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Kundenrezensionen

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am 21. Dezember 2004
Zehn Jahre ist es nun schon her, dass ich jenes Album gekauft habe, welches zum Meilenstein der alternativen Musikszene avancieren sollte. Im Jahre 2004 erscheint nun die 10th anniversary Deluxe Edition dieses Krachers in gleich 2 Varianten. Das Album ist sowohl als Super Audio CD als auch als DVD-Audio erschienen und buhlt so um die Gunst des Käufers. Um den schwelenden Streit zwíschen den Anhängern der beiden konkurrierenden Formate weiter zu befeuern, natürlich in unterschiedlicher Ausstattung.
Gegenstand dieser Rezension soll allerdings die SACD Variante sein, welcher der Verfasser primär favorisiert. Und auch hier soll nicht das Augenmerk auf dem eigentlichen künstlerischen Inhalt der Doppel CD liegen, sondern auf der technischen Umsetzung. Denn, dass "The Downward Spiral" ein wegweisendes und alles überragendes Album ist, war und immer sein wird, setze ich als bekannt voraus. Und den Sammler interessiert primär der "Mehrwert" einer Neuauflage.
-Verpackung:
Edel kommt sie ja schon daher, im schicken Doppel DiGi-Pack mit schonendem Kunststoffschuber. Sogar das Artwork hat man ein wenig überarbeitet und Illustrationen der im Fahrwasser des Albums veröffentlichten Doppel Maxi Sets (Closer, March of the Pigs) bzw. der EP (Further down the Spiral) einfliessen lassen. Im Booklet ebenfalls enthalten, sind alle Texte des ursprünglichen Albums (was allerdings bei der Erstveröffentlichung auch schon der Fall war). Alles in allem ein durchaus gelungenes und würdiges Äußeres dieser Deluxe Edition. Einziger Kritikpunkt: Die CD Halter auf die die Scheiben aufgeklemmt sind, sind äußerst schlecht zu händeln und riskieren abgebrochen zu werden oder, schlimmer, die CD zu beschädigen. Zu steif sind sie gearbeitet.
-Inhalt:
Die erste CD enthält das Album als normale CD Spur, sowie als remasterte SACD Stereo und Multichannel Spur. Die zweite CD beherbergt auschließlich Bonustracks, die dem geneigten Fan und Sammler aber bereits von diversen Soundtrack Beiträgen (Dead Souls, Burn) bzw. als B-Seiten der Maxis oder EP geläufig sein sollten. Auch kommt sie nur als "normale" CD daher, ist also nicht als SACD gemastert.
-Umsetzung:
Der Klang der CD Spur der "Spiral" ist gut, unterscheidet sich aber nicht wesentlich von der der Erstauflage. Wechselt man auf die SACD Spur der Disc, öffnet sich das Klangbild merklich und der Klang wird weitläufiger, die Dynamik nimmt zu, feine Details treten hervor. Gekrönt wird dieser Eindruck allerdings erst von der Mehrkanal Spur der Disc. Die Surround Speaker werden nun aggressiv ins Klanggeschehen mit eingebunden und sorgen für einen regelrechten WOW! Effekt. Mal verspielt mit Soundeffekten, mal mit ordentlich Tiefbass belastet oder mit wanderndem Klangfeld umschmeicheln sie den Hörer.
-Fazit:
Für alle, die das Album bereits als normale CD besitzen und die nicht über einen geeigneten Multikanalverstärker samt Lautsprechersystem verfügen, lohnt dieser Kauf nicht wirklich. Die Klangunterschiede der CDs untereinander, aber auch die der CD zur SACD Stereo sind wirklich marginal und nur mit entsprechend leistungsfähigem Equipment auszumachen. Wer allerdings ein multichannelfähiges System zu Hause stehen hat, wird seine helle Freude an der Umsetzung dieser Scheibe haben. Denn dieser Mix macht den eigentlichen "Mehrwert" und Kaufanreiz aus.
