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Über Martin Scorseses bahnbrechend-wegweisendes Meisterwerk "Taxi Driver" wurde natürlich schon alles gesagt. Angesichts der Sichtung dieser neuen, wunderbar umgesetzten Blu-Ray erscheint es mir jedoch sinnvoll, dieses unter meinen Top 10-Lieblingsfilmen befindliche, bereits weit über 20 mal gesehene und über die Jahre immer wieder tiefgehend analysierte Kunstwerk mit ein paar Worten persönlich zu würdigen. Wer diese Worte nicht lesen will und nur an der Umsetzung und den Bonusfeatures interessiert ist, kann die nächsten Paragrafen gerne überspringen.

"Taxi Driver" ist ein Film, der einen, wenn man ihn einmal gesehen hat, nie wieder loslässt und auch nach zigmaligem Ansehen absolut nichts an seiner beispiellosen Intensität und förmlich spürbarer, sich in einer Welt zwischen fieberhaftem Wach- und Traumzustand wandelnden Atmosphäre verliert. "Taxi Driver" ist wahrscheinlich die essentielle Charakterstudie, einer der essentiellen Nacht-, New York-, ja eigentlich auch Großstadtfilme und der wohl zentrale Film über Einsamkeit. Manche Filme verlieren ja über die Zeit an Kraft, sind nicht mehr zeitgemäß oder wirken technisch veraltet, sodass der Zugang für neue Zuschauer vielleicht schwer fallen kann. Aber wer auch nur im mindesten Filmkunst gegenüber aufgeschlossen ist, der muss eigentlich von "Taxi Driver" fasziniert sein. Der Film ist heute filmisch genau so vital und vibrierend und inhaltlich so relevant, wie auch in den letzten fast vier Jahrzehnten seit seiner Veröffentlichung.

Der Film entfaltet jedes Mal wieder, vom ersten bis zum letzten Bild, eine hypnotische, unter die Haut gehende Kraft, auf die man so nicht oft trifft. "Taxi Driver" ist eine hundertprozentig erfüllte künstlerische und persönliche Vision, nicht nur von Scorsese, sondern auch von Drehbuchautor Paul Schrader und Robert De Niro, der mit Travis Bickle eine der ikonischen Performances der Filmgeschichte schafft. Der Film ist so radikal und furchtlos, so bedingungslos in seiner nihilistischen und verbitterten Weltanschauung, wie Filme nur sein können, mit Leib und Seele dem Ziel verbunden, einem sozial unfähigen, womöglich rassistischen Charakter zu folgen, der nicht um die Sympathie der Zuschauer buhlt. Das ist auch eine der entscheidenden Meisterleistungen des Films, denn man ist von dieser dem Wahnsinn verfallenden, seelisch vernarbten Figur einfach magisch angezogen, obwohl man weiß, dass er den falschen Weg einschlägt. Das liegt natürlich auch ganz entscheidend an De Niros einmalig intensiven Method Actor-Präsenz, die Faszination und Sympathie für den Charakter erweckt. Die Darstellung ist grundlegend menschlich, ja oft unschuldig, anmutig, träumerisch, charmant und sogar oft witzig, wodurch das Abdriften in Traurigkeit und abstoßende Hass- und Gewaltfantasien erst so schmerzlich wirkt. Wer das Gefühl von Einsamkeit kennt, der wird sich auch mit Travis Bickle identifizieren müssen.

