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Kundenrezensionen

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am 31. Mai 2012
Procol Harum, Pink Floyd und The Nice, die ersten großen keyboardlastigen Bands Großbritanniens um 1967, die weniger bekannten, musikalisch aber mindestens genauso wichtigen Soft Machine und Caravan nicht vergessen: Stimmt diese Theorie so? Nicht ganz, denn die Animals und die Small Faces gab's schon vorher, und Alan Price bzw. Ian McLagan waren keine unwichtigen Sidemen, bitteschön. Und dann war da noch ein Quintett aus St. Albans nördlich von London, das schon 1964 eine brilliante Single mit einem Keyboardsound, den man nie wieder vergisst, wenn man ihn einmal gehört hat, herausgebracht hatte: "She's Not There"! Ja, The Zombies waren das. Ähnlich wie bei den Animals der Sänger und der Keyboarder die zentralen Personen des Quintetts waren, so auch bei den Zombies: Tastenmann Rod Argent und der Mann am Mikro Colin Blunstone, wobei der Bassist Chris White ebenfalls als Songschreiber eine wichtige Rolle innehatte. "She's Not There" war ein Mega-Hit, auch in den USA, und das Debütalbum verkaufte sich auch gut. Das lange Touren in den Folgemonaten und das Ausbleiben eines zweiten Hits (die Folgesingles verkauften sich nicht) zehrten aber an der Gruppe, und ihre damalige Plattenfirma Decca war an einer Vertragsverlängerung nicht mehr interessiert. Dazu kamen ab 1967 die neuen Töne und Kleider, man gab kaum etwas drauf, dass die Gruppe noch Zukunft hätte.

Die Gruppe dachte aber nicht ans Aufhören, sondern machte zäh weiter, machte viele Aufnahmen und frischte den eigenen Sound gründlich auf. Orgel und Piano übernahmen öfters Melodieführung, Blunstones sanfte, zugleich aber wieder sonore Stimme trug die Songs, und die Arrangements waren bei bald jedem Song an Einfallsreichtum schwer zu überbieten. Dabei ging es nicht darum, einfache Songs mit Schnörkeln zu versehen oder gar mit Effekten zu überladen, sondern Lieder so fantasievoll, aber zugleich auch wieder passend zu gestalten, und sie damit an ein Optimum an Interpretation zu bringen. Das gelang den Beach Boys bzw. Brian Wilson bei "Pet Sounds" wie den Fab Four bei "Sgt. Pepper", und so auch den Zombies bei jenen 12 Songs, die zu Jahresbeginn 1968 unter dem Albumtitel "Odessey And Oracle" veröffentlicht wurden. Es schien zu genügen, die Platte nur in der englischen Heimat von der dortigen CBS zu veröffentlichen, denn im Dezember 1967 hatte die Gruppe ihre Auflösung verkündet, nachdem die Vorabsingle keine Käufer fand. So wie die LP damals keine fand. Allerdings nicht in den USA, wo der damals schon große und bei der CBS unter Vertrag stehende Al Kooper auf das Album aufmerksam wurde und eine Veröffentlichung erreichen konnte, auf die LP gleich noch Liner Notes schrieb. Und siehe da, anno 1969 wurde die Schlussnummer des Albums "Time Of The Season" als Single ausgekoppelt und stieg bis auf Platz 3 der Billboardcharts! Ein irrer Erfolg für eine Band, die sich über ein Jahr davor aufgelöst hatte.

"Time Of The Season" hat eine richtig "catchy" wirkende Melodie, und lebt wie die anderen 11 Songs der Originalplatte auch maßgeblich von prächtigen und vielschichtigen Arrangements, wo Piano oder Cembalo (kling jedenfalls so) die vokalen Darbietungen (von Sologesang bis zu hinreißenden Chorsätzen) führen. "Beechwood Park" ist eine Orgelballade, die an die besten Stücke Procol Harums erinnert, "Changes" lebt von Wechselgesängen, die von orchestralen Arrangements akzentuiert werden, "Butcher's Tale (Western Front 1914)" ist eine Mini-Oper von nicht einmal 3 Minuten ... aber eigentlich ließe sich über jedes Stück allerhand schreiben. Ein wahrer Geniestreich war dieses Album, und eines der aller-unterbewertetsten zu jener Zeit.

