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Kundenrezensionen

4,8 von 5 Sternen
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4,8 von 5 Sternen

am 27. Dezember 2000
Leider existiert die perfekte Zauberflöten-Aufnahme nicht. Hier findet man hingegen diejenige mit der besten weiblichen Besetzung, neben der Böhm-Aufnahme wohl die Referenz des Werks; Lucia Popp, brillant in der Höhe, ohne die inzwischen gängigen Kiekser, sondern mit instrumentalem, berauschendem Klang,ist die eindeutig beste Königin der Nachkriegsaufnahmen, Janowitz eine Pamina nahe dem Ideal. Mit Geddas Tamino kann sich anfreunden, wem dies möglich ist; Gottlob Frick bleibt leider weit unter seinen grandiosen Möglichkeiten, eine der wenigen enttäuschenden Aufnahmen dieses großen Bassisten. Klemperers Dirigat ist individuell und verleiht der Mozartschen Musik eine ungewöhnliche Dramatik. Tip: Klemperer als Gesamtaufnahme kaufen, Böhm im Querschnitt dazu.
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am 10. Dezember 2003
Eines darf man bei dieser Einspielung nich ausser Acht lassen: Otto Klemperer und der Produzent hatten sich dazu entschieden, die Dialoge nicht einzuspielen. Warum ? Weil es ihrer Werksicht nicht entsprach, denn eigentlich ist Klemperers Stil, wie schon bei seinem Fidelio, dem Bühnenweihfestspiel näher als dem Singspiel. Also man muss sich vorher entscheiden, was man hören will. Wer den Singspielaspekt bevorzugt, sollte sich eher Karajans erste Aufnahme, Soltis erste Wiener Aufnahme oder eben Oestmans Einspielung vom Anfang der 90-er Jahre anhören.
Allerdings, was Klemperer aus seiner Werksicht macht ist grossartig, denn das Orchester klingt nun garnicht zu weihevoll und zudem ist die Sängerbegleitung exemplarisch. Man höre sich einmal die Auftrittsarie Papagenos mit dem wundervollen Walter Berry an, der hier nach 5 oder mehr Jahren Rollenerfahrung, dank Klemperer, den wunderbarsten Papageno singt, den man sich nur vorstellen kann. Klemperer begleitet sehr akzentuiert und macht sich wirklich die Vorteile des modernen Orchesters zu Nutzen (man vergleiche dies mit dem bisweilen arg trockenen Klang der historischen Instrumente).
In der Sängerbesetzung gibt es einige weitere Sternstunden, Lucia Popps Königin der Nacht, die Pamina der Janowitz, Franz Crass' Sprecher, oder gar die erste Dame der Schwarzkopf. Vergisst man einmal Fritz Wunderlich oder Dermota in der Rolle des Tamino, so ist Nicolai Gedda sicher erste Wahl. Gottlob Frick als Sarastro klingt hier zwar besser als in der Salzburger Aufführung von 1960 (also einige Jahre früher), wo er sich seltsamer Weise mit der tiefen Lage quält, aber dennoch war das wohl nicht seine Idealrolle. Hingegen gibt er den Worten, die er singt, viel Nachdruck, was bei anderen Sängern dieser Rolle oft unterbleibt.
Für mich steht es ausser Frage, dass diese Aufnahme der Berliner Einspielung Böhms, trotz Wunderlich, musikalisch hoch überlegen ist (Zumal man bei Böhm mit einem gekünstelten Papageno und gestelzten Dialogen leben muss, aber zum Glück gibt es ja die Mitschnitte aus München und Salzburg mit Wunderlich).
Jedoch, wer Bühnenluft spüren will oder gar eine überzeugende Inszenierung des Singspiels auf Schallplatte erleben möchte, muss sich auf jeden Fall auch Furtwängler (Salzburg, mit Dermota, Kunz und Seefried) bzw. Oestman (Decca) anhören.
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am 26. März 2003
Diese Aufnahme stritt sich jahrzehntelang mit der wenig später entstandenen Einspielung bei der Deutschen Grammophon unter Böhm (mit Wunderlich, Fischer-Dieskau, Crass) um den Rang der "Referenz."
