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TOP 500 REZENSENTam 26. März 2007
Wer Tschaikowskys umfangreiches symphonisches Schaffen kompakt in einer preiswerten 8 CD-Box mit einem hochrangigen Dirigenten und einem Weltklasse-Orchester in seiner Sammlung haben möchte, ist mit dem vorliegenden Album bestens bedient. Alle sechs Symphonien, die Streicherserenade, die "Romeo und Julia"-Ouvertüre, die Serenade für Streichorchester, die drei Ballett-Suiten, dazu noch kleine Stücke aus dem "Eugen Onegin" und das Klavierkonzert Nr. 1 (mit Svjatoslav Richter), das Violinkonzert (mit Christian Ferras) sowie die Rokoko-Variationen (mit Mstislav Rostropovitch) sind hier zusammengefaßt. Dazu gibt es noch ein orchestral umwerfendes "Capriccio italien". Es handelt sich um Interpretationen auf hohem, zum Teil auf hervorragendem Niveau, aus den Jahren 1962-1979, als die staunenswerte DGG-Klangtechnik der Analogzeit ihren Höchststand erreicht hatte. Besonders hervorzuheben sind die Symphonien Nr. 1, 4 und 5, die Ballettmusiken, die Streicherserenade und die Konzerte, darunter die legendäre Produktion des 1. Klavierkonzertes mit Svjatoslav Richter von 1962 aus Wien. Hier begleiten die Wiener Symphoniker, während alle übrigen Werke von den mit umwerfender Brillanz spielenden Berliner Philharmonikern ausgeführt werden. Karajan war ein glänzender Tschaikowsky-Interpret, und so kann man die Kassette nur nachdrücklich empfehlen. Nicht sehr käuferfreundlich sind allerdings die Papierhüllen, in denen die einzelnen CD's stecken. Das tut aber den musikalischen Qualitäten natürlich keinen Abbruch. Auch die Textbeilage hätte ein wenig ausführlicher sein können. Ansonsten gibt es keine Einwände.
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TOP 1000 REZENSENTam 21. November 2010
Peter Tchaikovsky gilt als einer der populärsten Komponisten der klassischen Musik. Viele seiner Orchesterwerke sind auch Laien und Menschen, die fast ausschließlich in anderen Musikrichtungen beheimatet sind, bekannt. So ist über die Jahre oft der Vorwurf aufgekommen, Tchaikovskys Orchesterwerke seien zum großen Teil Unterhaltungsmusik. Die Zusammenstellung auf der vorliegenden Box allerdings, die beinahe alle bedeutenden Orchesterwerke des Russen enthält, beweist eindrucksvoll das Gegenteil.

