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  • KID A
  • Kundenrezensionen

Kundenrezensionen

4,1 von 5 Sternen
134
4,1 von 5 Sternen
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am 16. November 2015
...great price, great seller, for the greatest edition ever!
Maybe we are talking about one of the greatest contemporary rock album ever.
Five stars for everything!!!
:-)
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am 26. Juni 2003
Es gibt Ereignisse, die unser Leben verändern.
Das erste Mal verliebt sein.
Das erste Mal.
Das erste Mal Kid A.
In einer Zeit, in der Musik zum bloßem Konsumprodukt, zur kostenlosen Beilage in billigen Werbeheften degradiert wird, ist es gut eine Band wie Radiohead zu sehen, die bereit ist, in musikalische Grenzbereiche vorzudringen, die mit "Kid A" ein Album herausbrachten, das selbst den herausforderte, der glaubte, bereits wirklich alles gehört zu haben.
Von der existentiellen Schwermut auf Ok Computer und den meterhohen Gittarenwänden Floydscher Prägung ist nichts mehr entdecken.
Stattdesen regiert ein surreal anmutender, filigraner Abstrahismus von Text und Ton , der engstirnigere Zeitgenossen bereits beim Opener "Everything In Ist Right Place" die Haare zu Berge stehen lassen wird:
Thom Yorkes freischwebende Stimme windet sich um ein E- Piano, dazu berichtet Mr. Yorke, daß ergestern morgen an einer Zitrone saugend erwacht ist. Nichts scheint sich an dem ihm zugedachten Platz zu befinden, doch dieses kreative Chaos ist Konzept.
Aufgeschlossenere Hörer könnten in Kid A den idealen Soundtrack für den Film namens Leben finden, da es in seiner Symbiose von kalten Elektronik- Sounds und völlig losgelösten Strukturen eine perfekte Reflektion der Hektik, Konfusion und gegenseitigen Entfremdung, von denen das ausgehende Jahrtausend zweifelsohne
geprägt ist, darstellt.
Viele Songs basieren auf minimalistischen Grundideen wie der pulsiernden Basslinie des "National Anthem", der in einer Kakophonie aus Bläsern und infernalischem Geschrei mündet. Man fühlt sich an A Day In The Life erinnert, bloß energetischer. Größer.
Was folgt, ist die Ruhe nach dem großen Sturm: "How To Disappear Completely". Der Name ist Programm: Ein Song, so erhaben und elegisch, daß es einem den Atem raubt.
Streicher lassen uns den Liffey entlangfließen, entführen uns ins Nichts, wo das unheimlich- ambiente "Treefingers" bereits auf unsere Ankuft wartet.
Was folgt sind die ersten konventionell gespielte Gitarren. "Optimistic", die potentielle Single, mit seinem Strophe- Refrain- Strophe- Aufbau noch am ehesten
an die alten Radiohead von The Bends- Zeiten erinnernd.
Mr. Yorke erzählt von Dinosauriern, die die Erde beherrschen.
Wen er damit wohl meint? Multinationale, gewissenlos Ressourcen ausbeutende Großkonzerne? Von Korruption und Machtdenken zerfressene Politiker? Die eingefahrene, seit Jahrzehnten nur noch Gesichter vermarktende Musikindutrie? Medien, die Meinungen zu Wahrheiten transferieren?
Diese kryptische Haltung in Yorkes Texten, die sich durch das komplette Album zieht, mag einigen sauer aufstoßen, doch läßt sie mehr Freiraum für eigene Interpretationswelten, im Kopf jedes Hörers entstehen andere Bilder, Farben und Formen.
Überwältigend.
Bereits 5 Minuten später ist man zurück „In Limbo".
"Idioteque": Der Superhit jeder Androidendisco.
Kantig, großartig; was haben wir gelacht...
"Motion Picture Soundtrack" entläßt uns schließlich nach 45 Minuten versöhnlich mit extra- kitschigen Harfen in den Himmel, Engelchöre nehmen uns an die Hand; man fühlt sich an alte Hollywood- Musicals erinnert.
Der einzige Song, in dem Yorke einen Blick auf sein Innerstes freigibt ,was ihn schon fast parodistische Züge annehmen läßt.
„Red wine and sleeping pills help me get back to your arms, cheap sex and sad
films help me get backwhere I belong..."
Wer jemals geliebt und hier keine Träne im Auge hat, ist längst tot.
Kid A besitzt eine vertraute, fast metaphysische Qualität.
Man hat das Gefühl, diese Songs schon irgendwann einmal gehört zu haben.
