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am 17. Dezember 2005
Mit seinem großartigen Musikdrama "Othello" hatte Giuseppe Verdi seiner außergewöhnlichen Karriere einen weiteren Geniestreich hinzugefügt und einen riesigen (man dachte: letzten) Erfolg errungen.Mit beinahe 80 Jahren bereitete er jedoch der Musikwelt noch einmal eine große Überraschung. Der Komponist, der sich über seine gesamte Laufbahn hinweg mit Opern voller Mord und Totschlag einen führenden Platz auf den Spielplänen erobert hatte, verabschiedete sich mit einem musikalischen Lustspiel von selten gehörter Vollendung. Seit dem totalen Durchfall seiner Buffooper "Un giorno di regno" vor etwa 50 Jahren und Rossinis Prophezeiung, er werde wohl nie ein gutes Lustspiel schreiben können, hatte Verdi vom heiteren Genre die Finger gelassen und sich auf hochdramatischen Stoff konzentriert.
Als er schließlich niemandem außer sich selbst mehr etwas beweisem mußte, bat er den "Othello" - Librettisten Arrigo Boito um eine weitere Shakespeare - Bearbeitung. Verdi hatte sich als Stoff für seine sicherlich letzte Oper eine schon seit Jahrhunderten beliebte Bühnenfigur ausersehen: Den dicken, versoffenen und schürzenjagenden Ritter Sir John Falstaff, bekannt aus "Heinrich IV." und "Die lustigen Weiber von Windsor". Boito entnahm Einzelheiten aus beiden Stücken, die Handlung von "Falstaff" folgt weitgehend den "lustigen Weibern", aus "Heinrich IV." stammt jedoch der philosophischere Teil von Sir Johns Charakter, der dem heruntergekommenen Schwerenöter einen kaum geahnten Seelenadel verleiht.
Das Kompositionsschema folgt weitgehend dem des "Othello". Die Oper ist in einem großen Bogen durchkomponiert, Arien und geschlossene Musiknummern im herkömmlichen Sinne gibt es nicht mehr. Der inhaltliche Unterschied zum hochdramatischen Vorgänger ist jedoch vollständig. Verdi komponiert hier in einem äußerst klaren, zeitweise an Mozart erinnernden Stil, trotzdem bleibt seine Urheberschaft unverkennbar. Es entwickelt sich eine turbulente Komödie, in der das Sängerensemble im Vordergrund steht.
Die Uraufführung des "Falstaff" am 6. Februar 1893 wurde noch einmal ein vollständiger Triumph für Verdi, die Mailänder Scala bereitete dem geliebten Maestro die letzte große Ovation seines Lebens und Rossinis Prophezeiung war gründlich widerlegt. Heutzutage ist diese Oper ein von Kennern hochgeschätzter Leckerbissen, die jedoch nicht so oft auf der Bühne erscheint, wie sie es verdient hätte. Das könnte an dem für Verdi ungewöhnlichen Thema liegen, oder am Fehlen eines exponierten Stars, der durch seine gesangliche Kunstfertigkeit beeindruckt.
Herbert von Karajans Aufnahme aus dem Jahr 1957 ist die beste Werbung, die diese hervorragende Oper sich wünschen kann. Karajan befand sich zu dieser Zeit bereits auf dem lang anhaltenden Höhepunkt seiner Karriere, steckt hier voller Theaterblut und Ausdruckswillen. Sein Dirigat stellt sich in den Dienst des Werkes und so jagt er das grandios spielende Philharmonia Orchestra durch eine rasante und temperamentvolle Gesamtaufnahme, die selbst Verächter von Opern auf CD mitreissen muß.
Der "Falstaff" ist wie kaum eine andere Oper von der Leistung des gesamten Ensembles abhängig, es gibt keine wirklichen Nebenrollen, da jede Figur ihren unverwechselbaren Charakter erhält. Karajan holte für seine Einspielung die besten und schauspielerisch begabtesten Sänger zusammen, die man zu dieser Zeit bekommen konnte.
