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Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen
2

am 12. Oktober 2016
Findet man die Oper "Tiefland" zumindest ab und an mal auf den Spielplänen, so sind d'Alberts andere Opern mehr der Vergessenheit anheim geraten. Schade eigentlich, denn vor allem die vorliegenden "Toten Augen" haben durchaus bühnenwirksames Potential. Die blinde Korintherin Myrtocle ist mit dem verunstalteten Römer Arcesius verheiratet, wird zudem auch noch von dessen Freund Aurelius Galba heimlich geliebt. Myrtocle hegt den Wunsch sehen zu können, doch niemand kann ihr helfen, auch nicht der rein auf Profit gierende Wunderarzt und Quacksalber Ktesiphar (hier herrlich gestaltet von Eberhard Büchner). Da hört sie, dass ein Prophet namens Jesus von Nazareth in ihrer Heimatstadt Jerusalem einzieht von dem die Nachricht ausgeht, er könne Blinde sehend machen. Sie lässt sich von Ihrer Dienerin Arsinoe zu ihm führen und er vollbringt das Wunder an ihr. Plötzlich sehend erblickt sie Galba und hält den schönen Mann für ihren Ehemann. Zuerst erwidert er ihre zärtlichen Worte nicht. Als er sie aber leidenschaftlich küsst, bringt Arcesius den Freund um. Myrtocle ist verzweifelt und verflucht den missgestalteten Mörder. Als sie jedoch von Arsinoe aufgeklärt wird, bekommt sie Mitleid mit ihrem Mann und wünscht sich, sie wäre wieder blind. So lässt sie sich von der Sonne blenden und gibt vor, weder Jesus, noch Galba und seinen Mörder gesehen zu haben.
Dagmar Schellenberger gibt mit rundem jugendlich-dramatischen Sopran eine rundum glücklich machende Myrtocle. Auch Margaret Chalker überzeugt mit etwas leichterer Stimme als Arsinoe. Die Herren jedoch können stimmlich nicht so für sich einnehmen. Den Galba gibt Norbert Orth zwar charakterstark aber in den Höhen mit doch arg angestrengten Tenor. Der Arcesius Hartmut Welkers kommt ebenfalls eher rau als wirklich schön gesungen daher. Die anderen Partien sind rollendeckend besetzt, wobei besonders im Vorspiel Lothar Odinius und Olaf Bär für sich einnehmen können.
Ralf Weikert setzt mit der Dresdner Philharmonie immer wieder strahlende Akzente und schafft mit dem hervorragenden Klangkörper auch wunderschöne spätromantische Melodiebögen. Alles in allem trotz der Einschränkung bei den Herren eine hervorragende musikalische Entdeckung.
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am 15. Juli 2010
Wunderschöne Musik von großem melodischen Einfallsreichtum, die derjenigen aus "Tiefland" in nichts nachsteht, hat Eugen D'Albert auch hier geschaffen. Viel symphonischer jedoch als das dreizehn Jahre zuvor uraufgeführte, bekannteste Werk des gebürtigen Glasgowers kommen seine "Toten Augen" (1916) daher. Ralf Weikert und die Dresdner Philharmonie bringen die spätromantischen Klangfarben mit gelegentlich impressionistischen Untertönen in diesem klangtechnisch sehr guten Konzertmitschnitt über fast zwei Stunden zum Schillern und Leuchten.
Ebenfalls überzeugend, wenn auch nicht immer ganz textverständlich, Dagmar Schellenberger als blinde Myrtocle. Mit vollem Sopran weiß sie ihre Partie zu meistern.
Nicht so souverän hingegen ihre Mitstreiter in den männlichen Hauptrollen: So hat Norbert Orth als Cornelius Galba insbesondere in der Höhe hörbare Probleme. Eigentlicher Wermutstropfen dieser Aufnahme ist jedoch Hartmut Welker: Leider überrepräsentiert auf wichtigen Opern-CD-Neuerscheinungen der späten 80-er sowie der 90-er Jahre - man denke an nur an Korngolds "Wunder der Heliane" (Decca) oder Schmidts "Notre Dame" (Capriccio), aber auch an den Abbado-"Lohengrin" (DG) -, gelingt ihm auch hier mit seinem weinerlichen, nicht klangschönen Bariton als Arcesius kein Bravurstück.
Die kleineren Partien allerdings sind u.a. mit Olaf Bär und Lothar Ordinius sehr gut besetzt.
Insgesamt somit sicher keine ganz perfekte Aufnahme, aber doch alleine schon aufgrund der herrlichen Musik eine solche, die unbedingt zu empfehlen ist!
Bleibt nur noch zu hoffen, dass in der nächsten Zeit aus dem Fundus von D'Alberts nicht geringem Opernschaffen noch weitere solche Schätze gehoben werden ...
4 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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