Zudem ist "Taxi Driver" einer der maßgebenden 70er Jahre-Filme. Ein Zeitdokument einer Nachkriegszeit, in der viele junge Männer von ihrem Aufenthalt in Vietnam geschädigt zurück in die Gesellschaft kommen und keinen Anschluss finden, sozial nicht funktionieren können. Doch dieses Kriegstrauma-Element ist nicht entscheidend zum Verstehen des Films, denn die Thematik bleibt zeitlos und universell. Man muss nicht im Krieg gewesen sein oder traumatisiert sein, um Travis Bickle nachvollziehen zu können. Desweiteren ist "Taxi Driver" ein eindrückliches Zeitdokument eines verfallenden, schäbig-zwielichtigen, dampfenden, neonleuchtende, der Hölle gleichenden New York City, eine Stadt, die heute ein ganz anderes Gesicht hat. Die nahezu dokumentarische, aber dennoch durch die Augen von Travis düster stilisiert wirkende Perspektive der urbanen Welt in "Taxi Driver" ist unendlich faszinierend und sucht seinesgleichen. Dazu kommt Bernard Herrmanns tief unter die Haut gehende jazzige Filmmusik, das grundsätzlich nur aus zwei zentralen Hauptmotiven besteht, die Bickles Innenleben und die nächtliche Einsamkeit und Urbanität perfekt untermalen.

Besonders bemerkenswert ist auch immer noch die moralische Ambivalenz des Films, die natürlich besonders zum Schluss zum Tragen kommt, die Unterscheidung zwischen Held und Monster. Somit bietet der Film immer noch eine perfekte Grundlage für ausgiebige Diskussionen, denn Scorsese und Schrader ersparen sich eine moralische Wertung des Geschehens, sie zeigen die Welt schlicht so, wie sie ist.

Bei all dem Lob für De Niro darf man natürlich auch nicht die brillanten, perfekt besetzten Nebendarsteller vergessen, darunter Cybill Shepherd als engelsähnliche politische Kampagnenhelferin Betsy, in die sich Travis verliebt, Jodie Foster als Kinderprostituierte, Harvey Keitel als ihr farbenfroher und abstoßender Zuhälter oder Albert Brooks, der als Betsys Kollege willkommene Humor in die düstere Welt von "Taxi Driver" bringt.

Keine Frage, "Taxi Driver" ist einmalig, in allen Bereichen einzigartig und grundsätzlich makellos umgesetzt. Dem folgt auch die tolle Blu-Ray-Umsetzung:
BILD:
Das Bild (MPEG4/AVC, 1080p, 1,85:1, 16:9) sah wohl seit der Kinopremiere nie so gut aus. Es entspricht einem neuen 4K-Remastering, das von Scorsese und Kameramann Michael Chapman persönlich überwacht wurde. Man kann definitiv sagen, dass die gewünschte Optik des Films umgesetzt wurde. Das Bild ist meistens herausragend (natürlich dem Alter entsprechend) scharf, das charakteristische feine Filmkorn wurde aber gottseidank nicht entfernt. Lediglich bei Nachtszenen ist das Bild oft grobkörniger und hier und da auch etwas rauschig. Das fällt aber nicht ins Gewicht, so behält der Film auch seine düster-dreckige Qualität. Die Farbwiedergabe ist wunderbar, der Detailumfang vor allem bei Tagesszenen bemerkenswert.

TON:
Auch im Tonbereich wurde hier ein wunderbarer Job gemacht. Ich kann aktuell nur die Original-Tonspur bewerten, diese (DTS HD Master 5.1) ist aber stellenweise überraschend räumlich. Besonders bei der Musik fällt dies auf, denn verschiedene Klangelemente werden auch subtil auf die hinteren Boxen verteilt. Ansonsten ist der Sound schön kraftvoll, hat viele Höhen und Tiefen. Auch die Stimmen sind sehr gut abgemischt und sind perfekt verständlich. Grundsätzlich ist der Film aber weitestgehend frontlastig abgemischt. Allein die Musik sorgt aber für eine wundervolle Stimmung.

