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Kundenrezensionen

4,8 von 5 Sternen
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4,8 von 5 Sternen
Immer Ärger mit Harry
Format: DVD|Ändern
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TOP 1000 REZENSENTam 22. April 2016
Alfred Hitchcocks schwarzhumorige Komödie "Immer Ärger mit Harry" aus dem Jahr 1955 entstand zwischen den Filmen "Über den Dächern von Nizza" und "Der Mann, der zuviel wußte" und nimmt nicht nur in Hitchcocks Gesamtwerk eine ganz besondere Stellung ein. Der Film ist auch heute noch im Filmkosmos ein ausserordentlich originelles und eigenständiges Werk, dass sein Alleinstellungsmerkmal bis heute aufrechterhalten konnte. Kein Film ist wie "Immer Ärger mit Harry" und man sucht vergeblich nach Ähnlichkeiten mit anderen Filmen. Das liegt einerseits an der sehr besonderen Geschichte, die der Film erzählt.

Am stärksten dominiert aber die Farbpalette des Films, der an einem wunderschönen Herbsttag in Vermont spielt. Bei strahlendem Technicolor präsentiert Hitchock dem Zuschauer die Schönheit des Indian Summer. Dieses idyllische Landschaftsbild und das herrliche Panorama wird nur durch eine Leiche gestört, die am Waldrand unnütz am Boden liegt. Im Lauf der Handlung soll sich herausstellen, dass dieser leblose Störenfried Harry Worp heißt. Doch an diesem frühen Morgen weiß das noch keiner. Vor allem nicht der pensionierte Kapitän und Hobbyjäger Albert Wiles (Edmund Gwenn), der 3 Kugeln aus seiner Flinte abgeschossen hat und sich nun auf den Hasenbraten freut. Doch statt des Nagers sieht er nun diese Leiche liegen und glaubt, dass er dem Fremden das Licht ausgeblasen hat. Mit einem unbeabsichtigen Schuß ab jetzt in den Knast. Um dies zu verhindern, will er den Toten beseitigen und ihn hier an diesem friedlichen Ort begraben. Doch sein Plan wird ab jetzt dauernd gestört. Der kleine Arnie Rogers (Jerry Mathers) hat den toten Mann entdeckt und holt seine Mom (Shirley McLaine) um ihr seinen Fund zu zeigen. Aus diesem Gespräch erfährt der Kapitän, der sich hinter einem Baum versteckt hat, dass der Tote ein gewisser Harry Worp ist und mit Jennifer, Arnies Mom, verheiratet war. Diese scheint froh über das Ableben ihres Exgatten zu sein und hat ihm wohl noch mit einer Milchflasche eine übergezogen als dieser sie heute morgen überraschend besuchte.

Doch es kommt noch dicker: Ein Landstreicher (Barry Maccollum) klaut Harry seine Schuhe und Dr. Greenbow (Dwight Marfield) ist so in seinem Gedichtband versunken, dass er zweimal am Toten vorbeiläuft und ihn nicht bemerkt. Dann kommt auch die altjüngferliche Miss Gravely (Mildred Natwick) vorbei, gerade in dem Moment, als der Kapitän Harry in sein Grab befördern will. Sie hat sehr großes Verständnis für den Schützen und wünscht ihm viel Glück bei seinem Plan, am Ende lädt sie ihn für den Nachmittag zu Maulbeerkuchen ein. Zu der Schar skurriler Leute gesellt sich auch noch der Maler Sam Marlowe (John Forsythe) dazu, der seine Zeichnungen im Laden von Mrs. Wiggs (Milldred Dunnock), genannt Wiggii, ausgestellt hat. Deren Sohn Calvin (Royal Dano) ist Hilfsheriff des Ortes und nimmt seinen Posten sehr ernst. Er hat 3 Schüsse gehört und geht dieser Spur nach, die auf einen Wilderer schließen lässt...