Wie produktiv die Gruppe 1966/67 im Studio war, zeigt die Sammlung von sage und schreibe 16 (!) Bonus Tracks, Aufnahmen, die seinerzeit entweder auf Singles herauskamen, oder erst auf späteren Compilations in den Siebzigern und Achtzigern das Licht der Welt erblickten. Nicht so genial wie die 12 Tracks der Original-LP, aber alles andere als Ausschuss, und das Gesamtniveau dieser Repertoire-CD, deren exzellente Klangqualität ich nicht unerwähnt lassen möchte, drückt die 5 Sterne-Wertung nicht. 2012 mit so viel Freude zu hören wie 1968, was will man mehr?
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am 9. Mai 2004
"Odessey and Oracle" ist ein Traum von Sixties-Britpop: extrem einfallsreiche, manchmal leicht psychedelische Arrangements, tolle Harmony Vocals hinter Blunstones luftiger Leadstimme, viel Mellotron, Orgel und Klavier, makellose Melodien zwischen Beatles, Beach Boys und Kinks.
Auch ein Ohrwurm, den fast jeder Popfan kennt (zum Teil, ohne es zu wissen), ist dabei: "Time Of The Season", das 1969 in den USA in die Top 5 kam, obwohl sich die Zombies damals schon längst aufgelöst hatten. Das in der Repertoire-Records-Fassung toll remasterte Original-Album (12 schlanke Songs zwischen zwei und vier Minuten Länge) kann mit den größten Platten seiner Zeit mühelos mithalten.
Aber auch die 16 anderen Songs auf dieser CD (Singles, Outtakes und Unveröffentlichtes) sind ohne Fehl und Tadel. Man kann nur hoffen, das möglichst viele Popfans nach der aktuellen Wiedervereinigung von Zombies-Sänger Blunstone mit Mastermind Rod Argent jetzt auf "Odessey" zurückkommen. Besser spät als nie - eine der besten Platten der goldenen British Psychedelia und Pop-Wunderjahre wartet auf eine Wiederentdeckung.
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am 12. Juni 2002
Als 1968 die CBS ODESSEY & ORACLE veröffentlichte, erregte die Platte erstmal kein Aufsehen. In den USA wurde sogar von einer Veröffentlichung ganz abgesehen ... bis Al Kooper (damals Blood, Sweat & Tears), begeistert von dem melodiösen Sound dieses Albums, CBS drängte die LP unbedingt rauszubringen. (Er selbst schrieb für das Plattencover dann die Liner Notes.) Als dann schließlich noch "Time Of The Season" als Single herauskam und Chart-Position 3 in den USA erreichte, erkannte auch die Öffentlichkeit den wahren Geist dieses Meisterwerkes, welches in seiner harmonischen klangvollen Kraft und seiner akustischen Präsenz höchstens nur noch von PET SOUNDS (The Beach Boys) getoppt wurde.
Nun bot man den Zombies bis zu 100.000 $ für einen Auftritt, die hatten sich nämlich in der Zwischenzeit schon aufgelöst. Und so war das 2. Album der Zombies auch schon deren letztes ... aber was für eins.
Zu empfehlen ist allerdings diese Version von Repertoire-Records und nicht die von Big Beat (nicht nur wegen der Bonus-Tracks), da hier die digitale Aufbereitung des Klanges am Eindrucksvollsten rüberkommt und sich auch vor einem Vergleich mit Alben unserer Tage nicht scheuen brauch.