Nachts.
Im Traum.
Einem anderen Leben.
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am 25. April 2008
Vorweg: Ich werde hier weder einzelne Songs bewerten, noch über die inhaltlichen und musikalischen Tragweiten philosophieren - das haben andere ja bereits getan.
Mit "Kid A" konnte ich lange Zeit überhaupt nichts anfangen, da ich von den eingängigen Stücken von "Ok Computer" verwöhnt war. Ich hörte "Kid A" bestimmt vier/fünf Mal und es zündete einfach nicht. Es waren zwar durchaus Passagen dabei, die mir gefielen, aber insgesamt gesehen kam ich mit diesem Werk einfach nicht klar und legte es schließlich etwas enttäuscht beiseite.
Nun hörte ich neulich das Album "Wish you were here" von Pink Floyd und war dadurch wahrscheinlich "sensibilisiert" für etwas tiefgründigere und unzugänglichere Musik. Jedenfalls fiel mir spontan "Kid A" ein und ich legte es in den Player. Ich saß einfach nur da mit meinen Kopfhörern (sehr zu empfehlen) und hörte zu. Was soll ich sagen, ich war schlichtweg beeindruckt. Das Universum von "Kid A" erschloss sich mir mit einem Male und ließ mich nicht mehr los. Wichtig: Ich schreibe oft bei vielen Alben, diese unbedingt am Stück zu hören und nicht nur einzelne Titel, aber auf dieses Album hier trifft das in besonderem Maße zu!
Es hat lange gedauert, aber "Kid A" ist bei mir endlich angekommen, oder bin ich endlich bei "Kid A" angekommen? Ich weiß es nicht. Und so blöd es klingt, aber ich sitze hier weit weg von meinem Zuhause (wo auch das Album liegt), und kann es echt kaum erwarten endlich heimzukommen und "Kid A" zu hören. Hab schon die ganze Zeit die albumstartenden Orgelsounds im Ohr...
Was braucht man um so eine Platte zu machen? Kreativität?! Ja! Innovation auch?! Ja! Sich keinem (kommerziellen) Druck beugen?! Auch!
Meiner Meinung nach braucht man aber vor Allem "Mut", um so eine Platte rauszulassen. Denn ich war bestimmt nicht der Einzige, der mit den eingängigen Vorgängeralben sehr gut leben konnte. Radiohead hat es nicht geschert und wer lange genug durchhält, wird auch "Kid A" entsprechend würdigen können! Und an diesem Punkt bin ich nun angekommen!
P.S.: Hört man am Anfang von "Everything is in the right place" die Worte "Geh nicht, geh nicht", oder täusche ich mich da?! Passt darauf mal auf beim Hören.
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am 21. September 2005
Meine Geschichte zu Kid A ist witzig: Als ich mir das Album damals gekauf habe, fand ich es nach dem ersten Hören grottenschlecht und konnte absolut nichts damit anfangen. Ich habe es kurzentschlossen wieder verkauft und war froh, es los zu sein.
Ungefähr ein Jahr später kaufte ich es mir dann aber doch wieder, und mit den Jahren ist es doch tatsächlich zu meinem zweitliebsten Radiohead-Album geworden!!
Kid A ist ein Album, dass einen mit auf eine Reise nimmt. Man weiß zuerst zwar nicht, wohin diese Reise führt, aber eines wird einem irgendwann klar: Es ist eine großartige Reise!
Es ist ein Album, über das man eigentlich schwer sprechen kann. Oder aber man spricht zuviel darüber. Atmosphäre, Bewegung und "die Reise ins Nirgendwo" sind für mich die Schlüsselwörter dazu. Wenn man diese Scheibe auflegt, verändert sich der Raum um einen herum. Wärme, Kälte, Agressivität, Passivität, Traurigkeit, Resignation, Hoffnung, Leere, Fülle, Angst, Leichtigkeit, Glückseligkeit, Stärke, Schwäche, Zerbrechlichkeit,... das alles und viel mehr ist hier magisch vereint und in Musik gebannt.
Kid A wird für mich immer ein ganz besonderes Album bleiben.
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am 16. Oktober 2010
Wer gewöhnliche Plastikmusik (sprich Pop o.ä.) gewöhnt ist,
wird mit dieser Scheibe wahrscheinlich nicht viel anfangen können.
Wer jedoch jedoch aufgeschlossen ist und dem düsteren Kid A die Möglichkeit gibt,
sich durch mehrmaliges Hören zu entfalten,
dem erschließt sich hier Schritt für Schritt ein Meisterwerk,
das einen in eine andere Welt entführt.
Dazu sollte man zuerst alle Erwartungen an ein OK Computer 2 ablegen.