In das harmonische Bild schleichen sich von Szene zu Szene immer mehr Absurditäten hinein, der Humor ist sehr britisch und damit konnte Hitchcock - trotz exzellenter Kritiken - in den USA keinen riesigen Kinohit landen. Robert Burks, der geniale Kameramann, der mehrere Hitchcock Klassiker durch sein Talent bereicherte, fotografiert die schönsten Farben des Herbstlaubes und zusammen mit dem durchgehenden Augenzwinkern und dem schwarzen Humor des Meisters ist das Ergebnis eine verspielte und spleenige Einzigartigkeit. Die grotesken Wendungen, die die Story nimmt, lassen den Zuschauer immer wieder schmunzeln, auch wenn alles recht makaber bleibt. Es sind vor allem die Figuren, die sehr schön gezeichnet sind. Sie sind alle herrlich egozentrisch und verhalten sich sehr aussergewöhnlich und sogar etwas weltfremd - sie leben in ihrer eigenen kleinen und sehr sympathischen Welt. Und die liegt irgendwo in diesem Dörfchen in Vermont.
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TOP 1000 REZENSENTam 1. Januar 2007
Wer würde sich nicht dazu verleitet fühlen zu sagen, Hitchcock mag ein hervorragender Thriller-Filmemacher sein, aber für Komödien...
IRRTUM!! - kann ich dazu nur beisteuern. Wer "Immer Ärger mit Harry" gesehen hat, wünscht sich, Hitchcock hätte noch mehr Komödien produziert (ohne seine anderen Glanzwerke hier in den Schatten stellen zu wollen).

Die Idee, mehrere vermeintliche Mörder, die sich mit ihrem Gewissen herumquälen aufeinandertreffen zu lassen, um sich dann gegenseitig ausspielen zu wollen (so kommt das Schlechte in mehr oder weniger GUTEN Menschen zum Vorschein), ist absolut GENIAL!
Ich habe schon viele Hitchcock-Filme gesehen (sehen DÜRFEN), aber trotz "Psycho", "Saboteur" oder "North By Northwest" bleibt genau dieser AUSNAHME-Hitchcock mein Lieblingswerk des Meisterregisseurs.

