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am 2. Mai 2003
Man hat Kenneth Branagh für diesen Film übel kritisiert. Sein Film sei im Grunde nur eine Selbstinszenierung. Als vielbelächelter Beweis für diese Theorie musste seine geschminkte Bauchmuskulatur herhalten, die bereits im Kino sehr auffällig war. Ich gehe aber davon aus dass diese Selbstinszenierung eine bewusste war. Was Branagh interessiert, ist nicht so sehr das monströse des Monsters, sondern das der Hybris des Menschen der Romantik. Demensprechend ist der Hauptcharakter auch der Doktor, und nicht sein Geschöpf. Und der Doktor ist es auch der hier als wahres Monstrum auftritt, insbesondere in den Szenen in denen er seine Frau erweckt, keineswegs das Geschöpf selbst, das zwar mordet, aber im Grunde als hypersensibles Wesen mit Liebe zum Flötenspiel auftritt. Branagh verkehrt hier die Welten um eine Zeit zu inszenieren die von der Göttlichkeit des Menschen überzeugt war, und dementsprechend ist es nur konsequent, wenn er seinen Dr. Frankenstein eitel, selbstverliebt, hektisch, besessen auftreten lässt. Der ganze Film ist erschütternd, weil er an eine Urangst des Menschen appelliert, den geliebten Partner zu verlieren und weil er diese Szenen und die der Erweckung so drastisch nachzeichnet, dass einem schlecht werden könnte vor Angst und vor Entsetzen darüber wozu man fähig ist wenn man alles verloren hat (und glaubt es wieder umkehren zu können).
Die Charaktere können in dieser Inszenierung alle überzeugen, und das theaterlastige Moment passt zu dem Konzept das Branagh wählte, ebenso die Filmästhetik. Und gut unterhalten wird man auch noch bis zum Schluss. Diese Frankensteinversion hätte viel mehr Lob ernten sollen für den grossen Schritt den sie wagt. Leider haben das nicht alle Kritiker zu würdigen gewusst.
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am 15. März 2011
Das ist wirklich sehr interessant, was man hier an Rezensionen so lesen kann... einmal sei das Drehbuch zu nah am Roman und deshalb langweilig, dann wiederum habe man durch zuviel künstlerische Freiheit einen Klassiker ruiniert. Was stimmt denn nun?
Meiner Ansicht nach beides nicht.

Ich habe erst vor Kurzem den berühmten Roman von Mary Shelley gelesen und dies ist die erste Verfilmung, die ich gesehen habe. Ich bin also von daher nicht "vorbelastet".
Es wurde einiges gekürzt (aber meiner Meinung nach stets sinnvoll) und vor allem in der letzten halben Stunde auch so einiges abgeändert. Beides hat der Geschichte in meinen Augen nicht geschadet. Im Gegenteil war das sogar nötig, um gewisse Längen des Romans geschickt zu umgehen.
Dies ist ein temporeicher und starker Film, der die Intention der Vorlage hervorragend wiedergibt. Von einer angeblich überdramatisierten Darstellung habe ich nichts gesehen. Die Schauspieler liefern in meinen Augen durch die Bank eine hervorragende Leistung ab. Robert DeNiro war mir auf den ersten Blick von der Statur her eigentlich zu klein für die Kreatur *g*... aber letztlich zählt ja dann doch eher die Charakterdarstellung, die unglaublich stark ist.

Zwei Dinge zur angeblichen Selbstverliebtheit von Kenneth Branagh.
Erstens mag ein durchaus übersteigertes Selbstbewusstsein des Mannes im Spiele sein, wenn er gleichzeitig Hauptrolle und Regie übernimmt und sich damit quasi selber in Szene setzt (so ja auch beim 4-Stunden-Hamlet) - solange die Ergebnisse dermaßen geil sind, ist mir das total egal!
Zweitens ist gerade in diesem Film der Vorwurf ganz offensichtlicher Unsinn. Nicht Branagh hat Frankenstein zur absoluten Hauptfigur der Geschichte gemacht, sondern Shelley. Aus seiner Sicht wird doch das ganze erzählt. Durch den Ausbau von Nebenfiguren, wie ganz eklatant z.B. bei Elisabeth (Helena Bonham Carters Part), wird der Fokus sogar eher etwas von ihm abgerückt als auf ihn zentriert. Man könnte also mit Fug und Recht auch genau andersrum argumentieren.