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am 27. Januar 2013
Die Qualität der Musik steht außer Frage. Die Zombies gehörten in den 60er-Jahren zu unrecht zu den kommerziell weniger erfolgreichen Bands. Odessey and Oracle war bis zur Reunion Anfang der 90er Jahre ihr letztes veröffentlichtes Album. Es zeichnet sich durch einen typischen Sixties-Sound, vor allem durch Harmoniegesänge, aus. Die Vergleiche mit den Beatles kommen nicht von ungefähr, wenngleich deren Alben natürlich musikalisch zeitloser sind. Mangels eines großen Budgets wird im Album häufig das Mellotron eingesetzt, was mir persönlich gut gefallen hat.

Aber - die technischen Schwächen der Reissue ärgern: Die Mastering-Qualität der LP ist eher mittelmäßig, die Stereo-Aufteilung gewöhnungsbedürftig. Ob dies auch bei der Original-Veröffentlichung der Fall war oder nur die Reissue betrifft, weiß ich leider nicht...
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am 24. März 2001
Bei den 60ern denkt jeder an die Beatles, Stones oder an the Who. Dabei sind die Zombies eine der besten Bands dieser Dekade! Obwohl sie nur 3 Jahre existiert haben, haben sie ein beachtliches Musikrepertoire hervorgebracht. "Odessey & Oracle", ihr zweites und letztes Album,zeigt, wie die Band ihrer Zeit voraus war. "Hung Up On A Dream" beispielsweise war nicht nur ein tolles Zeitgeist-Stück (Hippie-Ära!), sondern wies auch bereits in Richtung Art-Rock. Die einzigartige Stimme des Sängers Colin Blunstone muß man sich auf den Ohren zergehen lassen. Dieses Album ist nicht mehr so beatorientiert wie das erste, schließlich haben die Zeiten sich geändert. Hier hört man eher verschlungene, verhaltene Klänge. Herausragend auch noch "Butcher's Tale (Western Front 1914)", wohl das experimentiellste Stück der Zombies. Eines der besten Alben der 60er Jahre haben die Zombies mit "Odessey & Oracle" hervorgebracht, und es sei jedem Musikfreund wärmstens ans Herz gelegt!
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am 12. August 2003
In ihrer Abschied-LP steigerten sich The Zombies nochmals und schufen eine der schönsten Platten aller Zeiten. Das Konzept ist gleich zu erklären: Es besteht aus in der Melodie und in den Chören ausgedehnten Harmonien, die einen harten Rockkern ummanteln. Aber wem gelingt so etwas! Das ist psychedelischer Pop-Rock ohne jede Verzerrung! Als Odessey & Oracle rauskam, wurde sie weitgehend ignoriert. Die Zeit rückte sie jedoch in ihre richtige Stellung. Heute reiht sie sich zu den schönsten LPs der 60s und überhaupt, mitten unter Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band, Forever Changes, Pet Sounds, Astral Weeks, oder Days of Future Passed.
Diese sehr gute Edition des Big Beat-Labels bietet beide Album-Versionen: Mono und Stereo, sowie alternative Aufnahmen von "A Rose for Emily", "Time of the Season" und "Care of Cell 44". Die auch erhältliche Edition von Repertoire-Records ist ebenbürtig im Klang, hat aber nur die Stereo-Cuts und dafür noch etliche Bonus-Tracks, die allerdings mehrheitlich im DOPPEL-CD Decca Stereo Anthology viel besser aufbereitet vorkommen. Trotzdem kann man beide Editionen empfehlen. Ein echter Unterschied wird wohl erst da sein, wenn diese Platte eines Tages auf DVD-Audio produziert wird.
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am 29. März 2014
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am 27. Dezember 2012
Beschämt muß ich bekennen: Die "Zombies" waren mir hinter den Beatles, den Stones, den Beach Boys und Pink Floyd weggerutscht; ich hatte sie bis eben einfach nicht auf dem Schirm, was ein großes Versäumnis ist und irgendwie zum Schicksal der "Zombies" paßt, die es nie zu einem den Beatles oder den Stones vergleichbaren Ruhm gebracht haben, obschon er ihnen zustünde, nahmen sie doch die Musik der o.g. Supergruppen teilweise vorweg. Das schien die Crux der "Zombies" gewesen zu sein: Sie waren einfach mal zwei, drei Jahre zu früh. Sie hatten die "Beatmusik", in Ansätzen sogar schon die psychedelische Musik bereits erfunden und zu erster Blüte gebracht, als die Beatles und Pink Floyd sich anschickten, mit diesen Musikstilen Weltruhm zu erobern, was den "Zombies" versagt blieb. Leider. Zu unrecht.