Klare 5 Sterne mit Ausrufezeichen! +++++

Wirklich sehr empfehlenswert und äußerst unterhaltsam - Prädikat: MEISTERWERK.
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am 25. Februar 2006
Hitchcocks Filme gehören ausnahmslos zu den besten ihrer Zeit, die meisten sind Thriller mit einer klaren Ausrichtung auf Spannung und mit raffinierter Zuschauer-Manipulation. Die wenigen (echten) Komödien, die er drehte, verschwanden in der Versenkung. So geschah es mit ,Mr. and Mrs Smith' und auch mit ,Immer Ärger mit Harry'. Von den Kritikern gefeiert, wurde ,Harry' vom Publikum der 50er Jahre ignoriert. Es erwartete vom Meister das Übliche - doch Spannung und raffiniertes Ambiente sucht man hier vergeblich. ,Harry' ist eine schwarze Komödie, allerdings gewürzt mit dem unverwechselbaren Hitchcock-Charme.
Die Geschichte spielt sich mitten in einem idyllischen amerikanischen Herbst ab. Die Landschaftsbilder sind verklärt, romantisch, bunt und wunderbar untermalt mit Hermanns Musik, die sich hier offensichtlich an den folkloritsich orientierten Komponisten Ralph Vaughn-Williams anlehnt. Der Film zeigt von der schönen Umgebung im Verlauf des Films so viel, dass die Aufnahmen einen satirischen Eigencharakter bekommen, weil sich das Ungeheuerliche mitten in der Idylle abspielt. Trotzdem darf man Hitch auch abkaufen, dass er die Gelegenheit nutzte, um einmal wirklich schöne Landschaftsaufnahmen zu zeigen. Sie allein machen den Film schon sehenswert.
Mitten in der Herbstromantik liegt ein Toter, für den sich gleich mehrere Dorfbewohner verantwortlich fühlen: Ein passionierter Kaninchenjäger, eine ältliche Miss und eine allein erziehende Mutter (Shirley MacLane in ihrer ersten Rolle!). Sie glauben, den Tod des Mannes namens Harry verursacht zu haben, denn sie hatten kurz vor seiner Auffindung eine belastende Begegnung mit ihm. Ein erfolgloser Maler namens Sam (John Forsythe) schaltet sich mit wachem Intellekt ein. Er veranlasst, dass Harry mehrmals begraben und wieder ausgebuddelt wird, weil sich die Situation durch weitere Informationen immer wieder ändert. Der Dorfsheriff ist der Sache zwar auf den Fersen und hegt einen grundlosen Verdacht, er kommt aber der trauten Gemeinschaft, die immer wieder mit geschulterten Schaufeln durch die Landschaft spaziert, nicht auf die Schliche. Zuletzt kommt heraus, dass Harry eines natürlichen Todes gestorben ist und niemand Schuld daran hat.
Die Story ist ziemlich wenig realistisch, genausowenig die Dialoge, die sich immer wieder um den Toten drehen, als wäre er nur ein verlorener Gegenstand. Die Figuren wissen um Verstrickungen, Schuld, menschliche Abgründe und gesellschaftliche Zwänge, sie sprechen aber darüber wie über Nebensächlichkeiten. Ihr Hauptinteresse gilt der Idylle (Kaffee und Blaubeerkuchen, die Liebe, Kaninchenjagd, Malerei, Ladenkassen, Frisuren ...), die über allem wie ein guter Weltgeist zu schweben scheint.
Hitchcock hat hier den gelungenen Versuch unternommen, seine gewöhnliche Technik umzukehren, denn sonst hat er immer die Abgründe in den Vordergrund gerückt und die Idylle zerstört. Hier schert er sich nicht um Spannung, Schrecken, Gewalt, Tod und Kampf. Das alles mag zum Leben gehören - eigentlich geht es aber doch eher um die Kaffeekränzchen. Vielleicht ist Hitch hier mehr er selbst als in seinen Krimis. Der Misserfolg der Komödie bestätigte aber seinen üblichen Kurs.
,Immer Ärger mit Harry' befindet sich auf der kulturellen Landkarte in der Nähe von so skurrilen Werken wie ,Unter dem Milchwald' von Dylan Thomas, ,Alice in Wonderland' von Lewis Carroll und ,Das Gespenst von Canterville' von Mark Twain. Niemand erwartet, dass in diesen Werken enthaltene Humor von jedem Zuschauer oder Leser nachvollzogen werden kann, doch sie geben dem Ernst, über den wir überall stolpern, eine kindliche Leichtigkeit zurück, die uns trotz allem immer die Sonnenseite zeigt. Ich könnte den Film immer wieder anschauen, nur um mich in dieser komischen, leichten, surrealen Welt aufhalten zu können.
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am 22. Februar 2003
Die vielen Filme von Mr. Hitchcock weisen eine durchaus unterschiedliche Qualität aus. Er gab das in dem Buch von Francois Truffaut "Mr. Hitchcock, wie habe Sie das gemacht" auch zu. Dieses Werk gehört sicher zu den besten, die er überhaupt machte, auch wenn es eher etwas abweichend von seinen übrigen Filmen ist. Es handelt sich dabei um den Lieblingsfilm von Hitch.
Die Geschichte von Jack Trevor wurde von John Michael Hayes in seinem Drehbuch unglaublich gut umgesetzt, verbessert.....
J. M. Hayes schrieb die Drehbücher zu den 4 besten Filmen von Hitch.
Der Film stammt aus der Phase als Mr. Hitchcock's Batterien mal wieder voll aufgeladen waren, bietet schwarzen Humor und eine feine Zeichnung der Charaktere, die Darsteller sind wunderbar, hier möchte ich Edmund Gwenn, John Forsythe und die wunderbare Shirley MacLaine in ihrer ersten Filmrolle nenen.
Das Aus- und Eingraben einer Leiche, die wechselnden Aufbewahrungsorte und der Umgang der Protagonisten mit diesem Problem bietet den Hintergrung für vergnügliche 95 Minuten. Diese Handlung wurde in vielen Filme immer wieder nachgeahmt.
Auf der DVD ist die orignale englische Fassung ebenfalls erhalten, beim Vergleich stellt man fest, dass die deutsche Sprachausgabe ebenfalls gelungen ist.
Die Extras sind gut, man erlebt erzählte Filmgeschichte, da eine Reihe von Beteiligten zum Glück noch unter uns sind.
Dieser Film gehört in jede Sammlung.
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am 18. Mai 2005
Mitten in der herbstlichen Idylle Neuenglands liegt eine Leiche - und ein Dorfbewohner nach dem anderen stolpert darüber, und keiner von ihnen reagiert so wie man es erwarten würde. Aber gerade so kann einen der Film zum Nachdenken darüber anregen, wie man in der Wirklichkeit mit den Leichen im Keller einer scheinbar heilen Welt umgeht; da kann man viele Parallelen finden. Man kann aber auch den Film einfach genießen: die schönen Bilder, den schrägen Humor, die faszinierende junge Shirley MacLaine... Ich empfehle übrigens die englische Tonspur, denn auch bei den Akzenten hat Hitchcock nichts dem Zufall überlassen. Eine DVD, die ihr Geld wert ist, denn diesen Film sieht man nicht nur einmal an.
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am 5. November 2008
Da mir dieser Film von Hitchcock bisher nicht bekannt war, habe ich nur wenig erwartet und war dann völlig geplättet von dem, was kam.