Von den sechs Sinfonien Tchaikovskys fristen die ersten drei ein Schattendasein, was vor allem bei der ersten in g moll op. 13 verwundert. Sie trägt den passenden Beinamen "Winterträume" und imaginiert in den ersten beiden Sätzen eine Reise durchs winterliche Russland. Der gemütliche erste Satz weiß zu überzeugen, aber insbesondere das herrliche Adagio beschwört in berückender Weise die unendliche Weite der russischen Landschaft herauf. Ein bizarres Scherzo - die orchestrierte Version des Scherzos aus Tchaikovskys zweiter Klaviersonate - und ein jubelndes, bisweilen lärmendes Finale bilden den Abschluss.
Die zweite Sinfonie c moll op. 17 mit dem Beinamen "kleinrussische" beinhaltet in jedem Satz mindestens ein Motiv aus dem ukrainischen Volksliedgut. Tchaikovsky widerlegt selbst den Vorwurf, sein Kompositionsstil sei verwestlicht, der vom sogenannten "Mächtigen Häuflein" um Mili Balakirev wiederholt vorgebracht wurde. Die Sinfonie eröffnet mit einem düsteren, melancholischen Bläsermotiv, das der Komponist geschmackvoll in das folgende, intensive Allegro einbettet. Auch das marschartige Andantino hat durchaus seine Momente. Scherzo und Finale fallen zwar qualitativ etwas zurück, runden die Komposition dennoch gelungen ab.
Eigentlich ausschließlich im Rahmen von Gesamtaufnahmen wird die dritte Sinfonie in D Dur op. 29 eingespielt. Als einzige Sinfonie Tchaikovskys in einer Durtonart nimmt sie dennoch eine Sonderstellung ein. Vom kompositionstechnischen Standpunkt macht sie einen gewaltigen Schritt nach vorne, enthält allerdings nur recht wenige originelle Themenkomplexe. Das beweist schon der erste Satz, nach dessen trauermarschähnlicher Einleitung ein recht einfältiges Allegro folgt. Interessant ist sicherlich, dass dieses Werk fünfsätzig ist und dass das zarte Andante von einem Deutschen Tanz und einem Scherzo umrandet wird. Den Beinamen "polnische" erhielt das Werk durch die Polonaise, die Tchaikovsky im letzten Satz verwendet.
Seine vierte Sinfonie in f moll op. 36 gilt heute als seine beliebteste. Die Bläserfanfare zu Beginn, die einem Motto gleich die ganze Sinfonie durchzieht, und der leidenschaftliche Kopfsatz lassen das nachvollziehen. Was folgt, ist einer der schönsten langsamen Sätze aus der Feder des Russen, eine melancholische Canzona. Interessant ist auch das Scherzo, das im Pizzicato für gute Laune sorgt, bevor das donnernde Finale hereinbricht, in dem das Blech beinahe zu bersten scheint.
Ebenso wie die vierte so befasst sich auch die fünfte Sinfonie e moll op. 64 mit dem unabwendbaren "Fatum". Beim Hören des Werkes überrascht es enorm, dass zwischen den beiden Sinfonien circa zehn Jahre lagen, in denen Tchaikovsky glaubte, sich "ausgeschrieben" zu haben. Das tiefsinnige, mürrische Motiv der Klarinetten zu Beginn des Kopfsatzes wird zur "idée fixe" der ganzen Sinfonie. Allein die wundervolle Spannungssteigerung im ersten Satz lässt dieses Werk zu einer der besten Sinfonien der Romantik und überhaupt werden. Der zweite Satz ist ein recht freies, wiederum mürrisches Andante, das die finale Lösung in strahlenden Momenten bereits anzudeuten scheint. Nach dem herrlichen Walzer folgt diese schließlich auch: Das Schicksalsmotiv vom Beginn wird nun bestimmter und in Dur vorgetragen. Der Satz feiert den Sieg des Individuums über die ewige Macht des Schicksals, der sich der homosexuelle Tchaikovsky nur allzu sehr unterworfen sah. Derselbe indes hielt jedoch den Schlusssatz - und damit die ganze Sinfonie - für misslungen.
Als sein bestes Werk hingegen charakterisierte er die sechste und letzte vollendete Sinfonie in h moll op. 74 mit dem Beinamen "Pathétique". Der erste Satz dürfte rein kompositionstechnisch wohl der gelungenste des Russen sein. In diesem mäßig schnellen, leidenschaftlichen Reigen stellt er zahlreiche Nebenthemen vor, die immer wieder von einer beinahe pathetischen Streichermelodie unterbrochen werden. Die Mittelsätze - ein walzerartiges Scherzo und ein regelrechter Freudenmarsch - sind überraschenderweise beide schnell. Dadurch hält der Russe das Gleichgewicht aufrecht, denn schließlich ist das Finale "nur" ein melancholisches Adagio mit Andante Teil.