EXTRAS:
Hier wird wirklich aus dem vollen geschöpft: Neben dem bereits ursprünglich auf der DVD enthaltenen herausragenden Making-Of (Dauer: 1:10) finden sich eine Reihe weiterer, neu produzierter, in HD vorliegenden Extras wieder, die dem Fan wirklich alles bieten, was man sich wünschen kann. Hier das Bonusmaterial:

- Interaktives Drehbuch: Wie der Name schon sagt, Paul Schraders Originaldrehbuch läuft im unteren Bilddrittel während des Films mit. Wahlweise kann man aber auch selbst durchscrollen, die Filmgröße einstellen oder Lesezeichen setzen. Ein hübsches Zusatzfeature.
- Audiokommentar von Martin Scorsese und Paul Schrader aus dem Jahr 1986 (entstammt der amerikanischen Criterion Collection)
- Audiokommentar von Paul Schrader
- Audiokommentar von Professor Robert Kolker (Autor des Buchs "A Cinema of Loneliness")
- Martin Scorsese über Taxi Driver, New York 2006 (16 Minuten): Hier redet der Regisseur größtenteils über eine Reihe von Filmen, die ihn zu "Taxi Driver" inspiriert haben
- Die Produktion (10 Minuten): Produzent Michael Phillips berichtet von der interessanten Entwicklung des Filmprojekts.
- Gottes einsamster Mann (22 Minuten): Paul Schrader berichtet ausführlich und sehr persönlich über die Entstehung des Drehbuchs
- Einflussnahme und Würdigung: Ein Tribut an Martin Scorsese (18:30 Minuten): Eine Würdigung diverser Weggefährten von Scorsese, darunter Oliver Stone, Schrader, Chapman, Phillips, De Niro, Roger Corman)
- Taxifahrer Geschichten (22:23 Minuten): Überaus interessantes Feature, bei dem diverse New Yorker Taxifahrer, hauptsächlich die, die im Film portraitierte Zeit mitgemacht haben, ihre faszinierenden Anekdoten zum Besten geben.
- Making-Of (70 Minuten): Siehe oben. Die Entstehung des Films eindrucksvoll rekonstruiert, fast alle wichtigen Mitarbeiter berichten von ihren Erfahrungen.
- Travis' New York (06:16 Minuten): Ein Kurzfeature über das New York der 70er, von Michael Chapman und dem ehemaligen New Yorker Bürgermeister Howard Koch kommentiert.
- Travis' Plätze in New York (insgesamt 04:49 Minuten): Eine Gegenüberstellung der Drehorte heute und damals in Bewegtbildern.
- Vergleiche und Einführung in das Storyboard von Martin Scorsese (04:32 Minuten)
- Gegenüberstellung der Storyboards im Film (08:21 Minuten): Unkommentierter Bild-im-Bild-Vergleich
- Galerie: bestehend aus
Arrangements - Filmmusik (Bernard Herrmann) (02:32 Minuten): Unkommentierte, mit Filmmusik unterlegte, animierte Fotogalerie von Herrmanns Partituren
An den Drehplätzen (02:51 Minuten): Unkommentierte, mit Filmmusik und Bickle-Monolog unterlegte Bilder vom Dreh
Werbematerial & Mehr (01:44 Minuten): Animierte, von Filmmusik unterlegte Bildergalerie mit Postern, Aushangfotos etc.
Martin Scorsese bei der Arbeit (02:47 Minuten): Eine weitere animierte Bildergalerie
Das Blu-Ray-Menü ist übrigens auch sehr schön stilecht gestaltet.
Schade ist nur, dass es kein Wendecover gibt. Auch über das gewählte Motiv kann man streiten, da es nicht unbedingt die Stimmung und Optik des Films adäquat wiedergibt. Aber ansonsten eine wunderbare Blu-Ray, die man sich als Fan unbedingt zulegen sollte.
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am 6. November 2010
Einsamkeit ist seelentötend, wem die Seele aber bereits gestorben ist, der wird einsam sein. So geht es Travis Bickle (Robert de Niro), der Antiheld aus 'Taxi Driver'. Schlaflos irrt er durch ein New York, das ihm zuwider ist: Was er in der Stadt sieht, ist für ihn Schmutz: Das Vergnügen, die Prostitution, den Drogenkonsum. Das er nicht anders ist, gesteht er sich nicht ein: Er ist tablettensüchtig, schlägt sein schlafloses Leben in billigen Sexkinos tot und trinkt tiefe Züge aus einem Flachmann. Und er bleibt in der Stadt. Um nicht völlig abzustürzen nimmt er einen Job als Taxifahrer an. Er fährt die Nachtschicht, zwölf Stunden am Stück oder mehr, und er fährt alle Quartiere an, auch Harlem und die Bronx. Seine Perspektive auf das nächtliche New York und seine Sicht (über den Rückspiegel) auf die Menschen, die er in seinem Taxi fährt, gehören zu den sehenswertesten Sequenzen dieses Films.