Am Anfang des Films findet ein alter Kapitän beim Jagen im Wald eine Leiche und vermutet, dass er den Tod des Mannes durch eine verirrte Gewehrkugel verschuldet hätte. Zuerst wird er laufend bei seinen Versuchen, die Leiche zu verstecken von vorbeikommenden Personen gestört, im weiteren Verlauf wird der Tote aufgrund immer neuer Entwicklung ständig ein- und wieder ausgegraben. Jede Menge schräge Charaktere bringen neue Verwicklungen.

Natürlich entbehrt die Handlung, wie sofort klar sein dürfte, jeglicher Glaubwürdigkeit; aber das macht nichts, da dieser Film eine hervorragende Komödie ist, was ich von Hitchcock in dieser Form nicht erwartet hätte. Die meisten der handelnden Personen sind dermaßen liebenswert-skurrile Typen, dass ich jede leichte Logik-Schieflage lachend verzeihe. Die meisten Personen haben auf die eine oder andere Art Bekanntschaft mit Harry, dem Toten gemacht, und haben dementsprechend eigene Beweggründe für ihre Handlungen. Bezaubernd unter anderem Shirley McLaine in ihrer ersten Filmrolle, aber auch die anderen Charaktere (bis auf den Toten) sind wirklich reizend.

Wer naiv-schwarzen Humor mag, kann hier (oder gleich in der 3er-Hitchcock-Box Immer Ärger mit Harry/Familiengrab/Topas) nicht viel falsch machen.
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am 10. November 2013
Der 1955 von Alfred Hitchcock gefrehte Film 'Immer Ärger mit Harry' ist wegen seines schwarzen Humors der bei vielen Anhängern beliebteste Hitchcock Film.
Hitchcock selbst soll ihn auch besonders geschätzt haben.
Es geht darum, dass einige Bewohner eines kleinen Dorfes fälschlich annehmen, sie hätten den widerlichen Harry ermordet, der in Wirklichkeit einem Herzan-
fall erlegen ist. Da jeder der vermeintlich Schuldigen nun seine Spuren verwischen will und niemand will, dass Harrys Leiche gefunden wird, wird Harry im-
mer wieder ein- und ausgegraben. Der Film lebt von den herrlichen Dialogen - wir haben eine Leiche und alle sprechen darüber als sei es eine Unannehmlich-
keit, die nur eingeführt wurde, um sie persönlich in Schwierigkeiten zu bringen. Niemand findet ein Wort des Bedauerns. Besonders reizvoll ist der Gegen-
satz zwischen der idyllischen Landschaft und den unbeteiligten Dialogen der Akteure, die eigentlich völlig schuldbewusst sein müssten.
Hitchcock hat eine spielfreudige, erstklassige Schauspielriege versammelt - John Forsythe, Shirley MacLaine, Edmund Gwenn und Mildred Natwick liefern ein
Feuerwerk von Charkterisierungen. Bild, Ton und Bonusmaterial sind zufriedenstellend. Die Extras sind eine Kunstgalerie, Trailer und ein Making Of, dazu kommt ein 4seitiges Booklet mit
Produltionsnotizen und schönen Fotos aus dem Film.
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am 25. Mai 2005
Gerry Mathers is playing in a field and some shots are fired. Soon he comes upon a body. We are now prepared for suspense and mystery. Turns out pretty formula; everybody and nobody could have done it. At first it seems slow and weird as no one acts normal even for a movie character. They are all slow, nonchalant, and distracted. Harry gets dragged around and buried in controversy. Soon you can really get wrapped up in the story and anticipate the end. The movie never picks up speed; you just have more loose ends to follow. No one cares who bumped Harry off or if they did as long as it does not affect his or her future.
The draw to this movie now days and maybe then is the list of actors and the introduction of Shirley MacLaine. Edmund Gwenn looks pretty old here and is remembered also for his performance in "Outward Bound" (1930) 25 years earlier. There is still that Hitchcock feel. So sit back and enjoy it for what it is.
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am 26. November 2011
Hallo,

Alfred Hitchcock hat mit "Immer Ärger mit Harry" ein Meisterwerk unterschwelligen - derben - Humors geschaffen. - Dazu könnte man sich - uninformiert - fragen: ist das eine englische Komödie?