Die Reise beginnt mit "Everything in its right place",
das einen im 10/8 Takt in die Stimmung versetzt,
die das gesamte Album prägt.
Ein ganz besonderer Opener, der einem jedes Mal wieder,
wenn man die CD einlegt, ein behagliches Lächeln ins Gesicht zaubert.

Mit dem Titeltrack folgt wohl das zu Beginn unzugänglichste Stück.
Die Verzerrte Stimme Thom Yorkes erscheint gedämpft, distanziert.
Wenn man aber mit dem Song näher vertraut ist, findet man immer mehr Gefallen an "Kid A",
der zum Ende hin zwar nur kurz, aber sehr schön aus der dunklen Kulisse auftaucht.

"The National Anthem" zeichnet sich vor Allem durch die simple Mörder-Bassline aus,
die sich unverändert durch das ganze Stück zieht.
Wieder ist Yorkes Stimme verzerrt, aber nicht so stark wie beim vorigen Track.
Verschiedenste Blasinstrumente arbeiten sich zusammen zu einem Kakophonischen Höhepunkt hin,
der einen bei den ersten Malen das Gesicht verziehen lässt.
Doch man erkennt langsam System dahinter und beginnt nach und nach, die Dissonanzen lieb zu gewinnen.

Track Nummer 4 ist die meiner Meinung nach beste und gefühlvollste Ballade, die auf dieser Welt je geschrieben wurde.
Schlicht gehalten nimmt "How to disappear completely" immer mehr an Gefühl zu,
bis zuletzt Yorkes Gesang von dissonanten Geigen verschlungen wird,
um darauf entgültig und befreiend aus ihnen wieder aufzutauchen.
Allein dieser Moment macht diesen Track zu einer unvergleichlichen Wanderung durch die Dunkelheit.
Unbeschreiblich, muss man gehört haben.

Das simple und sphärische Instrumentalstück "Treefingers" trägt die überwältigende Stimmung weiter und baut eine Brücke zum 6. Song, der sonst auf "How to disappear completely" gefühllos begonnen hätte.

"Optimistic" befreit ein bisschen von der leichten Depressivität und kommt tatsächlich ein wenig optimistischer daher.
Ohrwurmpotenzial und etwas konventioneller.

Mit "In Limbo" verschwimmt alles wieder, wird ansatzweise verwirrend und schafft eine gute Verbindung zum nachfolgenden Meisterstück.

"Idioteque" treibt die düstere Einstellung des Albums auf die Spitze.
Ein genialer elektrischer Beat unterlegt mit Syth-Akkorden nimmt einen gefangen.
Der Falsett-lastige Chorus bleibt im Kopf und leitet über in die aggressive und aufgeweckte zweite Strophe.
Schließlich entläd sich der Song in einer Instrumentalpassage bevor er nahtlos übergeht in

"Morning Bell". Es wird wieder etwas gemächlicher nach der elektronischen Hast,
jedoch hindert Yorkes Stimme einen am simplen Zurücklehnen und passiven Zuhören.
Auch dieser Track enthält gegen Ende einen Instrumentalpart und schafft eine ganz eigene Stimmung,
wie eigentlich jeder Song auf Kid A.

Zum Schluss erwartet einen die wohlverdiente Belohnung in Form von "Motion Picture Soundtrack".
Erlösende Harfenklänge laufen im Hintergrund während sich der erschöpfte Gesang förmlich befreiend über den Hörer ergießt.
Nach einer Steigerung zum Gipfel der Kulisse (Song würde Ich es weniger nennen) folg eine einminütige Pause.
Beim ersten Hören will man schon die CD aus dem Player nehmen,
wenn auf einmal noch für kurze Zeit Instrumente erklingen.
Dann Ruhe...