Fazit: Mich hat der Film restlos überzeugt.
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am 28. Dezember 2001
Kenneth Branagh ist mit seinem Film die wahrscheinlich beste, und dem Buch ähnlichste Verfilmung von Mary Shelley's Frankenstein gelungen. Allein die Tatsache, dass die Geschichte an den originalen Schauplätzen (Genf und Ingolstadt), und nicht in einer dunklen Burg oder einem einsamen Dorf, stattfindet, verdient eine gewisse Anerkennung, vor allem weil bestehende Klischees nicht unterstrichen werden. Maske, Kostüme und meiner Meinung nach auch die Kamera sind klasse. Das ausklingende 18. Jahrhundert wird authentisch ins Bild gesetzt und die Geschichte ist durch und spannend.
Ein toller Film und auf jedem Fall sehenswert.
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am 8. Dezember 2015
Als sich im Jahre 1994 der rote Kinovorhang nach " Mary Shelleys Frankenstein" schloss, erlebte man etwas, was so selten im Kino geworden ist. Die Zuschauer blieben über den gesamten Abspann stumm sitzen, vollkommen überwältigt von der schwelgerischen Wucht, der opulenten menschlichen Tragödie, die sie gerade zwei Stunden mit offenem Mund und grossen Augen staunend erleben konnten.
" Frankenstein "goes Shakespeare, denn die bombastische, dabei fesselnd nervenzerreissende Inszenierung, die Regisseur Kenneth Brannagh hier ohne Kompromisse und nahe an Mary Shelleys " Frankenstein" Roman auf die Leinwand brachte, fährt mit jeder Sekunde unter die Haut.
Das ist Kino,- satt, prall, in einer Vehemenz der Dramatik, die einer griechischen Tragödie alle Ehre gemacht hätte.
Brannagh und er himself in der Hauptrolle des manischen, später tief verzweifelten Schöpfers einer widernatürlichen Kreatur , ein moderner Prometheus, der glaubte Gott spielen zu können und für seinen verantwortungslosen Frevel so bitter bezahlen muss, liefert ein unvergessliches Leinwandepos ab.

Keine andere frühere Version kann mit der seinigen, die erstmals die wahre tragische Dimension, die philosophischen Fragestellungen, letztendlich auch den Zeitkontext vortrefflich herausarbeitet, mithalten.
" Frankenstein" das war über Generationen der bleiche Pappedeckel- Quadratschädel von Boris Karloff, später die unfreiwillig komischen Plüschhorror Verfilmungen mit Peter Cushing, doch kein Regisseur machte sich die Mühe in ernsthafter und gleichzeitig rauschhaft theatralisch überhöhter Form dem Jahrhundertroman "Frankenstein" auf die Leinwand zu bringen.
Victor Frankenstein ist besessen von seiner Idee. Kenneth Brannagh ist es auch und zwar von seinem Film, der selbst zum Mythos werden soll und wie herrlich exaltiert, fieberhaft, wie vollkommen den Zuschauer in eine Achterbahn der Bilder und Emotionen zwingend inszeniert der Regisseur hier.

