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HALL OF FAMETOP 500 REZENSENTam 30. Oktober 2011
Rund 10 dialogfreie Minuten, in denen eine Reiterschar ein kleines Goldgräberdorf in Schutt und Asche legt, muss man warten, bis die knapp 15-jährige Megan mit ihrer eigenwilligen Version des Psalm 23 den "Pale Rider" herbeibetet - natürlich eine Schlüsselszene des 1985 fertiggestellten Spätwestern, mit welchem Clint Eastwood sein erstes Dutzend Regiearbeiten vollmachte.

So wird auch gleich deutlich, dass es nicht nur um den unvermeidlichen Showdown der Revolverhelden geht; Eastwood spielt, wie man es auch aus seinen anderen Filmen kennt, eine ganze Reihe von Themen an, ohne sich erkennbar festzulegen.

Da wäre die Religiosität und die damit verbundene Hoffnung der kleinen Goldgräber, dass ihnen eine höhere Macht zur Seite stehen würde. Sogar ein wenig Ökologie versus Raubbau wird thematisiert. Da ist das Verhältnis von Mutter (Carrie Snodgress, 39) und Tochter (Sydney Penny, 14), die sich beide in den stolzen Helden verlieben. Schließlich die Unwirklichkeit des geisterhaften Ritters auf seinem herrlichen, weißen Pferd. Und natürlich die in Western unvermeidliche Frage, ob man auch einen aussichtslosen Kampf führen soll - weil ein Mann eben tun muss, was ein Mann tun muss.

Eastwood legt seinen Priester zurückhaltend, aber sehr konkret an. Das läuft nicht ohne brutale Kämpfe, eine versuchte Vergewaltigung und ausufernde Schießereien ab. Mit dem aus seinem Bond-Auftritt bekannten "Beißer" (Richard Kiel, 46) bringt Eastwood aber auch eine beängstigende Figur, die zunächst der Lächerlichkeit ausgesetzt wird, sich dann aber zum lieben Monster wandelt: Ein Hauch von Schmunzeln ist gestattet.

Mit 111 Minuten liefert die Ausgabe die Originallänge und das Original-Format von 2,35:1. Manche Bilder der Boulder- und Sawtooth-Mountains sind von beeindruckender Farbenpracht - zum Beispiel, wenn der Priester (Clint Eastwood, 55) auf Megans Gebet hin erstmals ins Geschehen reitet. Aber viele Aufnahmen wirken auch ausgesprochen düster oder fahl, wie der lange Ritt der Reiter zu Beginn des Films, bei dem auch Unschärfe, Rauschen, Konturen, unruhige Kamera und digitale Artefakte in gemeinsamer Anstrengung für ein enttäuschendes Bild sorgen. In solchen Partien wirkt der Film bildtechnisch gesehen überhaupt nicht überzeugend - und enttäuschend unter dem Niveau, das Ford z.B. in dem zwei Jahrzehnt vorher entstandenen "Cheyenne" vorzeigt. Andere Einstellungen hingegen begeistern geradezu mit ihren Farben wie die Szene des Goldfunds (1:05).

Im amerikanischen Originalton kommen die modern-anspruchsvolle Musik von Lennie Niehaus ebenso wie Geräuscheffekte und Dialoge transparent, räumlich und dynamisch. Die deutschen Untertitel - in ihrer monströsen Größe vermutlich für den Filmgenuss auf Smartphones gedacht - wurden leider der deftigen Deutlichkeit des Originals beraubt. Leider liegt in Deutsch nur eine Monospur vor, was aber der Verständlichkeit der Dialoge keinen Abbruch tut.

Die Sammel-Ausgabe, Bestandteil der aus 15 ausgesuchten Filmen bestehenden Reihe "Süddeutsche Zeitung Cinemathek Western", kommt in einem 4-teiligen Faltkarton, der gleichzeitig zur Dokumentation des Films dient.