Die jungenhafte Unbekümmertheit, mit der die "Zombies" auf der "Odessey and Oracle" ihre Texte singen, ihre immer wieder irgendwie verblüffend schrägen, doch sehr eingängigen Melodien und Harmonien formen und setzen, macht ihre Musik fast noch avantgardistischer als manche Anfangsnummer besagter Supergruppen und ist von einer zeitlosen Frische, die vierzig, fünfzig Jahre einfach mal wegbläßt. Ich glaube, die "Zombie"-Jungs hätten sich mit Paul McCartney oder auch Syd Barrett (bevor dieser zum "loonatic on the grass" wurde) sehr gut verstanden...
Was für ein schönes spätes Geschenk an mich von den frühen Jungs...!
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am 27. Oktober 2013
Wer "Pet Sounds" von den Beach Boys und "Sgt. Peppers" von den Beatles liebt, der wird auch dieses Album lieben, dass zu Unrecht viel zu lange nur ein Liebhaberdasein führte.
Traumhafte Melodien, tolle Harmoniegesänge - eine Platte welche den ganz großen Erfolg verdient hätte !!!!!!!
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am 23. Juni 2010
Die 60er Jahre leben! Und wie . . . Ein musikalisches Kleinod, ein frühes Juwel, fast untergegangen zwischen den altbekannten Veröffentlichungen des späten Beat und Psychdelic Rock, erlebt in dieser remasterten Version seine längst überfällige und angemessene Wiedergeburt. Was Rod Argent und Chris White da hingezaubert haben, wurde damals kaum beachtet und erfährt heute die Anerkennung, die das Album wohl seit jeher verdient hätte!
Unabhängig davon, ob man die Musik nun mag oder nicht, kann man über die Klangqualität der vorliegenden überarbeiteten Version von "Odessey and Oracle", erschienen bei Repertoire-Records, allerdings nur Positives berichten! Als ich mir die Scheibe zum ersten mal angehört habe, bin ich (im positiven Sinne) fast umgekippt, da der Sound mit jeder Nuance so glasklar rüberkommt, als wären die Stücke erst gestern volldigitalisiert aufgenommen worden. Ungläubig wie ich war, musste ich immer wieder das Cover zur Hand nehmen, um mich in den Credits zu vergewissern, dass ich es tatsächlich mit einem Album zu tun habe, das über vierzig Jahre alt ist. Kompliment an die Tontüftler.
Noch irrsinniger wurde das Klangerlebnis aber durch meinen Verstärker, der es schafft, ein Stereosignal in ein 5.1 Stereo-Surround-Signal (oder was auch immer) umzurechnen (keine Ahnung wie der das macht, ist heutzutage wahrscheinlich auch nichts Weltbewegendes mehr, klingt auf jeden Fall geil), wodurch sämtliche Einzelheiten noch deutlicher hervortreten. Selbst Alben neueren Datums schaffen es unter diesen 5.1-Bedingungen nur selten, so brilliant und detailreich zu klingen. Wer also ein entsprechendes Gerät hat, sollte es auch mal ausprobieren. Man wird reich belohnt.
Auch das Bonusmaterial überzeugt auf der ganzen Linie, wobei ich persönlich es besser gefunden hätte, wenn man das Originalalbum und das Zusatzmaterial gesplittet und auf zwei CD's veröffentlicht hätte. Ich bin einfach der Meinung, dass das ursprüngliche Gesamtbild erhalten bleiben sollte und bin deshalb vielleicht . . . ä bissele pingelig . . .
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