Die Geschichte dürfte bekannt sein und die philosophischen Essays, psychoanalytischen Deutungen , die brisante Wirkung und Weitsicht des " Frankenstein" Romans bis in die Moderne füllt meterlange Regale und kann hier in der Kürze nicht Teil der Betrachtung sein.
Die Tücken des Fortschrittwahns, Schöpfer und Geschöpf. Wo beginnt moralische Verantwortung für das Leben ?
Inwieweit ist Wissenschaftsgläubigkeit ein Weg in den eigenen Untergang ?
Was geschieht wenn wir zwar menschliches Leben in frevelhafter Weise selbst erschaffen könnten, aber die Bedingungen für die Menschwerdung des Wesens vollkommen missachten ?
Der Akt des Eingriffes in die Natur ist der Weg in die Entmenschlichung , weil die natürlichen Wurzeln aus Liebe und Geborgenheit, aus Vater und Mutter fehlen, weil auch ein perfekt im Reagenzglas designtes Geschöpf unkontrolliert tief fühlen und leiden kann.
" Wo ist meine Seele", fragt das Geschöpf einmal seinen Erzeuger, " habe ich eine ? Ich kann Flöte spielen. Warum ? Aus welchem Teil meines zusammengefügten Gehirnes stammt dieses Wissen ? Wer waren die Menschen, aus denen du mich erschufest?"
In den bestürzendsten Momenten kann Frankenstein auf diese Frage keine Antwort geben.
" Ich weiss es nicht. Es waren doch nur Rohmaterialien".
Doch die Büchse der Pandora ist geöffnet, das riesige ungeschlachte Wesen ist fühlendes Fleisch geworden. Schöpfer und Geschöpf . Die weitreichenden Folgen dieser Tat betreffen nicht nur sie. Alle, ob Unschuldige oder Schuldige werden in einem zerstörerischen Sog in den Abgrund gerissen werden.

Kenneth Brannagh inszeniert diese Götterdämmerung mit jener selten gewordenen Überwältigungskraft, die den Boden unter den Füssen schwinden lässt.
Der junge Baron von Frankenstein ( Kenneth Brannagh ) ist nach dem erschütternden Tod seiner Mutter durchdrungen von der Idee den Tod zu besiegen. In Ingolstadt macht er als Medizinstudent Bekanntschaft mit dem sinisteren Professor Waldheim ( John Cleese ) . Beide setzen heimlich ihr Wissen und ihre Fähigkeiten ein ,um in naher Zeit den perfekten Menschen aus totem Rohmaterial zu erschaffen. Waldheim wird bald darauf von einem Obdachlosen ( Robert de Niro) niedergestochen. Allein macht sich Frankenstein daran in einer blitzdurchzuckten Gewitternacht, während draussen in den Gassen von Ingolstadt die Cholera tödliche Ernte hält, sein grausiges Werk zu vollenden.
Seine anmutige Verlobte, sein gelieber Vater und Freunde sind vergessen. Frankenstein erweckt seine Kreatur zum Leben. Als er im letzten Moment den Irrsinn seines Handelns erkennt, ist das Verhängnis nicht mehr zu stoppen.

Gnadenlos und von verschlingender Intensität ist die schreckliche Tragödie. Spektakulär und masslos jeder melodramatische Moment und in dieser inszenatorischen Perfektion schadet die Überdimensionierung der Emotionen, die sich auch im Dekor und der Austattung widerspiegelt nicht , sondern macht " Frankenstein" zu einer monumentalen Oper. Und wer würde einem Verdi oder Puccini schon zuviel Obsession und Überschwenglichkeit vorwerfen ?
Seelenzustände , Erregungszustände werden von Brannagh direkt in spektakuläre Bilderstürme transferiert.
Eine riesige Freitreppe in Frankensteins Geburtshaus, die wohl so lang ist als würde sie in den Himmel reichen. Blutrote meterlange Gewänder, die über die Treppenstufen wallen , wenn Frankenstein alsbald seine geliebte dahingemordete Frau die Stufen hochträgt.
Eine aufwühlende Hinrichtungszene, in der die Gehenkte fällt und fällt... ins Bodenlose , aufgeknüpft an einer turmhohen Mauer und erst kurz vor dem Erdboden bricht das Genick. Monströs ist das Laboratorium, phantastisch die Naturaufnahmen rauher Unendlichkeit und riesiger Schneelandschaften, beklemmend die choleraverseuchten, leichenübersäten Strassen des finsteren Ingolstadt und dann einfach nur schockierend in dem Irrsinn die zweite weibliche Schöpfung, die Frankenstein nur noch im Wahn kreiert.
Wenn Helena Bonham Carter als zum Leben erweckte Elisabeth dann das furchtbar entstellte Haupt hebt, voller Leid schreit und über ihre grauenerregenden Narben, die ihr einst schönes Gesicht zur entsetzlichen Totenfratze verunstalten, ungläubig mit den Fingern tastet, dann gehört diese Szene für mich zu den verstörendsten und berührendsten des gesamten Horrorgenres.
Szenen, die man nicht vergisst. Auch die letzte ,wenn die bemitleidenswerte Kreatur nun für immer mit seinem Vater vereint im Eismeer versinkt.