Nachdem das 94er Album nun einige Monate im Regal stehen musste und andere CDs im Player rotieren durften, findet es nun im 5.1 Gewand zurück in die Anlage und offeriert neue Höreindrücke und einen ganz neuen Zugang zu dieser Ausnahmeerscheinung die sich "The Downward Spiral" nennt. Gänsehaut inklusive...
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am 4. Februar 2002
Man mag ja über Reznors Charakter streiten, aber eines muss man dem Typen wirklich lassen: Wir wurden alle vorgewarnt. Gleich zu Beginn verteilt Reznor treffsicher Folterschläge. Wer es dann doch besser weiss und glaubt, den Rest auch noch ertragen zu können, mit dem kennt der Typ wahrlich keine Gnade. Der gerät mitten hinein in den Sog der Abwärtsspirale.
Dort offenbart sich der Reiz Reznors finsterer Seelenlandschaft. Da erblickt man auch verdorrte Obstgärten inmitten unberührter, endloser Einöden, die dem ganzen Werk einen Hauch von Melancholie verpassen. Nur früher oder später sticht einem dann doch Reznors mit künstlichem Lila angeschmiertes Eigenheim ins Auge. Passt da irgendwie nicht rein, genau so wenig wie dieses Werk in die Welt der handgemachten Rockmusik. Dafür verunstaltet Reznor einfach zu oft Elemente der synthetischen Popmusik.
Für jeden etwas? Nein. Jeder wird zwar mit dem saftigen Apfel der Versuchung angelockt, doch beisst man hinein, so entpuppt sich dieser dann doch als ziemlich madiges Gebilde. Diese schwer verdauliche Riesenportion künstlichen Lärms schmeckt anfangs wohl niemanden richtig vertraut.
Bezeichnend für die verlorene Eigenständigkeit dieser Kreation ist für mich das Lied „The Becoming". Anfangs wird die Atmosphäre des Wahnsinns eingefangen und vermischt mit einem entstellten, futuristischen Poprhythmus. Dann wiegt Reznor einem mit sanften Klängen in den Schlaf, bevor er dazu ansetzt mit spitzen Fingernägeln über eine Tafel zu kratzen. Als ob dies nicht schon genug des Guten wäre, dringt er schliesslich ausser sich vor Wut mit einem brutalst möglich abgehackten Gitarrenriff bis zum letzten Nerv des Zuhörers vor.
Diese aggressionsgeladenen Momente erwecken den Eindruck, irgendetwas hält einen penetrant auf der Überholspur. Doch mitunter hat das ganze über weite Strecken einen komisch seriösen Beigeschmack. Reznors Gesang klingt phasenweise wie der eines etablierten Popsängers. Richtig störend oft muss man lange darauf warten, dass er endlich das Rasiermesser auspackt. Doch wenn er es einsetzt, dann stets mit mörderischer Intelligenz und so gezielt, dass dagegen bis zum heutigen Tag so schnell keiner gegen anstinken kann. Da wirkt das, was Sipknot & Co. zur Zeit verbrechen, wie plumper Lärmbrei und Marylon Manson wie ein armer Irrer.
Und genau das macht Reznors Meisterwerk so gefährlich. Der Zuhörer wird unter Spannung gehalten, bis sich hochdosierte Emotionen entladen. Die werden dann um so mehr wahrgenommen. Das Gemüt wird gefesselt. Die Message dringt durch. Doch das sollte sie eigentlich nicht, denn im Gesamtbild zeichnet sich ein selbstzerstörerischer Amoklauf ab.
Reznor hat den Finger stets am Abzug, hat vor nichts, aber auch vor gar nichts Respekt. Ist er deshalb der Nihilist, nach dem sich die kommerzielle Musikbranche so sehnt? Nein, dafür zielt „The Downward Spiral" viel zu sehr aufs Gehirn und ist viel zu gefährlich. Nur was gefährlich ist, muss auch gut sein, und „The Downward Spiral" ist ein wirklich sehr gutes, richtungsweisendes Stück Musikgeschichte.