Beim Wiederhören kann man hören, dass dieser Ruf nicht ganz unbegründet ist: Die gesamte weibliche Besetzung ist bis heute unübertroffen: Allen voran Gundula Janowitz mit eine sehr seelenvollen Darstellung der Pamina. Ihre sonst so dramatische Stimme passte damals noch gut zu dem jungen Mädchen, ohne dass sie zum Püppchen wird: Mit ihrer glockenklaren und vibratoarmen Stimme wird sie - mit Recht - zur eigentlichen Heldin des Stücks, und doch jagt einem ihr "Ach, ich fühl's" Schauer über den Rücken.
Fabelhaft auch Lucia Popps Königin der Nacht: Obwohl die Sängerin damals ganz am Anfang ihrer großen Kariere stand, bleibt sie weder der Technik noch dem Ausdruck der Rolle etwas schuldig. Hier ist endlich auch die erste Arie der Königin glaubhaft!
Und die Besetzung der drei Damen mit Elisabeth Schwarzkopf, Christa Ludwig und Hertha Töpper kann nur als akustische Völlerei bezeichnet werden! Besser geht es nicht.
Zwiespältiger dagegen die Männer:
Großartig und bis heute voll überzeugend der Papageno Walter Berrys: Auf der einen Seite eine wirklich herrliche, unverkennbare Baßbaritonstimme, auf der anderen Seite ein echter Wiener mit dem nötigen Humor für die Rolle: Dadurch braucht er im Gegensatz zu vielen Ausländern (sprich: Deutschen) nicht zu übertreiben und bringt trotzdem ein hinreißendes Portrait des Wiener Naturmenschen zustande.
Sensationell auch der Sprecher - Franz Crass, später bei Böhm dann ein bis heute unübertroffener Sarastro, singt dazu noch den zweiten Geharnischten neben dem stets unterschätzten Heldentenor Karl Liebl.
Eine schwache Stunde hatte bei der Aufnahme der große Gottlob Frick: Seine Stimme wirkt brüchig uns unsicher, bei ihm völlig ungewohnt - vielleicht hätte er lieber Crass die Rolle des Sarastro überlassen sollen.
Nicolai Geddas Tamino ist Geschmackssache: Technisch sicher hervorragend und sogar Wunderlich leicht überlegen, dafür aber mit einem sehr kühlen, sehr vibratoreichen Timbre, das zumindest zu dieser Rolle des schwärmerischen Jünglings nicht gut passt. Da waren Wunderlich, Dermota, Streit, auch Haefliger in der Rolle überzeugender.
Der zweite Problempunkt der Aufnahme ist der Dirigent: Otto Klemperer wählt wie immer sehr langsame Tempi, die heute reichlich antiquiert anmuten. Allerdings zeigt der direkte Vergleich mit Böhm, der ebenfalls nicht von der Stelle kommt, dass Klemperer zumindest in dieser Aufnahme weniger steif und eckig musizieren lässt.
Alles in allem also immer noch eine sehr empfehlenswerte Aufnahme, wenn auch vielleicht im Vergleich zu neueren Einspielungen wie der zweiten Solti-Aufnahme (Moll, Heilmann, Ziesak, Jo) und der unheimlich spannenden Östman-Einspielung (Streit, Bonney, Jo, Cachemaille, Sigmundsson) nicht mehr der absolute Maßstab.
Aber wenn ich nur die Wahl zwischen vor 1990 entstandenen Aufnahmen habe, würde ich entweder bei dieser landen oder bei der ersten Karajan-Aufnahme von 1950 mit Anton Dermotas herrlichem Tamino, Wilma Lipp, Erich Kunz, Irmgard Seefried und George London. Der Firma wäre es egal, es ist ebenfalls die EMI.
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am 15. Juni 2003