Brannagh's Version ist deshalb so begnadet gut, weil sie nicht vom Virus der Modernisierung befallen ist. Der Regisseur inszeniert so barock, inbrünstig und extrovertiert die tiefen archaischen Gefühle von Liebe, Hass, Leidenschaft, Trauer, Ehrgeiz bis zum Wahnsinn und Verhängnis und das mit einer Überzeugungskraft und Herzblut, die überhaupt keine sachlichen Einwände mehr zulässt.
Gleichzeitig , als grosser Dirigent einer überlebensgrossen Schicksalssinfonie hat er aber auch in leisen Tönen eine unglaubliche Brillanz.
Dabei kommt Brannagh ein weiterer Trumpf in der Besetzung zugute. Der Ausnahmeschauspieler Robert de Niro als so hässliches, gleichzeitig mitleiderregendes Geschöpf bleibt auch in dieser Rolle markant im Gedächtnis haften.
Wie tief bewegend schafft er es in der Rolle des Monsters , uns in den stillen, poesievollen Momenten des Films die Tragik und Traurigkeit, die bittere Verlorenheit seiner Existenz nahezubringen. Fast unmerklich wird im Laufe des Geschehens sein furchtbares aus verschiedenen Leichenteilen zusammengenähtes Gesicht immer menschlicher, werden die Narben etwas unscheinbarer, sodass wir Zuschauer uns nicht nur über seine Gefühlswelt sondern auch über das Äussere immer mehr mit ihm identifizieren können.

Der beste " Frankenstein " ist ein gigantischer Kinorausch voller Pathos geworden, schwerblütig im Glas schimmernd wie alter Rotwein.
Grosse Gesten, grosse Gefühle und dann auch wieder so unfassbar zart, eindringlich und berührend, wenn Tränen der Verzweifelung in Augen schimmern, wenn die Kreatur am Ende vor dem Grab ihres " Vaters" still die Hände faltet und bitterlich weint in ewiger Verlorenheit.
Kenneth Brannaghs " Frankenstein" schürft tief in den Emotionen, trägt uns aus dem Kinosessel fort in eine andere Welt, eine andere Zeit und in eine überwältigende zeitlos aktuelle Thematik . Vielleicht für viele unbegreiflich gewinnt Brannagh mit diesem Sinnenkino auf ganzer Linie, anders als Francis Ford Coppola, der mit seiner zwei Jahre zuvor erschienenen " Dracula" Sause nur quitschbunte Peinlichkeit ablieferte.
" Frankenstein" steht für ein Kinoerlebnis, das alle Emotionen in intelligenter artifizieller Weise berauschen möchte.
Womöglich ist es ein nostalgisches Kino, das es heute nur selten noch gibt.
Kino - Bigger than life - mit Szenen, Worten, Gestiken und Bildern, die noch lange in der Seele schwingen, vielleicht auch das Herz zuweilen brechen und einen dicken Kloß im Hals erzeugen.