Auch die sinfonischen Dichtungen spielen eine wichtige Rolle im Schaffen Tchaikovskys. Ein früher Wurf ist beispielsweise die Fantasie Ouvertüre zu Shakespeares "Romeo und Julia". Zwei Themengeflechte dominieren dieses Stück, zum einen ein aufgebrachtes, kämpferisches und zum anderen das berühmte Liebesmotiv, das zu den populärsten Melodien der klassischen Musik zählt.
Auch der "Marche slave" op. 31 darf als eine herausragende Tondichtung gelten. Das Stück, das im Habitus eines Trauermarsches eröffnet, zelebriert in majestätischen Bildern den Sieg der russischen Armee an der Seite der serbischen Verbündeten.
Das "Capriccio italien" op. 45 ist eine der gelungensten und vielseitigsten sinfonischen Dichtungen des Russen. Hier verarbeitet er in selten gehörter Weise Reiseerfahrungen zu einem farbenprächtigen, bombastischen Klangteppich, der elegant und derb, tiefsinnig und brachial, gemächlich und flott zugleich ist.
Eines der berühmtesten Werke des Russen ist die Ouverture solennelle "1812" op. 49, in der er den Sieg der russischen Truppen über Napoléon feiert. Tchaikovsky selbst meinte, er habe das Werk "ohne Herzblut" komponiert. Das hielt ihn jedoch nicht davon, hier seine wohl bekannteste Melodie einzuflechten.

Ein weiteres großartiges Stück ist die Serenade für Streichorchester C Dur op. 48. Gleich zu Beginn produziert der Russe eine seiner bekanntesten Melodien, die am Ende des Werkes wiederkehren wird. Der zweite Satz ist einer der gelungensten sinfonischen Walzer Tchaikovskys und die liebliche Elegie nimmt sogleich ein. Bevor das leidenschaftliche Anfangsmotiv wiederholt wird, setzt der Russe im Finale noch auf einen Variationszyklus über ein original russisches Thema.

Sehr populär geworden sind die Suiten zu den drei Balletten des russischen Meisters, obschon Tchaikovsky selbst nur zum "Nussknacker" die Suite zusammenstellte. Interessanterweise ist "Schwanensee" op. 20 das beste Ballett aus seiner Feder, auch wenn es der früheste Genrebeitrag ist. Die Suite eröffnet und schließt mit dem überaus bekannten, mitreißenden Schwanenmotiv, das einige Tänze und Szenen umrandet. Durch den Einsatz einer Solovioline gewinnt die Suite etwas Apartes.
"Dornröschen" op. 66 enthält weitaus weniger packende Momente als sein Vorgängerwerk. Die schönsten Szenen sind in der Suite vereint, unter anderem das berühmte Adagio und das "Panorama".
Weihnachtlich stimmt die letzte Ballettsuite zum "Nussknacker" op. 71. Nach der zierlichen Ouverture miniature folgen sechs charakteristische Tänze, darunter der berühmte Trepak. Den Abschluss macht der paradiesische "Blumenwalzer".
Weiterhin sind zwei Tänze aus Tchaikovskys berühmter Oper "Eugen Onegin" op. 24 eingespielt, zum einen die wohl schönste Polonaise des russischen Komponisten und zum anderen ein schwärmerischer Walzer.

Obwohl Tchaikovsky zwei Klavierkonzerte schrieb, so ist doch nur sein erstes b moll op. 23 über alle Maßen bekannt geworden. Als Bewährungsprobe eines jeden Pianisten ist das Werk viel geschunden. Es aber nur auf die majestätische Fanfare zu Beginn zu reduzieren, ist nicht zulässig. Der virtuose erste Satz, das schlichte Andantino und schließlich das feurige, packende Finale berauschen voll und ganz.
Eines der bemerkenswertesten Stücke Tchaikovskys sind die Variationen über ein Rokoko Thema in A Dur op. 33 für Violoncello und Orchester. Als einer der wenigen Kompositionen des Russen, die seinen Schöpfer offensichtlich verleugnen, schwelgt es in der Vergangenheit und lädt den Hörer zum Träumen und Verweilen. Die hier erzeugten Melodiebögen sind einmalig, die technische Verarbeitung brillant.
Tchaikovskys einziges Violinkonzert in D Dur op. 35 bewahrt bis heute seine ungebrochene Popularität. Diese begründet sich auf den beiden genialen Orchesterausbrüchen im ersten Satz, übersieht aber dabei freilich, dass der Satz ansonsten recht oberflächlich gehandhabt ist. Lediglich die Canzonetta des zweiten Satzes kann vollkommen zufrieden stellen, denn im Finale möchte man Eduard Hanslick beinahe zustimmen, der konstatierte, dass man bei dieser derben, ausgelassenen Volksfestatmosphäre die Musik stinken hören könne.