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am 23. Februar 2006
Schon als ich das erste Mal dieses Album hörte, war es Liebe. Liebe auf das erste Hören. Viele haben mich gefragt: Warum hörst du dir sowas an? Es gibt nur eine Antwort: Der Mann spricht mir aus der Seele und das tut gleichzeitig weh und gut.
Wann immer es mir schlecht geht, ist Trent meine Heilung. Es ist als kommen die Musik und die Texte direkt aus meinem eigenen Innenleben und Trent hätte das alles zu Worten geformt und in eine der besten Scheiben der Musikgeschichte gepresst. Dieses Werk ist sperrig und wem die Genialität verschlossen bleibt, die dahinter steckt, der wird das Album nie verstehen und auch Trents Musik nie verstehen.
Der Mann hat irgendwas in sich, das in ihm brodelt und er sagte selbst mal, nur in der Musik kann er das so ausdrücken und sich auch selbst helfen. Danke Trent, damit ist auch mir geholfen.
Trent ist eigentlich sowas wie ein Solomusiker, er macht alles selbst. Seine Alben brauchen ihre Zeit, da muss der geneigte Fan schon mal ein paar Jahre warten. Aber es lohnt sich immer wieder. Wer schon bei "Closer" eine Gänsehaut bekommt, der wird den Liveauftritt mit diesem Song aus "All that could have been" abgöttisch lieben. Unbedingt sollte man sich auch mal Trents Videos ansehen, die ebenso verstörende Genialität beinhalten wie die Songs selbst.
Bereits mit "Pretty Hate Machine" hatte er eine Richtung eingeschlagen, die er noch mit "Downward Spiral" erweitert und perfektioniert hat.
Dieses Album ist ein Meilenstein, Therapie und Wahnsinn zugleich. Kein anderes wird einen je so berühren und auch spalten wie dieses. Man möchte es an sich drücken und Trent danken. Man möchte es in die Ecke werfen und ihn verfluchen, weil es einen nicht mehr loslässt.
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am 25. Dezember 2004
Die Dualdisc ist eine Scheibe, deren CD-Seite das Album digital überarbeitet enthält. Auf der DVD-Seite ist es in hochauflösendem Dolby 5.1 mit 96kHz aufgetragen.
An The Downward Spiral hat mich immer nur eins gestört, das aber sehr: Dass Trent Reznor die beiden Stereokanäle so häufig mit zig Tonspuren überfrachtet hat, dass man am Ende Mühe hatte, Musik herauszuhören. Auf 6 Kanäle verteilt, ergibt aber alles Sinn. Jedes Geräusch, jedes Flüstern, Knirschen, Schaben ist herauszuhören und klar zu orten. Gleichzeitig klingen die einzelnen Samples dank der digitalen Überarbeitung viel klarer. Beim ersten Hören war ich absolut baff.
Einen Nachteil hat das ganze: Bei den Tanzkrachern March of the Pigs, Heresy, Ruiner, Closer hat es mich beim Hören vorher nie im Sessel gehalten. Jetzt sollte man sich wegen der Raumwirkung beim Hören nicht mehr im Zimmer bewegen.
Aber zum Tanzen gibt es ja die CD-Seite.
Die Videos zu March of the Pigs, Closer und Hurt sind eine nette Dreingabe, das Closer-Video sogar in 5.1.
Zur Musik selbst muss man wohl kein Wort verlieren.
Insgesamt also nur zu empfehlen, wer nur Stereo hört, verpasst das halbe Vergnügen.