" Die Menschen fürchten sich vor mir , weil ich hässlich bin und sie....sie sind alle so wunderschön."
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am 17. Januar 2001
Dieser Film spaltet die Gemüter, und sicher verliert er auf dem Fernsehschirm etwas von der Wucht, die er im Kino hat. Dies ist ein Film für die ganz große Leinwand. Doch auch im Heimkino ist er immer wieder beeindruckend. Die mutige Kameraführung, die Ausstattung, die Kostüme, die Regie, das exzellente Drehbuch und eine Musik, die sicher zu den besten Scores überhaupt gehört. Der Film funktioniert als anspruchsvoller Problemfilm ebenso wie als Melodram und natürlich auch als packender Thriller. Die Inszenierung ist sicherlich sehr eigenwillig, opernhaft und pathetisch und scheut nicht große Szenen. Es ist eine sehr persönliche Inszenierung, die von der Handlung her von Mary Shelley an manchen Stellen abweicht, ohne ihr aber untreu zu werden.
Branagh liefert eine sehr energische, fesselnde Darstellung des Victor Frankenstein ab, der hier ebenso wie im Roman das Zentrum der Handlung bildet. Wer das für eine reine Selbstdarstellung des Regisseurs und Hauptdarstellers hält, mag das so sehen; wenn aber jede filmische Selbstdarstellung so brillant wäre wie diese, wäre das zeitgenössische Kino um manches Juwel reicher. Auch die übrigen Darsteller überzeugen durchgehend, so Helena Bonham Carter als Victor Frankensteins Verlobte Elizabeth, der viel zu selten zu sehende Tom Hulce als Victors Kommilitone Henry und natürlich Robert De Niro als die Kreatur, die vom unschuldigen Ausgestoßenen zum Rächer wird und daran selbst zugrunde geht. De Niros Darstellung der Kreatur ist die einzige, die mit Karloff konkurrieren kann (so unterschiedlich die Interpretationen der Rolle auch sind).
Diesem Film wird hier und da vorgeworfen, er sei nicht gruselig: Sicher handelt es sich hier - zum Glück - nicht um eine ekelhafte Schlitzerorgie mit axtschwingenden Wahnsinnigen; aber wem sich bei der zweiten Schöpfungsszene und dem, was sich an sie anschließt, nicht der Magen zusammenzieht (einfach wegen der Situation und nicht wegen einer Darstellung physischer Gewalt), dem ist nicht zu helfen.
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am 5. Juni 2016
Die Verfilmung ist sehr nahe am Buch. Trotzdem einige Situationen geändert und filmisch etwas anders umgesetzt.
Für mich beste Verfilmung des Stoffes wo viel wert auf die einzelnen Personen gelegt wird.
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am 30. März 2005
Diese Frankenstein Version ist weit näher am Original, Shelley's hervorragendem Roman, als die allermeisten oder sogar alle anderen Verfilmungen zuvor. Robert De Niro gibt eine hervorragende Vorstellung ab. Im Zentrum steht jedoch nicht der blanke Horror, sondern das persönliche Drama des sogenannten "Monsters". Es geht um die Macht der Wissenschaft und die große Verantwortung die damit einhergeht. Der Film wie das Buch ziehen das Fazit das die Menschen oft zu ignorant und unreif sind, um die Konsequenzen ihrer Handlungen abzusehen. "Frankenstein " ist eher ein sehr alter Science-Fiction Roman als eine Gruselgeschichte. Alles in allem ist der Film also eine tolle Mary Shelley Verfilmung aber nur leichte Kost für Horrorfans.
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am 21. August 2014
Mary Shelley's Frankenstein ist ein Film, den ich wirklich nur durch Zufall entdeckt habe und auf den ich eigentlich sehr gespannt war, der aber meine Erwartungen nicht ganz erfüllen konnte.

Victor Frankenstein studiert in Ingolstadt Medizin und ist fest davon überzeugt, dass man einen Menschen immer vor dem Tod bewahren bzw. ihn sogar von den Toten wieder auferstehen lassen kann. So erschafft er im Geheimen ein Monster aus Leichenteilen und es gelingt ihm sogar, dieses Monster zum Leben zu erwecken. Bald schon bereut er dies allerdings, weil das Monster jagt auf ihn macht.