Für Westernfreunde, die einen vielschichtigen Hintergrund und den vorzüglichen Originalton schätzen, ist der Film durchaus zu empfehlen.

film-jury 4* A0775 30.10.2011 Rezensionsexemplar Genre: Action | Western
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am 31. März 2014
Ein genialer Spätwestern von Eastwood. Den man gesehen haben muss.

Bild in 16:9 \ 2,40:1 aber leider sind die Szenen im dunkeln sehr schlecht zu erkennen kein Unterschied zur normalen DVD.
Ton in DD 1.0 (Deutsch)

Laufzeit ohne Abspann 1.52.51.min. und mit Abspann 1.55.56.min. FSK 16

Bonus: Trailer
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am 9. Juni 2015
Der Film ist gut. Solides Filmhandwerk, sowohl optisch wie auch vom Plot her.
Clint Eastwood versucht hier, den von ihm seit den Sechzigern immer wieder verkörperten Westernhelden, weiter zu entwickeln, ihm mehr Tiefe zu verleihen. Das gelingt nur ansatzweise.
Sehr gelungen an dem Film ist die Idee, die Handlung in die frostigen Berge zu verlegen. Großartig ist auch die Idee der ganzen Angelegenheit einen mystischen, biblischen Bezug zu geben. Und den "Fremden ohne Namen" in einen Prediger zu verwandeln, ist ebenalls nicht schlecht. Seinen ganz besonderen Reiz bezieht der Film aus der peter-handtke-artigen Haltung, dass nur beschrieben wird, nicht erklärt. Man kann nur erahnen, was mit dem Fremden passiert ist, was er vorher war und wie er zu dem wurde, was er im Film ist. Das ist ziemlich spannend. Und die zahlreichen Anleihen bei seinen früheren Italo-Western, die Eastwood hier neu kontextualisiert sind ebenfalls wunderbar.
Ein Schwachpunkt ist allerdings, dass der Fremde zu viel redet und dabei ziemlich viel politisch Korrektes von sich gibt, was zu seiner sonstigen Erbarmungslosigkeit nicht so recht passen will. In diesen Szenen kommt Eastwood immer ein wenig wie ein verständnissvoller Religionslehrer daher.
Weiterer Schwachpunkt ist die überaus konventionelle Achtziger-Jahre-Action-Filmmusik. Gerade beim Finale fehlt einem die geniale Musik der Italo-Western-Filme. Das ist schade, denn die Bilder sind großartig.
Und ein letztes Manko: Die Nebendarsteller wirken alle, als wären sie aus irgendwelchen Western-Serien ausgeliehen worden. Keiner agiert besonders überzeugend oder markant. Vor allem der böse Marshall sieht aus wie ein Lee-van-Cleef-Double. Das schwächt den Film zusätzlich.
Also: Kein Meisterwerk. Aber okay. Bei "Erbarmungslos" hat Eastwood sein Vorhaben dem "Fremden ohne Namen" mehr Tiefe zu geben meisterhaft umgesetzt: Männerfreundschaft, statt Frauen, ordentliche Filmmusik, tolle Nebendarstellter.
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TOP 500 REZENSENTam 19. Juli 2014
Coy Lahood beherrscht mit seiner Minengesellschaft fast ein ganzes Territorium in Kalifornien.
Fast....den eine kleine Gruppe Goldschürfer weigert sich ihre Claims an ihn zu verkaufen.
Dafür drangsaliert sie Lahood nach belieben.
Mal werden Mitglieder des Camps in der Stadt attackiert, mal wird direkt das ganze Camp angegriffen.
Als eines Tages Hull Barret, einer der Schürfer, in der Stadt zusammengeschlagen wird erhält er Hilfe von einem mysteriösen Fremden der die Lahood-Schergen ordentlich vermöbelt.
Zusammen mit Barret macht sich dieser auf in das Camp wo sich herausstellt das er in Wirklichkeit ein Prediger ist und so wird er fortan auch genannt.
Nach einigen Zwischenfällen, in denen er Lahood's Leuten einheizt, schöpfen die Campbewohner wieder Mut und weigern sich weiterhin die Claims zu räumen.
Nun sieht sich Lahood gezwungen einen "Marshal" anzuheuern, der aber nicht wirklich auf der Seite des Gesetzes steht, um die Situation blutig zu klären.
Was Lahood nicht ahnt: Der Prediger und der Marshal kennen sich und haben noch eine Rechnung zu begleichen....