Das Erlebnis dieser Aufnahme ist Otto Klemperer. Schon bei den ersten Bläserakkorden der Ouvertüre wird klar: Der große Altmeister zelebriert weihevollen aber spannenden Mozart. Während des ganzen Werkes gelingt Klemperer mit dem Philharmonia Orchestra das Kunststück, bombastisch, pathetisch dabei aber immer durchsichtig zu musizieren. Eine fabelhafte Leistung. Auch die Sängerbesetzung ist Luxus. Ein technisch brillanter Nicolai Gedda als Tamino, eine fabelhafte Lucia Popp als Königin der Nacht, Gundula Janowitz trifft den seelenvolen Ton der Pamina, Ruth Margret Pütz macht aus der kleinen Rolle der Papagena ein Kabinettstückchen und Walter Berry beweist durch stimmlich warmen Klang und herrlich gewinnendes Spiel warum er mit Erich Kunz um den Rang, der beste Papageno "aller Zeiten" zu sein rivalisieren darf. Ausgerechnet der König der Bässe Gottlob Frick erfüllt die an ihn gestellten hohen Erwartungen nicht ganz. Es gelingt ihm zwar,einen würdevollen Sarastro mit Stil darzustellen, aber die legendäre Stimme klingt nicht frisch, man spürt Anspannung und Mühe bei der Bewältigung der Partie. Um es populistisch zu fomulieren: Frick hatte ein Formtief. Eigentlich erstaunlich, denn in dieser Zeit war er auf allen führenden Bühnen und gerade in London als Sarastro die erste Wahl. Wer hören will auf welchem Niveau Frick die berühmten Sarastro-Arien singt muß sich an die Aufnahmen unter Wilhelm Schüchter oder Artur Grüber halten. Sowohl bei Testament "Gottlob Frick Operarien" als auch in dem repräsentativen "Porträt eines großen deutschen Bassisten" bei EMI sind diese maßstabsetzenden Interpretationen zu hören. Insgesamt ist die Klemperer-Aufnahme vor allem wegen der dirigentischen Sternstunde für mich die Referenzaufnahme geblieben.
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TOP 1000 REZENSENTam 24. September 2006
Um es gleich vorwegzunehmen: auf diesen 2 CDs spielt sich nicht die "Zauberflöte" ab, sondern eine Bestandsaufnahme ihrer Musik. Gesprochen wird kein Wort. Die Zauberflöte ist aber ein Theaterstück und keine lose Aneinanderreihung von Musiknummern. Diese sind zwar vollständig, doch trotzdem haben wir es nur mit einem Querschnitt zu tun, einem Querschnitt zwischen der Musik und dem, wozu sie gemacht ist. So herrlich es auch überall singt und klingt: Dies ist eine stumme Zauberflöte. Zwischen den Musiknummern wehrt es sich, das Stumme. Warum geht es nicht weiter? Warum darf es nicht ablaufen, das selige Spiel? Was weitergeht, geht falsch weiter, mit falschem Bezug. Die stumme Zauberflöte ist eine falsche Zauberflöte. Durfte man sich so etwas leisten? Nein! Besonders dann nicht, wenn man sich eine Besetzung leisten konnte, die man nur als puren Luxus bezeichnen kann. Wann gab es je eine Elisabeth Schwarzkopf, eine Christa Ludwig, eine Marga Höffgen, die nichts anderes zu singen haben als die drei Damen?
Dann die drei Knaben, jung, schön, hold und weise - sie werden von Agnes Giebel angeführt! Ihr Gesang ist Flügelschlag der Grazie. Gerhard Unger mit seinem kräftigen, hellen Tenor leiht dem Monostatos seine Stimme. Als Sprecher ist Franz Crass aufgeboten, uns in Sarastros Reich einzuführen. Wie wichtig ist ein solches Aufgebot! Ist es doch gerade ihm auferlegt, Tamino zu überzeugen, daß - wider alles Erwarten - nicht Sarastro ein Bösewicht ist, sondern die Königin eine arge Bösewichtin! Lucia Popp singt die sternenflammende Königin, mit Koloraturen, in denen die Staccati funkeln wie die Diamanten in einem Perlenkollier. Ihr nimmt man ab, daß in ihrem Herzen wahrhaftig "der Hölle Rache kocht". Und dann erst die Hauptrollen: Nicolai Gedda - welch ein nobler, aristokratischer Tamino! Für seine Tamina geht er durchs Feuer: Gundula Janowitz. Ihre Stimme ist von engelgleicher Reinheit und von bestrickender Süße. Zur Liebe kann Sarastro sie nicht zwingen. Das ist Gottlob Frick. Mit schwarzem, majestätischem Baß gestaltet er die ein wenig statische Rolle, wenngleich nicht zu überhören ist, daß er zum Zeitpunkt der Aufnahme leicht indisponiert war. Trotzdem schwelgt auch er in den heiligen Hallen seines Basses. Wenn sie nicht so bezaubernd singen und spielen würde, hätte Papagena, Ruth-Margret Pütz, ihren Papageno nicht verdient, denn einen vergnüglicheren, stimmlich besseren Vogelfänger als Walter Berry kann man sich kaum vorstellen.