Frankenstein ist eines der berühmtesten Monster der Welt, welches Mary Shelley 1818 erfand. Legendär ist die Verfilmung aus dem Jahre 1931, die ich leider genauso wenig kenne wie die Buchvorlage. Ich kenne aber natürlich die Figur des Frankenstein und habe mit diesem Film zum ersten Mal eine traditionelle Interpretation des Monsters gesehen und war nicht ganz überzeugt.
Was mir sofort aufgefallen ist, ist das theaterhafte Spiel. Regisseur war hier Kenneth Branagh (Thor) und dem merkt man es bei diesem Film noch deutlich an, dass er vom Theater kommt. Es ist nicht nur er allein, sondern fast alle Schauspieler, die hier oft wirken, als würden sie auf einer Theaterbühne stehen. Sie machen alles so über euphorisch dramatisch bzw. glücklich. Ich fühlte mich dadurch etwas belästigt, wenn man das so sagen kann, weil ich immer das Gefühl hatte, sie klatschen mir ihre Gefühle förmlich ins Gesicht und wollen auch wirklich jeden überdeutlich zeigen in welcher Gefühlslage sie jetzt sind. Diese Spiel hat mich wirklich genervt, weil an den paar ruhigen Stellen, in denen sie echt spielen, das Potential der Charaktere durchscheint. Hätten sich die Darsteller etwas zurückgehalten und echt gespielt, wie sie es heutzutage meisterhaft machen, hätte der Film deutlich gewonnen. Schauspielerisch hat mich hier wirklich nur Robert De Niro (Taxi Driver) als Frankenstein's Monster überzeugt. Er ist zwar unter einer sehr guten, dicken Maske versteckt, aber ich habe deutlich erkannt, dass er es ist (und das nicht nur anhand der Stimme), spielt aber überzeugend. De Niro ist der einzige, der nicht so überbordend spielt und der dem Monster Gefühle und einen eigenen Charakter gibt. Er verkörpert das Monster sehr menschlich und sorgt für die Highlights in jeglicher Hinsicht.
Abgesehen vom Schauspiel kann ich dem Film aber ansonsten nichts ankreiden. Kenneth Branagh erschafft hier einige visuell beeindruckende Bilder, die einen so schnell nicht wieder loslassen. Wie er das Monster erschafft bzw. es dann zum ersten Mal zeigt ist meisterhaft und sehr effektiv gemacht. Er scheut sich auch nicht, die eigentlich gute und interessante Geschichte schonungslos zu präsentieren. Gerade in der zweiten Hälfte passieren einige Dinge, womit man so sicher nicht gerechnet hat und bei denen mit der Kamera einfach drauf gehalten wurde. Visuell ist der Film einfach nur schick und effektiv.

Fazit:
Mary Shelley's Frankenstein ist ein visuell starker Film mit einigen imposanten Szenen, dessen Darsteller aber zu sehr spielen, als würden sie auf einer Theaterbühne stehen. Das Spiel ist zu konträr zum visuellen Stil des Films und verdirbt dadurch den Gesamteindruck. Nichtsdestotrotz ist der Film aber schaubar und prägt sich mit einigen Szenen ein.
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am 8. November 2003
Bevor ich den Film zum ersten mal sah, dachte ich, er sei ein Horrorfilm. Was ich sah überraschte mich jedoch, denn er ist kein effektheischender, blutiger Monsterfilm. In erster Linie geht es um das seelische Leid des erschaffenen Wesens, das von überall her Ablehnung erfährt.
Das ganze ist mit ein paar Gruselszenen gespickt und recht düster erzählt.
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am 1. November 2012
Victor Frankenstein (Kenneth Branagh) wächst wohlbehütet als Sohn eines Arztes (Ian Holm) in Genf auf. Es ist ein fröhliches und unbeschwertes Dasein. Als seine Mutter (Cherie Lunghi) bei der Geburt eines kleinen Brüderchens stirbt, bricht für ihn eine Welt zusammen. Nachdem er an ihrem Sterbebett schwört, einen Weg zu finden den Tod zu besiegen, beschließt er es dem Vater gleich zu tun und Mediziner zu werden. Er verlässt seine Geliebte Elisabeth (Helena Bonham Carter) und das Elternhaus um in Ingolstadt zu studieren. Hier lernt er den aus Frankreich stammenden Kommilitonen Henry Clerval (Tom Hulce) und Professor Waldman (John Cleese) kennen, dessen alchimistischen Lehren er anheim fällt. Waldmann wird bald darauf von einem Straßenräuber (Robert DeNiro) ermordet. Frankenstein bemächtigt sich der geheimen Schriften mit den Studien seines Lehrmeisters sowie der Leiche des nunmehr hingerichteten Verbrechers, um in einem abgeschotteten Dachboden seinen Forschungen nachzugehen, die nichts weniger als die Erschaffung einer neuen Spezies nach sich ziehen sollen. Dafür sammelt er des Nachts weitere Leichenteile um die bestmöglichen Voraussetzungen zu schaffen. Tatsächlich gelingt es ihm, neues Leben zu kreieren. Doch der Preis dafür ist hoch. Ihm wird klar, das er sich über Gott gestellt hat und will die Kreatur töten. Was ihm misslingt. Nun hat er einen Feind dem er nicht gewachsen ist. Denn das Monster will sich an ihm rächen. Was folgt, ist eine Tragödie von klassischem Ausmaß.