Als "Primus inter pares" brilliert hier der große Tito Gobbi in der Titelrolle. Er ist eher für die Verkörperung dramatischer Verdi (Rigoletto!)- und Puccini - Partien (Scarpia!!) berühmt, seine eindrucksvollsten Momente hatte er immer im Zusammenspiel mit seiner Stammpartnerin Maria Callas. Daß er auch ein begnadeter Komiker war, bewies er als Figaro in der wunderschönen "Barbiere" - Einspielung bei EMI (mit Callas), sowie hier quasi in einer Solo - Vorstellung. Dem liebestrunken Ritter gibt er viel Humor mit auf den Weg, läßt ihn jedoch nie wie eine alberne Witzfigur wirken. Gobbi singt seinen Falstaff mit großer Ironie und Nonchalance, gibt ihn aber auch die nötige Würde, vor allem in seiner "Arie" im dritten Akt und nach der Aufdeckung der ganzen Verwirrung am Ende. Trotz Gobbis bekannter Schwäche bei hohen Tönen (die hier kaum auffällt), gibt es für mich keinen besseren Falstaff.
Auch Elisabeth Schwarzkopf war eher für ihre Darstellung nobler und hochgesinnter Frauengestalten bekannt. Die Chance, auch einmal hemmungslos komisch sein zu dürfen, nutzt sie als Alice Ford voll aus. Man hört ihr den Spaß am Spiel in jeder Szene an, sie klingt gewitzt und geistreich, ohne die Schwere, die über vielen ihrer weiteren Aufnahmen liegt.
Ihr Ehegatte, der sich für so klug und überlegen haltende Mr. Ford, der am Ende fast noch dümmer dasteht als Falstaff, ist bei dem damals noch recht jungen Rolando Panerai in besten Händen. Er singt stets mit einem ironischen, etwas arroganten Unterton in der Stimme, den man von ihm ebenfalls recht selten gehört hat. Panerai wird jedoch genauso wenig zur Karikatur wie Gobbi und bleibt durchgehend glaubhaft und ernst zu nehmen.
Für einen gewissen "Rossini - Touch" sorgt das junge Liebespaar Fenton / Nannetta, gesungen von Luigi Alva und Anna Moffo.
Alva besticht durch seine Belcanto - geschulte, strahlend helle Tenorstimme, noch ohne das "Jammern", das sich in seinen späteren Aufnahmen einschlich, und überzeugende Darstellung des schwärmerischen jungen Mannes.
Anna Moffo zeigt sich in dieser frühen Aufnahme bereits mit wunderschöner, glockenreiner Stimme. Gesanglich ist sie der "Star" der Aufnahme, ihre Arie als "Feenkönigin" im Schlußbild das Highlight an Stimmkunst. Eine Diva im Kommen.
Falstaffs dubioses Dienerpaar Bardolfo und Pistola sind mit Renato Ercolani und Nicola Zaccaria luxuriös besetzt, ebenso der pedantische Dr. Cajus von Tomaso Spataro.
Nan Merriman in der etwas undankbaren Rolle von Falstaffs zweitem "Liebesoper" Meg Page wertet diese Partie mit ihrem warmen Mezzo beträchtlich auf und steht dem restlichen Ensemble an Spielfreude in nichts nach.
Komplettiert wird diese außergewöhnlich hochklassige Besetzung durch die Mrs. Quickly von Fedora Barbieri, auch sie eher für tragische Figuren wie Abigaille, Azucena oder Amneris bekannt. Stimmlich hatte sie ihre besten Zeiten 1957 bereits hinter sich, aber in der Rolle der etwas angereiften, stets zu Scherzen aufgelegten Nachbarsfrau der Mrs. Ford vermag sie durch ihr großes schauspielerisches Talent zu glänzen und schließt perfekt den Kreis der "lustigen Weiber von Windsor".
Diese Aufnahme ist in den frühen Tagen der Stereotechnik entstanden, deshalb zeigen sich im Klangbild einige kleine Unregelmäßigkeiten, die jedoch das Hörvergnügen in keiner Weise beeinträchtigen. Vielmehr wurden die Originalbänder für diese Ausgabe mit neuester Technologie bearbeitet, so daß man ihr ihr bereits recht hohes Alter kaum mehr anhört.
