vielem Guten gibt es intellektuell deutliche Kritik am Überdeutlichen, an einem "Zuviel" von Kunst, Stilwillen, inhomogenen Elementen (hinzu werden später noch ein paar dramaturgische Seltsamkeiten kommen), forcierter Gestaltung und Brutalität. Aber emotional kann und will ich mich der ungeheuren Kraft dieses Filmes nicht entziehen, der sich unmittelbar in die Magengrube bohrt, einen nicht mehr loslässt und inhaltlich genauso klug wie wahr ist. Regisseur Elia Kazan - hätte er ab und an gebremst werden sollen? Man ist versucht, ja zu sagen, aber was wäre dann aus der Einzigartigkeit von "On The Waterfront" geworden?

Es wird mitunter gewöhnungsbedürftig sein, wie Kazan und sein Kameramann cinéma vérité mit Künstlichkeiten ganz verschiedener Art mischen. Da gibt es immer wieder Szenen mit diesen verwaschenen Totalen im kontrastarmen Hellen, ein Pier, eine Kirche mit ihrem Vorplatz, alles mit unbeweglicher Kamera gefilmt, beobachtend, dokumentierend. Oder die fehlenden Kamerabewegungen/Schnitte, wo man sie in emotionalen Szenen eigentlich erwarten würde, illustrieren die Enge der Arbeiterwohnungen - hier würde einfach keine zweite Kamera und keine Schiene hineinpassen (was dem klassischen Hollywoodkino natürlich egal war, man verschob eine Wand oder was auch immer, aber Kazan ist insoweit authentischer). Dann aber mischt sich dies verstörend mit der schon eingangs beschriebenen noir-ähnlichen Ästhetik, am unpassendsten in der Nacht-Szene, in der Terrys Bruder getötet wird. Nasser Asphalt, Straßenfluchten, Straßenlaternen, die so hell glitzern, wie es nur eine 10.000-Watt-Studiolampe kann... Selten wirkte eine Szene ästhetisch dermaßen aus dem Zusammenhang gerissen. Andere Kontraste sind interessanter, wenngleich Kazan nicht gerade, gelinde gesagt, ein Leisetreter ist und seine Symbolik gelegentlich bis ins Unerträgliche übertreibt und wiederholt. Die pigeons kommen in Bild und Text viel zu oft vor, der Maschendrahtzaun des Taubenschlags, durch den Menschen von einer besseren Welt und von einander getrennt sind, ebenso. Die mit der objektiven kontrastierende subjektive Kamera ergibt schon Sinn, aber ob sie unbedingt wankend-schwankend Terrys Position beim finalen Gang mit letzter Kraft hätte einnehmen müssen - worauf sich auch noch überdeutlich ein Tor schließt und das Ende der Geschichte sowie den Ausschluss von Friendly symbolisiert? Viel interessanter ist, wie Kazan die Dramatik IN das scheinbar Dokumentarische einwebt. Bei den Totalen sehen wir auch schon einmal verwaschenen Rauch oder Nebel, wenn es keine erkennbare Erklärung dafür gibt - aber nicht so dick aufgetragen wie beim Rauch aus den abertausenden Überdruckventilen des Neonkinos der 1980er Jahre. Es legt sich eher ein zunächst unmerklicher, aber omnipräsenter Grauschleier über das Bild, hinterhältig, bedrückend, so wie es zu dem omnipräsenten Regime des Mr. Friendly passt, das die ganze Atmosphäre vernebelt. Und es legt sich omnipräsenter Lärm über die Tonspur. Geschickt nutzt Kazan dies einerseits zum Semidokumentarischen (der Lärm wird nicht ausgeblendet, wo andere dies um der dramatischen Akzente willen getan hätten), andererseits in einer Schlüsselszene bewusst gegenteilig, also dramatisch: Zwischen Terry und einer Frau namens Edie (Eva Marie Saint) ist eine sich Bahn brechende, wechselseitige Liebe unübersehbar, aber Terry muss Edie erklären, dass er Mitschuld an der Ermordung ihres Bruders Doyle trägt. Die dräuende Atmosphäre permanenten Drucks, symbolisiert durch die immense Geräuschkulisse des Hafens und eines vorbeifahrenden Schiffs, macht die Kommunikation unmöglich, macht ein "Sich-Verstehen" und eine innerliche Freiheit unmöglich: Im Getute geht völlig unter, dass Terry zwar das Opfer in die Falle gelockt hatte, aber von den Mordabsichten nichts wusste. Edie hört nur Ersteres, was natürlich für die Beziehung zunächst der GAU ist. Nebenbei ist dies eine Szene von quälender und irgendwie doch schöner Intensität, wie man das in sehr guten Stummfilmen erreichen konnte. Der Dialog ist nicht hörbar, die Gesichter sind in extremen Close-ups zu sehen und zeigen die gesamte Verzweiflung von Terry sowie die gesamte entsetzte Verwirrung von Edie. Später unterstützt der Film das geschickt durch Edies Textzeile: "I didn't say that I don't love you - I said `Get away from me.'" Besser kann man die Zerrissenheit Edies nicht ausdrücken.