Es ist alles in allem ein Stimmenfest, wie es keine andere Aufnahme, weder vorher noch später, in dieser Vollkommenheit auch nur annähernd zu bieten hat. Schließlich der Philharmonia Chor, einstudiert von Wilhelm Pitz, dem langjährigen Bayreuther Chorleiter, und das Philharmonia Orchestra London: Spitzenmäßig besetzt in allen Gruppen und Lagen. Otto Klemperer dirigiert es majestätisch, klug und weise.
Es ist ein geglücktes und beglückendes, ja ein verzauberndes Mozart-Fest. Welche Chancen hätte es geboten, Zauberflöte zu sein! Wer war für diesen Torso verantwortlich? Eine einmalige, unwiederbringliche Chance wurde vertan - aber trotzdem: 5 Sterne reichen nicht aus für das, was dem Ohr geboten wird.
Zum Schluß noch ein Wort zur technischen Beschaffenheit: Die Aufnahme aus dem Jahr 1964 klingt nach digitaler Neuabmischung so hervorragend, als ob sie erst gestern entstanden wäre. Auch das mehrsprachige Booklet ist gut. Es enthält nicht nur eine ausgezeichnete Werkbeschreibung, sondern auch das vollständige deutsche Libretto mit Übersetzung.
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am 20. September 2000
Diese Referenzaufnahme gehört in jede CD-Sammlung. Otto Klemperer legt eine imposante Interpretation vor, die trotz langsamer Tempi eine ungeheure Spannkraft und Vitalität besitzt. Die Solisten dieser Aufnahme sind alle! hervorragend, wenn nicht sogar einzigartig! Lucia Popp ist eine funkelnde und brilliante Königin, mit sicheren Koloraturen, die aber trotzdem dramatisch und ausdrucksvoll sind. Nicolai Gedda ist ein Tamino der Extraklasse, ebenso wie der Sarastro von Gottlob Frick. Walter Berry ist ein unerreichter Papageno und Gundula Janowitz die wohl beste Pamina der Plattengeschichte. Ihre strahlend lyrische Stimme mit zartesten Piani ist einfach wunderbar! Ein besonderer Bonus der Aufnahme ist die Luxusbesetzung der drei Damen mit Schwarzkopf,Ludwig und Höffgen. Das Damenterzett und das Quintett mit Tamino und Papageno werden, dank ihrer Stimmen, zu Momenten von großer Poesie und Schönheit. Weltklasse zu einem kleinen Preis!!!
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am 14. September 2002
This is a wonderful performance by all the singers but especially by Lucia Popp. The Queen of the Night was her Paradenrolle for decades. This recording dates from 1963 or 1964. Janowitz, Schwartzkopf, and Popp are all in their twenties and all in their prime. I agree with the other reviewer. This recording belongs in every collection.
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am 14. September 2002
This is a wonderful performance by all the singers but especially by Lucia Popp. The Queen of the Night was her Paradenrolle for decades. This recording dates from 1963 or 1964. Janowitz, Schwartzkopf, and Popp are all in their twenties and all in their prime. I agree with the other reviewer. This recording belongs in every collection.
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am 1. August 2012
Eben lief in Salzburg mal wieder eine Zauberflöte mit Harnoncourt. Er,nunmehr 83, geizt nicht retardierenden Tempi. Das war mir Anlaß, diese Aufnahme von Klemperer,nunmehr fast fünfzig Jahre alt, zum Vergleich zu hören.