Lohn der Mutigen

Kenneth Branagh, begnadet als Schauspieler wie als Regisseur, nimmt sich Mary W. Shelley's Grusel-Evergreen und inszeniert ihn als temporeichen Mix aus Shakespeare, Wagner und Gothic-Horror, ohne dabei die Vorlage aus den Augen zu verlieren. Dabei ist ein abenteuerliches Spektakel mit wildwirbelnden Kamerafahrten, theaterhaften Monologen und eindrucksvoller Dramaturgie herausgekommen, bei dem auch der deftige Grusel nicht zu kurz kommt. Bodensatz dieses im Auftrag von Francis Ford Coppola entstandenen Stücks Zelluloid, ist einmal mehr die bei Branagh schon übliche erlesene Besetzung, angeführt vom Regisseur selbst. Branagh zeigt sich dabei ebenso charismatisch wie durchtrainiert, musste sich seinerzeit jedoch mehr als einmal dem Vorwurf eitler Selbstinszenierung aussetzen, der aber angesichts dieses künstlerischen Kraftaktes entkräftet werden kann, zumal diese Charaktereigenschaft, wie in anderer Rezension bemerkt durchaus der Figur Frankenstein anhaftet. Wer etwas kann, soll und darf es auch zeigen. Punkt.

Ein wahrer Besetzungscoup gelang ihm mit der Verpflichtung von Schauspiel-Titan Robert DeNiro, dessen Ruf damals noch nicht annähernd so beschädigt war wie heute, für die Rolle der Kreatur. Mühelos gelingt es ihm in kürzester Zeit, die ganze Orientierungslosigkeit und innere Zerissenheit dieses bemitleidenswerten Monsters zu vermitteln. Ambivalenz wird großgeschrieben. Daran merkt man schnell, das es Branagh durchaus ernst ist mit seinem wiederholten Anliegen, klassische Stoffe zeitgemäß zu aktualisieren und wie hier, ethische Inhalte für unsere Zeit greifbar zu machen.

Helena Bonham Carter, damals Muse Branaghs, der für sie Emma Thompson verließ, liefert hier den Grundstein für ein Rollenbild, das ihr noch heute anhaftet. Als unglückliche Geliebte Frankensteins wird sie gar geopfert für dessen ungeheuerliche Kreation. Dabei gelingen ihr Momente von großer darstellerischer Tiefe, die für ihre weitere Karriere durchaus förderlich gewesen sein dürften. Auch sollte sie noch mehrfach an Branaghs Seite agieren, z.B. in HAMLET. Des weiteren vermögen erstklassige Darsteller wie Aidan Quinn, Ian Holm, John Cleese und Tom Hulce Akzente zu setzen. Sie bilden das Salz in der Suppe.

Wie man sich bei derartigen Qualitätsstandards sicher denken kann, gibt es an Austattung, Schnitt, Kamera und Soundtrack ebenfalls nicht das geringste zu bemängeln, das Make-Up wurde Oscar nominiert. Leider fiel der Film 1994 bei Kritik und Publikum weitgehend durch, was sich nur dadurch erklären lässt, das die Zeit für ein solch opulentes Werk entweder nicht mehr oder noch nicht wieder reif war. Das Jahr gehörte ja bekanntlich einem anderen Filmemacher, der mit seiner verfilmten Schundliteratur die Sehgewohnheiten nachhaltig veränderte. Aber das ist eine andere Geschichte, über die an anderer Stelle zu sprechen sein wird. "Mary Shelley’s Frankenstein" von Kenneth Branagh funktioniert jedenfalls heute noch genauso wie vor 18 Jahren.

Ganz große Oper.
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