Die vorliegende Box beinhaltet nahezu alle Aufnahmen, die Herbert von Karajan zusammen mit den Berliner Philharmonikern in den 60ern und 70ern für die Deutsche Grammophon gemacht hat. Ein Leben lang blieb Karajan Tchaikovskys Musik verbunden. Den speziellen Habitus der Musik des großen Russen erfasst er so gut wie wenige andere. Farbige Nuancierungen, passende Akzente, Kontrast - all das steht bei Karajan in einem wundervollen Gleichklang mit der völligen Transparenz und Differenziertheit der entfesselten und beseelten Orchesterleistung. Hinzu kommt die sehr gute Aufnahmequalität, und das, obwohl die Aufnahmen bis ins Jahre 1962 zurückreichen.
Zu den Einspielungen im Einzelnen: Die Sinfonien wirken organisch und atmen Leben, so dass auch die weniger spektakulären Sinfonien Nr. 2 und 3 zu einem wahren Fest der Musik werden. Die Einspielungen der vierten und fünften gelangen zwar nicht auf das Niveau, das Mravinsky einst erreichte, doch seine "Pathétique" ist einsame Spitze.
Was die sinfonischen Dichtungen anbelangt, so ist Karajan nur bei "Romeo und Julia" Bernsteins monumentaler Deutung mit den New York Philharmonics unterlegen. Die Streicherserenade steht hingegen unangefochten.
Ballettsuiten und Opernexzerpte waren immer eine Spezialität des deutschen Dirigenten. Nicht umsonst wurden die Ballettsuiten gesondert veröffentlicht. Diese Farbenpracht und diese Wärme suchen bis heute Ihresgleichen.
Für die Konzerte stehen Karajan hervorragende Solisten zur Seite: Die Aufnahme des Klavierkonzertes mit Sviatoslav Richter und - ausnahmsweise - den Wiener Symphonikern ist legendär und auch die Einspielung der "Rokoko Variationen" mit Mstislav Rostropovich genießt nach wie vor Referenzstatus. Besonders bemerkenswert ist Karajans Deutung des Violinkonzertes mit Christian Ferras. Als einer der wenigen hat er erkannt, dass dieses Werk etwas Zug braucht, so dass der Kopfsatz unwiderstehlich erscheint. Diese Einsicht kam ihm bei seiner Einspielung mit Anne Sophie Mutter bei den Salzburger Festspielen schlimmerdings abhanden.

Fazit: Mir bleibt nur zu sagen: Schade, dass Karajan nicht auch die "Manfred Sinfonie" und "Francesca da Rimini" aufgenommen hat...
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am 24. September 2007
Der unmittelbar vorhergehenden Rezension stimme ich uneingeschränkt zu, möchte aber noch folgendes hinzufügen. Tschaikowski war ein überaus fruchtbarer und vielseitiger Komponist. Marc-Antoine Charpentier meinte einmal, nur Vielseitigkeit bringe Ruhm. Die verschiedenen Kompositionen auf dieser CD belegen die vielseitige Genialität des russischen Meisters. In der Sammlung fehlen Werke aus dem Bereich der russischen Orthodoxie sowie dem Opernschaffen des Komponisten, von kleineren Opernausschnitten abgesehen. Zielrichtung waren aber Aufnahmen unter der Stabführung von Karajan, der sich, schon frühzeitig in seiner Karriere beginnend, zu einem Spezialisten von Tschaikowski entwickelte, freilich nicht aber allen musikalischen Gattungen des Russen widmete. Bei Tschaikowski fließen östliche und westliche Musiktraditionen zu einer Synthese sowohl von großartigem Einfallsreichtum an Melodien, Farben und Klängen als auch von tiefgehender Wahrhaftigkeit zusammen.