Ich habe versucht, trotz der unbeschreiblichen Erfahrungen, die man mit diesem Werk macht,
der unglaublichen Stimmung gerecht zu werden.
Ich halte diese Scheibe selbst nach 10 Jahren noch für das beste, was mir als Musikhörer in meinem ganzen Leben passiert ist.
Ich rate jedem dringendst, diesem Kunstwerk zumindest einige konzentrierte Durchläufe zu gönnen.
Angesichts des großen Potenzials, das Kid A für jeden haben kann, wäre alles andere reine Ignoranz.
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TOP 1000 REZENSENTam 10. Oktober 2014
Mir selbst fällt nie viel Gescheites zu sagen ein, wenn ich Radiohead höre, aber ich habe ein paar gut formulierte Sätze zu diesem Album gefunden:

>>Pop ergeht sich oft in Melancholie. Radioheads Anti-Pop setzt technokratisch kühles Konstatieren des Ist-Zustandes dagegen. "Kid A" ist ein Protestalbum: Immer sind die sphärischen Melodien bedroht von brachialen Gitarren und Synthesizern, und Sänger Thom Yorke leidet hörbar mit. Aus Improvisationen geboren und dennoch ein Wunderwerk. <<

(aus: TV Today, Heft 22/2000)
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am 19. November 2015
Auf das 4. Album von Radiohead habe ich mich ganz besonders gefreut. Nachdem ich OK Computer, Pablo Honey und The Bends monatelang rauf und runter gehört habe, kaufte ich mir KID A am Erscheinungstag legte es in meine Musikanlage, schloss meine Tür ab und wollte ungestört sein. Ich traute meinen Ohren nicht. Was war denn jetzt los, ist das wirklich Radiohead? Wo sind die Gitarren? Ich war schockiert!! Von Elektromusik hielt ich ja nun gar nichts. Für mich musste gute Musik handgemacht sein. Nach dem erste Durchgang war ich sehr enttäuscht. Dennoch hörte ich mir das Album nach einiger Zeit nochmal an und dachte gut, ist völlig anders als alles was sie bisher gemacht haben, aber sind schon ein paar gute Stücke drauf. Spätestens nach dem 3. Durchlauf hatte es mich dann gepackt und seitdem meinen Horizont absolut erweitert. Alles geniale was danach kam, baute irgendwie auf KID A auf, so dass ich OK Computer schon fast nicht mehr als bestes Album ansehe, sondern eigentlich fast jedes neue von Radiohead. Ich bin sehr gespannt, welche neuen Wege Thom mit seinen Kumpanen in Zukunft gehen werden und die Musikwelt neue Wege aufzeigt. Ich hoffe es werden noch viele folgen!
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am 29. März 2002
Es gibt Ereignisse, die unser Leben verändern.
Das erste Mal verliebt sein.
Das erste Mal.
Das erste Mal Kid A.
In einer Zeit, in der Musik zum bloßem Konsumprodukt, zur kostenlosen Beilage in billigen Werbeheften degradiert wird, ist es gut eine Band wie Radiohead zu sehen, die bereit ist, in musikalische Grenzbereiche vorzudringen, die mit “Kid A“ ein Album herausbrachten, das selbst den herausforderte, der glaubte, bereits wirklich alles gehört zu haben.
Dabei hätten sie nach dem immensen Erfolg von “OK Computer“ alle Chancen der Welt gehabt, als größte Stadionrockband der Welt in die Fußstapfen von R. E. M. oder U2 (Aaargh!) zu treten.
Radiohead treten sie mit Füßen:
Von Thom Yorkes existentieller Schwermut und den meterhohen Gittarenwänden Floydscher Prägung ist nichts mehr entdecken.
Stattdesen regiert ein surreal anmutender Abstrahismus von Text und Ton , der engstirnigere Zeitgenossen bereits beim Opener “Everything In Ist Right Place“ die Haare zu Berge stehen lassen wird:
Thom Yorkes freischwebende Stimme windet sich um ein E- Piano, dazu berichtet Mr. Yorke, daß ergestern morgen an einer Zitrone saugend erwacht ist. Nichts scheint sich an dem ihm zugedachten Platz zu befinden, doch dieses kreative Chaos ist Konzept.
Aufgeschlossenere Hörer könnten in Kid A den idealen Soundtrack für den Film namens Leben finden, da es in seiner Symbiose von kalten Elektronik- Sounds und völlig losgelösten Strukturen eine perfekte Reflektion der Hektik, Konfusion und gegenseitigen Entfremdung, von denen das ausgehende Jahrtausend zweifelsohne
geprägt ist, darstellt.