So bleibt abschließend zu sagen: Dieser Aufnahme gebührt im Plattenschrank eines jeden Opernliebhabers ein Ehrenplatz.
Tutto nel mondo e burla.
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am 10. September 2001
Karl Loebl (im Hermes Handlexikon Oper auf Schallplatten) zum Trotz: dies ist die bessere der beiden Karajan-Aufnahmen des Falstaff. Und Abbado und Gardiner haben daneben einen schweren Stand! Denn es stimmt einfach alles: Rhythmus, Tempo, Diktion der Sänger, Transparenz der Ensembles, Gleichgewicht von Orchester und Ensemble. Die perfekte (Klang-)Realisierung eines der komplexesten Werke der Operngeschichte.
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TOP 500 REZENSENTam 16. Oktober 2015
Nicht zu Unrecht gilt Herbert von Karajans Londoner Studioaufnahme von Giuseppe Verdis "Falstaff" aus dem Jahr 1956 noch heute bei vielen Kennern und Liebhabern als die Referenz des Werkes schlechthin.
Das hat mehrere Gründe, denn obwohl es noch einige andere hochkarätige Produktionen, wie die von Toscanini (RCA), Bernstein und Solti (beide Decca), auf dem Markt gibt, hat Karajans Aufnahme das mit Abstand beste Sängerensemble aufzubieten, und zudem leitet er das erstklassige Philharmonia Orchestra London, das nicht nur über herausragende Musiker (vor allem Bläser!) verfügte, sondern vom Dirigenten zu einem so homogenen, differenzierten und farbigen Spiel angeleitet wurde, daß es eine wahre Freude ist. Karajan dirigierte das Werk nicht nur "mit Leidenschaft, Freude und einem gewissen deutschen Schwung, sondern mit wahrhaft südländischem Feuer", wie der englische Musikkritiker Richard Osborne anmerkte.
Nun zu den Sängern. Daß "Falstaff" eine Ensembleoper par excellence ist, ist eine Binsenweisheit. Und hier haben wir das schiere Wunder zu bestaunen, daß aus einer Handvoll internationaler Künstler ein so einmalig homogenes Ensemble entstand, wie es weder vorher noch später jemals in dieser Vollendung wieder geboten werden konnte. Man weiß absolut nicht, wen man, vielleicht von Tito Gobbi, der die Titelrolle singt, einmal abgesehen, besonders loben soll. Luigi Alva (Fenton), Rolando Panerai (Ford), Nicola Zaccaria (Pistol), Renato Ercolani (Bardolf), sie alle singen und spielen ganz einfach wundervoll. Und erst die Damen, angeführt von Elisabeth Schwarzkopf (Alice Ford), bezaubern mit ihren herrlichen Stimmen und ihrer Spiellaune den Hörer. Dazu gehören noch Anna Moffo (Nannetta), noch am Beginn ihrer leider viel zu kurzen Karriere, Nan Merriman (Meg Page) und Fedora Barbieri (Mrs. Quickly). Ich glaube, wer diese Aufnahme im Schrank hat, der muß nicht unbedingt eine andere kaufen, auch nicht Karajans zweite Annäherung an die Oper von 1980 (Philips), die zwar auch hervorragende Einzelleistungen zu bieten hat (u.a. Giuseppe Taddei als Falstaff und Christa Ludwig als Mrs. Quickly), aber in der Gesamtwirkung längst nicht einen so bleibenden Eindruck hinterläßt wie seine frühe Londoner Version.
Klangtechnisch ist sie natürlich neueren Produktionen klar unterlegen, obwohl sie bereits in Stereo aufgezeichnet wurde. Doch das spielt angesichts der künstlerischen Qualität nur eine ganz untergeordnete Rolle.
Die EMI hat ihrer Neuausgabe in der Reihe "Great Recordings of the Century" ein reich bebildertes Textbuch beigefügt, das neben einer guten Werkeinführung auch das italienische Libretto mit mehrsprachiger Übersetzung enthält, darunter deutsch.
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