Travis hat wenige Träume. Den einen meint er in Betsy (Cybill Shepherd) gefunden zu haben. Diese klassische, engelhafte Schönheit ist für Travis der Traum des heilen Lebens. Doch ist in ihm zu viel Unheil, als dass diese Beziehung gelingen könnte. Nachdem er abgeblitzt ist, erkennt Travis, dass er sein Leben in den Griff bekommen muss. Und das einzig Sinnhafte, das ihm einfällt, ist sich gegen den Schmutz der Stadt zu wappnen. Er bewaffnet sich, er bringt seinen Körper wieder in Form. Doch ist sein Ziel nicht aufzuräumen, tatsächlich sinnt er auf kleinliche Rache. Erst als diese misslingt, richtet er seinen Hass auf das, was er als Abschaum wahrnimmt: Einen Zuhälter und seine Kompagnons, in deren Hand er eine 14-jährige Prositutierte, Iris (Jodie Foster), weiss, die er zuvor nicht überzeugen konnte, diesem Leben Ade zu sagen und in die Provinz zu ihren Eltern zurückzukehren. Es kommt zum blutigen Showdown. Fast überaschend ist, dass der Film hier nicht zu Ende ist - Travis überlebt, wird als Held gefeiert, und bleibt einsamer, als er es je zuvor war.