Viele Songs basieren auf minimalistischen Grundideen wie der pulsiernden Basslinie des “National Anthem“, der in einer Kakophonie aus Bläsern und infernalischem Geschrei mündet. Man fühlt sich an A Day In The Life erinnert, bloß energetischer. Größer.
Was folgt, ist die Ruhe nach dem großen Sturm: “How To Disappear Completely“. Der Name ist Programm: Ein Song, so erhaben und elegisch, daß es einem den Atem raubt.
Streicher lassen uns den Liffey entlangfließen, entführen uns ins Nichts, wo das unheimlich- ambiente “Treefingers“ bereits auf unsere Ankuft wartet.
Was folgt sind die ersten konventionell gespielte Gitarren. “Optimistic“, die potentielle Single, mit seinem Strophe- Refrain- Strophe- Aufbau noch am Ehesten
an die alten Radiohead von The Bends- Zeiten erinnernd.
Mr. Yorke erzählt von Dinosauriern, die die Erde beherrschen.
Wen er damit wohl meint? Großkonzerne wie Mc Donalds? Die Stones? Die eingefahrene, seit Jahrzehnten nur noch Gesichter vermarktende Musikindutrie?
Diese kryptische Haltung in Yorkes Texten, die sich durch das komplette Album zieht, mag einigen sauer aufstoßen, doch läßt sie mehr Freiraum für eigene Interpretationswelten, im Kopf jedes Hörers entstehen andere Bilder und Formen.
Bereits 5 Minuten später ist man zurück „In Limbo“.
“Idioteque“: Der Superhit jeder Androidendisco.
Kantig, großartig; was haben wir gelacht...
“Motion Picture Soundtrack“ entläßt uns schließlich nach 45 Minuten versöhnlich mit extra- kitschigen Harfen in den Himmel, Engelchöre nehmen uns an die Hand; man fühlt sich an alte Hollywood- Musicals erinnert.
Der einzige Song, in dem Yorke einen Blick auf sein Innerstes freigibt ,was ihn schon fast parodistische Züge annehmen läßt.
„Red wine and sleeping pills help me get back to your arms, cheap sex and sad
films help me get backwhere I belong...“
Wer jemals geliebt und hier keine Träne im Auge hat, ist längst tot.
Kid A besitzt eine vertraute, fast metaphysische Qualität.
Man hat das Gefühl, diese Songs schon irgendwann einmal gehört zu haben.
Nachts. Im Traum. Einem anderen Leben.
22 Kommentare| 26 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. Oktober 2000
Als langjähriger Radiohead-Fan war das neue Album für mich eine echte Enttäuschung. Sicher, es ist den abstrakten Klangcollagen und wabernden Flächen nicht abzusprechen, dass sie stellenweise eine Art unbestimmte, diffuse Atmosphäre erzeugen - aber wo bleibt die getragene Melancholie, die sich in Meisterwerken wie dem Vorgängeralbum "OK Computer" mal zur Resignation, mal zu hemmungslosen Wutausbrüchen steigert? Thom Yorkes unvergleichlicher, fragiler Gesang rückt hier weit in den Hintergrund und macht Platz für eine irgendwie unmotiviert wirkende Mischung aus dumpfen Orchesterklängen, verzerrten Drumloops und Klängen, hinter denen man unwillkürlich die Randprodukte einer durchzechten Nacht mit einem Sampler vermuten könnte. Fazit: Für Fans der Ambient-Musik á la Eno sicherlich interessant, aber wer die melancholisch-emotionalen Songs erwartet, die Radiohead bisher von Album zu Album perfektioniert haben, läuft Gefahr, eine Enttäuschung zu erleben.
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am 9. November 2000
Das neue Radiohead-Album hat sich wie erwartet weiter vom Kommerz entfernt und ist (leider) total abstrakt geworden.Wobei man auch sehen muß, daß der Vorgänger "OK Computer" schon nicht als kommerziell bezeichnet werden kann, wie viele es tun."The Bends" fand ich viel eingängiger mit Hits wie z.B. "High & Dry".Da war "OK Computer doch schon ein Schritt weiter.Im Vergleich zu "Kid A", war es jedoch um Meilen eingängiger.Es ist ein riesiges, abstraktes Klanggebierge entstanden, das man so nebenbei mal als Geräuschkulisse vielleicht hören mag, doch es ist für mich keine Platte, die ich mir öfter anhören würde und somit auch keine, die ich persönlich kaufen würde.Ich finde Experiment ist nicht gleich gut!Natürlich mag es künstlerisch ein Vorrausschritt sein, doch als Konsument, hätte ich eine Art Vortsetzung von "OK Computer" lieber gesehen!Und deshalb warte ich lieber auf das nächste Album, mal sehen, wie die Entwicklung weitergeht.
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