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20 Jahre hat das Konzeptalbum "The Downward Spital" von Nine Inch Nails nun schon auf dem Buckel, und es hat in dieser Zeit nichts an Intensität verloren. Nach dem geradlingen, schon regelrecht poppigen Debüt "Pretty Hate Machine" und der rockigen "Broken"-EP veröffentlichte Trent Reznor sein bis dato brachialstes Werk, das vor Destruktivität, Dunkelheit und Wut nur so strotzt. Thematisiert wird der Verfall eines Menschen, welcher der Gesellschaft entsagt. Dabei bedient er sich vermehrt den Mitteln Sex und Gewalt. Bereits im Opener "Mr. Self Destruct" dominieren stampfende Industrial-Beats und beinahe bis zur Unkenntlichkeit verzerrte Gitarren. Im Gegensatz dazu wird es in "Piggy" schon beinahe relaxt, wobei die düstere Grundstimmung nicht verloren geht. Das direkt tanzbare (wobei ich das Wort eigentlich hasse) "Closer" und das sehr ruhige, melancholische "Hurt" hat wohl jeder schon einmal gehört, letztgenanntes Lied vielleicht auch in der Version von Johnny Cash (die ich ehrlich gesagt noch besser finde als das Original). "The Downward Spiral" brachte Reznor den großen Durchbruch, doch den kreativen Höhepunkt sollte er erst mit "The Fragile" (1999) erreichen.
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am 29. August 2011
Die Nine Inch Nails wurden mit der Broken EP und dem darauf enthaltenem Song Wish der 1993 den Grammy für die beste Metal Performance erhielt zu einer Instanz im amerikanischen Popzirkus und jedem weiteren Video, jedem weiteren Song größer als es sich Trent Reznor hätte vorstellen können. Er sagte etwa zu der Zeit mal, er sei so berühmt, dass Fans ihm Rattenkadaver in den Briefkasten werfen würden.
Reznor zog von New Orleans nach LA mietete ein Haus an und instalierte dort ein Studio in eben jenem Haus in dem Sharon Tate durch die Mansonfamily ermordet wurde. Reznor bereuhte die Wahl später nachdem er mit der Schwester Tates gesprochen hatte und ihm, diese für ihn makabere und abstrakte Geschichte plötzlich einen realen Bezug erhielt. Doch zur Zeit der Albumaufnahmen war es noch 'nur' eine Geschichte die sich in diesem Haus abgespielt hatte. Es sollte nie ein Werbegag sein, sondern tatsächlich Einfluss auf das Album nehmen. Wirklichen Einfluss hatten wohl die Drogen, die langsam aufkeimende Depression und die sozialen Ängste, die Reznor später noch vollends einholen sollten.

Downward Spiral ist nicht nur ein Albumkonzept, es ist auch eine persönliche Geschichte, wie Reznor oft betonte. Zu Year Zero sagte er YZ wäre das erste Album indem es nicht allein um ihn ginge. Das rückt das Konzept hinter der Spiral in das richtige Licht, denn die Downward Spiral ist die Geschichte einer systematischen Selbstzerstörung. Die Hauptfigur ist einerseits auf der Suche nach Reinheit und Freiheit, nach Gott sodenn man will und daher nach der Lossagung von jedweden menschengemachten Konventionen; Religion, Staat, Moral alles soll ausgegrenzt werden und nichts anderes als das reine Individuum soll überig bleiben. Dass hier der Übermensch aus Nitzsches Also sprach Zarathustra Pate stand erscheint einleuchtend doch wenn man den Weg dieser solipsistischen Figur verfolgt entfernt sich Reznor wieder von dieser Vorlage und bedient sich mehr einiger Geschichten wie z.B. der Clive Barker Kurzgeschichte Nieder Satan! aus dem 4. Buch des Blutes.. Gewalt, Drogen, Sex und anhaltende bewusste Selbstzerstörung sind jener Weg der eigentlich zu Erlösung von allen Zwängen und Konventionen führen soll(Mr. Self Destruct). Ein weiterer Einfluss findet sich sicherlich in dem Abschlussmonolog des Replikanten Roy Batty(Rutger Hauer) in Blade Runner. Denn die eigentliche Suche beschreibt Reznor in 'I do not want this' mit der Zeile "I want to do something that matters", denn letztendlich geht es in dem Album um eine verzweifelte Sinnsuche und um das Gefühl der eigenen Bedeutungslosigkeit. Wo komme ich her, wo gehe ich hin und warum bin ich hier? Bis zu dieser Erkenntnis ist es nur ein langer Weg durch Gewalt und Hass, Drogen und Sex der hiernach nicht endet sondern noch brutaler wird(Big man with a gun) und letztendlich in Mord(Downward Spiral) und Suizid(Hurt) mündet. (Ob Downward Spiral nun ein Mord ist oder ein erdachter Suizid hab ich bis heute nicht ganz rausgefunden, aber wenn das Album eine chronologische Folge hat, dann tötet die Figur jemanden in einer Art stellvertretendem Suizid und findet eine kurzfristige Befriedigung und Befreiung in diesem Mord)

Musikalisch standen laut Reznor Brian Eno, David Bowie und Iggy Pop mit den Alben Low und The Idiot Pate für das Album. Das herauszuhören ist aber mehr als schwierig, obwohl Closer die Iggyversion von Nightclubbing benutzt.