Taxi Driver ist ein langam erzählter Film, in dem neben den beeindruckenden Schauspielern die Stadt New York eine wesentlich Rolle spielt. Fast voyeuristisch ist der Blick, den der Zuschauer aus Travis Perspektive auf die Stadt nimmt. Das Taxi gleitet an Strassenkriminalität, Prostitution und Gewalt vorbei. Für heutige Sehgewohnheiten mag der Film dabei fast schon spannungslos erscheinen. Der oft als eine der brutalsten Szenen der Filgeschichte bezeichnete Showdown gehört heute zum normalen filmischen Repertoire. Als ob man einem Kranken durch die Stadien seines Siechtums folge, spürt der Film der sich festfressenden, aus Einsamkeit geborenen Manie des Travis nach. In diesem Siechtum liegt die eigentliche Spannung des Films, die sich kein Freund des Kinos entgegehen lassen möchte.
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am 3. März 2015
Die Qualität ist schon gut. Und der Film ein Klassiker, den ich zum ersten Mal ganz gesehen habe. Der Film schon gut, aber nicht in meinen Top 10. Das Bild ist ab und zu sehr beeindruckend, allesin allem sehe ich jetzt aber nicht den großen Unterschied zu anderen gut restaurierten Blu Rays.
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am 19. April 2011
Eine beispielhafte Referenz Blu Ray, die die Möglichkeiten des Mediums voll ausschöpft. Der Film wurde in 4K digital restauriert, die Daten dann direkt ins Blu Ray Format umgewandelt. Das Resultat ist fantastisch. Meist sehr scharf und immer wunderbar filmähnlich. Digitale Artefakte sind kaum zu finden. Authentisch und mit guten Supplements dazu. Und das alles für einen sehr vernünftigen Preis. Wer den Film mag kommt in jeder Beziehung auf seine Kosten. Sehr empfehlenswert. Klar 5 Punkte.
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NR. 1 HALL OF FAMEam 18. Oktober 2003
Martin Scorsese gilt - nicht ohne Grund - als einer der kompromißlosesten, umstrittensten, bedeutendsten und kontroversiellsten Regiesseure Hollywoods. Schafft er es doch mit seinen Filmen, Anspruch, Provokation aber auch Unterhaltung als Mittel des Filmerzählens einzusetzen. "Taxi Driver" galt (und gilt) als Sternstunde von Robert de Niro - als Vietnam-traumatiaierter Taxifahrer der mit dem, was er tagtäglich sieht, nicht mehr fertig wird - und von Jodie Foster - in der Rolle einer minderjährigen Prostituierten. Der 1976 entstandene Film gilt heute nicht umsonst als 'Kult', was freilich nicht nur an der exzessiven Darstellung von Gewalt im Finale des Films liegt. Die Filmsequenzen der düsteren Nachtszenen etwa strahlen eine unvergleichliche Atmosphäre aus, fast wähnt man sich als Fahrgast durchs nächtliche New York: Hervorragende Kameraarbeit! Der schmuddelige Look dieser Nachtszenen sind kein technisches Manko der DVD, sondern beabsichtigt.
Eine Geschichte über einen Einzelgänger, ein Film über Gewalt und Rache, Sex und Prostitution: Großstadtphänomene, fast könnte man von abgefilmter Realität sprechen, obwohl es sich um einen inszenierten Spielfilm handelt. Ein Spielfilm, den man nicht so schnell vergessen wird. Zur immer wieder gestellten Frage, ob der Film geschnitten ist: Nein! Jedoch - das legendäre Finale wurde seinerzeit - weil sehr blutig - für den Kinoverleih mir einer reduzierten Farbsättigung kopiert, die blassen Farben der Schlußszenen auf der DVD entsprechen somit der Kinofassung - bedauerlicherweise waren die Original-Kameranegative nicht mehr aufzutreiben, die weitaus 'kräftiger' sind, was insbesondere die Darstellung des Blutes betrifft.
Das Drehbuch schrieb Paul Schader, den Score komponierte Bernard Herrmann (tragischerweise seine letzte Arbeit, er verstarb kurz nach Beendigung des Scores). Darüber und über viele weitere Aspekte informiert das hervorragende 70minütige "Making of..." dieser DVD: Insbesondere das blutig-brutale Finale wird vom Production Designer in allen Einzelheiten erklärt. Ebenso findet sich PR- und Werbematerial, eine Fotogalerie sowie das Original-Drehbuch des Films auf dieser DVD. Exzellent!
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am 27. November 2001