Von den genannten stilistischen Übertreibungen und Seltsamkeiten abgesehen, ist der Film in seinen ästhetischen Wagnissen äußerst gelungen und unterstützt ein Weiteres: Er ist großartiges Schauspielerkino - meistens. Eva Marie Saint ist ganz und gar großartig, was für ein Einstand! Als Tochter bzw. Schwester von Hafenarbeitern scheit sie mit ihrer elfenhaften Erscheinung und hellblondem Haar im falschen Film bzw. im falschen Leben zu sein. Doch der erste Eindruck täuscht - beabsichtigt. Wieder ergänzen sich Bild und Dialog. Edie wurde von ihrem Vater auf eine Schule geschickt, auf dass aus ihr einmal "etwas Besseres werde". Aber sie meint entschlossen, nachdem sie die Zustände in den Docks gesehen habe (und ihren eigenen Bruder gewaltsam verloren hat), könne sie nicht einfach zu der Schule zurückkehren, als sei nichts gewesen. Couragiert tritt sie für Veränderungen ein und kann auch einen von Karl Malden gespielten Priester von ihrem Eintreten für Gerechtigkeit überzeugen: Zunächst weist er sie ab und meint, sie möge in seine Kirche kommen, wenn es etwas zu besprechen gäbe. In einer geschickten Spiegelung/Umkehrung wird dieser Mann später auf den Einwurf, er möge sich in seine Kirche verpieseln, sagen: "HIER [wo der Mob gerade wieder einen Abtrünnigen massakriert hat] ist meine Kirche." Zurück zu Edie, die glücklicherweise nicht als das Kätzchen mit Löwinnenherz gezeigt wird, sondern in der sich immer alles wunderbar mischt, Unschuld, Verbitterung, Entschlossenheit, Zerrissenheit. Man kann das oft sehen, wenn sie in den gern einmal plötzlich eingesetzten extremen Close-ups ins Bild kommt. Auf einmal ist die Schöne kein Abziehbild mehr, glamourhaft schon gar nicht: wenig Schminke, ein Blick gemischt aus Härte, Sehnsucht und Sorge, die Falten deutlich erkennbar. Das ist ein Mensch, das ist viel mehr als nur eine Gerechtigkeitsfanatikerin in Gestalt einer blonden Schönheit. Die noch sehr junge Eva Marie Saint sieht auf einmal älter aus, oder besser: wie eine noch sehr junge Frau, die aber schon alles gesehen hat und nicht unbe-/-gerührt davon sein kann. Spuren der erschreckenden Zustände ihres Umfeldes haben sich tief in ihr Gesicht eingegraben und in ihre Seele. Kazan setzt diese Großaufnahmen immer dann ein, wenn es darauf ankommt, dies zu verdeutlichen. Es wären viele Beispiele zu nennen, eines sei mir gegönnt, in dem alle widersprüchlichen Einflüsse brutal über Edie zusammenbrechen und sie (fast) zu zerbrechen drohen. Terry muss vor dem Mob flüchten, Edie hatte mit ihm (wegen der geräuschmäßig übertönten Halb-Aussprache, s.o.) zuvor gebrochen, sie ist erkennbar zerrissen und unglücklich. Wie sie verloren-verzweifelt auf ihrem Bett sitzt, sehr schön, sehr blond, sehr elfenhaft in einer gar nicht märchenhaften Welt, das ist einfach nur traurig und extrem berührend. Anschließend kommt ihr verzweifelter Komm-her-geh-weg-Schrei: "I didn't say I don't love you...". Dann wird Terry Edie küssen, die Kamera kann den beiden in der engen Wohnung mal wieder nicht folgen, so dass Edie hinter einem Türrahmen unsichtbar bleibt. Dann kommt, schroff wie immer, die Großaufnahme der beiden, es ist ein unglaublich intensiv gespielter wie gefilmter Kuss. Edie möchte eigentlich gar nicht mehr in diesem Leben sein, sie ist "aus dem Bild raus", aber im nächsten Moment möchte sie nichts anderes als genau umgekehrt nur mit Terry mitten in der Welt sein und die Welt um die beiden herum völlig ausschließen. Brutale Stilwechsel, an denen der Film (scheinbar) fast zu scheitern droht, zeigen brutale Gefühlswechsel, an denen Edie fast zu scheitern droht!