Klemperer gewinnt. Auf ganzer Linie.

Schon die SängerInnen, die ihm zur Verfügung stehen. Selbst bis in Nebenrollen hinein hochkarätig besetzt. Wenn man Schwarzkopf,Ludwig und Höffgen als drei Damen hört und sie dann mit denen von Harnoncourt vergleicht, dann kann einem nur entfleuchen: früher war alles besser. Heute hat man ja nicht einmal bei den Hauptrollen regelmässig die Qualität, die früher schon für Nebenrollen eingesetzt wurde.

So kann Klemperer auch bei den SängerInnen der Hauptrollen punkten ( es ist ja gerade Olympia). Die hochgelobte Julia Kleiter in Salzburg 2012 singt sicher sehr beachtlich,aber die junge Janowitz, die bei Klemperer sang,ist für mich gesanglich doch überzeugender.
Auch Tamino braucht die Konkurrenz aus Salzburg nicht zu fürchten. Gedda singt einfach mit mit viel mehr Souveränität.

Allein über Sarastro könnte man diskutieren. Zeppenfeld in Salzburg war wohl bei besserer Stimme als seinerzeit Frick, der wegen Krankheit diese Rolle gar nicht annehmen wollte.

Und musikalisch?

Ich war immer eher Harnoncourt-Fan als ein solcher von Klemperer(von dem mir andere Aufnahmen, wie die Cosi, gar nicht gefallen). Aber bei der Zauberflöte setzt er zwar gemäßigte Tempi ein, aber er versteht es, die Musik dennoch nicht erstarren zu lassen.
Die Manierismen von Harnoncourt, der sich oftmals vom Notentext entfernt,durch sehr eigenwillige Agogik, fehlt dieser Aufnahme. Es ist eben bei Klemperer ein Weihespiel.Deswegen fehlen die Dialoge und am Schluss wird doch sehr kräftig Pathos beschworen.

Ich würde nicht schreiben, KLemperer hat die Herausforderung "Zauberflöte" gelöst,nein, er hat nur einen Aspekt angesprochen,aber den auf höchsten Niveau. Wenn ich nur höre, entbehre ich die Lustspielseite gar nicht so sehr( im Gegenteil,immer die gleiche Witzebene).

Ich weiss, dass man deswegen eine Bühnenwiedergabe auch nicht mit einer Studioproduktion vergleichen sollte.

Es ist eben nostalgisch, eine solche Qualität zu hören und...zu geniessen !
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am 29. Dezember 2009
Ich habe mir kürzlich diese Aufnahme zugelegt, weil mir die mit Böhm/Wunderlich, die ich als einzige bis dato hatte, auf Dauer zu festlich und strahlend war. Diese hier ist eine sehr angenehme und sehr hochwertige Alternative. Das Dirigat ist im ganzen warmherziger, zurückhaltender, wohlklingender angelegt, was dem Charakter als "Singspiel" m.E. entgegen kommt. Die Instrumente begleiten durch die Geschichte, die von den Sängern dargestellt wird, und nehmen den Zuhörer mehr mit als ihm gegenüber zu stehen.

Auch sängerisch hat man diesen Gesamteindruck. Es ist im ganzen etwas näher am Publikum, erzählerischer, menschlicher als bei Böhm/Wunderlich. Die Bühne eines Singespiels, bei dem Schausteller singend eine Geschichte erzählen, baut sich plastisch und emotional vor der Zuhörers geistigem Auge auf. Daher stört es für mich auch gar nicht, dass es keine Zwischendialoge gibt. Durch die Art des Vortrags wird die Geschichte auch so erzählt und das ist große Kunst. Angenehmer Nebeneffekt ist, dass man mehr im Fluss der wunderbaren Musik bleibt und nicht durch die (manchmal doch recht langen) Dialoge herausgerissen wird, die der Musik stärker den Charakter von "Nummern" geben. Gleichwohl gehören die Dialoge natürlich auch zum Stück und deswegen sollte man sich eine Fassung mit Dialogen auch hin und wieder gönnen.

Sängerisch gefallen mir v.a. Gedda (Tamino), Janowitz (Pamina), Berry (Papageno) und Popp (Königin der Nacht) sehr gut. Alle schaffen es schonmal sich in einem im ganzen warmen Klangbild einzuordnen und bilden so eine gute Ensembleleistung. Gedda ist - was ich gut finde - nicht nur strahlender Jüngling, sondern echter Mann. Das tut der Rolle gut. Auch hat er überhauptkeine Schwierigkeiten mit dem Deutschen (was ich befürchtet hatte). Janowitz ist sehr emotional und auch mehr nachdenkliche junge Frau als strahlende Schönheit, was gut mit Geddas Interpretation harmoniert. Berry ist ein echer leutseliger Papageno, wie man ihn sich so naiv vorstellt, ohne dabei aber in Mariniesmen zu verfallen oder technisch unsauber zu werden. Highlight vielleicht Lucia Popp mit einer blitzsauberen, sehr impostanen und bei ihren Auftritten die Szenerie beherrschenden Königin der Nacht.

Einziger Schwachpunkt leider - wie schon von anderen erwähnt - Gottlob Frick als Sarastro, der z.T. nicht ganz sauber singt und die Nachdenklich und ethische Tiefe der so zentralen Sarastrofigur dadurch nicht überzeugend verkörpert. Diese Komponente verliert dadurch in der Aufnahme und die Liebegeschichte und die Familienkonflikte zwischen Tamina und Mutter geraten in den Vordergrund. Dies bleibt somit die einzige Einschränkung einer sonst ungeinschränkten Empfehlung.
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