Das hier ist die erste Rezension, und ich schreibe sie gerade für diesen Film, weil ich diesenFilm ungeheuer wichtig und genial finde. Es geht darum nämlich umetwas, dass mehr oder weniger jeden Menschen angeht, wahrscheinlich ist er deswegen auch nach wie vor so populär. Der Film handelt von einem Abgrund im menschlichen Leben,in den jeder stürtzen kann, an dessen Rand wahrscheinlich viele MEnschen stehen. Robert De Niro spielt einen jungen Mann, der nachts nicht schlafen kann (die Gründe erfährt man nicht, man kann sie sich aber vorstellen), und deswegen einen Job als Taxi-fahrer annimmt. So fristet er sein Dasein, ohne ihm einen Sinn geben zu können. Er hat keine Freunde, keine Freundin, keine Hobbies, sein Job ist auch nicht erfüllend, alles was er hat ist, dass er jeden Tag das Elend auf den STrassen von NEw York sieht. Der Film beschreibt nun, was mit einem solchen MEnschen passiert, wenn er unfähig ist, dieses Leben zu ändern. Es wird gezeigt, wie ein Mensch durch Einsamkeit, emotionale Isolation, Frustration durch das Scheitern diesen Dingen zu entfliehen, und der Unfähigkeit seinem Leben einen Sinn zu geben, kombiniert mit dem Elend dass er Tag für Tag erlebt, in den Wahnsinn getrieben wird, und ihm nur ein Ausweg bleibt, nämlich die Gewalt. Die Antwort, warum er das denn macht ist ganz einfach, nämlich, weil er ein Mensch ist! ER hat keine andere Wahl, so wie ein Mensch der mehr als drei Minuten ohne Luft ist, auch keine andere Wahl hat, als zu ertrinken. Ich las einmal ein Interview von Martin Scorese in dem er sagte, ihn fasziniere die pure Menschlichkeit die in Extremsituationen zu tage tritt, und dieser Film zeigt genau das. Er zeigt, was mit einem Menschen passiert, wenn ihm alle Dinge fehlen, die das menschliche Leben unbedingt benötigt. Und es passiert genau das mit ihm, weil er ein Mensch ist! Eine der für mich am genialsten Szenen des Films, ist die, in welcher Robert De Niro mit einer Waffe in der Hand vor dem Fernseher sitzt und sich einen Film ansieht, in dem man glückliche, tanzende Teenager sieht. Man sieht förmlich, wie das der entscheidende Moment ist, in dem er wahnsinnig wird, einfach weil er das Leid, das ihm in diesen Moment quält, nicht mehr erträgt. JEder der schon einmal das Gefühl der Einsamkeit gespürt hat, und auf Dauer unfähig ist etwas dagegen zu tun (eben weil es die Gesellschaft scheinbar nicht zulässt !!!), der weiß von welchem Alptraum dieser Film handelt. Und jeder der, überhaupt nicht versteht, worum es in diesem Film geht, sollte in seiner Umgebung ausschau halten, ob er nicht vielleicht wen kennt, dem es scheinbar nicht so gut geht......MEhr Offenheit würde vielleicht helfen,
zu verhindern, dass aus Menschen das wird, was aus Travis in Taxi Driver wird...
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am 23. November 2006
Travis Bickle, gespielt von Robert De Niro, ist ein 26jähriger Vietnamveteran, der sich als Taxifahrer in einer Großstadt wieder findet, wo er am eigenen Leib die Einsamkeit in all ihren Facetten durchlebt. Die Entfremdung ist dabei nur die Symptomatik, die in den überzeichneten Dialogen, den unglaubwürdigen Gesten und der gesamten Art, wie Bickle sein eremitisches Leben führt, zu Tage tritt. Selbst der Beruf des Taxifahrers ist nicht von ungefähr gewählt, sondern dient in der Handlung als Metapher für das Tangieren einer Welt, in die man nicht einzudringen vermag. Täglich hat Bickle etliche Male die Gelegenheit für kurze Zeit am Leben wildfremder Menschen teilzuhaben, - er bittet sogar darum Doppelschichten zu verrichten und fährt ausnahmslos auch in die finstersten Gegenden der namenlosen Stadt. Er hortet Geld an, ohne es wirklich zu brauchen, da er in der Anspruchslosigkeit seiner Gleichgültigkeit gefangen zu sein scheint und eine Zeit lang nur lebt, um zu arbeiten. Bereits hier erkennt der Betrachter, dass es nicht nur die Gesellschaft ist, die Travis Bickle ablehnt, sondern dass der inbrünstige Hass auf Gegenseitigkeiten beruht und nur durch die Person von Bickle sichtbar gemacht werden kann. Es findet keinerlei Interaktion des Protagonisten Bickle mit seiner Umgebung statt und noch dazu verläuft eine sich anbahnender Romanze mit einer Wahlkampfhelferin im Sande, ohne dass das Bickle wirklich zum Vorwurf gemacht werden könnte (Er führ sie beim Date in ein Pornokino aus). Dieses und andere Ereignisse treffen kumulativ aufeinander und verstärken dadurch die Aggression von Bickle, der vom Gedanken der eigenen Bedeutungslosigkeit gemartert wird. Die junge Prostituierte (Easy/Leicht zu Deutsch – gespielt von einer überragenden Jodie Foster) wird dabei nur zu einer Art Rechtfertigung, für die perfiden Phantasien, die sich der Waffenfreak Bickle allmählich ausmalt. Spätesten als er einen jungen Afroamerikaner in einem Supermarkt erschießt, beginnt allmählich die Initialzündung in Bickles Innerem. Mehr sollte zum Inhalt nicht verraten werden, denke ich.