Für das Verständnis des Komponisten, der vor Schostakowitsch der größte russische Musikschaffende war, dürfte es aber auch nicht unwichtig sein, sich mit einigen Verfälschungen im Bild des russischen Meisters auseinanderzusetzen. Es entsprach eher dem Gesellschaftsmief der damaligen Zeit, eine Legende zu bilden und den Selbstmord als einen Vorgang mit reinigender Wirkung dazustellen. So soll ein geheimes Tribunal Tschaikowsky wegen seiner Homosexualität erpresst haben, sich das Leben zu nehmen. Diese These passt natürlich zu einer Legendenbildung, weil ein solches Tribunal ohne exakte Beweise ausgekommen wäre und in der Anonymität bleiben kann. In Wirklichkeit kann davon ausgegangen werden, dass es ein solches Ehrentribunal überhaupt nicht gegeben hatte. Anstelle eine Suizids wäre es außerdem wahrscheinlicher gewesen, wenn Tschaikowsky, ggf. mit Unterstützung einflussreicher Freunde, Russland verlassen hätte.
In diesem Zeitpunkt war er schon international berühmt. Zahlreiche private Reisen und Reisen als Musikredakteur wie auch Konzertourneen führten ihn insbesondere nach Rom, Neapel, Genf, Paris, Berlin, Bayreuth, Dresden, Köln, Frankfurt am Main, Prag, Cambridge (1893 zum Dr. h.c. ernannt), London, New York, Philadelphia,. Baltimore. - Es ist dem Kulturhistoriker und Tschaikowsky-Forscher Alexander Poznanski, der seit 1988 die Thesen von Ehrengericht und Selbstmord gründlich untersucht hatte, und seinem Buch über Tschaikowsky Tod zu verdanken, die genannten Thesen überzeugend zu widerlegen. Auch nach späteren Notierungen seines Bruders Modest zeigte Tschaikowsky unmittelbar vor seinem Ableben keine Auffälligkeiten in seinem Verhalten, die einen Suizidverdacht rechtfertigen könnten. Vielmehr kann hiernach davon ausgegangen werden, dass Tschaikowsky in einer Gaststätte ein Glas unabgekochtes Wasser trank und sich an der damals in St. Petersburg verbreiteten Cholera infizierte, die zu einem Nierenversagen (Urämie) führte.

Erhebliche Veränderungen (durch Dritte) wurden an seinen Klavierkonzerten vorgenommen. So blieb z.B. entgegen anderslautenden Veröffentlichungen das dritte Klavierkonzert nicht unvollendet. Tschaikowski schrieb 4 komplette Klavierkonzerte (Nr. 1 bis 3 sowie op. 56), deren Originalversion mit dem Pianisten Andrey Hoteev unter Leitung von Vladimir Fedoseyev kurz nach Entdeckung der Urfassung in den Jahren 1996 bis 1998 eingespielt wurde; sie sollte in keiner Plattensammlung fehlen. Erfreulich ist vorliegend die komplette Wiedergabe aller Sinfonien von 1 - 6, stehen doch die ersten drei Sinfonien ganz im Schatten der überragenden drei weiteren Werke. Zumindest im Westen werden sie in der öffentlichen Aufführungspraxis negiert, von wiederum seltenen Studioaufnahmen abgesehen. Das ist eigentlich schade, denn das Anhören auch dieser Sinfonien ist lohnenswert. Karajan hatte diese Sinfonien sicherlich nicht nur deshalb eingespielt, um einem Hang zur Komplettierung zu folgen. Vor allem die beiden ersten Sinfonien sind von Impressionen und volkstümlichem Liedgut geprägt. Sie bilden einen reizvollen Gegensatz zu den übermächtigen weiteren Sinfonien.
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