Schön an dem Film ist, daß er uns eine weitere Seite des Meisters des Suspense zeigt: neben Horrorfilmen, Psycho- und Spionagethrillern und guten Krimis erleben wir hier derben Sarkasmus - Spott über einen Toten, der einem "ganz normalen alltäglichen Unfall" - ja einem Mißgeschick, das mal eben jedem passieren kann! - zum Opfer gefallen ist.

Edmund Gwenn spielt mit Albert Wiles einen gutmütigen, geduldigen und lebenserfahrenen, um sein bechauliches Rentnerdasein besorgten, ehemaligen Kapitän, der sich zum Zeitpunkt des "Schrecklichen" passenderweise erinnert, daß ihm schon seine Mutter gesagt hat, es würde mit ihm "mal böse enden".

Als er "Harry" entsorgen will, läuft ihm (un)geschickterweise "Miss Ivy Gravely" über den Weg, der er sein kleines - unbedeutendes! - Mißgeschick erklärt, und woraus sich zunächst eine nette Plauderei, schließlich eine Freundschaft, entwickelt: zu was alles eine Leiche hilfreich sein kann: schau einer an, wer hätte das gedacht.

Mit der Zeit gesellen sich zum schuldbeladenen Käptn noch zwei weitere, die sich an Harrys Tod schuldig fühlen. In der Folge wird der Verblichene ein paar Mal begraben und wieder ausgebuddelt.....

Als man sich schließlich entschließt, alles wieder in den "Urzustand" - nach Harrys Ableben, aber vor seinen Begräbnissen - zurückzuversetzen, sieht dieser schon reichlich unordentlich und "ramponiert" aus, weswegen er einer "Generalüberholung" unterzogen wird.

Dr. Greenbow, der leicht - aber nur leicht - verwirrte Dorfarzt bringt dann schließlich "Licht ins Dunkel der Schuld", worauf wir uns "erlöst" dem Happy End zuwenden können.

Fazit:
"Immer Ärger mit Harry" ist eine kleine derbe schwarze Komödie über einen toten Protagonisten, der seit seinem Ableben wahrscheinlich mehr Zuwendung erhält als vorher.

Wunderbar ist diese köstliche Bagatellisierung des Ablebens eines Menschen, so als ob beim Essen etwas auf dem Hemd gelandet wäre: ein kleines, leicht peinliches Mißgeschick, das sich schnell und unkompliziert beheben läßt: ,reden wir nicht mehr darüber'.

"Immer Ärger mit Harry" ist kein Ablach-Film, mehr etwas zum Schmunzeln und sich "freuen", daß man nie weiß, was sich entwickelt, wenn man die Sache nicht so ernst nimmt und positiv sieht!

(P.S.: ob das Thema "Schuld und Erlösung" hier nur zufällig auftaucht, oder gar bewußt mitschwingt, ist nicht offensichtlich, ganz ausschließen kann man es aber wohl nicht.)
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am 21. Mai 2007
Obwohl das VistaVision-Bild von 1,5:1 gekappt wurde, sodaß man z.B. anstatt den gesamten Toten im Laub nur noch dessen Fußspitzen zu sehen bekommt, ist das Bild sehr brauchbar und brillant (Wie immer sollte man natürlich Kontrast, Farbe und Helligkeit des Fernsehers individuell auf die jeweilige DVD optimieren).

Zu der im Film gezeigten, besonders schönen herbstlichen Landschaft passt die Musik von Bernhard Herrmann genial, der sich auch hier, genau wie Kameramann Robert Burks, wieder einmal glänzend in der Zusammenarbeit mit Hitchcock bewährt hat.

Die subtile Komik der Story und besonders der Dialoge, die ganz unaufdringlich zur beschaulich ländlichen Atmosphäre passen, offenbaren eine sehr sehenswerte Facette hitchcock'schen Schaffens der 50er Jahre.

Alle Rollen im Film sind sehr gut und treffend besetzt und machen einen wesentlichen Reiz dieser boulevardkomödienhaften Geschichte aus, wobei vornehmlich Edmund Gwenn als Kapitän und Shirley MacLaine in ihrer ersten Filmrolle erwähnenswert sind.

Auf jeden Fall ein Film, den man besonders an einem ruhigen Sonntagnachmittag genießen kann und auf den man immer wieder mal einen Blick werfen wird, wenn der Betrachter sich einen Sinn für eine, heute nicht mehr oft zu findende, ruhige souveräne filmische Stimmigkeit bewahrt hat.
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