Der Film an sich ist wahrscheinlich einer der bedeutendsten Filme, die je gedreht wurden. Einerseits bedeutete er den endgültigen Durchbruch von Martin Scorsese als Regisseur und Robert De Niro als Schauspieler. Der Drehbuchautor Paul Shrader war an diesem Erfolg nicht unwesentlich beteiligt, - verkörperte er doch lange Zeit Travis Bickle, als er in NY als Taxifahrer jobbte und nebenher Drehbücher schrieb. Soviel zum Geschichtlichen.

Die Technische Umsetzung von Taxi Driver ist mitunter einer zu jener Zeit gewagtesten überhaupt: Scorsese setzte Maßstäbe, sowohl was die Kameraführung angeht, als auch in Bezug auf die Chronologie, mit der dieser Film erzähl wird. Ihm gelingt es mit der Kamera Banalitäten auf Zelluloid zu bannen, die sich wie ein Mosaik zu einem überragenden Bild, oder besser gesagt: Psychogramm, des Protagonisten Bickle zusammensetzen. Aus diesem Blickwinkel betrachtet, handelt es sich bei den ersten beiden Dritteln des Filmes mehr um eine soziologisch– pathologische Studie, als um einen Streifen, der überall auf der Welt ungeahnte Erfolge feiern sollte.

De Niro brilliert in der Rolle des Travis Bickle und beweist, dass er zu jener Zeit einer der wirklich wenigen Meister des „echten“ Method – Acting ist, bei dem ihm wahrscheinlich nur Marlon Brando und Steve McQueen das Wasser reichen können. Es scheint beinahe so, als hätte niemand anderes als De Niro die Rolle überzeugen spielen können. Doch auch in den Nebenrollen finden sich damalige und heutige Berühmtheiten wie Harvey Keitel, Cybill Shepperd, Peter Boyle und Jodie Foster.

Weil der Film jedoch keine Explosionen bereit hält und eine längere Aufmerksamkeitsspanne als die eines Goldfisches erfordert, sollte mit ihm nicht unnötigerweise schmählich ins Gericht gegangen werden. Solche Filme wie Taxi Driver und Der Pate z.B. werden heute weder gedreht noch gerne gesehen. Das Medium Film passt sich der Konsumgesellschaft an und wird zum Mittel sterile Retortenemotionen beim Betrachter hervorzurufen, während bei Hauptdarstellern ohnehin nur auf das Aussehen geachtet wird (Selbst Q. Tarantino hält diesen Film für eines der allergrößten cineastischen Werke überhaupt!). Da tut es generell gut, sich einen Abend wirklich Zeit zu nehmen, einen Film unter künstlerischen Aspekten zu erleben, einen Film, der den Betrachter und dessen Ansichten auch ein Stück weit verändert und nicht nur hilflos an der Oberfläche der geistigen Abgestumpftheit kratzt. Genau so ein Film ist Taxi Driver.

zur DVD:

Enthält sehr viele Extras, von denen ich das flexible, interaktive Drehbuch als sehr interessant ansehe. Der Leser kann dabei bei jeder Textpassage direkt in den Film einsteigen und Vergleiche ziehen. Da das Drehbuch recht spartanisch ist, kann man anhand der Studie dessen, erst die wahre Raffinesse von allen beteiligten erahnen und die Arbeit, die nötig wahr um dieses Projekt zu realisieren.

Das Making Of zeigt zudem Kunstfertigkeit eines M. Scorsese auf dem Zenit seines künstlerischen Schaffens.