'The Downward Spiral' ist sicherlich kein einfaches Album, es ist und bleibt über weite Strecken eine Krachorgie. Bis in unkenntlichkeit verzerrte Gitarren, ein fast durchweg stampfendes Schlagzeug und kreischende Synthesizer formen einen industriellen Klang, der roher und wütender nicht hätte sein können.
In Stücken wie 'Big Man With A Gun' gibt es kaum noch eine erkennbare Struktur. der Song schwillt in seiner Aggressionen und endet in absolutem Hass. Doch all diese Wut, dieser rauhe Sound ist bis ins kleinste Detail durchstrukturiert und wird gezielt eingesetzt. Und anstelle einer anhaltenden reinen Lärmorgie lösen Stücke wie Piggy, Closer, A warm Place oder Hurt diesen Eindruck zum Teil. Und selbst ohne diese Stücke erkennt der geneigte Hörer den detailberliebten Aufbau jedes Stücks, hier ist nichts einfach nur als Krach an- und ineinandergefügt, es ist spürbar durchdacht und geplant, jede Note, jede Zeile, jedes Lied. Anders als populäre Industrial Rock Genrekollegen wie Ministy oder Unit:187 setzte Reznor nicht allein auf Lautstärke und/oder Tempo. Das Album kann auch als Progressiv betrachtet werden und lässt man es auf sich wirken, so mehrt man mit welch großen Schritten sich Reznor bereits hier von dem Genre Industrial Rock entfernte. Der Hitsong, der die Band bist heute verfolgen sollte 'Closer' und die Ballade die Reznor als eines seiner wenn nicht sogar das intimste Stücke bezeichnet 'Hurt' vergrößerten den Ruhm der Band und des Albums nur noch. Closer von Beginn an und Hurt, erst als Liveversion auf dem Remixalbum Further Down the Spiral und dann als das Abschied nehmende Coverstück des Countrysängers Johnny Cash auf American IV: Man Comes Around. Auch nahezu alle anderen Titel wie March of the Pigs, Mr.Self Destruct, Hersey, the Becoming, Reptile oder I do not want this haben durchaus Ohrwurmcharakter und Hitqualität, stehen in ihrem Ruhm jedoch hinter diesen beiden übergroßen Stücken und müssen wahrscheinlich erst einmal wirken können. Denn viele dieser Titel benötigen etwas Zeit um zur endgültigen Wirkung zu gelangen.
Die eigentliche Befreiung und Erlösung findet sich wohl im musikalischen Anliegen der Nails, die nach diesem Album keinem Genre mehr angehören sollten sondern nur noch Nine Inch Nails waren. Eine der einflussreichsten Bands der 90er und darüberhinaus.
the Downward Spiral ist wohl das bekannteste Album der Band. Das eingänigste ist With Teeth und das persönlichste The Fragile. Welches nun das beste ist sollte wohl jeder für sich selbst entscheiden. Mir liegen Fragile und Year Zero am meisten doch ich mag sie alle.
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am 18. September 2005
Ein Meisterwerk, was Reznor und Co. da abliefern. Ein konzeptalbum, das seinesgleichen erst bei Tool wieder findet. Die Texte haben einen stark existentialistischen Drive, wandeln sich dann wieder in Hymnen an den Selbstmord und gehen schließlich eine Symbiose mit psychedelischer Lagerhallenmusik ein, die einem des Nachts die Albträume aus dem Kopf vertreiben kann. Mr Self-Destruct, closer, hurt, eigentlich ist jeder Song ein Opus aus einer welt, die der unseren in keinster weise ähnlich ist, diese aber dennoch zynisch 1:1 abbildet. I am the needle in your vein, I am the high you can't sustain.