Marlon Brando ist immer dann am besten, wenn er seine Manierismen ruhigstellen kann, und das erlaubt ihm Kazan oft, aber leider nicht immer. Dieser ständig etwas offene Mund, diese rastlose nervöse Energie (es ist kein Zufall, dass Terry ein ehemaliger Preisboxer ist), dieses Stirnrunzeln und Handwedeln, es wirkt mitunter etwas manieriert. Vor allem war die Regie schlecht beraten, Terry insbesondere in den Anfangsphasen unaufhörlich Kaugummi kauen zu lassen. Ein Brando hat solche Mätzchen letztlich gar nicht nötig, und so gibt es eben auch die Szenen, von denen Michael Caine zu Recht in seinem Buch "Weniger ist mehr" schreibt, dass Brando eine wunderbar zurückgenommene Intensität erreicht. Wenn er beispielsweise in der Kirche zunächst noch die Aufsässigen ausspionieren soll, sitzt er da wie eine charismatische und noch etwas bedrohliche Lichtgestalt: Die Arme ausgebreitet, ein undurchschaubares Gesicht, vielleicht ein ganz minimales Grinsen - und interessanterweise ist er als Einziger vor einem vollkommen leeren, hellen Hintergrund gefilmt, der aber wie natürlich wirkt (ein Stilmittel, das der Film bzgl. Brando noch öfter einsetzen wird). Es wäre zu weit gedacht, ihn schon als Jesus zu bezeichnen, aber hier tut sich etwas - der charismatische und etwas bedrohlich wirkende Mitläufer denkt nach, wird sich ändern, aber sein Charisma deswegen noch lange nicht ablegen. Später haben wir immer wieder Szenen, in denen wir seine Entwicklung an feinsten Nuancen im Gesicht ablesen können; wenn er etwa sein Grinsen kaum merklich reduziert, als er mal wieder als ein "bum" (in etwa: Nichtsnutz), bezeichnet wird. Nützlich sein, endlich einmal etwas Sinnvolles tun, das will er schon (hier passt endlich auch einmal der im romantischen Drama etwas überstrapazierte Spruch, dass der love interest des Protagonisten "das erste Gute" in seinem Leben ist). Besonders gelungen ist die Szene, in der Terry und sein großer Bruder Charley (Rod Steiger) im Auto fahren: Beide sind einander tief verbunden und zugeneigt; Charley soll Terry ausliefern, und beide wissen: Charleys Entscheidungen, dies zu tun oder nicht, wird für einen der beiden den so gut wie sicheren Tod bedeuten. Ein wunderbare Intensität per Minimalismus, eine starke Szene, die ganz für sich steht und aus sich heraus wirkt (was sie aber auch muss, denn von der tiefen Bruder-Verbindung und von Rod Steiger, der zuvor mehr erwähnt als gezeigt wird, hätten wir gerne noch etwas mehr mitbekommen). Wieder kann der Gestaltungswille die Wirkung zusätzlich unterstützen, indem er nicht von den Darstellern ablenkt, sondern sie ganz zu sich und zur beschriebenen Wirkung kommen lässt. Während die beiden im Auto sitzen, kappt die Kamera jegliche Verbindung nach außen, konzentriert sich also ganz auf das Innere der Brüder, auf ihre Seelenlage. Wir sehen nicht den geringsten Hintergrund, auch nicht durch Heck- oder Seitenscheiben (so dass sich vermuten lässt, das Auto hat sich gar nicht bewegt, was alles andere als kritisch gemeint ist). Nichts kann von dem ablenken, worauf es hier ankommt, das ist fast kontemplativ. Die abenteuerlichen Lichtwechsel: Wir müssen uns DENKEN, dass sie von Straßenlaternen kommen; durch die Aussparung des Außen bilden sie aber fast schon surreal-abstrakte Muster und Hell-dunkel-Wechsel, die die Szenerie so abrupt durchschneiden wie sich Messer immer wieder ins Fleisch der Brüder bohren. Das alles geht unter die Haut, an die Nieren, wie auch immer ich es im Versuch um Metaphernreichtum nennen möchte. Auch wenn der hiernach erfolgende Wechsel zur Noir-Ästhetik unpassend, weil ikonographisch besetzt statt abstrakt für sich stehend ist - die Autofahrt ist mit Recht schon von anderen als magischer Moment gerühmt worden. Es wäre eigentlich gar nicht nötig gewesen, dass der Film in anderen Passagen (Auswirkungen von) Gewalt mit für 1954 ungewöhnlich brutaler Wucht zeigt.