Pale Rider aus dem Jahr 1985 von Clint Eastwood inszeniert ist ein typischer Spätwestern nach Italo-Art.
Düster im Grundton, moralisch Fragwürdig, mit einigen Gewaltspitzen und etwas melancholisch.
Obwohl das mit der Gewalt nur rar gesät ist, im Gegensatz zu z.b. High Plains Drifter - Ein Fremder ohne Namen, verfehlen die Headshots und Shotouts ihre Wirkung nicht.
Es fängt mit einer ordentlichen Klopperei an und steigert sich dann sukzessive hin zum furiosen Showdown.
Ganz nach Art des Hauses Eastwood.
Für mich einer der besten Spätwestern überhaupt.
Stimmige Dialoge, eine spannende Story, massig Atmosphäre und schöne Settings runden das ganze ab.
Mit dabei sind neben Clint Eastwood u.a.: Richard Dysart, Chris Penn, Michael Moriarty, Sydney Penny, Richard Kiel und Billy Drago.
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am 8. Dezember 2015
... also ein typischer Clint Eastwood. Gut gemacht, obwohl der unwirtliche Drehort etwas gewöhnungsbedürftig ist. Bis auf den Hauptdarsteller und seinen Kontrahenten bleiben die anderen Schauspieler leider blass, War dennoch eine gute Unterhaltung; am Ende gewinnen zum Glück die Guten.
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am 5. März 2016
Diese DVD mit Clint Eastwood in einer starken Rolle , der namenlose Rächer , der die Schwachen gegen das Unrecht hilft und dies Gnadenlos.
Ein Muss für Clint Easfwood Fan`s . Wieder gute Unterhaltung.
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am 4. März 2016
Interessanter Film über die Macht eines einzelnen Helden aber auch einer Gruppe. Clint brilliert als verschwiegener ehem. Revolverheld, der plötzlich Minenarbeiter vor skrupellosen Kapitalisten schützen muss.
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am 21. Mai 2013
Dieser Western ist aus dem Jahr 1985 und wurde von Clint Eastwood,der hier auch die Hauptrolle spielt,inszeniert.
Die Handlung:Eine kleine Gruppe von traditionell arbeitenden Goldschürfern,die in einem kleinen Tal in Kalifornien ihrer Arbeit
nachgehen,werden von Handlangern des Minenbesitzers Coy LaHood(Richard Dysart) überfallen,um überzeugt zu werden,das Tal zu verlassen.
LaHood dem die ganze Gegend gehört und nach dem das nahe gelegene Städtchen benannt ist,möchte auch diesen kleinen Canyon übernehmen,um
das ganze Gebiet mit industriellen Methoden abzugraben. Megan(Sydney Penny) einem der Arbeiter, verliert bei dem Überfall ihren Hund.Als
sie ihn begräbt, schickt sie ein Stoßgebet zum Himmel, dass ein Wunder geschehen möge.Das Wunder erscheint in Form eines namenlosen
Fremden(Clint Eastwood) der auf einem fahlen Pferd sitzt.
Ein weiteres Mal erscheint Clint Eastwood in diesem Film als namenloser Fremder als Retter in der Not.Er trägt einen Priesterkragen
und wird der Prediger genannt,findet aber Geschmack an Whiskey und einer Witwe und hat Schusswunden,die ihn eigentlich hätten töten
müssen.
Für Bondfans ist interessant,dass Richard Kiel(Beißer) einen Auftritt hat,dessen Charakter hier noch eine kleine Überraschung bietet.
Es gibt auch eine angenehme Menge Humor.
Die Inszenierung von Eastwood ist geradlinig und fängt die Landschaft gut ein.
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am 27. Februar 2015
Ich weisst nicht,was ich dazu noch erklären soll, jedenfalls fand ich den Film sehr gut, was gerecht und ungerecht unterscheidet zwischen den oberen und unteren Schichten der Bevölkerung, genauer gesagt, zwischen Reich und Arm.
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am 11. Dezember 2014
Kalifornien, irgendwann während des Goldrausches. Eine Gruppe von Gold schürfenden Siedlern wird von Männern des Großgrundbesitzers LaHood überfallen. Er will sie gewaltsam vertreiben lassen, um in dem Tal selbst industriell mit Wasserkraft Gold zu erwirtschaften. Die Siedler beklagen wieder einmal Verluste, wollen sich aber dennoch nicht fort jagen lassen. Einer von ihnen, Hull Barret (Michael Moriarty) kümmert sich um die alleinstehende Sarah Wheeler und ihre Tochter Megan, deren Hund dem Angriff der Meute zum Opfer fiel. An dessen Grab betet sie zu Gott, er möge Hilfe schicken. Kurz darauf erreicht ein Mann (Clint Eastwood) das Dorf, der der sich wundernden Gemeinschaft scheinbar uneigennützig zu Hilfe kommt. Sie wundern sich noch mehr, als sich der Mann als Prediger entpuppt. LaHood heuert bald darauf eine Gruppe von gedungenen Mördern an, um den Prediger und die Siedler ein für allemal zu besiegen. Deren Anführer Stockburn (John Russell) scheint den Mann Gottes zu kennen und auch dieser hat offenbar eine alte Rechnung zu begleichen.