Es ist merkwürdigerweise ein Album, das mich glücklich macht, ich lege es in meinen CD-Player und gebe mich dem gleißenden Zwielicht dieser Musik hin. Dann ist alles gut...
Am besten bei Regen, im Wollpullover in einem stickigen Zimmer, wo man kaum atmen kann und man gerade erst aus merkwürdigen Träumen erwachte.
Nine Inch Nails, Musik, die noch lange weiter leben wird, denn wer traut sich, diese Hirne zu bezwingen... Ist es überhaupt möglich?
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am 15. Oktober 2001
Ich war 17 als ich das Album kaufte. Seitdem ist es ein Evangelium. Wie lässt es sich erklären, dass Trent R. Gedanken, Phantasien und Alpträume auf CD brannte, die mich von Natur aus bereits verfolgten? Die CD ermöglichte mir den Umgang damit und reinigte es mit dem Zugang in eine Community der andersartigen Popkultur. Aber auch außerhalb des subjektiven Empfinden ist "Downward spiral" ein Album, das wie anderswo bereits erwähnt, wie ein Gemälde ist. Ein zeitloses Gesamtkunstwerk, das man auch noch in Jahrzehnten anhimmeln wird. Aber wie es so mit Kunst ist, nicht jeder wird einen Zugang dazu finden, seine Faszination vielleicht auf Hits wie "Closer" oder "Hurt" beschränken. Doch wer dazu veranlagt ist, dem wird dieses Album in die Seele stechen, nicht bösärtig, aber als Reflektion und Soundtrack. Das ist weder Rock, Industrial oder Dark Wave, das ist Nine Inch Nails, eine viel kopierte "Band", jedoch bis heute ohne Vergleich und das absolute Gegenteil zu Limp Bizkit.
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am 30. September 2012
...zu können. Nun gut: (1)Sensationell, (2)Atemberaubend, (3)Rasant, (4)Künstlerisch (5)auf (6)höchstem (7)Niveau, (8)Laut, (9)Verzweifelnd, (10)Rührend, (11)Fesselnd, (12)Hart, (13)Meisterhaft, (14)Kaiserlich, (15)Größenwahnsinnig, (16)Süchtigmachend, (17)Tanzbar, (18)Genial, (19)Anspruchsvoll, (20)Faszinierend
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am 7. Juni 2000
Trent Reznors zweites Album nach "Pretty Hate Machine" (dazwischen kam noch die EP "broken", die, wenn man die beiden hidden tracks mitzählt, eigentlich auch als Longplayer durchgeht), ist ein sehr ungewöhnliches, aber auf jeden Fall eines der besten Alben, die je erschienen sind. Das klingt vieleicht maßlos übertrieben und wie die subjektive Meinung eines Fans, ist aber eine sehr passende Beschreibung für "The Downward Spiral". Die CD hat, wie der Titel schon andeutet, eine lose Chronologie von einem menschlichen Schicksal, daß sich immer Tiefer in seinen Problemen verstrickt und daran zerbricht. Die einzelnen Tracks sind dabei derart abwechslungsreich, das man beim ersten Hören der CD wirklich alles erwarten sollte. Größtenteils findet man zwar harte, schnelle Tracks vor, diese jedoch in einer unglaublichen Vielfalt, die man erst nach und nach vollständig erfassen kann. Die langsamen Stücke entwickeln ebenfalls einen eigenartigen Stil, der weniger traurig, sondern vielmehr trotzig herüberkommt, bis hin zur Resignation (Hurt). Ein extrem ausdrucksstarkes, persönliches Epos, das man nicht unbedingt mögen muß, aber auf jeden Fall respektieren und akzeptieren sollte. Ich hab noch kein besseres Album gefunden.
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