Fazit:

Um den Preis ist die DVD mehr als geschenkt: KAUFEN, KAUFEN, unbedingt KAUFEN und genießen.
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am 2. März 2014
aber das Cover-Artwork der BD ist hässllich.
Zur Handlung kann man an anderer Stelle fundierteres Wissen erwerben, deshalb befaßt sich diese
Rezension mit der technischen Umsetzung auf Bluray-Disc.
Der Film wurde aufwändigst von Regisseur Martin Scorsese restauriert. Hierzu wurden die original
Kameranegative mit einer Auflösung von ~4000x2000 (4K) gescannt und neu aufgearbeitet. Daraus
wurde zunächst eine 4K-Kinofassung hergestellt, die auf den Filmfestspielen in Berlin zur Aufführung
kam. Diese restaurierte Fassung in 4K diente als Vorlage für die BD, und das sieht man deutlich: erst-
klassiger Kontrast, natürliches Korn, strahlende Farben!
Die englische und deutsche Tonspur liegen in DTS-HD Master 5.1 vor. Abgesehen von einem Synchro-
bedingten Klangunterschied bei deutsch, sind beide gleich gut!
Viel Bonusmaterial. Schlechtes (weil hässliches) Cover-Artwork. Da ist es dann auch egal, daß es kein
Wendecover gibt. Sonst ein "Must-Have".
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am 14. August 2016
Hochgelobt und so habe auch ich mich durch Taxi Driver gequält. De Niro macht seine Sache gut, aber der Funke will einfach nicht überspringen. Der Plot passt nicht mehr in die heutige Zeit und die Art der Darstellung und Inszenierung auch nicht immer. Zuletzt ist die Story ziemlich banal.
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am 12. Juli 2008
Über diesen Film muß wahrlich nicht mehr viel gesagt werden. Drum beschränke ich mich auf die neuen Exras und die neue Aufmachung:

- Die Audiokommentare von Paul Schrader und Professor Robert Kolker sind großartig. Wenn man sich generell für Audiokommentare begeistern kann, dann hat man hier die Gelegnheit einem der besten Hollywoodscripter seiner Zeit (Schrader) und einem sehr informativen Professor für Film Studien (Kolker) zuzuhören.

- Die Featurettes "Martin Scorsese über Taxi Driver" und "Die Produktion von Taxi Driver" bietet Scorseses Sicht auf einige der wichtigsten Aspekte des Films während Schrader und Kolker die Einflüsse verschiedenster Elemente auf das Drehbuch näher beleuchten.

- "Gottes einsamster Mann" läßt Schrader über die Einsamkeit unter Vielen sprechen. Ein höchst informatives Feature über das Innenleben des von Robert DeNiro verkörperten Travis Bickle.

- "Tribut an Martin Scorsese" läßt viele berühmte Schauspieler und Regisseure (z.B. Robert DeNiro, Roger Corman, Michael Chapman und Oliver Stone) über den Einfluß von Scorsese und "Taxi Driver" auf ihre eigenen Arbeiten und das Kino an sich reflektieren.

- "Taxifahrer Geschichten", "Travis' New York" und "Travis' Plätze in New York" handeln vom New York in den Seventies und wie es sich im Vergleich zu heute gewandelt hat.

- Das Featurett "Vergleiche zwischen Storyboard und Film" rückt die Unterschiede zwischen dem Script und dem eigentlichen Film in den Mittelpunkt. Scorsese steuert eine informative Einleitung bei, die erklärt warum einige Szenen vom Storyboard abweichen.

Zusätzlich finden sich auf der Bonus Disc noch Video-Galerien und das Original-Drehbuch.

Nun kurz zur Verpackung: Sicher ist das Steelbook sehr edel und macht sich sehr gut im Regal des geneigten DVD-Sammlers. Jedoch finde ich das Digipack welches man in den USA mit dieser Collector's Edition bekommt, wesentlich schmucker. Das aufklappbare Pack bietet einem eindeutig mehr für sein Geld und ich frage mich warum wir mal wieder in die Röhre gucken. Zumal ja schon ein informatives Booklet in "unserer" Edition eine feine Sache gewesen wäre. Deswegen dann auch ein Stern Abzug. Heutzutage muß man sich ja schon freuen wenn man mal ein Inlay bekommt welches lediglich die Kapitel auflistet. Mindestens sowas wäre doch drin gewesen.
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