In der Niemandszeit des Genres, Mitte der Neunzehnhundertachtziger Jahre, konnte wohl nur einer wie Clint Eastwood noch ungestraft einen Western inszenieren. Er hatte sich neun Jahre zuvor erfolgreich mit THE OUTLAW JOSEY WALES eigentlich schon beinahe endgültig von seinem Image des Fremden ohne Namen gelöst. Hier kehrt er noch einmal dahin zurück. Aber nur scheinbar. Arbeitete der Fremde, zunächst unter Sergio Leone, später in Eigenregie, ausschließlich auf eigene Rechnung, stellt er sich hier in den Dienst der (Siedler-)Gemeinschaft, seine Altlast wird nur noch angedeutet. Vielmehr liefert Eastwood ein nur wenig verkapptes, manchmal sogar szenengetreues Remake des Über-Western SHANE (George Stevens, 1953), verändert jedoch den wichtigen Grundtenor der Figur des selbstlosen Helfers. Denn während der vom Engelsgleichen Alan Ladd ikonisch verkörperte Shane vom Himmel herab gestiegen zu sein schien um den armen unterdrückten Siedlern zur Seite zu stehen, kommt der Prediger offenbar direkt aus der Hölle um die Schurken in selbige zu befördern.

Das ändert natürlich vieles, etwas Gothic-Feeling kommt in einigen Szenen schon auf, bedient sich Eastwood hier einmal mehr nach HIGH PLAINS DRIFTER mystischer Lesart. Sicherlich bleibt PALE RIDER damit eine Ausnahmestellung, nicht nur die seiner Entstehungszeit, erhalten. Leider muss man ehrlicherweise auch sagen, das Eastwood mit seiner Version der Geschichte zwar im eigenen Kanon funktionieren kann, am Vorbild gemessen jedoch scheitert. Zu wenig geht sein Film in die Tiefe, gerade was die Haupthandlung um Hull Barret und die seinen angeht. Hier wäre deutlich mehr drin gewesen, doch der Regisseur Eastwood begnügt sich mit Stereotypen. Etwas das ihm mit seinem letzten Western UNFORGIVEN nicht noch einmal passieren sollte.

Fazit: Clint Eastwood gibt noch ein letztes Mal den Fremden aus dem Nirgendwo, diesmal jedoch als rettenden Gottesmann der wenig pazifistischen Art.
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