Während wir solchermaßen für Rod Steigers ansonsten spärliche Auftritte entschädigt werden, hätten wir von dem brutalen, nervös-unkontrollierten, aber darin doch scheinbar allmächtigen Lee J. Cobb alias Mr. Friendly mitunter gern etwas mehr gesehen. Nach einer starken Einführung, in der er seine direkte Wucht, aber auch seinen Einfluss demonstriert, lebt er lange nur als abstrakte Bedrohung weiter fort. Das mag man als stimmig ansehen, doch er verkommt damit ein bißchen zur Nebenfigur, was ich als schade empfinde, denn auch seine persönlichen Obsessionen hätten mich einmal interessiert. Er ist nicht nur das Schwein, der anonyme Mann im Hintergrund. Er ist auch nicht nur der Antreiber, sondern ebenfalls nur Getriebener und Handlanger (in einem genialen Kniff sehen wir, dass es diesen Mann im Hintergrund ebenfalls gibt, er zeigt uns nur den Rücken, gehört zum Establishment, kommt nur in einer kurzen, scheinbar nicht in den Film passenden Szene vor und betrachtet die ganze Angelegenheit durch die Distanz eines Fernsehgerätes). Dieser Tatsache wäre eine etwas größere Rolle angemessen gewesen. Wie dem auch sei (und diese Kritik mag subjektiv sein), auch Cobb bekommt seine große Szene - ganz am Ende. Er muss sehen, wie sein Einfluss gebrochen wird und er schließlich ganz alleine dasteht. Aus meiner Sicht entscheidend ist dabei nicht das dick aufgetragene und bildsymbolisch zu eindeutig-forcierte Ende, sondern ein klitzekleiner Moment, der aus dem Rahmen dieses erdenschweren, intensiven Filmes zu fallen scheint. Es kommt nicht darauf an, dass sich Cobb die Seele aus dem Leib schreit und (auch optisch) ganz verlassen dastehen wird. Wichtiger ist, dass er bei einem Gerangel kurz zuvor ins Wasser fällt. Die Arbeiter lachen - ihn aus. Vielleicht der am stärksten aus dem Rahmen fallende Moment in einem Film, der so manchen Rahmen sprengt - und einer der besten! Komische Einsprengsel, befreiendes Lachen, das gibt es in diesem Film ansonsten definitiv niemals. Doch dieser kurze Moment ist das stärkste, klügste und wahrste Plädoyer für Zivilcourage, das es gibt. So leicht kann die Allmacht eines äußerst brutalen Mannes gebrochen werden. Mit einem Schubs ins Wasser, mit Lachen, mit Spott und Hohn. Der singuläre Moment lässt aufhorchen: So unglaublich wenig Macht hatte dieser Mann, der doch so machtvoll erschien und jeden Protest mit Mord und Totschlag im Keim erstickte. Hätte ihn einmal jemand eher ins Wasser geworfen. Weichen die Klamotten auf, sind alle nackt. Der Schutzpanzer ist weg. Spott ist das schärfste Mittel der Kritik, weil sich der Bespöttelte nicht dagegen wehren kann. Dass uns diese Erkenntnis erst ganz am Ende und völlig unerwartet in einem ansonsten spottfreien Film trifft, lässt es umso nachhaltiger wirken. Für mich die wichtigste Erkenntnis, die der Film erfreulicherweise ohne Zeigefinger und ganz beiläufig vermittelt: Es scheint so schwer, gegen die Friendlys dieser Welt etwas zu unternehmen - und es kann doch so einfach sein. Also: Let's do ist.
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